Karl Böhm ist wieder da! - das "Comeback"

  • Ich halte es allerdings für eine ziemliche Übertreibung, dass ein erheblicher Teil von Böhms (DG) Aufnahmen längere Zeit ernsthaft vergriffen gewesen sei.

    Nein, es ist keine Übertreibung. Man muss allerdings differenzieren. Böhms Opernschaffen (und sein Mozart-Requiem) waren eigentlich immer recht gut bis sehr gut repräsentiert. Ganz anders jedoch sein Katalog symphonischer Einspielungen. Die Beethoven-Misere ist ja bekannt, wo ist sein Brahms-Zyklus, seine Tschaikowsky-Symphonien und seine Haydn-Symphonien? Unsere Werbepartner schweigen sich darüber aus, für eine Haydn-Platte muss man wieder Japan bemühen. Und ganz allgemein: dass in Japan eh fast alles immer zu bekommen war und ist, bleibt für viele Musikliebhaber auch heute noch nur ein schwacher Trost. Selbst sein Rennommee-Stück - die Mozart-Symphonien - gibt es erst seit einigen Jahren wieder leicht und vollständig zu erwerben. Über viele Jahre gab es nur die Doppel-CD mit den letzten Symphonien und gelegentliche Billig-CDs mit früheren Werken. Auch sein Schubert brauchte lange, bis er wieder vollständig suf CD erhältlich war.
    Dann gibt es eine Reihe ganz hochkarätiger Konzerteinspielungen mit ihm als Begleiter, die auch eher sporadisch als konstant erhältlich waren (das hat sich dann mit den Originals deutlich gebessert). Schließlich war einer der bedeutendsten Strauss-Dirigenten seiner Zeit am Opernsektor immer mit einigen Aufnahmen präsent (wenngleich z.B. Universal zur Zeit darüber nachzudenken scheint, unter welchem Label seine Ersteinspielung der Frau ohne Schatten wiederveröffentlicht werden könnte), aber seine Aufnahmen der Strauss-Orchesterwerke vergammelten lange mehr oder weniger in den Archiven, bis die DG eine 3-CD-Box auflegte.


    :hello:

    Ciao


    Von Herzen - Möge es wieder - Zu Herzen gehn!


  • Was Brahms betrifft, hat Theo hundertprozentig recht. Da mußte man bisher für Japan-Importe tief in die Tasche greifen:



    neuerdings gibt es die SACD bei jpc etwas preiswerter:



    nur: kann mir jemand erklären, was "Esoteric-DSD-Mastering" ist, das den hohen Preis rechtfertigen soll?


    ?(

    Harald


    Freundschaft schließt man nicht, einen Freund erkennt man.
    (Vinícius de Moraes)

  • Ich verstehe zwar, dass bei Böhm als Hausgott es eine furchtbare Katastrophe ist, wenn nicht alle Aufnahmen immer problemlos vorhanden sind, aber es bleibt eine ziemliche Übertreibung, abgesehen von Beethoven- (wobei wiederum beide Aufnahmen der 9. zu haben waren, sowie einzelne andere Aufnahmen) und Brahms-Sinfonien (wobei z.B. das 1. Klavierkonzert mit Pollini auch durchgehend erhältlich war; ich selbst habe es im Sommer 1989 gekauft). Allerdings ist, wenn Amazon recht hat, die "Collector's" Box der Brahms-Sinfonien 2002 erschienen, ist auch schon wieder eine ganze Zeitlang her.


    Gerade die Konzertaufnahmen (Beethoven, Mozart, Brahms 1) mit Pollini oder die Mozart-Bläserkonzerte waren mehr oder minder die Standard-Aufnahmen der Werke im DG-Katalog um 1990 und lange im Vollpreis-Segment, obwohl nicht digital. Zwar ist Amazon nicht immer zuverlässig, was die ursprünglichen Veröffentlichungsdaten betrifft, aber ich habe ein paar Stichproben nachgesehen und alle von mir weiter oben genannten Aufnahmen waren Anfang/Mitte der 1990er erhältlich (und selbstverständlich auch die kompletten Mozartsinfonien in der älteren blauen Box, davor und parallel gab es diverse Einzelaufnahmen auf Galleria) und das meiste davon, soweit ich sehe, seither durchgehend. Der Bayreuther Ring oder die Mozart-Sinfonien inzwischen in dritter Verpackung/Neuauflage.


    Vergleicht man mit Karajan, Bernstein oder Solti, oder vielleicht auch mit der Verfügbarkeit der Böhm-LPs Ende der 1970er habt ihr recht. Vergleicht man mit Ansermet, Fricsay oder Jochum m.E. nicht (alles, was mono war, hatte es eh schwer, und kam sporadisch in kurzlebigen "Dokumente"-Ausgaben heraus).


    Das ist aber auch zweitrangig. Viel interessanter wäre, warum man auf einen rührigen Menschen bei Universal Australien! warten musste, bis z.B. Ansermet jenseits von Debussy und Stravinsky oder Böhm jenseits von Mozart und Strauss wiederveröffentlicht werden.


    Wobei ich es seit etwa 2000 für jemanden, der sich als Sammler versteht, zumutbar finde, zumindest europäische online-Quellen zu nutzen. Wer das nicht mag, kann ja die LPs auf Flohmärkten suchen, sollte bei vielen Sachen mit Böhm kein allzu großes Problem sein.

    Struck by the sounds before the sun,
    I knew the night had gone.
    The morning breeze like a bugle blew
    Against the drums of dawn.
    (Bob Dylan)

  • kann mir jemand erklären, was "Esoteric-DSD-Mastering" ist, das den hohen Preis rechtfertigen soll?

    Esoteric ist ein im Wesentlichen in Japan ansässiges und produzierendes Subsidiary von TEAC. Es werden Audioplayers, DACs, Amplifiers und so'n Zeug hergestellt und eben auch Esoteric Remasters veröffentlicht. Ob der Preis seine Entsprechung irgendwie im Klang findet, mag jeder selbst entscheiden, jedenfalls rechtfertigt er sich daraus, dass die SACDs Japan-Importe sind.

  • Auch für mich ist Karl Böhm einer der grössten Dirigenten des 20. Jahrhunderts. Seine Operneinspielungen der Mozart-Opern, seine Wagner-Aufnahmen aus Bayreuth und auch seine Strauss-Interpretationen gehören für mich zum besten. Aber auch seine Einspielungen sinfonischer Werke von Beethoven, Schubert , Schumann und vielen anderen sind grossartig.


    Als Operndirigent erlebte ich ihn zum ersten Mal 1965 in Berlin mit "Aida" in der Inszenierung von Wieland Wagner, auch hier als Verdi-Dirigent ganz hervorragend. Zum letzten Mal in München 1980 mit einer "Entführung". Als ich einige Orchestermitglieder sprach, sagten sie mir, dass sie unter einer solchen Spannung stünden, wenn der greise Maestro am Pult stände, dass es völlig egal sei, wie er dirigiere, allein diese "Magie" würde diese grossartigen Aufführungen hervorbringen.

  • kann mir jemand erklären, was "Esoteric-DSD-Mastering" ist



    Esoteric ist ein japanisches CD-Label,das ältere Aufnahmen in Lizenz von Universal,EMI,Teldec/Warner usw. auf den neusten technischen Stand bringt.
    Tonträger ist die Hybrid-SACD,die sowohl auf SACD-Spieler als auch auf jedem CD-Spieler abspielbar ist.
    Was bisher auf CD (und LPs) erschienen war,kommt jetzt bei Esoteric auf SACD heraus.
    Allerdings werden die alten Aufnahmen entstaubt und von den Originalquellen per DSD neu remastered,wodurch eine Verbesserung des Klanges
    eintreten soll.
    Die Esoteric SACD-Cover bilden das Original-LP-Cover ab,sodaß der Anschein entstehen kann,daß die neue SACD von Universal,EMI oder Teldec/Warner
    stammt.Diesem Irrtum unterliegt auch JPC,die als Label nicht "Esoteric" angeben,sondern Universal,Emi,Teldec/Warner usw.
    Inzwischen haben Universal,Emi,Warner erkannt,daß man das Geschäft mit remasterten älteren Aufnahmen auf SACD auch selber machen kann.
    Somit kann es zu Parallelausgaben von Esoteric und Universal kommen,wie bei den Böhm-SACDs,die jedoch unterschiedlich
    remastered wurden.Die Universal-SACDs können im Gegensatz zu den Esoteric-SACDs nicht auf jedem CD-Spieler abgespielt werden.
    Wenn man bei JPC liest "Esoteric-DSD-Mastering",so ist auch das insoweit irreführend,als das DSD-Mastering tatsächlich von JVC durchgeführt wurde.

    mfG
    Michael

  • Inzwischen haben Universal,Emi,Warner erkannt,daß man das Geschäft mit remasterten älteren Aufnahmen auf SACD auch selber machen kann.


    Seit wann ist das so? Universal hat doch vor einigen Jahren die Produktion von SACDs eingestellt.


    :hello:

    Ciao


    Von Herzen - Möge es wieder - Zu Herzen gehn!


  • Ich möchte den Schreibern zustimmen, die fragten: „War Karl Böhm denn jemals weg?“


    Meines Erachtens haben seine Aufnahmen von Werken von Richard Wagner und Richard Strauss nie ihre Bedeutung verloren und waren auch meistens erhältlich.


    Ich denke vor allem an den Tristan (Bayreuth live), an die Elektra (DG), an die „Frau ohne Schatten“ (Decca), an „Daphne“ und an „Capriccio“ (beides DG). Dies sind wohl Referenz-Aufnahmen, die nur wenig Konkurrenz haben – zumindest dann, wenn es Stereo sein soll.


    Bei den „Vier letzten Liedern“ (mit Lisa della Casa) ist er einer der wenigen, die sich trauen, die Tempovorschriften von Strauss zu beachten. - Bei Bruckner (kenne nur 3 + 4 + 7) ist er in jedem Falle sehr gut. - Seine Aufnahmen der Opern von Alban Berg sind ausgezeichnet. - Bei allen drei Werkgruppen gibt es allerdings starke Konkurrenz. Hier ist er vielleicht nicht so singulär wie bei den zuerst genannten Aufnahmen. – Auch bei anderen Werken von Strauss und Wagner – Salome, Rosenkavalier, Holländer, Ring – hat er doch erhebliche Konkurrenz, wenngleich seine Aufnahmen sehr gut sind. - Seinen Schubert kenne ich leider noch nicht.


    In wie weit seinem Haydn, seinem Mozart, seinem Beethoven ein vergleichbarer Rang zugeschrieben werden kann, darüber wird ja laufend herzlich gestritten. Die „Jahreszeiten“ finde ich mit ihm indes großartig. Die „Zauberflöte“ mit Wunderlich darf wegen diesem in keiner Sammlung fehlen. –


    Es wurde in diesem Forum schon mehrfach festgestellt, dass Böhm zu seiner Zeit als der führende Mozart-Interpret galt, an dem andere gemessen wurden. Und wer wollte das ernsthaft bestreiten?! Das galt aber auch für Bruno Walter zu dessen Zeit. Genauso wie die Aufnahmen Walters sind die Böhm-Aufnahmen der Mozart-Sinfonien (ich kenne nur die üblichen 35-41) sehr gut. Spätere Aufnahmen mit HIP-Erfahrungen haben aber andere Facetten dieser Musik offengelegt, die ich nicht mehr missen möchte. Auch meine ich, dass das Mozart-Bild Böhms stärker zeitgeprägt war als seine Wagner- und Strauss-Deutungen.


    Von seinem Beethoven kenne ich nur die 6. und die Missa solemnis. Eine klare Bildungslücke, die ich bei einem günstigen Angebot sofort schließen würde.


    Fazit: Er war nie weg. Seine herausragende Bedeutung bei Wagner und Strauss ist seit Jahrzehnten unverändert. Andere seiner Aufnahmen von Werken aus der Zeit von Haydn bis Berg haben immer noch hohen Rang bei starker Konkurrenz. Bei Mozart gab es nach Böhm wichtige Neuansätze, die dessen Musizieren aus heutiger Sicht als eine Möglichkeit unter vielen einordnen. Dass diese Aufnahmen in ihrer Zeit sehr wohl verdienstvoll und maßstabsetzend waren (und darum auch heute noch von vielen dafür gehalten werden), kann rückwirkend nicht bestritten werden.

  • Zitat

    Es wurde in diesem Forum schon mehrfach festgestellt, dass Böhm zu
    seiner Zeit als der führende Mozart-Interpret galt, an dem andere
    gemessen wurden.

    Ja und? Was sagt das denn schon aus? Und bei wem war er denn "führend"? Bei Alfred Schmidt und Bernward Gerlach oder was?


    Zu seiner Zeit gab es eben auch Bruno Walter, Otto Klemperer, Josef Krips, Rene Leibowitz, George Szell, Fritz Reiner und davor sogar Arturo Toscanini und Erich Kleiber.
    Nikolaus Harnoncourt hat die Wiener Sinfoniker verlassen, weil er die Mozart-Dirigate von Karl Böhm nicht mehr ausgehalten und ertragen hat. Wer will es Ihm verdenken?


    Diese peinliche Karl Böhm-Verehrung in diesem Forum ist wirklich abgrundtief lächerlich. Für mich gehören seine Mozart-Aufnahmen (und nicht nur die) auf den Müllhaufen der Schallplattengeschichte.
    Außerdem sollte einem Adolf Hitler-Fan wie Karl Böhm nicht soviel Raum eingeräumt werden.



    Agon

  • Lieber Agon,


    mir gefällt Deine direkte Art, nicht lange um den heißen Brei zu reden! :thumbup: Ich bin sicher ein wenig geeigneter Taminoianer, wenn es darum geht, Böhms Mozart-Interpretationen das Wort zu reden. :no: Dennoch sei es gewagt:


    Nikolaus Harnoncourt hat die Wiener Sinfoniker verlassen, weil er die Mozart-Dirigate von Karl Böhm nicht mehr ausgehalten und ertragen hat. Wer will es Ihm verdenken?


    Ich habe ein Interview mit Harnoncourt aus dem Jahre 1991, das anlässlich seiner Beethoven-GA von der damaligen Teldec auf einer Werbe-CD veröffentlicht wurde. Bei Harnoncourt hört sich das so an:


    „Ich bin ja aus dem Orchester weggegangen, [ … ] ganz konkret, weil zwei Werke, die ich gerade in diesem Monat spielen musste, mich so gelangweilt haben und so gestört haben, dass ich mir gesagt habe: Wenn das wirklich so ist mit meiner Berufsausübung, dann muss ich es selber machen. Das war die g-moll-Sinfonie von Mozart und die Matthäus-Passion.“


    Das klingt schon einmal ein wenig anders. Jedenfalls stellt Harnoncourt zwei Werke in den Mitelpunkt seiner Aussage und nicht einen Dirigenten. ?( Im Übrigen darf man hervorheben, dass die meisten Orchestermitglieder ja geblieben sind ... Harnoncourt hatte übrigens Größe genug, im selben Interview einzuräumen, dass es auch, wenn Nikolaus Harnoncourt dirigiert, Orchestermitglieder geben könne, die das nicht aushalten und dann lieber selbst dirigieren. Er fügte sinngemäß hinzu, dass diese dann aber auch so konsequent sein müssten, das wirklich zu tun!


    Ja und? Was sagt das denn schon aus? Und bei wem war er denn "führend"? Bei Alfred Schmidt und Bernward Gerlach oder was?


    Ich darf folgende Rezensionen des Salzburger "Cosi fan tutte" (Böhm/Rennert) aus dem Jahre 1972 zitieren:


    Zitat

    FAZ 29. Juli 1972: Kein Dirigent ist heute für dieses heile Mozartbild kompetenter als Karl Böhm. Er musiziert mit den Wiener Philharmonikern, mit dem von Walter Hagen-Groll vorbereiteten Chor der Wiener Staatsoper so federleicht, so präzis, so ausgeglichen wie kaum je zuvor. Er hat als reifer Siebziger die höhere Einfachheit, die das sprechende Klangbild der Buffa verlangt. Alles klingt, als entstünde die Musik unter seinen Händen. Immer wieder fühlt man: so muß ein Mozartsches Piano sein, ein Presto eilen, ein Andante singen. An künstlerischer Einheit war Salzburgs zweiter Abend nicht zu übertreffen. Das Publikum bezeugte es mit endlosem Beifall. (H. H. Stuckenschmidt)


    Zitat

    Die Zeit, 1. September 1972: Was Karajan, den genialischen Egozentriker, als Mozart-Dirigenten immer wieder scheitern läßt, die gleiche Grunddisposition des Temperaments ist es, die einen wahrhaft noch dienenden, nie sich selber in den Vordergrund spielenden Interpreten wie Karl Böhm zum ersten Mozart-Dirigenten unserer Epoche macht. (Rudolf Walter Leonhardt)


    Zitat

    Der Tagesspiegel, Berlin, 29. Juli 1972: Richard Strauss, Bruno Walter, Clemens Krauss, Felix von Weingartner, Josef Krips haben die Oper in Salzburg dirigiert, seit fast zwei Jahrzehnten ist sie Karl Böhm übereignet, der sie vorübergehend an Seiji Ozawa abtrat. Nun hat er sie, in Günther Rennerts Neuinszenierung im Kleinen Festspielhaus, wieder übernommen, und wieder inspiriert er die Wiener Philharmoniker zu einer Orchesterleistung von klassischer Vollendung. Er läßt die Ouvertüre wie die Musik einer Spieldose ablaufen, belebt die Männerterzette der Anfangsszene mit dem Feuer übermütigen Temperaments, breitet um die Gestalten der treulosen Mädchen eine Aura sinnlichen Wohlklangs wie ein prächtiges Kleid, das ihnen Schwäche, Würde und Schönheit gibt; er läßt Buffoheiterkeit, Opernparodie, Burleske und tiefen lyrischen Ernst miteinander abwechseln, trifft jede Stimmung rein und genau und bindet das ganze zur Harmonie, zum vieltönigen Akkord von Leichtsinn und Wehmut, von echtem Gefühl und schillernder Ironie. (Werner Oehlmann)


    Zitat

    Münchener Merkur, 29. Juli 1972:Was Karl Böhm als spiritus rector dieser exemplarischen Mozartaufführung leistete, war musikalische Dramatik, szeneschaffende Verdeutlichung einer Partitur, ein Glücksfall. Böhm wird hierin heute von niemandem erreicht. Er dirigierte mit einer unglaublichen Verve und jugendlicher Gespanntheit.
    Sein Mozart ist feurig, wild und zärtlich, das "Weht leise, ihr Winde" zerging auf der Zunge. Böhm führte Abendregie vom Pult aus, ein fühlender und wissender Mozart-Dirigent.
    (Helmut Schmidt-Garre)


    Es wäre ein Leichtes, weitere Zitate anzuführen. Dass Böhm in seiner Zeit mehrheitlich als Maß der Dinge in Sachen Mozart angesehen wurde, ist wohl kaum zu bestreiten. :yes: Sicher hat es auch andere Stimmen gegeben - aber eben weniger.


    Diese peinliche Karl Böhm-Verehrung in diesem Forum ist wirklich abgrundtief lächerlich. Für mich gehören seine Mozart-Aufnahmen (und nicht nur die) auf den Müllhaufen der Schallplattengeschichte.


    Niemand will Dir Deine Meinung zu Böhms Mozart-Aufnahmen nehmen. Bei Wagner und Strauss habe ich einen anderen Standpunkt - und sicher nicht nur ich. Darüber hinaus fände ich es gut, das Forum nicht in dieser Form von innen anzugreifen. Denk doch mal daran, welcher Teil der von Dir beschriebenen Lächerlichkeit auf Dich selbst abstrahlt. :D


    Außerdem sollte einem Adolf Hitler-Fan wie Karl Böhm nicht soviel Raum eingeräumt werden.


    Ein schwieriges Thema. Richtet nicht ... wer weiß, wie er selbst gehandelt hätte? Jedenfalls gab es damals eine Menge Mitläufer, die ein sehr verengtes Schwarz-Weiß-Denken pflegten und eine apodiktische Argumentation an sich hatten. Prüfe mal Deinen letzten Beitrag auf ähnliche Eigenschaften. - Ich meine, dass es in der damaligen Zeit sicher gut gewesen wäre, hätte es mehr besonnene Leute mit ausgewogenem Urteil gegeben, die jemanden nicht gleich in die Ecke (oder auf den Müllhaufen [Zitat Agon] oder in die Müllverbrennungsanlage) stellen, weil er nicht in ihr Weltbild passt.

  • Banner Strizzi

  • Seit wann ist das so? Universal hat doch vor einigen Jahren die Produktion von SACDs eingestellt.



    Neue SACDs werden von den Majors seit einigen Monaten ausschließlich im japanischen Presswerk hergestellt.
    Einen Überblick über die neuen SACDs erhält man auf der Seite von
    sa-cd.net
    Dort findet man alle SACDs der Labels "Universal (Japan)" und "EMI (Japan)".
    Zur Schnellsuche kann man dort "Furtwängler" oder "Karajan" ins Suchfeld eingeben.

    mfG
    Michael

  • Zitat

    mir gefällt Deine direkte Art, nicht lange um den heißen Brei zu reden!

    Damit stehe ich in diesem Forum leider alleine da.


    Zitat

    Das klingt schon einmal ein wenig anders. Jedenfalls stellt Harnoncourt
    zwei Werke in den Mitelpunkt seiner Aussage und nicht einen Dirigenten.

    Nun, in diesem Interview verschweigt er den Dirigenten und nennt nur die Werke. Allerdings war es Karl Böhm, und er meint Ihn auch!


    Zitat

    Kein Dirigent ist heute für dieses heile Mozartbild kompetenter als Karl Böhm.

    Ich muß Dir ja fast schon danken, daß Du ausgerechnet diese Rezension zitierst. Denn allein mit diesem Satz zeigt der Rezensent doch seine Inkompetenz, um diese Aufführung angemessen beurteilen zu können. Das "heile Mozartbild" ist es ja gerade, was Harnoncourt abgeschreckt hat und was für mich Karl Böhm als Mozartdirigent unerträglich macht. Was will ich denn mit einer "heilen" Cosi fan tutte? Da verzichte ich lieber drauf. Aber viele andere wohl nicht. Na gut.
    Diese Rezensionen von 1972 lesen sich amüsant, ja, und sicher spielten die Wiener Philharmoniker "kompetent", "klassisch vollendet". Aber ist es das denn, worauf es ankommt? Das ist doch Verharmlosung, Verflachung.

    Zitat

    Er läßt die Ouvertüre wie die Musik einer Spieldose ablaufen

    Aha. Klingt pittoresk, beschaulich, niedlich. Genauso wie "eine Aura sinnlichen Wohlklangs" etc.pp.

    Zitat

    Sein Mozart ist feurig, wild und zärtlich

    Das kann ich mir kaum vorstellen. Aber wenn es so gewesen wäre, würde das in der Tat für Karl Böhm sprechen.


    Zitat

    Sicher hat es auch andere Stimmen gegeben - aber eben weniger.

    Schon wieder so eine Nullsummenaussage. Was willst Du damit bekräftigen? Daß Karl Böhm von einer großen Mehrheit als Mozartdirigent geschätzt wurde? Schön - das macht seine verniedlichende und verflachende Herangehensweise aber nicht besser. Es spricht eher gegen den Zeitgeschmack von 1972.


    Zitat

    Denk doch mal daran, welcher Teil der von Dir beschriebenen Lächerlichkeit auf Dich selbst abstrahlt. :D

    Darüber mache ich mir wirklich keine Gedanken, Wolfram. Es gibt in diesem Forum so viele lächerliche und peinliche Aussagen - da bin ich in guter Gesellschaft!

    Zitat

    Richtet nicht ... wer weiß, wie er selbst gehandelt hätte?

    Mit dieser Aussage läßt sich das gesamte Dritte Reich rechtfertigen. Deshalb lasse ich mich darauf nicht ein. Denk mal drüber nach!


    Zitat

    Jedenfalls gab es damals eine Menge Mitläufer, die ein sehr verengtes
    Schwarz-Weiß-Denken pflegten und eine apodiktische Argumentation an sich
    hatten. Prüfe mal Deinen letzten Beitrag auf ähnliche Eigenschaften.

    Willst Du mich jetzt auf eine Stufe mit Nazi-Mitläufern stellen oder was?

    Zitat

    Ich meine, dass es in
    der damaligen Zeit sicher gut gewesen wäre, hätte es mehr besonnene
    Leute mit ausgewogenem Urteil gegeben, die jemanden nicht gleich in die
    Ecke (oder auf den Müllhaufen [Zitat Agon] oder in die
    Müllverbrennungsanlage) stellen, weil er nicht in ihr Weltbild passt.

    Interessant. Was Du hier unternimmst, ist der schäbige Versuch, mich und meine Meinung zu kriminalisieren.
    Überprüfe doch einfach mal Dein krankes Weltbild. Dann würdest Du nämlich merken, daß Du genau das machst, was Du hier an mir kritisierst.



    Agon

  • Interessant. Was Du hier unternimmst, ist der schäbige Versuch, mich und meine Meinung zu kriminalisieren.
    Überprüfe doch einfach mal Dein krankes Weltbild. Dann würdest Du nämlich merken, daß Du genau das machst, was Du hier an mir kritisierst.

    Wer im Glashaus sitzt, sollte nicht mit Steinen werfen! Frankfurt ist nun einmal nicht der Nabel der musikalischen Welt, sondern spielt wie die Eintracht, leider nur in der Zweiten Liga. Das schließt nicht aus, dass auch mal ein gutes Spiel gelingt.


    LG, Bernward


    "Nicht weinen, dass es vorüber ist
    sondern lächeln, dass es gewesen ist"


    Waldemar Kmentt (1929-2015)


  • Ja und? Was sagt das denn schon aus? Und bei wem war er denn "führend"? Bei Alfred Schmidt und Bernward Gerlach oder was?

    Ich ersuche dich, an deinem Tonfall zu arbeiten!


    Zitat

    Zu seiner Zeit gab es eben auch Bruno Walter, Otto Klemperer, Josef Krips, Rene Leibowitz, George Szell, Fritz Reiner und davor sogar Arturo Toscanini und Erich Kleiber.

    Nein, so ist das nicht. Zu der Zeit, in der Böhm als der Mozart-Papst schlechthin galt, waren Walter, Reiner, Toscanini und Kleiber bereits tot. Leibowitz war in Mitteleuropa überhaupt nicht existent (ich weiß überhaupt nur von einer einzigen Mozart-Symphonie auf Platte; nebenbei bemerkt hätte ich an deiner Stelle anstatt der überraschenden Nennung von Toscanini und Leibowitz eher Erich Leinsdorf angeführt) und Szell wurde hier nicht primär wegen seines Mozarts geschätzt. Bleiben also in erster Linie Klemperer der Eigenwillige und Krips die echte Alternative. Beide waren natürlich auch in den 60ern hochgeschätzte Mozart-Dirigenten, aber Böhm hatte einen entscheidenden Vorteil zu seinen Gunsten, nämlich die damals neue Gesamteinspielung aller Symphonien. Diese war eine der Sensationen am Klassikmarkt der 60er. Es gibt wenige andere Platteneinspielungen, die bei ihrem Erscheinen von der Kritik derart bejubelt wurden wie diese Mozart-Kassette. Es ist sehr erstaunlich, zu welchen Formulierungen sich da Rezensenten hinreißen haben lassen. Und ironischerweise haben haben einige seiner Mozart-Operneinspielungen den Test der Zeit bis heute besser bestanden als die Gesamtaufnahme der Symphonien.


    Zitat

    Nikolaus Harnoncourt hat die Wiener Sinfoniker verlassen, weil er die Mozart-Dirigate von Karl Böhm nicht mehr ausgehalten und ertragen hat. Wer will es Ihm verdenken?

    Ich halte diese Aussage für eine freihändige Erfindung deinerseits. Bist du tatsächlich derart naiv zu glauben, dass jemand eine Lebensstellung, die die Basis seiner Existenz ist, aufgibt, nur weil ihm das Dirigat irgendeines Taktstockschwingers missfällt? Nein, so einfach liegen die Dinge im Leben nicht. Harnoncourt entschloss sich zu diesem Schritt, weil über ein Jahrzehnt Doppelbelastung Wiener Symphoniker / Concentus Musicus ihn aufzureiben drohte. Es mag ja ein konkretes Konzerterlebnis das berühmte Fass zum Überlaufen gebracht haben, aber er wagte den Schritt erst, als die Chancen nicht so schlecht schienen, mit dem Concentus Musicus alleine den Lebensunterhalt bestreiten zu können. Tatsächlich erfüllte sich diese Hoffnung nur bedingt und er entschloss sich bald zur Suche nach einem neuen Posten. Er fand ihn dann in einer Lehrtätigkeit am Salzburger Mozarteum, die er bis zu seiner Pensionierung ca. 20 Jahre lang ausübte. Diese Stelle erlaubte ihm ungleich besser, seine musikalischen Vorstellungen mit dem Concentus Musicus zu verwirklichen.


    Zitat

    Diese peinliche Karl Böhm-Verehrung in diesem Forum ist wirklich abgrundtief lächerlich. Für mich gehören seine Mozart-Aufnahmen (und nicht nur die) auf den Müllhaufen der Schallplattengeschichte.

    So eine Formulierung sagt mehr über dich aus als über Böhms Rang als Mozart-Dirigent.


    Zitat

    Außerdem sollte einem Adolf Hitler-Fan wie Karl Böhm nicht soviel Raum eingeräumt werden

    Glücklich die Leute, deren Weltbild so klar und einfach gestrickt ist und die auf alles simple Antworten haben. Wir registrieren hiermit deinen Wunsch, ich kann dir aber nicht versprechen, dass ihm in irgendeiner Weise Rechnung getragen wird...


    ;)

    Ciao


    Von Herzen - Möge es wieder - Zu Herzen gehn!


  • Neue SACDs werden von den Majors seit einigen Monaten ausschließlich im japanischen Presswerk hergestellt.
    Einen Überblick über die neuen SACDs erhält man auf der Seite von
    sa-cd.net
    Dort findet man alle SACDs der Labels "Universal (Japan)" und "EMI (Japan)".
    Zur Schnellsuche kann man dort "Furtwängler" oder "Karajan" ins Suchfeld eingeben.


    Vielen Dank für diese Information!


    :hello:

    Ciao


    Von Herzen - Möge es wieder - Zu Herzen gehn!


  • Zitat

    Wer im Glashaus sitzt, sollte nicht mit Steinen werfen!

    Warum eigentlich nicht?


    Zitat

    Frankfurt ist nun einmal nicht der Nabel der musikalischen Welt

    Da wäre ich der Letzte, der sowas behaupten würde...wirklich!


    Zitat

    sondern spielt [...] leider nur in der Zweiten Liga

    Nicht immer, verehrter Bernward, weißgott nicht immer...


    Zitat

    Ich ersuche dich, an deinem Tonfall zu arbeiten!


    Diese blaue Farbe ist wirklich wunderschön...wirklich!



    Grüße,
    Agon

  • Außerdem sollte einem Adolf Hitler-Fan wie Karl Böhm nicht soviel Raum eingeräumt werden.


    War Böhm tatsächlich Hitler-Fan ?
    Bekannt ist zumindestens, z.B. dass er in Dresden die Nachfolge von Busch antrat, der von den Nazis rausgeekelt wurde, dass er dem antisemitischen „Kampfbund für deutsche Kultur“ angehörte, dass er den Anschluss Österreichs an Deutschland begrüßte und Orchestermusiker mit folgenden Worten drohte: Wenn Sie die Stelle morgen nicht können, sind Sie übermorgen an der Ostfront"
    Aber das sagt nichts über seine Qualität als Musiker aus.



    Wer im Glashaus sitzt, sollte nicht mit Steinen werfen! Frankfurt ist nun einmal nicht der Nabel der musikalischen Welt, sondern spielt wie die Eintracht, leider nur in der Zweiten Liga. Das schließt nicht aus, dass auch mal ein gutes Spiel gelingt.
    Das wäre sehr neu, dass das HR-Sinfonieorchester plötzlich wie die Eintracht in der sog. „2. Liga“ spielen soll. Es gelangen den HR-lern in den letzten Jahren exemplarische Wiedergaben:
    z.B. unter Järvi Beethovens 5.Sinfonie (was momentan die angeblich besten Orchester, also weder die Berliner noch Wiener Philharmonikern schaffen) , unter Sian Edwards Schönbergs 5 Orchesterstücke bzw. Luigi Nonos Variazioni canoniche, unter Emmanuelle Haïm Händels Messias, unter Klee Brahms Sinfonie Nr. 3, unter Inkinen Schönbergs Violinkonzert, unter Wolf die Brandenburgischen Konzerte 2,3 und 5, etc. etc. etc...


    Die Wiedergaben der späten Mozart-Sinfonien aus der Gesamteinspielung sind, wie bereits Agon zu Recht betonte, in der Tat nicht besonders interessant. Gründe wurden bereits von ihm angesprochen ... z.B. Barshai, Cambreling und Harnoncourt bieten wesentlich klangeschärftere, spannendere Alternativen. Gleiches gilt für die Cosi von 1974, die kürzlich unter Christie in NYC ebenfalls klanggeschärfter geriet.


    Erstaunlich gut sind eine Reihe Livemitschnitte vom Fidelio (Tokyo, NYC,), Wozzeck aus NYC (in englischer Sprache) und ein Lohengrin (1967, NYC ) unter Karl Böhm gelungen. Von Böhms Bayreuther Ringaufführungen gab (z.B. Leinsdorf in NYC, Stiedry in den 40gern) gab und gibt es heutzutage orchestral interessantere Alternativen: Paternostro, Haenchen, Zagrosek, Conlon..
    Strauss soll er gut dirigiert haben. Nur was nützt das, wenn man Musik von Richard Strauss nicht erträgt ..
    :hello:

  • Die Wiedergaben der späten Mozart-Sinfonien aus der Gesamteinspielung sind, wie bereits Agon zu Recht betonte, in der Tat nicht besonders interessant.

    Ich bin da völlig gegenteiliger Meinung. Gerade die späten Symphonien sind in ihrer Art ganz großartig gelungen. Kritik kann eher bei den frühen Symphonien greifen, die in gleicher großorchestraler Technik gespielt werden, was heute eigentlich völlig out ist.


    Gleiches gilt für die Cosi von 1974, die kürzlich unter Christie in NYC ebenfalls klanggeschärfter geriet.

    Und warum sollte "klanggeschärfter" besser sein? Alle Böhm-Cosi-Einspielungen sind ganz hervorragend dirigiert und verfügen zudem über Sängerensembles, von denen man später nur träumen konnte.


    Von Böhms Bayreuther Ringaufführungen gab (z.B. Leinsdorf in NYC, Stiedry in den 40gern) und gibt es heutzutage orchestral interessantere Alternativen: Paternostro, Haenchen, Zagrosek, Conlon..

    Zagrosek besser als Böhm? Bist ein kleiner Scherzkeks! ;)
    Wenn man aber schon unter alten Böhm-Live-Mitschnitten kramt, sollte man seine wunderbaren Meistersinger auf keinen Fall vergessen! Und seine Studio-Aufnahme des dritten Akts der Meistersinger gehört zu den besten Wagner-Aufnahmen der Schallplattengeschichte.


    :hello:

    Ciao


    Von Herzen - Möge es wieder - Zu Herzen gehn!


  • Zitat

    Und warum sollte "klanggeschärfter" besser sein?

    weil der Orchestersatz deutlicher, strukturierter und ungefälliger rüberkommt. Sicher, die Sänger von 1974 waren nicht schlecht, aber meistens ist das Orchester mir sowie wichtiger... auch bei den Mozartsinfonien z.B. Nr. 38 ist mir Cambreling mit dem SWR-Orchester (live) strukturbetonter, schärfer ohne dabei auf Emotion zu verzichten... gleiches gilt für Nr. 39 unter Harnoncourt oder Nr. 41 unter Herreweghe bzw.. Luisi ....

    Zitat

    Zagrosek besser als Böhm? Bist ein kleiner Scherzkeks! ;)

    Zagroseks Ring ist orchestral auch einer Reihe von Zeitgenossen z.B. Thielemann, Metha vorzuziehen ..
    :hello:

  • Ich finde es toll, wenn wir darüber diskutieren, ob Mozarts "späte" (was immer das bei Mozart heißt) Sinfonien bei Böhm oder Harnoncourt & Co. besser gelungen sind. Meine Antwort ist bekannt: Natürlich ziehe ich Harnoncourt & Co. vor. - Können wir das in den Threads zu den Werken diskutieren?


    Hier wäre doch mal eine Möglichkeit, den Dirigenten Karl Böhm zu würdigen. Mit dem, wo er Spitzen-Aufnahmen hinterlassen hat, die nur wenig gleichwertige Konkurrenz haben (Jahreszeiten, Tristan, Elektra, FroSch, Daphne, Capriccio) und mit dem, wo er sich vergleichen lassen muss (Vier letzte Lieder, Bruckner, Berg, Salome, Rosenkavalier, Holländer und - jawohl - auch Mozart) und dabei vielleicht nicht immer vorne liegt.


    Ich meine auch, dass Böhms Bedeutung als Mozart-Dirigent in den 1960er Jahren einfach nicht bestritten werden kann. Eine Historiker - egal ob im Jahr 2011 oder 2111 - kann aufgrund der Rezensionen dieser Zeit keinen anderen Schluss ziehen. Trotz Krips, trotz Leinsdorf, trotz Klemperer. Und diese Bedeutung kann man doch auch dann nicht leugnen, wenn man Böhms Mozart-Interpretationen schrecklich findet. - Auch ein Erzkatholik kann die Bedeutung Martin Luthers ja nicht leugnen, auch, wenn er ihn lieber auf den Müllhaufen [Zitat Agon] der Geschichte verbannen würde. Natürlich darf er katholisch bleiben und für die Erleuchtung der Protestanten beten ... :hello: Es ist kein Wunder, dass ausgerechnet Karl Böhm ans Pult gelassen wurde, um eine Mozart-GA aufzunehmen. Es gab zwar wohl eine noch frühere mit einem weitaus weniger bekannten Dirigenten, aber Böhm war der erste Dirigent von Weltrang, der durfte. (Als nächster wohl Neville Marriner?)


    Um Böhms Ring-Dirigat nicht an vorderste Stelle zu setzen, muss ich bestimmt nicht zu Zagrosek gehen (wenn dies angesichts der nicht immer brillanten Orchesterleistung in Stuttgart überhaupt wünschenswert wäre). Reichen nicht Furtwängler, Leinsdorf (2 x Walküre - Met live und 1961), Keilberth und Solti, um Böhms Leistung zwar zu würdigen, aber nicht zu überschätzen?

  • Banner Strizzi
  • Es ist kein Wunder, dass ausgerechnet Karl Böhm ans Pult gelassen wurde, um eine Mozart-GA aufzunehmen. Es gab zwar wohl eine noch frühere mit einem weitaus weniger bekannten Dirigenten, aber Böhm war der erste Dirigent von Weltrang, der durfte.


    Es gibt aus den 50ern eine Gesamtaufnahme mit Erich Leinsdorf und dem Royal Philharmonic Orchestra. Sie stellt eine Art Antithese zu Karl Böhm dar und würde sich mehr Bekanntheitsgrad verdienen.


    :hello:

    Ciao


    Von Herzen - Möge es wieder - Zu Herzen gehn!


  • Lieber Agon, es ehrt Dich sehr, und das ganze Forum zollt Dir gewiss tiefsten Respekt dafür, dass Du - hättest Du in Hitlerdeutschland leben müssen - in den Widerstand gegangen wärest. Aber warum dann gleich mehr als 70 Jahre danach die Platten von Karl Böhm ins Feuer werfen, nur, weil der kein Widerstandskämpfer war wie Du einer geworden wärest? Das ist im Jahr 2011 eine merkwürdige Logik. Ich weiß nicht, wie man aus Aufnahmen heraushören kann, ob der Dirigent Nazi, Mitläufer, Kommunist, Christ oder Spitzel war? Ich lasse mich aber gern aufklären.


    Rheingold

    Es grüßt Rüdiger als Rheingold1876


    "Was mir vorschwebte, waren Schallplatten, an deren hohem Standard öffentliche Aufführungen und zukünftige Künstler gemessen würden." Walter Legge (1906-1979), britischer Musikproduzent

  • Ich weiß nicht, wie man aus Aufnahmen heraushören kann, ob der Dirigent Nazi, Mitläufer, Kommunist, Christ oder Spitzel war? Ich lasse mich aber gern aufklären.

    Ich auch nicht. Übrigens lässt sich heute leicht sagen, dass man in den Widerstand gegangen wäre. Nach Öffnung der Akten der Stasi der ehemaligen DDR trauten viele ihren Augen nicht, als sie sahen, wer alles als "Spitzel" fungiert hatte.


    LG, Bernward


    "Nicht weinen, dass es vorüber ist
    sondern lächeln, dass es gewesen ist"


    Waldemar Kmentt (1929-2015)


  • Zitat

    Ich weiß nicht, wie man aus Aufnahmen heraushören kann, ob der Dirigent
    Nazi, Mitläufer, Kommunist, Christ oder Spitzel war? Ich lasse mich aber
    gern aufklären.

    Hä?
    Wo habe ich behauptet, daß man irgendwas irgendwo raushören kann???
    Da mußt Du meine Äußerungen leider falsch verstanden haben, Rheingold1876!



    Gruß,
    Agon


    P.S.: Karl Böhm ist mir unsympathisch, ja, aber das nicht nur, weil er Nazi war, sondern weil er in erster Linie ein für mich völlig unbedeutender Dirigent war.


  • P.S.: Karl Böhm ist mir unsympathisch, ja, aber das nicht nur, weil er Nazi war, sondern weil er in erster Linie ein für mich völlig unbedeutender Dirigent war.

    Das ist ja mal ne Aussage. Und gut, es ist Deine persönliche Meinung, die ich diesmal nicht teilen kann. Ganz grundsätzlich habe ich Magendrücken, wenn Musiker mit politischen Dingen in Zusammenhang gebracht werden. Das gilt für Sympathisanten der NS-Partei ebenso wie für bekennende Kommunisten in der UdSSR, der DDR et altri. Es war völlig unnötig Dirigenten wie Kegel oder Svetlanov kaltzustellen, was offensichtlich aufgrund ihrer politischen Funktion vor den jeweiligen Wenden geschah. Ebenso halte ich es für unzulässig, Musikern wie Karl Böhm, der -halten zu Gnaden- auch vor 1933 schon prominent war, irgendwelche Begenntnisse und Aussagen bis ans Ende ihrer Tage und über den Tod hinaus vorzuhalten, mithin ein langes, efülltes Leben auf ein paar wenige Episoden in einem Zeitraum von längstens 12 Jahren zusmmenzustreichen. Ob der Böhm ein Netter war ist für mich ziemlich unerheblich: sein Strauss ist für mich unvergleichlich, sein Beethoven spielt ganz oben, sein Schuibert ist für mich Referenz.


    Und Unsympathen gab es in dieser Kapellmeistergenration zuhaf. Mit Celi ist einer der letzten Hardliner gestorben. Es mag ja heutzutage zivilierter zugehen; ob die Ergebnisse den Ewigkeitswert haben wie die Aufnahmen, die bin in die 1970er Jahre hinein gemacht worden sind? Lichtblicke sehe ich bei Kammermusik und bei Soloklavier. Dass Du Karl Böhm nicht magst sei Dir wirklich unbenommen, aber unbedeutend? Der war alles andere als das.


    Liebe Grüße vom Thomas :hello:

    Früher ist gottseidank lange vorbei. (TP)
    Wenn ihr werden wollt wie eure Väter waren werdet ihr so wie eure Väter niemals waren.

  • Zitat

    Übrigens lässt sich heute leicht sagen, dass man in den Widerstand gegangen wäre.

    Es wurde in keinem Posting von Böhm gefordert, er wäre besser in den Widerstand gegangen. Was soll also diese Aussage ?


    Auch wenn’s keinen Aufschluss über Karl Böhms künstlerische Kompetenz ergibt, Fakt bleibt sein Andienen bzw. die teilweise deutliche Nähe zu den Nazis.


    Karl Böhm 1938: "Wer dieser Tat des Führers nicht mit einem hundertprozentigen ,Ja' zustimmt, verdient nicht, den Ehrennamen ,Deutscher' zu tragen."


    „..und der dirigierende Direktor des Hauses, Karl Böhm, war identisch mit dem letztbestellten Staatsoperndirektor im 'Dritten Reich', übrigens einer der wenigen Dirigenten, die damals unaufgefordert mit erhobenem Arm ans Pult traten“ (Ioan Holender)


    Andererseits gab’s, in ihren Fähigkeiten Karl Böhm mindestens gleichrangig, Musiker mit strikt antifaschistischer bzw. gegenüber den Nazis unversöhnliche Haltung: z.B. Toscanini, Busch, Scherchen, Erich Kleiber... andere, Karl Böhm ebenso musikalische mindestens ebenbürtig, mussten, da sie Juden waren, vor der drohenden Gaskammer fliehen..


    Sie nahmen Nachteile in Kauf, im Gegensatz zu Karl Böhm.


    Ingo Metzmacher:
    „Für mich persönlich heißen die großen deutschen Kapellmeister Otto Klemperer, Erich Kleiber und Fritz Busch. Es ist nicht schwer, eine Parallele zwischen diesen Musikern und den Idolen herzustellen, die ich damals in Salzburg gesucht habe. Die drei Dirigenten haben Deutschland in der Diktatur verlassen, ohne dazu gezwungen worden zu sein. Sie taten es in der Überzeugung, unter der Naziherrschaft nicht mehr arbeiten zu können. Und sie sind nie wirklich zurückgekehrt. Mit ihnen ist eine Tradition verloren gegangen, die ich tatsächlich auch als eine deutsche Tradition verstehen würde, eine Auffassung, in der schlicht das musikalische Werk im Vordergrund steht, in der es kein Klangideal gibt, das allen Werken übergestülpt wird: ein sachliches, aber dennoch leidenschaftliches Spiel, das keiner Ideologie, sondern allein der Musik verpflichtet ist.

    Der deutsche Klang wurde von nun an von denen geprägt, die geblieben sind: Furtwängler, Knappertsbusch, Karl Böhm und Karajan. Sie musizierten unter ganz anderen gesellschaftlichen und ästhetischen Vorzeichen. Es ist höchste Zeit, mit dem
    gegenwärtigen Verständnis aufzuräumen, dass der sogenannte „Deutsche Klang“ allein eine Sache der medial führenden Nachkriegsdirigenten war. Wir sollten die Generation der emigrierten Dirigenten mindestens gleichberechtigt in diese Diskussion einbeziehen.“
    :hello:

  • Durch einen unangenehmen Zwischenfall - mein Internet war wegen eines Kabels ausgefallen - und dieses musste ersetzt werden (seither scheint es generell schneller zu funktionieren) war ich leider 2 oder drei Tage abwesend.
    Gerade in diesen Tagen entwickelte sich der Karl Böhm Thread erneut - und ich konnte nicht Stellung nehmen.
    Vielleicht war das auch ganz gut so......

    Zitat

    Ja und? Was sagt das denn schon aus? Und bei wem war er denn "führend"? Bei Alfred Schmidt und Bernward Gerlach oder was?


    Er war bei fast allen Mozartanhängern seiner Zeit führend, die DEUTSCHE GRAMMOPHON zog ihn (in Sachen Mozart) sogar Karajan vor. Krips und Walter waren gewiss große Mozartdirigenten. Beide haben - aus unterschiedlichen Gründen - kaum eine nennenswerte Anzahl von Aufnahmen in Stereo hinterlassen. Szells Mozart - ich schätze ihn sehr - ist ebenso wie jener von Walter oder Celibidache - eher als "Exote" zu sehen. Toscanini und Mozart ? Ein Witz ! Harnoncourt war einstens als Vertreter der alten Musik gefragt - als Mozartdirigent indes nicht. Ob er persönlich Böhms Mozart als "langweilig" empfand, das weiß ich nicht - und ich halte es auch für belanglos. Das wiener, das salzburger aber auch das internationale Publikum hatten Böhm zu ihrem Favoriten gekürt - allein das zählt. Und sein Mozartbild wird noch lange überdauern.
    Gerade das ist es - was ich mit diesem Thread bezwecken wollte - darauf hinzuweisen, daß Versuche, Karl Böhm BEWUSST dem Vergessenwerden preiszugeben kläglich gescheitert sind und auch in Zukunft scheitern werden - die Anzahl der Wiederveröffentlichungen steigt allmählich wieder an - ebenso wie das Interesse an Karl Böhm.


    Wie konnte ein derartig prägender Dirigent denn "vergessen" werden ?
    Die Antwort ist einfach:


    Weil es bestimmte Leute so wollten:
    Gewisse Leute wollten Böhm verunglimpfen, weil genau das war Ihre Meinung war, was Agon hier so hasserfüllt formulierte:


    Zitat

    Außerdem sollte einem Adolf Hitler-Fan wie Karl Böhm nicht soviel Raum eingeräumt werden.


    Aber entweder glaubte die internationale Mozartgemeinde diesen Aussagen nicht - oder es war ihr schlicht und einfach egal.
    Sie wollten sich nicht mit Böhm befreunden (oder vielleicht doch ?) sondern sein Dirigat geniessen - Alles weitere war für die Mehrheit der Musikwelt uninteressant.
    Karl Böhms Ruhm war ungebrochen. Aus meiner Sicht war er mit Sicherheit kein "Adolf Hitler-Fan" sondern in allererster Line an Musik - und natürlich auch an seiner Karriere interessiert.
    Nach dem Krieg hatte Böhm -für kurze Zeit - Arbeitsverbot, aber das war nur eine kurze Episode.
    Anschliessend begann eigentlich erst seine Karriere in der Form, wie sie heute bekannt ist: Als unangefochtener Mozartpapst seiner Epoche.Er wurde von konservativen wie auch sozialistischen Politikern ebenso hofiert, wie Karajan.
    Und es ist auch ein weitverbreiteter Irrtum, daß er weniger berühmt war als Karajan - Lediglich die Art der Präsentation war eine andere. Die Deutsche Grammophon hatte zwei Rassepferde im Stall - und die schickte sie immer wieder ins Rennen.


    Da sich offenbar niemand so wahnsinnig für Böhms politische Ausrichtung interessieren wollte, man aber beschlossen hatte, ihn irgendwie zu vernichten, wurde der "langweilige" Karl Böhm wie das Kaninchen aus dem Hut gezaubert, fast schablonenhaft gleich mit seinem "Pendent" Karajan. Der "langweilige" Böhm und der "schlechte" Karajan waren aber ebensolche Phantasiegebilde, wie ihre angeblichen politischen Ambitionen. Privat hatte Karl Böhm -soweit ich es beurteilen kann - nur eine einziges Interesse: Den geliebten Sohn in der neutralen Schweiz in Sicherheit zu wissen. Hier nutzte Böhm mit Sicherheit seinen Einfluß als Berühmtheit aus - wer will es ihm verdenken ??


    Wer meint, ich würde hier eine zweifelhafte Verschwörungstheorie zum Besten geben. der lese das untenstehende Statement.


    Zitat

    Diese peinliche Karl Böhm-Verehrung in diesem Forum ist wirklich abgrundtief lächerlich. Für mich gehören seine Mozart-Aufnahmen (und nicht nur die) auf den Müllhaufen der Schallplattengeschichte.


    Ich bin Agon für diese Aussage unendlich dankbar, denn eine bessere Werbung zur Ankurbelung des Interesses an Karl Böhms Aufnahmen - wir haben hier einiges der Öffentlichkeit als Appetizer vorstellen können - dürfte es wohl nicht geben.
    Vielleicht bekommt das Tamino Klassikforum noch eine "Silberne Schallplatte" (eine goldene wäre denn doch zu vermessen :P )
    von der deutschen Grammophon Gesellschaft. - für Hebung des CD-Umsatzes... ????


    Als Simon Rattle - ich glaube es war 2002 - seine Beethoven Sinfonien mit den Wiener Philharmonikern machen durfte, war er erstaunt wie präsent die Erinnerung an Karl Böhm in diesem Orchester noch immer war - trotz Generationswechsels....

    Zitat

    weil der Orchestersatz deutlicher, strukturierter und ungefälliger rüberkommt.


    "ungefälliger" - das ist genau das - was man bei Mozart nicht hören möchte.
    Und wenn daraufhin noch einige zweit- und drittklassige Dirigenten als Referenz GEGEN Böhm genannt werden, dann fällt mir dazu ein modifizierter Satz aus Goethes "Torquato Tasso" ein:

    "Man merkt die Absicht und ist verstimmt"


    mit freundlichen Grüßen aus Wien

    SPARE IN DER NOT - DA HAST DU ZEIT DAZU



  • Zitat

    "ungefälliger" - das ist genau das - was man bei Mozart nicht hören möchte.
    Und wenn daraufhin noch einige zweit- und drittklassige Dirigenten als Referenz GEGEN Böhm genannt werden, dann
    fällt mir dazu ein modifizierter Satz aus Goethes "Torquato Tasso" ein:
    "Man merkt die Absicht und ist verstimmt"

    "verstimmen" wird einen allenfalls die eher durchschnitttliche Einspielung von Mozarts Sinfonie Nr. 38 unter Böhm. Denn sie leidet z.B. oft unter Spannungslosigkeit, zu geringe Ausformung der thematischen Charaktere und ist sie zu gefällig; ganz im Gegensatz zu der passionierten Einspielung unter Harnoncourt oder einer ebenfalls hochklassigen Livewiedergabe mit dem SWR Sinfonieorchester unter Cambreling vom 12.11.05.
    Warum Karl Böhm als Mozartdirigent so hohes Prestige besitzt will sich nicht erschließen. Beethovens Sinfonien wurden zu seinen Lebzeiten bereits werkgerechter aufgeführt (z.B. Toscanini, Scherchen, Leibowitz). Der Holländer in NYC ist gemessen an den Tempi eher schwerfällig, sein jüngerer Kollege Schippers dirigierte ihn im gleichem Haus wesentlich engagierter, klarer und mit größerem Feuer.
    Allerdings gehören eine Reihe Livemitschnitte des Fidelios unter Böhm mit zu dem gelungesten Aufführungen dieser Oper. Auch die Leonore3-Overtüre wurde dabei oft hinreißend mit größter Leidenschaft gespielt.

    Zitat

    Die Deutsche Grammophon hatte zwei Rassepferde im Stall - und die schickte sie immer wieder ins Rennen.

    was nicht zur Vielfältigkeit des Musikbetriebes in der Vergangenheit beitrug...


    :hello:

  • Zitat

    Warum Karl Böhm als Mozartdirigent so hohes Prestige besitzt will sich nicht erschließen.


    Lieber Amfortas08,


    Der Satz müsste korrekterweise heissen:

    Zitat

    Warum Karl Böhm als Mozartdirigent so hohes Prestige besitzt will sich MIR nicht erschließen.

    ...und das ist ja Dein gutes Recht.
    Vielen anderen - ja einer ganzen Generation - nein eigentlich zumindest DREI Generationen hat sich das indes doch erschlossen.


    Zitat


    Beethovens Sinfonien wurden zu seinen Lebzeiten bereits werkgerechter aufgeführt (z.B. Toscanini, Scherchen, Leibowitz).

    Warum sich deren werkgerechte Interpretationen am Markt nicht durchsetzen konnten - jene von Böhm - und vor allem die von Karajan aber schon - das wäre ein interessantes Thema für einen eigenen Thread, klingt hier in diesem Zusammenhang aber eher weinerlich, wie von einem Kind, dem der große Bruder die Schokolade vom Christbaum weggegessen hat.


    Karl Böhm war ja kein "Protektionskind" irgendeiner politischen oder Weltanschaulichen Gemeinschaft , auch kein "Volksdirigent", sondern ein klar disponierender und kühl kalkulierender Dirigent, dessen Ergebnisse schon als phänomenal zu betrachten sind. Es war ferner nicht so, daß er von der Kritik vernichtet, vom Publikum aber geliebt wurde. Man war sich in diesem Punkt einig - Karl Böhm war eine Ausnahmeerscheinung.
    Als ich etwa 20 Jahre alt war - ich verkehrte in einem Kreis, der sehr musikenthusiastisch war, hoffften wir alle, Böhm möge noch viele Jahre leben, damit er uns möglichst viele Tonaufnahmen hinterliesse. Ich bin mir bis heute nicht im klaren, ob er die Zeit wirklich optimal genützt hat....aber man darf auch nicht undankbar sein.......

    SPARE IN DER NOT - DA HAST DU ZEIT DAZU



  • Zitat

    Gewisse Leute wollten Böhm verunglimpfen, weil genau das war Ihre Meinung war, was Agon hier so hasserfüllt formulierte:

    Nun, lieber Alfred, gemessen an Deinen Hasstiraden gegen "das Regietheater" ist meine angeblich hasserfüllte Formulierung unbedeutend. Karl Böhm war Hitler-Anhänger und Nationalsozialist, ob nun aus Karrieregründen oder aus ideologischen. Das ist allgemein bekannt. Warum streitest Du es also ab?


    Desweiteren hätte es mich auch sehr gewundert, wenn von Dir hier auch nur ein kritisches Wort an Karl Böhm verlautet wäre. Was angemessen wäre. Denn dieser Jubel-Thread ist wirklich eine Peinlichkeit sondergleichen und jedem, der sich etwas mit Karl Böhm und seinem Lebensweg beschäftigt hat, dürfte aufgefallen sein, dass hier etwas faul ist. Und darauf habe ich mir erlaubt hinzuweisen.


    Deine Verherrlichung dieser Person (wohl aus nostalgischen Gründen) ist absurd. Ich weiß nicht, was Du und Dein Freundeskreis für eine komische Mozartauffassung habt, ist mir eigentlich auch egal. Ich bin jedenfalls froh, daß ich einen Karl Böhm heute nicht mehr erleben muß.



    Gruß,
    Agon

  • Banner Strizzi