France Clidat - Referenz in Sachen Liszt

  • Hallo!


    Zum Liszt-Jahr 2011 hat Decca eine umfangreiche Box mit Liszt'schen Klavierwerken , eingespielt von der Pianistin France Clidat.
    Diese Aufnahemn scheinen in den 1960er und 1970er Jahren entstanden zu sein und Clidat gat als eine der führenden Liszt-Interpretinnen.


    Möchte jemand etwas zu France Clidat sagen (Biografien finden sich in der englischen und französischen WIkipedia)?
    Auch wäre ich an Kommentaren und Beurteilungen der Liszt-Aufnahmen sehr interessiert.


    Gruß
    Karsten

  • Hallo Karsten!

    Vielen Dank für den Hinweis. Diese Neuerscheinung war mir bislang entgangen.

    Mir bedeutet die Klaviermusik von Franz Liszt sehr viel. Ich besitze schon zahlreiche Aufnahmen, mit Arrau, Bolet, Cziffra, Howard und vielen anderen. Von der Einspielung durch France Clidat hatte ich schon gelesen, aber bis jetzt hatte ich keine Aufnahmen von ihr. Von einem persönlichen Höreindruck kann ich Dir daher nicht berichten.

    In dem Buch Pianisten-Profile schreibt aber Ingo Harden über ihr Liszt-Spiel. Sie interpretiere Liszt mit beherztem Zugriff, besitze den hochgemuten Schwung und die nötige Virtuosität. Dann grenzt er sie gegenüber anderen Pianisten ab: Sie führe nicht die Unerbittlichkeit eines Richter ins Feld, nicht die Wucht Bolets, die Tiefe Arraus oder die Hexenkünste eines Horowitz oder Cziffra; ihr Liszt sei leichtgewichtiger. Ihre Darstellungen seien aber großzügig angelegt, besäßen einen schön gerundeten Klavierton, vor allem klängen sie immer musikalisch richtig.

    Wenn man das hier auszugsweise wiedergegebene Kritikerdeutsch richtig würdigt, wird man mit dem Kauf sicher keinen Fehlgriff tun. Auf ihrer Website (franceclidat.com) kann man schon den Inhalt der 14 CDs studieren. Weggelassen oder vielleicht für später aufgehoben scheinen die Opernparaphrasen und Liedtranskriptionen (wikipedia spricht von 28 CDs). Die Box scheint alle wesentlichen Originalwerke zu umfassen: die Années, Etüden, Ungarische Rhapsodien, die Sonate, Consolations, Liebesträume, alle Mephisto-Walzer und Valses oubliées, Legenden, Balladen, die Harmonies, den Weihnachtsbaum, späte Stücke und noch viel mehr.

    Für den Preis und ohne Überschneidungen wird man diese (teilweise sehr selten gespielten) Stücke so sonst kaum zusammenbekommen. Da kann man eigentlich nichts falsch machen.

    Gruß,


    Rainer

  • Hallo!


    herzlichen dank für die erste Rückmeldung. Ein Schnäppchen ist diese Box allemal.

    Wenn man das hier auszugsweise wiedergegebene Kritikerdeutsch richtig würdigt, wird man mit dem Kauf sicher keinen Fehlgriff tun. Auf ihrer Website (franceclidat.com) kann man schon den Inhalt der 14 CDs studieren. Weggelassen oder vielleicht für später aufgehoben scheinen die Opernparaphrasen und Liedtranskriptionen (wikipedia spricht von 28 CDs). Die Box scheint alle wesentlichen Originalwerke zu umfassen: die Années, Etüden, Ungarische Rhapsodien, die Sonate, Consolations, Liebesträume, alle Mephisto-Walzer und Valses oubliées, Legenden, Balladen, die Harmonies, den Weihnachtsbaum, späte Stücke und noch viel mehr.

    Ich habe mittlerweile nachgelesen, dass das damilige Aufnahmekonzept wirklich "nur" die Originalwerke für Klavier umfasste. Transkripionen, Paraphrasen, Bearbeitungen etc. fremder Werke waren nicht aufgenommen worden. Es könnte sich um einen Übersetzungsfehler auf Wikipedia handeln, denn "disques" heißt ja allgemein "Platte". Der Inhalt von 28 Schallplatten (damals) würde in etwas 14 CDs umfassen...


    Weitere Einschätzungen?


    Gruß
    Karsten


  • Sie galt als Massstäbe setzend in Sachen Liszt-Interpretationen. Nun ist «Madame Liszt», die französische Pianistin France Clidat, laut französischen Pressemeldungen im Alter von 79 Jahren verstorben.


    Die in Nantes geborene Pianistin studierte bei Lazare Lévy, Emil Gilels und Lelia Gousseau und machte 1956 mit dem Gewinn des Budapester Liszt-Wettbewerbs international auf sich aufmerksam.


    Für eine Gesamteinspielung von Liszts Werken auf 26 Schallplatten erhielt sie den Preis der ungarischen Académie du disque. Daneben nahm sie unter anderem auch Werke von Rachmaninow, Chopin und Landowski auf sowie das Gesamtwerk Saties. (cf)



    R. I. P.