Wintermärchen - Winter-Darstellungen in der europäischen Kunst von Bruegel bis Beuys
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Bretonisches Dorf

1879
Die Dächer von Paris 1894
Dorf im Schnee 1894
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Nach so schönen Bildern aus dem 19. und 20. Jh. und aus dem außereuropäischen Bereich (Danke noch einmal, lieber moderato, aber auch Dank an alle anderen, die diese Bilder einstellen, kommentieren oder den thread mit mit hoffentlich ein wenig Vergnügen lesen), habe ich gedacht, daß ein Maler auf keinen Fall vergessen werden sollte. Zugleich dürfte es eine Zeit sein, die besonders unserem lieben Administrator Alfred gefallen dürfte (hoffe ich zumindest)
.Es ist Gijsbrecht Leytens (habe auch die Schreibweise Gysbrecht Lytens gefunden), ein flämischer Maler, der auf Winterlandschaften spezialisiert war (laut wikipedia: geb. 1586 in Antwerpen; † 1643 oder 1656 in Antwerpen). Beim folgenden Gemälde überwiegt die Landschaft, in der die Menschen nur eine untergeordnete Rolle spielen. Besonders schön und beeindruckend finde ich die Kontraste zwischen den vom Schnee weiß strahlenden Ästen und den nachtschwarzen Stellen, an die scheinbar kein Licht gelangt. Scheinbar eine Spezialität dieses Malers sind die von Bäumen gesäumten Hohlwege im Wald, die sich immer wieder auf den Gemälden finden lassen. Auf jeden Fall eine stimmungsvolle Winterlandschaft.

Mit herzlichem Gruß
JLang -
Das könnte eines meiner neuen Lieblingsbilder werden. Auch wenn es im engeren Sinne vielleicht gar nicht hierher gehört - dies wurde ja auch kurz diskutiert.
Ich bin vor allem ein Fan des Spektrums zwischen de Chirico und Magritte, also eher eines magischen Surrealismus. Dieses Bild dürfte man eher einem realistischen Symbolismus im Fin de Siècle zuordnen – quasi der Epoche eines ausklingenden imperialistischen Größenwahns im Bewusstsein des Untergangs des Abendlandes. Postkartenrealismus mit mehrfach doppeltem Boden.
Schöner Faden - auch aus der Sicht des Liebhabers mit Halbwissen!
Wolfgang -
Das könnte eines meiner neuen Lieblingsbilder werden. Auch wenn es im engeren Sinne vielleicht gar nicht hierher gehört - dies wurde ja auch kurz diskutiert.
Ich bin vor allem ein Fan des Spektrums zwischen de Chirico und Magritte, also eher eines magischen Surrealismus. Dieses Bild dürfte man eher einem realistischen Symbolismus im Fin de Siècle zuordnen – quasi der Epoche eines ausklingenden imperialistischen Größenwahns im Bewusstsein des Untergangs des Abendlandes. Postkartenrealismus mit mehrfach doppeltem Boden.
Lieber Wolfgang,
ich komme gerade von einem Privatbesuch. Die Leute haben tatsächlich in ihrem Wohnzimmer eine Kopie dieses Bildes von einem anderen Maler (nach dem Krieg getauscht für Lebenmittel!) und wissen es gar nicht!

Deine Intuition finde ich völlig richtig. Die Weltuntergangsphantasien sind die Kehrseite des hohlen Größenwahns dieser imperialistischen Epoche. Ein bisschen ist das wie bei dem Barockdichter Andreas Gryphius. Das Auftrumpfen der Macht wird begleitet von dem "Alles ist eitel" - die Angst vor der Bodenlosigkeit in den schwindelnden Höhen des Wahns. Da ist der Surrealismus in der Tat nicht weit!
Unten kann man die Größe des Bildes sehen (die Turner im Vordergrund sind natürlich albern, aber geben einen guten Maßstab):

Es ist Gijsbrecht Leytens (habe auch die Schreibweise Gysbrecht Lytens gefunden), ein flämischer Maler, der auf Winterlandschaften spezialisiert war (laut wikipedia: geb. 1586 in Antwerpen; † 1643 oder 1656 in Antwerpen). Beim folgenden Gemälde überwiegt die Landschaft, in der die Menschen nur eine untergeordnete Rolle spielen. Besonders schön und beeindruckend finde ich die Kontraste zwischen den vom Schnee weiß strahlenden Ästen und den nachtschwarzen Stellen, an die scheinbar kein Licht gelangt. Scheinbar eine Spezialität dieses Malers sind die von Bäumen gesäumten Hohlwege im Wald, die sich immer wieder auf den Gemälden finden lassen. Auf jeden Fall eine stimmungsvolle Winterlandschaft.
Sehr eindrucksvoll, lieber JLang. Was besonders frappierend ist finde ich, wie er diese im Winter ja eigentlich wie toten und starren, unbelaubten Bäume in barocker Manier wie lebende Wesen darstellt, die sich quasi bewegen als hätten sie Krakenarme. (Ich habe noch ein zweites ähnliches Bild dazugestellt.) Das hat fast schon surrealistische Züge. Dazu kommt die barocke Raumillusion und -perspektive: Es öffnen sich verschiedene Räume durch die man imaginär hindurchschreitet:

Herzliche Grüße
Holger -
Noch etwas aus dem Barock (Wildens und Rembrandt) mit schönen Grüßen zum 4. Advent!


Winterlandschaft mit einem Jäger
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Winterlandschaft 1646
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Lieber Holger, vielen Dank für diese alten Meister.
Bei Wildens finde ich besonders bemerkenswert, daß der Winter v. a. über die Tätigkeit der Jagd vor Augen geführt wird, Schneemassen sind ja grade nicht zu sehen. Das war bei Leytens ganz anders, hier dominierte die Landschaft in ihre wirklich z. T. surreal anmutenden Formationen aus Schnee und Zweigen der Bäume, die z. T. fast schon unheimlich wirken und bei dem von Dir eingestellten Bild eine unglaubliche Tiefe entfalten. Leytens werde ich auf jeden Fall in Zukunft immer gut erkennen können.Anbei noch ein schönes Winterbild zum heutigen Adventssonntag, gemalt vom deutschen Maler August Richard Zimmermann (laut wikipedia geb. 1820 in Zittau; gest. 4. Februar 1875 in München). Auf Landschaftsmalerei spezialisiert malte er auch folgende Winterlandschaft, die ich ganz beeindruckend finde und die man in der schönen Schack-Galerie in München sehen kann. Es ist wunderbar wie das Licht von einem mittigen Lichtpunkt aus entwickelt ist und sich auf einer Eisfläche spiegelt und wie der einsame, kahle Baum gespenstisch aufragt.

Herzliche Grüße zum 4. Advent an alle Taminos
JLang -
Nach längerer Zeit wieder ein Beitrag von mir. Es ist ja kaum mehr überschaubar was hier schon gezeigt wurde und was nicht. So hoffe ich, daß mein hier gezeigtes Bild noch nicht erwähnt wurde.
Monet: Krähe im Winter
In vielerlei Hinsicht bemerkenswert. Zum einen die Realitätsnähe trotz relativ grober Malweise, zum anderen die geradezu geniale Wiedergabe des Lichts. Und als Krönung des ganzen die Krähe, die sich nicht mal im Zentrum des Bildes befindet - und dennoch den Blick des Betrachters auf sich zieht.....
Das Bild entstand 1869. Der Vogel ist eine Elster.....mit freundlichen Grüßen aus Wien
AlfredPS: Ich konnte das Original im Rahmen der Ausstellung im KHM Wien oftmals sehen - Der Druck vermag nur annähernd die Faszination dieses Bildes wiederzugeben....
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Lieber Alfred,
habe vielen Dank für das Bild. Ich meine, wir hätten es schon einmal gezeigt, aber sei es drum. Ein solches Bild kann man nicht häufig genug zeigen. Monets Licht ist einfach fabelhaft. Die keine schwarze Elster hebt sich trotz der geringen Größe toll von den unterschiedlichen Weißönen ab, die von gelblich-weiß (Schnee im untergehenden Sonnenlicht) bis ins dunkelgrau changieren. Das Original habe ich leider bisher erst einmal gesehen, Deine Begeisterung dafür kann ich absolut nachvollziehen.Mit herzlichem Gruß
JLang -
Lieber Alfred,
ich finde Monets Bild auch einfach wunderbar! Das Original würde ich mir direkt aufhängen!
Alles ist lichtdurchflutet und die kleine Elster das Tüpfelchen auf dem I - ein kleines belebendes Detail, was den Blick auf sich zieht und Spannung im Bild erzeugt, den Blick schweifen läßt.Herzliche Grüße
Holger -
Peder Moenstedt (1859 - 1941) - Winterlandschaft

Moenstadt war ein dänischer Landschaftsmaler, und zwar einer der bekanntesten um die Jahrhundertwende vom 19. zum 20. Jahrhundert. Er reiste viel durch verschiedene Länder Europas und auch nach Nordafrika, wo er viele Motive skizzierte, aus denen er dann in Dänemark seine Landschaftsgemälde entwickelte. Die meisten von ihm gemalten Landschaften sind jedoch die seiner oft kargen skandinavischen Heimat.
LG
Portator
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Lieber portator, das ist ein höhst stimmungsvolles Bild und bietet einen schönen Kontrast zu Monets "Krähe im Winter". Während Monet mit dem direkten Einfall von Licht spielt, könnte man fast sagen, daß Moenstedts Aufmerksamkeit dem diffusen Licht gilt. Ds Bild zeichnet sich ja grade nicht durch ein großes Spektrum an Helligkeitsstufen aus, sondern verbleibt in einem eher engen Rahmen. Die Nuancierungen, die hier allein zwischen den Stufen "weiß" und "grau" gelingen, sind faszinierend.
Ich liebe ja Kontraste und daher zum 24. ein Maler, der vielleicht nicht jeden Geschmack trifft, der aber zweifellos zu den ganz ganz großen zu zählen ist und der hier bereits mit anderen Bildern vertreten war: Vincent van Gogh Winterlandschaft/ Erinnerungen an den Norden
Es ist in einer der produktivsten Phasen in van Goghs Leben entstanden (1890), seinem Aufenthalt in der Nervenheilanstalt St. Remy. Leider sind die Farben ein Problem, ich meine mich zu erinnern, daß es eigentlich ein wenig blauer wäre. Hier hat es einen zu starken Grünstich. Aber deutlich wird dennoch, wie van Gogh Farben übertrieb bzw. so einsetzte, daß sie unseren Erwartungen an farbliche Gestaltung nicht entsprechen, im Bild selbst jedoch stimmig sind. Er selbst bemerkte dazu in einem Brief (hier zitiert nach wikipedia): "Ich übernehme von der Natur eine gewisse Reihenfolge und eine gewisse Genauigkeit in der Platzierung der Töne, ich studiere die Natur, damit ich keinen Unsinn mache und vernünftig bleibe; doch ob meine Farbe buchstäblich genau dieselbe ist, daran liegt mir nicht weiter viel, wenn sie nur auf meinem Bild gut wirkt." Obwohl die Natur also seine große Quelle der Inspiration ist und den Referenzpunkt des Bildes darstellt, legt er das Augenmerk nicht auf das abbildende, sondern läßt um einer guten Wirkung willen Freiheit walten: ich finde, das ist hier meisterlich gelungen.
Mit dieser etwas ungewöhnlichen Darstellung einer Winterlandschaft sende ich noch einmal meine besten Grüße und Wünsche für die Feiertage.
Herzlich
JLang -

Winter, das bedeutet nicht nur romantische Winterlandschaften und Eisläufer auf zugefrorenen Teichen - nein es bedeutet auch Kälte Hunger und Gefahr des Erfrierens - sowie Mühsal ungeahnten Ausmaßes im Kriegsfalle
Hier ein Bild von Napoleon I , der mit seinen Soldaten vom Frankreichfeldzug 1814 heimkehrend, durch den matschigen Schnee reitet - gemalt 1864 vom berühmten Maler des Historismus Jean-Louis-Ernest Meissonier.mit freundlichen Grüßen aus Wien
Alfred -

Winter 1812. Napoleons Russlandfeldzug ist gescheitert bei Temperaturen von bis -37 Grad Celsius wird der Rückzug von Moskau durchgeführt. ..
Das Gemälde von Adolf Northern (1828-1876) hält die dramatische Szene fest.mfg aus Wien
Alfred -
Winter und Krieg - Alfred hat dieses traurige Thema angeschnitten.
Gefunden habe ich dieses Aquarell eines kriegsbeteiligten Oberleutnants aus Stalingrad:

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Nicht ganz aus dem Bereich Krieg, aber mit dem Thema Tod in Verbindung stehend ist das folgende Gemälde von Otto Dix, das ich vor Weihnachten nicht mehr posten wollte. 1935 malte Dix dieses Werk mit dem Titel "Jüdischer Friedhof in Randegg". Stellt man die Verbindung aus Motiv und Zeit her, in der das Bild entstand, könnte man es als Kommentierung aktueller Ereignisse verstehen. Ein Friedhof der zu dieser Set verfolgten Juden in einer kalten Winterlandschaft vermag einen schon an die Ausweglosigkeit erinnern, die die damalige Situation bedeutete. Dix war 1933 aus seiner Anstellung als Kunstprofessor entlassen worden, in Randegg lebte er im Jahre 1935. Es ist also im Bild vielleicht auch eine zweifache Ausgrenzung intendiert: diejenige der jüdischen Mitbürger ebenso wie die von Dix selbst.

Mit besten Grüßen
JLang -
Ein grandioser Thread, Dank an alle Beteiligten.
Meinerseits möchte ich das Werk "Die Wahrheit über Kometen" (1945) der Surrealistin Dorothea Tanning beisteuern. Ein Bild, das zum Nachsinnen anregt.
Von der Künstlerin gibt es auch ein nicht minder faszinierendes Bild mit dem Titel "Ein kleine Nachtmusik".
'http://www.tate.org.uk/art/artworks/tanning-eine-kleine-nachtmusik-t07346 -
Peder Moenstedt
Kürzlich konnte ich zu dem unter Beitrag 233 von mir eingestellten Winterbild ein weiteres dieses Malers entdecken, das ich Euch nicht vorenthalten möchte:

LG
Portator
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Lieber portator,
ein schönes Bild. Es scheint, als markiere der Bach die Grenze zwischen Winter (rechts) und Frühling (links). Während ein Vogel sich bereits im Geäst niedergelassen hat, befinden sich die anderen noch im Flug. Und die menschlichen Fußspuren? Führen sie nicht auch nach links, auf den Betrachter zu? Womöglich in Richtung einer den Übergang ermöglichenden Brücke?
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Caspar David Friedrich
Einige Werke Friedrichs, die sich auf die Darstellung der Winterlandschaft beschränken.
Bäume und Sträucher im Schnee (um 1825)

Fichtendickicht im Walde (um 1828)

Eiche im Schnee (1829)

Frühschnee (um 1828)

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Caspar David Friedrich
Folgende Winterbilder Friedrichs zeigen auch Menschen oder deren Hinterlassenschaften.
Verschneite Hütte (Hütte im Schnee) (um 1827)
Diese Hütte bietet keinen Schutz mehr. Wie eine vom Winter erlegte Beute steht sie, achtlos dem Verfall preisgegeben.
Der Chasseur im Walde (1814)
Dieses Bild kann als patriotisches Werk gedeudet werden. Ein französischer Soldat (stellvertretend für die Grande Armée?) auf dem Weg in die Dunkelheit. Ein Rabe als Todesbote auf einem Baumstumpf.
Winterlandschaft (1811)
Erschöpft stützt sich ein Wanderer auf seinen Stecken. Sein Blick ruht auf einer endlosen Weite, leblos. Nur mehr Stümpfe stehen von einst blühenden Bäumen. Links von ihm ein toter Baum. Welke Blätter künden vom vergehenden Leben. Rechts ein weiterer toter Baum, völlig kahl und sich wie im Fallen zum Boden neigend. Es scheint, als neige er sich im gleichen Winkel wie der Oberkörper des müden Wanderers, der wohl, anders als der rechte Baum, andernfalls stürzen müsste. Doch der Wanderer hat seinen Stock, der wiederrum dem linken Baum nicht unähnlich ist. Eine letzte Stütze also und ein Blick in die unausweichliche Zukunft?-1811-large.jpg)
clck 5308
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Gabriele Münter (1877 - 1962)
Ob es wohl am in unseren Landen ausbleibenden Winter liegt, dass dieser wunderschöne Thread nicht mehr mit winterlichem Bilmaterial beschickt wird? Dagegen muss man etwas tun und ein weiteres Bild einstellen. Vielleicht regt das die kunstsinnigen Mitleser an, weitere passende Bilder zu suchen.
Dr. Holger Kaletha hat schon einige schöne Bilder von Gabriele Münter eingestellt. Ich füge hier noch eins hinzu. Es heißt "Winter in Elmau" und wurde von ihr 1933 gemalt (die Signatur unten rechts zeigt auch die Jahreszahl):

Liebe Grüße
Portator
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Zitat portator
ZitatOb es wohl am in unseren Landen ausbleibenden Winter liegt, dass dieser wunderschöne Thread nicht mehr mit winterlichem Bilmaterial beschickt wird?
Vielleicht auch daran ;), aber Alfred hatte angekündigt, diese virtuelle Wanderausstellung zugunsten der nächsten zur Historienmalerei am 6. Januar schließen zu wollen. Daher habe ich meine Tätigkeit in den dortigen thread verlegt.
Aber ich schaue immer gern in diesen thread, so viel Winter wie hier ist vor dem Fenster einfach rar (da könnte man eher schon auf Frühlingsbilder kommen).Herzliche Grüße
JLang -
Da ich gebeten wurde, diesen Thread weiter bestehen zu lassen, und ich gesehen habe, daß er bisher an Beliebtheit von keinem der anderen Gemäldethreads übertroffen wurde, erfülle ich gerne diesen Wunsch und gebe den Winterhtread zur Erweiterung frei.
Beste Grüße aus Wien
Alfredclck 9733
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Alfred Sisley (1839-1899) hat das Dorf in der Nähe von Paris, in dem er lebte, mehrmals als Sujet für seine Bilder gewählt.




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Winter ist es wieder geworden. Gestern fuhr ich auf Glatteis zur Arbeit und bin langsam fahrend nicht ins Schlittern geraten. Glück gehabt.
Im Titel dieses Threads kommt der Name Beuys vor. Ich habe mich gefragt, weshalb der Threaderöffner diese Namen "von Breughel bis Beuys" gewählt hatte. Nach einer kurzen Recherche war die Sache klar.
Joseph Beuys (1921-1986) hat ein Werk mit dem Titel "Winter" 1969 geschaffen. Die Fotografie habe ich auf der Seite des Kunsthistorischen Museums in Wien, Alfred Schmidts ehemaliger Wirkungsstätte, gefunden, die eine Ausstellung zu diesem Thema 2011 durchgeführt hatte. Der Eingangskommentar nimmt Bezug darauf.
Das Objekt von Meister Beuys bedarf wohl keines weiteren erhellenden Kommentars, denn es ist eine Taschenlampe beigepackt. Oder vielleicht doch? Beim abgebildeten Modell handelt es sich um einen sogenannten Davoser Schlitten. Die Semmel ist inzwischen in die Jahre gekommen und wird die Restauratoren kommender Generationen vor schwierig zu lösende Probleme stellen, wenn der Zahn der Zeit daran nagen wird. Die Decke besteht aus verfilzter Wolle. In vielen Beuys'schenWerken kommt dieses Material vor. Als ich in einer Filzfabrik ein Stück Filz kaufen wollte, wies mich die Verkäuferin darauf hin, dass Joseph Beuys bei ihr meterweise den gleichen bläulichen, dicken Filz eingekauft hatte.
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Die reitenden Jäger und die ihnen folgenden Treiber werden sicher heimgekommen sein. Jan Asselijn (1610-1652) hat diese Szene um 1647 gemalt.

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Auch in Spanien herrscht zuweilen klirrende Kälte. Francisco de Goya (1746-1828) hat diesen sich an einer Feuerschale wärmenden Mann gemalt. Es trägt den Titel "Der Arzt".

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Ein frühes Bild von Vincent van Gogh mit dem Titel "Holzsammler im Schnee" ist in Europa weitgehend unbekannt. Das liegt daran, dass es in einem japanischen Museum hängt und, soweit mir bekannt, seit Jahrzehnten bei uns nicht ausgestellt wurde.

Zur Zeit kann das Bild in der Bonner Bundeskunsthalle im Rahmen der Ausstellung "Japans Liebe zum Impressionismus" bewundert werden.
Liebe Grüße
Portator

