Robert Schumann: Symphonie Nr. 3 Es-Dur op. 97 "Rheinische"

  • Als letzter Schumann-Symphonie widme ich auch der "Rheinischen" nunmehr einen eigenen Thread. Der allgemeine Thread befindet sich hier: Robert Schumann - Die Sinfonien.


    Chronologisch gesehen handelt es sich bei der zwischen 7. November und 9. Dezember 1850 komponierten Dritten um Schumanns letzte Symphonie. Da er die d-Moll-Symphonie allerdings 1851 noch einmal umfassend überarbeitete, wird diese heute als Nr. 4 gezählt.


    Die Bezeichnung "Rheinische" rührt daher, da das Werk kurz nach dem Umzug der Schumanns von Dresden nach Düsseldorf entstand. Euphorisch und lebensfroh deswegen die Grundstimmung der Symphonie, die nicht selten als Inbegriff "rheinischer Fröhlichkeit" interpretiert wird. Der Beiname stammt jedoch nicht von Schumann selbst, geht allerdings auf seine Äußerung zurück, der (zu jener Zeit noch unvollendete) Kölner Dom habe ihn zu dem Werk inspiriert.


    Satzbezeichnungen:


    Als einzige Schumann-Symphonie hat die "Rheinische" fünf statt vier Sätze:


    1. Lebhaft
    2. Scherzo. Sehr mäßig
    3. Nicht schnell
    4. Feierlich
    5. Lebhaft


    Aufnahmen:


    Meine Aufnahme-Empfehlungen kann ich auch bei der "Rheinischen" unverändert übernehmen (bedauerlicherweise liegt sie allerdings nicht unter Furtwängler vor):



    Staatskapelle Dresden/Sawallisch 1972



    Wiener Philharmoniker/Bernstein 1984



    Berliner Philharmoniker/Karajan 1971


    LG
    Joseph
    :hello:

    »Finis coronat opus.« (Das Ende krönt das Werk.) – Ovid

  • Das ist meine persönliche Schumann-Lieblingssymphonie, vermutlich weil ich sie mal selbst spielen durfte. Sowas verbindet.


    Die Empfehlungen möchte ich um meinen persönlichen Favoriten erweitern: Gardiners HIP-Einspielung, die m.E. einen anderen Blickwinkel auf Schumanns Kunst der Instrumentation eröffnet.



    (Im Prinzip könnte ich analog zu Joseph II. diese Empfehlung auch auf die anderen Symphonien erweitern...)


    Gerade der Klang der Original-Blechblasinstrumente gibt einen etwas anderen Eindruck des phänomenalen eingeschobenen IV. Choralsatzes, und im II., dem fließenden Rhein, ist die Wirkung der sehr hohen Horntöne grandios.

  • Ich darf noch folgende Aufnahmen der Rheinischen, z. Teil in Gesamtaufnahmen empfehlen:


    ,



    Liebe Grüße


    Willi :rolleyes:

    1. "Das Notwendigste, das Härteste und die Hauptsache in der Musik ist das Tempo". (Wolfgang Amadeus Mozart).
    2. "Es gibt nur ein Tempo, und das ist das richtige". (Wilhelm Furtwängler).

  • Ergänzend zu den von Willi empfohlenen Aufnahmen kann ich noch Haitink mit dem Concertgebouw und Dohnanyi mit dem Cleveland empfehlen. Kennt jemand die Aufnahmen mit Dausgaard und Furtwängler ?


    LG, Bernward


    "Nicht weinen, dass es vorüber ist
    sondern lächeln, dass es gewesen ist"

    Waldemar Kmentt (1929-2015)


  • Furtwängler nahm leider nur die 1. und 4. von Schumann auf. Ich könnte mir vorstellen, daß ihm auch die 2. und 3. überragend gelungen wären.

    »Finis coronat opus.« (Das Ende krönt das Werk.) – Ovid

  • Sicher wäre Furtwängler die Sinfonien Nr.2 und 3 gut gelungen - keine Frage.
    Aber wenn ich mir die heute wiedermal getesteten, auch klanglich fabelhaft natürlich klingenden Aufnahmen mit Karajan und Levine (beides DG) heranziehe, die die Berliner PH natürlich in ihrer ganzen Breite vor dem HIFI-Hörer abbilden und mir dann Fu in Mono aus der Mitte kommend vorstelle - dann brauche ich weiter nicht zu überlegen was ich hören möchte ...


    Während ich meinem Neuzugang, der Schumann-Sinfonien-GA mit Levine bei den Sinfonien Nr.1 und 4 (DG, 1992, DDD) äußerts angetan war und bin, so stelle ich bei den Sinfonien Nr. 2 und 3 (beide früher nämlich bereits 1988 aufgenommen) doch fest, das Karajan hier stellenweise deutlich souveräner und schlüssiger interpretiert.
    Levine kommt natürlich zu Gute, das die Berliner PH (frech gesagt) durch Karajan wissen, wie sie ihren Schumann spielen müssen. Schon daher sind Levine auch dort mitreissende packende Aufnahmen, der Sinfonien Nr.2 und 3 gelungen, die auch bei mir nicht ungehört liegen bleiben werden. Levine dreht auf, bei ihm ist kein Takt langweilig ! Karajan (und meine weiteren Favoriten) bringen aber stellenweise mehr Details rüber, die bei Levine (nur machmal) im Forte steckenbleiben.
    :thumbsup: Die wunderbare Karajan-Aufnahme (DG,1971) zeichnet sich zudem auch dadurch aus, das sämtliche Paukenstellen deutlich hörbar sind und nicht im Gesamtklang untergehen. Diese Aufnahme scheint für die Rheinische mein ewiger Favorit zu bleiben - ich hatte sie auch zuerst schon auf DG-LP.


    :!: Den Tontechnikern ist das mit Levine 4Jahre später bei den Sinfonien Nr.1 und 4 in 1992 besser gelungen und Levine war auch noch souveräner und präziser - Spitzenklasse !
    Gut das eine Zeit dazwischen war und sie diese Umstände von 1988 verifizieren konnten. Das hebt diese beiden Aufnahmen (Nr.1 und 4) für mich zu den Besten ... und Packensten.


    ...
    DG, 1971, ADD ..................................................DG, 1988 und 1992, DDD





    An alle Karajan-Gegner und Zweifler:
    Bitte jetzt nicht wieder gegen Karajan ( ;) der ja nun alles schlecht macht) meckern. Erst mal anhören und feststellen, welch große Aufnahme Karajan hier vorlegte !

    Gruß aus Bonn, Wolfgang

  • Sicher wäre Furtwängler die Sinfonien Nr.2 und 3 gut gelungen - keine Frage.
    Aber wenn ich mir die heute wiedermal getesteten, auch klanglich fabelhaft natürlich klingenden Aufnahmen mit Karajan und Levine (beides DG) heranziehe, die die Berliner PH natürlich in ihrer ganzen Breite vor dem HIFI-Hörer abbilden und mir dann Fu in Mono aus der Mitte kommend vorstelle - dann brauche ich weiter nicht zu überlegen was ich hören möchte ...


    Ich auch nicht, lieber Wolfgang. Furtwängler wäre so dermaßen interpretatorisch state-of-the-art, dass mir Karajans aufnahmetechnische (der späteren Geburt und des längeren Lebens geschuldete) Besserstellung egal wäre.


    Übrigens: wer ist Levine??? :baeh01:

  • Meines Wissens bezieht sich der Bezug auf den Kölner Dom nur/hauptsächlich auf den 4. Satz, der ja offenbar von sakraler Musik inspiriert ist.
    Die rheinische Frohnatur (die der Zwickauer Schumann gewiss nicht gewesen ist), meint man im 2. und besonders im 5. Satz zu finden. Der Kopfsatz dürfte dagegen auch ein wenig von der Eroica inspiriert worden sein (und sein schwungvoller Gestus diente wiederum als Vorbild für den Beginn von Brahms' 3. Sinf.)

    Struck by the sounds before the sun,
    I knew the night had gone.
    The morning breeze like a bugle blew
    Against the drums of dawn.
    (Bob Dylan)

  • Seltsamerweise noch nicht erwähnt: Das war die Erkennungsmelodie von Hier und Heute. Das wurde, als ich ein Kind war, bei uns immer geguckt. Und, wer weiß, war daher vielleicht das erste klassische Stück, das ich bewusst mitgekriegt habe. Und dann gab es da die tollen Luftbilder von NRW. Fliegen war damals etwas für Priviligierte, sowas kannten wir nicht aus eigener Anschauung. Und diese Bilder, dazu die beschwingte Musik. Ich kann dieses Stück nicht hören, ohne dass mir das sofort ganz präsent ist.
    Es war eine geniale Verquickung von Bild und Ton, die 40 jahre später noch einen Zauber ausübt. Ich weiß nicht, und kann es wohl auch nciht rauskriegen, ob ich diese Symphonie ohne diese Erinnerung überhaupt mögen würde. Damals jedoch war sie dafür verantwortlich, dass ich stolz war, aus NRw zu sein.
    Wenn man dann noch bedenkt, dass sich Schumann in D`dorf wohlgefühlt haben soll und die Symphonie auch das ausdrückt, so ist es für uns Westler wirklich Heimatmusik.
    Ich besitze nur eine Bernsteinaufnahme mit den Wiener Philharmonikern.
    Wenn ich es recht bedenke, so sollte ich eine Aufnahme mit einem NRW-Orcheste erwerben.
    Wer empfiehlt mir eine?
    Tschö
    Klaus

    ich weiß, dass ich nichts weiß. Aber ganz sicher bin ich mir da nicht.

  • Ich besitze nur eine Bernsteinaufnahme mit den Wiener Philharmonikern


    Hallo Klaus,


    mit dem NRW-Orchester ist doch quark. Als wenn zum Beispiel die Düsseldorfer, Kölner oder Bonner Orchester das besser könnten !??! Das hängt vom Dirigenten ab. Ansonsten bin ich auch dafür Aufnahmen aus dem Ursprungsland zu goutieren. ^^ Aber mit Wien sind wir voll im Bereich !!!


    :) Ich habe das hier und heute-Thema übrigens auch mit grosser Freude wiedererkannt, als ich in meiner Jugendzeit die für mich immer noch herausragende Schumann-Karajan-Sinfonien - GA (DG) zuerst hörte. Die habe ich heute selbstverständlich auch auf CD !


    :!: Schreibe bei Bernstein /WPO (DG) nicht "ich besitze nur".
    Mit dieser fabelhaften Aufnahme bist Du bestens bedient ! Das ist eine tolle Aufnahme, die besser ist als alles was in NRW produziert werden könnte (sage ich einfach mal frech!). Gerade bei Bernsteins Schumann ist nämlich der Vorteil, das er hier nicht wie sonst bei vielen seiner späteren DG-Aufnahmen der "Tempolamoyanz" verfällt (wie bei den Brahms-Sinfonien überdeutlich und fast ärgerlich), denn hier bei Schummann ist er vom Tempo ähnlich flott, wie in seiner frühen (aber leider etwas stumpf klingenden ) New Yorker Schumann-Aufnahmen (CBS/SONY), die ich auch habe. Die Wiener Aufnahmen bei DG sind daher schon klanglich diesesmal vorzuziehen.
    :thumbup: Von der Interpretation sind diese emotionalen Bernstein-Aufnahmen Spitzenklasse und stehen meinem altgeprägten Favoriten Karajan nicht nach.
    Ich hätte neben Bernstein und Karajan noch die Empfehlung = Levine (DG) ............. aber nichts aus NRW :D

    Gruß aus Bonn, Wolfgang

  • Eine Entdeckung wert sind die Schumann-Symphonien in der Orchestrierung von Gustav Mahler - in der vorzüglichen Aufnahme mit Ricardo Chailly und dem Gewandhausorchester. Die "Rheinische": Sehr frisch mit zügigen Tempi.



    Außerdem in meiner Sammlung: Bernstein (Wiener Philh.) und Klemperer (sehr empfehlenswert!):



    Beste Grüße
    Holger


  • Eine der besten Rheinischen stammt von Giulini, aufgenommen im Dezember 1980 mit dem Los Angeles Philharmonic.


    Leider Gottes hatte der Maestro offenbar nichts für die anderen Schumann-Symphonien übrig, nur die Dritte wird fünfmal in der Diskographie verzeichnet, einmal übrigens auch in der Mahler-Orchestrierung.


    Hier noch die Satzzeiten:


    I. 10:45
    II. 6:29
    III. 5:32
    IV. 5:31
    V. 5:50


    Den phänomenalen Kopfsatz (für mich der Höhepunkt des Werkes) habe ich selten klangschwelgerischer gehört.

    »Finis coronat opus.« (Das Ende krönt das Werk.) – Ovid

  • Eine neue Empfehlung, Teil einer Neuerwerbung, Järvi live auf DVD:


    Robert Schumann: Symphonie Nr. 3 Es-dur op. 97 "Rheinische"
    AD: 2012
    Spielzeiten 9:17-5:46-5:02-6:04-5:24 -- 31:33 min.;


    Die Rheinische enthält eine Melodie, die ich schon seit über 60 Jahren kenne, das Hauptthema des 2. Satzes. Sie war die Erkennungsmelodie der Hörfunksendung "Zwischen Rhein und Weser", die seit 1950 im WDR (zunächst NWDR) läuft, und ich hörte die Sendung seit Anfang der 50er Jahre jeden Tag, auch und vor allem wegen der Erkennungsmelodie, die es mir angetan hatte. Jahre später, auch noch in den 50er Jahren, hörte ich einmal in einem Abendkonzert die ganze Symphonie, dargeboten vom Gürzenich-Orchester unter Günter Wand. Als ich dann zum ersten Mal, und von da an täglich, bei unseren Nachbarn fernsehen durfte, erkannte ich sofort die Erkennungsmelodie der WDR-Fernsehsendung "Hier und Heute" als Hauptthema des Kopfsatzes der Rheinischen wieder. Beide Melodien haben zur Grundlegung meiner Liebe zur Klassischen Musik beigetragen, ebenso wie die Arie des Papageno "Der Vogelfänger bin ich ja", die auch ich meine Anfang der 50er Jahre als Erkennungsmelodie des Schulfunks fungierte. Ein Drittes war die Deutsche Messe von Schubert, die ich 1952 komplett kennenlernte.
    Erst Jahrzehnte später erlebte ich die Rheinische zum ersten mal live, auch in einem Konzert des Gürzenich-Orchesters unter Markus Stenz.


    Nun Järvi dirigiert auch diese Symphonie mit viel Engagement und Begeisterung. Auch hier ist zwar, vor allem in den Ecksätzen zügiges Dirigieren angesagt, aber keine Spur von "Dahinbrausen", also durchaus auch etwas für unseren Freund Liebestraum. Ich hatte zum Zeitvergleich meine Gesamtaufnahme von George Szell daneben gelegt, und das deckte sich fast. Die Zeiten oben sind netto, und die Zeiten von Szell sind brutto, d. ha. man kann getrost von jedem Satz noch die eine oder andere Sekunde abziehen. Trotz dieses Sachverhaltes War Järvi im Kopfsatz und im vierten Satz geringfügig langsamer als Szell, im Mittelsatz (Andante etwa gleich und nur im Scherzo und im Finale geringfügig schneller. Ansonsten kann ich noch nichts Vergleichendes sagen, da ich Szell noch nicht gegengehört habe, und das dauert auch noch etwas.


    Die Rheinische war ähnlich besetzt wie die Erste, wieder mit vier Hörnern und erweitertem Streicherapparat. Dennoch, aber das nimmt bei der Deutschen Kammerphilharmonie ja schon nicht mehr Wunder, war die Durchhörbarkeit wieder exzellent, vor allem auch, wenn, wie im Andante, einzelne Abschnitt in den mittleren Streichern solistisch gespielt wurden. Es kann wieder keine Instrumentengruppe davon ausgenommen werden, für ihr bravouröses und engagiertes, exzellentes Spiel gelobt zu werden. Da ich jetzt ja schon die dritte Symphonie dieser Reihe gehört und gesehen habe, habe ich auch mal einen Blick in das Publikum geworfen und mich gewundert, wie viele junge Leute da saßen. Das muss ja irgend eine Bewandnis haben, vielleicht hilft mir der ebenfalls beigelegte Konzertfilm ja weiter.
    Auf Grund der guten Transparenz habe ich manche Details, vor allem in den Blechbläsern und dank Stefan Rapp, natürlich in den Pauken gehört.


    Eine wirklich begeisternde, sehr empfehlenswerte Aufnahme.


    Liebe Grüße


    Willi :thumbsup::thumbsup::thumbsup:

    1. "Das Notwendigste, das Härteste und die Hauptsache in der Musik ist das Tempo". (Wolfgang Amadeus Mozart).
    2. "Es gibt nur ein Tempo, und das ist das richtige". (Wilhelm Furtwängler).

  • Eine der besten Rheinischen stammt von Giulini, aufgenommen im Dezember 1980 mit dem Los Angeles Philharmonic.

    …. schrieb Joseph II. vor 7 Jahren in diesem Thread. Seitdem hat sich hier leider nicht mehr viel getan.


    Vor wenigen Tagen fand sich diese CD in meinem Briefkasten:

    Sie enthält, neben der selten aufgeführten Tschaikowsky-Sinfonie Nr. 2, von Robert Schumann die Sinfonie Nr. 3 mit dem Beinamen "Rheinische", sowie die Ouvertüre "Manfred" op. 115.

    Merkwürdigerweise hat Carlo Maria Giulini von den Schumann-Sinfonien nur die Dritte in seinem Repertoire geführt, und er hat sie sogar zweimal (wie auch die Manfred-Ouvertüre) aufgenommen. Um die übrigen Sinfonien hat er stets einen Bogen gemacht, eine Begründung dafür ist mir nicht bekannt.


    Joseph II. bezog sich in seinem Eintrag auf die späte DGG-Aufnahme mit dem Los Angeles PO, während auf der von mir erworbenen CD die lange vergriffene Einspielung vom Juni 1958, mit dem Philharmonia Orchestra London, enthalten ist. Die DGG-Version von 1980 befindet sich auch in meiner Sammlung.


    Nun zur Londoner Aufnahme, die unter der Regie von Walter Legge produziert und nun vom Label PRAGA wieder herausgebracht wurde.

    Giulini spielt hier (gemäß Textbeilage) die von Gustav Mahler bearbeitete Partitur der "Rheinischen". Ob er diese auch in seiner Los Angeles-Aufnahme verwendet, konnte ich jetzt auf die Schnelle nicht feststellen. Ich vermute aber, daß dies nicht der Fall ist.

    Mahler hat nicht nur die Phrasierung verändert und einige Passagen eine Oktave höher angesetzt wie vom Komponisten vorgeschrieben, er hat Schumanns Partitur auch mit größeren Gewichten (Posaunen!) befrachtet, um es vereinfacht so auszudrücken. Die Ecksätze klingen recht "massig", obwohl Giulini deutlich raschere Tempi in seiner Londoner Version anschlägt. Es ist eine sehr gut klingende, transparente und weiträumige Stereo-Aufnahme, der man ihr Alter in keiner Weise anhört. Das Philharmonia Orchestra spielt mit Verve und ist in allen Lagen glänzend besetzt. Giulini ist mit Ernst bei der Sache und erfüllt wohl alle Erwartungen, die der Produzent Walter Legge in ihn gesetzt hat, als er den jungen Italiener kurz zuvor für EMI unter Vertrag genommen hatte. Insgesamt eine höchst interessante Aufnahme, die ich lange gesucht habe und froh bin, daß sie endlich in meinem Bestand ist.


    LG Nemorino

    Die Welt ist ein ungeheurer Friedhof gestorbener Träume (Robert Schumann).