Sammelplatz für absurde und lächerliche Inszenierungsideen...

  • Zitat

    Zitat von Lutgra: Ich fand es meist ziemlich muffig. Und wenn es mal besser war, dann nicht wg des Regisseurs sondern wg herausragender Sängerdarsteller.

    Siehst du, und ich finde die meisten der heutigen Inszenierungen abgestanden, öde und langweilig, lieber Lutgra. Die Gründe habe ich schon in vielen meiner Beiträge geliefert und möchte sie hier nicht wiederholen. Ich finde - wie schon gesagt - dass die Regisseure sich mehr um die lebendig Darstellung des Originals durch die Sänger und nicht um die Verwirklichung ihrer fixen Ideen kümmern müssten.


    Liebe Grüße
    Gerhard

    Alle Kunst ist der Freude gewidmet, und es gibt keine höhere und keine ernsthaftere Aufgabe, als die Menschen zu beglücken. Die rechte Kunst ist nur diese, welche den höchsten Genuß verschafft.
    (Schiller: Die Braut von Messina, Kapitel 2)

  • Ich finde - wie schon gesagt - dass die Regisseure sich mehr um die lebendig Darstellung des Originals durch die Sänger und nicht um die Verwirklichung ihrer fixen Ideen kümmern müssten.


    Das mussten sie übrigens immer schon, wenn sie nicht wollten, dass mehrere egozentrische Selbstdarsteller auf der Bühne verschiedene Stücke zur gleichen Zeit darstellen.

    Im übrigen bin ich der Ansicht, dass gepostete Bilder Namen des Fotografen, der dargestellten Personen sowie eine genaue Angabe des Orts enthalten sollten.
    (frei nach Marcus Porcius Cato Censorius)

  • Einige höchst seltsame Ansichten habe ich hier gelesen:


    1. Wenn man irgendwo im Internet einen Bildschnipsel von einer Inszenierung, die immerhin mehrere Stunden dauert, ergattert und die irgendwie anstößig wirkt, dann lohnt es sich also nicht, die komplette Inszenierung anzuschauen. Und nicht nur das. Der Bildschnipsel reicht angeblich für eine verbindliche Bewertung aus! Also wenn mir ein bestimmter Ton bei Brendel oder sonstwem nicht gefällt, dann lohnt es sich nicht mehr, das ganze von ihm gespielte Stück anzuhören? Unseriöser geht es nicht. Wenn ich das aufs alltägliche Leben übertrage, dann bricht die Gesellschaft zusammen. Einmal ein falsches Wort gesagt, ist man gleich für alle Zeiten ein böser Mensch, ein Feind, Terrorist, den man bekämpft. Genauso funktioniert z.B. Antisemitismus. Vorurteile bekommt man auf diese Art mit Sicherheit immer bestätigt.


    2. Wie soll man das Meer und ein Fischweib "realistisch" auf die Bühne bringen? Darf man die Oper etwa nur am Nordseestrand spielen wo die Sänger dann zum Baden geschickt werden? Erst einmal ist "Rusalka" ein Märchen. Es existieren in der Wirklichkeit weder Wassernixen noch das Meer, in dem sie leben. Es kann auf der Bühne also nur darum gehen, eine Illusion zu erzeugen die nirgendwo anders als in der Vorstellung des Zuschauers lebt. Irgendeine komische Plastikfolie blau anzustreichen, oder den Fußboden mit blauem Licht anzustrahlen, was dann das "Meer" bühnenreif darstellt soll etwas im Prinzip ganz anderes sein als eine Figur ins Aquarium zu setzen? Das ist doch wirklich ein absurder Diskurs! Der Regisseur ist nicht verantwortlich für die Phantasielosigkeit seiner Zuschauer. Worum geht es denn beim Undine-Mythos? Letztlich um das tragische Verhältnis von Natur und menschlicher Welt bzw. Kultur. Wenn Rusalka sich von der Hexe verwandeln läßt, so daß sie Beine bekommt wie ein normaler Mensch, dann wird sie zumTeil menschlicher Kultur, was ja auch ihre Sehnsucht ist. Genau dafür steht das Aquarium, mit dem wir uns ein Stück Natur ins Wohnzimmer holen. Doch darin liegt die eigentliche Tragik. Rusalka bleibt immer ein Naturwesen und damit in der Menschenwelt einsam und fremd. Das fängt dieses Bild in einer Verdichtung grandios ein - die ganze Widersprüchlichkeit und Verzweiflung dieser Sehnsucht, den Gegensatz von Natur und Kukltur aufzuheben.


    Schöne Grüße
    Holger

  • Nebenbei muss man auch erwähnen, dass die angebliche Mehrheit der Opernbesucher, die ausschliesslich konservative Inszenierungen sehen will, sicher nicht ausreicht, um die Kulturform der Oper weiterhin zu erhalten.
    Welche Parteien sollten denn hinter dieser Form der Kulturförderung stehen?


    Eine sehr, sehr gute Frage! Ich habe hier ein schönes Beispiel für diese Form der Kulturförderung, anhand dessen wir uns das mal wirklich fragen können, und zwar nicht nur im Bezug auf Parteien. (Es handelt sich übrigens um Cosi fan tutte :thumbsup: )


    "Tatsachen sind die wilden Bestien im intellektuellen Gelände." (Oliver Wendell Holmes, 1809-94)

  • Wie wärs mit einer Begründung dafür??? schon mal erlebt, dass junge Menschen an der Realität unserer Welt leiden?


    Redest Du in der Einzahl oder in der Mehrzahl? Wen meinst Du mit "junge Menschen"? Trifft das nicht auch auf Ältere zu, Hartz IV, Lebensunzufriedenheit, Arbeitslosigkeit, fehlende Perspektive, Angst vor Krankheit oder Altersarmut? Ich kenne niemanden, der sich deswegen pearcen läßt.


    Sicher hast Du recht darin, daß es schon zu jeder Zeit Menschen gab, die mit ihrer Umwelt nicht zurechtkamen. Im tragischsten Fall endet das wie bei Werther - dessen Seelenschmerz ja dann zum Massenexodus geführt hat. Ein Beispiel sicher dafür, wie ein Beispiel zum Beispiel werden kann, nicht nachahmenswertes Beispiel. Bitte komme jetzt nicht auf Selbstmordattentäter!


    Aber ein Pearcing machen lassen, um Schmerzen zu erdulden, um seine Verzweiflung über die Realität auszudrücken? Woher hast Du das? Ich werde mal ein paar Leute mit Pearcing oder Tattoos fragen, ob sie das machen, um ihre körperliche Stärke im Kampf gegen Schmerzen zu beweisen. Wem? Sich selbst? Da muß im Kopf was nicht stimmen. Vielleicht ist es eine Art Protest gegen das "Establishment" wie die 68-er Bewegung? Ich glaube fest, bei der Mehrzahl ist das ein Nachahmen, eine Modeerscheinung. Das geht vorüber. Dann ist man selber erschrocken darüber, was man für Gemälde am Popo oder sogar vorne hat, und läßt das wegmachen. Spätestens dann, wenn seine neue Freundin nicht mehr Katharina-Jaqueline heißt, sondern einfach Bärbel.


    Übrigens - bei meiner Bank ist selbst im Sommer Schlipspflicht (finde ich totalen Quatsch), und Tattoos an sichtbaren Stellen sind untersagt, Pearcing verboten!


    La Roche

    Was Du ererbt von Deinen Vätern, erwirb es, um es zu besitzen!

  • Nebenbei muss man auch erwähnen, dass die angebliche Mehrheit der Opernbesucher, die ausschliesslich konservative Inszenierungen sehen will, sicher nicht ausreicht, um die Kulturform der Oper weiterhin zu erhalten.
    Die echte Mehrheit hat nämlich ein Opernhaus noch nie von innen gesehen und sieht ohnehin nicht ein, warum das mit Steuergeldern finanziert werden soll


    Da gebe ich Dir teilweise recht. In unserer Presse wurde jetzt eine Umfrage veröffentlicht, auf welche finanziellen Mittel unsere Stadt verzichten sollte, um das chronische Defizit der Stadtkasse zu verringern.


    Immerhin waren fast 80 % der Meinung, die Theaterzuschüsse zu streichen. Da ging es weder um konservative noch um regiegeschädigte Inszenierungen, da ging es um das Theater als Ganzes. Und ich bin sicher, daß von den verbliebenen ca. 20% nur max. die Hälfte jemals im Theater waren. Es wäre sicher gescheiter, wenn die Theatermacher einmal den Versuch unternähmen, mit den Besuchern zu reden, was für Inszenierungen sie sehen möchten.


    Aber auf die Idee kommt in D kaum einer, Intendanten sind dazu wohl eher selten fähig. Eine Ausnahme kenne ich - den Intendanten des Rudolstädter Theaters, der bei seinem Amtsantritt mit dem Publikum darüber geredet hat, was und wie gestaltet es bevorzugt sehen möchte. Ein Aufregungspunkt der Zuschauer war dabei, daß man in klassischen Stücken keine Plastikmöbel auf der Bühne sehen will.


    La Roche






    Was Du ererbt von Deinen Vätern, erwirb es, um es zu besitzen!

  • Zitat

    Nebenbei muss man auch erwähnen, dass die angebliche Mehrheit der Opernbesucher, die ausschliesslich konservative Inszenierungen sehen will, sicher nicht ausreicht, um die Kulturform der Oper weiterhin zu erhalten.


    Das ist eine Schutzbehauptung der Regietheaterverfechter - und eine schlechte noch dazu.


    Irgendwie- man verzeihe mir den radikalen Vergleich - ist es so als würde man sagen, die Katholische Kirche könne nur dann auf Kirchenbesucher hoffen, wenn man den Sakralbauten Bordelle anschlösse.....


    oder , daß Österreich ohne EU nicht lebensfähig wäre
    Es ist uns allen besser gegangen, weil die in den unfähigen Nachbarländern inszenierten "Krisen" uns nicht betrafen - im Gegenteil
    sie hat unsere Kaufkraft erhöht


    Wahr ist indes sicher:

    Zitat


    dass die angebliche Mehrheit der Opernbesucher, die ausschliesslich konservative Inszenierungen sehen will, sicher nicht ausreicht, um all die Opernzerstörer und Schmarotzer, Pseudoregisseuere und käufliche Kritiker zu bezahlen - aber das wollen wir ja gar nicht


    Es ist traurig, wenn man ein Opernhaus aus Kasachstan und seine Bühnenbilder als Beispiel nehmen muss WIE Oper sein SOLL !!+
    Aber genug davon. Irgendwie bin ich mir sicher, daß wir vor eine Wende stehen die uns zu alten Werten zurückführt, vielleicht langsam, vielleicht überraschend schnell aber auf jeden Fall konsequent und ohne irgendwelche Konzessionen.


    Aber eigentlich wurde DIESER Thread ja nicht für harte Diskussionen eingerichtet, sondern um an Hand von Beispielen diverse Inszenierungen dem öffentlichen Spott preiszugeben. Bei dieser Gelegenheit: Wir haben - aus welchen Gründen immer - die Verluste der Mitleser-Einschaltquote, verursacht durch den Sprintweb-Crash 2010 egalisiert und werden wieder von extrem vielen Lesern frequentiert.....


    mit freundlichen Grüßen aus Wien


    Alfred

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  • Redest Du in der Einzahl oder in der Mehrzahl? Wen meinst Du mit "junge Menschen"? Trifft das nicht auch auf Ältere zu, Hartz IV, Lebensunzufriedenheit, Arbeitslosigkeit, fehlende Perspektive, Angst vor Krankheit oder Altersarmut? Ich kenne niemanden, der sich deswegen pearcen läßt.


    (Hast du) schon mal erlebt? lautet die komplette Frage. Allerdings habe ich oft Bedenken, anonyme Menschen mit diesem komischen "Forums-Du" anzureden, deswegen lasse ich das weg.


    Der Zusammenhang von Piercing und "junge Menschen" betrifft die Unter-30-jährigen, oder? Alle anderen sind unter anderen Voraussetzungen aufgewachsen und hatten andere soziale Zwänge.
    Nein, es trifft nicht auf Ältere zu, Arbeitslosigkeit ist für einen 50jährigen eine ganz andere Belastung als für einen Jugendlichen. Angst vor Krankheit bei jungen Menschen?
    Fehlende Perspektive lässt die Menschen auf verschiedenste Bahnen geraten... zwischen jungen und älteren Obdachlosen ist auch ein Unterschied, oder? Gemeinsam haben sie höchstens die mangelnde Bildung.


    Warum ein junges Mädchen die Prozedur über sich ergehen lässt? Weil alle anderen Freundinnen auch eins haben, weil der Junge, den sie anhimmelt das cool findet, weil sie ihm beweisen will, dass sie nicht zu feig dafür ist, weil sie es allen anderen in der Klasse beweisen will.... und letztlich, weil die Eltern dagegen sind...

    Zitat

    Da muss im Kopf was nicht stimmen

    Ein starker Satz und eine gewagte Diagnose...


    Eher erst dann, wenn sie magersüchtig wird, sich die Unterarme ritzt und Selbstmordversuche unternimmt - und selbst das ist mittlerweile fast der Normalfalll, dass man mit diesem Verhalten rechnen muss.


    Das Beispiel der Bankangestellten hast du gebracht! Überall dort, wo gehobene Ansprüche im Kundenservice bestehen, wie etwa Hotels, Banken, Anwaltskanzleien, sind sichtbare Piercings eher selten.
    Aber warum sollte man Krankenpflegern, dem Reinigungspersonal, normalen Verkäufern vorschreiben, wie sie sich zu kleiden haben?


    Irgendwie- man verzeihe mir den radikalen Vergleich - ist es so als würde man sagen, die Katholische Kirche könne nur dann auf Kirchenbesucher hoffen, wenn man den Sakralbauten Bordelle anschlösse.....


    Zu verzeihen haben dir eher katholische Würdenträger bzw. dein Beichtvater ob deiner lebhaften Fantasie, sonst niemand...
    Der Vergleich ist weniger radikal als vielmehr unpassend - Kirchenbesucher mit Opernbesuchern zu vergleichen, klappt nicht... Bestenfalls beim Konzertpublikum der Wiener Hofburgkapelle oder der Augustinerkirche.
    Nebenbei ist die Kirche in Österreich so sehr auf eine Form der Sozialarbeit konzentriert, um Menschen in irgendeiner Weise anzusprechen (die mit dem Glauben oft herzlich wenig gemeinsam hat), dass die eigentliche Vermittlung von religiösen Inhalten oft auf der Strecke bleibt.
    Es wäre genauso eigenartig, die Bordelle an ein Opernhaus anzuschliessen...


    Aber eigentlich wurde DIESER Thread ja nicht für harte Diskussionen eingerichtet, sondern um an Hand von Beispielen diverse Inszenierungen dem öffentlichen Spott preiszugeben.


    Bei allem Respekt.
    Ist es wirklich klug, so etwas als Forenbetreiber öffentlich zu formulieren?

    Im übrigen bin ich der Ansicht, dass gepostete Bilder Namen des Fotografen, der dargestellten Personen sowie eine genaue Angabe des Orts enthalten sollten.
    (frei nach Marcus Porcius Cato Censorius)

  • Zitat

    Warum ein junges Mädchen die Prozedur über sich ergehen lässt? Weil alle anderen Freundinnen auch eins haben, weil der Junge, den sie anhimmelt das cool findet, weil sie ihm beweisen will, dass sie nicht zu feig dafür ist, weil sie es allen anderen in der Klasse beweisen will.... und letztlich, weil die Eltern dagegen sind...


    Prolos aller Länder vereinigt - und stigmatisiert euch.


    Wer sich derart zeichnen lässt wird von der Oberschicht der Gesellschaft gemieden - auch wenn es in unserer ach so politisch korrekten Gesellschaft nur hinter vorgehaltener Hand geschieht. Man lächelt diesen Leuten ins Gesicht - man ist ja tolerant und weltoffen ( :hahahaha: ) Aber im Stillen verhindert man, daß sie je Einfluß bekommen könnten und enterbt seine Kinder, wenn sie sich mit solchen Leuten einlassen. Und der Fall "Regietheater" bestätigt die Richtigkeit dieser Strategie. Gerade in diesem Bereich hat man sie nämlich nicht angewandt - und nun hat man das Ergebnis vor Augen und weiß nicht wie man das elegant wieder in geordenete Bahnen bringen soll...


    mfg aus Wien
    Alfred

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  • ein trauriges Statement...
    Menschen mit Tattoo oder Piercing gleich pauschal als Prolos zu bezeichnen, ist sehr schwach.

    Im übrigen bin ich der Ansicht, dass gepostete Bilder Namen des Fotografen, der dargestellten Personen sowie eine genaue Angabe des Orts enthalten sollten.
    (frei nach Marcus Porcius Cato Censorius)

  • Ich bin mit Alfred einer Meinung, dass hier nicht mehr der eigentliche Zweck erfüllt wird, wenn wir jetzt hier so weit ausschweifen, dass wir uns auch noch über die Probleme der Jugendlichen unterhalten und Begründungen für Piercing, Tattoos usw. suchen. Probleme hat es immer gegeben und wird es auch weiter geben. Nur werden sie durch die Überfütterung, die wir durch die vielen Medien erfahren, künstlich hochgespielt.
    Das hat aber jetzt mit Musik nichts zu tun und mit diesem Thema nun absolut nichts. Dieses Thema sollte weiterhin dazu dienen, verunstaltete Inszenierungen aufzuzeigen und anzuprangern. Und wenn man von Seiten der Verteidiger behauptet, dass man aus einem Bild nicht auf die ganze Inszenierung schließen kann, so behaupte ich: "Oh doch" Es lässt sich aus den meisten sehr wohl schon erkennen, in welche Richtung diese Entstellung des Originalwerks geht. Ich finde nicht eine der hier eingestellten und angeprangerten Szenen als nicht aussagekräftig genug. Und phantasievoll ohnehin nicht!!!


    Liebe Grüße
    Gerhard

    Alle Kunst ist der Freude gewidmet, und es gibt keine höhere und keine ernsthaftere Aufgabe, als die Menschen zu beglücken. Die rechte Kunst ist nur diese, welche den höchsten Genuß verschafft.
    (Schiller: Die Braut von Messina, Kapitel 2)

  • Zitat

    Nebenbei ist die Kirche in Österreich so sehr auf eine Form der Sozialarbeit konzentriert, um Menschen in irgendeiner Weise anzusprechen (die mit dem Glauben oft herzlich wenig gemeinsam hat), dass die eigentliche Vermittlung von religiösen Inhalten oft auf der Strecke bleibt.

    Da kennt sich einer aber gut aus! Sind das eigene Erfahrungen? Das kenne ich wirklich anders!

    W.S.

  • Eine sehr, sehr gute Frage! Ich habe hier ein schönes Beispiel für diese Form der Kulturförderung, anhand dessen wir uns das mal wirklich fragen können, und zwar nicht nur im Bezug auf Parteien. (Es handelt sich übrigens um Cosi fan tutte )


    Das ist es also wieder, dieses Bildchen, mit dem nicht nur eine Inszenierung sondern gleich noch die Kulturförderung niedergemacht wird. Ein sehr fragwürdiger Ansatz der Betrachtung ist das. Ich gehe mal davon aus, dass das Foto aus der neuen "Cosi" der Komischen Oper in Berlin stammt. Jedenfalls könnte es daraus stammen. Die optische Gegenwelt sieht aber ganz anders aus, sehr poetisch. Ich werde mir eine Aufführung ansehen.


    Rheingold

    Es grüßt Rheingold (Rüdiger)


    Erda: "Alles, was ist, endet."

  • Irgendwie- man verzeihe mir den radikalen Vergleich - ist es so als würde man sagen, die Katholische Kirche könne nur dann auf Kirchenbesucher hoffen, wenn man den Sakralbauten Bordelle anschlösse.....

    Wenn man schon bei geschmacklosen Vergleichen bleiben möchte, könnte man hier auch zynisch anmerken, daß die katholische Kirche solche Bordelle vielleicht bitter nötig gehabt hätte, dann hätten ihre Herren Pastöre nämlich keine kleinen Kinder massenhaft mißbraucht. Das Argument ist zudem eines, dessen Schuß nach hinten losgeht. Es sind die Feinde des Regietheaters, die das Theater prostituieren wollen, indem sie nämlich völlig skrupellos jeden künstlerischen Anspruch ihren ganz privaten Unterthaltungsbedürfnissen zu opfern bereit sind. Die Kunst soll den Interessen des zahlenden Publikums dienen und nicht umgekehrt: Populismus pur. Man plädiert nicht für Schönbergs Moses, der allein seinem Gedanken verpflichtet ist, sondern ganz unverblümt für Aron, der um das goldene Kalb tanzt.


    Schöne Grüße
    Holger

  • Zitat

    Es sind die Feinde des Regietheaters, die das Theater prostituieren wollen, indem sie nämlich völlig skrupellos jeden künstlerischen Anspruch ihren ganz privaten Unterthaltungsbedürfnissen zu opfern bereit sind.

    Diese Äußerungen finde ich schon sehr dreist! Aber mit solchen Aussagen mußte man ja bei Deinen Gegenargumentationen rechnen! :thumbdown:

    W.S.

  • Aber eigentlich wurde DIESER Thread ja nicht für harte Diskussionen eingerichtet


    Genau! Und: Grau ist alle Theorie, entscheidend sind die Fakten. Die (nackten) Tatsachen. Das Leid derer, die bei solchen "poetischen" Inszenierungen mitmachen müssen. Oder glaubt hier wirklich jemand, dass der junge halbnackte Mann auf dem von mir geposteten Foto diesen Schwachsinn gut findet und sich gern so präsentieren möchte?


    @Wolfgang9079 + La Roche: Klar verstehe ich euren Unmut über soviel Dreistigkeit, aber ich frage mich auch, was ihr erwartet!? Die Positionen sind ja eigentlich mehr als deutlich und unverrückbar, insofern ist eine Diskussion - wie Alfred sagte - hier wirklich nicht förderlich.


    Die optische Gegenwelt sieht aber ganz anders aus, sehr poetisch. Ich werde mir eine Aufführung ansehen.


    Na dann mach das aber auch, und vergiss bitte nicht das Einstellen einer ausführlichen Rezension dieser poetischen Gegenwelt.

    "Tatsachen sind die wilden Bestien im intellektuellen Gelände." (Oliver Wendell Holmes, 1809-94)

  • Ich bitte nicht aufeinander loszugehen, das würde dem Forum schaden.
    Wahrscheinlich sind die Regietheatergegner in verschiedenen Detailfraagen auch nicht einig.


    Ud was ich auf das untere Staement antworte, tue ich nicht im Namen der Regietheatergegen, sondern ganz persönlich:


    Zitat

    Es sind die Feinde des Regietheaters, die das Theater prostituieren wollen, indem sie nämlich völlig skrupellos jeden künstlerischen Anspruch ihren ganz privaten Unterthaltungsbedürfnissen zu opfern bereit sind.


    Der "Vorwurf" stimmt teilweise - ist aber sprachlich tendenziös, daher bitte ich meine Variante auch in Betracht zu ziehen


    In der Tat ist mir MEIN ÄSTHETISCHER ANSPRUCH - und wer so will - meine Unterhaltung - wichtiger als das Machwerk von irgendjemand der sich "Künstler" nennt und ein ECHTES Kunstwerk ungewünscht "Bearbeitet" oder sogar zerstört.
    Der Künstler - war stets ein ERFÜLLUNGSGEHILFE des AUFTRAGGEBERS (Das ist im konkreten Fall das Publikum)


    Es wurde oben IMO sehr gut zum Auzsdruck gebracht, der "Künstler" habe Vorrang vor dem Auftraggeber. Viele selbsternannte Künstler, speziell im 20 Jahrhundert, waren und sind der Meinung, die öffentliche Hand sei dazu da ihre Selbstverwirklichung zu finanzieren, denn sie seien etwas "Besonderes" Durch all die Jahrhunderte wurden Künstler und ihre Werke dazu verwendet die Bedürfnisse ihrer Auftraggeber zu befriedigen. Dafür wurden sie dann oft fürstlich bezahlt. Auch die Fresken eines Michelangelo wurden teilweise übermalt, weil sie einigen Kardinälen zu freizügig erschienen


    Aber auch im 20. Jahrhundert gibt es Beispiele: (Originaltext von Wikipedia - Es geht um den kommunistisch orientierten Maler Diego Rivera))


    Noch in Detroit arbeitend erhielt Rivera den Auftrag ein Wandgemälde in der Lobby des noch im Bau befindlichen Rockefeller Center zu malen. Im Laufe des Jahres 1933 arbeitete er an diesem Bild, dessen Thema Der Mensch am Scheideweg, hoffnungsvoll in eine bessere Zukunft blickend von einer Kommission vorgegeben worden war. Rivera bildete in diesem Bild seine negative Sicht auf den Kapitalismus ab und zeigt Lenin, der in der genehmigten Vorzeichnung noch nicht auftauchte, als einen Vertreter der neuen Gesellschaft. Dies führte zu heftiger Kritik der konservativen Presse, wohingegen progressive Gruppen sich mit dem Künstler solidarisierten. Die Rockefellers als Auftraggeber stellten sich nicht wie Ford hinter den Künstler, sondern baten Rivera darum, Lenin zu übermalen.[36] Als der Künstler dies ablehnte, wurde das Gemälde Anfang Mai abgedeckt sowie Rivera ausgezahlt und entlassen. Infolgedessen kehrte Diego Rivera nach Mexiko zurück. Im Februar 1934 wurde das Wandgemälde im Rockefeller Center endgültig zerstört.


    Aber abgesehen von allem anderen kann ich in Bezug auf das Regietheater keinen künstlerischen Anspruch in irgendeiner Form erkennen


    mit freundlichen Grüßen aus Wien
    Alfred

    Ich bitte alle Mitglieder, die über 25 Beiträge verfasst haben und noch keinen AVATAR besitzen

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  • . Es sind die Feinde des Regietheaters, die das Theater prostituieren wollen, indem sie nämlich völlig skrupellos jeden künstlerischen Anspruch ihren ganz privaten Unterthaltungsbedürfnissen zu opfern bereit sind.


    Ich habe genauso wie jeder andere einen Anspruch auf die Befriedigung meiner privaten Unterhaltungsbedürfnisse. Dass ich diesen jeden künstlerischen Anspruch opfere, weise ich ganz entschieden zurück. Meine Vorstellungen von Kunst unterscheiden sich nur von den deinigen. Wieso und mit welchem Recht legst du fest, was Kunst ist und was nicht?


    Mme. Cortese

    Gott achtet mich, wenn ich arbeite, aber er liebt mich, wenn ich singe (Tagore)

  • Das ist es also wieder, dieses Bildchen, mit dem nicht nur eine Inszenierung sondern gleich noch die Kulturförderung niedergemacht wird. Ein sehr fragwürdiger Ansatz der Betrachtung ist das. Ich gehe mal davon aus, dass das Foto aus der neuen "Cosi" der Komischen Oper in Berlin stammt. Jedenfalls könnte es daraus stammen. Die optische Gegenwelt sieht aber ganz anders aus, sehr poetisch. Ich werde mir eine Aufführung ansehen.


    Rheingold


    Wenn ich nicht irre, stammt das Bild aus dem in diesem Beitrag genannten Fernsehbericht (deshalb auch der Verweis auf die Kulturförderung). Aber wie Du schon hier bemerkt hast, gehört der saubere Quellenverweis nicht unbedingt zum Standardrepertoire des Regietheatergegners ... :pfeif:

    mfG Michael


    Eine Meinungsäußerung ist noch kein Diskurs.

  • Ich habe genauso wie jeder andere einen Anspruch auf die Befriedigung meiner privaten Unterhaltungsbedürfnisse.


    Damit wäre der von Holger erwähnte Vergleich klar gerechtfertigt, wenn das Theater zur Bedürfnisbefriedigung aufgesucht wird.
    Die Wortwahl könnte sensibler sein.

    Im übrigen bin ich der Ansicht, dass gepostete Bilder Namen des Fotografen, der dargestellten Personen sowie eine genaue Angabe des Orts enthalten sollten.
    (frei nach Marcus Porcius Cato Censorius)

  • Damit wäre der von Holger erwähnte Vergleich klar gerechtfertigt, wenn das Theater zur Bedürfnisbefriedigung aufgesucht wird.
    Die Wortwahl könnte sensibler sein.


    Das musst du mir jetzt mal näher erklären. Wenn ich das Theater nicht zur Befriedigung meiner Unterhaltungsbedürfnisse aufsuchen darf, wozu dann? Wenn ich nämlich kein Bedürfnis verspüre, das Theater aufzusuchen - aus welcher Motivation heraus auch immer - dann bleibe ich zu Hause. Oder darf ich das Theater nur aufsuchen, um das zu goutieren, was mir Leute wie du und Holger als Kunst verkaufen wollen?


    Kleine Nebenbemerkung zur Wortwahl: zur reinen Bedürfnisbefriedigung gehe ich nicht unbedingt ins Theater....


    Mme. Cortese

    Gott achtet mich, wenn ich arbeite, aber er liebt mich, wenn ich singe (Tagore)

  • Es ist das Wort Bedürfnis, das darauf hindeutet, dass es hauptsächlich, wenn nicht gar ausschliesslich um sinnliche Dinge geht.
    Bedürfnis nach Nahrung wäre Hunger - aber der Besuch eines teuren Restaurants ist mehr als das!
    Bedürfnis nach sinnlichen Erfahrungen sehe ich als Motivation für bestimmte Spezialmassagen bzw. den Besuch einer Beauty Farm oder eines Thermalbades.


    Aber in die Oper zu gehen, um ein Klangbad zu nehmen? Das lässt schon einiges an Respekt vor der Leistung vermissen, die einem da geboten wird.


    (Und im Zusammenhang mit einem Bordellvergleich bekommt der Begriff Bedürfnisbefriedigung besondere Bedeutung.)

    Im übrigen bin ich der Ansicht, dass gepostete Bilder Namen des Fotografen, der dargestellten Personen sowie eine genaue Angabe des Orts enthalten sollten.
    (frei nach Marcus Porcius Cato Censorius)

  • Aber in die Oper zu gehen, um ein Klangbad zu nehmen? Das lässt schon einiges an Respekt vor der Leistung vermissen, die einem da geboten wird.

    Wieso????? Und neben dem "Klangbad" sollte auch optisch nicht allzu Hässliches geboten werden. Ich habe die RT-Befürworter schon öfter gefragt, warum "Kunst" heutzutage fast immer abstoßend, ordinär, unappetitlich oder abstrus daherkommen muss, um auch als Kunst zu gelten, habe aber noch nie eine zufriedenstellende Antwort erhalten. Scheint doch irgendwie mit des Kaisers neuen Kleidern zusammenzuhängen. Aber vermutlich folgt gleich wieder eine Vorlesung über Ästhetik - allerdings ,was man als ästhetisch empfindet, darüber gehen die Meinungen nun mal auseinander. Ich allerdings meine, dass man auch ästhetische Vorstellungen haben darf, ohne Ästhetik studiert zu haben. Aber natürlich... die sind dann falsch und "wissenschaftlich nicht haltbar".

    Gott achtet mich, wenn ich arbeite, aber er liebt mich, wenn ich singe (Tagore)

  • Damit wäre der von Holger erwähnte Vergleich klar gerechtfertigt, wenn das Theater zur Bedürfnisbefriedigung aufgesucht wird.

    Das Theater als "Bedürfnisbefriedigung" - der war richtig gut. :thumbsup:
    Der paßt prima in den Thread "Stilblüten im Tamino- Forum".


    Zur "Bedürfnisbefriedigung" kenne ich eigentlich einen "anderen Ort" als das Theater.
    Aber um bei der Symbolik zu bleiben, wir kleinen, bescheidenen und unerfahrenen Zuschauer haben eben leider noch nicht begriffen, daß ja das Theater /Opernhaus in Wahrheit ein Lehrinstitut ist, wo Vorlesungen und Seminare gehalten werden. Vielleicht sollte man beim Erwerb der Eintrittskarte erstmal eine Eignungsprüfung ablegen, bzw. einen Befähigungsnachweis erbringen. Auf jeden Fall aber nachher eine Prüfung ablegen, ob man die evtl. Neudeutungen eines genialen Regisseurs wenigstens ansatzweise begriffen hat. Eigene Erwartungen, Meinungen und Interpretationen sind da selbstverständlich unerwünscht und völlig deplaziert und führen zum sofortigen Ausschluß neuer Besuche.
    Meine Güte, was bin ich froh, daß mir solche bekloppten Gedanken bei meinen vielen besuchten Opernabenden nicht mal ansatzweise gekommen sind...
    Ein mir persönlich bekannter Tenor schrieb mir mal vor ein paar Jahren eine Widmung auf sein Bild - "Zur Erinnerung an die schönsten Zeiten". Wie recht er hatte. Und es waren wirklich schöne Zeiten. Vor allem, weil an solchen Unsinn wie er heute leider vielfach üblich ist, nicht im Mindesten zu denken war!!! Da war ein Opernabend ein Opernabend und keine philosophische Vorlesung!!!!!!!!!!!!!!
    CHRISSY

    Jegliches hat seine Zeit...

  • Und neben dem "Klangbad" sollte auch optisch nicht allzu Hässliches geboten werden.


    Das sehe ich als Bestätigung ... Menschen studieren und üben jahrelang, um dem werten Publikum ein Klangbad zu bereiten... das ist eine ziemlich unerträgliche Kunstauffassung.


    Ich habe die RT-Befürworter schon öfter gefragt, warum "Kunst" heutzutage fast immer abstoßend, ordinär, unappetitlich oder abstrus daherkommen muss, um auch als Kunst zu gelten, habe aber noch nie eine zufriedenstellende Antwort erhalten. Scheint doch irgendwie mit des Kaisers neuen Kleidern zusammenzuhängen.


    Wie wärs, wenn man es als entsprechende Antwort auf abstossende, ordinäre und abstruse Erwartungshaltungen sieht. Also etwas wie ein vorgehaltener Spiegel...

    Im übrigen bin ich der Ansicht, dass gepostete Bilder Namen des Fotografen, der dargestellten Personen sowie eine genaue Angabe des Orts enthalten sollten.
    (frei nach Marcus Porcius Cato Censorius)

  • Das sehe ich als Bestätigung ... Menschen studieren und üben jahrelang, um dem werten Publikum ein Klangbad zu bereiten... das ist eine ziemlich unerträgliche Kunstauffassung.


    Und nochmal muss ich fragen : wieso? Ich gehe natürlich davon aus, dass die ausübenden Künstler in der Lage sind, über den Klang auch das im Text Gemeinte zu vermitteln.


    Außerdem wüsste ich zu gerne, was abstoßende, ordinäre oder abstruse Erwartungshaltungen sind.

    Gott achtet mich, wenn ich arbeite, aber er liebt mich, wenn ich singe (Tagore)

  • Das sehe ich als Bestätigung ... Menschen studieren und üben jahrelang, um dem werten Publikum ein Klangbad zu bereiten... das ist eine ziemlich unerträgliche Kunstauffassung.



    Klar, das ist natürlich abscheulich! Wie schrecklich! Aber um sich dann halbnackt oder nackt in entwürdigenden Positionen dem Spott aussetzen zu müssen, dafür ist ein jahrelanges Gesangsstudium wahrscheinlich gerade gut genug.
    Ja, ein Klangbad! Wie eklig!
    Ob das die knapp tausend Menschen beim letzten Pollini-Konzert und der Meister selber wohl auch so gesehen haben? Ich weiß nicht, ob der Ausdruck "Klangbad" dafür angemessen erscheinen kann, das war schon viel mehr ein Klangrausch. Igittigitt!!!


    Auch ich habe ein jahrelanges Hochschulstudium absolviert, jahrelang geübt, schwierige Examina hinter mich gebracht. Wenn ich Konzerte gebe, dann möchten ich bzw. auch meine Kammermusikpartner unser Programm so gut und auch so klangvoll wie möglich abliefern und unser Publikum erfreuen, beglücken, anregen, vom Alltag ablenken, auf klassische Musik aufmerksam machen, ihnen die von uns ausgewählten Werke und deren Urheber nahebringen, sie anregen, sich damit weiter zu beschäftigen usw. Das empfinden wir keinesfalls als "unerträglich". Das ist Teil unseres Jobs, den wir gern und auch zu unserer eigenen Freude ausüben. Unerträglich ist allenfalls diese unsagbare Arroganz, mit der selbsternannte, peinliche Möchtegern-Revoluzzer und ewige Weltverbesserer ihr Publikum verachten und dies auch noch als besonders "künstlerisch" empfinden. Wobei das ja auch alles eher eine große Lachnummer ist. :hahahaha:

    "Tatsachen sind die wilden Bestien im intellektuellen Gelände." (Oliver Wendell Holmes, 1809-94)

  • Ich bitte nicht aufeinander loszugehen, das würde dem Forum schaden.
    Wahrscheinlich sind die Regietheatergegner in verschiedenen Detailfraagen auch nicht einig.


    Ud was ich auf das untere Staement antworte, tue ich nicht im Namen der Regietheatergegen, sondern ganz persönlich:

    Dann beantworte mir doch bitte, lieber Alfred, einmal die persönliche Frage: Was ist der Sinn solcher Threads wie dieser hier? Ich habe inzwischen leider den Eindruck - und viele andere Leser und stille Mitleser vielleicht auch - daß es hier um die Wiederbelebung einer mittelalterlichen Tradition geht, nämlich Menschen wegen einer vermeintlichen gesellschaftlicher Verfehlung an den Pranger zu stellen. Man band so einen Menschen auf dem Marktplatz fest und jeder durfte ihn ungestraft anpissen oder mit einem Misthaufen überschütten als Ausdruck gesellschaftlicher Ächtung und persönlicher Verachtung. Als aufgeklärter Mensch des 21. Jahrhunderts impfinde ich so etwas für ein Forum (=Marktplatz) ziemlich unwürdig.

    Der "Vorwurf" stimmt teilweise - ist aber sprachlich tendenziös, daher bitte ich meine Variante auch in Betracht zu ziehen


    In der Tat ist mir MEIN ÄSTHETISCHER ANSPRUCH - und wer so will - meine Unterhaltung - wichtiger als das Machwerk von irgendjemand der sich "Künstler" nennt und ein ECHTES Kunstwerk ungewünscht "Bearbeitet" oder sogar zerstört.
    Der Künstler - war stets ein ERFÜLLUNGSGEHILFE des AUFTRAGGEBERS (Das ist im konkreten Fall das Publikum)


    Es wurde oben IMO sehr gut zum Auzsdruck gebracht, der "Künstler" habe Vorrang vor dem Auftraggeber. Viele selbsternannte Künstler, speziell im 20 Jahrhundert, waren und sind der Meinung, die öffentliche Hand sei dazu da ihre Selbstverwirklichung zu finanzieren, denn sie seien etwas "Besonderes" Durch all die Jahrhunderte wurden Künstler und ihre Werke dazu verwendet die Bedürfnisse ihrer Auftraggeber zu befriedigen. Dafür wurden sie dann oft fürstlich bezahlt.

    Wenn Du so denkst, mußt Du das auch einem Johann Sebastian Bach zum Vorwurf machen. Er war nämlich nicht bereit, sich zum Erfüllungsgehilfen seiner Auftraggeber degradieren zu lassen und hat den offenen Konflikt nicht gescheut. Wenn Bach nicht seine "Selbstverwirklichung" über die Bedürfnisse seiner Geldgeber gestellt hätte, gäbe es heute keine H-moll-Messe und keine Mathäus-Passion.


    Schöne Grüße
    Holger

  • Das Theater als "Bedürfnisbefriedigung" - der war richtig gut.
    Der paßt prima in den Thread "Stilblüten im Tamino- Forum".


    Bitte zuerst unter 803 nachlesen, bevor man unzusammenhängend zitiert. Danke.

    Im übrigen bin ich der Ansicht, dass gepostete Bilder Namen des Fotografen, der dargestellten Personen sowie eine genaue Angabe des Orts enthalten sollten.
    (frei nach Marcus Porcius Cato Censorius)