Vier Sätze sind nun Standard - Joseph Haydn: Streichquartette op.9 Nr 1-6 (Nr 19-24)

  • Aus den Divertimenti, welche heute als op 1 und 2 bekannt sind, und aus heutiger Sicht quasi die Urform des Haydnschen Streichquartettes darstellen, entwickelte Haydn diese Gattung weiter, nannte sie selber aber immer noch nicht Streichquartett, sondern weiterhin Cassation oder Divertimento.


    Ab op 9 - entstanden etwa zwischen 1768 und 1770 - ist die Viersätzigkeit quasi zum Standard erhoben. Noch herrrscht die erste Violine vor, was sich in Folge ändern wird.
    Das Opus enthält - dem Trend der Zeit entsprechend 6 Quartette, während op 1 und 2 lediglich vom Verleger so arrangiert wurden - also ohne Haydns Wissen oder Willen.
    Diese Sechs Quartette waren so erfolgreich, daß ihnen Haydn relativ schnell 6 weitere folgen ließ, nämlich jene des Opus 17. Aber das ist eine andere Geschichte....
    Hier eine relativ preiswerte Aufnahme die ich recht gerne höre, wenngleich sie nicht die Feinheiten beispielsweise des Auryn-Quartetts erreicht. Aber die bodenständige Lesart hat auch ihre Reize und trifft Haydns Intentionen vielleicht mehr als jene des schöngeistigen Auryn Quartetts (?). Detailbeschreibungen einzelner Quartette dieses Opus sind hier willkommen.


    mit freundlichen Grüßen aus Wien


    Alfred


    Weitere Threads im Tamino-Klassikforum zu Haydns Streichquartetten:
    HAYDN Joseph: Die Streichquartette
    HAYDN Joseph: Streichquartette op 1 Nr 1-6 (Hob.III:1-6 - Welch ein Vergnügen"
    HAYDN Joseph: Streichquartette op 20 Nr 1-6 ''Sonnenquartette''
    HAYDN Joseph: Streichquartette op 33 Nr 1-6 ''auf eine gantz neu Besondere Art''
    HAYDN Joseph: Streichquartette op 50 Nr 1-6 ''Preussische Quartette''
    HAYDN Joseph: Streichquartett op 76 Nr 3 'Kaiserquartett''

    Der Weg zur Hölle ist mit guten Vorsätzen gepflastert


  • Es mag verlockend sein, schnell alles durchzuhören, damit man die nächste Folge, die nächste Opuszahl etc durchgehen kann, aber es ist ein Kunstfehler. Erstmals seit langem greife ich auf eine alte Gewohnheit meinerseits zurück, nämlich EIN Werk relativ konzentriert zu hören - und das idealerweise - mehrmals. Wenn möglich in verschiedenen Interpretationen, oder aber auch nur in einer, weil keine Alternativaufnahme greifbar ist.
    Das Werk gräbt sich gewissermaßen in einen hinein, der Ohrwurmeffekt wird erzielt - oder aber, so bereits vorhanden - vertieft. Als Einstieg in Haydns Opus 9 habe ich mir das Quartett Nr 4 erkoren, welches jedoch in Haydns ersten Aufzeichnungen stets als das erste dieses Opus genannt wird, übrigens auch das erste Streichquartett Haydns in moll - und das einzige in Opus 9.

    Die Werke dieses Opus wurden von Haydn selbst noch als Divertimenti bezeichnet, aber sie werden heute eindeutig als vollwertige Streichquartette gesehen. Dem Beiheft der Auryn-Version (in einem meiner nächsten Beiträge) ist zu entnehmen, daß man allmählich die Sichtweise aufgibt, op 9 (und op 17) wären lediglich "Vorstufen" zu den "klassischen" Streichquartetten Haydns. Sie unterliegen einer anderen Ästhetik und Philosophie, aber sie sind vollgültiger Haydn. Die Vorherrschaft der ersten Violine - in Op 17 nicht mehr vorhanden - ist allenfalls ein Stilmerkmal, jedoch keines der Qualität.
    Die hier abgebildete Aufnahme des Kodaly Quartetts unterscheidet sich merklich von jener des Buchberger Quartetts. Während letzteres teilweise etwas beherzter zu Werke geht, setzen die Ungarn voll auf schönen Klang, der bei den Buchbergern gelegentlich erdig und leicht spröde klingt, was nicht immer ein Nachteil sein muß. Ich habe irgendwann dem Kodaly Quartett "Belanglosigkeit" vorgeworfen. Diesen Vorwurf ziehe ich nach einer ausgiebigen Hörsitzung zur Gänze zurück. Man höre nur wie betörend der dritte Satz des Quartetts Nr 4 aus den Lautsprechern kommt.


    mfg aus Wien


    Alfred

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  • Joseph Haydn
    Streichquartett op. 9 Nr. 4d-moll HOB.III:22


    Buchberger Quartett
    AD: 9.-10. 12. 2004
    Spielzeiten: 6:35 - 4:34 - 5:15 - 3:49 – 20:13 min.



    Mit dem d-moll-Quartett op. 9 Nr. 4, das nach Haydns eigenen Aufzeichnungen als erste „echtes“ (viersätziges) Streichquartett komponiert wurde, landen wir auf einem völlig anderen Quartett-Planeten. Nach den 10 meist heiteren Quartett Divertimenti op. 1 und op. 2 nun ein veritables Quartett in der „Todes-Tonart“ d-moll.
    Schon der ausgedehnte Kopfsatz, hier im Moderato, das aber im Gegensatz zu seiner Bezeichnung von einer schnelleren Gangart ist und in seiner dramatischen Anlage dynamisch und rhythmisch höchst gegensätzlich. Das Thema wird kurz vorgestellt und wiederholt, und prompt geht es in einen anderen Rhythmus über, werden Seitenthemen eröffnet, wechselt es bei merklich erhöhtem Tempo nach Dur, kommen auch mal kurze Phasen des Durchatmens. Hier tobt sich Einer auf einem völlig anderen musikalischen Niveau nach Herzenslust aus, als wollte er im wahrsten Sinne des Wortes sagen: „Jetzt haben wir lange genug probiert, jetzt wird es ernst“.


    Hubert Buchberger merkt dazu an:

    Zitat

    Es ist die Sprache des „Sturm und Drang“ und die Verwandtschaft zu den gleichzeitig entstandenen Moll-Symphonien N3. 26, 39 und 49 ist offensichtlich.


    Etwa ab 1:30 min. wird die Exposition wiederholt, und danach folgt ein durchführungsartiger Teil, ebenfalls höchst kunstvoll gestaltet, und daran schließt sich eine kurze Reprise an.
    Auch das Menuett, das hier an zweiter Stelle steht, beginnt in moll, zwar ebenfalls im Dreiertakt, ist aber kein Tanzstück mehr. Später ist in vielen Sonaten und auch Sinfonien der Klassik der langsame Satz an die zweite Stelle gerückt, während er hier in den Quartetten op. 9 ausnahmslos an dritter Stelle steht. Einzelne Passagen stehen auch in Dur, es dominiert jedoch moll. In der zweiten Satzhälfte folgt ein kurzes Trio, das in D-dur steht. Danach wird das Menuett in verkürzter Form wiederholt.
    An dritter Stelle folgt ein wunderschönes Adagio cantabile in dur, das, wie auch später in der Klassik in der Regel, der zweitlängste oder gar der längste Satz im ganzen Stück isst. Diese ist sogar noch in der Romantik und Spätromantik (Bruckner, Mahler) der Fall. In der Melodieentfaltung hat die erste Violine die Federführung. Allerdings haben die übrigen Instrumente auch Anteile daran und sind nicht nur Begleitung. In der Mitte folgt eine leichte Molleintrübung, die aber bald durch die Wiederholung des Hauptthemas wieder vertrieben wird. Das Thema wird immer wieder leicht variiert, und gegen Ende spielt die erste Violine sogar eine kurze Kadenz.
    Das Schlusspresto setzt natürlich wieder in Moll ein, wandelt sich aber dann nach Dur und wird dann in Moll wiederholt. Wieder folgt dann die Wandlung nach Dur. In der Satzmitte folgt ein Durchführungsteil, der mit teils sehr schroffen Wendungen dem Satz zusätzliches Gewicht verleiht. Hier haben wir es nicht mehr mit einem kurzen Kehraussatz zu tun, sondern einem veritablen Finale, das mit mehrfachen treppenartigen Steigerungen in schroffem Moll zu überzeugen weiß.


    Liebe Grüße


    Willi :)

    1. "Das Notwendigste, das Härteste und die Hauptsache in der Musik ist das Tempo". (Wolfgang Amadeus Mozart).
    2. "Es gibt nur ein Tempo, und das ist das richtige". (Wilhelm Furtwängler).

  • Man weiß nicht, was Haydn dazu bewegte, ca. 10 Jahre nach den fünfsätzigen Divertimenti opp. 1+2 (wobei hier die Zusammenstellung zu Opusnummern wohl vom Verleger erfolgte) diese erste "reguläre" Sechsergruppe von Streichquartetten in der viersätzigen Form, die danach für sein Quartettschaffen verbindlich wurde, zu komponieren. (Es ist ja nicht so, dass er in dieser Zeit nicht noch genügend andere Aufgaben gehabt hätte...)


    Aufgrund der deutlichen Dominanz der ersten Violine (die schon in op.17 weit weniger ausgeprägt ist) wird vermutet, dass die Stücke ursprünglich als Hausmusik für Esterhazy mit dem virtuosen Konzertmeister Tomasini als Primgeiger komponiert wurden. Aber das lässt sich nicht direkt belegen. Komponiert wurden die Werke vermutlich 1769 oder 1770, im Druck erschienen die Stimmen (wohl ohne Haydns Beteiligung oder Einverständnis) in Paris 1771.


    Haydn folgt hier (und identisch in op.17) einem relativ engen Schema mit vier Werken in der Satzfolge Moderato - Menuett - langsamer Satz - Finale, einem Werk mit einem Variationensatz zu Beginn und einem mit einem schnellen Presto-Satz. Der erste Satz ist fast immer der längste und anspruchsvollste, die Menuette sind (außer im c-moll und A-Dur) meistens recht knapp und verhältnismäßig einfach gehalten. Vier der drittplazierten langsamen Sätze (alle außer in Nr. 3 und Nr. 5) sind praktisch Konzertsätze für den Primarius und "degradieren" den Rest zur Begleitung.



    Nr. 1 C-Dur


    1. Moderato 4/4
    Das recht gemütliche Hauptthema wird von Vl 1 vorgetragen und anschließend ausgeziert wiederholt; das zweite Thema beginnt in Vl 2 und Vc und wird sogleich in einer Art Kanon von Violinen und Cello verarbeitet, der nach eigenartigen Modulationen in einer Fermate endet; die Schlussgruppe wird wieder von der Vl 1 mit Triolenmotiven bestimmt.
    Die Durchführung, nur etwa halb so lang wie die Exposition, beginnt mit dem Auftaktmotiv des Hauptthemas, dann spielt die Vl 1 eine neue Melodie, begleitet von Triolen der anderen Instrumente. Anschließend gibt es eine kurze Verarbeitung des Haupthemas, dann des Seitenthemas, die schnell zu Reprise führt, bei deren Einsatz das Hauptthema sogleich ausgeziert auftaucht. Ein raffinierter Satz mit interessanter "Feinarbeit", der emotional aber eher neutral bleibt.


    2. Menuetto
    Der erste Teil besteht aus einer breiten viertaktigen Phrase und einem kleingliedrigen Achttakter, in dem ein kurzes Motiv sequenziert wird (Modulation zur Dominante). Im zweiten Teil führt diese Phrase dann zurück zu C-Dur und dem Anfangsmotiv, wird anschließend verarbeitet, worauf die Anfangsphrase den Abschluss macht.
    Trio (c-moll) Das nachdenkliche Moll-Trio zeigt kontrapunktische Ansätze mit einer markanten Gegenstimme in Viola und Cello und am Ende imitatorischen Einsätzen der Violine,


    3. Adagio (F-Dur)
    Ein 6/8-Siciliano dominiert von der 1. Violine. Es ist ein rudimentärer Sonatensatz, zwar ohne identifizierbares 2. Thema aber mit einer Modulation zur Dominante (C-Dur, wobei vorher deutlich enferntere Tonarten anklangen) bis zum Doppelstrich. Dann wird der Beginn des Hauptthemas durch unterschiedliche Tonarten geführt und in zwei Anläufen erreicht man die Reprise, teils reich ausgeziert und gegen Ende mit einer kleinen Kadenz für die Vl 1.


    4. Presto (2/4)
    Ein monothematischer Sonatensatz, dessen erstes dreiklangbasiertes Thema fast wie ein Typ barocker Fugenthema anhebt, jedoch nie auf kontrapunktische Weise behandelt wird. Eher wird das komische Potential der stampfenden Achtel genutzt. Als zweites Thema könnte man allenfalls die Phrase, die mit einem chromatischen Aufschwung beginnt, identifizieren. Wieder mit virtuosen Aufgaben für Vl 1.

    Struck by the sounds before the sun,
    I knew the night had gone.
    The morning breeze like a bugle blew
    Against the drums of dawn.
    (Bob Dylan)

  • Nr. 2 Es-Dur


    1. Moderato 4/4
    Dieser Satz gehört zu den längsten in op.9 und enthält ein Fülle ganz unterschiedlichen Materials. Nach dem anfänglichen Motiv auf- und absteigender gebrochener Dreiklänge folgen eine ganze Reihe weiterer Gestalten, wobei es virtuose Einlagen der Vl 1 gibt, aber auch eher polyphon-durchbrochene Passagen, in denen sich die Instrumente "die Bälle zuwerfen". Überdies findet zwischendurch ein harmonischer Ausflug nach Ges-Dur statt, bevor die Exposition mit kraftvollen "Schleifern" endet. Der Beginn der Durchführung zeigt dann, dass das Anfangsmotiv, das hier zunächst über "Klangflächen"-Begleitung durch diverse Tonarten geführt wird, das wesentliche gewesen ist. Es schließt sich ein brillantes Spiel mit diversen subalternen Motiven an, bis schließlich die Triolenschleifer zur wenig veränderten Reprise überleiten.


    2. Menuetto
    Ein recht entspanntes Stück (dolce), bei dem der zweite Teil nur durch eine modulatorische Veränderung der ersten vier Takte variiert ist. Das Trio beginnt sehr simpel mit Triolenskalen; im charmanten zweiten Teil wird dann durch drei- und fünftaktige Phrasen humorvoll etwas Verwirrung gestiftet.


    3. Adagio (c-moll) 4/4 - Cantabile 3/4
    Hier gibt es zuerst eine Art Präludium mit rezitativartigem Abschluss, dann eine pathetische "Arie" der 1. Vl; die anderen Instrumente übernehmen nur eine Begleitfunktion. Die ausladende Melodie wird nach ihrer Vorstellung mit Verzierungen wiederholt und mit einer Kadenz abgeschlossen; es folgt dann noch eine Art Abgesang oder Coda, wieder mit einer kleinen Kadenz. Das ist der am stärksten von der 1. Vl dominierte Satz der Sammlung, dessenungeachtet ein hochemotionales Stück und einer meiner Favoriten.


    4. Allegro molto 4/4
    Dieser sehr knappe und rasante Satz wird von den witzigen Synkopen des Anfangsthemas bestimmt. Ein deutlich abgesetztes zweites Thema kann ich nicht erkennen, es dominieren virtuose Spielfiguren, besonders der Vl 1. Noch witziger wird, wenn in der kurzen Durchführung das Cello das Synkopenthema hat. Hier zeigt sich der oft bizarre Humor Haydns, der uns in späteren Werken manchmal noch drastischer entgegentritt.

    Struck by the sounds before the sun,
    I knew the night had gone.
    The morning breeze like a bugle blew
    Against the drums of dawn.
    (Bob Dylan)

  • Nr. 3 G-Dur


    1. (Allegro) Moderato
    Dieser Satz ist geradliniger und "übersichtlicher" als die Kopfsätze der vorhergehenden Quartette, vielleicht könnte man sagen "moderner", oder stellenweise "sinfonischer", etwa das Hauptthema mit der Achtelbegleitung. Auch das Tempo ist deutlich näher an einem "normalen" Allegro (beim Angeles Quartet ist das Tempo beinahe doppelt so schnell wie in Nr.1).
    Die erste Violine hat stellenweise (in der Überleitung nach dem Hauptthema) Doppelgriffe zu spielen, was einem Bordun-Effekt (Dudelsack/Drehleier) mit Liegetönen auf der tiefsten Saite erzeugt. Das Seitenthema ist eng mit dem Hauptthema verwandt, es gibt aber auch einige spritzige Kontrastelemente. Die Durchführung beschränkt sich weitgehend auf das Haupthema und ist ebenso wie der Repriseneinsatz leicht zu verfolgen.


    2. Menuetto
    Das Menuett erstaunt durch die dreitaktigen Phrasen, die insgesamt aber eine Symmetrie hervorbringen (die Teile haben jeweils 12 bzw. 18 Takte immer in 3- bzw. 6taktigen Phrasen).
    Im Trio setzen die Instrumente in polyphoner Weise ein, besonders auffallend aber eine rhythmische Verwirrung durch Synkopen und Verschiebung der Taktschwerpunkte, die es dem Hörer beinahe unmöglich macht, den 3/4-Takt zu verfolgen.


    3. Largo (3/4 C-Dur)
    Das ist einer von zwei langsamen Satz des Opus, der deutlich von dem Modell "Arie für den Primarius" abweicht. Der Reclam-Führer weist darauf hin, dass es sich hier um das erste Auftauchen eines Satztyps handelt, der später häufiger bei Haydn vorkommt: Er hat kaum eine eigentliche "Melodie", sondern arbeitet mit kurzen, oft "rhetorischen" Motiven. (Das berühmteste Beispiel, das mir einfällt, ist das Largo aus dem "Reiterquartett" op.74/3.) So besteht der erste Abschnitt aus kurzen pathetischen Gesten (Klavierwerke CPE Bachs werden für diese Motivik oft als Vorbild genannt), dann wechseln sich 1. und 2. Vl mit lang ausgehaltenen Tönen und Triolenfiguren ab und erzeugen dabei eher eine Klangfläche als eine melodische Gestalt. Diese Triolen übernehmen die anderen Instrumente in einem beinahe dramatischen Aufschwung. Das pathetische Motiv des Anfangs unterbricht, aber die Aufregung legt sich nicht. Jetzt stimmt die Vl. 1 eine neue leidenschaftliche Melodie über der Triolenbegleitung an. Anschließend leicht veränderte Reprise des Anfangsteils und noch einmal die Triolenpassagen, nun auch im Cello, was dann zum Abschluss führt.


    4. Presto
    Ein kurzer munterer Sonatensatz, den Haydn so ähnlich wohl auch noch 20 Jahre später hätte schreiben können. Durch ein deutlich abgesetztes Seitenthema und ein Statement des Hauptthemas am Beginn der Durchführung nähert er sich der Form des Rondos.


    Das ist ein interessantes und eingängiges Werk, wobei es auf mich etwas uneinheitlich wirkt. Den ziemlich "klassischen" Ecksätzen stehen das manierierte Trio und der experimentell und rhapsodisch wirkende langsame Satz gegenüber. Aber das ist vielleicht gar nicht untypisch für Haydn in dieser Schaffensperiode.

    Struck by the sounds before the sun,
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  • Nr. 1 C-Dur


    Ich freue mich, daß Johannes Roehl durch seine sehr interessanten Beiträge zu den einzelnen Quartetten bereichert hat, der Beitrag zum Quartett Nr 4 fehlt ja noch, denn meine Beschreibungen sind allgemeiner gehalten als seine, und ein wenig subjektiver, sowie laienhafter, sprechen also eher den Liebhaber an als den Kenner. So werden - wie ich hoffe gleich zwei Gruppen von Hörern zufriedengestellt. Ich möchte , da das meiste zum Quartett Nr 2 dieser Serie nur ein paar kurze Höreindrücke schildern. Ich habe drei verschieden Aufnahmen gegeneinander gehört und war erstaunt wie unterschiedlich die Auffassungen sind. Das "recht gemütliche Hauptthema" ist vorzugsweise in der Aufnahme der Kodaly Quartetts "gemütlich" bis höfisch, fast ein wenig gravitätisch angelegt, etwas, das beim Buchberger-Quartett kaum mehr wahrnehmbar ist. Die tiefen Instrumente klingen stellenweise betörend schön, auch hier können die Konkurrenzaufnahmen nur annähernd mit. Sowohl die eher erdig klingenden Buchbergers als auch die eleganten Auryns versuchen so etwas wie Temperament in den "gestelzten" ersten Satz zu bringen, etwas worauf das Kodaly Quartett IMO gänzlich verzichtet. Ich nehme wieder ein Zeitat von Johannes Roehl: "Ein raffinierter Satz mit interessanter "Feinarbeit", der emotional aber eher neutral bleibt" - genau das ist es - allerdings zugunsten des betörenden Schmelzes der Musik. Hier wird keine "Emotion" zu vermitteln versucht - nur erhabene Schönheit. Die Kodalys betonen diesen Ansatz - und wurden - nach anfänglichem Jubel - recht bald von der Presse dafür getadelt...
    Das Menuett - ebenfalls mehr majestätisch erhaben, als beschwingt tänzerisch - ist ein Ohrwurm an sich und passt sich vorzüglich dem ersten Thema des ersten Satzes an.Nach einem kontrastierenden kurzen Mittelteil eindet der Satz wie er begonnen hat.
    Ein melancholisch, nachdenklicher 3. Satz mit Eintrübungen dämpft ein wenig die höfisch-erhabene Stimmung, klingt aber dann friedlich aus.
    Der 4 Satz beginnt temperamentvoll spritzig und behält diesen Quarakter auch im weiteren Verlauf. Interessant der unspektakuläre Ausklang...


    mit freundlichen Grüßen aus Wien
    Alfred

    Der Weg zur Hölle ist mit guten Vorsätzen gepflastert


  • Ich habe von op. 9 drei Aufnahmen: Angeles Quartet, Buchberger Quartett, Festetics Quartett. Mir fehlen Zeit und Energie für ausführliche Hörvergleiche oder gar so etwas wie Sekundenangaben. (Aber natürlich kommen die letzten drei Werke auch noch dran.)
    Gerade beim Kopfsatz von Nr. 1 gibt es deutliche Unterschiede: Das Angeles Quartet spielt hier in relativ langsamen Tempo die Feinheiten aus, während die anderen Ensembles zügiger, aber teils etwas "grober" zur Sache gehen. (Dafür ist das Angeles sonst meistens zügiger und "spritziger" als das Festetics).


    Man muss bei dieser Reihe einfach akzeptieren, dass die erste Violine viele Sätze, besonders die langsamen, dominiert. Wenn man das tut, lohnt es sich jedenfalls genauer hinzuhören und man wird bemerken, dass es sich um sehr gelungene Werke handelt. Haydn war ja kein Anfänger, sondern etwa 37 Jahre alt und etwa gleichzeitig komponierte Sinfonien wie 48 oder 49 sehen wir auch nicht als "Frühwerke" an. Freilich findet sich der "Sturm-und-Drang-Ton" einiger Sinfonien dieser Zeit nicht so deutlich in den Streichquartetten, selbst in dem d-moll-Quartett.


    Da Haydn innerhalb von drei oder vier Jahren (1769-72) 18 Quartette komponierte, die mit op.20 einen klaren Gipfel erreichen, ist verständlich, dass opp. 9 und 17 leicht ein wenig vernachlässigt werden. Aus der Distanz und in Kenntnis der späteren Werke kann man teilweise eine gewisse Uneinheitlichkeit (wie m.E. bei Nr.3) feststellen. Ich bin zB auch nicht so ganz davon überzeugt, dass die Variationssätzen in op.9/5 und 17/3 ein vollwertiger Ersatz für die üblichen Kopfsätze sind (zumal mich diese konkreten Sätze auch nicht allzu sehr begeistern).

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  • Nr. 4 d-moll


    1. (Allegro) Moderato
    Ein sehr markantes erstes Thema, das zwei typische Merkmale solcher pathetischer Themen, den getragenen Anfang und die verteilten "Seufzer" der Fortführung aufweist. Wilde Ausbrüche der beiden Violinen leiten zu dem kurzen Seitenthema über, das gegenüber der hektischen Schlussgruppe nicht viel Raum erhält. Die Durchführung beginnt mit dem Hauptthema in der Molldominante, anschließend werden die kurzen Motive des Nachsatzes verarbeitet. Erneutes Statement des Hauptthemas, aber das ist noch nicht die Reprise, sondern im Anschluss kommen die "wilden" Überleitungsfiguren (Triolen u.ä.) dran, bis dann die Reprise nur mit geringen Veränderungen folgt.


    2. Menuetto
    Das längste und anspruchsvollste Menuett des Opus mit 20+28 Takten für den Hauptteil. Weit entfernt von einem Tanzsatz wird der Fluss schon im 2. Takt durch eine Pause gehemmt, auch sonst überwiegen pathetische Gesten. Im zweiten Teile gibt es deutliche Durchführungselemente und die letzten 4 Takte bilden eine Art Coda.
    Das ganz kurze (8+8 Takte) Trio (D-Dur) beschäftigt nur die beiden Geigen, wobei die erste Geige durchweg Doppelgriffe ("zweistimmig") einsetzt, was einen sehr eigenen Effekt und deutlichen Gegensatz zum Hauptteil hervorruft.


    3. Adagio cantabile (B-Dur, 2/2 bzw. 12/8 (da über weite Strecken Triolen)) Nach zwei tiefernsten Sätzen ein deutlicher Kontrast: Ein leicht beschwingter, heiter fließender, stellenweise geradezu schwärmerischer Satz, und wieder eine Art "Konzertsatz" für die erste Geige.


    4. Presto 6/8
    Das ist eine Art Gigue, lt. Reclam keine Sonatensatz, sondern ein "Suitensatz"; stärker kontrapunktisch angelegt als die meisten anderen Finali dieses Opus. Es gibt allerdings die sonatenübliche Modulation (nach F-Dur, in der Reprise entsprechend verändert), selbst wenn man motivisch kaum ein zweites Thema ausmachen kann; die Durchführung ist weniger kontrapunktisch als "sonatenartig". Insgesamt ein rasantes Finale, das einen effektvollen Abschluss bietet und durch den 6/8-Takt und Gigue-Charakter sich deutlich von den anderen Finali des Opus unterscheidet.


    Dieses Werk ist nachvollziehbarerweise seit eh und je das bekannteste aus op.9. Selbst wenn die Leidenschaft hier vielleicht etwas kontrollierter ist als in den etwa gleichzeitigen Sinfonien (wie Nr. 26, 39, 44 oder 45) so spricht das Werk auch den eher "romantischen" Hörer unmittelbar an. Der langsame Satz bietet einen wirkungsvollen Kontrast, das Menuett ist kein Routine-, sondern raffiniertes melancholisches Charakterstück und zusammen mit de packenden Ecksätzen liegt hier ein sehr geschlossenes Werk vor.

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  • Nr. 5 B-Dur


    1. Poco adagio (2/4)
    Wie in op.17 beginnt Haydn hier ein Werk mit einem mäßig langsamen Variationensatz.
    Dieser Satz wirkt auf mich etwas routiniert. Schon das Thema ist ziemlich durchschnittlich, dann werden, mehr oder weniger nach der "Diminuitionsmethode" in der ersten Variation (hauptsächlich) 16tel gespielt, in der zweiten 16teltriolen (hier mit reger Beteiligung des Cellos zwischen den Instrumenten hin und hergeworfen), in der dritten hat die Vl 1 dann virtuose 32tel-Ketten. Am interessantesten für mich die letzte Variation, in der die beiden Hälften des Themas zuerst einmal, sozusagen als Reprise, unvariiert und dann variiert vorgetragen werden; als Abschluss gibt es dann noch einen virtuosen Lauf aller Instrumente zusammen.


    2. Menuett
    Ein volkstümliches, symmetrisches Thema; am Beginn des zweiten Teils folgt ein durchführender Abschnitt.
    Das Trio knüpft thematisch an eine Figur vom Beginn des zweiten Menuettabschnitts an und bringt, ähnlich wie in Nr.3 kontrapunktische Einsätze und reichlich Synkopen, die einen Zweiertakt über den 3/4-Takt legen.


    3. Largo (cantabile) (Es-Dur, 3/4)
    Gegenüber den eher leichten Variationen ein sehr "tiefer", gewichtiger Satz, vielleicht der schönste langsamste Satz dieser Reihe. Weit entfernt von den violindominierten "Konzertsätzen" bietet er allen Instrumenten dankbare Aufgaben. Der zweite Teil ist eine erweiterte und intensivierte Variante des ersten Abschnitts.


    4. Presto
    Wie zum Ausgleich für den fehlenden Sonatenkopfsatz, bringt Haydn hier das umfangreichste Finale des op.9. An Seitenthemen gibt es eins mit Trillern in hoher Lage der 1. Violine, dann eine witzige Umkehrung des Hauptmotivs und ein etwas ruhigeres, "pastorales" (über gehaltenem f der Viola) in der Schlussgruppe. Die Durchführung wird mit dem Hauptmotiv und Varianten bestritten. Interessanterweise gibt es sogar (ein Einzelfall unter den Sonatensätzen von op.9) eine Coda, in der der Satz überraschenderweise mit dem pastoralen Schlussgruppenthema verhalten im pp endet.


    Für mich ein uneinheitliches Werk. Wie schon angedeutet wirken die ersten beiden Sätze auf mich eher routiniert, ungeachtet origineller Züge besonders in Menuett/Trio. Demgegenüber stehen der grandiose langsame Satz und ein langes und gewichtiges Finale, die beide zu den besten und "modernsten" Sätzen des op.9 gehören.

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  • Nr. 6 A-Dur


    1. Presto 6/8
    Die Motivik erinnert an die verbreiteten "Jagd"-Stücke, die man schon in Haydns op.1, aber auch später, etwa in Mozarts "Jagdquartett" findet. Auffällig aber schon am Anfang die unregelmäßigen Phrasenlängen: Dem 3-taktigen Hauptmotiv folgt eine 4-taktige piano-"Antwort", auf das erneute Statement des Hauptmotivs folgt eine neue 7-taktige "wiegende" (d.h. in Viertel-Achtel-Gruppen) ruhigere Phrase. Anschließend folgt eine Entwicklung in "durchbrochener Arbeit" mit Synkopen, brillanten Passagen der Vl 1, erneuten Synkopen der Violinen gegen die beiden tieferen Instrumente und einem Statement des Hauptmotivs als Schlussgruppe.
    Die Durchführung beginnt mit dem "wiegenden" Motiv, danach werden das Hauptthema, besonders dessen letzter Takt und die brillanten Überleitungspassagen verarbeitet. Nach Eintritt der Reprise lässt uns Haydn durch den zweiten Einsatz des Hauptthemas (vor der "wiegenden" Antwort) in a-moll und in tieferer Lage aufhorchen.


    2. Menuetto
    Der symmetrische erste Achttakter lässt nicht erwarten, dass im sehr langen zweiten Teil eine durchführungsartige Verarbeitung des Auftakt-Doppelschlag-Motivs folgt. Noch überrraschender das ähnlich umfangreiche Trio (a-moll) ein elaboriertes, beinahe romantisches Charakterstück.


    3. Adagio (E-Dur, 2/2 bzw. 12/8 da durchweg Triolen).
    Dieser Satz ist ein Zwilling des entsprechenden Stücks in Nr.4: Ein Konzertsatz für die erste Geige, die sich stellenweise in große Höhen aufschwingt.


    4. Presto (bzw. Allegro, je nach Ausgabe) 2/4
    Ein ganz kurzer "Kehraus", der mit allen Wiederholungen nur knapp anderthalb Minuten dauert. Das Thema selbst hat eigentlich schon die Gestalt eines Abschlusses. Danach folgt eine minimale Erweiterung und danach mehrere Anläufe des Themas oder seines Anfangs mit leicht variierten Abschlüssen, bis dann endlich der tatsächliche Schluss erreicht wird. Insgesamt beinahe ein Scherz, sozusagen ein Satz über das Beenden eines Musikstücks...


    Als unprätentiöser, "Kehraus" gefällt mir dieses Stück sehr gut, sofern es entsprechend spritzig dargeboten wird. Besonders die ersten beiden Sätze sind sehr gelungen, der Kopfsatz als einziger schneller (und abgesehen vom Finale der Nr.4 als einziger 6/8-Satz) bietet eine schöne Abwechslung und das Menuett ist zusammen mit dem in Nr.4 das anspruchsvollste der Reihe.

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  • Man weiß nicht, was Haydn dazu bewegte, ca. 10 Jahre nach den fünfsätzigen Divertimenti opp. 1+2 (wobei hier die Zusammenstellung zu Opusnummern wohl vom Verleger erfolgte) diese erste "reguläre" Sechsergruppe von Streichquartetten in der viersätzigen Form, die danach für sein Quartettschaffen verbindlich wurde, zu komponieren.

    Wie ich in einem Booklet von ARCANA nachlesen konnte, war Haydn bei der Erstellung der Verzeichnisses seiner Streichquartette mit eingebunden, obwohl er schon Gedächtnislücken (echte und gespielte) hatte und bei eingen Werke seine Autorenschaft verleugnete, immer mit dem Vorwand, er wisse es nicht so genau. Indes bestand er darauf, das Werksverzeichnis seiner Streichquartette erst ab op 9 beginnen zu lassen, den ersten "echten" Streichquartetten. Es gibt hier eine Zäsur, deren Charakter indes nicht ganz eindeutig bestimmt werden konnte...


    mfg aus Wien

    Alfred

    Der Weg zur Hölle ist mit guten Vorsätzen gepflastert


  • Angeregt durch den wieder aktivierten "allgemeinen" Streichquartett-Thread von 2004

    HAYDN Joseph: Die Streichquartette


    habe ich eine bislang noch ungehörte Doppel CD von ARCANA mit den Streichquartetten op 9 Nr 1-6 Hob: III 19-24

    hervorgekramt (sie ist seit ca 10-12 Jahren vorhanden - bei den noch nicht gehörten und eingeordnete) und habe begonnen sie zu hören - vorerst nicht vergleichend, sondern "frisch drauf los"

    Ich beziehe mich vorerst auf die Nr 4 und 1 und den Ersteindruck.

    Subjektiv hatte ich den Eindruck eines sehr individuellen Klanges und einer ebensolchen Gesamtwirkung

    Da war kein "spritziger" oder "heiterer" Haydn zu hören, eher ein leicht schwegewichtiger voluminöser und behaglicher.

    Vielleicht passt auch noch die Bezeichnung "eindringlich"

    Ein wenig musste ich mich gewöhnen - aber dann wurden mir die unbestreitbaren Vorzüge dieser Aufnahme klar.

    Ob es an der interpretation oder der Tontechnik oder an der Wahl der Instrumente lag ist für mich schwer einschätzbar, jedoch gibt es stellenweise in den mittleren Lagen einen unvergleichlich süssen Ton, der natürlich in der Komposition seinen Ursprung hat, aber bei dieser Aufnahme betont wird - und der exqakt meinem Geschmack entspricht. Die Aufnahme ist bereits gestrichen, aber - zu meiner Überraschung und Freude gibt es aus der Serie noch vereinzelte Folgen, wo ich mir demnechst was davon zulegen werde - ullen guten Sparvorsätzen zum Trotz...


    Ich wählte nun für den Vergleich die ebenfalls in meinem Besitz befindliche Aufnahme mit dem Kodaly-Quartett (Naxos) und suchte nach
    Unterschieden. Und die waren in der Tat leicht zu finden. Das Kodaly Quartett klingt beliebiger, braver unauffälliger und durch die Tontechnik bedingt, weicher und weniger prägnant.


    Ich bekam einen Eindruck einer eher farblosen Einspielung, aber das war nur ganz am Anfang zu bemerken - Letztlich setzt sich Haydn über alles hinweg und seine Meisterwerke bleiben unzerstörbar und eindrucksvoll....


    mfg aus Wien

    Alfred





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    mfg aus Wien

    Alfred

    Der Weg zur Hölle ist mit guten Vorsätzen gepflastert


  • Die Zusammenstellung der Threads zu den haydnschen Streichquartetten zeigt einmal mehr, welche Schatztruhen im Tamino-Forum zu heben sind.


    Allerdings ist seit Jahren nichts mehr gepostet worden.

    I think laughter is preferable to tears. John Cage


    Jede Hörerin und jeder Hörer des öffentlich-rechtlichen Rundfunks hat Anspruch darauf, wenigstens einmal am Tag überfordert zu werden. Hans Winking

  • Ich habe mir heute die Quartette Nr 4 und Nr 1 erneut mit dem Buchberger Quartett angehört. Die Nr 4 kommt ja traditionell fast auf jeder Aufnahme des Op.9 vorangestellt, weil Haydn ja bestätigz hat, daß dieses Quartett dasjenige dieser Serie war, welches er als erstes komponiert habe. Mir persönlich gefällt übrigens die Nr 1 besser, oder anders gesagt, die entspricht genau meinem Gescmack mit ihren lieblichen Ohrwurmstellen.

    Ich habe schon vor langer Zeit den "harzigen Tin des Buchberger Quartetts gelobt, der - und das wusste ich damals noch nicht - vom Quatuar Festetic übertroffen wird, welches - vermutlich durch die Wahl der verwendeten Instrumente, nach unten hin "größer" und somit generell "dunkler " klingt, was indes nicht auf Kosten der Höhen geht, die ebenfalls überaus präsent sind. Ich würde also dem Festetics Quartett ein "herausragend", den Buchbergers aber immerhin ein "sehr gut" zusprechen, unabhängig vom Preis. Allerdings können sich Kammermusikfreund mit schmälern Geldbörsen durchaus über den Preis der Gesamtaufnahme aller Quartette von Joseph Haydn freuen, die ihnen da mit dem Buchberger Quartett angeboten werden. Angeblich liegt noch EIN Exemplar bei jpc auf Lager, angeblich wird dann nachbestellt, aber bei letzterem bin in dann doch ein wenig skeptisch, ob BRILLIANT CLASSICS noch liefern kann. Die Gesamtaufnahme aller Quartette auf 23 !!! CDs kostet sage und schreibenur 34.99 Euro, also rund 1.5 Euro pro CD - und ist somit weit unter ihrem Wert gehandelt. Das gesamte Streichquartettschaffen von Joseph Haydn auf einen Schlag in einer sehr guten Aufnahme. Davon hätte unsereins in seiner Jugend nur träumen können.....


    mfg aus Wien

    Alfred

    Der Weg zur Hölle ist mit guten Vorsätzen gepflastert



  • Ein ganz wichtiges Quartett wurde bislang nicht erwähnt: Das Auryn Quartett, das seit seiner Gründung 1981 noch immer in der Originalbesetzung spielt:


    Mattias Lingenfelder, Violine

    Jens Oppermann, Violione,

    Stewart Eaton, Viola

    Andreas Arndt, Violoncello


    Ich habe mir heute das Streochquartett op 9 Nr 2 - Hoboken III:20 angehört

    und ein weiteres Mal op 9 Nr 1 - Hoboken III Nr 19


    mit dem Vorwand, gege die zuletzt gehörten Aufnahmen einen Vergleich zu haben - in Wahrheit aber, weil ich geradezu verschossen in dieses Quartett bin....

    Das Auryn Quartett würde ich persönlich am ehesten mit "elegant" umschreibern, sehr ausgewogen und durchsichtig, eher kammermusikalisch als orchestral (neine - das ist KEINE Selbstverständlichkeit bei einem Streichquartett) Völlig verfärbungsfrei im Klang, wie bei TACET nicht anders zu erwarten war und dynamisch ausgewogen, aber nicht überzogen.

    Die Tacet Cds dieser Serei gibt es in einer CD Version und einer Surround Multikanal BluRay Audia Aufzeichnung (Nicht kompatibel mit Normaln CD Playern)

    Der Vollpreis ist durchaus in Ordnung, aber mit den Buchbergers und den Naxos Aufnahmen ist doch eine gewisse Konkurrenz vorhanden, wenngleich es scheint, daß die Buchbergers bereit gestrichen sind und nur noch einige Restbestände an Gesamtboxen vorhanden sind und die Aufnahmen mit dem Kodaly Quartett IMO nicht 100% konkurrenzfähig sind...

    Persönlich besitze ich von dier Edition derzeitzeit 13 CDs auf 9 Boxen aufgeteilt.... mit Option auf vosichtige Erweiterung


    mfg aus Wien

    Alfred

    Der Weg zur Hölle ist mit guten Vorsätzen gepflastert