Klassikfreaks stellen ihre HIFI-Anlagen vor

  • Antiton Arno Hybrid Verstärker

    Über den ich mal berichten möchte


    Ich hatte für einige Wochen og. Hybridverstärker bei mir zur Probe. Ein kleiner und nur ein paar kilo schwerer Amp. mit E88cc Eingangsröhre und LM1875 Chip mit 2x15W Leistung. Dieser kleine Bursche aus Frankreich hat sehr souverän aufgespielt und meine Tannoy Kensington als auch die Klipsch LaScala wohlklingend befeuert. Besonders Stimmen stellte er wunderbar dar, federnde kraftvolle Bässe, Luftigkeit und sehr gute Transparenz, viel Detail und gute Räumlichkeit . Der Klangcharakter entspricht dem einer guten Röhre, bei mir hat er an der Scala den sonst dort gesetzten Unison S2 überholt, holte mehr Details raus, war nie spitz oder anstrengend. Die Kraft reichte auch an den Tannoy für gehobene Lautstärke in einem 40m2 Raum , an den Klipsch auch im 70m2 Raum. Gute Kanmmermusikaufnahmen wie zB das Lutoslawski Streichquartett mit dem Lasalle Quartet habe ich noch nie besser gehört. Eine äußerst musikalische Performance.

    Ich habe den Arno zunächst nicht gekauft da ich schon so viel Geraffel rumstehen habe aber wer gerade was kleines für gerade mal 1400,. EUR suchen sollte dem kann ich sehr empfehlen den Arno mal zu probieren.

    arno_4.JPG
    arno_2.JPG

    Meine Musikinteressen:

    Klassik von Barock bis zeitgenössischer E-Musik alles außer Gesang

    Jazz von Bebop bis zu aktueller Avantgarde.

  • Hallo zusammen,



    ich habe folgendes Setup:



    Cambridge CXN V2



    SPL Phonitor se (ohne DAC)



    Kopfhörer: Sennheiser 660 und Focal Elear.



    Ich möchte nun schrittweise dieses Setup verbessern. Mein Ziel ist es das ich eine breitere Bühne und weitere Details klarer und genauer zuordnen kann.



    Mit welchem Gerät kann ich am besten anfangen?


    Mein Budget liegt bei ca. 1500€



    Danke


    Michael

  • Mein Ziel ist es das ich eine breitere Bühne und weitere Details klarer und genauer zuordnen kann.

    Werter michael74 hast Du schon einmal mit Crossfeed-Algorithmen gearbeitet? Sie bauen eigentlich eine Bühne auf. Der einzige Kopfhörer, wo ich drauf verzichten würde ist der AKG K812.

  • Ich möchte nun schrittweise dieses Setup verbessern. Mein Ziel ist es das ich eine breitere Bühne und weitere Details klarer und genauer zuordnen kann.

    Lieber Michael,


    dazu hätte ich einen aktuellen Tip, weil ich an meiner Kopfhöreranlage gerade auch die Räumlichkeit verändert habe. Das könnte eine Möglichkeit sein, weil ich über Deinen Kopfhörerverstärker das hier lese:


    SPL Phonitor se: Kopfhörerverstärker mit DAC im Test bei fairaudio


    Da steht (von mir das Wesentliche hervorgehoben):


    Der Raumeindruck

    Von Räumlichkeit im Sinne der Wiedergabe über Lautsprecher kann man bei der Kopfhörerwiedergabe natürlich nicht sprechen. Dennoch gibt es Kopfhörerverstärker, die einen weiten, luftigen Eindruck des Klanggeschehens vermitteln und solche, die kompakt abbilden. Was der Phonitor se diesbezüglich bietet, würde ich als eher kompakt und dabei sehr präzise bezeichnen. Einen weiträumigeren Eindruck vermitteln zum Beispiel häufig Röhrengeräte, denen ich allerdings ein kleines „Schummeln“ durch das Untermischen von ein paar harmonischen Oberwellen unterstellen würde. Der Phonitor se spielt da einfach exakt. Wer mehr Räumlichkeit möchte, kann natürlich die Crossfeed-Schaltung aktivieren, handelt sich damit aber ein paar tonale Veränderungen ein. Die Mitten büßen etwas an Präsenz ein und der Hochton nimmt sich leicht zurück.


    Beim Kopfhörer ist unser Ohr besonders sensibel. Dein "Problem" scheint, wenn das so ist wie im Test - und der Tester hat verschiedene KH-Verstärker verglichen - dass der Phonitor SE etwas kompakter und weniger weiträumig abbildet. Da kann man etwas tun - mit den verwendeten Kabeln.


    Meine Geschichte: Ich hatte mir meine Kopfhöreranlage (Focal Clear, Lehmann Audio Linear) gekauft ursprünglich, um sie an meiner AVM-Anlage zu betreiben. Nach dem Umzug ist die Anlage aber in mein Zimmerchen im Souterrain gewandert und wird mit ganz anderen Geräten betrieben. Als Zuspiellaufwerk verwende ich meinen alten Marantz CD 80 und der DAC ist ein North Star Design Essensio (einen DAC von Northstar wird im Test oben auch benutzt). Die AVM-Kette ist extrem ausgewogen und neutral, über die so neu zusammengestellte Kopfhörer-Anlage dagegen nervte ich mich schon länger, weil mir der Klang zu dunkel war. Ich fühlte mich immer wieder wie in einer abgedunkelten Keller-Kneipe - die Offenheit und Helligkeit fehlte. Ich habe Wochen herumexperimentiert - Kabel gewechselt, den DAC rausgenommen und nur den Marantz gehört. Bis ich dann herausfand, nachdem ich mir vom Händler einige Kabel dazu ausgeliehen hatte in den letzten beiden Wochen, dass es am Digitalkabel liegt. Da war ein Audioquest Cinnamon dran - an sich ein hervorragendes Kabel mit Top Preis-Leistungsverhältnis. Das harmoniert mit dem DAC einfach nicht so gut. Dann habe ich das Richtige gefunden, ein bezahlbares Chord Shawline Digital (ca. 300 Euro, Listenpreis 329 Euro) - vorgestern schließlich gekauft :) :


    Chord Shawline Digital 1m | Digitalkabel koaxial (Cinch/BNC) | Kabel | Justhifi


    Das Chord-Kabel hat die Räumlichkeit deutlich verbessert, es klingt spürbar großräumiger als das etwas kompakter wirkende Audioquest Cinnamon. Gerade für den Focal Clear ist das ein deutlicher Gewinn. Zumal das Kabel die Tonalität der Anlage wahrt - also dem North Star-DAC seine schöne Tonwärme nicht raubt und keineswegs ins übertrieben Helle abdriftet. Das passt! Als Analogkabel zwischen DAC und dem Lehmann habe ich ein Audioquest Water. Vielleicht leihst Du Dir also mal einige Kabel aus!


    Hier ein Besuch bei Chord - ein sehr sympathischer Bericht:


    HIFISTATEMENT | netmagazine - Ein Besuch bei der Chord Company


    Crossfeed sehen sie in dem Test auch etwas kritisch, weil es mit einigen Verfärbungen verbunden ist. Aber sowas muss man ausprobieren.

    Werter michael74 hast Du schon einmal mit Crossfeed-Algorithmen gearbeitet? Sie bauen eigentlich eine Bühne auf. Der einzige Kopfhörer, wo ich drauf verzichten würde ist der AKG K812.

    Ist das ein Gerät oder eine Software, Axel? Das hatte ich bislang gar nicht auf dem Schirm.


    Crossfeed - Kopfhörerverstärker-Schaltung - HiFi-Lexion (fairaudio.de)


    Ganz früher gab es bei Stax einen extra Diffusfeld-Entzerrer, um die Räumlichkeit im Kopfhörer "realistischer" zu machen. Heute haben sie sowas nicht mehr. Geht das in diese Richtung?


    Schöne Grüße

    Holger

  • weiter unten ist die Technik beschrieben


    https://spl.audio/de/spl-produkt/phonitor-se/


    Gruß Michael

  • Ist das ein Gerät oder eine Software, Axel? Das hatte ich bislang gar nicht auf dem Schirm.


    Crossfeed - Kopfhörerverstärker-Schaltung - HiFi-Lexion (fairaudio.de)

    Es handelt sich um Software. Über Lautsprecher abgemischte Aufnahmen wirken in Kopfhörern unnatürlich, besonders in geschlossenen, weil eben für die Ortung Von Instrumenten beide Ohren verwendet werden müssen. Der Anteil der jeweils über das rechte oder linke Ohr zu hören ist spielt dabei eine entscheidende Rolle. Crossfeed Algorithmen sind Teile eines "Digital Sound Processings" mit dem Informationen über die beiden Kanäle gemischt werden können. Man kann natürlich auch versuchen, dass hartverdrahtet über eine elektronische Schaltung zu ermöglichen.


    Roon hat z.B. für Audeze Kopfhörer geeignete Presets die ausgewählt werden können. Ich benutze für den Focal Clear ein anderes. Wenn ich das richtig lese, hat der Phonitor KHV auch zwei Presets. Roon ist hier variabler, weil die Parameter konfiguriert werden können. Auf der anderen Seiter erfordert eine gelungene Parametrisierung etwas Erfahrung.

  • Es handelt sich um Software. Über Lautsprecher abgemischte Aufnahmen wirken in Kopfhörern unnatürlich, besonders in geschlossenen, weil eben für die Ortung Von Instrumenten beide Ohren verwendet werden müssen. Der Anteil der jeweils über das rechte oder linke Ohr zu hören ist spielt dabei eine entscheidende Rolle. Crossfeed Algorithmen sind Teile eines "Digital Sound Processings" mit dem Informationen über die beiden Kanäle gemischt werden können. Man kann natürlich auch versuchen, dass hartverdrahtet über eine elektronische Schaltung zu ermöglichen.


    Roon hat z.B. für Audeze Kopfhörer geeignete Presets die ausgewählt werden können. Ich benutze für den Focal Clear ein anderes. Wenn ich das richtig lese, hat der Phonitor KHV auch zwei Presets. Roon ist hier variabler, weil die Parameter konfiguriert werden können. Auf der anderen Seiter erfordert eine gelungene Parametrisierung etwas Erfahrung.

    Interessant!! Gibt es das auch für den Sennheiser HD 800?

  • Es handelt sich um Software. Über Lautsprecher abgemischte Aufnahmen wirken in Kopfhörern unnatürlich, besonders in geschlossenen, weil eben für die Ortung Von Instrumenten beide Ohren verwendet werden müssen. Der Anteil der jeweils über das rechte oder linke Ohr zu hören ist spielt dabei eine entscheidende Rolle. Crossfeed Algorithmen sind Teile eines "Digital Sound Processings" mit dem Informationen über die beiden Kanäle gemischt werden können. Man kann natürlich auch versuchen, dass hartverdrahtet über eine elektronische Schaltung zu ermöglichen.


    Roon hat z.B. für Audeze Kopfhörer geeignete Presets die ausgewählt werden können. Ich benutze für den Focal Clear ein anderes. Wenn ich das richtig lese, hat der Phonitor KHV auch zwei Presets. Roon ist hier variabler, weil die Parameter konfiguriert werden können. Auf der anderen Seiter erfordert eine gelungene Parametrisierung etwas Erfahrung.

    Es gibt ja kaum etwas, über das im Forum nicht schon gesprochen wurde :): Natürlicher Stereo-Klang mit Kopfhörern - geht das? Erfahrungen mit Crossfeed und „Binauralizern“.


    Ich hatte mich damals mit dem Thema intensiver befasst, weil ich eine Zeitlang Musik nur mit Kopfhörern hören konnte. Das ist zum Glück lange vorbei, ich lebe wieder im eigenen Haus und kann Musik über meine Anlage hören, so dass ich den Kopfhörer seit Jahren nicht mehr angefasst habe. Daher habe ich auch nicht mehr verfolgt, ob die damals beschriebenen Plugins weiterentwickelt wurden.

    Der Traum ist aus, allein die Nacht noch nicht.

  • Interessant!! Gibt es das auch für den Sennheiser HD 800?

    Nicht bei Roon. Aber vielleicht bietet ein anderer Hersteller so etwas an.

    Es gibt ja kaum etwas, über das im Forum nicht schon gesprochen wurde :) : Natürlicher Stereo-Klang mit Kopfhörern - geht das? Erfahrungen mit Crossfeed und „Binauralizern“.

    Danke für den Hinweis

  • Vielen lieben Dank erstmal für die Antworten


    ich schaue noch mal an meinen Einstellungen und werde mir erstmal überlegen was an den Kabeln zu ändern…ich rufe morgen mal nen paar HiFi Läden an

  • Banner Strizzi
  • Ganz ehrlich: Wenn man den Einflussfaktor der Kette ranken möchte, ergibt sich folgendes Bild:


    1. Qualität der Quelle (= der Aufnahme)

    2. Qualität der Lautsprecher (=des Kopfhörers)

    3./4. Qualität des Quellengeräts (z.B. CD-Players) und des Verstärkers (z.B. des KHVs)

    ....

    99. Qualität des Kabels.


    Aber viel Erfolg mit deinen Versuchen.


    Beste Grüße


    Christian

    "...man darf also gespannt sein, ob eines Tages das Selbstmordattentat eines fanatischen Bruckner-Hörers seinem Wirken ein Ende setzen wird."



  • Was?? Schon auf der 99. Position? Du kannst aber übertreiben!

  • Was?? Schon auf der 99. Position? Du kannst aber übertreiben!

    :cheers:

    "...man darf also gespannt sein, ob eines Tages das Selbstmordattentat eines fanatischen Bruckner-Hörers seinem Wirken ein Ende setzen wird."



  • weiter unten ist die Technik beschrieben


    https://spl.audio/de/spl-produkt/phonitor-se/

    Sehr interessant, Michael. Das ist sicher ein tolles Gerät zu sein! Kann man die eingebaute Crossfeed-Schaltung eigentlich auch abschalten? Vielleicht "mag" sie der Focal Clear nicht so? ^^


    ich schaue noch mal an meinen Einstellungen und werde mir erstmal überlegen was an den Kabeln zu ändern…ich rufe morgen mal nen paar HiFi Läden an

    :thumbup:


    Noch ein paar kleine Tips aus meiner Erfahrung. Es gibt eine gewisse Familienähnlichkeit bei den Kabelherstellern.


    Audioquest: Die Stärke ist die sehr körperliche Darstellung der Einzelinstrumente, die Farbigkeit und der immer runde Hochtonbereich


    Transparent: (Ich hatte The Link (130 Euro) und das Digitalkabel (160 Euro) aus dem kleinen Set von Transparent) Die Kabel sind tatsächlich aufeinander abgestimmt, man sollte also Digitalkabel und Analogkabel von Transparent zusammen verwenden. Tolle Luftigkeit, Neutralität und Dynamik. Ein absolut unangestrengtes Musikhören. Klanglich das Gegenteil von Audioquest: die Einzelinstrumente nicht so griffig, der harmonische Gesamtklang wird betont. Die beiden preiswerten Kabel (Digital und Analogkabel zusammen 290 Euro) klingen toll, haben aber eine doch etwas kleine Abbildung. Großes Orchester klingt ein bisschen wie eine Kammerbesetzung, es fehlt die symphonische Großmächtigkeit. Das ist bei den erheblich teureren Kabeln von Transparent sicher anders. Wenn man das Geld hat, kann man probieren... Das The Link mit einem Audioquest Cinnamon kombinieren bringt mehr Körperlichkeit, nimmt dem The Link aber den Charme. Audioquest und Transparent zusammen ist wie Feuer und Wasser... :D Das geht nicht zusammen.


    Goldkabel (analog): Passt wunderbar an meinem Denon DCD 1600 NE, aber nicht an der Kopfhöreranlage. Wirkt da übertrieben auf Brillanz und Dynamik getrimmt. Das Transparent The Link ist auch so hell abgestimmt, aber wesentlich ausgewogener.


    Wireworld: Das Silver Starlight 8 (Digital Cinch) wollte ich gerne testen, habe es aber nicht bekommen. Ist ein Tip, die Tests sagen alle, dass die Räumlichkeit mit dem Kabel gewinnt.


    Chord Shawline Digital: Gestern habe ich gehört und auch teils alte Aufnahmen, die ich in und auswendig kenne. Ich bin sehr zufrieden. Sehr großräumig, klar und fein auflösend. Man muss bei diesem Kabel aber sehr genau die richtige Lautstärke einstellen, also keinesfalls zu laut hören! Dann ist es absolut homogen, sonst kann der sehr klare Hochtonbereich etwas gläsern wirken. Toll ist die Feindynamik und das Timing. Man hört sehr schön die lebendige Phrasierung eines Pianisten, die mit anderen Kabeln dagegen etwas statisch wirkt.


    Wie gesagt - das sind die Eindrücke mit meiner Anlage. Bei Deiner kann es ganz anders sein. Da musst Du eben probieren. :hello:


    Es gibt ja kaum etwas, über das im Forum nicht schon gesprochen wurde :) : Natürlicher Stereo-Klang mit Kopfhörern - geht das? Erfahrungen mit Crossfeed und „Binauralizern“.


    Ich hatte mich damals mit dem Thema intensiver befasst, weil ich eine Zeitlang Musik nur mit Kopfhörern hören konnte.

    Da hatte ich sogar was geschrieben damals und es komplett vergessen! :D


    Was?? Schon auf der 99. Position? Du kannst aber übertreiben!

    Das ist nun absolut überflüssig. Worüber man nicht reden kann sollte man besser schweigen. Letztlich geht es ganz pragmatisch um die Problemlösung. Man hat zwei Möglichkeiten: die Option, entweder den Gerätepark auszutauschen oder Kabel zu wechseln. Das Kabel wechseln ist da meist die preiswertere Lösung. Hauptsache man ist hinterher zufrieden.


    Schöne Grüße

    Holger

  • Hallo zusammen


    der 2 Punkt deckt sich mit den ersten Rückmeldungen von Hifiläden.

    Das sowohl der KHV wie der Streamer (in der apreisklasse) sehr solide sind.


    Das Thema mit den Kabeln müsst ihr unter euch klären 😄

  • der 2 Punkt deckt sich mit den ersten Rückmeldungen von Hifiläden.

    Also Du willst einen neuen Kopfhörer kaufen? ^^ Ich würde erst einmal genau die Ursache herausfinden, was dafür verantwortlich ist für das, was Dich stört. Das hat zwar das Missliche, dass es etwas Zeit braucht, aber spart hinterher vielleicht viel Geld. Wenn ich meinen Focal Clear mit der AVM-Kette höre oder mit dem Denon DCD 1600 NE, ist die Räumlichkeit auch jeweils anders. Die Geräte anders kombinieren ist da ein Weg... :hello:

  • Das ist nun absolut überflüssig. Worüber man nicht reden kann sollte man besser schweigen. Letztlich geht es ganz pragmatisch um die Problemlösung. Man hat zwei Möglichkeiten: die Option, entweder den Gerätepark auszutauschen oder Kabel zu wechseln. Das Kabel wechseln ist da meist die preiswertere Lösung. Hauptsache man ist hinterher zufrieden.


    Schöne Grüße

    Holger

    Physik läßt sich nu ma nich behumpsen! Die eigene Wahrnehmung schon.


    Die Leitungsquerschnitte in den einzelnen Bauteilen, seien es nun Verstärker oder Lautsprecher, betragen allenfalls Bruchteile von Millimetern. Da muß der Strom durch, oder wie unsere grünen Spezialisten sagen würden: da verstopft der Strom die Leitungen. Danach fließt er dann befreit durch das extrem breite Bett des Lautsprecherkabels. Wenn also Kabeltausch was bringen soll: die haardünnen Verbindungen zwischen einzelnen Bauteilen der Geräte durch fingerdicke Kabel ersetzen. Der Verstärker wird dadurch etwas größer und könnte schon mal ein kleineres Gemach komplett ausfüllen, aber Hauptsache, man ist zufrieden!!

  • Physik läßt sich nu ma nich behumpsen! Die eigene Wahrnehmung schon.

    Du kennst die Physik von Kabeln doch überhaupt nicht! Das ist eine Sache für Spezialisten. Die Wahrheit ist wie bei so vielen Leuten bei dem Thema, dass Ihr Dinge, die Ihr Euch nicht erklären könnt, weil sie eben keine simple Erklärung haben, nicht glauben wollt. Und dann damit Erfahrungen abstreitet, weil Ihr Erklärungen grundsätzlich mehr glaubt als Erfahrungen. Mir dagegen sind Erklärungen völlig wurscht, ich halte mich an meine Erfahrung. Und die ist sehr differenziert. Wenn Jemand das Thema klangliche Abstimmung und Feinabstimmung einer Anlage durch geeignete Kabel nicht Ernst nehmen will, dann ist das seine Sache. Ich will Niemanden bekehren sondern gebe nur Tips aus meiner Erfahrung. Es steht Jedermann frei, sie für sich zu nutzen oder eben nicht. So, und jetzt höre ich ein paar alte Aufnahmen mit meinem Kopfhörer und dem neuen Kabel und bin gespannt, was ich Neues entdecke. :P


    Schöne Grüße

    Holger

  • Naja, man kann aber auch mit eigenen Ohren erfahren haben, dass Kabel nicht (so) unterschiedlich klingen, oder?

    Ja natürlich. Das kenne ich auch und plädiere deshalb für einen pragmatischen Umgang mit dem Thema. An der einen Anlage bringen sie viel, an der anderen relativ wenig. Das hat letztlich auch damit zu tun, das jeder Hersteller von Hifi-Gerätschaften mangels Normen (bei analogen Eingängen und Ausgängen) macht was er will. Deshalb kann man das klangliche Ergebnis nie eindeutig vorhersagen. Dazu kommen die persönlichen Hörpräferenzen. Letztlich ist nicht entscheidend, dass etwas anders klingt, sondern ob das, was anders klingt, mir auch so wichtig ist, dass ich darauf nicht verzichten will. :hello:

  • Banner Strizzi
  • Leitfähigkeit, Dämpfung, Isolationsmaterial, Litze oder Solidcore, verdrillt, parallel oder koaxial,welche Art von Schirmung, Steckerausführung?


    Der Kabelaufbau ist bei gleicher Benennung und Verwendung durchaus unterschiedlich.

  • Mir persönlich sind Spielereien, bei denen jemand seine Kabel auf einen Podest legt (stellvertretend genannt für sämtliche strittigen Klangverbesserungsmassnahmen), um Klangverbesserungen herbeizuführen, vollkommen egal. Ich werde den Unterschied vermutlich nicht hören. Ob sie deshalb auszuschliessen sind? Weiss ich nicht, ist halt auch nicht wichtig für mich. Jeder wie er mag und wie es ihn glücklich macht.

    Ansonsten bin ich ja bekennender Fan von echten Blindtests, die rücken die Perspektive im Regelfall recht schnell gerade.

    "Über Musik zu schreiben ist wie über Architektur zu tanzen..."

  • Soweit ich informiert bin, gibt es z.B. klangliche Unterschiede bei Instrumenten wie Klavieren oder Geigen.


    Beruht zum Teil allein auf der unterschiedlichen Fertigung.


    In der Elektronik ist es nicht anders.


    Ob solche Unterschiede dann hörbar sind, liegt an der Gesamtqualität des Gerätes oder der Gerätekette und auch am Hörvermögen des Probanden, wie ich persönlich schon feststellen durfte.

  • Mir persönlich sind Spielereien, bei denen jemand seine Kabel auf einen Podest legt (stellvertretend genannt für sämtliche strittigen Klangverbesserungsmassnahmen), um Klangverbesserungen herbeizuführen, vollkommen egal. Ich werde den Unterschied vermutlich nicht hören. Ob sie deshalb auszuschliessen sind? Weiss ich nicht, ist halt auch nicht wichtig für mich. Jeder wie er mag und wie es ihn glücklich macht.

    Ansonsten bin ich ja bekennender Fan von echten Blindtests, die rücken die Perspektive im Regelfall recht schnell gerade.

    Wenn etwas zum Zwang wird, ist es nicht gut. Ich habe auch ca. 10 Jahre lang mit dem üblichen billigsten Lautsprecherkabel von der Rolle gehört (8 mm) und glücklich und zufrieden nichts vermisst. Wenn man vollauf zufrieden ist, warum sollte man etwas tun, nur weil es vielleicht etwas besser sein könnte? Das änderte sich, als ich meine AVM-Monoblocks kaufte. Dann bekam ich mit den Billigkabeln Probleme. Ich habe dann - auch wieder mit Billigstrippen - verschiedene Querschnitte ausprobiert. Das Ergebnis: Ein Problem war halbwegs gelöst (Bässe besser) und ein neues tauchte dafür auf (Mitten fehlten). Nach drei Wochen Probieren hatte ich genug und mir dann ein hifideles Kabel gekauft. Die Probleme waren weg und ich hatte meine Ruhe. Seitdem suche ich mir auch meine Lautsprecherkabel sehr genau aus, wenn ich neue brauche. Derzeit habe ich ein Audioquest Rocket 44.


    Bei Blindtests habe ich immer gut abgeschnitten. Meine Meinung ist da, dass man sie in der Praxis aber nicht braucht - abgesehen davon, dass sie mit dem Aufwand, den man dafür treiben muss, zumeist gar nicht durchführbar sind. Wenn man sich ohne Blindtest nicht völlig klar werden kann, ob man etwas wirklich braucht, dann braucht man es eigentlich auch nicht, weil dann der klangliche Unterschied nicht wirklich signifikant ist.


    Schöne Grüße

    Holger

  • Bei Blindtests habe ich immer gut abgeschnitten. Meine Meinung ist da, dass man sie in der Praxis aber nicht braucht - abgesehen davon, dass sie mit dem Aufwand, den man dafür treiben sind, zumeist gar nicht durchführbar sind. Wenn man sich ohne Blindtest nicht völlig klar werden kann, ob man etwas wirklich braucht, dann braucht man es eigentlich auch nicht, weil dann der klangliche Unterschied nicht wirklich signifikant ist.


    Schöne Grüße

    Holger

    Hallo Holger, naja wenn man wie von Dir beschrieben Kabel zum Testen ausleihen kann sind Blindtests ja recht einfach durchführbar. Einfach die bessere Hälfte zum Kabeltausch abkommandieren und sich nicht sagen lassen was und ob sie/er/es was macht. Und wenn auch nur aus Neugierde. Anonsten bin ich doch bei Dir - ich sehe das vollkommen undogmatisch und schliesse nichts aus. Und ich hab persönlich schon so viele Sachen gekauft, die ich nicht wirklich gebraucht habe, aber deren "Wohlfühlfaktor" mir gut getan haben... wie gesagt, alles kann, nichts muss.

    "Über Musik zu schreiben ist wie über Architektur zu tanzen..."

  • Hallo Holger, naja wenn man wie von Dir beschrieben Kabel zum Testen ausleihen kann sind Blindtests ja recht einfach durchführbar. Einfach die bessere Hälfte zum Kabeltausch abkommandieren und sich nicht sagen lassen was und ob sie/er/es was macht. Und wenn auch nur aus Neugierde. Anonsten bin ich doch bei Dir - ich sehe das vollkommen undogmatisch und schliesse nichts aus. Und ich hab persönlich schon so viele Sachen gekauft, die ich nicht wirklich gebraucht habe, aber deren "Wohlfühlfaktor" mir gut getan haben... wie gesagt, alles kann, nichts muss.

    Hallo Boris,


    ich hatte mal einen netten Bekannten aus der Schweiz, den ich von einem Hifi-Forum her kannte - er war Turniertänzer und spielte sehr gut Geige. Er hatte den Ehrgeiz, alle seine Kaufentscheidungen von Geräten, Kabeln usw. durch Blindtest zu bestätigen. Das hat er auch immer geschafft - mit bis zu drei Wochen (!) intensivem Blindtesttraining. Was sagt das? Spontan mal eben durchgeführte Blindtests sind nicht unbedingt aussagekräftiger als unverblindete Tests. Und Blindtests haben eine Eigendynamik, die viel Zeit kostet. Dann beschäftigt man sich mit dem Blindtest, und nicht mit dem, worum es eigentlich geht. Wenn ich ganz genau weiß, was ich will, brauche ich keine zusätzlichen Blindtests. Das kann ich mir sparen! :hello:

  • Womit wird wieder bei der schönen Analogie des Weines wären, wo jemand mal süffisant bemerkte, der „Blick aufs Etikett spare Jahrzehnte an Erfahrungen.“


    Ernüchternd: Viele Menschen, die sich für Weinkenner halten, können blind nichtmal Weiß- von Rotwein unterscheiden.

    Wie man Menschen übrigens zusätzlich verwirren kann: Bei der Verkostung das Weinglas am Ohr kreisen lassen und tiefsinnig äußern: „Einen guten Wein kann man HÖREN…“

    In diesem Sinne: Gutes Verkosten

    Christian Hasiewicz

    "...man darf also gespannt sein, ob eines Tages das Selbstmordattentat eines fanatischen Bruckner-Hörers seinem Wirken ein Ende setzen wird."



  • Hallo Boris,


    ich hatte mal einen netten Bekannten aus der Schweiz, den ich von einem Hifi-Forum her kannte - er war Turniertänzer und spielte sehr gut Geige. Er hatte den Ehrgeiz, alle seine Kaufentscheidungen von Geräten, Kabeln usw. durch Blindtest zu bestätigen. Das hat er auch immer geschafft - mit bis zu drei Wochen (!) intensivem Blindtesttraining. Was sagt das? Spontan mal eben durchgeführte Blindtests sind nicht unbedingt aussagekräftiger als unverblindete Tests. Und Blindtests haben eine Eigendynamik, die viel Zeit kostet. Dann beschäftigt man sich mit dem Blindtest, und nicht mit dem, worum es eigentlich geht. Wenn ich ganz genau weiß, was ich will, brauche ich keine zusätzlichen Blindtests. Das kann ich mir sparen! :hello:

    Hallo Holger,


    schön, dass Du doch noch hier bist. 😉


    Dein Ansatz bei Kabeln klingt pragmatisch und undogmatisch. 🙂 Erfahrungen mit dem unterschiedlichen Einfluss von Kabeln auf den Klang kann ich bestätigen.

    Ich habe das nie intensiv betrieben und habe meine Phase der "Suche nach dem immer Besseren" bei Hifi oder High End hinter mir.

    Es machte mir auf Dauer viel (Anspielung 🎶) vergebliche Unruhe... denn sie vergleichen, und wissen nicht, was als nächstes kommt... Ach, wie gar nichts, sind doch alle Kabel... 😉

    Ich sach' ja, ich hab's mit Brahms...


    Blindtests habe ich im Geschäft für die Wahl von Lautsprechern und Geräten gemacht: Anlagen zum durchschalten, Lautsprecher zum Durchschalten - hinter meinem Rücken vom Verkäufer gemacht. Sehr spannend. Kabel habe ich zuhause ausprobiert, mit einem Kabelkoffer, den ich mitnehmen durfte. Am Ende waren mir die bemerkenswerten Strippen zu teuer.


    Der Extremfall: ein Bekannter hatte eine Anlage mit Mark Levinson VV + Enstufen, CD-Player von Wadia (Modell unbekannt, auch arschteuer), und Lautsprecher, deren Marke mir gerade nicht einfällt... (vielleicht komme ich noch drauf). Die waren mit den Endstufen über Kabel verbunden, die wegen ihrer Länge nicht auf den Fliesen lagen, sondern auf dämpfenden Pucks die Strecke überbrückten. Diese Kabel waren eigentlich schon eher Stangen - dick wie ein Kinderarm und sehr starr. Sowas habe ich nie wieder gesehen.

    Irgendwann war ein gewisser Herr Gauder zu Besuch und hat die sorgsam eingemessenen LS nach Gehör umgestellt. Wie der dazu kam, weiß ich auch nicht mehr.

    Soviel zum Thema Kabel. :hello:

    „In sanfter Extase“ - Richard Strauss (Alpensinfonie, Ziffer 135)

  • Womit wird wieder bei der schönen Analogie des Weines wären, wo jemand mal süffisant bemerkte, der „Blick aufs Etikett spare Jahrzehnte an Erfahrungen.“


    Ernüchternd: Viele Menschen, die sich für Weinkenner halten, können blind nichtmal Weiß- von Rotwein unterscheiden.

    Wie man Menschen übrigens zusätzlich verwirren kann: Bei der Verkostung das Weinglas am Ohr kreisen lassen und tiefsinnig äußern: „Einen guten Wein kann man HÖREN…“

    In diesem Sinne: Gutes Verkosten

    Christian Hasiewicz

    Tilli hatte immer die Finger im Palmolive...

  • Banner Strizzi