Italienische Opernkomponisten der Jahrhundertwende

kurzstueckmeister · 16 Beiträge · letzte Antwort von Oranje

  • Da gibt es doch eine Reihe von Komponisten, die sich lange im Repertoire hielten/halten:


    1813 - 1901 Giuseppe Verdi (Falstaff)
    1842 - 1918 Arrigo Boito (?)
    1854 - 1893 Alfredo Catalani
    1858 - 1924 Giacomo Puccini
    1858 - 1919 Ruggero Leoncavallo
    1863 - 1945 Pietro Mascagni
    1866 - 1924 Ferruccio Busoni
    1866 - 1950 Francesco Cilea
    1867 - 1948 Umberto Giordano
    1875 - 1952 Italo Montemezzi
    1876 - 1948 Ermanno Wolf-Ferrari
    1876 - 1954 Franco Alfano
    1876 - 1954 Vittorio Gnecchi
    1879 - 1936 Ottorino Respighi
    1880 - 1968 Ildebrando Pizzetti
    1882 - 1973 Gian Francesco Malipiero
    1883 - 1947 Alfredo Casella


    Wen habe ich vergessen? Wen haltet Ihr für über-/unterschätzt? Was sind Eure Lieblingsopern?

  • In diesen Tagen habe ich mich mit dem letztgenannten der Komponisten auf Deiner Liste beschäftigt:


    Alfredo Casella (* 25. Juli 1883 in Turin; † 5. März 1947 in Rom), Komponist, Pianist, Dirigent, Musikschriftsteller und Musikkritiker. Er gilt in seiner Heimat als einer der populärsten Komponisten des 20. Jahrhunderts, da es ihm gelang, einen typisch italienischen Nationalstil auch in die Neue Musik einfließen zu lassen.


    Speziell mit dieser Oper, die das gleiche Sujet behandelt wie Richard Wagners "Die Feen":



    La Donna Serpente (Frau Schlange) op. 50
    von Alfredo Casella, Libretto nach Carlo Gozzi
    Uraufführung am 17.3.1932 Teatro Reale Rom
    mit Laura Pasini • Nini Giani • Matilde Arbuffo • Antonio Melandri • Gino Vanelli • Giorgio Lanskoi • Alessio De Paolis • Luigi Nardi,
    Dirig. Alfredo Casella.


    Meine Aufnahme stammt aus dem Jahr 1959, Milano, mit Laszlo, Londi, Mattioli, Ricagni, Picchi – Previtali


    LG


    :hello:

    Harald


    Freundschaft schließt man nicht, einen Freund erkennt man.
    (Vinícius de Moraes)

  • Wen habe ich vergessen? Wen haltet Ihr für über-/unterschätzt? Was sind Eure Lieblingsopern?

    Hallo kurzstueckmeister,


    wen Du bei Deiner Auflistung vergessen hast, kann ich so schnell nicht ausmachen. Es sind aber durchaus unterschätzte Komponisten dabei.


    Unterschätzt wird meiner Meinung nach Arrigo Boito, ein Freund Verdis. Seine Oper "Mefistofele" (Faust) ist ein außerordentliches Werk, in dem einst schon Schaljapin mit seinem "düsteren" Bass glänzen konnte. Auch die Tenöre Caruso und Gigli zählten den Faust zu ihren Lieblingsrollen. Gigli erzählt in seiner Biografie: "Boitos 'Mefistofele' ist eine richtige Oper!" Ebenso unterschätzt wird auch Alfredo Catalani. Seine Oper "La Wally" kommt viel zu selten zur Aufführung. Allein die Arie "Ebben? Ne andrò lontana" würde häufigere Aufführungen des Werkes rechtfertigen. Das stellte übrigens schon Maria Callas fest. Verdi und Puccini zählen ohnehin zu meinen Lieblingskomponisten, Giordanos Oper "Andrea Chenier" ist genial, ebenso wie Leoncavallos "I Pagliacci" oder Mascagnis "L'amico Fritz", wobei die letztgenannte vermutlich auch viel zu selten aufgeführt wird.


    Gruß
    Manfred

    "Menschen, die nichts im Leben empfunden haben, können nicht singen."
    Enrico Caruso


    "Non datemi consigli che so sbagliare da solo".
    ("Gebt mir keine Ratschläge, Fehler kann ich auch allein machen".)
    Giuseppe di Stefano

  • Die Jahrhundertwende hätte ich eher von ca. 1890 - ca. 1915 gesehen, das wäre dann Boitos unvollendeter Nerone - Casella gehört wohl weg, der hat in der Zeit nur Ballette geschrieben? (Habe zu ungenau geschaut.)
    :huh:

  • Casella gehört wohl weg,


    Der war zur "Jahrhundertwende" noch keine 18 Jahre alt, seine ersten Werke sind so um 1902 entstanden (Pavane für Klavier, op. 1).


    LG


    :hello:

    Harald


    Freundschaft schließt man nicht, einen Freund erkennt man.
    (Vinícius de Moraes)

  • Banner Trailer Gelbe Rose
  • war mein fehler, da ich die überschrift "ballette" im wikipedia übersehen hatte und daher


    Il convento veneziano op. 18 (1912/3)


    für hier relevant gehalten hatte - 1931 geht dann als jahrhundertwende wirklich nicht mehr, das ist schon eher jahrhundertmitte.
    ;)


    ... wikipedia spricht:

    Zitat

    Im Speziellen bedeutete um die Jahrhundertwende den Wechsel vom 19. zum 20. Jahrhundert, also etwa speziell die Jahre 1896 bis 1910, das Fin de siècle. Es war in Europa die Belle Époque, eine Zeit mit starken politischen und sozialen Änderungen der Gründerzeit und der Jahre vor dem ersten Weltkrieg – und gleichzeitig sehr ausgeprägten Stilen in Architektur, Literatur und Kunst. Aufgrund der kulturellen Zeitenwende um 1914 spricht man vom langen neunzehnten Jahrhundert.


    Ich würde eher von 1890 losgehen, mit Cavalleria rusticana.

  • Hallo!


    Einige der hier gehannten Komponisten kenne ich nur dem Namem nach oder man hat mal die eine oder andere Arie gehört. Ein Werk, das auch zu den eher unbekannten zählt, ist Montemezzis "L´amore dei tre re".Gelegentlich wuede díe Oper mal als "italienischer Tristan" bezeichnet, was natürlich reichlich übertrieben ist,da Montemezzi mit Wagner natürlich musikalisch nicht mithalten kann, die Personenkonstellation ist allerdings ähnlich. Die Musik ist allerdings sehr schön und angenehm zu hören. Mir fiel vor Jahren mal ein alter Mitschnitt aus der Met in die Hände, von Montemezzi selbst dirigiert und besetzt mit Grace Moore, Ezio Pinza und Charles Kullmann. Es gibt auch eine neuere Aufnahme mit Siepi, Moffo und Domingo, aber leider wurde die Aufnahme zu einem Zeitpunkt gemachr, als Moffos Stimme aber schon sehr gewöhnungsbedürftig war. Aber in die Oper mal reinzuhören lohnt allemal.


    Viele Grüße


    Mme. Cortese

    Gott achtet mich, wenn ich arbeite, aber er liebt mich, wenn ich singe (Tagore)

  • Hi


    Bei der Liste fällt mir ein, dass Hermann Friedrich Wolf, besser bekannt als Ermanno Wolf-Ferrari wohl kaum als italienischer Komponist durchgehen kann...


    :hello:

    Ciao


    Von Herzen - Möge es wieder - Zu Herzen gehn!


  • Hallo, Theophilus!


    Man lernt nie aus. Für mich war dieser Herr immer Italiener, weil er auch in Venedig geboren wurde, trotz deutschen Vaters. Was denn nun?



    Gruß Wolfgang

    W.S.

  • Da habe ich einen vergessen:


    Riccardo Zandonai (1883 - 1944)


    mit Opern ab 1902.


    Wolf-Ferrari scheint einigermaßen uneindeutig, seine Opernerfolge hatte er eher in München auf deutsch?

  • Banner Trailer Gelbe Rose
  • Banner Strizzi
  • Es fehlen:


    1864 - 1949 Franco Leoni


    Dessen Oper "L'Oracolo" (1905) große Verbreitung fand.


    1860 - 1942 Alberto Franchetti


    Berühmt waren seine Opern "Cristofo Colombo" (1892) und "Germania" (1902)


    :hello: LT

  • Hallo, Theophilus!


    Man lernt nie aus. Für mich war dieser Herr immer Italiener, weil er auch in Venedig geboren wurde, trotz deutschen Vaters. Was denn nun?


    Er ist sicher ein Grenzfall. Italienische Mutter, in Venedig geboren und auch gestorben. Aber die musikalische Ausbildung überwiegend in Deutschland, das berufliche Wirken fast ausschließlich in deutschsprachigen Ländern...


    :hello:

    Ciao


    Von Herzen - Möge es wieder - Zu Herzen gehn!


  • Banner Trailer Gelbe Rose
  • Danke für diesen wertvollen Hinweis!!! :jubel:


    Orefice hat immerhin 10 Opern geschrieben, eine davon leider nie aufgeführt. Ich selber habe noch keine Note von ihm gehört, mache mich nun fiebernd auf die Suche.