ALFANO, Franco: CYRANO DE BERGERAC

  • Franco Alfano ( 1875 - 1954 )

    Cyrano de Bergerac

    Oper in 4 Akten


    Libretto: Henri Cain nach Edmond Rostand
    Originalsprache: Französisch


    Uraufführung 1936 in Rom


    PERSONEN DER HANDLUNG

    Cyrano de Bergerac, ein Gascogner Edelmann, Tenor
    Roxane, seine Cousine, Sopran
    Christian de Neuvillette, ein Musketier, Tenor
    De Guiche, französischer Kommandant, Bariton
    Lignière, ein Dichter, Bass
    Le Bret, De Valvert, Offiziere, Bass und Bariton
    Ragueneau, Gastwirt, Bariton
    Roxanes Vertraute, Mezzosopran
    Edelleute, Soldaten, Volk


    Die Handlung spielt 1640 und 1654 in Paris und Arras

    Vorbemerkungen:
    Cyrano de Bergerac ist ein streitsüchtiger Edelmann, brillanter Degenfechter und Poet. Im Mittelpunkt steht die schöne Roxane, seine Cousine, in die er verliebt ist, aber wegen seiner übergroßen Nase nicht den Mut aufbringt, es ihr zu gestehen. Roxane ihrerseits hat sich in den wohlgestalteten Christian de Neuvillette verliebt. Auch er ist verliebt, aber sprachlich zu ungewandt, um Roxane zu erobern. Außerdem ist da noch der Graf de Guiche, der Roxane heimlich liebt, sie mit dem Vicomte de Valvert verheiraten und zu seiner Maitresse machen will.


    Inhaltsangabe


    ERSTER AKT
    Im Hotel de Bourgogne
    Eine bunte Zuschauermenge aus Bürgern, Soldaten und Adligen wohnt einem Schauspiel bei. Unter den Zuschauern befinden sich auch Roxane und Christian.
    Als der Schauspieler Montfleury zu seinem ersten Monolog ansetzt, erscheint Cyrano und verbietet ihm das Weiterspielen. De Valvert schreitet ein und provoziert Cyrano, indem er über seine Nase spottet. Es kommt zum Duell, während dessen Cyrano gleichzeitig nebenher eine Ballade dazu dichtet. De Valvert wird verwundet und von seinen Anhängern hinausgetragen, während die Zuschauer Cyrano applaudieren.
    Durch eine Vertraute Roxanes erhält Cyrano eine Einladung zu einem Treffen mit Roxane am folgenden Tage in der Gaststätte von Ragueneau.
    Schließlich taucht Lignière, ein Poet, auf und erklärt, dass de Guiche wegen eines von ihm verfassten Gedichts mit 100 Leuten gegen ihn anrücke. Cyrano stürzt sich allein in den Kampf gegen sie.


    ZWEITER AKT,
    1. Bild: In Ragueneaus Gaststätte
    Während das Essen bereitet wird, reimt Ragueneau ein Rezept.
    Cyrano tritt ein und fordert Ragueneau auf, die Leute wegzuschicken, damit er mit Roxane allein sein kann. Er beschließt, ihr einen Brief zu übergeben, in dem er seine Liebe erklärt, und dann zu flüchten.
    Ragueneau empfängt zunächst seine Dichterkollegen, die berichten, dass ein einzelner Mann an der Porte de Nesle 100 Leute besiegt habe. Nachdem die Dichter sich zurückgezogen haben, erscheint Roxane. Sie bedankt sich bei Cyrano, dass er de Valvert vertrieben habe, und gesteht ihm, dass sie sich in Christian de Neuvillette verliebt habe, den sie in Zuschauerraum gesehen habe. Da sie erfahren habe, dass Christian in das Regiment der Gascogner aufgenommen wurde, zu dem auch Cyrano gehört, bittet sie diesen, ihren Geliebten zu beschützen. Cyrano – bitter enttäuscht – sagt dennoch zu.
    Roxane geht und die Gascogner erscheinen. Nach einem Loblied auf die Gascogner wird Cyrano aufgefordert, von seinem nächtlichen Abenteuer zu berichten. Christian unterbricht die Erzählung mehrmals, indem er auf Cyranos Nase anspielt. Es kommt zum Streit. Nachdem die übrigen den Raum verlassen haben, bietet Cyrano aus Liebe zu Roxane Christian die Freundschaft an. Er schlägt ihm, der seine sprachlichen Schwächen eingesteht, vor, bei der Eroberung Roxanes zu helfen. Sie schließen ein Bündnis, in dem Cyrano den Geist, Christian die Wohlgestalt spielen soll..


    2. Bild:Vor Roxanes Balkon
    De Guiche ist gekommen, um Abschied zu nehmen, da er mit seinem Regiment, zu dem auch Christian gehört, nach Arras soll. Die Verzweiflung Roxanes deutet er zunächst zu seinen Gunsten, bis er erkennt, dass Christian gemeint ist.
    Als er gegangen ist, tritt Cyrano auf. Roxane bittet ihn, Christian zu bestellen, dass er auf sie warten möge. Cyrano indessen horcht sie aus, worüber sie mit Christian reden wolle.
    Christian kommt und Cyrano schlägt ihm vor, für ihn zu sprechen. Dieser weist das zunächst zurück. Als Roxane erscheint, fordert sie Christian auf, über die Liebe zu reden, ist jedoch mit seinem Gestammel nicht zufrieden und zieht sich zurück.
    Cyrano, der sich im Hintergrund gehalten hat, bietet nun an, ihm die passenden Worte zu soufflieren. Als auch das nicht gelingt, tauschen sie die Kleider und Cyrano trägt statt seiner eine Liebeserklärung vor. Ergriffen stimmt Roxane zu, dass Christian zu ihr auf den Balkon steigen darf. Während sie sich küssen, bricht Cyrano unten verzweifelt zusammen.

    DRITTER AKT
    Auf dem Schlachtfeld vor Arras
    De Guiche hat Christian sofort nach seiner Hochzeit gezwungen, mit zur Belagerung von Arras zu ziehen.
    Die französischen Soldaten sind von den Spaniern eingekesselt, hungern und beginnen, den Mut zu verlieren. Cyrano, der Roxane versprochen hat, dass Christian sich häufig melden wird, schreibt täglich zwei Briefe in dessen Namen und schmuggelt sie durch die Reihen der Spanier.
    De Guiche tritt auf, beschwert sich darüber, dass man ihn im Lager verspottet und prahlt mit seinen Heldentaten. Dadurch zieht er weiteren Spott auf sich.
    Christian erfährt durch Cyrano von den Briefen, entreißt ihm den letzten Brief und steckt ihn ein.
    Eine Kutsche erscheint. Roxane hat sich, gerührt von den Briefen, mit einem Wagen voller Lebensmittel an den Spaniern vorbeigemogelt, um ihren Geliebten zu besuchen. Als Christian im Gespräch mit ihr erkennt, dass sie nur die Beredsamkeit Cyranos liebt, bittet er diesen, ihr alles zu gestehen, und entfernt sich. Doch Cyrano weigert sich.
    Ein Schuss fällt und Christian wird tödlich verwundet hereingetragen. Roxane findet bei dem Sterbenden den letzten Brief und sinkt verzweifelt über dem Toten zusammen.

    VIERTER AKT
    In einem Kloster 14 Jahre später
    Roxane, die immer noch um Christian trauert, hat sich in ein Kloster zurückgezogen. De Guiche erscheint, fragt, ob sie ihm verziehen habe, erkundigt sich nach Cyrano, der jeden Samstag seine Cousine besucht, und würde ihn gerne noch einmal sehen.
    Le Bret erzählt, dass Cyrano sich durch seine Schriften, in denen er Heuchler, falsche Fromme, Wichtigtuer und ähnliche Leute angreift, viele Feinde geschaffen habe. Dann erscheint Ragueneau, der Le Bret über ein Ereignis informiert. Beide eilen davon.
    Roxane wundert sich, dass Cyrano sich das erste Mal in 14 Jahren verspätet. Da wankt er herein, am Kopf getroffen von einem Meuchelmörder, was er zunächst unter seinem Hut verbirgt. Nachdem er die übliche Wochenchronik bis zum Freitag vorgetragen hat, fragt er nach Christians letztem Brief, von dem Roxane ihm versprochen hatte, dass er ihn eines Tages lesen dürfe. An der Art, wie er ihn liest und zum größten Teil auswendig vorträgt, merkt Roxane endlich, dass der Brief von ihm selbst stammt und dass er sie liebt. Dann vollendet er seine Wochenchronik, indem er erzählt, dass am Samstag Cyrano durch Mörderhände ein unrühmliches Ende fand, und enthüllt seine Wunde. Stehend will er den Tod erwarten, mit dem Degen in der Hand. Schließlich bricht er zusammen und stirbt in Roxanes Armen.

    Anmerkungen: Alfano 1876 bei Neapel geboren, gestorben1954 in San Remo, ist in erster Linie durch seine Vollendung von Puccinis Turandot bekannt. Er selbst hat neben Cyrano der Bergerac noch weitere Opern geschrieben, die dem Verismo zugezählt werden.

    Alle Kunst ist der Freude gewidmet, und es gibt keine höhere und keine ernsthaftere Aufgabe, als die Menschen zu beglücken. Die rechte Kunst ist nur diese, welche den höchsten Genuß verschafft.
    (Schiller: Die Braut von Messina, Kapitel 2)

    4 Mal editiert, zuletzt von Gerhard Wischniewski ()

  • Gerhard Wischniewski

    Hat den Titel des Themas von „ALFANO, Franco: Cyrano de Bergerac“ zu „ALFANO, Franco: CYRANO DE BERGERAC“ geändert.