Stefan Vinke Heldentenor

  • Die gestrige Lohengrin Vorstellung nehme ich zum Anlass hier für Stefan VINKE ein eigenes Thema zu erstellen!
    Er sang gestern an der Deutschen Oper Berlin den Lohengrin für den absagenden Klaus Florian Voigt.
    Er war ganz hervorragend und bekam am Schluss Ovationen!
    Her VINKE war in Mannheim engagiert ist jetzt Mitglied der Leipziger Oper.
    Im Repertoire sind Tristan, Siegfried, Parsifal, Erik.
    Im Jahr 2000 bekam er einen Preis der Zeitschrift Openwelt als bester Nachwuchssänger!


    :jubel:

  • Da kann ich ins Loblied einstimmen. Schon 2007 hiess es nach dem "Ring in 2 Tagen" in Köln "Stefan Vinke sang den Titelhelden in Siegfried fulminant. Die Kraft für die Schmiede-Lieder, die Zartheit für das Waldweben , der Jubelton für das Finale, alles war im Übermass vorhanden."

  • Lieber mucaxel,


    neugierig durch Deinen Bericht, habe ich mir den Sänger auf You Tube in der Schlußszene aus "Die tote Stadt" angehört.
    Dazu muß ich sagen, daß ich die bekannte Melodie noch nie so unschön gehört habe.
    Das Timbre ist unschön, Gesangstechnik ist kaum vorhanden. Ausdruck ist nicht vorhanden.
    Die Stimme wirkt roh und hat ein unschönes Tremolo.
    Dies ist meine subjektieve Meinung, die niemand teilen muß.


    :hello: Herbert


  • Ja, mich hat die positive Beurteilung auch ein wenig gewundert!


    Ich habe Vinke bisher nur einmal gehört. Als Rienzi in Leipzig!
    Was mich da beeindruckt hat, war sein Durchhaltevermögen!
    Sonst nichts!


    Aber das ist ja schon eine Weile her. Vielleicht hat er an sich gearbeitet. Das sollen ja sogar Tenöre tun!


    Hoffen wir es. "Not tut ein Held!"


    Caruso41

  • Er war ganz hervorragend und bekam am Schluss Ovationen!


    Das lese ich gern. Wenn es wirklich stimmt, woran ich nicht zweifeln möchte, da ich nicht in der Vorstellung war, muss über Stefan Vinke in den vergangenen Monaten eine drastische Wandlung gekommen sein. Ich habe ihn als sehr unbedeutend in Erinnerung. Ganz interessantes metallisches Material (besser gesagt Rohmaterial!), mit dem er nicht viel anzufangen weiß. Er singt keine Linie, kann Bögen nicht halten und verströmt nichts als Langeweile. Von Legato keine Spur. Wie er mit dieser Stimme Lohengrin gesungen haben will? Alles gestalterische liegt ihm fern. Es ist mir in Erinnerung, als ob er vom Blatt sänge ohne vorher die Noten gesehen zu haben. Er tastet sich so durch.


    Das war mein Eindruck. Gern lasse ich mich widerlegen.


    Gruß Rheingold


    PS: In Berlin sind Ovationen übrigens nicht viel wert. Die bekommt fast jeder. Das Berliner Publikum ist gern dankbar.

  • Also zunächst sind ja Stimmen zum Glück Geschmackssache, aber da Berliner Publikum muss ich doch verteidigen das kennt sich sehr gut aus! Ich bin in Berlin geboren und war früher in meiner Studentenzeit in der DOB mindestens
    2 - 3 Mal in der Woche als Besucher anwesend! Kenne mich also durchaus aus in Berlin!


    Auch nach dieser Vorstellung war der Beifall sehr wohl abgestuft!
    Nach der Lohengrin Vorstellung gab es vereinzelte BUUH'S für Alfred Dohmen (König Heinrich) und auch für Gordon Hawkins (Telramund)!


    :pfeif:

  • Mein Eindruck war eher zwiespältig. Die allzu negative Kritik an seiner Stimme kann ich nur auf die Tiefenlage bezogen verstehen. Sein Piano in den höheren Bereichen finde ich durchaus ansprechend.


    Das erwähnte Vibrato ist mir ebenfalls nicht als lästig, Kollo hat das auch.


    Dieses Problem könnte man übrigens vermeiden, indem man die Tempobezeichnung der Schlussszene in Presto ändert. :thumbsup:

  • Von Vibrato war bisher noch keine Rede.
    Vibrato ist ja durchaus ein positives Mittel der Stimmbildung, ganz im Gegensatz zum Tremolo, welches auch mitunter scherzhaft Quintenschaukel genannt wird.
    Die von mir sehr verehrte Maria Callas hatte nach 1960 das typische Tremolo, wenn sie gehaltene hohe Töne sang.



    :hello: Herbert