Arnold Bax - Sinfonien - Orchesterwerke - Konzerte

  • Hallo Arnold Bax-Freunde,


    der Komponist Arnold Bax (1883 - 1953) gehört für mich nach Benjamin Britten, Ralph Vaughan-Williams und William Walton zu den interessantesten britischen Komponisten. Es gibt mit Grainger, Foulds und einiges (aber lange nicht alles) von Bliss noch weitere herausragende Komponisten, die hörenswertes geschrieben haben. Welchen habe ich vergessen ?


    :?: Ich bin auch verwundert, warum es von weit langweiligeren britischen Komponisten Threads bei TAMINO existieren ??? 8) Ich sage es knallhart: Lasst mich mit Elgar in Ruhe, der außer den Enigma - Var, 2 Ouvertüren und den Pomp-Tänzen ( ;) und das nur mit Solti) für mich nichts wirklich interessant brauchbares komponiert hat. :stumm: :pfeif:



    8):thumbup: Da diese Threads im Bereich Moderne Orchestermusik keine große Resonanz haben, fasse ich mich auch kurz:


    Arnold Bax schrieb von 1921 bis 1939 Sieben Sinfonien. Diese Sinfonien und die zahlreichen Sinfonischen Dichtungen sind in ihrer Tonalität und vom Stimmungsgehalt so, dass diese auch in den Bereich der Romantischen Orchesterwerke passen würden. Bax hat seine eigene unverwechselbare Tonsprache. Hier und da ließt man, das Sibelius Einflüsse auf Bax gehabt haben könnte !?!


    Die herausragende GA seiner Sinfonien Nr. 1 - 7 ist die mit Handley / BBC Philharmonic Orchestra, bei der man bereits nach kurzer Zeit der Beschäftigung mit der interessanten Materie feststellt, dass diese Aufnahmen und Interpretationen so perfekt sind, das man keine Alternativen benötigt - Klang ebenfalls = erste Sahne !



    CHANDOS, 2003, DDD


    In der GA befindet sich auch die TOP-Aufnahme seiner bekanntesten Sinfonischen Dichtung Tintagel ((1917-19).

    Eine gut ausgebaute CD-Serie bietet Chandos mit den Bax - Orchesterwerken in mehreren Vol. ; hier teilen sich Vernon Handley und Bryden Thomson den Dirigierpart.
    Es finden sich hier das Violinkonzert (1938) , das Cellokonzert (1934) und eine Fantasie für Viola und Orchester. Die tadellosen Solisten sind Wallfisch und Mordkowitsch.
    Weiterhin die Spring Fire Symphonie (1914), die Dichtung Mediteranean (Mittelmeer) (1922) und die kürzeren Orchesterstücke Northers Ballads (1927 - 34).
    Weitere Sinfonische Dichtungen (von insgesamt 15) sind November Woods (1917), A Legend (1944) ...



    Chandos , DDD


    Sein ausgedehntestes Konzert sind die Sinfonischen Variationen für Klavier und Orchester (1916-18) und ebenfalls sehr brillant ein Klavierkonzert für (linke Hand) und Orchester, das er Concertante (1949) nennt. Hochvirtouse Musik !



    NAXOS, 2008, DDD



    Weiterhin betätigte sich Bax auch im Bereich der Filmmusik bei den Filmen Oliver Twist, Malta (hier mit Rumon Gamba (CHandos) eine TOP-Aufnahme) und From Dusk Till Dawn und The Truth about Russian Dancers mit Thomson am Pult (Chandos).


    Noch nicht bekannt ist mir das Klvierkonzert Winter legends von 1930.
    Das steht demnächst an !



    BRIKOMP

    Gruß aus Bonn, Wolfgang

  • Teleton hat zu Recht auf die Originalität von Arnold Bax hingewiesen und ich würde ihm auch dahingehend folgen wollen, dass der weitaus bekanntere Elgar nicht so interessant ist.


    Die Handley-Integrale der Sinfonien ist auch aufgrund ihrer farbigen Prägnanz und der klanglichen Tiefenschärfe mit Sicherheit eine Empfehlung. Darüber hinaus besitze ich auf Kassette noch einen Mitschnitt der dritten Sinfonie unter der Stabführung von Edward Downes.


    Zusammen mit einigen Tondichtungen wie eben vor allem Tintagel, aber auch The Happy Forest (leider auch nur Kassette bei mir) würde ich als Einstieg die genannte dritte Sinfonie empfehlen. Sie weist zwar nicht das Raffinement und die Modernität der späten Sinfonien auf (die ich zugegebenermaßen selbst noch keine drei Mal gehört habe), aber sie ist vergleichsweise thematisch griffig, also eingängiger und äußerst stimmungsvoll. Bax war verglichen mit dem vornehmeren Elgar sicher der schwächere Melodiker. Wenn man aber wie ich zu dem Hörertypus gehört, der dem Harmonischen im Zweifelsfall Vorrang einräumt - und erst recht gilt dies für das Rhythmische, das meines Erachtens teleton ganz wichtig ist :thumbup: - dann spielt Elgar eine zweifellos unwesentlichere Rolle. Das Klavierkonzert ist natürlich auch höchst empfehlenswert; es gibt ja eine Fassung mit zwei Flügeln und eine konventionelle Variante.


    Für den Naxos-Tipp bedanke ich mich!


    Ob ich Aufnahmen habe, die teleton nicht kennt? Mal schauen, bin aber unzuversichtlich ... (The Lark Ascending wird er auch haben, aber nicht mögen ...) :D


    :hello: Wolfgang

    Lieber Fahrrad verpfänden denn als Landrat enden!

  • Da das Interesse an Bax anscheinend erwacht ist aktiviere ich diesen Thread.
    Gerhard Wischniewski hat im Thread


    Hörenswerte Britische Symphonien des 20. Jahrhunderts


    eine Beschreibung der ersten Sinfonie abgegeben, die ich ihn bitte hier zu wiederholen.
    Ich meinerseits habe auch meine Eindrücke schriftlich zusammengefasst. Mal sehen ob sich die Eindrücke annähernd gleichen.
    Der Threadtitel wird von mir in der Form angepasst, dass er Sinfonien, Orchesterwerke und Konzerte von Bax enthalten kann. Kammermusik folgt separat.


    Zurück zur Sinfonie Nr in Es –dur
    Die Sinfonie wurde 1922 vollendet und John Ireland gewidmet. Sie brachte Bax den Durchbruch in England.


    Düster und bedrohlich beginnt der erste Satz, wechselt dann ins Brutale, marschartige, Pauken – Stille, danach ein eher neutraler bis lethargischer Teil. Und schon wieder folgen dramatische Ausbrüche, die Stummung wechselt andauernd bombstisch mit Pauken und Trompeten endet der erste Satz
    Fast noch düsterer beginnt leise der 2. Satz (lento solenne) Dar über gibt es Aufzeichnungen vom Komponisten, der dazu schreibt, es habe die Stimmung eines Militärbegräbnisses widergeben wollen. Wenn das wirklich seine Absicht war – es ist ihm gelungen. Die Anfangs trübe Nebelstimmung wird durch bombastische Fanfaren und Pauken unterbrochen. Eine Art leiser Trauermarsch folgt. Aber die Melodie schwillt an und nimmt geradezu einen schneidenden betrohlichen Charakter an. Die Pauken sollen wohl Salutschüsse darstellen, die beissenden Fanfarenstöße und der anschliessende Choral die Feierlichkeit des Augenblicks verkörpern. Es herrscht allgemeine Trost- und Ratlosigkeit. Immer leiser wird die Musik, bis sie verklingt
    Die Trauer ist verklungen, Energisch und geschäftig meldet sich das Leben wieder zurück. Diesseitig ja . Kurzzeitig vermeine ich eine art Parade vor mir zu sehen, welche ihre Bereitschaft zeigt zu agieren. Im Mittelteil herrscht aber wieder ein leicht melancholisches Thema, wie Erinnerungen an die Vergangenheit. Das Thema erlischt – die Erinnerungen verblassen – die Gegenwart hat uns wieder. Ein bombastische Finale beendet die Sinfonie, welches die triste Stimmung jedoch auch nicht zudecken kann.


    Mit freundlichen Grüßen aus Wien
    Alfred

    Die Hauptaufgabe eines guten Forenbetreibers ist: AN ALLEM SCHULD ZU SEIN

    Tut er das nicht, dann ist er eigentlich überflüssig....


  • Heute vor 60 Jahren starb Sir Arnold Bax während eines Irland-Urlaubs.



    Sir Arnold Edward Trevor BAX, * 8.11.1883 Streatham im Süden von London, † 3.10.1953 Cork/Irland; britischer Komponist,
    1900-05 Schüler von Fr. Corder an der Royal Academy of Music in London, wurde 1942 zum Master of the King's Music ernannt.
    In vielen seiner Werke verwendete Bax Elemente der irischen Folklore; der jüngsten Musikentwicklung stand er distanziert gegenüber und lehnte die Zwölftontechnik Schönbergs ab.
    Er hatte das Glück, aus reichem Hausd zu stammen und musste deshalb nie arbeiten, um seinen Lebensunterhalt zu verdienen.


    Hier noch der Hinweis auf seine eigene Webseite: http://arnoldbax.com/


    LG

    Harald


    Freundschaft schließt man nicht, einen Freund erkennt man.
    (Vinícius de Moraes)

  • Auf Wunsch Von Alfred stelle ich hier meinen Beitrag aus "Hörenswerte Britische Sinfonien des 20 Jahrhunderts" hier erneut ein:


    Den Namen Bax findet man in deutsche Konzertführern nur selten, und meist sind es dann nur kurze Notizen. Als ich ihn kennen lernte und mir dann seine 7 Sinfonien sowie einen Großteil seiner sinfonischen Dichtungen zulegte, schuf ich mir eine Art eigenen Konzertführer, indem ich mir Einführungen aus den ergiebigeren englischen Texten der Begleitheft übersetzte und in einer Datei zusammenstellte.
    Ich will versuchen im Laufe der Zeit in diesem Thema einige seiner Sinfonien mit eigenen Worten vorzustellen.


    Die erste Sinfonie aus den Jahren 1921/22, die wie alle seine Sinfonien dreisätzig ist, mag auf manchen Hörer zunächst verstörend wirken. Sie beginnt schrill, bedrohlich, was vor allem dem großen Bläser- und Schlagzeugapparat zu verdanken ist, den die Sinfonie erfordert. Man vermutet, dass die Sinfonie, die er zunächst als Klaviersonate entwarf, aber schon im darauffolgenden Jahr instrumentierte, unter dem Eindruck des zuende gegangenen 1. Weltkriegs, vor allem aber auch der Zerschlagung des Osteraufstands 1916 in Irland stand. So verläuft der erste Satz, Allegro moderato e feroce, auch meist kriegerisch, enthält aber auch kurze lyrische Passagen.
    Der zweite Satz, Lento solenne, beginnt leise, geheimnisvoll. Er steigert sich dann zu einem düsteren Trauermarsch und endet so leise, wie er begann. Bax selbst hat ihn als musikalische Darstellung eines militärischen Begräbnisses beschrieben.
    Der dritte Satz, Allegro maestoso - Allegro vivace ma non troppo - Tempo di marcia trionfale, vermag die düstere Stimmung nicht ganz aufzuheben. Er wiederholt zum Teil die Attacken des ersten Satzes und endet nach einer etwas lyrischeren Passage in einem Triumpmarsch, durch den das Bedrohliche der gesamten Sinfonie dennoch durchschimmert.
    Die beiden sinfonischen Dichtungen auf der vorgestellten CD sind vielfarbige Naturgemälde, die auf irischen Legenden beruhen.

    Liebe Grüße
    Gerhard

    Regietheater ist die Menge der Inszenierungen von Leuten, die nicht Regie führen können. (Zitat Prof. Christian Lehmann)

  • Die Sinfonien von Bax enthalten kaum Passagen, die sich ins Gedächtnis einprägen. Deshalb habe ich mir die zweite Sinfonie jetzt noch einmal in aller Ruhe angehört.- Auch sie erfordert einen umfangreichen Bläser und Schlagzeugapparat.

    Der erste Satz, Molto moderato – Allegro moderato setzt dunkel mit tiefen Streichern und Bläsern über Trommelwirbeln ein. Es folgen weitere düstere Motive in Englischhorn, Klarinetten und Fagotten, später in tiefen Streichern und Tuben und schließlich in Flöten und Trompeten. Nach einem von den Klarinetten vorgetragenen Thema wird die Musik drängender, energischer und steigert sich zu einem ersten dynamischen Höhepunkt. Dann folgt ein ruhigeres Thema in Flöte und Cello. Die einzelnen Motive werden in der Durchführung in verschiedenen Orchesterfarben beleuchtet. Die Reprise führt dann die Themen noch einmal eindringlich vor, bevor der Satz gewaltig endet.

    Der zweite Satz, Andante, beginnt melancholisch, bevor die Streicher eine lyrischere Melodie anstimmen. Langsam steigert sich die Dynamik zu einem dramatischen Höhepunkt. Dann folgt eine weitere ruhigere Passage. Eine Solovioline führt zum Anfangsthema zurück, mit dem der Satz zu einem gedämpften Abschluss kommt.
    Dramatisch beginnt der dritte Satz, Poco largamente – Allegro feroce – Molto largamente. Düster, marschartig geht es weiter. Nach fanfarenartigen Trompetenklängen und Paukenschlägen folgt ein ruhigerer Abschnitt, in dem das Werk langsam verschwebt.
    Das zweite Werk auf dieser CD evoziert verschiedene Stimmungen – nach Aussage des Komponisten nicht nur eines trüben und stürmischen Tages im Novemberwald, sondern auch der Reflexion der eigenen Probleme in dieser Zeit.

    Regietheater ist die Menge der Inszenierungen von Leuten, die nicht Regie führen können. (Zitat Prof. Christian Lehmann)

  • Die Sinfonien von Bax enthalten kaum Passagen, die sich ins Gedächtnis einprägen.

    Ich habe mich vor Jahren einmal recht intensiv mit Arnold Bax beschäftigt und muss sagen, so ist es. Ich finde keine seiner Symphonien so richtig überzeugend. Seine besten Momente hat er - und dafür schätze ich sie auch - in seinen symphonischen Dichtungen. Die beiden CDs dirigiert von Vernon Handley belegen das eindrücklich. Ich muss allerdings die Einschränkung machen, dass ich die Gesamtaufnahme mit diesem bedeutenden Dirigenten nicht kenne, sondern nur die unter Bryden Thomson (auch Chandos), Lloyd-Jones (Naxos) und verschiedene wie Leppard und del Mar (Lyrita).


  • Zitat

    Zitat von Lutgra: Ich finde keine seiner Symphonien so richtig überzeugend. Seine besten Momente hat er - und dafür schätze ich sie auch - in seinen symphonischen Dichtungen.

    Lieber Lutgra,


    du hast sicherlich recht, es ist nicht so leicht, sich mit seinen Sinfonien vertraut zu machen und ich kann dir beipflichten, da auch mich die sinfonischen Dichtungen weit mehr berühren, speziell die schon genannten wie auch Nympholept oder Tintagel.


    Liebe Grüße
    Gerhard

    Regietheater ist die Menge der Inszenierungen von Leuten, die nicht Regie führen können. (Zitat Prof. Christian Lehmann)

  • Ich muss allerdings die Einschränkung machen, dass ich die Gesamtaufnahme mit diesem bedeutenden Dirigenten nicht kenne, sondern nur die unter Bryden Thomson (auch Chandos), Lloyd-Jones (Naxos) und verschiedene wie Leppard und del Mar (Lyrita).


    Hallo Lutgra,


    da Du bereits so viele Aufnahmen der Sinfonien kennst, wird sich Dein Bild sicher nicht entscheidend verändern - vielleicht auch nicht mit Handley (Chandos).


    Bei mir ist es so, dass ich von den Sinfonien nur die Handley - GA kenne und von Anfang an von den Werken recht angetan war und diese mit grossem Interesse gehört habe und auch heute noch gerne höre. Die Handley-Aufnahmen gelten in Fachkreisen als die Besten, was Du im Prinzip ja selber bei den abgebildeten Handley-Cd´s der Sinf.Dichtungen bestätigst.
    Bei Michael Schlechtriem (Cellist beim Münster PO), ein BAX-Kenner und Liebhaber, hat sich bei Handley der o.g. Zusatz (wer sonst ? ...) schon eingebürgert. Mit Recht, denn was der an "englischem Repertoire" anpackt, hat Hand und Fuss !


    Bei den Sinf.Dichtungen sind es bei mir wiederum die Byden Thomson-Aufnahmen (Chandos), die ich habe und von denen ich ebenfalls einen überdurchschnittlichen hohen Eindruck habe.


    Bax ist bei mir ein Repertoire, von dem mir eine gute Aufnahme reicht !

    Gruß aus Bonn, Wolfgang

  • Auch bei der dritten Sinfonie ist großes Orchester mit umfangreichem Schlagzeug gefordert.

    Der erste Satz trägt mehrere Tempobezeichnungen: Lento moderato –Allegro moderato –Allegro feroce – Lento moderato – Allegro moderato – Più lento –Allegro.
    Leise, fast mysteriös, beginnt er im Fagott, andere Instrumente übernehmen, die Melodie wird weiterentwickelt und schwillt an. Blechbläser stimmen eine Art feierlichen Choral an. Ein rhythmisch immer schneller werdendes Element nimmt einen längeren Abschnitt ein. Dann führen die Violinen zu einem ruhigeren Teil. Dessen Stimmung schwankt zwischen träumerischen und teilweise drohenderen Passagen. Schließlich setzen die Bläser noch einmal kräftig ein und des Satz endet mit heftigem Ausdruck.
    Ähnlich leise wie der erste Satz setzt auch der zweite, Lento, mit einer lyrischen Melodie im Horn ein, die die tiefen Streicher und später eine Trompete weiterführen. Ruhig fließt der Satz weiter, kommt zu einem dynamischen Höhepunkt, schwillt, von Glockentönen begleitet wieder ab, erreicht einen weiteren Höhepunkt und endet leise, wie er begann.
    Mit kräftigen, rhythmischen Paukenschlägen bricht der dritte Satz, Moderato – Epilog piu lento, das nostalgische Bild des zweiten Satzes ab. Heftig erregt, manchmal fast bedrohlich geht es weiter. endlich wird es ruhiger. Oboe und Klarinette, begleitet von Streichern und Harfe stimmen den Epilog an, der das Werk zu einem friedlichen Ende führt.


    Das zweite Werk auf dieser CD „The Happy Forest“ schildert eine Hirtenidylle mit lebendigen, teilweis tänzerischen Szenen und einer Prozession, die sich am Ende langsam entfernt. Es beruht auf einem Gedicht von Herbert Forjeon.

    Regietheater ist die Menge der Inszenierungen von Leuten, die nicht Regie führen können. (Zitat Prof. Christian Lehmann)


  • Die erste Einspielung der Dritten von Bax stammt übrigens von Sir John Barbirolli, die ist aber noch in Mono. Für Interessierte gibt es hier einen download .

  • Heute vor 130 Jahren ist er zur Welt gekommen:

    Sir Arnold Edward Trevor Bax KCVO (* 8. November 1883 in Streatham im Süden von London; † 3. Oktober 1953 in Cork/Irland) war ein englischer Komponist.

    Harald


    Freundschaft schließt man nicht, einen Freund erkennt man.
    (Vinícius de Moraes)

  • Leise, fast mysteriös, beginnt er im Fagott, andere Instrumente übernehmen, die Melodie wird weiterentwickelt und schwillt an.

    Die Art, wie er da aus einem kleinen exotisch anmutenden Motiv, das einem zuerst etwas abstoßend effektheischend vorkommen mag, die Musik entwickelt, in der jedes gekonnte Sahnehäubchen strukturell zufriedenstellend integriert ist, hat mich kürzlich sehr überzeugt bei Gegenüberstellung mit anderen "Kleinmeistern" seiner Generation. (Dennoch sind die Briten arg überräpresentiert auf dem Tonträgermarkt.)


  • Liebhaber der Musik von Arnold Bax wird es freuen zu hören, dass es eine weitere Symphonie des Meisters gibt, eine "Nullte". Diese Partitur lag wohl nur im Klaviersatz vor und ist jetzt vom umtriebigen Musikwissenschaftler und Dirigenten Martin Yates orchestriert und für Dutton Epoch eingespielt worden. Es ist die längste Symphonie des Komponisten (sage und schreibe 78 min) und hat wohl viel russisches Flair.


    Erste Kritik findet sich hier .

  • Interessant ist vielleicht zum Vergleich, dass es auch von Bruckner eine Nullte Sinfonie gibt, die ebenfalls in f (moll) steht.


    Liebe Grüße
    Gerhard


    Ich muss mich berichtigen: Die genannte Sinfonie von Bruckner hat keine Nummer, sie ist noch vor der Nullten, die in g-moll steht.

    Regietheater ist die Menge der Inszenierungen von Leuten, die nicht Regie führen können. (Zitat Prof. Christian Lehmann)

  • Ich muss mich berichtigen: Die genannte Sinfonie von Bruckner hat keine Nummer, sie ist noch vor der Nullten, die in g-moll steht.

    Lieber Gerhard
    ich kenne sowohl die Nullte wie auch die Studiensymphonie von Anton Bruckner, von der Nullten habe ich sogar 2 oder 3 Aufnahmen. Ich habe sie aber schon ewig nicht mehr gehört. Ich erinnere aber, dass ich sie hörenswert fand. Muss ich mal wieder auflegen. Ich habe vor einigen Tagen gerade wieder einmal die 5. gehört und auch darüber berichtet, das ist eines meiner Lieblingswerke von AB.
    Liebe Grüße
    lutgra

  • Einerseits möchte ich zu diesem Thread etrwas beitragen, andrerseits fehlt die 4 Sinfonie (noch) in meiner Sammmlung. So habe ich mich entschlossen quasi ein Zwischenspiel einzulegen, denn der Thread schliesst ja auch andere Orchesterwerke mit ein.
    Das Werk, welches ich heute hier vorstellen möchte sind die „Winter Legends“ eines der drei Werke für Klavier und Orchester auf der links oben abgebildeten CD.
    Schon der Beginn ist spektakulär und MUSS Leute mit Neigung zu akustisch eindrucksvollen Stücken einfach begeistern. Das Stück wurde 1929 komponiert, die Orchestrierunge dauerte indes weint länger. Das Stück war – wie auch die anderen Werke auf dieser CD der Pianistin Harriet Cohen gewidmet, die Bax in vielerlei Hinsicht nahe stand.
    Auf den ersten Blick könnten „Winter Legends“ als Klavierkonzert betrachtet werden,,Bax sah sie indes eher als „Sinfonia Concertante“ und zudem sah er darin eines seiner besten Stücke. Dem würde ich nicht widersprechen wollen. Ein effektives Zusammen – oder Gegenspiel zwischen Klavier und Orchester, rhyrthmische Effekte die (mich) entfernt an Gershwin erinnern, ein „heroischer“ ja geradezu „triumphierender“ Grundton, raffinierte Instrumentaleffekte im ersten Satz – das MUSS ja ein Konzertpublikum begeistern..
    Der zweites Satz (Lento, molto expressivo) hält was der Titel verspricht und setzt geradezu einen provokativen Kontrast der Stille und der Einsamkeit. Nichts desto trotz kommen nach dem ersten drittel Pauken ins Spiel und es wird stellenweise recht bewegt.
    Der 3. Satz (moderato molto -Allegro molta) Beginnte recht harmlos steigert sich dann aber in den „Bombast „hinein“ Der 4. Satz „Epiloge“ (Molto cantabile ist der kürzeste Satz der Sinfonie. – Warum er mit molto cantabile überschrieben wurde, wusste vermutlich nur Bax selber….Aber das ist Erbsenzählerei - alles in allem ein beeindruckendes Werk - von der Naxos Tontechnik meisterlich festgehalten.

    mit freundlichen Grüßen aus Wien
    Alfred

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    Tut er das nicht, dann ist er eigentlich überflüssig....


  • Schon der Beginn ist spektakulär und MUSS Leute mit Neigung zu akustuisch eindrucksvollen Stücken einfach begeistern.


    :thumbup: Auf jeden Fall.


    Ich besitze die bereits klassische und ebenfalls sehr gute Aufnahme mit
    Margret Fingerhut, Klavier / LSO / Bryden Thomson.


    Die Spielzeiten wurden dort etwas breiter gewählt, als in der neuen Naxos-Aufnahme:
    I. 13:36 - II. 15:11 - III. 7:50 - IV. 6:10



    Chandos, 1987, DDD

    Gruß aus Bonn, Wolfgang

  • Ich besitze die bereits klassische und ebenfalls sehr gute Aufnahme mit
    Margret Fingerhut, Klavier / LSO / Bryden Thomson.

    Die habe ich sogar noch als Vinylscheibe, einer der letzten Neukäufe als Saturn in Aachen Mitte der 90er das Vinyllager räumte. Fast den kompletten Bax von Chandos habe ich da gekauft.


    Hast Du gesehen, dass es jetzt eine "Nullte" Symphonie gibt (Beitrag 14)?

  • Hast Du gesehen, dass es jetzt eine "Nullte" Symphonie gibt (Beitrag 14)?


    Hallo Lutgra,
    ja, habe ich mit grössstem Interesse gelesen und auch schon meine Fühler nach der preisgünstigsten Quelle ausgestreckt.
    Danke für diese wichtige Bax-INFO !


    das Meiste von Bax habe ich auch in diesen Chandos-Aufnahmen mit Thomson und Handley ... ;) aber auf CD (da ich eigendlich keine LP´s mehr höre; geschweige denn kaufe).

    Gruß aus Bonn, Wolfgang

  • Von Arnold Bax habe ich nur diese Einspielung mit der Sinfonie Nr. 5, die hier bisher noch nicht besprochen wurde:

    Die Aufnahme mit dem Royal Scottish National Orchestra aus dem Jahre 1996 ist einfach phänomenal.
    Bax hat seine 5. Sinfonie Jean Sibelius gewidmet. Dessen Klangsprache hatte den Angelsachsen Bax tief beeindruckt, so dass man beim Hören dieses Werks auch meinen könnte, dass man bei Sibelius ist. Mit einem bedrohlichen Trommeleinsatz und nachfolgendem Thema in der Klarinette beginnt die Sinfonie, drängend und immer nachdrücklicher entwickelt sich die Musik, dann schroffe Wendungen im Blech, die von der Solo-Violine und der Oboe abgelöst werden. Harfe und Glockenspiel kommen dazu, bis der Satz mit dem Klarinettenthema leise schließt. Eine unwirkliche Stimmung wird von flimmernden Streichern und fanfarenartigen Trompeten im 2. Satz erzeugt. Von den Holzbläsern folgt eine dunkle, nachhallende Melodie, die von Einwürfen des Blechs unterbrochen wird und schließlich noch zu einem ruhigen Ende führt. Mit einem massiven Streicher-Unisono beginnt das Finale, das von einem streng wirkenden Rhythmus bestimmt wird, und in den sich Holzbläser, Posaune und Tuba abwechselnd einschalten. Nach einem musikalischen Höhepunkt wird der Satz zielgerichtet mit Streichern und triumphierendem Blech zum Abschluss geführt.
    Danach folgt in dieser Einspielung die Sir John Barbirolli gewidmete Tondichtung " The Tale the Pine-Trees knew" aus dem Jahre 1934. Das ist Musik des Waldes, reine Stimmungsmusik. Der Komponist war der keltisch-irischen Kultur und ihrer Sagenwelt sehr zugewandt, so dass er das hier nicht ohne Wirkung zu erzeugen, darstellt. Wie gesagt, dem sehr inspiriert spielenden Orchester scheint die musikalische Sprache von Arnold Bax zu liegen, es ist eine geradezu spannende Wiedergabe zu der man Naxos einfach beglückwünschen muss.
    Mit besten Grüßen
    :hello:
    Manfred

    Wenn schon nicht HIP, dann wenigstens TOP

  • Ich habe seit langen mal wieder eine Bax Symphonie gehört, die 6. und sie hat mir sehr gefallen.
    Es handelte sich um diese Aufnahme mit Klemperers New Philharmonia unter Norman del Mar, vermutlich die erste überhaupt. Die alte Lyrita Aufnahme klingt immer noch hervorragend auf meiner Vinyl LP.


  • Obwohl ich auf die edelgrüne Box, welche teleton im Eröffnungsbeitrag nennt, nichts kommen lassen möchte, ist im Falle der besonders spannenden 6. Sinfonie die Einspielung mit Norman del Mar, die lutgra soeben abgebildet hat, meines Erachtens eindeutig zu bevorzugen.


    Von Anfang an sind die Themen plastischer gestaltet, wirkt das Werk besser strukturiert. Klanglich sehe ich keinen Qualitätsunterschied.


    Von allen Sinfonien des Arnold E. T. Bax bevorzuge ich eben diese Fünfte, welche auch Handley in dem in der Box abgedruckten Interview als die wichtigste ansieht, gefolgt von der besonders stimmungsvollen (und mir am längsten bekannten) Dritten.


    In meinem obigen Beitrag, dem zweiten in diesem Thread, hatte ich vor dreieinhalb Jahren die dritte Sinfonie als Einstieg empfohlen. Die fünfte ist vielleicht sogar noch besser geeignet - aber ich kannte damals nur Handleys Einspielung, und die ist nicht besser geeignet ...


    :hello: Wolfgang

    Lieber Fahrrad verpfänden denn als Landrat enden!

  • Im Rahmen der Aufarbeitung meiner bislang ungehörten CDs bin ich heute wieder bei Arnold Bax gelandet. Meine Wahl fiel auf die sinfonische Dichtung "Tintagel", die das bekannteste Werk von Bax ist. Ich habe - was ich gerne mache - das Werk vorerst ohne Einleitungstext und Vorinformation auf mich wirken lassen. Ich war sofort vom Zwiespalt des Beginns, zwischen Ruhe und Unruhe beeindruckt - und irgendwie hatte ich den Ozean und mächtige Felsen vor Augen, die genau diesen Zwiespalt in sich bergen. Beim Nachlesen des Booklettextes war ich überrascht wie nahe ich dem Kern der Musik gekommen bin. Da wäre einerseits die sagenumwobene Landschaft in Cornwall mit der Ruine von Burg Tintagel und dann noch der wunderbare 6 wöchige Urlaub im August 1917 mit seiner jungen Klavierschülerin Harriet Cohen, der er das Werk auch widmete. Bax schrieb zwar einen erklärenden Test zu dieser Musik, indes handelt es sich nicht im eigentlichen Sinn um Programmusik, eher sollen Stimmungen vermittelt werden
    Das geling übrigens ganz wunderbar. Die Dynamik der Naxos Aufnahme mit dem Royal Scottish National-Orchestra unter David Lloyd-Jones ist geradezu phänomenal und dürfte kaum zu übertreffen sein.....

    mit freundlichen Grüßen aus Wien
    Alfred

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    Tut er das nicht, dann ist er eigentlich überflüssig....


  • Ich meinte zwei Nummern weiter oben vor bald zwei Jahren natürlich nicht die fünfte, sondern die sechste Sinfonie ... :untertauch:


    Die entsprechende NAXOS-Aufnahme der Nummer sieben, welche Alfred soeben empfohlen hat, kenne ich (noch) nicht, aber die entsprechende Nummer sechs kann man ebenso guten Gewissens hören - zusammen mit der Tondichtung Into the Twilight:



    Diverse Produktionen mit Werken von Bax bei NAXOS wurden in diesem Thread ja bereits genannt. Ich bin überzeugt, dass die alle ihr (kleines) Geld wert sind, bin allerdings mit der grünen Box sowie den Alternativen zur herausragenden Sechsten nach wie vor zufrieden.


    :hello: Wolfgang

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  • Ich habe (noch?) NICHT die 7. Sinfonie von Bax empfohlen oder gar beschrieben, sondern die ebenfalls auf dieser CD befindliche Sinfonische Dichtung "Tintagel" Ich habe mir vorerst lediglich die ersten Sinfonien angehört - der Rest folgt - so ich es erlebe - im Laufe der Zeit. Sollte ich dazu etwas zu sagen haben - oder wenigstens den Eindruck haben, diese wäre der Fall - damm werde ich hier ein paar Zeilen hinterlegen, auch wenn die betreffende Sinfonie schon jemand anderer vorgestellt hat, denn persönliche Eindrücke können ja durchaus variieren. Bax ist - zumindest im Tamino-Forum - doch einigermaßen geschätzt .
    Im Gegensattz dazu steht das geringe Interesse der Mitleser:
    1268 Seitenaufrufe binnen 5 Jahren sind nicht gerade das gelbe vom Ei.
    mfg aus Wien
    Alfred


    clck 1268

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  • Im Beitrag Nr 1 wurde diese CD bereits kurz erwähnt. Daraus habe ich gestern und heute früh die "Sinfonischen Variationen für Klavier und Orchester gehört. Ich muß sagen, sie gefallen mit außergewöhnlich gut, was in erster Linie auf den Klavierpart zurückzuführen ist. Diese Variationen wurden zwischen 1915 und 1918 komponiert und waren der englischen Pianistin Harriet Cohen gewidmet. Hier findet sich ein Unterschied in der Beschreibung dieser Person (die noch dazu Frauenrechtlerin war). Während auf der englischen WIKIPEDIA-Seite von einer "englischen Pianistin" die Rede ist, weist sie die deutsche WIKIPEDIA als eine der "HERAUSRAGENDSTEN britischen Pianisten der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts" aus. Im Gegensatz dazu steht im Booklet, daß Bax - der selbst ein gutert Pianist war - diese Variationen ohne Rücksicht auf die Fähigkeiten anderer Pianisten komponiert hat. Und ausgerechnet die Widmungsträgerein, die nebstbei seine Geliebte war, derentwegen er Frau und Kinder verlassen hat, hatte (wegen ihrer kleinen Händer - so steht es im Booklet) Schwierigkeiten mit dem Werk, wollte es aber - da ihr gewidmet . unbedingt spielen, Sie setzte bei Bax eine Kürzung der Komposition durch. Erst nach ihrem Tod (1967)wird wieder die ursprüngliche Fassung aufgeführt, die auch auf dieser Aufnahme enthalten ist....


    Kammermusik und Werke für Klavier solo bekommen jeweils einen eigenen Thread...


    mfg aus Wien
    Alfred

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  • Ebenfals auf der gestern bereits gezeigten CD befindet sich das Concertino für die linke Hand, welches aus dem Jahre 1949 stammt Ursprünglich wurde es als Klavierkonzert bezeichnet, die Verkleinerungsform hat sich erst später durchgesetzt. Geschrieben wurde er für die Pianistin Harriet Cohen, die sich bei einem Unfall* mit einem Tablett voll Gläsern die rechte Hand verletzt hatte, so daß sie über eine lange Zeit hindurch nur Klavierliteratur für die linke Hand spielen konnte. Ich bin Klavierkonzerten für die linke Hand bislang immer ausgewichen, da ich sie als unvollkommenen Kompromiss betrachtet hatte. Dieses Vorurteil hat diese IMO vorzügliche Konzert von Bax zumindest für mich vollkommen widerlegt. Da grollte es in manchen Passagen beachtlich, der zweite Satz ist von inniger Melancholie, kurzum das Konzertino hat alles, was ein Konzert braucht um zu beeindrucken.

    MfG aus Wien
    Alfred


    *) Der Unfall soll im Zusammenhang damit stehen, daß Bax sich nicht bereit erklärte, nach dem Tod seiner Frau seine Langzeitgeliebte Harriet Cohen zu heiraten, sondern ihr vielmehr erklärte, es gäbe da noch eine weitere Frau in seinem Leben - die er aber ebenfalls nicht heiraten werde....

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    Tut er das nicht, dann ist er eigentlich überflüssig....


  • Ich bin Klavierkonzerten für die linke Hand bislang immer ausgewichen, da ich sie als unvollkommenen Kompromiss betraschtete hatte.


    Deine hohe Meinung für diese zwei Klavierkonzerte auf dieser ausgezeichneten NAXOS-CD kann ich voll und ganz nachvollziehen. Es sind nicht nur ausgezeichnete Wiedergaben, sondern auch ebenso wertvolle Klavierkonzerte des 20.Jhd.


    Aber das Du der Musikliteratur für Klavier linke Hand ausgewichen bist, halte ich für einen Fehler. Gerade das ist doch die Kunst, mit nur der linken Hand auf dem Klavier den Eindruck zu erwecken, als seien zwei Hände im Spiel. Bax macht das in seinem Concertino schon ausgezeichnet ... der Gipfel aller KK dieser Art ist für mich das Ravel-Klavierkonzert für die linke Hand .... = :hail:

    Gruß aus Bonn, Wolfgang

  • Auf die Musik von Sir Arnold Bax wurde ich erst vor kurzem so richtig aufmerksam. Der Name sagte mir seit langem etwas, doch wirklich beschäftigt hatte ich mich damit nicht. Die Hinweise und Empfehlungen in diesem Thread sind hilfreich.



    Der Großmeister unter den Dirigenten in Sachen Bax war wohl wirklich Vernon Handley, der alle Symphonien (auch "Spring Fire") und die meisten Orchesterwerke eingespielt hat. Ich höre mich derzeit durch die Tondichtungen. "Tintagel" ist sicherlich die berühmteste und meist eingespielte, wahrscheinlich auch wirklich die insgesamt beste.



    Weitere Orchesterwerke gibt es mit Bryden Thomson (teilweise überschneidet es sich allerdings mit Handley).



    Eine echte Entdeckung ist die ganz frühe Symphonie F-Dur von 1907, die Bax lediglich als Klavierpartitur hinterlassen hat, die aber über hundert Jahre später von Martin Yates doch noch orchestriert und aufgenommen wurde. Dieser fast 80-minütige Klangkoloss ist eine Bereicherung für jeden Liebhaber der Spätromantik.



    Es gibt noch weitere Orchesterwerke, darunter die Festmusik "London Pageant" anlässlich der Krönungsfeierlichkeiten für Georg VI. im Jahre 1937. In diesem Zusammenhang erhielt Bax übrigens den Ritterschlag. Eingespielt wurde dies von Martyn Brabbins. Mit "Cathaleen-ní-Hoolihan" ist noch eine ganz frühe Tondichtung inkludiert.

    »Finis coronat opus.« (Das Ende krönt das Werk.) – Ovid