Grundsätzlich sehe ich das auch so und der Vergleich kam mir ebenfalls schon in den Sinn.
Allerdings halte ich es für möglich, daß man sich (als Nichtgläubiger) in Religiöses durchaus besser „hineinversetzen“ kann als z.B. in andere Nationalitäten bzw. Mentalitäten. Es gibt so etwas wie „Ersatzreligionen“, die dem gefühlsmäßig vielleicht doch recht nahe kommen (können), anders als bei Nationalitäten oder Mentalitäten, die man vielleicht doch eher nur objektiv nachvollziehen (und ggfs. akzeptieren) als real fühlen kann. Denn: Trauer, Freude, Demut, Buße usw. sind (für mich jedenfalls) keine ausnahmslos dem Religiösen vorbehaltenen Gefühle; man kann beispielsweise die Geburt Jesu auch auf die Geburt irgendeines irdischen (zumal des eigenen) Kindes kopieren; gleichfalls funktioniert es mit Trauer und den anderen Gefühlswelten, auch Transzendenz.
Die nächste Frage wäre: höre ich als Nichtgläubiger einen Unterschied, ob ein Gläubiger oder Nichtgläubiger spielt? Oder ist die Frage nicht zulassungsfähig, da sakrale Musik nur für Glaubende gemacht ist?
