WAGNER, Richard: DAS LIEBESVERBOT ODER DIE NOVIZE VON PALERMO

Gerhard Wischniewski · 5 Beiträge · letzte Antwort von Rheingold1876

  • Richard Wagner ( 1813 - 1883 )

    Das Liebesverbot oder die Novize von Palermo


    Komische Oper in zwei Akten
    Libretto: Richard Wagner nach William Shakespeare
    Originalsprache: Deutsch


    Uraufführung. Magdeburg 1836


    PERSONEN DER HANDLUNG
    Friedrich, Statthalter von Sizilien in Abwesenheit des Königs, Bass
    Brighella, Anführer der Sbirren (Polizeisoldaten), Bass
    Luzio, junger Edelmann, Tenor
    Antonio, junger Edelmann, Tenor
    Claudio, junger Edelmann, Tenor
    Angelo, junger Edelmann, Bass
    Isabella, Claudios Schwester, Novizin, Sopran
    Mariana, Friedrichs verstoßene Frau, Novizin, Sopran
    Dorella, früher Kammermädchen bei Isabella, Sopran
    Danieli, Wirt eines Weinhauses, Bass
    Pontio Pilato, in seinen Diensten, Tenor
    Sbirren, Gerichtsherren, Volk


    Ort und Zeit der Handlung: Palermo, 16 Jahrhundert



    ERSTER AKT
    1. Bild: Platz in einer Vorstadt von Palermo mit Gaststätten und Raucherlokalen
    Sbirren (Polizeisoldaten) sind damit beschäftigt, Aushängeschilder herunterzureißen und Möbel und Gefäße zu zerschlagen. Es kommt zu Schlägereien mit der Bevölkerung.
    Die jungen Edelleute Luzio, Angelo und Antonio haben sich lachend aus dem Weinhaus herausgeschlagen. Dann bringt Brighella, der Anführer der Sbirren, mit einigen seiner Leute den Wirt Danieli, Pontio und Dorella als Gefangene aus dem Weinhaus. Luzio kommt Dorella zu Hilfe, wofür er von Ihr ein Eheversprechen erhält. ER hetzt das Volk gegen die unverschämten Sbirren auf. Auf die Frage, wessen Befehl sie ausführen, liest Brighella eine Anordnung des sittenstrengen Friedrich vor. der während der Abwesenheit des Königs Statthalter in Palermo ist: Der Karneval, Wirtschaften und sonstige Orte der Belustigung werden verboten. Jedes Vergehen des Trunkes und der Liebe wird künftig mit dem Tode bestraft.
    Während sich das Volk empört wird der junge Edelmann Claudio gebracht, den man, weil er bei der Liebe ertappt wurde zum Tode am morgigen Tag verurteilt hat. Er fleht seinen Freund Luzio an, zu seiner Schwester Isabella, die Novizin im Kloster ist, zu eilen, damit diese den harten Mann umstimmen möge. Danach zerstreut sich das Volk und die Sbirren brechen mit ihren Gefangenen auf.


    2. Bild: Im Klosterhof
    Die Mitschwester Mariana vertraut der Schwester Claudios, Isabella, an, dass sie einst Gattin des arm von Deutschland eingereisten Friedrich war. Dieser habe sie aber verstoßen, als er Günstling des Königs wurde.
    Mariana entfernt sich. Während Isabella zornig verharrt, trifft Luzio ein und berichtet ihr, dass ihr Bruder zum Tode verurteilt wurde und sie bitte, bei Friedrich für ihn einzuschreiten. Bei Anblick der schönen Schwester seines Freundes verliebt er sich sofort in sie und bittet sie, das Kloster zu verlassen und seine Frau zu werden. Sie weist dieses Ansinnen ab, gestattet ihm jedoch, sie zum Gericht zu begleiten.


    3. Bild: Gerichtssaal
    Da Friedrich sich verspätet hat, beginnt Brighella, der gerne auch einmal richten möchte, mit dem Verhör. Zunächst nimmt er sich Pontio vor, beschuldigt ihn, Ehen für eine Nacht geschlossen zu haben und verbannt ihn.
    Dann ist Dorella dran, der er Verführung der Männer vorwirft. Doch im Laufe des Verhörs verliebt er sich heftig in sie und versucht, sich ihr zu nähern. Indessen erhebt sich draußen ein Tumult, die Tür wird aufgebrochen und Antonio, Pontio, Angelo, Danieli, andere Verhaftete und das Volk strömen herein und fordern, dass der Richter endlich erscheine.
    Friedrich tritt ein und verweist Brighella in die Schranken. Antonio legt im Namen des Volkes eine Bittschrift vor, den Karneval wieder zuzulassen und wird vom Volke unterstützt. Doch Friedrich zerreißt diese und fordert strengste Einhaltung seines Gebotes. Claudio wird vorgeführt und mit seiner Geliebten Julia zum Tode verurteilt.
    Isabella bricht sich Bahn und bittet Friedrich um eine Unterredung unter vier Augen. Dieser gibt schließlich nach und verweist alle anderen des Saales. Sie bittet ihn um Gnade für ihren Bruder und schildert ihm die Liebe in so rosigen Farben, so dass auch er weich wird und sich in sie verliebt. Er will Claudio freigeben, wenn sie ihm zeige, wie himmlisch die Liebe sei. Nun ruft Isabella das Volk herbei und versucht, Friedrich bloß zu stellen, doch dieser leugnet.
    Da erinnert Isabella sich an Mariana und erfindet eine List. Sie verspricht Friedrich ein Abenteuer für die morgige Nacht. Das Nähere will sie ihm in einem Brief mitteilen. Der bereits lüsterne Statthalter verspricht, dann den Bruder frei zu lassen. Das Volk aber ist verwirrt, weil es ihre Hintergedanken nicht kennt.


    ZWEITER AKT
    1. Bild: Gefängnisgarten
    Claudio erwartet Isabella, unsicher über sein Schicksal. Sie erscheint und eröffnet ihm, dass er um den Preis ihrer Entehrung freikommen solle. Zunächst regt er sich über den Frevler auf, doch seine Todesangst ist stärker und er fleht sie an ihn zu erretten. Sie ist enttäuscht, wie wenig ihr Bruder um ihre Ehre gibt und lässt ihn trotz anschließender Reue zunächst wieder abführen.
    Dann entwickelt sie ihren Plan: Sie wird Friedrich maskiert zu einem Pavillon bestellen, aber statt ihrer Mariana dorthin senden. Den Bruder wird sie bestrafen, indem sie ihm zunächst das Begnadigungspatent vorenthält, er soll erst noch ein Weilchen in Todesangst schweben.
    Dorella kommt hinzu. Ihr übergibt sie je einen Brief zur Übergabe an Friedrich und an Mariana. Auf die Frage nach Luzio erklärt Dorella, dass dieser auch sie angeblich liebe, aber ein Weiberheld und treulos sei.
    Ohne Dorella zu bemerken, nähert sich Luzio mit schmachtenden Worten Isabella. Da zeigt sich Dorella und beide Frauen stellen ihn zur Rede. Er leugnet alles, obwohl Dorella einen Brief und einen Ring von ihm besitzt. Als dann Isabella noch erklärt, dass sie als Preis für die Freiheit ihres Bruders ein Stelldichein mit Friedrich vereinbart habe, wird er rasend vor Eifersucht und will mit seinem Leben für sie kämpfen.
    Dorella eilt mit den Briefen davon und Pontio kommt. Isabella bittet ihn, das Begnadigungspatent für ihren Bruder abzufangen und ihr zu übergeben. Gegen eine Geldbörse, die sie ihm zuwirft, ist er dazu bereit.
    Isabella verabschiedet sich. Und als Luzio Pontio befragt, wie er hierher komme, erklärt dieser, dass er nach Schließung aller Vergnügungsstätten nun eine Arbeit als Gefängnisschließer übernommen habe und zu den Sittenwärtern übergegangen sei. Als Luzio auf ihn losgehen will, ruft Pontio die Sbirren herbei und will ihn festnehmen lassen. Doch Luzio kann entfliehen.


    2. Bild: Ein Zimmer in Friedrichs Palast.
    Friedrich erwartet mit Sehnsucht die Nachricht Isabellas. Als Brighella endlich Dorella mit dem Brief hereinführt, kommt ist er mit sich ins Unreine, ob er gegen sein eigenes Gebot verstoßen darf. Aber seine Liebestollheit gewinnt die Oberhand. Dennoch unterschreibt er Claudios Todesurteil und ist bereit, für seinen eigenen Verstoß mit ihm zu sterben.
    Als er gegangen ist, verdreht Dorella dem Anführer der Sbirren so sehr den Kopf, dass auch dieser das Gesetz Friedrichs verflucht. Sie vereinbaren, sich bei den Vergnügungsstätten als Pierrot und Colombine zu treffen.


    3. Bild: Am Ausgang des Korso. Parkähnliche Anlage mit Vergnügungstätten und Lusthäuschen
    Das Volk hat beschlossen, sich über das Verbot Friedrichs hinwegzusetzen. Danieli bringt Wein und Erfrischungen, Antonio, Angelo und Luzio beginnen, alles für die bevorstehende Prozession zu organisieren. Man tanzt und amüsiert sich. Brighella eilt mit Sbirren herbei. Antonio fordert das Volk auf, Brighella zu bekämpfen. Luzio aber mahnt, das vorläufig zu lassen, die Masken abzunehmen und sich zurückzuziehen. Da das Volk vermutet, dass Luzio einen besonderen Grund habe, zerstreuen sie sich in der näheren Umgebung und die Sbirren – außer Brighella – folgen ihnen. Allein geblieben wechselt Brighella schnell in die Maske des Pierrot, sucht ängstlich nach Dorella und versteckt sich im Gebüsch.
    Isabella und Mariana erscheinen im gleichen Kostüm. Isabella bittet ihre Novizinnenschwester hier auf Friedrich zu warten und zieht sich zurück. Friedrich kommt maskiert. Luzio, der sich in der Nähe aufgehalten und ihn erkannt hat, schleicht ihm nach und fordert ihn auf, an der Narrenprozession teilzunehmen. Friedrich, als Narr ertappt aber – wie er glaubt – noch nicht erkannt, sagt schließlich zu, später dazu zu kommen. Luzio stellt sich so, als ob er sich entferne. Dann sieht Friedrich Mariana – die vermeintliche Isabella – und eilt auf ihr Zeichen mit ihr ab.

    Luzio, der ihm nacheilen will, wird von Dorella aufgehalten, die sich ihm an den Hals wirft, was Isabella, die das aus ihrem Versteck sieht, eifersüchtig macht. Sie sieht aber ein, dass Dorella ihn zurückhalten muss, um Blutvergießen zu verhindern. Dann bemerkt sie aber auch, dass er die Lästige loswerden will. Auch Brighella beobachtet aus dem Gebüsch das Paar und rast vor Wut. Luzio kann sich schließlich losreißen, läuft aber in seiner Verwirrung in die falsche Richtung. Brighella springt wie wahnsinnig auf Dorella los, die entsetzt vor ihm davoneilt.
    Pontio bringt Isabella, die ebenfalls hervorgetreten ist, das vermeintliche Begnadigungspatent für ihren Bruder, das er abgefangen hat. Verwirrt erblickt er Brighella, der ihn seinerseits bittet, die Bewachung Friedrichs zu übernehmen, und dann Dorella nachläuft.
    Isabella hat das Siegel erbrochen und muss feststellen, dass es ein Todesurteil mit sofortiger Wirkung ist, ruft das Volk herbei und fordert es auf, zu den Waffen zu greifen. Auch Luzio kommt, rasend vor Wut, weil er in der mit Friedrich entschwundenen Mariana Isabella vermutet hat. Doch im rechten Moment erscheint Pontio mit dem ergriffenen Liebespaar, entreißt Friedrich die Maske, der nun entblößt vor dem Volke steht. Isabella klärt die Umstände ihrer List auf und eröffnet dem Volk auch, dass Friedrich statt der versprochenen Begnadigung ein Todesurteil gefällt hat. Nun bittet Friedrich, ihn selbst nach seinem Gesetz zu richten.
    Doch das Volk will gnädiger sein als er und hebt das Gesetz auf. Mehrere Sbirren bringen den entlarvten Brighella und Dorella. Der befreite Claudio wird herbeigeführt.
    Dorella erzählt Isabella, dass Brighella sie heiraten will und nun Luzio für Isabella frei sei.
    Da wird angekündigt, dass der König gelandet ist. In einem Maskenzug zieht ihm das Volk entgegen - voran Friedrich mit der wieder mit ihm vereinigten Mariana und die weiteren Liebespaare.


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    Regietheater ist die Menge der Inszenierungen von Leuten, die nicht Regie führen können. (Zitat Prof. Christian Lehmann)

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  • „DAS LIEBESVERBOT“ (Richard Wagner)



    Richard Wagner komponierte „Das Liebesverbot“ - seine dritte Oper und die erste, die das ‚Bühnenlicht der Welt‘ erblickte - mit 22 Jahren nach der Vorlage von William Shakespeares Komödie „Maß für Maß“. Sie wurde auf Druck der Zensur unter dem Titel „Die Novize von Palermo“ am 29. 3. 1836 am Theater Magdeburg unter katastrophalen Bedingungen uraufgeführt. Wagner hatte nur zehn Tage Zeit, das Werk einzustudieren; die Sänger konnten ihre Rollen kaum und improvisierten. Eine zweite Aufführung zwei Tage später konnte wegen einer Prügelei unter dem Theaterpersonal nicht statt finden, außerdem hatten nur drei Zuschauer dafür Karten gekauft. Danach löste sich die Truppe wegen Zahlungsunfähigkeit auf und dem Komponisten wurde die Kapellmeisterstelle gekündigt. Zu Lebzeiten Wagners, der die Oper später als ‚Jugendsünde‘ bezeichnete, gab es keine weitere Aufführung mehr; eine neue Inszenierung folgte erst 1938 in Leipzig zu Wagners 125. Geburtstag. Das Autograph der Partitur, das man – zusammen mit den Handschriften von „Die Feen“, „Rienzi“, „Das Rheingold“ und „Die Walküre“ - Adolf Hitler 1939 zu seinem 50. Geburtstag schenkte, ist verschollen.


    Es muss berücksichtigt werden, dass - mit Ausnahme der Rundfunksendung der BBC aus Manchester - keine der weiteren Aufnahmen die Oper ungekürzt bringt.



    Friedrich – Heinz Imdahl / Luzio – Kurt Equiluz / Claudio – Anton Dermota / Antonio – Willy Friedrich / Angelo – Ernst Salzer / Isabella – Hilde Zadek / Mariana – Christiane Sorell / Brighella – Ludwig Welter / Danieli – Franz Handlos / Dorella – Hanny Steffek / Pontio Pilato – Herbert Prikopa / Der Chor und das Symphonie-Orchester des Österreichischen Rundfunks, Radio Wien / Chorltg.: Gottfried Preinfalk / Dirigent: Robert Heger (Wien, Funkhaus, 27. 9. 1963). Eine konzertante Aufführung im Großen Sendesaal des Wiener Funkhauses in einer Fassung von Robert Heger; die Aufnahmeleitung hatte Hans Sachs und die Einleitung sprach Marcel Prawy (Sendung am 27. 11. 1963). Erschienen zuerst bei ‚Penzance Records‘ PR 42 (drei LPs, ergänzt mit mehreren unbekannten Kompositionen Richard Wagners - darunter auch der Anhang zu der „Liebesverbot“-Aufnahme unter Edward Downes) und 1982 bei ‘Melodram’ (MEL 224; drei LPs, gekoppelt mit einer „Siegfried“-Szene mit Heinz Imdahl unter Rudolf Kempe) bzw. auf je zwei CDs bei ‚Melodram‘ (MEL 27052, gekoppelt mit Aufnahmen von Heinz Imdahl / 1989) und ‚Golden Melodram‘ (GM 10040 / 2000) sowie ‚Documents‘ (223 066 / 2005).



    Friedrich – Rolf Telasko / Luzio – Leonhard Packl / Claudio – Lorenz Fehenberger / Angelo – Wolfram Martz / Isabella – Edith Lang / Mariana – Vera Schlosser / Brighella – Andreas Camillo Agrelli / Danieli – Franz Lindauer / Dorella – Ingeborg Fanger / Pontio Pilato – Jakob Soltermann / Der Chor von Radio Bern / Das Orchester von Radio Beromünster / Dirigent: Meinhard von Zallinger (Bern, Studio, 1963) Die sehr stark gekürzte Aufnahme – der Antonio wurde ausgespart - wurde von Edward J. Smith auf einer LP (EJS 273) veröffentlicht.



    Friedrich – Steven Henrikson, Philip Gelling* / Luzio – Martin Peters, Reinhold Kräußel* / Claudio – Bernd Gericke, Paul Whitmarsh* / Antonio – Axel Reichardt, Claus Peter Samson* / Angelo – Patrick McCarthy* / Isabella – Anne Conoley, Doris Soffel* / Mariana – Margarete Warncke*, Elaine Watts* / Brighella – Horst Lorig* / Danieli – István Gati* / Dorella – Anna Bernardin, Doris Linser* / Pontio Pilato – Peter Maus* / Der Chor und das Orchester des Internationalen Jugend-Festspieltreffens Bayreuth 1972 / Chorltg.: Wolfgang Schubert / Dirigent: John Bell (Bayreuth, Stadthalle, 17. 8. - 20. 8. 1972). Bei dieser Bühnenproduktion – Regie: Horst Reday - wurden die Hauptrollen aktweise mit jeweils zwei Sängern besetzt; für die Schallplatten-Veröffentlichung auf ‚Mixtur‘ (MXT 3001/03; drei LPs) kamen aber nur die mit * gekennzeichneten Sänger zum Einsatz. Der Deutschlandfunk Köln schnitt eine Aufführung komplett mit, die später auch vom WDR in der Reihe ‚Die unbekannte Oper‘ gesendet wurde.



    Friedrich – Raimund Herincx / Luzio – Alexander Young / Claudio – Ian Caley / Antonio – Neil Jenkins / Angelo – William Elvin / Isabella – April Cantelo / Mariana – Ilse Wolf / Brighella – Lawrence Richard / Danieli – Leslie Fyson / Dorella – Elizabeth Gale / Pontio Pilato – David Lennox / The BBC Northern Singers / Chorltg.: Stephen Wilkinson / The BBC Northern Symphony Orchestra / Dirigent: Edward Downes (Manchester, Free Trade Hall, Mai 1976). Eine Studio-Produktion der BBC in deutscher Sprache, gesendet am 23. 5. 1976. Die Sänger hatten nur zehn Tage Zeit, um ihre Rollen zu lernen. Dies ist die vollständigste Aufnahme der Oper.


    Erschienen 1978 bei ‚Mauro R. Fuggette’ (MRF-155; 4 LPs), gekoppelt mit dem Chor ‚Vereint ertönet jetzt aus uns‘rem Munde’ und der Szene Cadolt-Admont ‚Sie sind vermählt‘ aus Richard Wagners Jugendwerk „Die Hochzeit“ mit Ronald Dowd und Otakar Kraus unter Leo Wurmser (BBC 1963), der Arie des Aubry ‚Wie ein schöner Frühlingsmorgen‘ aus Marschners „Der Vampyr“ - mit der Allegro-Ergänzung Richard Wagners ‚Doch jetzt, wohin ich blicke‘, die er als Korrepetitor in Würzburg für seinen Bruder Albert komponierte - mit Ronald Dowd unter Leo Wurmser (BBC 1963) und mit der Arie des Oroveso mit Chor im 2. Akt aus Bellinis „Norma“ (‚Norma, il predisse, o Druidi‘), komponiert von Richard Wagner für eine Aufführung in Riga, gesungen von Donald Gramm unter Sarah Caldwell (Boston 1971). Veröffentlicht 2006 von der niederländischen Firma ‚Mitridate‘ und ihrem Label ‚Ponto‘ (PO 1055; 3 CDs) ohne die oben genannten Anhänge, aber gekoppelt mit drei Szenen – in englischer Sprache - aus „Lohengrin“ mit Margaret Curphey (Elsa), Judith Turner (Ortrud), Raimund Herincx (Telramund) und Clifford Grant (König Heinrich); Nicholas Braithwaite leitete den Chor und das Orchester der Sadler’s Wells Opera im Londoner Coliseum am 25. 9. 1971.



    Friedrich – József Dene / Luzio – Juraj Hurny / Claudio – Quade Winter / Antonio – Hans Holzmann / Angelo – Zoltán Csaszar / Isabella – Nelly Ailakowa / Mariana – Annemarie Zeller / Brighella – Nandor Tomory / Danieli – Franz Hajtas / Dorella – Fran Lubahn / Pontio Pilato – Ernst-Dieter Suttheimer / Der Chor der Oper Graz / Das Philharmonische Orchester Graz / Dirigent: Nikša Bareza / Ausstattung: Jörg Koßdorff / Inszenierung: Christian Pöppelreiter / TV-Regie: Hugo Käch (Graz, Opernhaus, Februar 1983). Eine Fernseh-Aufzeichnung des ORF, 2003 als DVD veröffentlicht von ‚House of Opera‘.



    Friedrich – Hermann Prey / Luzio – Wolfgang Fassler / Claudio – Robert Schunk / Antonio – Friedrich Lenz / Angelo – Kieth Engen / Isabella – Sabine Hass / Mariana – Pamela Coburn / Brighella – Alfred Kuhn / Danieli – Raimund Grumbach / Dorella – Marianne Seibel / Pontio Pilato – Hermann Sapell / Der Chor und das Orchester der Bayerischen Staatsoper München / Chorltg.: Günther Schmidt-Bohländer / Dirigent: Wolfgang Sawallisch (München, Nationaltheater, 9. 7. 1983). Eine mit viel Lob bedachte Inszenierung der Bayerischen Staatsoper (Premiere anlässlich des 100. Todestages Richard Wagners am 13. 2. 1983 / Regie und Bühnenbild: Jean-Pierre Ponnelle); der Mitschnitt des Bayerischen Rundfunks erschien 1995 bei ‚Orfeo‘ (C 345 953 D) auf drei CDs.



    Friedrich – David Pittman-Jennings / Luzio – James Wagner / Claudio – Robert Schunk / Antonio – Gennaro Sica / Angelo – Giancarlo Tosi / Isabella - Gabriele Maria Ronge / Mariana – Alessandra Ruffini / Brighella – Nicola Pigliucci / Danieli – Gerolf Scheder / Dorella – Carmen Anhorn / Pontio Pilato – Ernst-Dieter Suttheimer / Il Coro del Teatro Massimo, Palermo / Chorltg.: Mario Tagini / L’Orchestra dell’Ente del Teatro Massimo, Palermo / Dirigent: Nikša Bareza (Palermo, Teatro Politeama Garibaldi, 7. 5. 1991). Ein Hausmitschnitt von Wagners „Il divieto d‘amare“ am Ort der Handlung; in einer Produktion - Bühnenbild, Kostüme und Regie von Filippo Sanjust - in deutscher Sprache. Das eigentliche Opernhaus Palermos ist das Teatro Massimo, das aber wegen ‚baulicher Mängel‘ von 1974 bis 1997 geschlossen war.



    Friedrich – Robert Holzer / Luzio – Robert Swensen / Claudio – Peter Swensson / Antonio – Eric Ashcraft / Angelo – Guido Lebron / Isabella – Marie Plette / Mariana – Marit Sauramo / Brighella – Gidon Saks / Danieli – Jurij Kruglov / Dorella – Majella Culagh / Pontio Pilato – Valentin Jar / The Wexford Festival Chorus / The RTÉ Symphony Orchestra / Dirigent: Yves Abel (Wexford, Theatre Royal, 22. 10. 1994). Ein Mitschnitt des Senders ‚Raidió Teilifís Éireann‘ (RTÉ). Der österreichische Tenor Peter Hofmann nannte sich 'Peter Swensson', um Verwechslungen mit dem deutschen Tenor gleichen Namens zu vermeiden.



    Friedrich – Dae-Hee Shin / Luzio – Xu Chang / Claudio – Rodrigo Porras Garulo / Antonio – Maximilian Argmann / Angelo – Francis Boyer / Isabella – Bettine Kampp / Mariana – Camila Ribero-Souza / Brighella – Roland Hartmann / Danieli – Ernst Garstenhauer / Dorella – Sonja Freitag / Pontio Pilato – Stan Meus / Der Chor und Extrachor des Meininger Theaters / Chorltg.: Sierd Quarré / Die Meininger Hofkapelle / Die Big-Band des Martin-Pollich-Gymnasiums, Mellrichstadt / Dirigent: Philippe Bach (Meiningen, Südthüringisches Staatstheater, 10. 12. 2011). Eine Sendung von DeutschlandRadio Kultur am 17. 12. 2011. Der Meininger Intendant und Regisseur Ansgar Haag verlegte die Handlung zeitlich in die späten 20er Jahre des vorigen Jahrhunderts mit dem aufkommenden Nationalsozialismus. Die Oper endet mit einem Massaker, das nur Isabella, Dorella, Brighella und die erneut verbannte Mariana überleben. Regietheater...



    Friedrich – Michael Nagy / Luzio – Peter Bronder / Claudio – Charles Reid / Antonio – Simon Bode / Angelo – Franz Mayer / Isabella – Christiane Libor / Mariana – Anna Gabler / Brighella – Thorsten Grümbel / Danieli – Kihwan Sim / Dorella – Anna Ryberg / Pontio Pilato – Julian Prégardien / Der Chor der Oper Frankfurt / Chorltg.: Matthias Köhler / Das Frankfurter Opern- und Museumsorchester / Dirigent: Sebastian Weigle (Frankfurt, Alte Oper, 2. und 4. 5. 2012). Ein Zusammenschnitt von zwei konzertanten Aufführungen, veröffentlicht 2013 auf drei CDs bei ‚Oehms‘ (OC 942).



    Friedrich – Tuomas Pursio / Luzio – Bernhard Berchtold / Claudio – Daniel Brenna / Antonio – Mauro Peter / Angelo – Kay Stiefermann / Isabella – Erika Sunnegårdh / Mariana – Marika Schönberg / Brighella – Peter Schöne / Danieli – Michael Dries / Dorella – Magdalena Hinterdobler / Pontio Pilato – Andreas Winkler / Pražský filharmonický sbor (Der Prager Philharmonische Chor) / Chorltg.: Lukáš Vasilek / Das Münchner Rundfunkorchester / Dirigent: Ulf Schirmer (München, Prinzregententheater, 20. 1. 2013). Der Mitschnitt des ‚Münchner Sonntagskonzerts‘ ist sowohl bei ‚House of Opera‘ als auch bei ‚Premiere Opera‘ erschienen.



    Friedrich – Christopher Maltman / Luzio – Peter Lodahl / Claudio – Ilker Arcayürek / Antonio – David Alegret / Angelo – David Jerusalem / Isabella – Manuela Uhl / Mariana – María Miró / Brighella – Ante Jerkunica / Danieli – Isaac Galán / Dorella – María Hinojosa / Pontio Pilato – Francisco Vas / El Coro y la Orquesta Titulares del Teatro Real de Madrid / Chorltg.: Andrés Máspero / Dirigent: Ivor Bolton / Ausstattung: Steffen Aarfing / Regie: Kasper Holten / TV-Regie: János Darvas (Madrid, Teatro Real, Februar 2016). Eine Coproduktion mit dem Royal Opera House in London – wo der Däne Kasper Holten von 2011 bis 2017 Intendant war – und dem Teatro Colón in Buenos Aires. (Neun Vorstellungen seit dem 19. 2. 2016). Eine DVD ist 2017 bei ‚Euro Arts‘ erschienen.



    Friedrich – Robert Bork / Luzio – Benjamin Hulett / Claudio – Thomas Blondelle / Antonio - Peter Kirk / Angelo - Jaroslaw Kitala / Isabella – Marion Ammann / Mariana – Agnieszka Slawinska / Brighella – Wolfgang Bankl / Danieli – Norman Patzke / Dorella – Hanne Roos / Pontio Pilato – Andreas Jaeggi / Le Choeur de l’Opéra National du Rhin / Chorltg.: Sandrine Abello / L’Orchestre Philharmonique de Strasbourg / Dirigent: Constantin Trinks (Strasbourg, Opéra, 8. 5. 2016). Eine Produktion in der Regie von Mariame Clément.



    Friedrich – Hernán Iturralde / Luzio – Peter Lodahl / Claudio – Carlos Ullán / Antonio – Sergio Spina / Angelo – Norberto Marcos / Isabella – Lise Davidsen / Mariana – Marisú Pavón / Brighella – Christian Hübner / Danieli – Emiliano Bulacios / Dorella – María Hinojosa / Pontio Pilato – Fernando Chalabe / El Coro y la Orquestra del Teatro Colón / Chorltg.: Fabián Martínez / Dirigent: Oliver von Dohnányi (Buenos Aires, Teatro Colón, 2. 5. 2017). Eine Live-Sendung des argentinischen Rundfunks Radiodifusión Argentina. Es handelt sich um eine Übernahme der Produktion aus Madrid von 2016; ein privates Video der Aufführung steht im Internet.



    Carlo

  • Hallo,

    die Aufnahme mit Doris Soffel ist trotz technischer Einschränkungen sehr empfehlenswert. Leider hat sie wohl den Weg auf CD nie gefunden.

    Schöne Grüße

    wega

  • Liebe(r) 'wega',


    wenn die 'Mixtur'-Aufnahme vom Jugend-Festspieltreffen 1972 in Bayreuth auf CD vorliegen würde, kannst Du sicher sein, dass ich das genannt hätte.


    Da Dein Beitrag Nr. 3 keinen Informationswert hat und nicht in den Opernführer gehört, bitte ich Dich, diesen zu löschen und im Thread 'Wagners "Jugendsünden" - Von der HOCHZEIT zum LIEBESVERBOT' neu zu posten. Ich empfehle Dir, die Bedingungen für das Schreiben im Opernführer nachzulesen.


    Danke.


    Carlo

  • Friedrich – Christopher Maltman / Luzio – Peter Lodahl / Claudio – Ilker Arcayürek / Antonio – David Alegret / Angelo – David Jerusalem / Isabella – Manuela Uhl / Mariana – María Miró / Brighella – Ante Jerkunica / Danieli – Isaac Galán / Dorella – María Hinojosa / Pontio Pilato – Francisco Vas / El Coro y la Orquesta Titulares del Teatro Real de Madrid / Chorltg.: Andrés Máspero / Dirigent: Ivor Bolton / Ausstattung: Steffen Aarfing / Regie: Kasper Holten / TV-Regie: János Darvas (Madrid, Teatro Real, Februar 2016). Eine Coproduktion mit dem Royal Opera House in London – wo der Däne Kasper Holten von 2011 bis 2017 Intendant war – und dem Teatro Colón in Buenos Aires. (Neun Vorstellungen seit dem 19. 2. 2016). Eine DVD ist 2017 bei ‚Euro Arts‘ erschienen.

    Es grüßt Rüdiger als Rheingold1876


    "Was mir vorschwebte, waren Schallplatten, an deren hohem Standard öffentliche Aufführungen und zukünftige Künstler gemessen würden." Walter Legge (1906-1979), britischer Musikproduzent