Vergessener Held: Bernd ALDENHOFF

  • Lieber 'Rheingold1876',


    vor etlichen Jahren hatte ich auf einer Schallplatten-Börse eine (wie ein Fotoalbum gebundene) Schallplattenkassette mit sechs Platten des Labels 'Urania' mit diesen „Meistersingern“ aus Dresden in der Hand. Ihr lag nicht nur ein deutsch-englisches Libretto, sondern auch ein englischsprachiger Zettel bei, aus dem - wie ich mir notierte - hervorging, dass diese Oper speziell für 'Urania Records' vom 2. bis 7. Mai 1951 von Fritz Tränkner und Erich Wendland unter technischer Aufsicht des Mitteldeutschen Rundfunks eingespielt wurde. Den Schnitt besorgten Calvin Lampley und Frank D. Laico von 'Columbia Records' und die Gesamtdauer beträgt 260,30 Minuten. Mit dieser Aufnahme sollte die 'Wiedereröffnung' der Bayreuther Festspiele 1951 gefeiert werden. (Die Platten kamen im September 1951 in den US-Handel, erst im Oktober folgte der Mitschnitt aus Bayreuth unter Karajan.)


    Der Händler auf der Schallplatten-Börse hatte auch die 'Urania'-Aufnahme der (italienisch gesungenen) West-Berliner Aufnahme von Glucks „Orfeo ed Euridice“ mit Margarete Klose, Erna Berger und Rita Streich unter Artur Rother, die deshalb bemerkenswert ist, weil sie für den 'Seligen Geist' eine separate Sängerin namens Fia Fleig aufbietet. (Den Namen Erich Wendland notierte ich mir auch hier.) Ich habe beide Schallplatten-Kassetten nicht gekauft, weil sie mir trotz ihrer Seltenheit als überteuert erschienen; Szenen aus der "Meistersinger"-Aufnahme hatte ich bereits auf einem Doppelalbum der 'BASF'.


    Ich kann mir nicht denken, dass am 29. April 1951 die „Meistersinger“ (als Generalprobe?) komplett auf Band aufgenommen wurden und man dann für die 'Urania' vom 2. bis 7. Mai 1951 die Oper noch einmal einspielte. Vermutlich sollte in den Unterlagen des MDR verschleiert werden, dass man in Dresden im Mai 1951 die „Meistersinger“, den „Rosenkavalier“ und den „Freischütz“ für den amerikanischen Schallplattenmarkt aufnahm – und so mit dem 'Klassenfeind' kooperierte!


    Carlo

  • Gemäß dem „Besetzungsarchiv ausgewählter Dresdner Inszenierungen“ von 'Stimmenliebhaber' gab es am 29. 4. 1951 keine „Meistersinger“-Vorstellung, sondern genau ein Jahr vorher: am 29. 4. 1950, aber da sangen Elfride Trötschel und Josef Herrmann die Rollen von Eva und Hans Sachs.

    Laut meinen Dresdner Besetzungsrecherchen haben weder Tiana Lemnitz noch Ferdinand Frantz jemals in dieser Nackriegs-"Meistersinger"-Inszenierung von Heinz Arnold gesungen. Die Aufnahme, die ich mir gerade vorgestern noch einmal anhörte (mit einem wirklich prächtigen Ferdinand Frantz als Sachs und einer etwas säuerlich klingenden Tiana Lemnitz als Eva), kann also unmöglich der Live-Mitschnitt einer Dresdner Nachkriegsaufführung sein.

    Beste Grüße vom "Stimmenliebhaber"

  • Auch wenn ich mich wiederhole: Wie ich im Beitrag Nr. 61 detailliert schrieb, ist für mich diese „Meistersinger“-Produktion eine Aufnahme für den amerikanischen Schallplattenmarkt, wenn auch unter Beteiligung von Tontechnikern des Mitteldeutschen Rundfunks (Landessender Dresden).


    Mit Tiana Lemnitz und Ferdinand Frantz verpflichtete man zwei auch in den USA bekannte Sänger: Lemnitz konnte zwar wegen des Ausbruchs des Zweiten Weltkriegs ihr Engagement an der New Yorker 'Met' nicht antreten, war aber den amerikanischen Schallplattensammlern durchaus ein Begriff, und Frantz trat seit Dezember 1949 fast fünf Jahre lang an der 'Met' auf.


    Auch der „Freischütz“ vom Mai 1951 (mit Bernd Aldenhoff) wie auch der „Rosenkavalier“ aus demselben Monat (mit Margarete Bäumer – die Venus in der 'Urania'-Aufnahme des „Tannhäuser“ - als Marschallin und Tiana Lemnitz als Octavian; die 'Standard-Marschallin' in Dresden war in jener Zeit Dora Zschille, den Octavian teilten sich Ruth Lange und Emilie Walter-Sacks) sind Schallplatten-Aufnahmen für den amerikanischen Markt. Der Mitteldeutsche Rundfunk wird in seinen Unterlagen wohlweislich verschwiegen haben, dass man mit Amerikanern zusammen arbeitete.und wahrscheinlich auch von ihnen dafür bezahlt wurde!


    Carlo

  • Vermutlich sollte in den Unterlagen des MDR verschleiert werden, dass man in Dresden im Mai 1951 die „Meistersinger“, den „Rosenkavalier“ und den „Freischütz“ für den amerikanischen Schallplattenmarkt aufnahm – und so mit dem 'Klassenfeind' kooperierte

    Der Mitteldeutsche Rundfunk wird in seinen Unterlagen wohlweislich verschwiegen haben, dass man mit Amerikanern zusammen arbeitete.und wahrscheinlich auch von ihnen dafür bezahlt wurde!


    Dann lassen wir das mal so stehen, lieber Carlo. Ich habe nicht das geringste Problem damit, anzuerkennen, dass Du die viel besserern Quellen zur Verfügung hast als ich. Dennoch bleibt es für mich aber rätselhalf, warum ein so prominentes Herausgeberteam der Dresdener Semperoper-Edition mit besagten Werken bei Hänssler mit dem inzwischen verstorbenen Peter Schreier an der Spitze so lange nach der deutschen Wiedervereinigung noch immer daran festhält, die wahren Quellen der Aufnahmen zu verbergen. In den entsprechehenden Booklets mit vielen historischen Hintergründen taucht das Label Urania nach meiner Erinnerung als eigentlicher Urheber nämlich nicht auf. Außerdem fällt es mir noch schwer, zu glauben, dass im Kalten Krieg eine streng kontrollierte Rundfunkstation in einem von den Russen faktisch besetzten Land Sachsen mit Amerikanern hätte Geschäfte für Geld machen sollen. Letztlich ist es ja auch völlig egal, wie es nun war. Mir sind die Dokumente wichtig.


    Auch der „Freischütz“ vom Mai 1951 (mit Bernd Aldenhoff) wie auch der „Rosenkavalier“ aus demselben Monat (mit Margarete Bäumer – die Venus in der 'Urania'-Aufnahme des „Tannhäuser“ - als Marschallin und Tiana Lemnitz als Octavian; die 'Standard-Marschallin' in Dresden war in jener Zeit Dora Zschille, den Octavian teilten sich Ruth Lange und Emilie Walter-Sacks) sind Schallplatten-Aufnahmen für den amerikanischen Markt.

    Inzwischen habe ich entsprehehende Hinweise in den Ausgaben von Hänssler angebracht. Denn auch beim "Rosenkavalier" stimmen Deine und die dort abgedruckten Aufnahmedaten nicht überein und wurden offenbar ebenfalls ganz bewusst verschleiert. Die Herausgeber dieser Dresdener Aufnahme im Rahmen der Semperoper-Edition vermerken nämlich 1950 als Aufnahmejahr. Das finde uch dann doch höchst unseriös und hätte das so nicht für möglich gehalten. :no:

    Es grüßt Rüdiger als Rheingold1876


    "Was mir vorschwebte, waren Schallplatten, an deren hohem Standard öffentliche Aufführungen und zukünftige Künstler gemessen würden." Walter Legge (1906-1979), britischer Musikproduzent

  • Lieber 'Rheingold1876',


    man kann den Mitarbeitern des heutigen Mitteldeutschen Rundfunks und von 'Profil/Hänssler' keinen Vorwurf machen; sie haben vermutlich keine anderen Unterlagen vorgefunden und wussten wohl nichts von den 'Urania'-Schallplatten. Die 'Verschleierung' fand sicher schon vor 1952 statt, als der Mitteldeutsche Rundfunk - und mit ihm der Landessender Dresden - in das 'Rundfunkkomitee der DDR' eingegliedert wurde. Letztendlich zählen die Tondokumente und dem MDR und 'Profil/Hänssler' muss man dankbar sein, dass sie die 'Edition Semperoper' wie auch die 'Edition Dresdner Staatskapelle' initiiert haben und uns die vielen wertvollen Aufnahmen in sicher sehr aufwändiger technischer Aufbereitung zugänglich machten.



    Noch eine 'rätselhafte' Aufnahme mit Bernd Aldenhoff:


    „Siegfried“ (Richard Wagner): Siegfried - Bernd Aldenhoff / Mime - Paul Kuen / Der Wanderer - Sigurd Björling / Alberich - Heinrich Pflanzl / Fafner - Frederick Dalberg / Brünnhilde - Astrid Varnay / Erda - Rut Siewert / Waldvogel - Wilma Lipp / Das Orchester der Bayreuther Festspiele / Dirigent: Herbert von Karajan (Bayreuth, Festspielhaus, 13. 8. 1951). Ich habe die Ausgabe von 1980 von 'Melodram' in der Serie „12 Jahre Neu-Bayreuth 1951-1962“ (MEL 518); der Mitschnitt ist bei diversen Firmen auf LPs und CDs erschienen. (Der britische und in Südafrika beheimatete Bassist Dalberg benutzte in Deutschland seit seinem Leipziger Debüt 1931 den Vornamen 'Friedrich'.)


    Es ist ein Mysterium, aus welcher Quelle dieser „Siegfried“ - wie auch der Mitschnitt vom „Rheingold“ (11. 8. 1951) unter Herbert von Karajan – stammt. Bekanntlich wurde bei den ersten Bayreuther Festspielen nach dem Krieg 1951 der „Ring des Nibelungen“ zweimal aufgeführt: zuerst unter Hans Knappertsbusch („Das Rheingold“ 31. 7., „Die Walküre“ 1. 8., „Siegfried“ 2. 8. und „Götterdämmerung“ 4. 8.) und dann unter Herbert von Karajan („Das Rheingold“ 11. 8., „Die Walküre“ 12. 8., „Siegfried“ 13. 8. und „Götterdämmerung“ 15. 8.). Und beide Zyklen – je eine Generalprobe und eine Aufführung - wurden mit Einverständnis der Festspielleitung versuchsweise komplett von den miteinander rivalisierenden britischen Schallplattenfirmen 'Decca' (Knappertsbusch) und 'EMI' (Label 'Columbia' / Karajan) mitgeschnitten. (Die 'Decca' – in Bayreuth vertreten durch die deutsche 'Teldec' – beabsichtigte, eigentlich nur den „Parsifal“ unter Knappertsbusch aufzunehmen, während die 'EMI' lediglich „Die Meistersinger von Nürnberg“ unter Karajan mitschneiden wollte.)


    Knappertsbuschs „Ring“ war mit sehr vielen Fehlern behaftet, weil das Orchester die Proben überwiegend mit Karajan abhielt – Knappertsbusch empfahl danach boshaft Karajan als 'Korrepetitor' weiter - und sich an die Tempi des proben-unwilligen Knappertsbusch erst gewöhnen musste; auch diverse 'Schmisse' bei den Sängern, eine indisponierte, nahezu stimmlose Fricka (Elisabeth Höngen) und vor allem ein sehr unruhiges Publikum (mit empörten Äußerungen wegen Wieland Wagners 'entrümpelter' Bühne) trugen dazu bei. Daher entschloss sich die 'Decca', die lt. John Culshaws Buch „Ring Resounding“ (1967) eine von den 'EMI'-Technikern neidvoll zur Kenntnis genommene bessere technische Ausrüstung hatte, nur die relativ störungsfreie „Götterdämmerung“ zu Weihnachten 1951 (auf sieben Platten) zu veröffentlichen. Als der 'EMI'-Produzent Walter Legge – der den zweiten "Ring"-Zyklus lediglich als Vorbereitung für eine 1952 geplante Bayreuther „Ring“-Aufnahme (unter Karajan) mitschneiden ließ - davon erfuhr, präsentierte er Verträge, die er mit einigen der beteiligten Sänger abgeschlossen hatte und ließ die Veröffentlichung der „Götterdämmerung“ gerichtlich verbieten. 'Böse Zungen' behaupteten, dass es Legge zuwider war, den Namen seiner späteren Ehefrau Elisabeth Schwarzkopf – die die Woglinde sang – auf den Platten-Etiketten der Konkurrenz-Firma 'Decca' zu sehen.


    Doch auch die 'EMI' hatte 1951 kein Glück mit ihrem Mitschnitt des zweiten „Rings" unter Karajan: lediglich der dritte Akt der „Walküre“ wurde als veröffentlichungswürdig beurteilt. In den späten 80er Jahren beabsichtigte die französsiche 'EMI'-Tochter 'La Voix de son Maitre' für die CD-Serie „Références“ den „Walküre“-Mitschnitt komplett herauszugeben, nahm aber nach Prüfung der noch vorhandenen Bänder davon Abstand. Wieland Wagner war mit seiner ersten Bayreuther „Ring“-Inszenierung derart unzufrieden, dass er später nicht nur sämtliche in Wahnfried aufbewahrten Bilddokumente davon vernichtete, sondern auch die Tonbänder der Live-Rundfunkübertragungen des Bayerischen Rundfunks – der erste „Ring“-Zyklus unter Knappertsbusch - für eine etwaige Wiederholungssendung sperren ließ. (Diese Bänder sind heute im Archiv des Bayerischen Rundfunks nicht mehr vorhanden.)


    Vermutlich sind die 1980 von 'Melodram' erstmals veröffentlichten Mitschnitte von „Das Rheingold“ und „Siegfried“ aus Bayreuth 1951 (unter Herbert von Karajan) entweder aus dem 'EMI'-Archiv entwendet worden oder - was wahrscheinlicher ist - der Bayerische Rundfunk, der den 'Knappertsbusch-Ring' über den internationalen Äther schickte, hat auch den 'Karajan-Ring' mitgeschnitten und die entsprechenden Tonbänder sind dem Bannfluch aus Bayreuth entgangen. Heute findet sich im Archiv des Bayerischen Rundfunks keine Spur mehr von eigenen Übertragungen der Bayreuther Festspiele des Jahres 1951; es gibt dort lediglich die Schallplatten-Mitschnitte von „Die Meistersinger von Nürnberg“ ('EMI'), von „Götterdämmerung“ ('Testament' – siehe unten) und „Parsifal“ ('Decca') sowie vom dritten Akt der „Walküre“ ('EMI'). Merkwürdigerweise ist Herbert von Karajan gegen die Veröffentlichung der Mitschnitte von "Rheingold" und "Siegfried" aus Bayreuth 1951 nicht gerichtlich vorgegangen, wie er dies bei der Wiener "Zauberflöte" von 1962 getan hat...



    "Siegfried" (Richard Wagner): Siegfried - Bernd Aldenhoff / Mime - Paul Kuen / Der Wanderer - Hans Hotter / Alberich - Gustav Neidlinger / Fafner - Kurt Böhme / Brünnhilde - Astrid Varnay / Erda - Melanija Bugarinović / Waldvogel - Rita Streich / Das Orchester der Bayreuther Festspiele / Dirigent: Joseph Keilberth (Bayreuth, Festspielhaus, 27. 7. 1952). Der Mitschnitt erschien zuerst 1980 in Italien bei 'Melodram' (MEL 528) auf fünf LPs in der Serie „12 Jahre Neu Bayreuth 1951-1962“ und ist als CD-Version mehrfach veröffentlicht worden, wobei auch manchmal das Datum 14. 8. 1952 genannt wird. (Die Besetzung war in beiden Zyklen unverändert, daher ist der Widerspruch im Datum nicht relevant.) Die serbische Mezzosopranistin Melanija Bugarinović - die in den 40er Jahren an der Wiener Staatsoper unter dem Namen 'Melanie Frutschnigg' auftrat - schrieb ihren Vornamen manchmal auch 'Melanie' oder 'Mela'. (Bernd Aldenhoff sang 1952 nur den jungen Siegfried; in der „Götterdämmerung“ wurde Max Lorenz eingesetzt.)


    dto.: Siegfried – Bernd Aldenhoff / Mime – Paul Kuen / Der Wanderer – Hans Hotter / Alberich – Gustav Neidlinger / Fafner – Josef Greindl / Brünnhilde – Astrid Varnay / Erda – Maria von Ilosvay / Waldvogel – Ilse Hollweg / Das Orchester der Bayreuther Festspiele / Dirigent: Hans Knappertsbusch (Bayreuth, Festspielhaus, 16. 8. 1957). Ich habe die LP-Ausgabe (DOC 49) der 'Fonit Cetra' in deren Serie „Documents“ von 1982; der Mitschnitt ist auf LPs und CDs bei mehreren Firmen erhältlich. (1957 wurde der zweite „Ring“-Zyklus vom Bayerischen Rundfunk aufgezeichnet; im ersten Zyklus sang Wolfgang Windgassen den jungen Siegfried.) Auch hier ein Widerspruch: Das Archiv der Bayreuther Festspiele führt für beide „Siegfried“-Aufführungen – 29. 7. und 16. 8. - Arnold van Mill als Fafner auf, während der Bayerische Rundfunk auf Nachfrage Josef Greindl nennt; m. E. ist der Letztgenannte zu hören.


    dto.: Siegfried – Bernd Aldenhoff / Mime – Hans-Bert Dick / Der Wanderer – Ferdinand Frantz / Alberich – Richard Kogel / Fafner – Charles Gillig / Brünnhilde – Elsa Matheis / Erda – Mary Davenport / Waldvogel – Eva Maria Rogner / Das Tonhalle-Orchester Zürich / Dirigent: Robert F. Denzler (Zürich, Stadttheater, 25. 4. 1959). Siehe hierzu die Beiträge Nrn. 30 bis 35 und 37 bis 43 in diesem Thread.


    dto.: 'Dass der mein Vater nicht ist, wie fühl' ich mich drob so froh' / Siegfried – Bernd Aldenhoff / Das Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks / Dirigent: Kurt Striegler (München, Herkulessaal der Residenz, 18. 5. 1954). Bisher unveröffentlicht. (Die Aufnahme Bernd Aldenhoffs von Siegfrieds 'Schmiedeliedern' – aufgenommen am 1. 1. 1948 in Dresden – folgt in einem späteren Beitrag.)


    Carlo

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  • Auch hier gab es 'Zündstoff':



    „Götterdämmerung“ (Richard Wagner): Siegfried – Bernd Aldenhoff / Gunther – Hermann Uhde / Hagen – Ludwig Weber / Alberich – Heinrich Pflanzl / Brünnhilde – Astrid Varnay / Gutrune – Martha Mödl / Waltraute – Elisabeth Höngen / Erste Norn – Rut Siewert / Zweite Norn – Ira Malaniuk / Dritte Norn – Martha Mödl / Woglinde – Elisabeth Schwarzkopf / Wellgunde – Hanna Ludwig / Floßhilde – Hertha Töpper / Der Chor und das Orchester der Bayreuther Festspiele / Chorltg.: Wilhelm Pitz / Dirigent: Hans Knappertsbusch (Bayreuth, Festspielhaus, 4. 8. 1951). Die abenteuerliche Geschichte rund um die Entstehung dieser Aufnahme ist im obigen Beitrag über den „Siegfried“-Mitschnitt (unter Herbert von Karajan) nachzulesen. Die britische CD-Firma 'Testament' veröffentlichte erstmals 1999 diese Produktion der 'Decca' – die ursprünglich für Weihnachten 1951 angekündigt war und auf Betreiben des 'EMI'-Produzenten Walter Legge nicht erscheinen durfte – und musste sie nach einer Klage des Bayreuther Festspielorchesters 2001 wieder vom Markt nehmen. Erst nach einem erneut vor Gericht ausgetragenen Rechtsstreit kam sie 2006 wieder in den Handel; inzwischen existiert Stewart Browns Firma 'Testament' – der wir viele interessante Aufnahmen zu verdanken haben – leider nicht mehr...



    dto.: Siegfried – Bernd Aldenhoff / Gunther – Hermann Uhde / Hagen – Gottlob Frick / Alberich – Otakar Kraus / Brünnhilde – Birgit Nilsson / Gutrune – Leonie Rysanek / Waltraute – Ira Malaniuk / Erste Norn – Irmgard Barth / Zweite Norn – Hertha Töpper / Dritte Norn – Marianne Schech / Woglinde – Gerda Sommerschuh / Wellgunde – Elisabeth Lindermeier / Floßhilde – Ruth Michaelis / Der Chor und das Orchester der Bayerischen Staatsoper München / Chorltg.: Herbert Erlenwein / Dirigent: Hans Knappertsbusch (München, Prinzregententheater, 1. 9. 1955). Ich habe diesen berühmten Mitschnitt – mit Birgit Nilssons erster Brünnhilde in deutscher Sprache – auf LPs von 'Melodram' (1984); es gibt ihn in mehreren LP- und CD-Ausgaben, u. a. bei 'Orfeo'.



    dto.: Siegfried – Bernd Aldenhoff / Gunther – Hans Reinmar / Hagen – Ferdinand Frantz / Alberich – Rudolf Wünzer / Brünnhilde – Paula Baumann / Gutrune – Leonie Rysanek / Waltraute – Ira Malaniuk / Erste Norn – Irmgard Barth / Zweite Norn – Hertha Töpper / Dritte Norn – Cäcilie Reich / Woglinde – Anny van Kruyswyk / Wellgunde – Elisabeth Lindermeier / Floßhilde – Ina Gerhein / Mannen – Walter Bracht, Alois Czaczinski und Hermann Ruhl / Der Chor und das Orchester der Bayerischen Staatsoper München / Chorltg.: Herbert Erlenwein / Dirigent: Robert Heger (München, Prinzregententheater, 17. 2. 1957). 'Melodram' gibt in der Veröffentlichung von 'Mime hieß ein mürrischer Zwerg... Brünnhilde, heilige Braut' irrtümlich als Datum den 7. 2. 1957 an.




    “Parsifal” (Richard Wagner): Amfortas – Heinrich Nillius / Titurel – Helmut Fehn / Gurnemanz – Josef Greindl / Parsifal – Bernd Aldenhoff / Kundry – Martha Mödl / Klingsor – Robert Blasius / Zwei Gralsritter – Christo Bajew und Günther Wilhelms / Vier Knappen – Ruth Schlüter, Waltraud Kolditz, Karl Schiebener und Walter Kassek / Blumenmädchen – Trude Eipperle, Ilse Hollweg, Else Veith, Ursula Kerp, Käthe Retzmann und Ingeborg Lasser / Altsolo – Ilsa Ihme-Sabisch / Ein Knabenchor und der Kölner Rundfunkchor / Chorltg.: Bernhard Zimmermann / Das Kölner Rundfunk-Sinfonie-Orchester / Dirigent: Richard Kraus (Leverkusen, Bayer-Erholungshaus, 31. 3. und 1. 4. 1949). Die Aufnahme ist erhalten geblieben und wurde von Jürgen Gebhardt 1999 auf vier CDs veröffentlicht.



    dto.: Wie im Marianne-Schech-Thread in den Beiträgen Nrn. 34 bis 39 nachzulesen ist, gab es wohl auch einen 'hauseigenen' Mitschnitt der Bayerischen Staatsoper aus dem Münchner Prinzregententheater vom 3. 11. 1957 mit Bernd Aldenhoff als Parsifal, Marianne Schech als Kundry, Josef Metternich als Amfortas und Ferdinand Frantz als Gurnemanz unter dem Dirigat von Eugen Jochum. In der CD-Box „Portrait of Bernd Aldenhoff“ von der niederländischen Firma 'Gala' (2000) sind daraus längere Ausschnitte aus dem zweiten Akt zu hören - siehe hierzu den Beitrag Nr 36 (von 'Rheingold1876') im Bernd-Aldenhoff-Thread.



    Carlo

  • Hier ist nun der letzte Teil meiner Liste der Gesamtaufnahmen mit Bernd Aldenhoff:



    „Der Freischütz“ (Carl Maria von Weber): Ottokar – Karl Paul / Kuno – Werner Faulhaber / Agathe – Elfride Trötschel / Ännchen – Irma Beilke / Max – Bernd Aldenhoff / Kaspar – Kurt Böhme / Der Eremit – Hans Krämer / Kilian – Karl-Heinz Thomann / Samiel – Hannes Haegele / Drei Brautjungfern – Edith Hellriegel, Helga Brose und Ursula Richter / Der Chor der Staatsoper Dresden / Chorltg.: Ernst Hintze / Die Staatskapelle Dresden / Dirigent: Rudolf Kempe (Dresden, Großes Haus der Staatstheater, 20. 5. - 22. 5. 1951). Auch dies ist eine Aufnahme der amerikanischen Schallplattenfirma 'Urania' in Co-Produktion mit dem Mitteldeutschen Rundfunk (Landessender Dresden).


    Zuerst veröffentlicht im September 1951 von 'Urania' auf drei LPs (mit stark gekürzten Dialogen) unter UR 403 (USA), wieder aufgelegt 1966 in den USA von 'Urania' (UR 242 in Mono bzw. US 5242 in elektrischem Stereo). Auf 'Vox' (OPBX 149 / 3 LPs) erschien die Aufnahme (ohne Dialoge) 1962 – gekoppelt mit der 'Schwarzkopf-Aufnahme' des „Abu Hassan“ - und die 'BASF' brachte 1976 'mein' LP-Doppelalbum (ohne Dialoge) auf den westdeutschen Schallplattenmarkt. Auf Compact-Disc erschien die Aufnahme zuerst 1999 in Frankreich bei 'Dante' (2 CDs) und 2012 kam bei 'Profil/Hänssler' in der „Semperoper Edition, Vol. 5“ diese Aufnahme (erstmals mit kompletten Dialogen) auf drei CDs heraus (PH 10032) unter Beifügung von vier „Freischütz“-Ausschnitten mit Elfride Trötschel als Agathe und Ännchen sowie einem Gespräch mit dem Bühnenbildner Karl von Appen zur Dresdner Neuinszenierung im „Weber-Jahr 1951“ (125. Todestag des Komponisten und 130. Jahrestag der „Freischütz“-Uraufführung), deren Premiere am 21. 10. 1951 die 1000. Aufführung dieser Oper dort war.



    Abschließend noch einige Einzeltitel mit Bernd Aldenhoff:


    „Aus Opern von Giuseppe Verdi“


    „Ein Maskenball“ ('Un ballo in maschera'): Duett Amelia-Richard 'Ich bin dir nah' (mit Christel Goltz) / Das Große Rundfunkorchester des Landessenders Dresden / Dirigent: Hans-Hendrik Wehding (Dresden, Mitteldeutscher Rundfunk, Steinsaal, 1946);


    „Aida“: Finale mit Schlussduett Aida-Radames 'Es hat der Stein sich über mir geschlossen' (mit Christel Goltz und Helena Rott) / Der Chor und das Sinfonieorchester des Mitteldeutschen Rundfunks Leipzig / Dirigent: Rolf Kleinert (Leipzig, Deutsche Reichshallen, 1947);


    „Othello“ ('Otello'): Der Tod des Othello „Jeder Knabe kann mein Schwert mir entreissen' / Das Große Rundfunkorchester des Landessenders Dresden / Dirigent: Hans-Hendrik Wehding (Dresden, Mitteldeutscher Rundfunk, Steinsaal, 1946);


    Diese Aufnahmen sind in der Anthologie „Gott! Welch Dunkel hier – Die Stunde null“ in der „Semperoper Edition, Vol. 1“ von 'Profil/Hänssler' (PH 10007 / 3 CDs / 2011) zu finden.



    Othello“ ('Otello'): Nun in der nächt'gen Stille (mit Leonie Rysanek) / Orchester der Bayerischen Staatsoper München / Dirigent: Eugen Jochum (München, Prinzregententheater, 14. 5. 1953). Enthalten im LP-Doppelalbum „Leonie Rysanek“ in der Serie „25 Voci celebri della Lirica, Serie 1, No. 11“ von 'Melodram' (1982).


    dto.: Zur Nachtzeit war es (mit Josef Metternich) / Orchester der Bayerischen Staatsoper / Dirigent: Ferenc Fricsay (München, Prinzregententheater, 1956). Veröffentlicht in der Box „Josef Metternich – Rare and Unreleased Recordings“ von 'Gebhardt' (3 CDs / 2008).



    „Aus Opern von Richard Wagner“


    „Rienzi“: Das Gebet des Rienzi 'Allmächt'hger Vater, blick' herab' / Die Dresdner Philharmonie / Dirigent: Walter Stoschek (Dresden, Mitteldeutscher Rundfunk, Steinsaal, 5. 2. 1950);


    „Tannhäuser“: Szene Venus-Tannhäuser 'Geliebter, sag'. Wo weilt dein Sinn?' (mit Margarete Bäumer) / Das Sinfonieorchester des Mitteldeutschen Rundfunks Leipzig / Dirigent: Rolf Kleinert (Leipzig, Funkhaus, 1948) - 'O Fürstin!... Den Gott der Liebe sollst du preisen (mit Christel Goltz) / Das Sinfonieorchester des Mitteldeutschen Rundfunks Leipzig / Dirigent: Gerhart Wiesenhütter (Leipzig, Funkhaus, 22. 11. 1947) - Die 'Romerzählung' Tannhäusers 'Inbrunst im Herzen, wie kein Büßer noch sie je gefühlt' / Die Dresdner Philharmonie / Dirigent: Walter Stoschek (Dresden, Mitteldeutscher Rundfunk, Steinsaal, 5. 2. 1950);


    „Lohengrin“: Szene des Lohengrin 'Höchstes Vertrau'n hast du mir schon zu danken' / Die Dresdner Philharmonie / Dirigent: Walter Stoschek (Dresden, Mitteldeutscher Rundfunk, Steinsaal, 5. 2. 1950);


    „Die Meistersinger von Nürnberg“: Das Preislied Walther von Stolzings 'Morgenlich leuchtend in rosigem Schein' / Die Dresdner Philharmonie / Dirigent: Walter Stoschek (Dresden, Mitteldeutscher Rundfunk, Steinsaal, 5. 2. 1950);


    „Siegfried“: Siegfrieds Schmiedelieder 'Notung! Notung! Neidliches Schwert... Schmiede, mein Hammer, ein hartes Schwert' / Das Große Rundfunkorchester des Landessenders Dresden / Dirigent: Hans-Hendrik Wehding (Dresden, 1. 1. 1948, Live-Aufnahme);


    Diese Aufnahmen sind enthalten in der Anthologie „Wagner again?“ in der „Semperoper Edition, Vol. 3“ von 'Profil/Hänssler' (PH 11044 / 3 CDs / 2012).



    Bei den Einzeltiteln gibt es in puncto Orchester, Dirigenten und Aufnahmedaten unterschiedlcihe Angaben, verglichen mit den Recitals von 'Gala' (Beitrag Nr. 36), von 'Melodram' und 'Preiser' (Beitrag Nr. 54).



    Carlo

  • „Götterdämmerung“ (Richard Wagner): Siegfried – Bernd Aldenhoff / Gunther – Hermann Uhde / Hagen – Ludwig Weber / Alberich – Heinrich Pflanzl / Brünnhilde – Astrid Varnay / Gutrune – Martha Mödl / Waltraute – Elisabeth Höngen / Erste Norn – Rut Siewert / Zweite Norn – Ira Malaniuk / Dritte Norn – Martha Mödl / Woglinde – Elisabeth Schwarzkopf / Wellgunde – Hanna Ludwig / Floßhilde – Hertha Töpper / Der Chor und das Orchester der Bayreuther Festspiele / Chorltg.: Wilhelm Pitz / Dirigent: Hans Knappertsbusch (Bayreuth, Festspielhaus, 4. 8. 1951). Die abenteuerliche Geschichte rund um die Entstehung dieser Aufnahme ist im obigen Beitrag über den „Siegfried“-Mitschnitt (unter Herbert von Karajan) nachzulesen. Die britische CD-Firma 'Testament' veröffentlichte erstmals 1999 diese Produktion der 'Decca' – die ursprünglich für Weihnachten 1951 angekündigt war und auf Betreiben des 'EMI'-Produzenten Walter Legge nicht erscheinen durfte – und musste sie nach einer Klage des Bayreuther Festspielorchesters 2001 wieder vom Markt nehmen. Erst nach einem erneut vor Gericht ausgetragenen Rechtsstreit kam sie 2006 wieder in den Handel; inzwischen existiert Stewart Browns Firma 'Testament' – der wir viele interessante Aufnahmen zu verdanken haben – leider nicht mehr...

    Noch ist diese packende Aufnahme im Handel, die ich erwarb, als sie erstmals auf den Markt kam. Sie ist ihren nach wie vor stolzen Preis - wie ich finde - durchaus wert.


    Es grüßt Rüdiger als Rheingold1876


    "Was mir vorschwebte, waren Schallplatten, an deren hohem Standard öffentliche Aufführungen und zukünftige Künstler gemessen würden." Walter Legge (1906-1979), britischer Musikproduzent

  • Ein Nachtrag zur Discographie von Bernd Aldenhoff, gefunden als Hinweis in der italienischen Zeitschrift „Opera“ (in einer Würdigung zum 100. Geburtstag von Sena Jurinac am 24. 10. 2021):


    „Die Meistersinger von Nürnberg“ (Richard Wagner): Hans Sachs – Otto Wiener / Veit Pogner – Otto von Rohr / Kunz Vogelgesang – Erich Majkut / Konrad Nachtigall – Hans Herbert Fiedler / Sixtus Beckmesser – Benno Kusche / Fritz Kothner – Willy Ferenz / Balthasar Zorn – Renato Ercolani / Ulrich Eisslinger – Georg Walter / Augustin Moser – Mariano Caruso / Hermann Ortel – Leo Pudis / Hans Schwarz – Odo Ruepp / Hans Foltz – Dimitri Lopatto / Walther von Stolzing – Bernd Aldenhoff / David – Gerhard Unger / Eva – Sena Jurinac / Magdalene – Hetty Plümacher / Der Nachtwächter – Hans Herbert Fiedler / Coro e Orchestra del Teatro San Carlo di Napoli / Chorltg.: Michele Lauro / Dirigent: Fritz Rieger (Neapel, Teatro di San Carlo, 1. 12. 1957). Ein Rundfunk-Mitschnitt der RAI (Radiotelevisione Italiana), der bisher nicht veröffentlicht wurde. (Sena Jurinac alternierte 1957 bei den Bayreuther Festspielen mit Elisabeth Grümmer als 'Eva'.)


    Carlo