Hier nochmals eine andere Reproduktion (die sind ja immer problematisch!):

Und etwas wirklich Seltsames - auf was für Ideen die Leute kommen: Turners Bild in 3D ![]()
http://www.google.de/imgres?sa…10,s:0,i:113&tx=108&ty=56
Schöne Grüße
Holger
Hier nochmals eine andere Reproduktion (die sind ja immer problematisch!):

Und etwas wirklich Seltsames - auf was für Ideen die Leute kommen: Turners Bild in 3D ![]()
http://www.google.de/imgres?sa…10,s:0,i:113&tx=108&ty=56
Schöne Grüße
Holger
Der Bruder von Andreas Achenbach spezialisierte sich vor allem auf italienische Landfschaften.

Zitat Holger Kaletha
Zitat...auf Manet folgt Turner
Wenn man dieses erstaunliche Bild sieht, dann versteht man, warum die Impressionisten so von ihm beeindruckt waren (Monet sah Turners Bilder in London). Dargestellt ist "eigentlich" ein Schiff im Sturm - aber das Gegenständliche verschwindet fast völlig in der Impression bewegter Atmosphäre.
Turner ist auch grade hinsichtlich seines Interesses für Licht sicher ein Vorbild für Monets Werk gewesen. Beiden ist die enorme Akribie im Versuch, Licht "einzufangen" gemeinsam. In Beitrag 128 sind die Farben m. E. richtiger wiedergegeben. Die Reproduktion in Beitrag 127 sieht mir dagegen fast schon selbst ein wenig impressionistisch aus. In 128 ist es ein Turner, den man auf Anhieb erkennen würde ![]()
Wie Turner die Gewalt der Natur, die auf den Menschen einwirkt, dargestellt hat, ist schon meisterhaft, alle neue Technik (Dampfschiff) ist nutzlos dagegen. Ganz anders aber nicht weniger beeindruckend als das "Eismeer" von Friedrich.
Mit herzlichem Gruß
JLang
Wie Turner die Gewalt der Natur, die auf den Menschen einwirkt, dargestellt hat, ist schon meisterhaft, alle neue Technik (Dampfschiff) ist nutzlos dagegen. Ganz anders aber nicht weniger beeindruckend als das "Eismeer" von Friedrich.
Lieber JLang,
finde ich auch!
Aber die Reproduktionen sind eine Katastrophe. Diese hier ist wieder anders - liegt zwischen den beiden anderen und wirkt etwas "impressionistischer" als die zweite, aber ohne die Dramatik zu verlieren:

Da hilft wohl nur: Das Original sehen!


(Die Farben sind zu blau, s.u.!!)


Sehr schöne Bilder, besonders das letzte gefällt mir! ![]()
Nach Holger Valettas letztem Post von Picasso ergibt sich jetzt ein schöner Kontrast
Ich habe heute einen Maler, den wir meiner Erinnerung nach im Bilderrätsel thread schon einmal hatten (ich glaube moderato hatte ihn sofort erkannt), aber mit einem seiner Marinebilder.
Jacob Isaackszoon van Ruisdael (1628 oder 29 in Haarlem; gest. 1682)
Er darf zu den wichtigsten holländischen Landschaftsmalern gezählt werden.

Irgendwie habe ich mich hier immer auf die düsteren Winterbilder konzentriert, daraus Schlüsse auf meine Befindlichkeit zu ziehen, würde ich allerdings als übereilt ansehen
Ich habe einfach ein Faible für ausdrucksstarke Bilder und das ist Ruisdaels Bild: es wirkt düster mit einer dramatisch auftürmten Wolkenformation, welche die Landschaft nicht in einem winterlichen Weiß erstrahlen lassen, sondern sie in ein düsteres grau tauchen. Viel Wert auf die einzelnen Bestandteile/ Details der Landschaft hat er hier nicht gelegt, das Ensemble zählt. Demnächst gibt es dann auch ein wenig Winteridylle ![]()
Und weil wir die Originale leider nicht alle verfügbar haben (habe noch niemanden gefunden, der mir solche Bilder kauft ;)), behelfen wir uns weiterhin mit den leider oft nicht farbechten Reproduktionen.
Beste Grüße
JLang
Und weil wir die Originale leider nicht alle verfügbar haben (habe noch niemanden gefunden, der mir solche Bilder kauft ;)), behelfen wir uns weiterhin mit den leider oft nicht farbechten Reproduktionen.
Schön wärs... Aber dann brauchten wir gleich ein Hochsicherheitsdomizil dazu! ![]()
Herzliche gute Nacht Grüße
Holger
Der Poet Marc Chagall gibt dem Betrachter machmal Rätsel auf. Bei zwei Bildern (Beitrag 104) habe ich lange gegrübelt - bei einem der Bilder eine Vermutung, bei dem anderen glaube ich inzwischen, auf die richtige Spur gekommen zu sein. Ich bin mal gespannt, was Ihr für Vermutungen habt. ![]()
Im ersten Fall gibt es eine fliegende Gestalt:

Das zweite Bild ist noch rätselhafter. In der unteren Bildhälfte steht alles auf dem Kopf. Und welche Szene wiird eigentlich dargestellt?

Schöne Grüße
Holger
Es traut sich keiner an die Exegese ran, also werde ich es versuchen! ![]()

Chagalls Winterbild zeigt seinen Heimatort Witebsk, der heute in Weißrußland liegt. Der Einfluß des Kubismus ist sehr deutlich zu spüren. Das Ungewöhnliche ist die durch den Raum förmlich schwebende Gestalt in der oberen Bildhälfte, die sich eigentlich wenig in den Bildraum einordnet. Die Kleidung - Wanderstock, Rucksack - sowie der Bart könnten darauf hindeuten, daß es sich hier um eine Ahaspher-Gestalt handelt: den in der Welt endlos umherwandernden Juden, der im Grunde ohne Bodenhaftung existiert, weil er niemals seßhaft wird. In dieser Zeit, wo das Bild entstand (1910-1915) war Chagall selber hin und hergerissen zwischen den Wohnorten Paris, Berlin und Witebsk - die im Raum schwebende Wanderer-Figur könnte somit auch eine humorige Anspielung auf seine eigene unruhige Lebenswanderung sein.

Dies ist ein in mehrerlei Hinsicht verstörendes Bild. Erst einmal ist da der "Kopfstand" der unteren Bildhälfte. Dieser klärt sich jedoch von der Bildlogik her relativ leicht auf: Man beachte oben rechts das angedeutete Fenster. Dieser Pferdeschlitten fährt offenbar über das Eis - und Häuser und Mondnacht spiegeln sich dort. Eine Spiegelung steht immer auf dem Kopf - das ist zwar bildrichtig, aber trotzdem irritierend. Denn warum wählt der Künstler einen solchen Bildausschnitt, der die Spiegelung nicht gleich als Spiegelung erkennen läßt, indem er nur den Spiegel, aber nicht auch das Gespiegelte zeigt? Höchst seltsam ist zudem die Motivwahl. Da zieht eine eher unheimlich wirkende einsame Frauengestalt mit einem Pferdeschlitten übers Eis - dies aber nicht am Tage, sondern mitten in der Nacht. Zu dieser Zeit verkriechen sich gewöhnliche Menschen eigentlich hinter dem warmen Ofen und wagen sich nicht nach draußen vor die Tür - schon gar nicht Frauen alleine. Und was erspäht diese Figur mit ihrem durchdringenden Blick? Es gibt ein Detail, was glaube ich den Schlüssel zum Verständnis gibt. Einem Betrachter, der in Rußland aufgewachsen ist, wird die verschlüsselte Botschaft sicher viel leichter auffallen als uns Westeuropäern. Auf dem Schlitten fährt nämlich ein Huhn mit. Es gibt nun eine Frauengestalt, die im russischen Märchen mit einem Huhn in Verbindung steht, das ist die Hexe Baba Yaga - sie wohnt in einer Hütte, die auf Hühnerbeinen steht:
![]()
Von der Baba Yaga wird im Märchen erzählt, daß sie sterbende Menschen verfolgt und zu sich in ihre Hütte holt. Den stechenden, finsteren Blick würde das erklären: Die Hexe, die ihr Unwesen in der Nacht treibt, hat eines ihrer Opfer erspäht. Zu dieser Dämonie der Winternacht paßt dann auch die in ihrer Spiegelung verkehrte Welt: Traumbild und Andeutung teuflischer Verhexung zugleich.
Schöne Grüße
Holger
Gebriele Münter wurde bekannt durch ihre Beziehung mit Wassily Kandinsky, mit dem sie gemeinsam 1909-14 in Murnau lebte. Ihre zahlreichen, ausdrucksstarken aber immer freundlich gestimmten Winterbilder zeugen von großer Lebensfreude.

Winter im Murnauer Moos
Hinterglasmalerei Murnau 1933
Frühstück mit Vögeln 1934
Zitat Dr. Holger Kaletha
ZitatReflexionen IX: Marc Chagall (1887-1985)
Die Kleidung - Wanderstock, Rucksack - sowie der Bart könnten darauf hindeuten, daß es sich hier um eine Ahaspher-Gestalt handelt: den in der Welt endlos umherwandernden Juden, der im Grunde ohne Bodenhaftung existiert, weil er niemals seßhaft wird. In dieser Zeit, wo das Bild entstand (1910-1915) war Chagall selber hin und hergerissen zwischen den Wohnorten Paris, Berlin und Witebsk - die im Raum schwebende Wanderer-Figur könnte somit auch eine humorige Anspielung auf seine eigene unruhige Lebenswanderung sein
Lieber Holger Kaletha,
das ist ja in der Tat eine naheliegende Deutung, die auch vielfach vertreten wurde: es ist auch eine Verbindung, die nicht von der Hand zu weisen ist. Chagall selbst widerstand aber interessanterweise gern solchen Zuweisungen, verstand seine Figuren als sehr vielschichtig. Insofern könnte diese Figur eben auch ihn selbst meinen (z. B. seiner Rückkehr in seine Heimat), als polyvalente Figur, die verschiedenen Zugängen offen steht und zwischen verschiedenen Bedeutungsebenen changiert. Denn diese Figur taucht auch sehr ähnlich in anderen Bildern Chagalls auf (z. B. Weiße Kreuzigung von 1938, in der linken oberen Ecke).
Danke für die schönen Bilder samt Überlegungen dazu
Herzlich
JLang
das ist ja in der Tat eine naheliegende Deutung, die auch vielfach vertreten wurde: es ist auch eine Verbindung, die nicht von der Hand zu weisen ist. Chagall selbst widerstand aber interessanterweise gern solchen Zuweisungen, verstand seine Figuren als sehr vielschichtig. Insofern könnte diese Figur eben auch ihn selbst meinen (z. B. seiner Rückkehr in seine Heimat), als polyvalente Figur, die verschiedenen Zugängen offen steht und zwischen verschiedenen Bedeutungsebenen changiert. Denn diese Figur taucht auch sehr ähnlich in anderen Bildern Chagalls auf (z. B. Weiße Kreuzigung von 1938, in der linken oberen Ecke).
Lieber JLang,
die Figur scheint tatsächlich eine feste Bedeutung zu haben bei ihm (wie eine archetypische Märchenfigur) - wenn dies das von Dir gemeinte Bild ist, wäre sie rechts unten (oben faßt sich eine ähnliche vor Entsetzen an den Kopf) - sie flieht ganz offensichtlich vor den Schrecken der Welt. ![]()
P.S.: Das Bild ist wohl das Lieblingsbild des jetzigen Papstes - ich finde es auch wahrlich bestürzend und beeindruckend!
http://www.zenit.org/de/articl…euzigung-von-marc-chagall
Herzlich grüßend
Holger

Süden in Winter, das will ja zunächst vielleicht nicht so recht passen. Mir persönlich liegt ja berufsbedingt der südliche Mittelmeerraum sehr am Herzen und da lag es nahe heute folgendes Werk vorzustellen: "Vesuv im Winter"

William Trost Richards (1833 – 1905) ist ein amerikanischer Landschaftsmaler der Hudson River School ("Realismus"), von der wir mittlerweile einige Werke im Rätsel-thread hatten. Eine seiner Vorlieben war das Malen weißer Berge, seine Bilder führte er meist in Wasserfarben aus und er bemühte sich um die Illusion einer detailgetreuen Landschaftswiedergabe. Das interessante an der "Realismus" genannten Richtung ist ja, daß man sie wie kaum eine andere versucht, den Konstruktionscharakter ihrer Bilder zu verbergen, sozusagen ein vollkommener Kontrast zu den schönen letzten Bildern, die Holger Kaletha hier gepostet hat.
Beste Grüße
JLang
Zitat Holger Kaletha
Zitatdie Figur scheint tatsächlich eine feste Bedeutung zu haben bei ihm (wie eine archetypische Märchenfigur) - wenn dies das von Dir gemeinte Bild ist, wäre sie rechts unten (oben faßt sich eine ähnliche vor Entsetzen an den Kopf) - sie flieht ganz offensichtlich vor den Schrecken der Welt.
Natürlich rechts unten, da habe ich glatt die beiden Figuren links oben und rechts unten vertauscht
Es ist eine sehr interessante Figur im Œuvre Chagalls, eine archetypische Figur in der Tat, dann aber kontextuell vielleicht noch etwas variabler einsetzbar, da die Figur verschiedene Narrationen gleichsam in sich trägt bzw. der Betrachter sie ja erst in die Figur bringt und die Märchenfiguren durch ihre Funktion im Märchen (und auch in ihrer Ikonographie) mir noch festgelegter erscheinen. Aber dazu müßte man alle Chagall Bilder durchsehen und schauen, wo genau die Figur vorkommt (das hat sicher schon jemand gemacht, aber ich habe es nicht parat): ein Genuß wäre das allemal ![]()
Herzliche grüße sendet
JLang
Natürlich rechts unten, da habe ich glatt die beiden Figuren links oben und rechts unten vertauscht
Es ist eine sehr interessante Figur im Œuvre Chagalls, eine archetypische Figur in der Tat, dann aber kontextuell vielleicht noch etwas variabler einsetzbar, da die Figur verschiedene Narrationen gleichsam in sich trägt bzw. der Betrachter sie ja erst in die Figur bringt und die Märchenfiguren durch ihre Funktion im Märchen (und auch in ihrer Ikonographie) mir noch festgelegter erscheinen. Aber dazu müßte man alle Chagall Bilder durchsehen und schauen, wo genau die Figur vorkommt (das hat sicher schon jemand gemacht, aber ich habe es nicht parat): ein Genuß wäre das allemal
Lieber JLang,
damit hast Du einmal mehr wohl völlig Recht! Das wäre in der Tat ein großes Vergnügen! ![]()
William Trost Richards (1833 – 1905) ist ein amerikanischer Landschaftsmaler der Hudson River School ("Realismus"), von der wir mittlerweile einige Werke im Rätsel-thread hatten. Eine seiner Vorlieben war das Malen weißer Berge, seine Bilder führte er meist in Wasserfarben aus und er bemühte sich um die Illusion einer detailgetreuen Landschaftswiedergabe. Das interessante an der "Realismus" genannten Richtung ist ja, daß man sie wie kaum eine andere versucht, den Konstruktionscharakter ihrer Bilder zu verbergen, sozusagen ein vollkommener Kontrast zu den schönen letzten Bildern, die Holger Kaletha hier gepostet hat.
Das Bild gefällt mir sehr - eine Verwandtschaft mit dem "Realisten" Courbet (s.u.!) in der Wahl der Farben, der poetisch-dramatischen Hell-Dunkel-Kontraste finde ich ist festzustellen. Die "Realität" einer Natur, verstanden als bewegtes Geschehen, wo elementare Kräfte am Werke sind.
Herzliche Grüße
Holger



Stehende Frau im Winter 1906
In seinem Aufsatz Das Tier und die Kunst von 1910 schreibt Franz Marc:
„Ich suche mein Empfinden für den organischen Rhythmus aller Dinge zu steigern, suche mich pantheistisch einzufühlen in das Zittern und Rinnen des Blutes in der Natur, in den Bäumen, in den Tieren, in der Luft.“
In dem Winterbild mit Rehen (s.u.!) kann man das gut nachvollziehen: Die verschneite Natur und die beiden Tiere bilden einen sich gegenseitig intensivierenden Rhythmus.

Das folgende Bild zeigt dasselbe Motiv, das auch Gabriele Münter (Beitrag 141, s.o.!) gemalt hat. Bei Marc bekommt die Farbe jedoch expressiven Wert an sich - ist nicht mehr Beleuchtung oder dient der Erzeugung einer Stimmung, sondern gibt den Dingen einen Eigenwert:


London St. Mary im Schnee 1906
Zu Franz Marc
Lieber Holger, wie schön, daß Du immer neue Bilder zur Thematik einstellst, bei Franz Marc ja in einer wunderschönen Reihe, an der man die Entwicklung seiner Malerei verfolgen kann. Die Frau im Schnee gehört ja noch in die "naturalistische Ecke". Insbesondere im ersten Bild liegt große Aufmerksamkeit auf dem düsteren Himmel, bei dem man das Gefühl hat, daß es gleich anfängt zu schneien. Bei allem Naturalismus sind die Menschen aber z. B. fast vollständig auf die Konturen reduziert, eine Gliederung wird über Farben (z. B. bei der Frau im Schnee) erreicht. Alles ist dem Gesamtkonzept untergeordnet.
Auch wenn sich Änderungen im Malstil nicht immer eindimensional erklären lassen, kann man an den weiteren Werken schon merken, welchen Eindruck die Ausstellung der Neuen Künstlervereinigung München gehabt haben muß, die Marc 1909 besuchte (a. a. war Picasso ausgestellt). Zuvor hatte er in Paris bereits Werke van Goghs und Gauguins bewundert. Seichte Anklänge daran findet man bei Marc, nicht im Sinne einer Imitation von Stil, sondern vielleicht eher des Verständnisses von Malerei insgesamt.
Herzliche Grüße
JLang
Lieber Holger, wie schön, daß Du immer neue Bilder zur Thematik einstellst, bei Franz Marc ja in einer wunderschönen Reihe, an der man die Entwicklung seiner Malerei verfolgen kann. Die Frau im Schnee gehört ja noch in die "naturalistische Ecke". Insbesondere im ersten Bild liegt große Aufmerksamkeit auf dem düsteren Himmel, bei dem man das Gefühl hat, daß es gleich anfängt zu schneien. Bei allem Naturalismus sind die Menschen aber z. B. fast vollständig auf die Konturen reduziert, eine Gliederung wird über Farben (z. B. bei der Frau im Schnee) erreicht. Alles ist dem Gesamtkonzept untergeordnet.
Auch wenn sich Änderungen im Malstil nicht immer eindimensional erklären lassen, kann man an den weiteren Werken schon merken, welchen Eindruck die Ausstellung der Neuen Künstlervereinigung München gehabt haben muß, die Marc 1909 besuchte (a. a. war Picasso ausgestellt). Zuvor hatte er in Paris bereits Werke van Goghs und Gauguins bewundert. Seichte Anklänge daran findet man bei Marc, nicht im Sinne einer Imitation von Stil, sondern vielleicht eher des Verständnisses von Malerei insgesamt.
Lieber JLang,
ich muß sagen, dieser Thread macht mir richtig Freude! Das ist inzwischen ein kleiner Gang durch die Kunstgeschichte und ich denke weiter nach, wer eigentlich noch "fehlt"! Tragisch, daß Marc und Macke diesem irrsinnigen 1. Weltkrieg zum Opfer fielen. Worauf Du bei Marc aufmerksam machst, das finde ich sehr eibnleuchtend: Bei allem Stilwandel gibt es doch eine Konstante, die Einordnung des Einzelnen in das große Ganze - was ja seiner pantheistischen Weltanschauung entspricht. Machen wir also weiter so... ![]()
Herzliche Grüße
Holger
Zitat Holger Kaletha
Zitatich muß sagen, dieser Thread macht mir richtig Freude!
Das kann ich nur erwidern, dieser kleine Gang durch die Kunstgeschichte samt Austausch ist wunderbar. Ich versuche auch noch etwas "Fehlendes" nachzutragen. Wie immer, wird es eine ganz subjektive Auswahl sein, bin ja einfach ein kunsthistorischer Laie, der sich etwas für Malerei interessiert.
ZitatBei allem Stilwandel gibt es doch eine Konstante, die Einordnung des Einzelnen in das große Ganze - was ja seiner pantheistischen Weltanschauung entspricht.
Bei den geposteten Bildern sieht man das, so finde ich, sehr schön: nähme man nur diese als Reihe, könnte man natürlich auch von einer zunehmenden Bedeutung des Einzelnen sprechen, gewissermaßen herausgehoben in seiner Wichtigkeit für die Umgebung. Aber das ist reine Spekulation meinerseits.
ZitatMachen wir also weiter so...
Gern
, gleich heute Abend setze ich meine Kopfhörer auf und schaue einmal in meinen Regalen: denn Malerei und Musik geht nach meine Geschmack ebenso gut zusammen, wie Musik und Lyrik oder Malerei und Lyrik.
Herzliche Grüße
JLang
Gern
, gleich heute Abend setze ich meine Kopfhörer auf und schaue einmal in meinen Regalen: denn Malerei und Musik geht nach meine Geschmack ebenso gut zusammen, wie Musik und Lyrik oder Malerei und Lyrik.
Mir geht schon seit längerem durch den Kopf, lieber JLang, mal im Anschluß an diesen (sonst wird es zuviel auf einmal!) einen Thread zum Thema Malerei und Musik zu machen. Die Aquarelle von Mendelssohn z.B., die man im Mendelssohn-Haus in Leipzig besichtigen kann, haben es mir ja sehr angetan! ![]()
Herzlich grüßend
Holger
Pierre Bonnard - berühmt sind vor allem seine intimen Aktbilder - lernte ich besonders schätzen durch eine große Düsseldorfer Ausstellung. Ein immer noch eher unterschätzter Maler. Der Winter ist eigentlich nicht sein bevorzugtes Motiv - gefunden habe ich diese zwei Bilder:



Franz Sedlacek: Anfängerpiste (1926)

Franz Sedlacek: Winterlandschaft (1925)
Zitat Holger Kaletha
ZitatPierre Bonnard - berühmt sind vor allem seine intimen Aktbilder - lernte ich besonders schätzen durch eine große Düsseldorfer Ausstellung. Ein immer noch eher unterschätzter Maler. Der Winter ist eigentlich nicht sein bevorzugtes Motiv - gefunden habe ich diese zwei Bilder:
Erneut hast Du schöne Winterbeispiele herausgesucht. Interessant finde ich die Farbwahl der Bilder, der graue Winter der Stadt im ersten Bild und die eher romantisch winterliche Landschaft des zweiten Bildes, die auf mich kaum etwas von Wintertristesse besitzt.
Nachdem ich nun wieder einige Winterbilder durchgesehen haben, dachte ich, es sei vielleicht schön, wie einen Kontrast zu setzen und den Winterbildern Bonnards etwas vollkommen hinzuzufügen. Ich habe mich einen bedeutenden norwegischen Maler entschieden, den wir bereits in einem anderen thread errätselt hatten.
Johan Christian Clausen Dahl - Winter am Sognefjord, aus dem Jahr 1827
Dahl stammte aus Bergen, wandert aber nach Sachsen aus und lehrte von 1818 bis zu seinem Tod als Professor an der Dresdner Akademie. Das Bild weist einen etwas eigenwilligen Realismus auf. In seinen Bildern fühlte er sich, obwohl von Norwegen entfernt, seiner Heimat eng verbunden. Fjorde, Wasserfälle, Segelschiffe gehörten zu seinen bevorzugten Motiven. In diesem Winterbild wird, auch wenn die Farben nicht ganz stimmen, eine Winterstimmung des Nordens eingefangen, Details wie die Flechten, die durch den Schnee hervortreten, weisen auf eine Landschaft im Norden.
Herzliche Grüße
JLang
Nachdem ich nun wieder einige Winterbilder durchgesehen haben, dachte ich, es sei vielleicht schön, wie einen Kontrast zu setzen und den Winterbildern Bonnards etwas vollkommen hinzuzufügen. Ich habe mich einen bedeutenden norwegischen Maler entschieden, den wir bereits in einem anderen thread errätselt hatten.
Johan Christian Clausen Dahl - Winter am Sognefjord, aus dem Jahr 1827
Ein tolles Bild, lieber JLang! Die winzigen Raben - und ist das eine Figur vor dem Momolith? Das alles in einer sehr wohlig-warmen Farbtönung - man fühlt sich eigentlich gar nicht draußen in klirrender Kälte.. ![]()
Herzliche Grüße
Holger
Hallo Taminos,
auch mir gefällt dieser Thread sehr gut und möchte mich daher gerne wieder beteildigen. Ein Komponist zwischen Malerei und Musik war der Schwede Hugo Alfvén. Obgleich seine Musik ihm weitaus mehr Erfolg brachte, kann man seinen Gemälden doch einen gewissen künstlerischen Grad nicht absprechen. Meisterwerke sind es wahrlich nicht, aber doch interessante Zeugen eines Menschen, der sich zu wahrlich allen Arten der Kunst hingezogen fühle und auch in jeder Anerkennung erfuhr. Das Bild zeigt einen Hof bei Leksand unweit seines Hauses in dem sich heute ein Museum über den Komponisten befindet.

Wenn wir schon bei nordischen Künstlern sind, dann habe ich auch noch einen sehr originellen vorzustellen!
Der Norweger Fridtjov Nansen war einer der berühmtesten Polarforscher und später auch Friedensnobelpreisträger.
http://de.wikipedia.org/wiki/Fridtjof_Nansen
Wenige wissen, daß er eine große künstlerische Begabung hatte, während seiner Reisen durch das Eis Skizzen und danach Lithographien anfertigte, die wirklich sehr sehenswert sind. Besonders beeindruckend finde ich seine Darstellung des Nordlichts. Die letzte Litographie zeigt die berühmte "Fram". Nansens Idee war, sich durch die Meeresströmung über den Nordpol treiben zu lassen. Gebaut wurde dafür ein spezielles Schiff mit einem Rumpf, der durch das Einfrieren im Packeis nicht zerdrückt werden konnte.

Fridtjof Nansen: Das Nordlicht 1912

Fritjof Nansen: Auf Schneeschuhen 1891

