Bartok, Bela: Klavierkonzerte

  • Bartok schrieb sein 1. Klavierkonzert 1926.


    Es wurde am 1. Juli 1927 unter Wilhelm Furtwängler in Frankfurt am Main uraufgeführt mit Bartok selbst am Klavier.
    Es fällt zeitlich in die mittlere Schaffensperiode Bartoks,
    die sogenannte "expressionistische", die durch eine gewisse Nähe zu Stravinsky gekenntzeichnet ist.
    Auffallend ist, daß das Klavier zeitweise quasi als Schlaginstrument fungiert. Das Werk ist sehr rhythmisch angelegt, mit scharfen Akzenten,immer wieder wechselt die Stimmung zwischen wilden Ausbrüchen und zarteren Teilen.
    Der Orchesterpart war einst für viele Orchster kaum ausführbar, weshalb Bartok dies bei den weiteren Klavierkonzerten berücksichtigte.


    Für mich interessant ist, daß ich, obwohl dieser Musikepoche nicht unbedingt zugetan bin(oder vielleicht doch, ich mag ja auch Stravinsky ??), mich der Faszination dieses Werkes (das gilt auch für die anderen Klavierkonzerte) nicht entziehen konnte.Vielleicht liegt dies an den teilweise volkstanzähnlichen Stellen ?
    Oder aber am exzessiven Einsatz des Klaviers?
    Es gibt etliche Werke, von denen es keine zufriedenstellende Aufnahme gibt.Bei Bartoks Klavierkonzert ist das IMO anders.
    Eigentlich möchte man alle haben. Ich habe einige, jedoch auf Vinyl, deshalb schon seit Jahren nicht gehört.




    Auf CD besitze ich jedoch (und ich glaube das ist eine der besten Einspielungen) jene mit Ferenc Fricsay und Geza Anda.
    Deutsche Grammophon "The Originals"


    Wer bietet mehr ??


    Grüße aus Wien


    Alfred


    Dieser Text wurde von mir bereits einmal für eine andere Gelegenheit verwendet, das Copyright liegt jedoch auf meiner Seite
    (c) 2004 Alfred Schmidt Wien

    SPARE IN DER NOT - DA HAST DU ZEIT DAZU



  • Lieber Alfred,


    ich weiß nicht so recht, ob ich dir die "Begeisterung" für das Bartok-Klavierkonzert wirklich abnehmen soll 8)


    Ich finde die Konzerte ja eher spröde bis langweilig. Selbst dann, wenn sie so ausgezeichnet gespielt sind wie die Aufnahme mit Geza Anda. Immer diese hypomixolydischen Unisono-Tonleitern und die synkopierten Tonwiederholungen. Da ist Strawinsky doch von einem ganz anderen Kaliber! Dort, wo Bartok originale ungarische Volksweisen verwendet, ist er meiner Meinung nach am Besten.


    So, Schluß mit Meckern, jetzt haben die Bartok-Fans das Wort...


    Gruß
    Heinz

  • Hallo Alfred ,


    der Beitrag von Heinz läd geradezu ein direkt zu anworten.


    Erstmal möchte ich Dir zu 100% beipflichten, das die Bartok - Klavierkonzerte eine sehr sehr lohnende Entdeckung sind und das es wirklich zahlreiche Aufnahmen gibt, die wirklich fast alle auf ihre Art mehr oder weniger überzeugen. Zum richtigen Verständnis war ein langer Weg erforderlich.


    Meine erste Begegnung mit dem Klavierkonzert Nr.1 (und den anderen Konzerten) war ebenfalls auf LP die Anda/Fricsay-Aufnahme Ende der 70erJahre - zu diesem Zeitpunkt war ich, wie Heinz jetzt, noch nicht soweit, die Konzerte richtig zu verstehen. Ich fand ganz interessant was ich da hörte (keinesfalls langweilig), aber die Doppel-LP blieb erstmal mehrere Jahre im Schrank. Erst ca.mitte der 80er Jahre hatte ich wieder Lust mich mal intensiv mit der Materie Bartok auseinanderzusetzen und jetzt war auch die CD da !!
    ;) Den Anlaß für mein wiederentdecktes Interesse an den Bartok-Klavierkonzerte hat das Konzert für 2Klaviere,Schlagzeug und Orchester gegeben, das ich zuerst in einer amerikanischen CBS-LP (heute auch auf SONY-CD) mit Artur Gold und Robert Fizdale/NewYorker PH/Bernstein gekauft hatte, das mich von Anfang an begeistert hatte. Nun wollte ich die Klavierkonzerte auch richtig kennen lernen.


    :) Meine CD-Aufnahme mit Pollini/Chicago SO, Abbado auf DG von den Klavierkonzerten Nr.1 und 2 hat mich dann ebenfalls bis aufs äußerste begeistert und ich möchte diese Version als eine der besten Aufnahmen überhaupt bezeichnen. Auch die folkloristischen Elemente werden von Pollini/Abbado sehr schön herausgestellt.

    Damals hatte die CD noch das DG-Cover mit dem großen DG-Symbol und ohne Strawinsky.


    :) Eine weitere Vergleichsinterpretation der Bartok-Klavierkonzerte mußte her. Es war die Ashkenazy-Aufnahme mit dem CSO / Solti auf Decca, die auch das Konzert für 2Klaviere und Schlagzeug (in der Version ohne Orchester) enthält.
    Auch diese mit wiederum neuem, anderen Interpretationsansatz hat mich mehr als begeistert. Ich weiß, gerade die Ashkenazy/Solti-Interpretation ist sehr umstritten. Solti und Ashkenazy sind sich allerdings sehr einig in der Auffassung die brutissmen des Werkes besonders stark herauszustellen, aber ich finde gerade das macht die Aufnahme so spannend und interessant.

    Gibt es jetzt in dieser Kopplung ohne das Konzert für 2Klaviere, Schlagzeug.


    :) Die SONY-Doppel-CD mit der Superaufnahme des Konzertes für 2Klaviere und Orchester enthält auch die Aufnahme der Klavierkonzertes Nr.1 mit Entremont/NewYorkerPH/Bernstein. Würde man alle anderen genannten Aufnahmen nicht kennen, so könnte man zufrieden sein, aber da Ashkenazy wesentlich zupackender, Pollini wesentlich präziser und schöner und Anda so klassisch perfekt spielen, muß man diese Aufnahme einfach abhaken - hinzu kommt noch eine Klangquaität, die den Genannten nachsteht.


    Bei diesem "Werdegang" habe ich auch immer wieder mal die Anda/Fricsay-Aufnahme, die ich als klassische Aufnahme bezeichnen möchte, mit den vorgenannten verglichen. Anda bietet einen ganz anderen Interpretationsansatz, der mir persönlich nicht so liegt wie Ashkenazy´s oder Pollini´s wesentlich härtere Sicht der Klavierkonzerte.
    Die meisten Bartok-Anhänger favorisieren diese Anda - Aufnahme und halten diese für die Beste.
    Vielleicht liegt es bei mir auch daran, das mein erster Kontakt mit den Klavierkonzerten und dieser Aufnahme damals kein Erfolg waren.


    ?( Keinesfalls möchte ich dem Beitrag von Heinz zustimmen, der das Klavierkonzert Nr.1 als spröde und langweilig bezeichnet.
    :jubel: Das Klavierkonzert Nr.1 ist so interessant komponiert, das mir bisher jede Aufnahme auf ihre Art eine große Wertschätzung für das Werk bedeuten.

    Gruß aus Bonn, Wolfgang

  • Im thread zu Beetovens Klavierkonzerten wurde auf Kovacevich unter der Leitung von Colin Davis aufmerksam gemacht. Unlängst bekam ich dieses "Duo" mit den Bartok-Klavierkonzerten zu hören. Und ich kann nur sagen: phänomenal!!! :jubel::jubel:
    Vor allem im 1. Klaverikonzert. Kovacevich vertseht es meisterhaft die schwierigen Wechsel der musikalischen Ausdrücke und der damit verbundenen Techniken in Bartoks Musik umzusetzen. Die Einleitung des dritten Satzes ist IMO sonst kaum so mitreißend gelungen....



    Ich behaupte, diese Aufnahme steht ebenbürtig neben der legendären Fricsay/Anda-Aufnahme! :yes:


    :hello:
    Wulf

  • Ich habe begünstigt vom Dussmann-Ramschverkauf zwei neue Aufnahmen des ersten Klavierkonzerts ergattern können.
    Zum einen Zoltan Kocsis und zum anderen András Schiff.


    Bis jetzt habe ich sie nur einmal durchgehört, aber soviel sei schon gesagt: An Donohoe oder Zimerman kommen sie IMO nicht ran.
    Schiff ist sehr gut, ihm fehlt aber etwas das Feuer.
    Kocsis fand ich sehr trocken und eher langweilig. Mal sehen, ob sich der Eindruck noch ändert.



    Gruß, Peter.

  • Hallo Peter!


    Rate mal, wo ich die Kovacevich-Aufnahme gehört habe :rolleyes: Kann ich Dir nur empfehlen, mal reinzuhören!! :yes:


    :hello:
    Wulf

  • Ich habe jetzt als Interpretationsvergleich auch die mit TOP-Kritiken versehene DG-Aufnahme der drei Bartok - KK mit Boulez bekommen.
    Boulez bedient sich in dieser Aufnahme dreier Pianisten und Orchester:


    Zimerman/Chicago SO - KK Nr.1
    Andsnes/Berliner PH - KK Nr.2
    Grimaud/London SO - KK Nr.3



    DG, 2005, DDD


    Wie nicht anders zu erwarten sind Boulez DG-Aufnahmen auf absoult detailreiche Durchhörbarkeit interpretiert. Ohne Vergleich würde man diesem audiophil klaren und durchsichtigen Interpretationen Referenzstatus zubiligen, den sie sicher auch haben - alle drei Aufnahmen !
    Von den 3Pianisten/Pianistin glänzend gespielt; von den drei Orchestern ebenso, sodass eigendlich keine Kritik angebracht wäre.


    8) Aber mir ist die Interpretetion zu wenig spektakulär. Der äußerst natürliche Klavierklang ist weniger auf das percussive Element ausgerichtet, die Paukenstellen, sehr natürlich und überall fabelhaft präsent - aber immer wohldosiert ! Der Orchesterklang wirkt stellenweise kammermusikalisch seziert, sodass ich oftmals "kammermusikalisches Gefipse" höre, statt einen gesamtsinfonischen Orchesterklang, wie bei Solti und Abbado.


    :yes: Nachdem ich in meiner Jugend mit den Bartok-KK und den Aufnahmen mit Anda/Fricsay (DG) einen nicht so guten Start hatte, liegen mir die weit zupackenderen Aufnahmen mit Pollini/Abbado (DG) (hier liegen nur KK Nr.1 und 2 vor) und Ashkenazy/Solti (Decca) ungleich mehr, als Boulez mit seiner sogenannten ""Referenzaufnahme"".

    Gruß aus Bonn, Wolfgang

  • Zunächst einmal eine Vorbemerkung: von den vier Werken Bartóks für Klavier und Orchester - zu den drei Klavierkonzerten muss man auch die Rhapsodie op. 1 zählen - gibt es zwei alles überragende Einzel-Aufnahmen: das 2. Klavierkonzert mit Swjatoslaw Richter und dem Orchestre de Paris unter Leitung von Lorin Maazel sowie das 3. Klavierkonzert mit Dinu Lipatti und dem Orchester des Südwestdeutschen Rundfunks unter Leitung von Paul Sacher.


    Eine in dieser Liga mitspielende Aufnahme des 1. Klavierkonzerts ist mir nicht bekannt. Wenngleich Pollini und die verschiedenen Geza Anda-Aufnahmen, z.B. diese hier

    durchaus ihre Meriten haben. So gut wie Richter bzw. Lipatti sind sie aber nicht. Ich bevorzuge bei Bartók Nr. 1 ohnehin nicht jene Aufnahmen, sondern lieber die vorzügliche Gesamtaufnahme György Sandors mit dem Ungarischen Staatsorchester unter Leitung von Adam Fischer

  • Man sollte den Thread eigendlich in Bartok - KK umbenennen. Es wird ohenehin neben dem Ersten hier immer wieder über die beiden anderen Nr. 2 und 3, der Rhapsody op.1 und dem Konzert für 2Klaviere, Schlagzeug und Orchester geschrieben.


    Ds KK Nr.1 hat hier als Einzel-Thread keine Change.



    Hallo Swjatoslaw,


    im Prinzip wirst Du mit Swjatoslaw Richter Recht haben, jedenfalls was das Pianistische angeht. Er hat auch eine famose Aufnahme des KK Nr.2 mit Swetlanow/Staatliches SO der UDSSR Moskau (Melodiya) gemacht, die zumindest von der Interpretation atemberaubend sein muss, leider von der Klangqualität historisches MONO.
    Diese Richter - Aufnahme mit Swetlanow soll jedenfalls aus ganz anderem Holz geschnitzt sein, als die EMI-Aufnahme mit Maazel.


    *** Das die Richter/Maazel-EMI-Aufnahme des KK Nr.2 dich so begeistert wundert mich angesichts der folgenden interessanten INFO von Cosima an anderer Stelle. Sie hat die INFO aus den "Notebooks" von Richter entnommen:

    Zitat

    Er schreibt, dass der Bartók Probleme gemacht habe und kein Erfolg gewesen sei. Das Orchester sei grauenhaft gewesen und "There was nothing poor Lorin could do.“ (Ich liebe Richters feinen Humor. ) Bei zwei Gelegenheiten soll "poor Lorin" sogar seinen Taktstock zerbrochen haben. Richter meint, es sei nicht ein Spur von Temperament vorhanden gewesen beim Schlagzeug (und das bei Bartók). Richter spricht von Trägheit und Nachlässigkeit, das Ganze sei eine schmachvolle Aufnahme geworden.
    Fehlendes Temperament kann man der Svetlanov-Aufnahme weiß Gott nicht nachsagen.

    Gruß aus Bonn, Wolfgang

  • Zitat

    Original von teleton
    Man sollte den Thread eigendlich in Bartok - KK umbenennen. Es wird ohenehin neben dem Ersten hier immer wieder über die beiden anderen Nr. 2 und 3, der Rhapsody op.1 und dem Konzert für 2Klaviere, Schlagzeug und Orchester geschrieben.


    Das KK Nr.1 hat hier als Einzel-Thread keine Chance.


    Lieber Wolfgang,
    Du bringst es absolut auf den Punkt. Beim Klavierkonzert Nr. 2 in Richters Interpretation liegen die Dinge tatsächlich etwas differenzierter, als ich das gestern geschrieben habe. Ich hatte gestern eigentlich Näheres dazu erwähnen wollen, aber dann doch nur eine "abgespeckte" Form meines Beitrags veröffentlicht, weil dies ein Thread über das Klavierkonzert Nr. 1 ist und somit Ausführungen zum Klavierkonzert Nr. 2 fehl am Platze sind.


    Wenn Du aber nun ausdrücklich danach fragst, darf ich vielleicht doch das veröffentlichen, was ich bereits gestern anmerken wollte: es gibt vier Versionen der Richter-Interpretation. Die "offizielle" und problemlos erhältliche Studio-Version bei EMI mit dem Orchestre de Paris und Lorin Maazel (rec. Oktober und November 1969) sowie drei Live-Mitschnitte vom 2. April 1967 (Dirigent Iwaki), vom 6. Mai 1967 (Dirigent Swetlanow) und vom August 1968 (Dirigent wiederum Swetlanow). In meiner Sammlung habe ich die EMI-Aufnahme und die von Dir genannte Live-Aufnahme mit Swetlanow

    welche am 6. Mai 1967 entstand. Wenn man nicht so Richter-sammelwütig ist wie ich, sondern sich für eine Version entscheiden möchte, rate ich zur EMI-CD. Die ist klangtechnisch super, Richter spielt hier genauso atemberaubend gut wie in der Live-Version und sooo schlecht ist das Orchester nun auch wieder nicht. Dass es bei den Proben den von Cosima beschriebenen Ärger gegeben hat, lese ich mit Interesse, aber das ist im Prinzip egal, wenn dann das Endergebnis stimmt. Und spieltechnische Probleme höre ich beim Orchestre de Paris nicht heraus. Die Leidenschaft des Staatlichen Sinfonieorchesters der UdSSR unter Stabführung von Swetlanow (für mich einer der besten Dirigenten des 20. Jahrhunderts) hört man beim Orchestre de Paris zwar nicht, aber mit Verlaub: das liegt dann vielleicht auch ein bisschen am Dirigenten Maazel. Und man muss auch sagen, dass Solist und Orchester in der Swetlanow-Aufnahme nicht immer absolut perfekt zusammen sind. Manche Bläser spielen im 1. und 3. Satz auch nicht immer lupenrein. Klar, das passiert live schon mal und stört mich auch nicht im geringsten, aber dergleichen wirst Du bei Richter/Maazel nicht finden.


    Die "offizielle" EMI-CD bietet für mich einfach den unschätzbaren Vorteil, dass man Richter brillant heraushört. Sein Klavierspiel ist in die Mitte des Stereoklangs gesetzt, die oftmals solistisch spielenden Instrumentengruppen des Orchesters hast Du schön links und rechts im Klangbild. Demgegenüber ist die Swetlanow-Aufnahme mono, was 1967 nun wirklich nicht mehr sein musste, bietet allerdings den Vorteil stärkerer Leidenschaft und besseren Schlagwerks. Ich möchte beide Aufnahmen nicht missen, meine aber, dass Richter/Swetlanow doch eher etwas für "beinharte Fans" von Solist oder Dirigent ist, während das eher an Bartók interessierte Publikum bei Richter/Maazel besser bedient ist.


    Übrigens: dass Richter an seinen eigenen Aufnahmen gnadenlos herumgekrittelt hat, wie Cosima dies über die Bartók-Aufnahme mit Maazel zitiert, ist nichts Ungewöhnliches, sondern fast schon die Regel. Er fand eigentlich alles grauenvoll, was von ihm veröffentlicht wurde, fand selten mal ein lobendes Wort über eine Aufnahme. Umso unverständlicher ist, dass ausgerechnet diejenige Aufnahme von Bartóks Klavierkonzert Nr. 2, die Richter ausdrücklich gelobt hat (nämlich seine 1958 in Budapest entstandene Einspielung mit dem Dirigenten János Ferencsik, vgl. hierzu auch http://www.trovar.com/str/discs/bartok.html mit weiteren Nachweisen), nie erschienen ist. Richter schreibt über diese Aufnahme in seinen Tagebüchern (Quelle: Bruno Monsaingeon, Swjatoslaw Richter - Mein Leben, meine Musik, Staccato-Verlag 2005, S. 375): "Die Aufnahme ist zweifellos gelungen... Das Orchester und Ferencsik sind exzellent". Natürlich kann aber auch der überkritische Richter nicht aus seiner Haut. Etwas hat er doch zu mäkeln: "Es hat trotzdem einen großen Fehler: den Kiekser der Trompete auf einem hohen C im zweiten Satz". So war er nun mal :rolleyes: Deswegen sollte man seine kritischen Töne zur Maazel-Aufnahme nicht allzu ernst nehmen.

    2 Mal editiert, zuletzt von Swjatoslaw ()

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  • Vielleicht noch eine kurze Anmerkung zum Pianisten György Sandor, dessen Gesamtaufnahme der drei Bartók-Konzerte ich oben erwähnt habe: er war der Pianist der Uraufführung des Klavierkonzerts Nr. 3 am 8. Februar 1946 in Philadelphia mit dem Philadelphia Orchestra unter Leitung von Eugene Ormandy. Bartók, der seine ersten beiden Klavierkonzerte selbst als Pianist uraufführte (Nr. 1 mit Furtwängler am 1. Juli 1927 in Frankfurt, wie von Alfred bereits erwähnt; Nr. 2 mit Hans Rosbaud im Februar 1933 ebenfalls in Frankfurt), lebte bei dieser Uraufführung nicht mehr. György Sandor war derjenige, der ihn mit seiner Familie in der dritten Septemberwoche 1945 ins Krankenhaus begleitete, in welchem Bartók einige Tage später verstarb. Sandor besuchte Bartók dort so gut wie jeden Tag und erhielt die Aufgabe, die zweiten Probeabzüge des Konzerts für Orchester korrekturzulesen und dann korrigiert an Bartóks Verlag Boosey & Hawkes in London zu schicken. Als nach Bartóks Tod am 26. September 1945 (er hatte es gerade so eben geschafft, das Klavierkonzert Nr. 3 mit Ausnahme der noch fehlenden Orchestrierung der letzten 17 Takte fertigzukomponieren) auch Bartóks Frau Ditta Pasztory als Solistin der Uraufführung aus gesundheitlichen Gründen ausfiel, kam diese Aufgabe Sandor zu. Ich meine daher, dass man sich bei der Beschäftigung mit den Bartók-Klavierkonzerten auch einer seiner beiden Gesamtaufnahmen widmen sollte. Authentischer geht es kaum. Zumal das Orchester in der von mir oben genannten Sony Classical-Aufnahme von 1989 fantastisch ist. Und Sandor - immerhin 76-jährig bei der Einspielung - war pianistisch noch voll auf der Höhe.


    Eine weitere Einspielung des Klavierkonzerts Nr. 1 möchte ich noch erwähnen, die hier merkwürdigerweise bisher ungenannt blieb, obwohl sie sicherlich mit zu den allerbesten zählt: Rudolf Serkin mit dem Columbia Symphony Orchestra unter Leitung von George Szell

    Das war die Aufnahme, in welcher ich das Werk erstmals hörte. Serkin hat nie ein anderes Bartók-Werk als dieses 1. Konzert eingespielt, gehörte aber zu seinen ersten Interpreten. Es ist wirklich faszinierend, was Serkin und Szell 1962 zu Gehör brachten. Der Ungar Szell bringt Dinge im Orchester zum Vorschein, die ich bei keiner anderen Einspielung jemals wahrgenommen habe. Die Tonqualität ist top, und Serkin ist in Hochform. Das sind Sandor, Pollini etc. natürlich auch. Aber wenn ich mich unter allen mir bekannten Einspielungen der Bartók-Klavierkonzerte für die beste Dirigenten-Leistung entscheiden muss, dann wähle ich ohne Frage George Szell beim 1. Klavierkonzert. Und auch Serkins pianistische Leistung ist hier über jeden Zweifel erhaben. Wenngleich ich auch - rein pianistisch - wie gesagt Sandor ein wenig mehr favorisiere. Aber das sind Nuancen. Und je mehr ich mich heute abend in die Serkin/Szell-Aufnahme vertiefe, umso besser finde ich sie.


    Meine persönliche "Hitliste" der Bartók-Klavierkonzerte ist jedenfalls:
    Gesamtaufnahme:
    Sandor/Fischer
    Einzeleinspielungen:
    -Klavierkonzert Nr. 1: Serkin/Szell
    -Klavierkonzert Nr. 2: Richter/Maazel bzw. Richter/Swetlanow
    -Klavierkonzert Nr. 3: Lipatti/Sacher

    6 Mal editiert, zuletzt von Swjatoslaw ()

  • Ich besitze nur eine Aufnahme des ersten Klavierkonzertes, die beim Label Naxos 1994 erschienen ist. (Die beiden Klavierkonzerte Nr. 2 und Nr. 3 sind auch enthalten.) Sie wurde bisher nicht erwähnt: die Interpreten sind Jenö Jandó und das Budapest Symphony Orchestra mit András Ligeti am Dirigentenpult. Das Werk des ungarischen Komponisten wird von ungarischen Musikern vorgetragen.
    Da ich keine Vergleichseinspielung im CD Regal stehen habe, verzichte ich auf ein Urteil. Ich werde die Empfehlungen in diesem Thread mir anschaffen, denn ich finde Bartóks Beiträge zur Klavierkonzert Literatur des 20. Jahrhunderts wichtig und wesentlich. Die Beschäftigung mit diesem Werk erlebe ich als Bereicherung.
    .


  • Das ist die LP- Version; CD bei jpc evtl. nicht verfügbar ?


    Mit Sicherheit liefert jpc die CD auf Nachfrage, bei amazon aber klar drin.


    51ui%2B4Ni5xL._SX300_.jpg
    DG, 1979, ADD


    In der Zwischenzeit gab es bei DG auch eine weitere CD-version, dessen Abb sich in Beitrag 3 befindet.
    Hier berichte ich auch über die Ashkenazy/Solti-Aufnahmen der Bartok - KK (Decca, 1979-82), die mir trotz aller Bewunderung für Pollini´s Klavierkunst, noch besser gefallen. Die Brutissmen der KK werden unter Solti und Ashkenazy mit einer 100% - Einigkeit und einer Wucht dargeboten, die atemberaubend ist.
    :!: Keine Frage - denn auch klangtechnisch liegt Decca hier wieder vorn !


    Ich habe nicht die Doppel-CD-Version gem der Abb in Beitrag 3, :!: sondern darauf sei ausdrücklich hingewiesen, die Klavierkonzerte Nr.1 - 3 sind dort gekoppelt mit der Sonate für 2 Klaviere und Schlagzeug. Vladimir Ashkenazy spielt die Sonate mit Sohn Vovka Ashkenazy = beide Megaklasse ! :angel: Meine Begeisterung kennt keine Grenzen !
    :hail: Diese Sonate ist eines der Schlüsselwerke Bartoks, die dazu führten, dass Bartok einer meiner Lieblingskomponisten wurde. Ich schätze die Sonate für 2 Klaviere und Schlagzeug genau so hoch, wie die Orchestration mit Orchester = Konzert für 2 Klaviere und Orchester.


    51UkZYzL6JL._SX300_.jpg
    Decca, 1979 - 1982, ADD/DDD

    Gruß aus Bonn, Wolfgang

  • Pollini/Abbado gibt es derzeit noch viel günstiger und mit besserem Remastering in dieser Box:



    Ashkenazy/Solti habe ich natürlich auch. Man sollte beide Aufnahmen - und dazu Anda/Friscay - in der Sammlung haben! Bei Ashkenazy/Solti ist das 3. Konzert finde ich übrigens wirklich ideal. Die DECCA-Aufnahmetechnik ist bei dieser Orchesterbesetzung natürlich besonders vorteilhaft!


    Schöne Grüße
    Holger

  • Ich habe nicht die Doppel-CD-Version gem der Abb in Beitrag 3, :!: sondern darauf sei ausdrücklich hingewiesen, die Klavierkonzerte Nr.1 - 3 sind dort gekoppelt mit der Sonate für 2 Klaviere und Schlagzeug. Vladimir Ashkenazy spielt die Sonate mit Sohn Vovka Ashkenazy = beide Megaklasse ! :angel: Meine Begeisterung kennt keine Grenzen !

    Ja, das ist wirklich toll gespielt, lieber Wolfgang. Vor Urzeiten sah ich übrigens im Fernsehen das 1. oder 2. Bartok-Konzert mit Ashkenazy und Haitink. Das war wirklich umwerfend - nur ist das leider nirgendwo mehr, auch bei Youtube nicht, zu finden! :hello:


    Schöne Grüße
    Holger

  • Darf ich fragen, was für dich eine gute Aufnahmetechnik für Orchester ist?

    Wie ich schon sagte, höre ich eher selten Orchestermusik. Einen schöner Orchesterklang würde ich in etwa so definieren, dass ich die Bedeutung der einzelnen Instrumente im Gesamtklang musikalisch wahrnehmen kann. Dafür ist die klangliche und örtliche Differenzierung absolut wichtig.


    Aber ehrlich gesagt viel wichtiger ist, ich kannte keins der Stücke zuvor und nun sitze ich hier, lausche den offensichtlichen Melodien und den unglaublichen Feinheiten, die alles großartig werden lassen.

    Was für großartige Stücke, zu jeder Sekunde fesselnd und fordernd.

    Bartók Klavierkonzerte gehören für für mich zu den bedeutendsten Klavierkonzerten des 20. Jahrhunderts (soweit ich da welche kenne) und überhaupt zu den wichtigsten Werken der ersten Hälfte des letzten Jahrhunderts. Es freut mich, dass diese Aufnahme solche Begeisterung hervorrufen kann.


    Gibt es hier Aufnahmen/Interpretationen die man mal gehört haben sollte?

    Ich würde die alte Aufnahme von Géza Anda mit Ferenc Fricsay empfehlen.



    Es war meine Erstbegegnung mit dieser Musik. Sie ist ursprünglich bei der DGG erschienen. Das wäre jetzt aber kein Teststück mehr im Sinne des Threads, aber musikalisch weit oben :)


    BTW: Deine Quelle für hochwertige Tape-Transfers hat die Anda-Konzerte bearbeitet. Die hole ich mir jetzt mal selbst. Danke für den Tipp!


    https://www.highdeftapetransfe…berlin?variant=4404723201


    Aber auch Aimard ist großartig, wenn man mit seinem Stil zurechtkommt. David Hurwitz schafft das nicht :)

  • Ganz hervorragend - auch aufnahmetechnisch - und packend ist Ashkenazy/Solti, die Aufnahme würde ich neben Anda/Friscay und Pollini/Abbado stellen. Wunderbar auch das klassizistische 3. Klavierkonzert, für mich ist diese die beste Aufnahme, die es gibt.



    Dazu hat Ashkenazy auch noch das Konzert für 2 Klaviere und Schlagzeug mit seinem Sohn Vovka exemplarisch aufgenommen.


    Ni0zMjcwLmpwZWc.jpeg

  • Wie ich schon sagte, höre ich eher selten Orchestermusik. Einen schöner Orchesterklang würde ich in etwa so definieren, dass ich die Bedeutung der einzelnen Instrumente im Gesamtklang musikalisch wahrnehmen kann. Dafür ist die klangliche und örtliche Differenzierung absolut wichtig.

    Ja, so geht mir das auch.

    Ich mag den Gesamtklang, aber ich finde, man muss auch jedem Instrument folgen können.

    Es braucht beides für einen kompletten Genuss.


    Ich würde die alte Aufnahme von Géza Anda mit Ferenc Fricsay empfehlen.

    Danke nochmal für die Werkempfehlung!

    Die Aufnahmen fand ich tatsächlich bei HDTT.

    Beide kommen von einem Original-Tape und wurden sehr vernünftig überspielt.

    Der Download läuft, ich werde berichten ...

  • Ganz hervorragend - auch aufnahmetechnisch - und packend ist Ashkenazy/Solti, die Aufnahme würde ich neben Anda/Friscay und Pollini/Abbado stellen. Wunderbar auch das klassizistische 3. Klavierkonzert, für mich ist diese die beste Aufnahme, die es gibt.

    Danke auch für den Tipp.


    Leider ist diese Aufnahme nicht digital verfügbar, ich fand sie weder als Stream noch als Download.

    Vielleicht brauche ich ja doch noch einen CD-Player :D

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  • Leider ist diese Aufnahme nicht digital verfügbar, ich fand sie weder als Stream noch als Download.

    Vielleicht brauche ich ja doch noch einen CD-Player :D

    Nein, brauchst Du nicht :)


    https://www.qobuz.com/de-de/al…georg-solti/0002894732712


    Die Aufnahmen sind von 1978 und 1981 und als solche von technisch sehr guter Qualität. An die Audioqualität der neuen Aufnahme von Aimard reichen sie bei weitem nicht heran. Was ein hervorragendes Remastering liefern würde ist noch offen. Aber musikalisch sind sie natürlich eine Betrachtung wert.


  • An die Audioqualität der neuen Aufnahme von Aimard reichen sie bei weitem nicht heran.

    Das glaube ich gerne. Ich habe eben mal reingehört bei der Youtube-Probe, die Du eingestellt hast. Da fand ich allerdings, dass mir das Orchester etwas zu impressionistisch schön und luftig nach französischem Debussy klingt. Da haben die Bläser bei Abbado in Chicago oder auch bei Solti mehr expressionistische Schärfe. Zu den ersten beiden Bartok-Konzerten gehört finde ich eine gewisse Härte. :hello:

  • Bei der Gelegenheit habe ich den tollen Live-Mitschnitt von Ashkenazy mit dem 2. Bartok-Konzert gefunden, den ich vor Urzeiten mal im Fernsehen gesehen hatte (November 1982 in Australien gemacht) :) :


  • Danke nochmal für die Werkempfehlung!

    Die Aufnahmen fand ich tatsächlich bei HDTT.

    Bwi mir scheint da etwas schiefgelaufen zu sein. Ich habe das DSD128-Album geholt und es klingt deutlich schlechter als die alte CD? :/

  • Mmh, das ist die Entsprechung eines feuchten Kellers dessen Ursache überall und nirgends liegen könnte :D.


    In Ermangelung eines CD-Players kann ich das nicht nachvollziehen, aber es gibt natürlich einige Möglichkeiten:

    1. Die Überarbeitung ist tatsächlich schlechter als die CD-Ausgabe (why not? vielleicht war die CD WIRKLICH gut)

    2. Auf dem Weg von DSD zu analog liegt etwas im Argen. Bei deinem DAC glaube ich das zwar weniger, aber es lohnt zu checken, was der DAC mit DSD "macht". Kann er es direkt verarbeiten? Wandelt er es? Falls ja, wohin und in welcher Auflösung?

    3. Ist der weg vom DAC zum Amp ein anderer als vom CD-Player zum Amp?

    4. Nicht auszuschließen: ich kannte nur andere, schlechtere Aufnahmen und fand es deswegen besser und deine Aufnahme ist überlegen.


    Es tut mir leid, wenn das eine blöde Erfahrung war.

  • 2. Auf dem Weg von DSD zu analog liegt etwas im Argen. Bei deinem DAC glaube ich das zwar weniger, aber es lohnt zu checken, was der DAC mit DSD "macht". Kann er es direkt verarbeiten? Wandelt er es? Falls ja, wohin und in welcher Auflösung?


    Ich wollte es wohl mal richtig wissen. So schlecht ist das Remastering nicht. Allerdings scheint die Stereobühne zusammenzubrechen, was am Ende doch deutlich die Freude nimmt.


    Da die Einspielung von Geza Anda zu meinen Lieblingswerken gehört, besaß ich sie nicht nur als LPs, sondern auch als CDs und in einigen Remasterings, darunter auch 192/24, was aber auch nicht wesentlich besser ist als die CD, allerdings bleibt alles Stereo :)



    Es tut mir leid, wenn das eine blöde Erfahrung war.

    Ist nicht schlimm. Erfahrung gehört zum Lernen. Wie klingt denn Deiner Meinung nach die Aufnahme und welches Format hast Du gewählt?

  • Thomas Pape

    Hat den Titel des Themas von „Bartok, Bela: Klavierkonzert Nr 1“ zu „Bartok, Bela: Klavierkonzerte“ geändert.
  • Bei der Gelegenheit habe ich den tollen Live-Mitschnitt von Ashkenazy mit dem 2. Bartok-Konzert gefunden, den ich vor Urzeiten mal im Fernsehen gesehen hatte (November 1982 in Australien gemacht) :) :


    Lieber Holger, vielleicht vertue ich mich auch, aber ich finde diese Einspielung eher abschreckend. Mir kommt es so vor als hätte das Orchester leichte Intonationsschwierigkeiten bei den Bläsern und wäre auch rhythmisch bei einigen Stellen mit Ashkenazy nicht immer derselben Meinung. ;) Dazu kommt eine doch recht schlechte Audioqualität und ein sehr unausgewogener Klang. An manchen Stellen meint man Askenazy hämmert da so alleine vor sich hin. Es erinnert ein wenig an die Anekdote über Horowitzens Einstand in den USA wo er Beecham mitsamt Orchester hat sitzenlassen und früher fertig wurde :) Übrigens ist diese Aufnahme für mich kein Vergleich zu der mit Solti.


    Ich habe im Web zwei Einspielungen gefunden, die mich beide glücklich machen, wobei mich die von Yuja Wang noch ein klein wenig glücklicher macht. :)


    Hier spielen die Berliner Philharmoniker unter Rattle, und von Intonations- und Rhythmusproblemen kann keine Rede sein



    Dieselben Philharmoniker unter Mehta spielen hier mit Yefim Bronfman, auch hier souverän, wenn ich auch das Zusammenspiel von Orchester und Klavier gefühlt eine Nuance weniger glücklich empfinde



    Selbst die YT-Audioqualität ist bei beiden Aufnahmen ordentlich, diesmal allerdings bei Bronfman noch etwas besser. Ich weiß, dass das Konzert von Orchester und Pianist Höchstleistungen erfordert. Man ist wahrscheinlich heute durch die vielen perfekten Aufnahmen verwöhnt und denkt, dass das immer glücken muss :hello:

  • Selbstverständlich spielen auch Pollini und Abbado das Konzert ausgezeichnet, doch meine Lieblinge sind hier klar, einmal Anda mit Fricsay und Kocsis mit Fischer, hier kommt für mich die Bartókssche Ausdruckskraft am stärksten zu tragen.


    Hier findet man die Aufzeichnung unter anderen



    Für Vinylisten gibt es eine Wiederauflage, leider unter Verlust des ersten Konzertes



    Damals war eine LP-Box mit allen Konzerten noch bezahlbar. ;)


    Und hier Kocsis mit Fischer


    entweder in dieser Box, die elsewhere zu besorgen wär'



    oder so. Leider muss auch hier mittlerweile gesucht werden :(


    NS0yOTA3LmpwZWc.jpeg

  • Lieber Holger, vielleicht vertue ich mich auch, aber ich finde diese Einspielung eher abschreckend. Mir kommt es so vor als hätte das Orchester leichte Intonationsschwierigkeiten bei den Bläsern und wäre auch rhythmisch bei einigen Stellen mit Ashkenazy nicht immer derselben Meinung. ;) Dazu kommt eine doch recht schlechte Audioqualität und ein sehr unausgewogener Klang. An manchen Stellen meint man Askenazy hämmert da so alleine vor sich hin. Es erinnert ein wenig an die Anekdote über Horowitzens Einstand in den USA wo er Beacham mitsamt Orchester hat sitzenlassen und früher fertig wurde :) Übrigens ist diese Aufnahme für mich kein Vergleich zu der mit Solti.

    Lieber Axel,


    die Aufnahme lief vor vielleicht 30 Jahren (!) im Fernsehen, da habe ich sie gesehen und gehört. Damals habe ich auf solche Unzulänglichkeiten gar nicht geachtet, sondern fand nur Ashkenazy mitreißend. Das ist in Australien aufgenommen und das Orchester wohl kein Spitzenorchester. :D


    Schöne Grüße

    Holger

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