Sammelplatz für absurde und lächerliche Inszenierungsideen...

  • Hier muss der Regisseur dann ansetzen, will man nicht den szenischen Teil des Musiktheaters auf einen netten Hintergrund reduzieren, der letztlich entbehrlich wird.

    Und genau da hat ein Berliner Sinfonieorchester mit seinen Wagnerkonzerten angesetzt, hat den netten Hintergrund weggelassen und sich auf die konzertante Darbietung konzentriert. Mit dem Ergebnis, daß die Konzerte ausgesprochen gut besucht sind mit einem Publikum, denen Wagner auch ohne einen netten Hintergrund gefällt, der damit entbehrlich geworden ist. Hier hat die Musik eindeutig die Oberhand gegenüber billigem Klamauk a la Bayreuth (und dazu zähle ich auch den Valencia-Ring, der eindeutig von der Musik abgelenkt hat). Für mich übrigens zur Zeit fast die einzige Möglichkeit, eine Oper live zu erleben.


    Eigentlich sollte ich Dich beneiden, daß Dir der Besuch einer in meinen Augen verunstalteten Oper Spaß zu machen scheint. In keinem der in diesem Thread gezeigten vielen Bilder vermag ich eine gelungene Inszenierung zu erkennen. Ein Besuch einer solchen Vorstellung wäre mir ein Greuel und würde nur zu dem Ergebnis führen, daß ein schönes Essen mit meiner Frau eindeutig den Vorzug bekäme.


    La Roche

    Ich streite für die Schönheit und den edlen Anstand des Theaters. Mit dieser Parole im Herzen leb' ich mein Leben für das Theater, und ich werde weiterleben in den Annalen seiner Geschichte!

    Zitat des Theaterdirektors La Roche aus Capriccio von Richard Strauss.

  • Vielleicht das Schlussbild von La Boheme. Mimi und Rodolfo sind eingesperrt worden. Weil sie ihre Schulden nicht bezahlen konnten, hat Mimi als Prostituierte gearbeitet und Rodolfo war ihr Zuhälter. Während ihrer Arbeit hat Sie mehrere Kunden angesteckt, die dann gestorben sind. Vor der Scheibe steht Marcello , der die beiden regelmäig besucht. :P

  • Zitat

    Zitat von Novecento: Zuerst einmal geht 'die Masse' ohnehin nicht in die Oper.

    Lieber Novecento,
    da hast du natürlich vollkommen recht.



    Zitat

    Zitat von Novecento:Insofern dürften die Regissuere kaum auf Massenwirksamkeit aussein, denn egal, was sie machen, es findet in einem Opernhaus statt, welches jene Leute, die Du als potenzielle Zielgruppe ausmachtest, ohnehin nicht betreten.

    Das jedoch bestreite ich, denn warum inszenieren sie denn so, wie es uns die Massenmedien tagtäglich hundertfach vormachen? In deinem Beitrag, auf den ich geantwortet hatte, gehst du ja in erster Linie auf das immer schlechter werdende Bildungsniveau unserer Gesellschaft, worin ich dir Recht gegeben habe, ein.
    Dieses Bildungsniveau wirkt sich leider auch auf die Oper aus. Alles, was wir in diesem Thema gesehen und gehört haben ist Schwachsinn oder Schmutz auf unterstem Niveau. Sicher ist unsere Gesellschaft in Bezug auf Körperlichkeit freizügiger geworden. Heißt das aber, das ich dass man immer und überall auch Exhibitionismus betreiben darf und muss?
    Wenn unsere Zeit dargestellt werden soll, dann bitteschön, aber in neuen Libretti mit neuer Musik und nicht in einer Mogelpackung unter Missbrauch des guten Komponistennamens, des Titels und der Musik eines früheren Kunstwerkes. Eine Oper, die sich "Rattengrin von Neuenfels, Musik von X.Y" oder "Iphigenie in Unterhosen von Kosky; Musik von K.Z" oder "Max, der Exhibitionist, von Bieito, Musik von W.H" nennt, könnte man ja für diejenigen, die so etwas gerne sehen, hinnehmen. Dann wüsste jeder Opernfreund sofort, auf was er sich einlässt und könnte diese Oper meiden. Aber man gaukelt ihm da ein bekanntes Werk vor, dessen Inszenierung mit dem Werk überhaupt nichts mehr zu tun hat.
    Mit solchen Inszenierungen reiten sie natürlich auf einer Welle, wie sie für Massen in den Massenmedien Mode ist und die die Massen lieben. Zwar ziehen sie damit diese Massen nicht ins Opernhaus, aber sie vertreiben die meisten Opernliebhaber aus dem Opernhaus. Und da frage ich mich, für wen sie überhaupt noch inszenieren, außer den wenigen, die bewusst auf dieser Welle mitschwimmen.
    Für mich zielt ein Regisseur, der nach der Mode, wie sie in den Massenmedien Trend ist, inszeniert, tatsächlich auf diese stupide Masse, auch wenn er es völlig umsonst tut, weil er die eigentliche Masse damit nicht erreichen wird, da - wie du es richtig feststellst - die Oper meist noch im Opernhaus stattfindet. Aber selbst, wenn sie dort nicht stattfände, würde sich fast jeder fragen, was dieser vorgeführte Schwachsinn wohl soll. Wozu also alle diese Entstellungen eines Kunstwerks?



    Zitat

    Zitat von Novecento: Es braucht wohl einfach heute mehr, um zu schockieren, so traurig da auch ist.

    Frage: Für wen eigentlich, wenn doch die Masse gar nicht dahin geht und Opernliebhaber so etwas meiden? Ich brauche den Schock nicht und wie ich weiß, kaum ein Opernfreund braucht ihn, denn er will in erster Linie die geliebte Musik genießen, die durch völlig entstelltes Bild und unpassende Handlung plötzlich sogar fremd auf ihn wirkt. In der Oper zählt für mich und die meisten Opernfreunde doch die Musik. Die Handlung, die in der Historie spielt, ist zwar heute in manchen Fällen nicht mehr aktuell, aber sie ist Hintergrund der darauf vom Komponisten gestalteten Musik und das Auge verbindet Musik und Text mit dem Bild.
    Warum schaltet man nun das historische Umfeld aus und presst es mit Gewalt immer in eine moderne Umgebung oder gar auf die leere Bühne mit immer der gleichen stinklangweiligen Straßenkleidung, immer den Uniformen, deren man schon lange überdrüssig ist, oder - falls einem nichts mehr einfällt - mit unästhetischen nackten Körpern? Will man - es gibt ja solche Verschwörungstheorien - vielleicht leugnen, dass es die geschichtlichen Zeiten gar nicht gegeben hat und will man die Mythen und Märchen als Unsinn einfach über den Haufen werfen? Will man uns weismachen, dass die Menschen in dieser Zeit so herumliefen? Oder reicht das Bildungsniveau der heutigen Reklamheftchenregisseure nicht mehr aus, um sich in die Historie hineindenken zu können? Sind wir inzwischen auf einem Bildungsniveau unterhalb der Talsohle angelangt?
    Die Zeugnisse früherer Kulturen haben aber - allem Leugnen zum Trotz - die Zeiten überdauert, was das öde und farblose sogenannte Regietheater mit seinen Verunstaltungen wohl kaum schaffen wird. Wir hoffen alle nur, dass dieser Spuk bald zuende ist.
    Dabei hat es doch die moderne Bühnentechnik viel leichter, die Werke in der dem Libretto entsprechenden Zeit und ohne jeden zusätzlichen Firlefanz (um damit "Action" in dem üblen Beigeschmack dieses Wortes zu erzeugen) zu gestalten.


    Liebe Grüße
    Gerhard

    Regietheater ist die Menge der Inszenierungen von Leuten, die nicht Regie führen können. (Zitat Prof. Christian Lehmann)

  • Damit ihr aus dem Albtraum Bieito garnicht erst erwacht, hier noch ein wenig Nachschub: Gut Kotz!!


    Regietheater ist die Menge der Inszenierungen von Leuten, die nicht Regie führen können. (Zitat Prof. Christian Lehmann)

  • Ganz ehrlich und ich meine das jetzt ganz unemotional: Also da muss man schon sehr abgebrüht sein, um auf solche Bilder zu kommen.....mehr traue ich mich an dieser Stelle nicht zu sagen...

    Liebe Grüße,
    Figarooo

  • Na ja, abgebrüht ist schon seeehr milde ausgedrückt!!! Aber wir alle wissen, was du meinst.


    Liebe Grüße
    Gerhard

    Regietheater ist die Menge der Inszenierungen von Leuten, die nicht Regie führen können. (Zitat Prof. Christian Lehmann)

  • Welcher "Regisseur" war wohl bei dieser Traviata am Werk???????????? :baeh01:


    Wo liegt das Problem? Oder ist mir entgangen, dass es sich bei Violetta um die Novizin eines Nonnenklosters handelte?

    'Architektur ist gefrorene Musik'
    (Arthur Schopenhauer)

  • Zitat

    Zitat von Novecento: Wo liegt das Problem? Oder ist mir entgangen, dass es sich bei Violetta um die Novizin eines Nonnenklosters handelte?

    Dass Violetta eine Lebedame ist, weiß wohl jeder informierte Opernbesucher im Voraus. Dazu bedarf es sicherlich nicht einer reißerischen Aufmachung wie in einem Stripteaselokal, die nicht zur Musik Verdis passt. Gerade hier wäre eine dezentere Darstellung nach meinem Dafürhalten viel wirkungsvoller. Ich kann nur feststellen, dass dem Regisseur jede Sensibilität und jedes Gefühl für die Musik der Traviata fehlt.


    Gerhard

    Regietheater ist die Menge der Inszenierungen von Leuten, die nicht Regie führen können. (Zitat Prof. Christian Lehmann)

  • Dass Violetta eine Lebedame ist, weiß wohl jeder informierte Opernbesucher im Voraus.

    Wie novecento kann ich hier kein Problem ausmachen. In einer Onlineenzyklopädie heißt es, Lebedame sei "ein veralteter bürgerlicher Ausdruck für eine Frau, die man bei Hofe eine Kurtisane genannt hätte". Eine Neuinszenierung sollte Violettas Broterwerb so darstellen können, dass nicht nur "jeder informierte Opernbesucher", sondern auch jene, die das Werk nicht kennen, nicht zwischen den Zeilen lesen müssen. Als ich "La Traviata" erstmal hörte bzw. das Libretto las, war mir nicht unmittelbar Violettas Hintergrund klar. Da ist viel nur angedeutet. Aber zuviel der Prüderie muss ja nun nicht sein. ;)

    "Geduld und Gelassenheit des Gemüts tragen mehr zur Heilung unserer Krankheiten bei, als alle Kunst der Medizin." (W.A. Mozart)

  • Zitat

    Zitat von Lynkeus: Eine Neuinszenierung sollte Violettas Broterwerb so darstellen können, dass nicht nur "jeder informierte Opernbesucher", sondern auch jene, die das Werk nicht kennen, nicht zwischen den Zeilen lesen müssen.

    Da kann ich nur sagen: Arme Opernbesucher, die so etwas haben müssen.


    Gruß
    Gerhard

    Regietheater ist die Menge der Inszenierungen von Leuten, die nicht Regie führen können. (Zitat Prof. Christian Lehmann)

  • Wer es noch nicht wusste: In der abgebildeten Bieito-Traviata in Hannover agierte Violetta als Lesbe und hatte eine Beziehung mit Flora. Die Liebe zu Alfredo wurde nur als geheuchelt gespielt um an dessen Geld zu gelangen. Sollte das immer noch im Sinne Verdis sein?

    Liebe Grüße,
    Figarooo

    2 Mal editiert, zuletzt von Figarooo ()

  • Doch, es gibt ein Problem: Diese Oper spielt um 1850, nicht 2012. Die Aufmachung ist deplaciert, nicht nur ästhetisch.

    »Finis coronat opus.« (Das Ende krönt das Werk.) – Ovid

  • Über hundert Jahre hat jeder Opernbesucher die Traviata verstanden und die Oper geliebt. Ist die Begriffstutzigkeit der modernen Gesellschaft so groß, dass man nur noch realistische Aufdringlichkeiten versteht und damit die Traviata schließlich "vor die Hunde geht"??


    Liebe Grüße
    Gerhard

    Regietheater ist die Menge der Inszenierungen von Leuten, die nicht Regie führen können. (Zitat Prof. Christian Lehmann)

  • Eigentlich habe ich keine Lust darauf, in diesem Wespennest weiter herumzustochern. Der Ablauf der Regietheaterdebatten ist ja ohnehin inzwischen schematisiert. Da es aber in diesem Thread um absurde und lächerliche Inszenierungsideen geht, darf doch gesagt werden, dass eine aufreizende, moderne Variante der Violetta diese Etikettierung nicht rechtfertigt. Anders sieht es freilich bei der zugehörigen kruden Umdeutung aus, deren Inhalt Figarooo freundlicherweise noch nachlieferte.


    Ich dachte übrigens, das Bild stamme aus einer anderen Inszenierung:
    "http://www.welt.de/kultur/buehne-konzert/article111854449/Sex-ist-mal-wieder-nur-Ware-auch-in-der-Oper.html

    "Geduld und Gelassenheit des Gemüts tragen mehr zur Heilung unserer Krankheiten bei, als alle Kunst der Medizin." (W.A. Mozart)

  • http://www.omm.de/veranstaltun…2013/BRU-la-traviata.html
    Ich frage mich wirklich, ob unsere Welt nur noch aus Schmutz besteht, so dass man auch noch die Oper mit in den Schmutz ziehen muss. Und ob ich meine düstere Weltsicht vor jedermann breittreten muss. Aber wie schon in dem Artikel geschildert, gab es außergewöhnlich viele Buhs, was die, die dieses Machwerk verbrochen hat, mit Lächeln hinnahm.
    Wenn ich in die Oper gehe, will ich weder in die Fleischbeschau, noch in die Peep-Show, die Striptease-Bar oder ins Bordell. Ich frage mich, was wohl jemand, der in eine dieser Institutionen geht, sagen würde, wenn man ihm da eine Oper vorsetzt.


    Liebe Grüße
    Gerhard

    Regietheater ist die Menge der Inszenierungen von Leuten, die nicht Regie führen können. (Zitat Prof. Christian Lehmann)

  • Lieber Gerhard,


    schon wieder so eine pseudointellektuelle Rezension, die jeden Unsinn zum Jahrhundert-Ereignis hochstilisiert.


    "In Brüssel nehmen Andrea Breth und Adam Fischer Verdis La Traviata ernst." — Bei letzterem glaube ich es, aber wenn diese "Inszenierung" dieses Werk "ernst nimmt", kann man nur schmunzeln. Sieht aus wie ein Ausverkauf alter Ikea-Sessel in einem Bordell.



    Liebe Grüße
    Joseph

    »Finis coronat opus.« (Das Ende krönt das Werk.) – Ovid

  • Und noch eine Jubel-Rezension: Der neue Siegfried aus Mannheim.



    "Freyer erzählt den Handlungsstrang seines Siegfried präzise und unverfälscht, er findet keine erkennbar neue Sicht auf das Wunderwerk Richard Wagners. [...] Die menschliche Geschichte des Ring beginnt auf weißer Bühne, ein Eisbär lungert immer mal wieder herum, Siegfried, grell bunt wie ein Clown oder Harlekin, liegt gefesselt in einem abenteuerlichen Krankenbett, wird von Mime „ärztlich behandelt“ mit riesigen bunten Plastikspritzen und Schläuchen, wird unter Drogen gesetzt, erzählt unter Halluzinationen die Geschichte von der Bärenjagd. [...] Obwohl über lange Zeit eigentlich nichts Wirkliches passiert, schafft Freyer es, hier keinen Moment Leerlauf oder gar Langeweile aufkommen zu lassen. [...] Der Regisseur, glühender Wagner-Verehrer und schon Jahrgang 1934, hat sich auf der Spielwiese seiner Fantasie so richtig ausgetobt."


    Vielleicht war der bald 80jährige ja auch unter Drogen, vielleicht auch der Rezensent? Wir werden es wohl nie erfahren.


    "FAZIT: Szenisch konsequente Weiterführung des Ring-Zyklus in opulenter Bildersprache und auf hohem musikalischen Niveau."


    In der Tat, da wurde offensichtlich der Schwachsinn konsequent weitergeführt und noch mehr gesteigert. Wir alle sind bereits auf das große Finale in der Götterdämmerung gespannt.

    »Finis coronat opus.« (Das Ende krönt das Werk.) – Ovid

  • Der Regisseur, glühender Wagner-Verehrer und schon Jahrgang 1934, hat sich auf der Spielwiese seiner Fantasie so richtig ausgetobt."


    Nun, ich bin nicht unbedingt ein glühender Wagner- Verehrer und auch kein intensiver Kenner, aber ich denke mal, so hat der sich das nicht ausgedacht und auch nicht verdient, so verunglimpft zu werden. Denn das, was man hier sieht verdient nur eine Bezeichnung, nämlich "Irrenhaus".
    Und was das Alter des Regisseurs betrifft, da fällt mir doch glatt der passende Spruch ein "Alter schützt vor Torheit nicht". Besser und richtiger als Torheit wäre wohl "Blödheit"!!!
    Wie hatte ich heute in einem anderen Thread sinngemäß geschrieben, solcher Schwachsinn, solche Verunstaltung wäre früher an der Deutschen Staatsoper undenkbar gewesen!!!


    CHRISSY

    Jegliches hat seine Zeit...

  • Zitat

    Zitat von Joseph II: Vielleicht war der bald 80jährige ja auch unter Drogen, vielleicht auch der Rezensent?

    Die beiden wohl mit höchster Wahrscheinlichkeit. Und der Zuschauer muss auch schon stark unter Drogen stehen, wenn er solche Kindereien (von jemand, der in dem Alter doch wohl endlich erwachsen sein sollte) ertragen will!!!


    Liebe Grüße
    Gerhard

    Regietheater ist die Menge der Inszenierungen von Leuten, die nicht Regie führen können. (Zitat Prof. Christian Lehmann)

  • Ein Artikel zu der seltendämlichen Inszenierung des Maskenballs, anspielend auf den 11. September (sic!), die offenbar mittlerweile wieder entsorgt wurde, kaum vier Jahre nach der Premiere: http://www.netzeitung.de/kultur/972617.html


    Ich schlage vor, dass man diese "Volksbeglücker" von "Weltverbesserer-Regisseuren" (eigentlich schaden sie dem an sich ehrbaren Berufsstand des Regisseurs dadurch nur erheblich), "die Buhs wie eine Auszeichnung lächelnd und mit hochgerichteten Daumen" entgegennehmen und "30 Nackte[...] zwischen 50 und 69 Jahren" einsetzen, um zu provozieren, ins Arbeitshaus einzuweisen, und am besten die Teile des Publikums, die solche Verunstaltungen als "schlüssig, stimmig — und auch ästhetisch" empfinden, sowie die Rezensenten, die den Schwachsinn "mit lauter rosa Schweinchen und Affen — und herrlichen Kostümeinfällen" schön schreiben, gleich mit. Da kommen sie ganz schnell auf andere Gedanken.

    »Finis coronat opus.« (Das Ende krönt das Werk.) – Ovid

  • Strickpullover und Jeans....nein, das ist keine C&A- Werbung sondern Münchens neuer Rigoletto ( oder besser gesagt Riegel-Otto)

    Liebe Grüße,
    Figarooo

  • Das geht ja noch, aber mit Blick auf die Bilder weiter oben möchte ich doch sehr bitten, künftig zu spoilern und vorzuwarnen oder die entsetzlichen Fotos in einem Link zu verstecken, den man erst anklicken muss: Man wird ja blind oder erleidet eine Herzattacke!

  • Ich habe mich ja auch schon oft zu solchen kranken Entgleisungen und solchem Schmuddeldreck geäußert, daß es eigentlich nur einer Wiederholung gleichkäme.
    Trotzdem, das Bild was Harald hier reingestellt hat, macht mich sehr betroffen. Aber aus einem anderen Grund. Harald schreibt ja hier Maskenball in "Erfurt". Vielleicht erinnert sich der eine oder andere von Euch, daß ich in einem anderen Thread berichtet habe, daß ich mich mal nach einer Veranstaltung, könnte im März vergangenen Jahres gewesen sein, mit einer Sängerin vom dortigen Haus lange unterhalten habe. Das war nicht nur ein nettes, informatives und freundliches Gespräch, das war auch eine ganz nette, sympathische und wie mir schien, hochanständige Dame, die für solchen Dreck bestimmt nicht geeignet wäre. Wenn ich mir nun vorstelle, daß diese Frau vielleicht gegen ihren Willen und ihre Überzeugung so etwas "mitmachen muß(!!!)", weil sie einen Vertrag hat und den erfüllen muß. Unglaublich, diese Dame tut mir von Herzen leid und mich packt die Wut.
    CHRISSY

    Jegliches hat seine Zeit...

  • Ich schlage vor, dass man diese "Volksbeglücker" von "Weltverbesserer-Regisseuren" (eigentlich schaden sie dem an sich ehrbaren Berufsstand des Regisseurs dadurch nur erheblich), "die Buhs wie eine Auszeichnung lächelnd und mit hochgerichteten Daumen" entgegennehmen und "30 Nackte[...] zwischen 50 und 69 Jahren" einsetzen, um zu provozieren, ins Arbeitshaus einzuweisen, und am besten die Teile des Publikums, die solche Verunstaltungen als "schlüssig, stimmig — und auch ästhetisch" empfinden, sowie die Rezensenten, die den Schwachsinn "mit lauter rosa Schweinchen und Affen — und herrlichen Kostümeinfällen" schön schreiben, gleich mit. Da kommen sie ganz schnell auf andere Gedanken.


    Und du machst sicher den Aufseher und ergötzt dich an der Katharsis der elenden Schmuddelkinder, die dann noch ordentlicher Zucht und Ordnung mit ihren neuen-alten Gedanken wieder in die Gesellschaft passen...es lebe das Arbeitshaus, denn Arbeit macht was?...

    "Die Glücklichen sind neugierig."
    (Friedrich Nietzsche)