Siegfried Wagner - Im Schatten des Vaters (?)

  • Weil ich da unten gerade den Kopf von Klein-Wagner :D sehe.
    Ich kenne einige Musikstücke von ihm aber noch keine Oper komplett.
    Welche seiner Bühnenwerke könnt ihr mir empfehlen ?

  • Empfehlung:
    Die einzige Oper von ihm, die ich auf CD habe:
    Der Bärenhäuter
    Label Marco Polo - Low Price - 2 CDs


    Aus dem Textheft abgepinselt:
    Im "Bärenhäuter" steht der Dreißigjährige Kried nicht nur als Metapher für das Schreckbild aller Kriege, sondern zugleich als Metapher für eine Generation, die nichts anderes kennengelernt hat und nun mit der Wendung zum Frieden nicht umzugehen weiß......
    Dirigent: Konrad Bach
    Thüringisches Sinfonieorchester, Rudolstadt
    Besetzung ist für mich weitgehend unbekannt.
    Der Titelheld wird von Volker Horn sehr gut gesungen, die Damen sind mir etwas schrill.


    Ich habe die Oper erst einmal gehört und erinnere mich, daß mir Sujet und Musik sehr gut gefielen.

    Otto Rehhagel: "Mal verliert man und mal gewinnen die anderen".
    (aus "Sprechen Sie Fußball?")

  • Hallo Christoph,


    Von den 15 Opern von Siegfreid Wagner sind derzeit als Gesamtaufnahmen erhältlich:



    Der Bärenhäuter (1899)
    Horn, Johanning, Wenhold, Waller,
    Thüringisches SO, Bach



    Bruder Lustig (1904)
    Klorek, Thies, Hesse, Bennett, St. Adam,
    Hagen PO, Fritsch



    Sternengebot (1905)
    Kruzel, Roberts, Lukic, Horn, Kinzel, Wenhold,
    Bayrisches Landesjugendorchester, Albert



    Banadietrich (1909)
    Wenhold, Johanning, Horn, Schmidt, Hanner, Kares,
    Thüringen SO Saalfeld-Rudolstadt, Gailis



    Schwarzschwanenreich (1910)
    Johanning, Raffeiner, Quandt, Hartmann,
    Thüringen SO Saalfeld-Rudolstadt, Bach



    Die Heilige Linde (1927)
    Wegner, Schellenberger, Lukic, Georg, Kruzel,
    Horn, Heidbüchel, Halmai, Trekel, Kwon, Otten,
    WDR Rundfunkchor Köln, WDR Sinfonieorchester
    Köln, Werner Andreas Albert



    Leider kann ich keine Empfehlungen abgeben, da ich keine der Aufnahmen kenne. Vielleicht springt jemand in die Bresche?


    Gruss
    Spielmann

  • Hallo Leute,
    was haltet ihr von Siegfried Wagner als Dirigent ?


    Die Aufnahmen mit Werken vom Papa und aus der eigenen Feder sind
    als Dokumente des Nachschöpfens sehr interessant (besonders die "Parsifal"-Ausschnitte aus Bayreuth 1927); er hatte ja oftmals unter ungünstigen Kritiken, was seine Dirigate betraf zu leiden.
    Aber das mag auch am großen Schatten vom Papa liegen...


    Gruß Heldenbariton

  • Zitat

    er hatte ja oftmals unter ungünstigen Kritiken, was seine Dirigate betraf zu leiden.


    Mag auch sein, daß es seine unpathetische Art war, die von Wagnerianern weniger goutiert wurde. Soweit es die Technik zuläßt, bekommt man bei Siegfried einen nach heutigem Standpunkt relativ modernen, nämlich analytischen, wenig überhitzten Wagner serviert.

  • Interessant sind auch die ausgesprochen zügigen Tempi. Der langsame und pathetische Stil kam offenbar erst in der dreissiger Jahren mit Toscanini, der die mit Abstand längsten Ring-Aufführungen hatte (zwei Stunden länger als Richer für den ganzen Zyklus) und später dann die weihevollen Zelebrierungen von Knappertsbusch.


    Man denkt oftmals, dass die langsamen Tempi direkt auf Wagner zurückgehen, aber das stimmt definitiv nicht. Richter, der Uraufführungsdirigent des Ring, der wie gesagt zeitlich mehr als zwei Stunden schneller ist als etwa Toscanini, wurde von Wagner ständig angehalten, doch bitte nicht zu schleppen. In den Regienotizen, die während der Ring-Proben von 1876 entanden, gibt es unzählige Eintragungen von Wagner: "Richter schleppt wieder!".


    Spielmann

  • Zu den von Wagner gewünschten, durchweg schnellen Tempi gibt es unter dem Link wehwehweh.porges.net/RichardWagnerTempo.html einen interessanten Aufsatz des Dirigenten Hartmut Haenchen, der für seinen Amsterdamer Ring auf die Regienotizen Heinrich Porges von 1876 zurückgegriffen hat. Dadurch wird klar, daß er keine vor Sentimentalität und Schlepperei triefenden Interpretationen wollte, sondern präzises, lebendiges Musizieren: "Stimmung ist nichts. Die Hauptsache ist und bleibt Kenntnis."

    "Mache es besser! (...) soll ein bloßes Stichblatt sein, die Stöße des Kunstrichters abglitschen zu lassen."


    (Gotthold Ephraim Lessing: Der Rezensent braucht nicht besser machen zu können, was er tadelt)

  • Sehr interessant finde ich in diesem Zusammenhang auch die Feststellung von Pierre Boulez, daß sich die meisten Vortragsbezeichnungen Wagners nicht auf ein Tempo, sondern auf den Ausdruck beziehen. Boulez sagt in seinem "Conducting"-Büchlein: ",Feierlich' ist eine Ausdrucksbezeichnung, keine Tempobezeichnung."
    Mir selbst war es immer unverständlich, daß Wagner, der ja im Gesang von einer gesteigerten Sprache ausging, ein so langsames Deklamationstempo intendiert haben soll. Meine Vermutung war, daß dieser Vollprofi aus seiner Kapellmeisterzeit wußte, daß Musiker lieber längere Notenwerte lesen als kürzere, weshalb er eben längere Werte schrieb, aber das bei einem relativ flotten Grundpuls. Dann kam das Mißverständnis der Toscanini/Furtwängler/Knappertsbusch-Zeit, daß der Grundpuls aufgrund der Vortragsbezeichnungen immer weiter verlangsamt wurde und, durch die langen Notenwerte, stellte sich der uns sattsam bekannte Zeitlupen-Wagner ein.
    Insoferne waren die Tempi Siegfried Wagners für mich ein ähnliche Aha-Erlebnis wie die von Boulez und Kegel: Wagner als dramatisch aufgepeitschte Deklamation mit dem symphonischen Kommentar des Orchesters über Psychologie und Zusammenhänge - das ist für mich genau jener Wagner, von dem ich das Gefühl habe, er ist bis heute einer der modernsten Komponisten überhaupt.

  • Vielleicht noch ein paar Worte zur Ausgangsfrage, den Komponisten Siegfried Wagner betreffend. Ich habe in meinem CD-"Repertoire" seine Opern Schwarzschwanenreich, Bärenhäuter, Wahnopfer, Bruder Lustig, Sternengebot und Banadietrich (bis auf eine Ausnahme alle Marco Polo). Außerdem drei CD mit sämtlichen Ouvertüren, erschienen bei cpo.


    Was ich an Siegfried W. bewundere, ist sein Mut, vielleicht auch sein Mut der Verzweiflung, dem übermächtigen Vater in derselben Profession nachzufolgen (wo er doch eigentlich Architekt werden wollte). Auch wenn er sich auf das Genre der Märchenoper (mit nicht selten kryptischen Inhalten) spezialisierte, um den Helden und Göttern des Ahnen nicht in die Quere zu kommen, so blieb er doch lebenslang "der Sohn", der schwer um seine eigene künstlerische Reputation kämpfen mußte und eigentlich doch spürte, daß er sub specie aeternitatis auf verlorenem Posten stand. Daß er unter der Fuchtel der regierenden Cosima und unter dem Einfluß der Bayreuther Kultgemeinde überhaupt einen eigenen kompositorischen Weg fand, grenzt an ein Wunder. Chapeau!


    Tragisch wie so manches in diesem Leben ist indessen, daß dieser kompositorische Weg in einer Sackgasse endete - im Gegensatz zu seinem Lehrer Engelbert Humpderdink, der, nicht weniger konservativ, mit seinen beiden Märchenopern Hänsel und Gretel, wo es orchestral zum Teil heftig "wagnert", und Königskinder (der Neubelebung, wie gerade in München geschehen, durchaus wert) diesem Genre beachtens- und hörenswerte Werke geschenkt hat.


    Man kann nicht behaupten, daß sich Siegfried Wagner kompositorisch von seinen Zeitgenossen inspirieren ließ. Die Opern des Duz-Freundes Richard Strauss registrierte er nur mit verwundertem Kopfschütteln, die Radikalität von Salome und Elektra hatten in Wahnfried keine gute Presse, ihr Erfolg indessen löste Neidreflexe aus. Und die neuen musikalischen Strömungen in Europa machten Wahnfried zu einer Wehrburg des Konservatismus - Richard Wagner Alpha et Omega. (Man denke, wie der Zeitgenosse Puccini gerade diese modernen Strömungen wie ein Schwamm aufsaugte und, eingebunden in die italienische Operntradition, etwas völlig Eigenständiges zu formen wußte).


    In diesem Klima konservativer Abwehr entstand eine Musik, die sich handwerklich durchaus hören lassen konnte. Siegfried konnte recht gut instrumentieren. Doch was er instrumentierte, war allenfalls gefällig, freundlich, jovial - so wie es der Wesensart des Komponisten entsprach. Was hingegen fehlte, was der geniale Funke, die Inspiration jenseits aller handwerklichen Fertigkeit, die die einem Werk erst ihren Karatgehalt gibt. Von den sechs Opern Siegfried Wagners, die ich bis jetzt hörte, hat bei mir keine mehr als archivalisches Interesse ausgelöst. Daß irgendwo in dieser Musik ein Diamant seiner Entdeckung harrt, halte ich für reichlich unwahrscheinlich. Vereinzelte Aufführungen seiner Opern nach 1945 haben nur kurzzeitige Neugier erwecken können.


    Eine voluminöse, fakten- und inhaltsreiche Biographie Siegfried Wagners legte Peter Pachl bei Nymphenburger vor. Wer sich mit einem "tragischen Helden" der Musikgeschichte näher befassen will, ist hier bestens versorgt.


    Florian

  • Momentan gibt es bei jpc zwei CDs mit Szene und Arien aus Bühnenwerken von Siegfried Wagner für lächerliche 1,99 Euro!


    Scenes & Arias for Baritone: Es singt Roman Trekel, Dirigent: Werner Andreas Albert, WDR Sinfonieorchester Köln
    Aus folgenden Werken: "Sonnenflammen", "Der Bärenhäuter", "Herzog Wildfang", "Der Kobold", "Bruder Lustig", "Banadietrich", "Schwarzschwanenreich", "Der Heidenkönig", "Der Schmied von Marienburg", "Rainulf und Adelasia"


    Scenes & Arias for Sopran: Es singt Dagmar Schellenberger, Dirigent: Werner Andreas Albert, WDR Sinfonieorchester Köln
    Aus folgenden Werken: "Der Schmied von Marienburg", "Der Kobold", "Sternengebot", "Schwarzschwanenreich", "Der Heidenkönig", "Der Friedensengel", "Rainulf und Adelasia" und "Sonnenflammen"


    Auf beiden CDs wird hervorragend musiziert und gesungen (besonders Roman Trekel gefällt mir außerordentlich, Dagmar Schellenberger ist aber auch gut!).


    Die beiden CDs sind mein erster Kontakt mit Siegfried Wagner und sie gefallen mir sehr gut, die Aufnahmen machen Lust darauf, die ganzen Werke kennenzulernen!


    Ich kann die Aufnahmen zu diesem Mini-Preis wirklich nur empfehlen!


    :yes:


    Florian

  • Nach meinen Höreindrücken (Bärenhäuter, Schwarzschwanenreich, Banadietrich, Heidenkönig) kann ich mich Florians Einschätzung nur anschließen: handwerklich solide Musik, nicht mehr. Insbesondere fehlen wirklich inspirierte und dankbare Gesangsnummern, er war halt kein Melodiker. Am besten gefällt mir noch Schwarzschwanenreich, auch wegen der interessanten Handlung.


    Gruß aus Frankfurt
    Dieter

  • Ich habe gerade Der Wagner-Clan. Geschichte einer deutschen Familie gelesen und möchte mich etwas kundiger über die Opern Siegfried Wagners machen.


    Wird eine davon irgendwo gegeben oder gibt es was gepresstes?


    Eine Übersicht habe ich unter http://de.wikipedia.org/wiki/Siegfried_Wagner gefunden. Außerdem gibt es eine Siegfried Wagner Gesellschaft http://www.siegfried-wagner.org/html/eingang.html
    Dort gibt es auch eine Aufführungsübersicht unter http://www.siegfried-wagner.org/html/auffuehrungen.html


    Ist das alles über ihn?

  • Lieber Jörn,


    einiges an Informationen über Siegfried Wagner hatten wir schon früher im Forum diskutiert.


    Du findest es hier!


    LG


    Harald :hello:

    Harald


    Freundschaft schließt man nicht, einen Freund erkennt man.
    (Vinícius de Moraes)

  • Es gibt mittlerweile - cpo und Naxos sei Dank - weitere Siegfried Wagner-Opern-Aufnahmen:






    sowie eine noch nicht genannte Einspielung von 1975:



    Vom "Kobold" gibt es sogar eine DVD:



    Damit liegen von den 17 Opern Siegfried Wagners bereits elf (!) als Einspielungen vor, Tendenz steigend.


    Noch nicht einspielt sind:


    - Herzog Wildfang
    - An allem ist Hütchen Schuld!
    - Der Schmied von Marienburg
    - Wahnopfer (unvollendet)
    - Walamund (unvollendet)
    - Das Flüchlein, das Jeder mitbekam (unvollendet)


    Ferner sind bei cpo sämtliche Orchesterwerke erschienen:



    :hello:

    »Finis coronat opus.« (Das Ende krönt das Werk.) – Ovid

  • Die Oper "Sternengebot", vollendet im Jahre 1906, spielt Anfang des 10. Jahrhunderts in Fritzlar, kurz vor den Königtumen Konrads I. (911-918) und Heinrichs I. (919-936), welche auch beide in der Oper vorkommen (Herzog Konrad; Junger Heinz).
    Eine weitere zentrale Figur in der Oper, Helferich, könnte eine autobiographische Verewigung Siegfried Wagners sein, dessen zweiter Vorname bekanntlich "Helferich" war.
    Der junge Heinz weist Parallelen zum Lieblingsschwager Siegfrieds, Henry Thode, auf.
    Am schwierigsten ist der sog. Kurzbold zu deuten, ein unehelicher Sohn des Herzogs, der alle gegeneinander ausspielt und Warnungen, die Zukunft betreffend, ausspricht.



    Nachfolgend sämtliche Figuren in der Oper:


    K o n r a d . d e r . S a l i e r ................................. Baß
    H i l t r u d , seine Gemahlin ................................. Mezzosopran
    A g n e s , beider Tochter ..................................... Sopran
    H e l f e r i c h . v o n . L a h n g a u ..................... Tenor
    A d a l b e r t . v o n . B a b e n b e r g ................. Bariton
    H e r b e r t , Ratgeber des Saliers ...................... Bariton
    J u l i a , seine Gattin ........................................... Sopran
    D e r . K u r z b o l d ............................................ Baß-Bariton
    B e r t h a , Julias Magd ....................................... Sopran
    C h r i s t o p h , Diener bei Konrad ..................... Baß
    S t i m m e . e i n e r . S e h e r i n ....................... Alt
    D e r . j u n g e . H e i n z (Heinrich der Kalwe) ... Tenor



    Die Kernaussage der Oper findet sich im Schlußgesang der Agnes:


    Höher als aller Sterne Gebot
    Waltet ein zweites: des Herzens Gebot!


    Dem Gefühl wird also eine höhere Wertigkeit zuerkannt als der Ordnung und dem Gesetz.


    Auffällig ist, daß Siegfried Wagner seiner Oper erstmals kein Orchestervorspiel voranstellt; lediglich 68 Takte des Schicksalsthemas leiten diese ein.


    "Sternengebot" ist noch ganz der romantischen Tonsprache verhaftet, der Impressionismus nur in der Julia-Szene spürbar. Die Oper gilt als "die bedeutendste Oper Siegfried Wagners [neben 'Sonnenflammen' und 'An allem ist Hütchen schuld!']" (vgl. hier).


    Mit seiner späteren Oper "Sonnenflammen" (1912) hat Wagner eine negative Fortsetzung des offenen Schlußes von "Sternengebot" geschaffen.


    Nach der Uraufführung am 21.1.1908 in Hamburg folgten im selben Jahr noch weitere (szenische) in Prag und Wien, 1916 in Hannover, 1926 in Weimar, 1928 in Karlsruhe, 1935 in Köln und 1943/44 in Stuttgart; nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die Oper bisher nur zweimal (konzertant) aufgeführt: 1977 in Wiesbaden und 1999 in Weikersheim, wo folgende, sehr empfehlenswerte Aufnahme mitgeschnitten wurde:



    Siegfried Wagner (1869-1930)
    STERNENGEBOT
    Horn, Lukic, Kruzel, Roberts, Kinzel,
    Wenhold, Sailer, Tamas, Fuhrmann, Suttner
    Bayerische Singakademie
    Bayerisches Landesjugendorchester
    WERNER ANDREAS ALBERT
    1999


    Zur Oper allgemein und zur Aufnahme speziell kann ich mich nur höchst lobend äußern. Manch ein Wagnerianer könnte jedoch enttäuscht werden, verwendet Wagner jun. doch eine ganz andere Tonsprache als sein berühmter Vater, die mir unpathetischer und zurückhaltender erscheint.



    Quellen:


    - Siegfried Wagner: Sternengebot, Op. 5, Marco Polo 8.225150-51, Beiheft
    - Internationale Siegfried Wagner Gesellschaft e.V., Bayreuth

    »Finis coronat opus.« (Das Ende krönt das Werk.) – Ovid

  • Die Reihe der Siegfried-Wagner-Opern bei Marco Polo geht weiter mit dem "Schmied von Marienburg, der in diesen Tagen veröffentlicht wird:



    Siegfried Wagner (1869-1930)
    Der Schmied von Marienburg

    3 CDs
    Erscheinungstermin: 6.4.2009
    Label: MarcoPolo , DDD, 2008


    Muthart, Blacksmith of Marienburg . . . . . Karl Schneider
    Friedelind . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Rebecca Broberg
    Willekin . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Ralf Sauerbrey
    Frau Madaldrut . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Anne Wieben
    The lame wanderer . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Johann Winzer
    Wanhilt . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Maacha Deubner
    Heinrich Reuß von Plauen . . . . . . . . . . . . . . Marek Kalbus
    Martin . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Johannes Föttinger
    Helwich von Hartenstein . . . . . . . . . Christoph von Weitzel
    PPP Music Theatre Ensemble, München
    Baltic Philharmonic Orchestra, Gdansk •
    Dirigent: Frank Strobel



    LG


    :hello:

    Harald


    Freundschaft schließt man nicht, einen Freund erkennt man.
    (Vinícius de Moraes)

  • Zur heutigen 150zigsten Wiederkehr der Geburt Siegfried Helferich Richard Wagner

    (* 6. Juni 1869 in Tribschen bei Luzern; † 4. August 1930 in Bayreuth)



    5235504



    Zu seiner Geburt vor 150 Jahren komponierte Richard Wagner das Siegfried-Idyll und widmete das Werk seiner Frau Cosima, die ihm am 6. Juni 1869 als drittes Kind einen Sohn geboren hatte. Es war symbolisch, für seinen Sohn Siegfried Motive aus seiner Oper Siegfried für diese Kammermusikkomposition zu verwenden.


    LG Fiesco

    Il divino Claudio
    "Wer vermag die Tränen zurückzuhalten, wenn er den berechtigten Klagegesang der unglückseligen Arianna hört? Welche Freude empfindet er nicht beim Gesang seiner Madrigale und seiner Scherzi? Gelangt nicht zu einer wahren Andacht, wer seine geistlichen Kompositionen anhört? … Sagt nur, und glaubt es, Ihr Herren, dass sich Apollo und alle Musen vereinen, um Claudios vortreffliche Erfindungsgabe zu erhöhen." (Matteo Caberloti, 1643)

  • Zur heutigen 150zigsten Wiederkehr der Geburt Siegfried Helferich Richard Wagner

    (* 6. Juni 1869 in Tribschen bei Luzern; † 4. August 1930 in Bayreuth)



    5235504



    Zu seiner Geburt vor 150 Jahren komponierte Richard Wagner das Siegfried-Idyll und widmete das Werk seiner Frau Cosima, die ihm am 6. Juni 1869 als drittes Kind einen Sohn geboren hatte. Es war symbolisch, für seinen Sohn Siegfried Motive aus seiner Oper Siegfried für diese Kammermusikkomposition zu verwenden.


    LG Fiesco

    Il divino Claudio
    "Wer vermag die Tränen zurückzuhalten, wenn er den berechtigten Klagegesang der unglückseligen Arianna hört? Welche Freude empfindet er nicht beim Gesang seiner Madrigale und seiner Scherzi? Gelangt nicht zu einer wahren Andacht, wer seine geistlichen Kompositionen anhört? … Sagt nur, und glaubt es, Ihr Herren, dass sich Apollo und alle Musen vereinen, um Claudios vortreffliche Erfindungsgabe zu erhöhen." (Matteo Caberloti, 1643)

  • Da ich mir anlässlich des Geburtstags von Wolfgang A. Mozart auch keine Musik von Vater Leopold anhöre, höre ich gerade Musik von Siegfried Wagner selbst:


    Beste Grüße vom "Stimmenliebhaber"


    Für einige hier habe ich höchstens noch ab und an einen Smiley übrig...

  • Ich habe mir vor einer Weile, bei der Erstellung meiner besonderen Erinnerung, diese symphonische Dichtung angehört:


    Liebe Grüße


    Willi:)

    1. "Das Notwendigste, das Härteste und die Hauptsache in der Musik ist das Tempo". (Wolfgang Amadeus Mozart).
    2. "Es gibt nur ein Tempo, und das ist das richtige". (Wilhelm Furtwängler).

  • Zitat von Stimmenliebhaber

    Da ich mir anlässlich des Geburtstags von Wolfgang A. Mozart auch keine Musik von Vater Leopold anhöre, höre ich gerade Musik von Siegfried Wagner selbst:

    Bla bla bla bla! :baeh01:


    LG Fiesco

    Il divino Claudio
    "Wer vermag die Tränen zurückzuhalten, wenn er den berechtigten Klagegesang der unglückseligen Arianna hört? Welche Freude empfindet er nicht beim Gesang seiner Madrigale und seiner Scherzi? Gelangt nicht zu einer wahren Andacht, wer seine geistlichen Kompositionen anhört? … Sagt nur, und glaubt es, Ihr Herren, dass sich Apollo und alle Musen vereinen, um Claudios vortreffliche Erfindungsgabe zu erhöhen." (Matteo Caberloti, 1643)

  • Wenigstens poste ich im Gegensatz zu dir mein "Bla, ba" nicht gleich 2x hintereinander...


    Aber das Niveau deines Beitrags 25 ist haargenau das, das ich dir zubillige. 8-)

    Beste Grüße vom "Stimmenliebhaber"


    Für einige hier habe ich höchstens noch ab und an einen Smiley übrig...

  • Wenigstens poste ich im Gegensatz zu dir mein "Bla, ba" nicht gleich 2x hintereinander...


    Aber das Niveau deines Beitrags 25 ist haargenau das, das ich dir zubillige. 8-)

    :baeh01:

    Il divino Claudio
    "Wer vermag die Tränen zurückzuhalten, wenn er den berechtigten Klagegesang der unglückseligen Arianna hört? Welche Freude empfindet er nicht beim Gesang seiner Madrigale und seiner Scherzi? Gelangt nicht zu einer wahren Andacht, wer seine geistlichen Kompositionen anhört? … Sagt nur, und glaubt es, Ihr Herren, dass sich Apollo und alle Musen vereinen, um Claudios vortreffliche Erfindungsgabe zu erhöhen." (Matteo Caberloti, 1643)

  • Zu seiner Geburt vor 150 Jahren komponierte Richard Wagner das Siegfried-Idyll und widmete das Werk seiner Frau Cosima, die ihm am 6. Juni 1869 als drittes Kind einen Sohn geboren hatte. Es war symbolisch, für seinen Sohn Siegfried Motive aus seiner Oper Siegfried für diese Kammermusikkomposition zu verwenden.

    Hier die etwas erweiterte Geschichte:


    Ein zweiter, ganz bedeutender Geburtstag, war zu Weihnachten 1870 zu feiern, Cosimas 33. Geburtstag. Ein halbes Jahr vorher, am 6. Juni 1869, hatte sie Richard Wagner den ersehnten Stammhalter geboren - Siegfried. Nun war endlich mal Ruhe im Hause Wagner eingekehrt, nach all den Turbulenzen der letzten Jahre.

    In aller Heimlichkeit hatte man Cosimas musikalisches Geburtstags- und Weihnachtsgeschenk vorbereitet. Schon im Oktober 1870 hatte er dieses intime Werk, das ursprünglich mit »Tribschener Idyll« bezeichnet wurde und dann als »Siegfried-Idyll« in die Musikgeschichte einging, komponiert.

    Am 4. Dezember übergab Wagner die Partitur seinem Sekretär Hans Richter, der rasch Kopien fertigte und unverzüglich nach Zürich eilte, um dort aus dem städtischen Orchester einige Musiker auszuwählen, mit denen das Stück im Theaterfoyer geprobt wurde; dem folgte dann noch eine Probe, die in einem Luzerner Hotelsaal abgehalten wurde. Dann wurde es am Weihnachtstag in Tribschen spannend: Die Instrumente wurden in der geräumigen Küche gestimmt, dann nahm das kleine Orchester im Treppenhaus Aufstellung - Wagner ganz oben, dann die Violinen, Bratschen, Holzbläser, Hörner und unten Violoncello und Bass.

    Den Eindruck dieser Überraschung konnte man viele Jahrzehnte danach in Cosimas Tagebuch nachlesen:


    »Wie ich aufwachte, vernahm mein Ohr einen Klang, immer voller schwoll er an, nicht mehr im Traum durfte ich mich wähnen, Musik erschallte, und welche Musik! Als sie verklungen, trat R. mit den fünf Kindern zu mir ein und überreichte mir die Partitur des »Symphonischen Geburtstagsgrußes«–, in Tränen war ich, aber auch das ganze Haus. Auf der Treppe hatte R. sein Orchester gestellt und so unser Tribschen auf ewig geweiht! … – Nun begriff ich R.’s heimliches Arbeiten, nun auch des guten Richter’s Trompete (er schmetterte das Siegfried-Thema prachtvoll und hatte eigens dazu Trompete gelernt), die ihm viele Ermahnungen von mir zugezogen hat.«


    Nur ganz allmählich und zögerlich fand dieses Werk seinen Weg in die Öffentlichkeit. Das Siegfried-Idyll ist im Original für Streichquartett mit Kontrabass, Flöte, Oboe, zwei Klarinetten, Fagott, zwei Hörnern und Trompete instrumentiert. Mit größerer Streicherbesetzung wurde das Idyll am 20. Dezember 1871 in Mannheim zum ersten Mal vor geladenem Publikum aufgeführt. Auch in die Aufführung in Meiningen am 10. März 1877 fand noch als geschlossene Veranstaltung statt; so ein bisschen »halbprivater« Charakter blieb erhalten. Es war ja ursprünglich nicht für die große Öffentlichkeit gedacht und so sah es Cosima nicht gerne, dass ihr ganz persönliches Geburtstagsgeschenk vermarktet werden sollte. Aber später war Wagner durch eine finanzielle Zwangslage genötigt, das Werk gegen den Willen Cosimas beim Verlag B. Schott’s Söhne, Mainz, zu veröffentlichen.


  • Wer sich vor TV in schwarzweiß nicht fürchtet, dem sei diese - wie ich finde - sehr erbauliche Gesprächsrunde empfohlen, in der das "Siegfried-Idyll" eine raumgreifende Rolle spielt. Es werden die historischem Umstände seines Entstehens geschildert. Ludwig Kusche analysiert am Klavier in seiner launigen Art die musiakalische Struktur. Von Minuten 20 an geht es um dieses Thema. Abschließend wird das Stück in großer Besetzung unter der Leitung von Ferenc Fricsay gespielt, der auch an der Diskussion teilgenommen hatte. Zur Illustration noch ein Bild aus der legendären Bilderreihe von Liebig's Fleich-Extrakt. ;)



    Es grüßt Rheingold (Rüdiger)


    Erda: "Alles, was ist, endet."

  • Lieber Fiesco,


    zugegeben - auch wenn ich Stimmenliebhaber nicht immer zustimme - genau das war auch mein Gedanke als ich Dein Posting las. Wenn man ein Komponistenjubiläum begeht, sollte man dies an der Musik des Jubilares tun. Allerdings halte ich die hier gestelle Auswahl wenig dem Komponisten gerecht - Ich habe mich seit dem letzten Jahr sehr intensiv mit Siegfried Wagner auseinandergesetzt - abgesehen von seiner persönlichen Geschichte, die ich hochinteressant finde, schätze ich auch seine Musik immer mehr, allerdings halte ich seine sinfonischen Dichtungen für sehr unbedeutend und wenig inspiriert.

    Die Siegfried Wagner Gesellschaft, deren Mitglied ich auch geworden bin, bietet in diesem Jahr zahlreiche Veranstaltungen an - von Konzerten in der Berliner Philharmonie bis hin zur Opernaufführung in Bayreuth - ein Blick lohnt auf diese Seite.

    Besonders gerne mag ich die Ouvertüre zu "Bruder Lustig" sowie die Ouvertüre zu "Das Flüchlein, dass jeder mitbekam". Wer sich für eine komplette Oper interessiert, dem sei Sonnenflammen nahe gelegt - eine Oper zwischen Fin de siecle, derber Volkstümlichkeit und auch ein wenig Richard Wagner schwingt da mit - eine gute Mischung!

    LG
    Christian