Dmitri Schostakowitsch: Symphonie Nr. 6 h-Moll op. 54


  • Der Anlaß zu diesem Thread ist ein recht banaler: Im Thread Directory sind 13 von 15 Schostakowitsch-Symphonien verzeichnet, allein die Sechste und die Vierzehnte fehlen. Da ich erstere just in diesem Moment unter Mrawinsky anhöre (Leningrader Philharmoniker, 1972), wollte ich mich näher informieren – und mußte das Fehlen eines eigenen Threads feststellen. Dieses Problem sei hiermit beseitigt.


    Viel beitragen kann ich zu dem Werk als Schostakowitsch-Neuling allerdings mitnichten, überlasse daher den Experten das Feld. ;)


    Soviel nur in Kürze: Komponiert wurde das Werk 1939. Die Uraufführung fand am 21. November 1939 unter Mrawinsky mit den Leningrader Philharmonikern statt. Schon von daher dürfte die Stereo-Aufnahme in derselben Kombination sicherlich mit die interessanteste Aufnahme sein, nehme ich an.

    »Finis coronat opus.« (Das Ende krönt das Werk.) – Ovid

  • und lädt zu diversen Interpretationen ein.
    Ein riesiges Largo von ca 17 Minuten Länge, gefolgt von 2 kurzen Sätzen Allegro und Presto, beide zusammen knapp 12 Minuten.
    Die ganze Sinfonie ist aus dem Gleichgewicht. Da darf die Frage erlaubt sein, was das soll?
    (Ok,. Kondrashin macht das Largo in 13 Minuten).
    Insbesondere die gezwungene Heiterkeit im 3. Satz, die wie durchgeknallte Zirkusmusik daherkommt.


    Mravinsky hat dieses Werk immer wieder aufgeführt, es lag ihm am Herzen.
    Daher ist obige Aufnahme nur zu empfehlen.


    Mir gefällt auch ganz besonders seit kurzem die mit Vasily Petrenko und dem Royal Liverpool Orchestra.


    Mit den üblichen Verdächtigen aus der "UDSSR" (Kondrashin und Roshdestwenski) macht man auch nix verkehrt. Wer aber neben Mravinsky (ein Muss!!) ne neue Aufnahme sucht, ist mit Petrenko auch preislich bestens bedient.


    Gruß aus Kiel

  • Dieses Ungleichgewicht fiel mir auch auf. Der letzte Satz hat's aber voll in sich!


    Bzgl. Petrenko hörte ich bisher nur das Beste, von daher erwäge ich doch mal eine Anschaffung seines (noch nicht ganz vollständigen) Zyklus, zumal bei dem Preis ...


    LG

    »Finis coronat opus.« (Das Ende krönt das Werk.) – Ovid

  • Also Petrenko ist mir meist nicht knarzig genug. Was ich sehr schade finde, besitzt er in meinen Augen doch beträchtliches Potential...



    :hello: LT

  • Also Petrenko ist mir meist nicht knarzig genug. Was ich sehr schade finde, besitzt er in meinen Augen doch beträchtliches Potential...


    Könnte natürlich am nichtrussischen Orchester liegen, um mal eine Mutmaßung anzustellen.


    :hello:

    »Finis coronat opus.« (Das Ende krönt das Werk.) – Ovid

  • Die Kritiken über die Petrenko-Aufnahmen (NAXOS) habe ich mit Interesse verfolgt. Diese Fallen je nach Sinfonie sehr unterschiedlich aus und reichen vom Verriss bis gut-sehr gut.
    Und wenn Liebestraum schreibt, dass sie ihm nicht "knatrzig" genug sind, verstehe ich was er meint. Ich habe sie habe diese auch bisher liegenlassen - werde aber mal reinhören.


    Die Sinfonie Nr.6 hat für mich wegen der unterschiedlichen Satzdauern kein Ungleichgewicht.
    :thumbup: Ich schätze das Werk sehr. Es ist von Satz zu Satz eine Steigerung gegeben, die etwa ähnlich aufgebaut ist, wie Coplands Orgelsinfonie. Für mich ergeben sich da deutliche Parallelen.
    Mir gefällt die Abweichung vom üblichen 4-Satz-Schema zudem ohnehin ausgezeichnet.


    Von meinen zahlreichen Aufnahmen höre ich eigendlich nur noch Roshdestwensky (Eurodisc-CD, 1984, DDD) !
    Alle Anderen wirken auf mich zu lasch. Das explosive Feuer am Schluss hört man nirgendwo so umwerfend ... ich bleibe danach erst mal im Stereosessel sitzen - bin total fertig - herrlich - lasse die Gänsehäute abklingen - wunderbar. :angel: Mann ist das ne Aufnahme !


    Lieber Josef,
    das must Du hören, was Roshdestwensky für ein Feuer abbrennt. Ich hatte die CD auch mal Freunden vorgestellt - die waren erstmal bedient (im positiven Sinne) und ebenfalls total begeistert.


    Leider habe ich die Eurodisc-version auf CD, von denen ich alle 15 Sinfonien als Einzel-CD´s habe nicht gefunden - aber diese Melodiya-Ausgabe:



    Melodiya, 1984, DDD

    Gruß aus Bonn, Wolfgang