Bin mal wieder über eine 10 gestolpert - das Stück kannte ich schon, aber erst die Interpretation macht es zu einer Perle:
Händel, Dixit Dominus (Gloria Patri et Filio) - Voces8, Voktett Hannover, la festa musicale
Bin mal wieder über eine 10 gestolpert - das Stück kannte ich schon, aber erst die Interpretation macht es zu einer Perle:
Händel, Dixit Dominus (Gloria Patri et Filio) - Voces8, Voktett Hannover, la festa musicale
Beitrag 80 verlinkt auf ein Stück, das vom Luteduo gespielt wird, eine Chaconne von Silvius Leopold Weiss - es gibt noch ein anderes Stück mit einer 10er-Einstufung, das vom Luteduo gespielt wird: Johann Sebastian Bach, Sinfonia BWV 29
Grandios!
Musik wie diese ist - wie oft bei Bach - die Vorläuferin der minimal music (in besser).
Grandios!
Musik wie diese ist - wie oft bei Bach - die Vorläuferin der minimal music (in besser).
Jooo, bestimmte Eigenschaften der minimal music sind zu hören (Wiederholungen) - aber tatsächlich in viel kunstvoller. Das Tolle an dieser Einspielung ist der Flow, der in der Interpretation immer stringent durchgehalten wird und aus dem das Stück seine Energie bezieht. Keine Ahnung, ob minimal music solchen Flow aufweist.
Die minimal music ist viel mechanischer als Bach oder auch die der Lautenisten. Da wird endlos wiederholt: Glass, Reich, weniger bei Adams. Ich habe vor Jahren die erste große "Oper" von Philipp Glass in der Essener Philharmonie erlebt, wobei das keine richtige Oper war: "Einstein on the Beach". "Satyagraha" und "Echnaton" kenne ich gut, da gibt es tolle musikalische Stücke, ob Orchester, Chor oder auch Solo. Die Wiederholungen sind gerade so viel, dass man denkt "Jetzt reicht es", dann sind es geschätzte 50. Darauf kann man sich einstellen. Aber eine Nummer im "Einstein" hatte gefühlte 500 Wiederholungen, da setzte eine Massenflucht ein, der ich mich angeschlossen habe, weil es nicht mehr zu ertragen war. Ein solches Bedürfnis hatte ich bei Bach noch nie.
Diese Wiederholungen gibt es auch bei Janacek, aber sie tragen zur Intensivierung bei, sodass man denkt: da "bohrt einer heftig" (besser kann ich das jetzt nicht beschreiben), bis dann das überwältigende Ziel erreicht ist. Der Schluss der "Sache Makropulos" ist so komponiert. Die Wiederholungen sind wie ein Maelstrom, der den Zuhörer ergreift, der sich
an seinen Sitz krallt und erschöpft das Theater verlässt (klingt jetzt etwas pathetisch, aber das sind Reaktionen - nicht nur meine - auf die Schlüsse in Jenufa, Katja, Makropulos, Totenhaus -und das auch beim 5. Mal).
Chopin, Nocturne 20 - Valentina Lisitsa
Heute nochmal intensiv nachgehört und zu der Entscheidung gekommen, daß sich hier eine 10 verbirgt.
Auch wenn Voces 8 vielleicht nicht mehr in der allerbesten aller Besetzuungen angetreten ist, es reicht dennoch. Wunderbare Stimmführung, differenzierte Klänge, tolle Schwebungen. Komposition und Ausführung sind kongenial.
