La luna - der Mond in der Musik

  • Hm, ich weiss weder, ob der Titel sagt, was ich meine, noch, ob ich hier richtig bin...


    Folgendes:


    Gestern habe ich mir eine Schubert-Lieder-Cd gekauft, Bostridge und Drake. Und beim Lied: "An den Mond" war ich, gelinde gesagt, etwas irritiert...


    Drake beginnt zu spielen und ich hab sofort nachgelesen, ob sich nicht zufällig Beethovens Mondscheinsonate in die CD geschlichen hat...


    Kann es sein, dass
    a) dieses Motiv des "zerlegten Akkordes" (oder wie auch immer man es nennt - meine aktive Klavierzeit ist auch schon ein paar Jährchen zurück und theoretisch habe ich mich nicht wahnsinnig intensiv gebildet :wacky: ) ein musikalischer Ausdruck für den Schein des Mondes ist? Speziell in der Klaviermusik?
    b) Schubert hier ausdrücklich dem Beethoven huldigt?
    c) es purer Zufall ist?
    d) ich was falsches gehört habe?


    Ich bitte um Aufklärung,


    Danke

  • Hm, jetzt komm ich selber drauf, dass die Fragestellung hinkt, weil:


    Beethoven hat die Sonate ja gar nicht selber Mondscheinsonate genannt, er hat ihr ja nur den Hinweis quasi una fantasia gegeben. Die Bezeichnung stammt von einem Musikredakteur oder Musikwissenschaftler, ich habe nur noch nicht gefunden, wann er sie so "getauft" hat. Auf jeden Fall aber später. Aber das heisst, ich muss die Möglichkeit, dass Schubert hier Beethoven wegen dem selben Thema, nämlich dem Mond (bzw dem Mondschein), zitiert, ausschliessen. Stellt sich die Frage, ob dieser Musikredakteur der Sonate den Namen wegen Schuberts Lied gegeben hat... (in wikipedia steht allerdings, er hätte sie so getauft, weil sie ihn an eine nächtliche Bootsfahrt erinnert hätte oder so ähnlich...)


    Wird ja direkt spannend, finde ich.

  • Joseph Martin Kraus: "Seht dort das kalter Nachtgesicht" nach Matthias Claudius. Beschreibt, wie ein Dieb von einer kalten Hand ergriffen und zur Strafe für seine Tat auf den Mond bugsiert wird. Zugleich ein unheimliches Wiegenlied.

  • Nicht unbekannt ist das fanzoesiche Volkslied "Au clair de la lune".


    Au clair de la lune, mon ami Pierrot
    Prête-moi ta plume, pour écrire un mot.
    Ma chandelle est morte, je n'ai plus de feu.
    Ouvre-moi ta porte, pour l'amour de Dieu.


    Au clair de la lune, Pierrot répondit
    Je n'ai pas de plume, je suis dans mon lit.
    Va chez la voisine, je crois qu'elle y est
    Car dans sa cuisine, on bat le briquet.


    Au clair de la lune, l'aimable Lubin
    Frappe chez la brune, elle répond soudain
    « Qui frappe de la sorte ? », il dit à son tour
    « Ouvrez votre porte pour le Dieu d'Amour »


    Au clair de la lune, on y voit qu'un peu
    On chercha la plume, on chercha du feu
    En cherchant d'la sorte je n'sais c'qu'on trouva
    Mais je sais qu'la porte sur eux se ferma.


    LG, Paul

  • Bei Mondaufgang soll in der Oper Turandot der Prinz von Persien hingerichtet werden.
    Die schaulustige Menge erwartet das Spektakel.
    Puccini hat dazu einen wunderbaren Chor geschrieben!


    LA FOLLA
    Perchè tarda la luna?
    Faccia pallida!
    Mostrati in cielo!
    Presto, vieni!
    Spunta!
    O testa mozza!
    O squallida!
    Vieni!
    Spunta!
    Mostrati in cielo!
    ...
    Mostrati, o faccia pallida!
    O faccia pallida!

  • Beim Stöbern alter Beiträge kam ich zu diesem Thema und mir fiel spontan ein spanisches Lied ein, Hijo de la luna (spanisch: „Sohn des Mondes“) ist ein Lied über eine alte Legende, das von José Maria Cano geschrieben wurde


    Tonto el que no entienda...
    Cuenta una leyenda...
    Que una hembra gitana
    conjuró a la luna hasta el amanecer.
    Llorando pedía, al llegar el día,
    desposar un calé.


    "Tendrás a tu hombre piel morena."
    desde el cielo habló la luna llena
    "Pero a cambio quiero
    el hijo primero
    que le engendres a el.
    Que quien su hijo inmola
    para no estar sola
    poco le iba a querer."


    Luna quieres ser madre
    y no encuentras querer
    que te haga mujer.
    Dime luna de plata,
    ¿Que pretendes hacer
    con un niño de piel?


    -Hijo de la luna-


    De padre canela nació un niño
    blanco como el lomo de un armiño
    con los ojos grises
    en vez de aceituna
    niño albino de luna
    "Maldita su estampa
    este hijo es de un payo
    y yo no me lo cayo."


    Luna quieres ser madre
    y no encuentras querer
    que te haga mujer.
    Dime luna de plata,
    ¿Que pretendes hacer
    con un niño de piel?


    -Hijo de la luna-


    Gitano al creerse deshonrado
    se fue a su mujer cuchillo en mano.
    "¿De quien es el hijo?
    me has engañao fijo."
    y de muerte la hirió
    luego se hizo al monte
    con el niño en brazos
    y alli le abandono


    Luna quieres ser madre
    y no encuentras querer
    que te haga mujer.
    Dime luna de plata,
    ¿Que pretendes hacer
    con un niño de piel?


    -Hijo de la luna-


    y en las noches que haya luna llena
    sera porque el niño este de buenas
    y si el niño llora
    menguara la luna
    para hacerle una cuna
    y si el niño llora
    menguara la luna
    para hacerle una cuna.


    Inhalt Wikipedia:


    Eine Zigeunerin flehte die Mondin eine ganze Nacht lang an, ihr einen Mann zu schenken. Schließlich wurde ihr der Wunsch gewährt, und sie sollte einen dunkelhäutigen Zigeuner zum Mann bekommen. Doch die Mondin verlangte eine Gegenleistung. Sie wollte das erstgeborene Kind haben.


    Das Kind kam zur Welt, doch es war nicht dunkelhäutig, sondern hell wie das Fell eines Hermelins, mit grauen Augen, eben ein Kind der Mondin. Der Zigeuner glaubte an Zauberei oder Ehebruch und erstach seine Frau mit einem Messer. Das Kind brachte er auf einen Berg und ließ es dort liegen.


    Das Kind blieb dort und lebte weiter. In den Vollmondnächten ging es ihm gut, und wenn es weinte, nahm die Mondin ab, um dem Kind eine Wiege zu sein.


    Mutter und Mondin werden angeklagt: Wer sein ungeborenes Kind hergibt, um nicht einsam zu sein, kann das Kind nicht geliebt haben. Und die Mondin hat kein Recht auf Mutterschaft, denn sie hat niemanden, dessen Liebe sie zur Frau macht. Und was sollte sie auch mit einem Wesen aus Fleisch und Blut anfangen, einem Kind der Mondin?


    Liebe Grüsse

  • ”Look!
    Through the port comes the moon-shine astray!
    It tips the guard’s cutlass and silvers this nook;
    But ’twill die in the dawning of Billy’s last day ...“


    (Benjamin Britten: "Billy Budd")

  • Vaga luna, che inargenti
    queste rive e questi fiori
    ed inspiri agli elementi
    il linguaggio dell'amor;
    testimonio or sei tu sola
    del mio fervido desir,
    ed a lei che m'innamora
    conta i palpiti e i sospir.


    Dille pur che lontananza
    il mio duol non può lenir,
    che se nutro una speranza,
    ella è sol nell'avvenir.
    Dille pur che giorno e sera
    conto l'ore del dolor,
    che una speme lusinghiera
    mi conforta nell'amor.



    :angel: :angel: :angel:



    Dieses an schlichter Schönheit und melancholischer Süsse der Melodie kaum noch zu überbietende Lied steht in meiner Bellini-Favourite -Liste immerhin auf Platz 2 nach "O rendetemi la speme". Und das will etwas heissen! :yes:


    Der Text ist ungefähr derselbe wie bei Rusalkas Lied an den Mond. Offenbar wurde der Mond von Dichtern aller Völker als Symbol der Sehnsucht nach der oder dem entfernten Geliebten gesehen.


    Ein guter Tagesabschluss nach der Chorphantasie von Beethoven


    Bonne nuit


    F.Q.

  • "Et la lune descend sur le temple qui fut" - Claude Debussy, Images, Buch 2


    Und wurde eigentlich Goethes "An den Mond", von Schubert fesch vertont, schon erwähnt?



    Ach ja - Darius Milhaud! "La Creation du Mond" :untertauch:

  • Zitat

    Original von Cassiodor
    "Et la lune descend sur le temple qui fut" - Claude Debussy, Images, Buch 2


    Hallo,


    zu später Stunde....
    das berühmtere "Clair de lune" aus der Suite bergamasque von DEBUSSY wurde ja auch noch nicht genannt (die von Guercoeur genannte Version für Singstimme ist mir unbekannt)


    Auch noch nicht genannt (wenn ich nichts übersehen habe):
    Verstohlen geht der Mond auf...
    zu finden z.B. von J. BRAHMS Zweiter Klaviersonate bis zu B. ENGELBRECHTS wunderschönen Bearbeitung für 4-12 stimmigen Chor.


    ..und gabs in der Moldau von SMETANA nicht auch etwas mit Mondschein und Elfen?


    petit concours souhaite:
    Bonne nuit.

    Hören, hören und nochmals hören: sich vertraut machen, lieben, schätzen.
    Keine Gefahr der Langeweile, im Gegensatz zu dem, was viele glauben, sondern vielmehr Seelenfrieden.
    Das ist mein bescheidener Rat. (S. Richter, 1978)

  • Die Lotosblume ängstigt
    Sich vor der Sonne Pracht
    Und mit gesenktem Haupte
    Erwartet sie träumend die Nacht.


    Der Mond, der ist ihr Buhle
    Er weckt sie mit seinem Licht,
    Und ihm entschleiert sie freundlich
    Ihr frommes Blumengesicht,


    Sie blüht und glüht und leuchtet
    Und starret stumm in die Höh';
    Sie duftet und weinet und zittert
    Vor Liebe und Liebesweh.



    Heinrich Heine - vertont von einem anderen, der auch in Düsseldorf nicht glücklich wurde ... (Myrten)
    aber auch von Carl Löwe und Carl Orff!



    Und als herber Kontrast dazu


    Brecht/Weill: Alabama-Song!

  • Zitat

    Original von Cassiodor
    Heinrich Heine - vertont von einem anderen, der auch in Düsseldorf nicht glücklich wurde ... (Myrten)
    aber auch von Carl Löwe und Carl Orff!


    Da hier schon Orff genannt wurde, so sollte man bevorzugt seinen eigenen Text und dessen Vertonung, dieses wundersam-magische Welttheater "Der Mond" nennen (übrigens einer meiner Lieblingsopernausgänge)


    Liebe Grüße Peter



  • Was Verlaines Gedciht "Clair de lune" angeht, hat Debussy Selbiges gleich hin mehreren Versionen vertont, einmal in den "Quatre chansons de jeunesse" und einmal wesentlich später in seiner "Reifezeit".
    Mit dem gleichnamigen Klavierstück haben Beide ncihts zu tun. :no:
    Tja, da zeigt sich wieder der eklatante Mangel an Kunstlied-Threads bei Tamino. :wacky:
    Debussy- Lieder sind eine so reiche und so unbekannte Welt !


    Und auch Fauré hat dieses Verlaine-Gedicht aus den "Fêtes galantes" in herrliche Noten gesetzt.( der Klavierpart alleine ist schon aufführungswert) es fällt da sehr schwer, zu entscheiden, welche Version die Schönste ist!


    Das Erstaunliche und Beeindruckende ist, dass bei diesen Liedern eine Art Gesamtkunstwerk entsteht.
    Den Fëtes galantes von Verlaine liegen die Gemälde von Watteau zugrunde, die wiederum auf die Commedia dell"arte Bezug nehmen. All das zusammen ist in den verschiedenen Künsten auf so kongeniale Weise ausgedrückt, dass hier Theater, Malerei, Literatur und Musik ins Eines zerfleissen.
    Einfach höchste Kunst auf kleinstem Raum, was da passiert. :jubel: :jubel: :jubel:


    Fairy Queen



    Bei Bellini habe ich oben vergessen: in meienr Lieblingsarei aus den Puritani "O rendetemi la speme" spielt der Mond natürlcih auch eine ganz grosse Rolle! Vien diletto, in ciel la LUNA, tutto tace intorno."


  • Janacek, Die Ausflüge des Herrn Broucek
    Teil 1 - Auf den Mond


    Der Prager Spießbürger Herr Broucek ("Käferchen") träumt im Biersuff, er wäre auf dem Mond, wo er von einer äußerst feinen Künstler- und Intellektuellenwelt willkommen geheißen wird.
    Auf dem Mond spricht man möglichst in wohlklingenden Versen - das geht ja noch, aber als Herr Broucek darüber aufgeklärt wird, daß man sich statt zu essen vom Riechen zu ernähren hat, fühlt sich der bierdurstige und wursthungrige Held zunehmend unbehaglich und ergreift schließlich die Flucht.


    Janacek nimmt in diesem ersten Teil seiner Opernbilogie nicht nur den Spießbürger aufs Korn, sondern auch die Intellektuellenszene, die dem folkloristischen Exoten Janacek die Anerkennung verweigerte. (Im zweiten Teil gerät Herr Broucek ins Mittelalter, wo er bei einem Prager Befreiungskrieg eine äußerst jämmerliche Figur abgibt. Beides zusammen ist nicht gerade einfach auf der Bühne darzustellen, und außerhalb Tschechiens sehr schwer zu vermitteln. Schade um so viel herrliche Musik, besonders das Ende des ersten Teils).

  • Hier der deutsche Text von der Ballade Hijo de la Luna, gesungen hat es u.a.
    Sarah Brightman und Montserrat Caballe


    Ein Dummkopf der's nicht versteht
    Erzählt eine Legende:
    Wie eine Zigeunerin
    Den Mond beschwor
    Bis zur Morgendämmerung
    Weinend bat sie, als der Morgen kam
    Einen Zigeuner heiraten zu dürfen
    'Du wirst deinen dunkelhäutigen Mann haben'
    Sprach der Vollmond vom Himmel herab
    'Doch im Tausch dafür will ich
    Den ersten Sohn
    Den du ihm gebärst'
    Wer sein Kind opfert um nicht allein zu sein
    Hätte es nur wenig geliebt


    Refrain:
    Mond, du willst Mutter sein
    Und findest nicht die Liebe, die dich zur Frau macht
    Sag mir, Silbermond
    Was willst du tun
    Mit einem Kind aus Fleisch und Blut
    Sohn des Mondes?


    Dem zimtfarbenen Vater wurde ein Kind geboren
    Weiß wie der Rücken eines Hermelins
    Mit grauen Augen, statt olivfarbenen
    Albinokind des Mondes
    'Verflucht sei sein Antlitz!
    Dieses Kind ist von einem Bauern
    Und ich habe keinen Anteil daran'


    Der Zigeuner fühlte sich entehrt
    Ging zu seiner Frau, das Messer in der Hand:
    'Von wem ist das Kind?
    Du hast mich betrogen!'
    - und tötete sie damit
    Danach begab er sich auf einen Berg
    Mit dem Kind in den Armen
    Und setzte es dort aus


    Refrain


    Und in den Nächten, in denen der Vollmond scheint
    Wird es sein, weil es dem Kind gut geht
    Und wenn das Kind weint
    Nimmt der Mond ab
    Um ihm eine Wiege zu sein
    Und wenn das Kind weint
    Nimmt der Mond ab
    Um ihm eine Wiege zu sein

  • Darf’s zur Abwechslung auch einmal etwas a-cappella-Chormusik sein? Es gibt von Harald Genzmer ein kurzes, aber nichtsdestoweniger beeindruckendes Chorstück namens „Der schwarze Mond“. Leider weiß ich nicht, ob es das Stück auf irgend einem Tonträger gibt (habe allerdings auch nicht recherchiert, weil’s schon so spät ist!).


    Des Weiteren vermisse ich bei den Nennungen zu Orffs „Der Mond“ die Doppel-CD, die bei RCA-Classics erschienen ist und außer genannter Oper (natürlich!) auch „Die Kluge“ enthält, beides eingespielt unter Kurt Eichhorn und der Regie von Carl Orff. Ich schweife jetzt zwar vom „Mond-Thema“ ab, aber allein schon Lucia Popp in der Rolle der „Klugen“ ist die Anschaffung der CD wert – das „Schuschuhu, es fallen dem König die Augen zu“ (9. Szene) ist einfach nur berückend schön: höchste Gesangskunst! Leider fällt die Aufnahme von „Der Mond“ gegenüber der „Klugen“ deutlich ab, wobei ich mir allerdings nicht sicher bin, ob das nur an der Interpretation oder auch an der Komposition liegt (immerhin führte Orff selbst Regie bei der Aufnahme und war wohl mit ihr zufrieden – na ja). Es ist wohl auch kein Zufall, dass „Die Kluge“ das wesentlich populärere Werk von den beiden ist.


    Grüße, harry