2012 - Mein liebster lebender Pianist II - Die großen Zehn

  • Ich nominiere Krystian Zimerman. Da ich so gut wie nie Musik für Klavier solo höre, beruht diese Wahl einzig auf seinen Aufnahmen der großen Klavierkonzerte. Die Einspielungen der Klavierkonzerte von Brahms und Chopin haben für mich Referenzstatus.

  • Michael Korstick ist ja schon gebührend erwähnt.
    Pflichte Alfred Schmidt bei. Auch ich halte ihn für einen genialen Beethoven-Interpreten, von denen es nur wenige gibt und deren Anzahl immer schon relativ überschaubar war.
    Der von Alfred Schmidt erwähnte "unvergleichliche Rhythmus" äußert sich auch in einer interpretatorischen Freiheit der Handhabung des Metrums (z.B. op. 101, Finale).


    Meine Pianistin für heute: Seta Tanyel
    Referenzaufnahme: Brahms, Händel-Variationen op. 24 (+ Beethoven Eroica op. 35)

  • Als Nr. 8 nominiere ich Marta Argerich obgleich sie ja eigentlich nicht mehr allein auftritt.


    Sie ist jederzeit in der Lage, beim Klavierspiel geniale Momente zu entwickeln, auch wenn das Spiel bisweilen extrem temperamentvoll werden konnte (und wohl noch immer kann). Sehr hörenswert sind etwa



    Mit besten Grüßen
    JLang

    Gute Opern zu hören, versäume nie
    (R. Schumann, Musikalische Haus- und Lebensregeln)


  • Als Nr. 6 nominiere ich Mitsuko Uchida, die ich im Winter zuletzt mit enem großartigen Abend in Köln erlebte, Schubert D. 894 und Beethoven p. 120 "Diabelli", hier mit einer exemplarische Schubert-Box:


    Liebe Grüße


    Willi :)

    1. "Das Notwendigste, das Härteste und die Hauptsache in der Musik ist das Tempo". (Wolfgang Amadeus Mozart).
    2. "Es gibt nur ein Tempo, und das ist das richtige". (Wilhelm Furtwängler).

  • Als Nr. 7 möchte ich hier Pierre-Laurent Aimard nennen, den ich in dieser schönen GA mit Harnoncourt und den fünf KK Beethoven habe:



    Am 11. 9. werde ich ihn in der Kölner Philharmonie erleben mit Bachs WT I.


    Liebe Grüße


    Willi :)

    1. "Das Notwendigste, das Härteste und die Hauptsache in der Musik ist das Tempo". (Wolfgang Amadeus Mozart).
    2. "Es gibt nur ein Tempo, und das ist das richtige". (Wilhelm Furtwängler).

  • Dann möchte ich mit meiner No. 6 weitermachen:


    Marc-André Hamelin


    Jahrgang 1961 – geboren in Montreal/Kanada – also frankokanadischer Pianist … und Komponist!
    Besonders bekannt wurde er durch das Spielen selten aufgeführter Stücke mit enormen technischen Schwierigkeitsgraden – aber auch das Standardrepertoire vernachlässigt er nicht.


    Einer der erhabensten Zwecke der Tonkunst ist die Ausbreitung der Religion und die Beförderung und Erbauung unsterblicher Seelen. (Carl Philipp Emanuel Bach)

  • Als Nr. 6 nomminiere ich FRANK BRALEY


    Dieser französische Pianist wurde am 4. Oktober 1968 in Corbeil Ossonnes geboren. Mit 4 Jahren begann er mit dem Klavierspiel, bereits mit 10 Jahren trat er als Solist des ORCHESTRE PHILHARMONIQUE VON RADIO FRANCE auf. Endgültig für die professionelle Musikerlaufbahn entschied er sich aber erst mit 18 Jahren! Mit 21 Jahren beendete er sein Studium am Pariser Conservatoire mit dem 1. Preis für Klavier und Kammermusik. Auch beim ersten großen internationalen Klavierwettbewerb, dem Concours Reine Elisabeth in Brüssel gewann er auf Anhieb mit 23. Jahren den 1. Preis. Damit begann sein Einstieg in eine steile Konzertkarriere, die ihn in zahlreiche europäische Länder, und auch in die USA, Kanada und Japan führte
    1999 trat er als Solist in China mit dem ORCHESTRE NATIONAL DE FRANCE unter CHARLES DUTOIT auf. Häufig trat er anschließend mit den Brüdern RENAUD und GAUTIER CAPUCON als Trio-Ensemble in verschiedenen europäischen Musikstädten auf. Er spielte mit namhaften Orchestern und unter bekannten Dirigenten, wie INBAL, JANOWSKI, JORDAN, MARRINER, MASUR, MENUHIN, SADO etc.


    In seinem Schallplattendebut 1994 erzielte er mit seiner Interpretation von SCHUBERT's großer A-Dur-Sonate größte allgemeine Aufmerksamkeit der Fachpresse, und diese Einspielung wurde in höchsten Tönen als "hochrangig", "hervorstechend klangschön", "wunderbar fließend" und von "gewinnender Natürlichkeit" gepriesen. Auch seine Einspielungen von Kammermusik, vor allem Violinsonaten und Klaviertrios, stiießen auf große Anerkennung, und er erhielt dafür auch schon Auszeichnungen, wie z. B. den "Diapason d'Or" und den "Choc du Monde de la Musique". In dieser Formation tritt er auch häufig in den großen Konzertsälen in Athen, Paris, Wien, Florenz, New York etc. auf.


    Ich erlebte FRANK BRALEY zumsammen mit dem kongenialen und inzwischen weltbekannten RENAUD CAPUCON vor 4 Jahren mit den BEETHOVEN Violinsonaten im Konzertsaal des "Museo Picasso" in Málaga, und war von deren Spiel, insbesondere auch deren fantastischen Zusammenspiel, absolut begeistert, wie auch das musikkundige spansiche Publikum. Es handelt sich hier um zwei (ich schließe RENAU CAPUCON gleich mit ein, denn die beiden spielten wie aus einem Gruß) ungemein sympathische, uneitle Menschen und Persönlichkeiten, mit denen ich auch nach dem Konzert außerhalb des Konzerthauses noch ausgiebig sprechen, und von ihnen auch Fotos machen konnte. Ihr Spiel ist mitreißend und auf allerhöchstem technischen Niveau, ein pianistisches Problem scheint es für FRANK BRALEY nicht zu geben - ausdrucksstark und dann wieder mit feinsten Nuancierungen - und BEETHOVEN scheint den beiden ganz besonders zu liegen - ein Konzert, das ich mir sogleich mit mehreren Ausrufungszeichen in meinen Konzertaufzeichnungen notierte!


    Viele Grüße


    wok



  • Von mir nun die Nr. 4:
    Abdel Raman El Bacha. Den Franco-Libanesen habe ich bereits mit einem eigenen Thread vorgestellt. Nach wie vor empfehle ich seine Einspielungen der Werke von Chopin und Ravel. El Bacha hat auch das Neue Testament der Klaviermusik aufgenommen. Diese Box habe ich indes noch nicht.




    Die Aufnahmen für den Beethoven-Zyklus begann El Bacha in dne 1990er Jahren für sein altes Label Forlane. Bei der aktuellen Ausgabe von harmonia mundi/mirare dürfte es sich um eben diese Aufnahmen handeln, die erstmals 2000 als Box veröffentlicht wurden.


    Liebe Grüße vom Thomas :hello:

    Früher ist gottseidank lange vorbei. (TP)
    Wenn ihr werden wollt wie eure Väter waren werdet ihr so wie eure Väter niemals waren.

  • Nr. 9 ist - obgleich nie selbst gehört - Howard Shelley


    Zwei Gründe kann ich dafür anführen:
    1) Die Einspielung der Clementi-Sonaten: alle, die ich bisher gehört habe, konnten mich überzeugen, zwei Folgen fehlen mir allerdings noch


    2) Der unermüdliche Einsatz für die Klavierkonzerte der Romantik, stellvertretend hier Kalkbrenner


    Mit herzlichem Gruß
    JLang

    Gute Opern zu hören, versäume nie
    (R. Schumann, Musikalische Haus- und Lebensregeln)

  • Und die No. 7 ist:


    Ronald Brautigam


    – ein niederländischer Pianist, geboren 1954, der in Amsterdam, London sowie in den USA bei Rudolf Serkin studierte.


    Er spielt sowohl auf modernen Instrumenten, aber auch bestimmte Werke auf dem Hammerklavier – z.B. die Beethoven-Sonaten und die Haydn-Sonaten komplett ein.




    Einige Aufnahmen aus seinem Repertoire:


    Einer der erhabensten Zwecke der Tonkunst ist die Ausbreitung der Religion und die Beförderung und Erbauung unsterblicher Seelen. (Carl Philipp Emanuel Bach)

  • Guten Tag,


    ganz habe ich noch nicht kapiert, was man darf und was nicht. Die Korrekturen waren notwendig, weil ich den Titel nicht richtig gelesen habe.


    Aber ich möchte hier einmal meine zehn nennen, obwohl es auch dreißig sein könnten oder nur drei.
    (Ich beziehe mich mittlerweile auf Pianisten, die auch bei Beethoven und Schubert ihre Schwerpunkte haben und lasse die Chopinskys und Lisztis außen vor.)


    1) Gregorij Sokolov - lebt
    2) Svatoslav Richter - lebt in meinem Herzen - statt dessen Alfred Brendel (den hatte ich ganz vergessen)
    gestrichen 3) Friedrich Gulda
    4) Andras Schiff - lebt
    gestrichen 5) Shura Cherkassky - statt dessen Daniel Barenboim
    gestrichen 6) Vladimir Sofronitzky - statt dessen Jewgeni Kissin
    7) Marta Argerich
    8) Valentina Lisitsa
    gestrichen 9) Alexander Satz - statt dessen Elena Kushnerova
    10) Hansi Hartmann (muss ich doch anführen! Warum sollte ich mich denn sonst täglich ans Klavier setzen?)

    Eine Signatur, die ich 1990 verwendet habe:
    "Better to create than to consume"

  • Nach langem Überlegen folgt nun meine Nr. 10 (alle Nennungen sind ohne Rangfolge gewesen)


    Auch wenn ich große Namen wie Christian Zimerman (noch nicht live gehört), Grigory Sokolov oder András Schiff sowie Vladimir Ashkenazy (noch nicht live gehört) nicht berücksichtigen konnte, gebührt die Nr. 10 recht eindeutig
    Mitsuko Uchida. Live gehört die Diabelli Variationen und Schubert Impromptus: ein Erlebnis.
    Von ihren Einspielungen gehören für mich seit neuestem die Mozart Klavierkonzerte ganz nach oben. Doch auch ihre Einspielung der Sonaten ist nicht zu verachten.



    Meine Nominierungen sind damit aufgebraucht, mit ein wenig Abstand sehe ich die oder andere Nennung von mir kritisch (war doch nach den "großen Zehn" gefragt, da hätte man den ei oder anderen vielleicht vor Shelley oder Katz gesehen, aber in ein paar Wochen wäre vielleicht Maltempo hinzugekommen, so ändert sich das aktuelle Ranking auch mit der Hörvorliebe),


    mit bestem Gruß
    JLang

    Gute Opern zu hören, versäume nie
    (R. Schumann, Musikalische Haus- und Lebensregeln)

  • Nach mehreren Jahren ist es an der Zeit, erneut dem wichtigsten Instrument in der klassischen Musik die wichtigsten lebenden Protagonisten zuzuordnen - jetzt nicht gleicht 10, so viele kann man gar nicht gleichzeitig im Auge haben, aber zumindest die großen 5, wobei man sagen muß; die großen 5 nach Glenn Gould, der imho der beste Pianist überhaupt bisher war.


    (1) Valentina Lisitsa - technisch grenzenlos, kann auch sehr gefühlvoll spielen, breites Repertoire, charmante Interviews, eigenwillig bei der Wahl ihres Pianos, irrer Hub, selbst bei extrem schnellen Passagen; trotz nur wenig Bach der beste Pianist unserer Zeit


    (2) Daniil Trifonov - technisch unglaublich gut, zeigt das Ausmaß der Konzentration in der Mimik während des Vortrags


    (3) Khatia Buniatisvhili - technisch großartig, sehr gefühlvolle Pianisten, die stets den richtigen Ton trifft


    (4) Yuja Wang - exzellente Technikerin, vernünftiges Outfit (so, wie man sich als Superstar halt kleiden sollte, wenn es denn überhaupt der Kleidung bedarf...)


    (5) Evgeny Kissin - absolut brillante Technik, sehr gefühlvolle Interpretation, ein Meister im besten Sinne des Wortes


    Milestones (Prüfstücke)

    - Liszt: Ungarische Rhapsodie Nr. 2

    - Liszt: La Campanella

    - Chopin: Etuden und Nocturnes

    - Beethoven: Sonaten

    - Bach - whatever comes along


    dies ist mein 4000. Post! Prost !!

  • Kristian Zimerman


    Heute stelle ich fest, dass ich nach der Nummer 2 aufgehört habe, weitere zu nominieren. Der Thread war wohl 2012 irgendwie eingeschlafen.

    Nun kommt hinzu, dass ich heute 2019 noch weitere Pianisten favorisiere, die ich zu Beginn dieses Threads noch gar nicht kannte.


    Nach

    Nr.1 Leon Fleisher und

    Nr.2 Vladimir Ashkenazy

    folgt nun als

    Nr.3 Kristian Zimerman.


    Egal was man von Zimerman hört, es hat alles ein überdurchschnittlich hohes Niveau:

    Die Beethoven - KK mit Bernstein,

    Grieg/Schumann - KK mit Karajan,

    Bartok - KK 1 mit Boulez,

    Rachmaninoff - KK 1+2 mit Ozawa,

    Ravel - KK mit Boulez,

    Chopin - KK 1+2 mit Giulini (meine einzige Aufnahme),

    Liszt - KK 1 + 2 mit Ozawa,

    Brahms - KK 1+2 mit Bernstein,

    Lutoslawski - KK.

    :love: Nach der Auflistung bin ich überrascht wie umfangreich sein Repertoire auf CD bei mir ist und stelle fest, dass man vom Niveau her mit diesen Zimerman - Aufnahmen alleine schon voll zufrieden sein könnte.

  • Boris Giltburg


    Es geht hier um lebende Pianisten !

    Stelle fest, dass "mein Repertoire" und die favorisierten Pianisten zum grossen Teil von bereits verstorbenen Pianisten ausgeführt wurden ...

    :huh: wie die Zeit vergeht !

    ;) Man sollte sich deshalb auch nicht mit Repertoire rumschlagen, das einem ohnehin nichts bringt .. das nebenbei !


    Zum Threadstart kannte ich meine Nr.4 Boris Giltburg noch gar nicht. Aber alleine seine Aufnahmen der Schostakowitsch _ KK haben mich so stark überzeugt, sodass ich ihn nominiere ... von ihm ist noch viel zu erwarten. Die Rachmaninoff -KK liegen auch vor. Seine Schostakowitsch - KK können mit den Besten russischen Aufnahmen mithalten.



    NAXOS, 2017, DDD

  • Philipe Entremont


    begleitet mich seit Beginn meiner persönlichen "Klassik - Karriere" in allen Bereichen der Klassik.

    Zuerst waren es CBS-CD´s der Grieg und des Saint-Saens - KK 2. Gut, die Bartok - KK mit Bernstein haben nicht die Durchschlagskraft, wie Ashkenazy.


    :saint: Aber unerreicht sind die Saint-Saens - KK Nr.2 und 4 mit Ormandy:



    SONY, 1961 - 1969, ADD



    :angel: Meine absolute Lieblingsaufnahme des Khatchaturian - KK ist Entremont / Ozawa (SONY):



    SONY, ADD



    Klar das nun in logischer Konsequenz als Nr.5 Philip Entremont folgen muss.

    :!:Meine Nominierungen sind keine Reihenfolge der Wertschätzung, sondern kommen so, wie es mir gerade einfällt !

  • Hallo


    Das ist sehr schwer zu beantworten, da es viele lebende und aktive Pianisten gibt, die mittlerweile 65, 70 oder sogar 75 Jahre alt sind. Andererseits gibt es sehr viele, die noch sehr jung sind. Ich werde daher 5 alte und 5 junge nennen. Alphabetisch


    Alt:

    Daniel Barenboim

    Murray Perahia

    Maurizio Pollini

    Andras Schiff

    Krystian Zimerman


    Jung:

    Boris Giltburg

    Marc-André Hamelin

    Igor Levit

    Daniil Trifonov

    Yuja Wang


    LG Siamak

  • da noch 5 fehlen, hier die weiteren ohne nähere Begründung


    - Grigori Sokolov

    - Eric Lu

    - Nicolai Demidenko

    - Dubravka Tomsic

    - Martha Argerich


    4 der hinteren 5 hatte ich schon vor 7 Jahren auf dem Schirm, bei den vorderen 5 sind alle neu.