Ysaÿe: 6 Sonaten für Solo Violine, Op.27

  • Wie bereits im Titel verraten soll sich dieser Thread mit den wohl berühmtesten Werken eines der besten Geiger aller(?) Zeiten beschäftigen.


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    Eugène Ysaye.


    Ysaye wurde 1858 in Lüttich geboren, erhielt mit 5 Jahren den ersten Violinunterricht von seinem Vater und begann mit 7 Jahren sein Studium am Lütticher Konservatorium wo er allerdings nach 4 Jahren wegen Kritik am Unterricht (!!!) rausgeworfen wurde. Dann nahm ihn Henri Vieuxtemps unter seine Fittiche und erreichte auch seine Wiederaufnahme am Konservatorium wo er mit 15 sein Abschlussdiplom bei Radolphe Massart erhielt. Er studierte ausserdem noch bei Henryk Wieniawski und Joseph Joachim.


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    Sie sind 6 Geigern gewidmet und gemäß deren Stil komponiert:


    1. Sonate: Joseph Szigeti
    2. Sonate: Jacques Thibaud
    3. Sonate: George Enescu
    4. Sonate: Fritz Kreisler
    5. Sonate: Mathieu Crickboom (sein Lieblingsschüler)
    6. Sonate: Manuel Quiroga


    Quelle


    Am berühmtesten sind wohl die Nr. 3 "Ballade" und die Nr.2 ( wegen der Verwendung der Themen aus Bach's Partita Nr.3 E-Dur )


    Es gibt eine Fülle von Aufnahmen von großen und "weniger großen" Geigern, welche sind euch die liebsten?

  • Im Rahmen des Menuhin Threads hatte ich etwas nachgelesen und dabei festgestellt, daß Ysaye unmittelbar nachdem er Menuhin getroffen hatte durch eine kleine Übung Menuhins fundamentale Schwäche offen gelegt hatte:
    Seine mangelhafte Technik


    Die Gelegenheit bei Ysaye zu zu studieren hat er nicht genutzt und sein ganzes Leben bereut!
    Selber schuld!

  • Ein schöner Thread – er kam mir auch schon in den Sinn, weil ich vor kurzem bei der Lektüre über verschiedene Geiger immer wieder über diese Sonaten stolperte. Ich wollte sie kennen lernen und entschied mich für Thomas Zehetmair:



    Ich habe den Kauf nicht bereut, denn was dieser Mann hier geleistet hat ist fesselnd, voller Spannung, für meinen Geschmack so überzeugend, dass ich keine weitere Aufnahme dieses schönen Werkes brauche.


    Gruß, Cosima

  • Ich besitze keine Vergleichseinspielung. Einzig diese Aufnahme aller sechs Sonaten mit Phillipe Graffin habe ich in meiner Sammlung.
    Gibt es einen Grund, weshalb die "grossen" Namen der Violonisten in den erhältlichen Aufnahmen fehlen? Eine Einspielung der dritten Sonate mit David Oistrach als Interpreten finde ich in meinem Regal. Oder habe ich etwas im Internet übersehen?
    Wenn die sechs Sonaten im Stil der sechs in Beitrag Nr. 1 erwähnten Musiker geschrieben wurde, wäre in diesem Zusammenhang spannend zu wissen, worin die Stilmerkmale bestehen.
    In diesem Thread aus den Tiefen des Tamino -Forums war die Beteiligung bisher eher bescheiden. Vielleicht kann der eine oder andere der Mitglieder aufklären.
    .


  • Ich bin nun kein großer Experte für diese Musik, möchte aber meine Einspielung, welche mir gut gefällt, hier anführen.


    Die Noten findet man im Internet. Dann wird einem über den Höreindruck hinaus klar, wie komplex diese Musik ist, wie vielfältig und raffiniert - und wie schwer wahrscheinlich. Das sieht über weite Strecken beinahe wie ein Klaviersatz aus.



    Hier haben wir es vermutlich auch nicht unbedingt mit einem bekannten Namen zu tun, und die Geigerin dürfte noch recht jung sein.


    :hello: Wolfgang

    Lieber Fahrrad verpfänden denn als Landrat enden!

  • Zu den besten Aufnahmen von Frank Peter Zimmermann und zugleich auch der 6 Sonaten von Ysaye zählt die nachfolgende unter dem Titel Obsession:


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    Ich habe sie jetzt länger nicht mehr gehört, werde sie aber bei nächster Gelegenheit wieder einmal in den Player legen.


    LG
    Portator


  • Die aus Russland stammende, in Österreich lebende Violinistin Elena Denisova hat die sechs Sonaten Op. 27 von Eugène Ysaÿe an sechs verschiedenen Orten in Wien 2022 aufgenommen:


    Leopold Museum

    St. Peter Krypta

    Bösendorfer Salon

    Arnold Schönberg Center

    Austro-American Institut

    Richters Geigenbau


    Das Label TYZarte war für die Aufnahme der Werke verantwortlich. Ein Aufwand, der nicht selbstverständlich ist, weil jedes Mal das Equipment aufgebaut werden musste. Geigentechnisch ist sie den Anforderungen gewachsen, sie besitzt den souveränen Ton, der für die Gestaltung dieser äusserst anspruchsvollen Literatur nötig ist. Was auffällt, die Interpretation gerät nicht zum etüdenhaften Selbstzweck zur Demonstration der Fähigkeiten. Die Geigerin zeigt für jede der sechs Sonaten eine eigene Sicht. Ich habe die Aufnahme schon länger in der Sammlung und habe sie mir immer wieder in Teilstücken angehört.