SCHUBERT, Franz: ALFONSO und ESTRELLA

  • Franz SCHUBERT
    ALFONSO UND ESTRELLA


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    Oper in drei Akten


    Libretto von Franz SCHOBER


    Uraufführung 24. Juni 1854, Weimar



    Originalsprache: deutsch



    Die Personen


    MAUREGATO, König von Leon (Bariton)
    ESTRELLA, seine Tochter (Sopran)
    ADOLFO, sein Feldherr (Baß)
    FROILA, gestürzter König von Leon (Bariton)
    ALFONSO, sein Sohn (Tenor)
    EIN MÄDCHEN (Sopran)
    EIN JÜNGLING (Tenor)
    ANFÜHRER DER WACHE (Tenor)





    1.AUFZUG: -


    1. Szene Abgeschiedenes Tal, von Felsen umschlossen


    Ein Fest wird vorbereitet. Heute auf den Tag vor 20 Jahren kam FROILA ins Tal uns wurde von der Bevölkerung als Anführer erkoren. Niemand weiß, dass Froila der einstige König von Leon ist, der gestürzt wurde und fliehen musste. Nicht einmal Alfonso, sein Sohn kennt seine eigene königliche Herkunft.


    Aus Anlass des Jubiläums ernennt Froila seinen Sohn Alfonso zum neuen Anführer der Jugend. Bei dieser Gelegenheit gesteht Alfonso seinem Vater, dass es ihn bedrückt, das Tal nicht verlassen zu dürfen, dieses Gesetz Froilas sei gar zu hart und bedrücke ihn.


    Alfonso erklärt sein Fernweh, seine Abenteuerlust, seine Neugier. Da erkennt Froila, dass er Alfonso nicht ewig wird halten können. Er wird die Wahrheit erfahren und gegen Mauregato, den nunmehrigen König von Leon kämpfen müssen.- und letztlich den Thron zurückerobern.


    Froila will den schicksalshaften Augenblick jedoch so weit wie möglich hinauszögern – denn mit der friedlichen Beschaulichkeit im Tal wäre es dann vorbei.


    Er erklärt seinem Sohn, dass jenseits der Felsen der Tyrannische König Mauregato herrsche. Sofort möchte der ungestüme Alfonso zum Kampf aufbrechen und Mauregato besiegen. Das missfällt Froila im Prinzip gar nicht so sehr – aber die Zeit sei noch nicht gekommen, erklärt er….
    Letztlich werde er, Alfonso, das bekommen, was ihm so lange vorenthalten worden sei. Alfonso versteht kein Wort….
    Der Vater hüllt seine Erklärungen in mythische Texte – aber eines kann Alfonso seinen Worten dennoch entnehmen: Er wird nicht sein Leben ihn diesem schönen- aber engen – Tal beschließen müssen. Als Unterpfand für sein Versprechen überreicht ihm der Vater eine Kette…. Sie sei sein Talisman – in der Freude wie im Schmerz…



    2. Szene – Am Hofe König Mauregatos.


    Man rüstet zur „fröhlichen Jagd“ am Hofe des Königs Mauregato.
    Allein – seine Tochter Estrella will nicht fröhlich sein, All der Lärm und die vielen Menschen bedrücken sie. Sie liebt die Stille. Dem Glanz, dem Gold, der Musik am Hof kann sie auch nichts abgewinnen.


    In diesem Moment kehrt Adolfo, der Heerführer des Königs siegreich aus dem Felde zurück. Er hat die Mauren vernichtend geschlagen und erhofft zum Dank Estrellas Hand. Er macht kurzerhand der ohnedies verstörten Prinzessin einen Antrag, welchen die erschrocken zurückweist. Sie kann den Feldherrn achten – lieben indes nicht.
    Die Werbung wird immer heftiger – und endet letztlich in der Drohung, sich mit Gewalt zu holen, was man nicht aus freien stücken geben will - Estrella ist entsetzt.
    Da erscheint Mauregato. Er belobigt Adolfo und stellt diesem eine Bitte frei – die im voraus bereits gewährt sei. Der heimtückische Adolfo ziehrt sich scheinbar – um dann skrupellos die Hand Estrellas zu erbitten.


    Estrella bittet ihren Vater verzweifelt, dem brutalen Feldherrn den Wunsch zu verweigern. Mauregato erkennt sofort, dass er hier in eine Zwickmühle geraten ist aus der es kein Entrinnen gibt.


    Auch der Feldherr, Stratege vom Scheitel bis zur Sohle, hat die Ausweglosigkeit von Mauretagos Position erkannt – und er wird sie skrupellos ausnützen….(„Nun Zagen fahr von hinnen – mein Herz umgürte Stahl – Sie kann mir nicht entrennen – Es bleibt ihr keine Wahl“)


    Der König hält Adolfo die Unverschämtheit (damals sagte man „Kühnheit“) vor Augen – da kontert dieser damit, dass Mauregato ja geschworen habe, JEDE Bitte zu erfüllen „Du gabst den Königsschwur - Nun halte ihn“
    (Wenn man sich die Königsschwüre der letzten 500 Jahre vor Augen führt – war dies wirklich eine todesmutige Ansage).
    Aber entweder ist Mauretago kein solcher Tyrann, wie er von seinem Widersacher Froila dargestellt wird – oder er hat Angst, Adolfo könne sich auf die andere Seite schlagen und seine Kriegskunst gegen ihn, Mauretago wenden – Auf jeden Fall löst er das Problem nicht mit Gewalt, sondern er sinnt nach einem Ausweg.
    Alle blicken gebannt auf ihn – was wird er verkünden – wie sich entscheiden ?


    Der König hat einen Entschluss gefasst.
    Er verkündet laut, dass er prinzipiell mit Adolfo als Schwiegersohn einverstanden sei – jedoch ein heiliger Spruch habe vor langer Zeit verfügt – dass nur der Estrella zur Gattin haben könne, welcher Eurichs Kette – einen Teil des alten Thronschatzes zurückbrächte. Auch er, Mauregato müsse dich diesem Spruch fügen. (Vermutlich weiß er, dass Froila die Kette einst bei seiner Flucht mitgenommen hat – und dass sie vermutlich nie wieder auffindbar wäre.)


    Adolfo durchschaut zwar die List –kann aber momentan wenig dagegen tun.
    Immerhin droht er, sich für die ihm angetane Schmach zu rächen.
    Es entsteht ein allgemeines Getümmel, Mauregato ist erleichtert, dass ihm doch noch ein Ausweg eingefallen sei, Estrella wähnt sich gerettet, die Frauen singen Jagdlieder, und Adolfo will seinen Zorn in einer nicht näher definierten Schlacht abkühlen….


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    2.AUFZUG: -


    1.Szene In Froilas Tal, im Wald


    Alfons bittet seinen Vater, sein Lieblingslied , die Ballade vom Wolkenmädchen zu singen. Nach einigem Zögern willigt Froila ein. Die Ballade handelt von einem Jägerburschen der von einem schönen blonden Mädchen angesprochen wird, ihm zu folgen. Er folgt ihr hoch ins Gebirge, sieht ihr Schloss, doch als er sie um armen will löst sich der Spuk auf – denn um einen Solchen handelt es sich – und der Jüngling stürzt in die Schlucht – in den Tod.


    Anschließens trennt man sich. Froila der nicht nur der Regent der Talbewohner ist, sondern auch deren weiser Heiler, will sich um seine Kranken kümmern, Alfonso geht Richtung Wald. Dort trifft er Estrella, die sich verirrt hat, als sie sich von der Jagdgesellschaft abgesondert hat. Estrella will vorerst, als sie Alfonso sieht, entfliehen – aber sie ist von dem schönen Jüngling bezaubert – genauso wie er von ihr. Jeder hält den anderen vor erst für ein überirdisches Wesen. Man besingt einander – kurz man hat sich vom ersten Augenblick ineinander verliebt. Aber Estrella muss wieder heim ins Schloss – der Vater wartet sicher schon ängstlich. Beim Abschied schenkt Alfonso Estrella die Kette, welche ihm der Vater als Talisman gegeben hat. Es handelt sich um eben jene Kette die aus dem alten Thronschatz stammt und welche Adolfo so dringend benötigen würde um Estrellas Hand zu erhalten….



    2.Szene Geheimes Soldatenlager


    An einem geheimen Ort hat der Feldherr Adolf seine Getreuen um sich versammelt. Soeben stößt ein weiterer Trupp Verschwörer hinzu. Das Losungswort ist „Rache“
    Und Rache nehmen will auch Adolfo – nämlich am wortbrüchigen König Mauretago.
    Er will sich selbst zum König krönen, genau wie es einst Mauregato einst tat.
    In einer aufrührerischen Rede bezeichnet er Mauregato als Thronräuber – und plötzlich erinnert er sich – wie praktisch an den einst miden, guten König Froila- der vermutlich schon seit Jahre im Grabe liege.
    Wenn er erst selber König sei, werde er Estrella zur Ehe zwingen.
    Inzwischen fanatisiert er seine Soldaten welche seine Hasstiraden im Chor wiederholen. „Es falle Mauregat“ ist das Resumé…..



    3.Szene in Mauregats Palast


    Indes ist Die Jagdgesellschaft auf Mauregatos Schloss zurückgekehrt. Ohne Estrella. Man konnte sie trotz Suchtrupps nicht finden,
    Mauregato ist am Boden zerstört. Die Höflinge versuchen ihm Hoffnung zuzusprechen um seinem aufkeimenden Zorn zu entgehen. Da verfällt der König in Trübsinn und beginnt mit Gott und der Welt zu hadern („Nur bewundert von dem Neide bin ich auf den Thron gestellt“
    Während Mauregatos Verzweiflung und Zorn allmählich bedrohliche Ausmaße annimmt, hallt die Kunde durch den Palast „Die Prinzessin ist zurück“
    Mauregatos Stimmung schlägt jäh in Euphorie um. Er eilt der Tochter entgegen, Die Wiedersehensfreude ist groß.
    Da entdeckt Mauregato das Geschenk Alfonsos an Estrellas Brust. Er erkennt sofort die heilige Kette Eurichs, die seinerzeit verschwunden war, und wo die Prophezeihung sagt, wer sie zurückbringe sei der Rechtmäßige Bräutigam Estrellas.


    Auf die Frage, wer Estrella die Kette gegeben habe, preist sie den hübschen Jüngling in den glühendsten Farben – allein – seinen Namen weiß sie nicht.
    Nur soviel – Ein Gesetz binde ihn an sein Tal, das er nicht verlassen dürfe….


    Da stürmt der Anführer der Leibwache herein und warnt den König, dass Adolfo einen Aufstand angezettelt habe, der ihn, Mauregato, stürzen solle und man wolle ihn auch ermorden.


    Mauregato will es zuerst nicht glauben, dass sein Protegé ihm untreu geworden sein könne, lässt sich dann aber überzeugen.


    In aller Eile formiert sich die Verteidigung – da poltern schon die Verräter an der Schlosspforte.


    Ein allgemeiner Tumult entsteht – wie so oft bei Aktschlüssen:
    Die Frauen jammern, die Männer schwören ihrem König die Treue: Er soll sie zum Sieg führen...




    3.AUFZUG: -


    1.Szene im Wald


    Es ist offensichtlich, dass Adolfo die Schlacht gewonnen hat.
    Er hat Estrella in seine Gewalt gebracht – und versucht sie erneut „im Guten“ zu überreden seine Frau zu werden. Er werde in Zukunft die Krone von Mauregato tragen und sei bereit sie mit ihr zu teilen.
    Estrella teilt ihm mit, sie sei eher bereit zu sterben als sich mit einem solch brutalem Monster, an dessen Hönden noch das Blut der Ermordeten kleben,hinzugeben („Nimm dies qualenvolle Leben – Nimm es – und befreie mich“)


    Adolfo will nun in einem Wutanfall Estrella ermorden. Aber da naht Alfonso und bedroht ihn – ebenfalls voll Zorn – mit dem Speer. Alfonso kann glücklicherweise nicht allein, sondern mit Gefolge. Er überantwortet ihnen Adolfo als Gefangenen und lässt ihn einkerkern.


    Nachdem die beiden Liebenden – denn um solche handelt es sich ja offensichtlich – ihre gegenseitige Wiedersehensfreude bekundet haben, erzählt Estrella Alfonso, dass sie die Tochter des Königs von Leon sei. Alfonso, der nicht weiß, dass just jener es war, der seinen eigenen Vater vom Thron vertrieben hattte, verspricht Mauregato zu suchen und ihm – so es nötig sei – militärisch beizustehen.
    Er spricht den fliehenden Truppen Mauregatos Mut zu und erzählt ihnen dass der Anführer der Feinde, Adolfo bereits in den Kerker gebracht wurde, was die Kampfmoral der anderen untergraben werde.- Zum Beweis zeigt er Adolfos herumhängende Waffen. ER werde nun der Führer von Mauregatos Truppen sein – und er ruft mittels Hornsignalen seine Gefährten zur Unterstützung herbei.


    Froila und seine Mannen eilen nun herbei und Alfonso will Estrella seinem Vater zum Schutz übergeben. Dieser ist fassungslos, als er erkennen muß, dass es sich um Mauregatos Tochter handelt, in die sein Sohn verliebt ist – und dieser seinem Widersacher unterstützend zu Hilfe eilt um ihn zu retten. Letztlich sieht er aber in den Geschehnissen Gottes Fügung – verspricht Estrella, deren Liebreiz auch ihn verzaubert hat – sie zu beschützen und lässt den Sohn gewähren.



    2. Szene im Wald vor Froilas Hütte


    Mauregato ist auf der Flucht vor Froilas Hütte angekommen, den er vorerst für ein Trugbild hält. Dieser aber vergibt ihm, was Mauregato indes gar nicht annehmen will, letztlich aber dankbar akzeptiert. Als Alfonso mit seinen (natürlich) siegreichen Truppen zurückkehrt werden alle Mißverständisse aufgeklärt. Mauregato bekommt seine Tochter zurück, Adolfo wird (mir unverständlich) begnadigt, Alfons wird König von Leon und Estrella, seine Braut wird Königin.


    Der nun einsetzende Schlusschor endet mit:


    „Heil – Heil dem jungen Köng – Heil“



    C 2011 by Alfred Schmidt
    Für Tamino Klassikforum Wien

    SPARE IN DER NOT - DA HAST DU ZEIT DAZU



  • Als Schubert und Schober die Oper 1822 vollendet hatten - Schubert hielt das Libretto im Gegensatz zur Nachwelt nicht für schwach.
    Boten sie das Werk dem Wiener "Theater am Kärntnertor" an, welches sich in unmittelbarer Nähe der späteren Kaiserlich-königlichen Hofoper (heute: Wiener Staatsoper)befand. Es wurde jedoch abgelehnt. Ganz Wien war schon im "Rossini -" und "Donizettifieber" - und nach Rossini Donizetti klingt das Werk nun wirklich nicht. (Schubert hat aber - dem Trend der Zeit folgend - seine "Ouvertüre im italienischen Stil" geschrieben)


    So wurde es erst 1854 in Weimar, durch Franz Liszt, der es bearbeitet hatte, zur Aufführung gebracht.
    Aber da war nun schon Verdi in Mode.


    Wenn ich nun ein wenig über die Musik sagen soll, denn würde ich mich an Webers Freischütz erinneren, die Jägerchöre und auch der Bösewicht Adolfo, der entfernte Ähnlichkeit mit Kaspar aufweist.
    Dazu kommt eine Prise Carl Loewe - ich meine hier die "Ballade vom Wolkenmädchen", die der entmachtete König Froila auf dessen Bitte hin vorsingt. Wunderbare Liebesduette, Soldatenchöre und Rachearien runden das Bild ab.


    Ich finde das Libretto auch nicht so schlecht, wie das überall behauptet wird, es ist nicht sterotyper als vieles das heute als Meisterwerk gehandelt wird. Daß diese Oper ignoriert wurde ist mir unverständlich.



    Glücklicherweise gibt es EINE Aufnahme, die keine Wünsche offen lässt, weder von der Tontechnik her, noch von der Besetzung. Hermann Prey und Dietrich Fischer Dieskau sind die beiden königlichen Gegenspieler, Theo Adam verkörpert den Bösewicht Adolfo. Das junge Paar wird von Edith Mathis uns Walter Schreier dargestellt.


    Rundfunkchor und Staatskapelle Berlin unter Othmar Suitner geben ihr bestes......




    mfg aus Wien


    Alfred

    SPARE IN DER NOT - DA HAST DU ZEIT DAZU



  • 26 Jahre nach dem Tod des Komponisten:



    Alfonso und Estrella,
    Oper in 3 Akten von Franz Schubert (1821/22),
    Text von Franz von Schober,
    Uraufführung: 24.6.1854 Weimar unter Franz Liszt in einer gekürzten Fassung.
    (Die einzige Oper Schuberts ohne gesprochene Dialoge)
    Mit Rosa von Milde-Agthe • Carl Mayerhöfer • Feodor von Milde • August Höfer • A. Knapp • Eduard Liebert.


    LG

    Harald


    Freundschaft schließt man nicht, einen Freund erkennt man.
    (Vinícius de Moraes)

  • Glücklicherweise gibt es EINE Aufnahme, die keine Wünsche offen lässt, weder von der Tontechnik her, noch von der Besetzung. Hermann Prey und Dietrich Fischer Dieskau sind die beiden königlichen Gegenspieler, Theo Adam verkörpert den Bösewicht Adolfo. Das junge Paar wird von Edith Mathis uns Walter Schreier dargestellt.


    Rundfunkchor und Staatskapelle Berlin unter Othmar Suitner geben ihr bestes......


    Diese Aufnahme offenbart aber auch die dramaturgischen Schwächen des Werkes, das ich gern habe weil ich Schubert gern habe. :) Es hat wirklich hinreißende Musik, zerfällt aber regelrecht in seine einzelnen Bestandteile. Es gibt keine zusammenhaltende Kraft wie in dem erwähnten "Freischütz", der von ganz anderem Kaliber ist. Die Solisten können das letztlich auch nicht richten, auch Walter Schreier nicht. :D Aber Alfred weiß natürlich, dass der Mann Peter heißt.


    Gruß Rheingold

    Es grüßt Rüdiger als Rheingold1876


    "Was mir vorschwebte, waren Schallplatten, an deren hohem Standard öffentliche Aufführungen und zukünftige Künstler gemessen würden." Walter Legge (1906-1979), britischer Musikproduzent

  • Zit: "...die dramaturgischen Schwächen des Werkes, das ich gern habe weil ich Schubert gern habe."


    Da haben wir schon wieder etwas gemeinsam, Rheingold und ich. Schuberts Traum vom großen Opernkomponisten hat etwas von Tragik an sich. Als Lyriker, der er von seinem tiefsten Wesen her war, musste er auf der Opernbühne auf verlorenem Posten stehen. Es fehlt ihm ganz einfach die gestaltende und die Dinge im Potential des Konflikts zusammenzwingende Kraft des Dramatikers.
    Es ist schon so, wie sein Biograph Peter Gülke sagt:
    "Für die Beschäftigung mit dem Opernkomponisten Schubert möchte man wünschen, was unmöglich ist: daß wir vergessen können, wie glücklos er blieb"
    Ich würde hinzufügen: Und bleiben musste!

  • Halbszenisch und stark gekürzt, immerhin:



    Budapest MÜPA, 17 November 2022


    Patrick Grahl | ALFONSO
    Lydia Teuscher | ESTRELLA
    Krešimir Stražanac | FROILA
    Johannes Weisser | MAUREGATO
    Arttu Kataja | ADOLFO
    Péter Magyar | ANFÜHRER


    Cantemus Mixed Choir
    Helsinki Baroque Orchestra on period instruments


    Aapo Häkkinen


    Die orchesterbegleiteten Rezitative lehnen sich eng an die Sprache an. Hier nutzt Schubert häufig einen größeren Tonumfang und größere Intervalle als in den Rezitativen des vorangegangenen Jahrhunderts. Möglicherweise orientierte er sich dabei an den Finali von Mozarts Zauberflöte

    Allerdings.


    Vor allem im ersten Akt hat sich doch da Tamino eingeschlichen? Schubert hätte vermutlich im Opernsektor etwas bewirkt, hätte man ihn nur gelassen. Das hier jedenfalls ist mir persönlich trotz der zahlreichen Auslassungen zu angestrengt und zu anstrengend ... auch das Verdi vorausahnende Ufftata nervt. Hier würde passen, was Joseph II. (also der richtige 8-)) dereinst irrtümlich an Mozart gerichtet haben soll: „Zu viele Noten, lieber ...“ Schubert.


    Der Glaube kann Sätze verbergen.