Puccini "Suor Angelica" am 20.5.2011 im Konzerthaus Dortmund

  • Wieder einmal hat das Konzerthaus Dortmund eine konzertante Oper in großartiger Besetzung aufgeführt.


    Die Mitwirkenden waren:


    Suor Angelica - Kristine Opolais


    Sr. Genovieffa - Mojca Erdmann


    Principessa - Lioba Braun


    Sr. Zelatrice - Nadezhda Serdyuk


    alle anderen Schwestern waren Mitglieder des WDR-Rundfunkchores !


    Kinderchor des Theater Bonn


    WDR - Rundfunkchor


    WDR - Sinfonieorchester Köln


    Ltg. David Marlow


    Die Handlung dieser Oper, die von Puccini ja als dritte in seinem Trittico neben "Tabarro" und "Gianni Scicci" komponiert wurde, spielt in einem Kloster. Sr. Angelica, eine junge Adlige, wurde wegen eines "Fehltritts" und der "unehelichen" Geburt eines Sohnes von ihrer Familie in ein Kloster verbannt. Während die anderen Nonnen nach dem Abendgebet ihre kleinen Wünsche offenbaren, sehnt sich Angelica nach einer Nachricht ihrer Familie über ihren Sohn. Da erscheint eine Besucherin, ihre Tante die Fürstin. Sie will mit Angelica deren Erbverzicht besprechen, da die jüngere Schwester - trotz der Schande, die Angelica über die Familie gebracht hätte, heiraten könnte. Angelica will nur wissen, wie es ihrem Sohn geht, nach langem Zögern gesteht die Tante , dass das Kind bereits vor zwei Jahren verstorben ist. Angelica will ihrem Kind in den Tod folgen und mischt sich einen Gifttrank. Als sie davon trinkt erkennt sie in diesem Moment die Todsünde und glaubt sich daher für immer von ihrem Kind getrennt. Sie ruft die Mutter Gottes an und erbittet die Errettung ihrer Seele. Ein Wunder geschieht, Sr. Angelica sieht Maria mit einem kleinen Kind, sie sinkt zu Boden und stirbt.


    Ursprünglich sollte der neue "Superstar" am Dirigentenpult Andris Nelsons dirigieren, er musste aber wegen einer Blinddarmoperation absagen und empfahl den neuen Chorleiter des Rundfunkchores David Marlow, der ihm in Bayreuth beim Lohengrin assistiert hat. Ob die Aufführung mit Nelsons am Pult noch besser gewesen wäre, kann man ja nicht beurteilen, aber Marlow machte es grossartig. Das Orchester und der Chor - den er ja eínstudiert hatte - folgten seinem Dirigat sehr aufmerksam und alles gelang aufs Beste !


    Gesanglich erlebte man eine Sternstunde, die grösste und wichtigste Rolle der Sr. Angelica war mit Kristine Opolais phantastisch besetzt. Die erst 31 - jährige , bildschöne Sopranistin sang und gestaltete die Rolle - so wie im Rahmen einer konzertanten Aufführung möglich - grandios. Vor allem die große Schlußszene mit dem Chor war ergreifend und mitreissend. Ich glaube, da wächst wieder mal ein sängerischer Superstar heran - wieder aus Lettland ! Wer die Zeit und die Mölglichkeit hat sollte sich das Konzert am 16. Okt. 2011 im Konzerthaus wieder mit dem WDR-Orchester und Andris Nelsons (ihrem Ehemann) anhören ! (Ein Sinfoniekonzert mit Orchesterliedern von Ravel)


    Aber auch die anderen Sängerinnen, ganz besonders Lioba Braun als Fürstin, waren großartig, auch die Damen aus dem Rundfunkchor, die die anderen Nonnen sangen, konnten gegen die bekannten Kolleginnen gut mithalten.


    Zum Auftakt des Konzertes wurden Claude Debussy`s "Trois Nocturnes" für Orchester und Frauenchor aufgeführt - ebenfalls ein Genuss !