• Hallo!


    Hans Reinmar, österr. Bariton. Geb. 11.4.1895 in Wien, gest. 7.2.1961 in Berlin. Studierte an der Wiener Musikakademie. Sein Debut gab er 1919 in Olmütz. Dann folgten Engagements nach Zürich 1921/23; 1923/26 Dresden; 1926/28 Hamburg; 1928/45 Berliner Staatsoper; 1945/47 München; 1947/52 Berliner KO. Gastspiele in Wien, London, Mailand, Paris, Rom, Bayreuther Festspiele (1939/41 Donner, Gunther, Amfortas); Salzburger Festspiele (1942/43 Mandryka).


    Von diesem Sänger habe ich einige sehr schöne Aufnahmen. Vor Kurzem gehört als Amonasro in einer Szene aus "Aida" mit Christel Goltz und Lorenz Fehenberger. Harald Kral erinnerte gerade an den Todestag dieses wunderbaren Sängers.




    Gruß Wolfgang

    W.S.

  • Hallo!


    Diese CD von PREISER gibt es bei JPC.



    Er singt folgende Arien:


    • Don Juan: Treibt Der Champagner
    • Don Juan: Feinsliebchen, Komm Ans Fenster
    • Ein Maskenball: Ja, Nur Du Hast Dies Herz
    • Simone Boccanegra: Adel, Plebejer, Genuas Volk
    • Don Carlos: Schon Seh Ich Den Tag Erscheinen
    • Othello: Ich Glaub An Einen Gott
    • Othello: Es War Zu Nachzeit
    • Hoffmans Erzahlungen: Leuchte, Heller Spiegel
    • Die Afrikanerin: Dir, Konigin, Bin Ich Ergeben
    • Die Afrikanerin: Wie Hat Mein Herz Geschlagen
    • Carmen: Euren Toast Kann Ich Wohl Erwidern
    • Tannhauser: Als Du In Kuhnem Sange
    • Tannhauser: Blick' Ich Umher
    • Tannhauser: O Du Mein Holder Abendstern
    • Hans Heiling: An Jenem Tag
    • Konigskinder: Verdorben - Gestorben
    • Der Trompeter Von Sackingen: Behut' Dich Gott
    • Wenn Man Beim Wein Sitzt 'Soldatenart'



    Gruß Wolfgang

    W.S.

  • Heute melde ich mich in diiesem Thread, um an Hans Reinmar zu erinnern, der am 11. April 1895 geboren wurde. Ich tue dies mit einer Aufnahme des Falstaff aus dem Jahre 1950 aus Köln, die kein geringerer als der damals noch junge Sir Georg Solti dirigierte. Er dirigierte das Kölner RSO:


    Heute ist Hans Reinmars 120. Geburtstag.


    Liebe Grüße


    Willi :)

    1. "Das Notwendigste, das Härteste und die Hauptsache in der Musik ist das Tempo". (Wolfgang Amadeus Mozart).
    2. "Es gibt nur ein Tempo, und das ist das richtige". (Wilhelm Furtwängler).

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    Völlig zu Unrecht nach fast einem Jahrzehnt nur zwei Reaktionen (ich glaube ja, dass die Unterteilung der Sänger/innen in "Die berühmte Stimme" und "Schellackschätze" ein Fehler ist, weil das in diesem Thread hier oft völlig untergeht).


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    Hans Reinmar hat für Telefunken unglaublich eindrückliche Einspielungen von Wotans Abschied (13. November 1933) sowie vom Schlussmonolog des Hans Sachs (13. Februar 1934) gemacht, jeweils mit den Berliner Philharmonikern unter Wilhelm Franz Reuss (der im April 1945 übrigens unter ungeklärten Umständen in Königsberg nach Verhören durch die Sowjets zu Tode kam) bzw. Leo Borchard (der im August 1945 in Berlin bei der Einfahrt in die US-Besatzungszone in Berlin versehentlich erschossen wurde). Neu aufgelegt in folgender (auch insgesamt sehr empfehlenswerten) CD-Box:



    Hier zum Hören und Staunen:



    »Finis coronat opus.« (Das Ende krönt das Werk.) – Ovid

  • Es gibt sogar ein Video von Wotans Abschied und Feuerzauber , wenn auch nicht komplett, aber es zeigt die Qualität dieses Sängers trotz der sehr alten Aufnahme:



    Und wer wollte mir bei meiner Vorliebe für Rosvaenge verübeln, daß ich hier das Duett aus dem Othello einstelle, natürlich mit Reinmar und Rosvaenge:



    Herzlichst La Roche

    Ich streite für die Schönheit und den edlen Anstand des Theaters. Mit dieser Parole im Herzen leb' ich mein Leben für das Theater, und ich werde weiterleben in den Annalen seiner Geschichte!

    Zitat des Theaterdirektors La Roche aus Capriccio von Richard Strauss.

  • Danke sehr für den Wotan-Film! Höchst beeindruckend.


    Ich fragte mich der Tage indes, ob Reinmar den Wotan und den Sachs tatsächlich auch auf der Bühne gesungen hat. Ich konnte zumindest auf die Schnelle nichts finden. In Wien ist er in Sachen Wagner einzig als Wolfram in Erscheinung getreten (1946). In Bayreuth scheint er zwischen 1939 und 1941 als Donner, Gunther und Amfortas aufgetreten zu sein. Also eher baritonale Wagner-Rollen auf der Bühne. Wobei ich mir bei ihm durchaus vorstellen könnte, dass er den Wotan und den Sachs auf der Bühne glaubhaft hätte darstellen können, wenn man sich anschaut, wer sich seither daran versucht hat.

    »Finis coronat opus.« (Das Ende krönt das Werk.) – Ovid

  • Gottfried Cervenka hatte Hans Reimar 2005 eine seiner Sendungen der Reihe "Apropos Oper" im Österreichischen Rundfunk gewidmet, in der er auch noch selbst zu Wort kommt. Bei dieser Gelegenheit zählt Reinmar auch wichtige Rollen auf, die er auf der Bühne gesungen hat. Sachs und Wotan sind nicht darunter. Ich kann mir auch nicht vorstellen, dass er diese Partien in Gänze übertragen bekam. Immerhin gab es in seiner Zeit viele andere, die auch kräftemäßig dafür geeigneter waren. Zum Schluss des ihm gewidmeten Teils der Sendung fügt Cervenka noch hinzu, dass ihn auch seine Wagner-Rollen und Bayreutrh wichtiig gewesen seien.

    Es grüßt Rüdiger als Rheingold 1876

  • Gottfried Cervenka hatte Hans Reimar 2005 eine seiner Sendungen der Reihe "Apropos Oper" im Österreichischen Rundfunk gewidmet, in der er auch noch selbst zu Wort kommt. Bei dieser Gelegenheit zählt Reinmar auch wichtige Rollen auf, die er auf der Bühne gesungen hat. Sachs und Wotan sind nicht darunter. Ich kann mir auch nicht vorstellen, dass er diese Partien in Gänze übertragen bekam. Immerhin gab es in seiner Zeit viele andere, die auch kräftemäßig dafür geeigneter waren. Zum Schluss des ihm gewidmeten Teils der Sendung fügt Cervenka noch hinzu, dass ihn auch seine Wagner-Rollen und Bayreutrh wichtiig gewesen seien.

    Wohl wahr. In einer Zeit, in welcher man mit mit Bockelmann, Nissen, Rode, Hann, Schöffler, Prohaska und Herrmann dann doch adäquatere Bassbaritone zur Verfügung hatte, da kam jemand wie Reinmar dann wohl wirklich nicht in Betracht. Dass sich Sänger in einem ähnlichen Stimmfach wie Reinmar an die Sachse und Wotans wagten, dürfte wohl wirklich erst in der Nachkriegszeit der Fall gewesen sein, denkt man an Wiener oder Fischer-Dieskau (der nur als Sachs auf der Bühne).

    »Finis coronat opus.« (Das Ende krönt das Werk.) – Ovid

  • Hallo!


    Jürgen Grundheber, dem wir posthum so viel zu danken haben, hat in seiner Discographie zum Heft Nr. 15 "Hans Reinmar" in der Schriftenreihe 'Stimmen, die um die Welt gingen...' zwei Aufnahmen von 'Wotans Abschied und Feuerzauber' aus der "Walküre" mit diesem Sänger und dem Orchester der Staatsoper Berlin auf je 2 Schelllackplatten genannt: 'Ultraphon' Katalognr. F-205/06 (30283/86) unter Selmar Meyrowitz (September 1929) und 'Telefunken' Katalognr. E-1589/90 (019431/34) unter Leo Borchard (8. oder 13. November 1933).


    Die Matrizennummern von den 'Telefunken'-Ausschnitten aus den "Meistersingern" sind 019593/94 ('Verachtet mir die Meister nicht' und Schlusschor) und 019596 ('Euch macht ihr's leicht') - die Nr. 019595 betrifft nicht Hans Reinmar - mit den Katalognrn. E-1609/10; Wilhelm Franz Reuß dirigiert den Chor und das Orchester der Staatsoper Berlin (13. Februar 1934). Bereits am 11. 6. 1932 war für 'Telefunken' (Katalognr. F-1162 / Matrizennr. 018468) das Quintett 'Selig wie die Sonne' aufgenommen worden mit Paula Yoder, Lydia Kindermann, Helge Rosvaenge, Paul Kuttner und Hans Reinmar; Selmar Meyrowitz leitete das Orchester der Staatsoper Berlin.


    In dem detaillierten Rollen- und Auftrittsverzeichnis (sowohl Vorkriegs- als auch Nachkriegszeit) in dem Hans Reinmar gewidmeten "Stimmen"-Heft werden die beiden fraglichen Opern und die Rollen 'Wotan' bzw. 'Hans Sachs' nicht genannt.


    Carlo

  • Hans Reinmar taucht als Hans Sachs auch im Quintett aus den "Meistersingern" in dieser Besetzinmg auf:


    Hans Reinmar (Sachs)

    Lydia Kindermann (Magdalene)

    Pearl Yoder (Eva)

    Max Kuttner (David)

    Helge Rosvaenge (Stolzing)


    Orchester der Berliner Staatsoper
    Selmar Meyrowitz

    1932


    So schön, so gut. Wer aber ist Pearl Yoder? Gemeinsam mit Rosvaenge ist sie noch im Quartett aus dem "Rigoletto" zu hören. Weiß jemand mehr? Die Eva singt sie wunderbar. Sie führt die Stimme mit Ruhe und Sicherheit. Da wackelt nichts. Ideal, wie ich finde.


    Bei Carlo, der das Quintett auch auflistete - was mir nachträglich erst bewusst wird - war von Paula Yoder die Rede:


    Bereits am 11. 6. 1932 war für 'Telefunken' (Katalognr. F-1162 / Matrizennr. 018468) das Quintett 'Selig wie die Sonne' aufgenommen worden mit Paula Yoder, Lydia Kindermann, Helge Rosvaenge, Paul Kuttner und Hans Reinmar; Selmar Meyrowitz leitete das Orchester der Staatsoper Berlin.

    Es grüßt Rüdiger als Rheingold 1876

  • Liebe Taminos,

    meine Eltern hatten eine Schellackplatte (30 cm) von 'Telefunken' – Nr. F 1161 - mit der 2. Szene des zweiten Aktes aus „Aida“. Die Mitwirkenden waren lt. Etikett : P. Yoder, L. Kindermann, L. Graveur (!), H. Reinmar, L. v. d. Sande / Staatskapelle und Staatsopernchor / Dirigent: S. Meyrowitz. (Diese Angaben habe ich mir damals noch als Schüler notiert - die Platte existiert schon lange nicht mehr.) Jahre später habe ich dann die vollständigen Namen der Sänger und des Dirigenten herausbekommen; in einem alten Vorkriegs-Schallplattenkatalog fand ich den Namen 'Paula Yoder', die sich vielleicht in Berlin einen deutschen Vornamen gab wie auch die Engländerin Margery Booth, die sich dort 'Margarete Booth' nannte. Der niederländische Bassist Louis van de Sande hat übrigens sehr viele Schallplatten besungen, u. a. mit Loewe-Balladen.


    Viele Grüße!


    Carlo

  • Der niederländische Bassist Louis van de Sande hat übrigens sehr viele Schallplatten besungen, u. a. mit Loewe-Balladen.

    Guten Morgen, lieber Carlo, dank Deiner konnte ich eben meiner Carl-Loewe-Sammlung zwei Balladen (Uhr und Tom der Reimar) mit Louis van de Sande einverleiben. Ich hatte sie nicht und fand sie -na, wo wohl? - bei Youtube. :) So fängt für mich der Tag gut an.

    Es grüßt Rüdiger als Rheingold 1876