Sammelplatz für absurde und lächerliche Inszenierungsideen...

  • Das sind Fake-News. In einer Mitteilung der Tierschutzorganisation Peta vom Donnerstag hieß es:

    Sehr geehrter Herr Ascanio,

    Dein sehr ehrenwerter Beitrag beinhaltet eine Info einer "Tierschutzorganisation". Mein Beitrag stammt aus der OTZ vom 10.9.2019. Ich zitiere wörtlich:


    " Jesus Christus wird bei den berühmten Oberammergauer Passionsspielen im nächsten Jahr nicht - wie von Tierschützern gefordert - auf dem E-Tretroller nach Jerusalem einziehen. Wie eh und je werde Gottes Sohn auf einem Esel reiten, teilten die Passionsspiele am Montag mit. Das Veterinäramt des Landratsamtes Garmisch-Partenkirchen stellte klar, daß grundsätzlich dem Ritt auf dem Esel nichts entgegenstehe. (dpa)"


    Bevor Du mir oder der Presse oder der dpa Fakes unterstellst und Du Dich damit dem Jargon der "Lügenpresse" annäherst, solltest Du Dich besser informieren.

    La Roche

    Was Du ererbt von Deinen Vätern, erwirb es, um es zu besitzen!

  • Bevor Du mir oder der Presse oder der dpa Fakes unterstellst und Du Dich damit dem Jargon der "Lügenpresse" annäherst, solltest Du Dich besser informieren.

    La Roche


    Ich habe La Roche keinen Fake unterstellt, sondern der Zeitung, in der er die Nachricht gelesen hat.

    Mehr dazu hier

  • Ich habe La Roche keinen Fake unterstellt, sondern der Zeitung, in der er die Nachricht gelesen hat.

    Siehe Thread E-Roller statt Esel.

    Die von Dir zitierten Zeitungen schreiben inhaltlich dieselbe abstrakte Forderung der Tierschützer wie die OTZ.


    Was Du ererbt von Deinen Vätern, erwirb es, um es zu besitzen!

  • Für mich gilt als "absurd" und "lächerlich" praktisch alles was seit Jahren in Bayreuth in Sachen Inszenierungen dargeboten wird. Der Begriff "an den Haaren herbeigezogen" ist nur allzu mild. Die neueste "Tannhäuser"-Inszenierung wurde von der Presse fast einstimmig hochgejubelt... Versuche immer wieder mich mit diesem Regietheater-Quatsch anzufreunden, es gelingt mir einfach nicht: Ich glaube, nicht mehr zu dieser Welt zu gehören - bin ja auch schon ein alter Mann. Schade für die Musik, die man allerdings - und Gottseidank - auf CD oder im Rundfunk genießen kann!

  • Lieber adriano,


    mir gefällt Deine Meinung, da ich sie teile. Mir gefällt sie um so mehr, da ich Laie und passiver Theaterfreund bin, Du hingegegn Experte und aktiver Musikfreund bist. Wahrscheinlich liegt es doch am Geburtsjahr.


    Danke für diese Ehrlichkeit, die hier nicht nur Zuspruch erfahren wird!


    Herzlichst La Roche

    Was Du ererbt von Deinen Vätern, erwirb es, um es zu besitzen!

  • Lieber Adriano,


    danke für deine Ehrlichkeit. Ich stehe - wie wohl die meisten - voll auf deiner Seite. Lass dich in deiner Meinung nicht von ein paar Leuten beirren, die in der Sache selbst nichts Konkretes beitragen können, aber immer wieder nur persönlich angreifen wollen. Ich werde auch immer wieder angegriffen, ein "Hochintellektueller" hat mich in einer Ferndiagnose sogar für "hirntot" erklärt. Aber was macht es. Ich fühle mich - trotz meines Alters - noch sehr lebendig.

    Ich weiß zwar nicht, wie alt du bist, aber ich weiß, dass die Ablehnung dieser Verunstaltungen nicht vom Alter abhängig ist, denn es gibt und gab - auch hier im Forum eine Reihe junger Leute, die sich gegen die Entstellung der Meisterwerke wehrten und noch wehren. Und in Meiner Umwelt erlebe ich immer wieder, wie groß die Ablehnung ist.

    Hier im Forum wollen wir nichts anderes, als unser Recht auf die echten Werke betonen. Keineswegs wollen wir den Liebhabern der gefälschten Werke ihren Anteil nehmen, wenn diese Werke nicht unter dem guten Namen und Titel der Originalwerks vertrieben und die Fälschungen eindeutig gekennzeichnet werden, so dass jeder Opernfreund sofort erkennen kann, was ihm hier geboten wird. Ich würde es z.B. nie wagen, in Deutschland oder seinen Nachbarländern eine Premiere zu besuchen. Man liest Name und Titel und erwartet das echte Werk und dann wird wieder so eine langweilige Inszenierung in den Alltagsklamotten aus der Wühlkiste, die wir täglich um uns herum sehen können, oder Nazi- bzw. ähnlichen Uniformen gezeigt, die weder mit Text noch Musik etwas zu tun haben. Und meist ist es auch wieder nach demselben Schema inszeniert (Altenheim, Psychiatrie, Fitnessstudio und vor allen der bei Regisseuren wohl sehr beliebte Zirkus oder die Nazis). Du hast Recht, "an den Haaren herbeigezogen", "Regietheater-Quatsch", selbst "Verunstaltung" sind noch viel zu milde Ausdrücke für diesen Schwachsinn.

    Aber nun sind wir leider wieder ins Diskutieren geraten, was hier eigentlich nicht sein sollte.


    Liebe Grüße

    Gerhard

    Alle Kunst ist der Freude gewidmet, und es gibt keine höhere und keine ernsthaftere Aufgabe, als die Menschen zu beglücken. Die rechte Kunst ist nur diese, welche den höchsten Genuß verschafft.
    (Schiller: Die Braut von Messina, Kapitel 2)

  • Würde ich aus Sorge vor Enttäuschung nicht in die Oper gehen - was hätte ich da schon alles verpasst.


    In der Tat Absurdes und Lächerliches sah ich gerade am letzten Samstag auf der Bühne der Staatsoper Hamburg: "Die Nase" von Schostakowitsch wurde gegeben. Dies entsprach allerdings dem "Geist" des Stückes, einer musikalischen Groteske par excellence. Eine Nase entwischt über Nacht ihrem eigentlichen Besitzer und bringt zunächst ihn und dann eine ganze Stadt in Aufruhr.


    Die Inszenierung wartete dabei nicht nur mit den stückimmanenten Absurditäten auf, sondern schlug gleichzeitig einen Bogen von diversen menschenfeindlichen Überwachungsregimen und inhaltlich grotesk ausgehöhlten Gesellschaftsformen des 20. Jahrhunderts (ja, auch Verweise auf die Nazi-Diktatur gab es) bis hin zu offenen Aktualitätsbezügen (sog. "Lügenpresse"; des Weiteren gab es Video-Sequenzen vom Hamburger Rathausmarkt u.a.).


    Da habe ich mir gedacht: Wie gut, dass ich hingegangen bin. Das war lebendiges, intelligentes, spannendes Musiktheater. Und es wäre sehr schade gewesen, hätte Regisseurin Karin Beier sich der Schimäre einer sog. 'Werktreue' verschrieben. Vieles nämlich, was den Abend lohnenswert machte und ihn für ein paar Mitleser sicherlich auch für diesen Thread qualifizieren würde, wäre mir sonst in "Die Nase" unentdeckt geblieben. Hinter der Absurdität und der Lächerlichkeit taten sich Abgründe auf, die durch die Inszenierung auf zuweilen überraschende Weise in ihrer gültigen Relevanz besonders eindrücklich gerieten.

  • Ich dachte, hier solle nicht diskutiert werden??

    Lass dich in deiner Meinung nicht von ein paar Leuten beirren, die in der Sache selbst nichts Konkretes beitragen können, aber immer wieder nur persönlich angreifen wollen.

    Persönliche Angriffe lehne ich ebenso ab, aber viel Konkretes finde ich in den letzten Postings auch nicht.

    ... Verunstaltungen ... gefälschten Werke ... an den Haaren herbeigezogen ... Regietheater-Quatsch ... Schwachsinn

    Zusammen mit den Vokabeln "lächerlich" und "absurd" im Titel des Threads sind das für mich Schimpfereien ohne viel inhaltliche Substanz. Natürlich gefällt nicht jedem jede Inszenierung, auch mir nicht, aber eine Inszenierung mit den obigen Bezeichnungen zu versehen, weil die Kostüme oder Accessoires aus heutiger Zeit gewählt wurden, zeigt doch ein recht simples Reiz-Reaktionsschema. Mich erinnert das an meinen Großvater, der im Konzert ähnlich geschimpft hat, wenn ein kurzes zeitgenössisches Stück als erstes nach der Pause vor der Brahmssinfonie gespielt wurde. Das sei Schwachsinn und keine Musik, etc. Er hätte sich besser darauf eingelassen und bereichern lassen und danach den Brahms genossen. Das empfehle ich auch traditionsbewussten Opernbesuchern.

  • Würde ich aus Sorge vor Enttäuschung nicht in die Oper gehen - was hätte ich da schon alles verpasst.

    Während ich meinen letzten Beitrag schrieb, hat Leiermann eine viel bessere Darstellung dessen gegeben, was auch ich mit meinem Beitrag ausdrücken wollte. Danke dafür!

  • Das sei Schwachsinn und keine Musik, etc. Er hätte sich besser darauf eingelassen und bereichern lassen und danach den Brahms genossen. Das empfehle ich auch traditionsbewussten Opernbesuchern.

    Meine Empfehlungen für einen Opernbesuch stammen aus Theaterkritiken, aus Trailern und aus der Inhalts- und Entstehungsgeschichte des jeweiligen Werkes.

    Würde ich aus Sorge vor Enttäuschung nicht in die Oper gehen - was hätte ich da schon alles verpasst.

    Geht mir genauso wie Dir. Ich erspare mir Enttäuschungen und sinnlose Geldausgaben. Ich möchte beim Verlassen eines Theaters zumindest keine schlechtere Laune haben als beim Betreten! Trotzdem habe ich schon ca. 150-200 verschiedene Opern gesehen, manche sogar mehr als 10 x. Und bei manchen habe ich mich geärgert, sie auch nur 1x gesehen zu haben. Dabei spielte gar nicht die Musik die entscheidende Rolle, denn wenn ich in eine Oper von Enescu gehe, weiß ich, was mich erwartet. Deshalb hatte ich gute Laune nach dem Verlassen der Geraer Inszenierung. Ich war aber stinksauer nach meinem letzten "Hoffmanns Erzählungen"-Besuch (über die Gründe hatte ich ausführlich berichtet). Leider hatte ich trotz Kenntnis der Kritiken und des Trailers die Hoffnung, mich wenigstens an der Musik erfreuen zu können. Vergebens.


    La Roche

    Was Du ererbt von Deinen Vätern, erwirb es, um es zu besitzen!

  • viel Konkretes finde ich in den letzten Postings auch nicht.

    Viel Konkretes, das für den Opernfreund unverständlich bleibt, ist hier in den letzten Jahren aufgeführt worden. Auch gerade in diesem Thema gibt es ja genügend Beispiele, die Fragen nach dem Sinn der Inszenierung aufwerfen und die uns, die eine Abneigung gegen diese Verschandelungen der Meisterwerk haben, keiner der Verteidiger des Regisseurstheater jemals erläutern konnte. Aber vielleicht kannst du es ja.

    Fangen wir mit ein paar Beispielen an:

    Was sollen uns die Smartphones und die nervigen Projektionen in einem Stück aus dem 14. Jahrhundert sagen?

    Was hat Rigoletto oder Tannhäuser im Zirkusmilieu zu suchen (und das ist bei Rigoletto nicht das erste Mal)?

    Wie erklärst du einem normal denkenden Menschen, wenn Don Quichotte statt mit dem Schwert gegen Windmühlen mit der Klosettbürst gegen einen Ventilator kämpft?

    Welche Bedeutung haben Ratten, scheußliche Embrios, Klassenzimmer, Baustellen, ein Transformatorhäuschen im Lohengrin?

    Was sagen uns Klosettschüsseln im Maskenball?

    Lassen wir es erstmal bei diesen fünf Fragen. Wir haben die Verteidiger solcher Inszenierungen, die wir nur als Schwachsinn betrachten können, schon häufiger um konkrete Erklärungen gebeten, ohne jemals eine zu erhalten. Wenn du das alles ja verstehst, dann fang' schon mal mit den Erklärungen an. Wenn wir die Erläuterungen von dir erhalten haben, werde ich weitere Fragen stellen. Also, wie früher schon häufiger hier gesagt, "Butter bei die Fisch".

    Alle Kunst ist der Freude gewidmet, und es gibt keine höhere und keine ernsthaftere Aufgabe, als die Menschen zu beglücken. Die rechte Kunst ist nur diese, welche den höchsten Genuß verschafft.
    (Schiller: Die Braut von Messina, Kapitel 2)

  • Leider habe ich ausser dem elektrischen Lohengrin keine der genannten Inszenierungen gesehen. Manches von dem, was Du nennst, klingt tatsächlich albern. Vielleicht würde ich diese Inszenierungen auch insgesamt unverständlich oder doof finden. Ich würde aber sicher nicht verächtlich von "Machwerk" und "Verunstaltung" sprechen, übrigens auch nicht von "Müll" in Bezug auf einzelne Arien. Diese abwertende Sprache ist nicht nötig, nicht konstruktiv, nicht hilfreich, um vernünftig zu diskutieren. Mich stört einfach, daß nur weil in einem Trailer Smarphones zu sehen sind (diese Inszenierungsidee finde ich nicht per se albern), abwertende Schimpfkanonaden losgelassen werden. Manche Foristen haben den Simone Boccanegra gelobt. Warum nicht einfach ansehen und dann eine ausgewogene persönliche Kritik verfassen? So z.B.: "Die Smartphones und zeitgenössischen Kostüme haben für mich nicht gepasst, weil.... Der Gesang war dagegen .... Das Bühnenbild war zeitlis aber beeindruckend, etc." Klingt doch anders als "Machwerk" und "Zerstörung", oder?

  • Leider habe ich ausser dem elektrischen Lohengrin keine der genannten Inszenierungen gesehen. Manches von dem, was Du nennst, klingt tatsächlich albern. Vielleicht würde ich diese Inszenierungen auch insgesamt unverständlich oder doof finden. Ich würde aber sicher nicht verächtlich von "Machwerk" und "Verunstaltung" sprechen, übrigens auch nicht von "Müll" in Bezug auf einzelne Arien. Diese abwertende Sprache ist nicht nötig, nicht konstruktiv, nicht hilfreich, um vernünftig zu diskutieren.

    Ich muss eines betonen: Es geht hier lediglich um die Inszenierung, nicht um den Gesang. Über die Sänger und das Dirigat zu urteilen - das habe ich schon häufiger hier gesagt - maße ich mir nicht an. Und da gehen ja auch hier im Forum die Meinungen oft weit auseinander. Allerdings muss ich in Bezug auf die Musik auch sagen, dass mir die Freude daran genommen wird, wenn das Bild nicht dazu passt. Im Fernsehen habe ich dann zwar noch die Chance, das Bild abzuschalten und die Musik, die ich ohnehin immer über die Stereoanlage höre, weiterhin zu hören. Wenn ich aber ins Opernhaus gehe, will ich nicht - wie früher schon einmal geschehen - mit geschlossenen Augen den ganzen Abend durchstehen. Und die Behauptung, dass ich von einer Arie o.ä. jemals von Müll gesprochen habe, müsstest du mir erst einmal nachweisen.

    Aber einige wenige, die hier solche Inszenierungen verteidigen, sagen - ähnlich wie du jetzt - immer dann, wenn sie auf konkrete Teile angesprochen werden, dass sie die Inszenierungen selbst leider nicht gesehen haben, die sie aber trotzdem verteidigen.

    Wer also ein Urteil abgeben will, kann sich einige dieser Inszenierungen aber hier in diesem Thema ansehen, wo Trailer, Bilder, Trailer und sogar ganze Inszenierungen verlinkt sind. Darüber hinaus gibt es die Mediatheken und nicht zuletzt youtube, bei denen man sich informieren kann. Ich denke, das Meiste, zu dem ich die Fragen gestellt habe, gibt es hier in diesem Thema oder in den genannten Quellen noch zu sehen.

    Wer also Stellung dazu nehmen will, sollte sich auch wenigstens einen Querschnitt oder zumindest ein Bild, auf dem man oft auch eindeutig erkennen kann, dass hier wieder einmal das Werk entstellt wurde, davon angesehen haben oder auch die Beschreibung der Inszenierung in der Presse gelesen haben.

    Und solche Mätzchen, wie ich sie dir in den Fragen gestellt habe, sind für mich Verunstaltungen des Werks, und da sage ich auch weiterhin ganz eindeutig meine Meinung, die auch die Meinung vieler ist, ohne jegliche Beschönigung.

    Alle Kunst ist der Freude gewidmet, und es gibt keine höhere und keine ernsthaftere Aufgabe, als die Menschen zu beglücken. Die rechte Kunst ist nur diese, welche den höchsten Genuß verschafft.
    (Schiller: Die Braut von Messina, Kapitel 2)

  • Allerdings muss ich in Bezug auf die Musik auch sagen, dass mir die Freude daran genommen wird, wenn das Bild nicht dazu passt.

    Da meine ich, es könnte eventuell helfen, sich darauf einzulassen, auch wenn es nicht den Vorlieben entspricht. Und hinterher versuchen, differenziert das Erlebte zu betrachten.

    Und die Behauptung, dass ich von einer Arie o.ä. jemals von Müll gesprochen habe, müsstest du mir erst einmal nachweisen.

    Entschuldigung, das war nicht ganz klar formuliert. Das hat, wie neulich im Forum zu lesen, ein Regisseur über eine Mozart-Arie gesagt, die er aus der Inszenierung herausgenommen hat. Finde ich unnötig provokant, wenn er die Arie streichen möchte, dann sollte er das auch sachlich begründen und nicht die Arie als Kunstwerk abwerten.

    Aber einige wenige, die hier solche Inszenierungen verteidigen, sagen - ähnlich wie du jetzt - immer dann, wenn sie auf konkrete Teile angesprochen werden, dass sie die Inszenierungen selbst leider nicht gesehen haben, die sie aber trotzdem verteidigen.

    Was soll ich denn Deiner Meinung nach tun, wenn ich die Inszenierung nicht gesehen habe? Don Quichote mit Klobürste klingt albern, könnte eventuell im Kontext der Inszenierung funktionieren. Weiß ich doch nicht im Voraus. Und wenn die Klobürste eine Idee ist, die für mich auch im Kontext albern erscheint, kann der Rest der Aufführung doch trotzdem interessant und bereichernd sein.

    Und solche Mätzchen, wie ich sie dir in den Fragen gestellt habe, sind für mich Verunstaltungen des Werks, und da sage ich auch weiterhin ganz eindeutig meine Meinung, die auch die Meinung vieler ist, ohne jegliche Beschönigung.

    Deine Meinung ist Dir natürlich belassen, Du darfst nur nicht erwarten, daß andere der gleichen Meinung sind. Die Wortwahl finde ich nach wie vor nicht hilfreich.

  • Ich erwarte auch nicht, dass die Befürworter des Regisseurstheaters jemals meiner Meinung werden, aber ich sehe dasselbe Recht, auch hier meine Meinung - der übrigens sehr viele sind - zu vertreten. Und ich habe da schon viel krassere Meinung über diese Unsitte gehört.

    Die Wortwahl in einer Sache ist recht harmlos gegen die, die einige hier einzelne Mitglieder gegen andere Mitglieder (das ist jetzt nicht auf dich gemünzt) erlauben. Selbst das Wort "Machwerk" für manche Inszenierungen ist noch viel zu harmlos, wenn ich betrachte, wie "Der Freischütz" z.B. in der Komischen Oper Berlin oder in der Staatsoper Hannover total verhunzt wurde (wo in Berlin Max in der Wolfsschluchtszene ein Brautpaar umbringt, sich nackt ausziehen muss, während des ganzen dritten Aktes nackt herumlaufen muss, an Ende seine Braut erschießt und dann selbst erschossen wird, bzw. in Hannover in Hintergrund Projektionen von Penissen und Vaginas gezeigt werden, der Jägerchor von zwei als Wildecker Herzbuam verkleideten Männern gesungen wird, dieser blöde Pokemon die Oper zerredet usw., die Schulen, in denen "Der Freischütz noch Lehrstoff ist, ausgeladen werden mussten) Ähnliches gilt z.B. für eine Inszenierung des "Tannhäuser" in Düsseldorf, wo der Venusberg im KZ spielt und diese Inszenierung nach der Premiere abgesetzt werden musste und nur noch konzertant durchgeführt werden durfte. Aber von diesen Inszenierungen hast du sicher auch noch nichts gehört, gesehen oder gelesen. Einiges davon (harmlosere Entstellungen) kannst du noch auf youtube nachvollziehen.

    Das alles aber dürfte hier nicht stehen, wo eigentlich keine Kommentare vorgesehen sind. Leider fällt mir kein Thema unter "Regietheaterforum" ein. wo ich auf die wiederum hier angefachte unzulässige Diskussion hätte antworten können.

    Alle Kunst ist der Freude gewidmet, und es gibt keine höhere und keine ernsthaftere Aufgabe, als die Menschen zu beglücken. Die rechte Kunst ist nur diese, welche den höchsten Genuß verschafft.
    (Schiller: Die Braut von Messina, Kapitel 2)

  • Zu dem von GW erwähnten Tannhäuser: ich hatte Karten für eine Folgevorstellung, habe die aber zurückgegeben, weil ich daran gehindert wurde, mir ein eigenes Bild von der Inszenierung zu machen, nicht etwa weil ich ohne die Inszenierung zu kennen sie im Voraus ablehnte.


    SPIEGELonline schrieb damals "Die Deutschen ermordeten sechs Millionen Juden, aber wenn man sie daran erinnert, rufen einige den Arzt."


    Eine der Kritiken lautete recht gemässigt: "Diese Aufführung ist sicherlich nichts für Freunde konventioneller Operaufführungen, doch wer bereit ist sich auf eine spannende, denkanimierende Interpretation einzulassen, wird sicherlich noch einige Zeit darüber nachsinnen können, was uns das szenische Team erzählen wollte."


    Was und wie die Darstellung nun wirklich, war wissen nur die gut 1000 Besucher der Premiere.

  • bzw. in Hannover in Hintergrund Projektionen von Penissen und Vaginas gezeigt werden, der Jägerchor von zwei als Wildecker Herzbuam verkleideten Männern gesungen wird, dieser blöde Pokemon die Oper zerredet usw.

    Gründlicher informieren, ehe sinn-arm in Tastatur gehämmert wird.

    Die Projektionen im Freischütz vom Niedersächsischen Staatstheater zeigten keine Vagina, sondern Projektion eines einzigen Pimmels.
    Die Wildecker Herzbuben agierten nicht als Jägerchor, sondern gestalteten die Jungfernkranz-Nummer. Nach meiner Erinnerung waren dabei auch mehr als zwei Herzbuben zu sehen.
    Samiel fungierte als Spielleiter und nicht als Pokemon.


    Folglich tendiert der Informationswert deines Beitrags gegen Null. Aber keine Sorge. Er bildet in dieser Hinsicht überhaupt keinen Einzelfall, sondern befindet sich in passender Gesellschaft mit denen anderer rt-phober User.

  • Der dem Lustprinzip entgegengesetzte Todestrieb ist nach Siegmund Freud der Wiederholungszwang. Welcher Trieb ist wohl dafür verantwortlich, dass man gebetsmühlenartig Vokabeln aus längst gelöschten Threads wiederholt? Die Frage kann sich jeder selbst beantworten.


    Wer behauptet, dass etwas absurd und lächerlich sei, sollte das präzise begründen können. Es gibt jenseits des Absurden jede Menge Möglichkeiten des negativ Modalisierbaren vom Zweifelhaften, Angreifbaren bis hin zum mehr oder weniger Stimmigen und Unstimmigen. Ansonsten fällt das Prädikat auf denjenigen zurück, der es gebraucht. Das ist dann nämlich lediglich Ausdruck fehlender Bereitschaft und des fehlenden Bemühens um Verständnis.


    Von Niemanden wird verlangt, dass er Regietheater mag. Nur sollte man mit seiner Abneigung vernünftig umgehen können, vor allem, wenn man nicht alleine unter Gleichgesinnten ist, sondern sich in einem Forum bewegt, wo es sehr unterschiedlich Meinungen zu dem Thema gibt. Mit der pauschalen Verunglimpfung einer Inszenierung, die man gar nicht erst verstehen will, wird man jedenfalls keine der Sache dienende wirklich förderliche Kritik erreichen. Wo man statt dessen endet, ist bei einer Polemik gegen Personen, die sich um Verständnis bemühen und die man aus purem Ressentiment als Intellektuelle Spinner verteufelt, weil man argumentativ einfach nichts anzubieten hat.


    Trotzdem ist dieser Thread doch auch für das Lustprinzip gut: So viel zur Schau gestellte Dummheit ist ungemein erheiternd. :P


    Schöne Grüße

    Holger

  • Lieber Gerhard, ich deute da nichts hinein, und ich werde auch nicht auf Dich schießen. Vielmehr habe ich soben bei der Moderation beantragt, den Link zu löschen - was ich soben mit Dankbarheit zur Kenntnis nehme. Folglich möchte ich auch noch darum bitten, meine beiden jüngsten Beiträge zu etfernen. Dann wäre die Sache erledigt.

    Es grüßt Rheingold (Rüdiger)


    Erda: "Alles, was ist, endet."

  • Thomas Pape macht zumindest mir den Ausstieg aus diesem Forum durch seine Löschungen immer leichter...

    Ich habe die von Gerhard Wischniewsky eingestellte, sehr détaillierte Kritik an der Tannhäuser-Aufführung in Bayreuth keineswegs als Homosexuellenveruteilung empfunden, sondern als Faktendarstellung.

    Sorry allerseits, aber wenn so etwas nicht mehr möglich ist, weiss ich nicht, worüber man hier noch urteilen darf!

  • Lieber Gerhard, ich verstehe deine Aufregung nicht , da du keine der von dir erwānten Auffùhrungen live gesehen hast. Ich war zumindestens bei der Tannhāuser Premiere in Dússeldorf.

  • Bevor nun gleich der Sturm der Entrüstung losbricht und mit dem unmittelbaren Austritt aus dem Forum gedroht wird, sollten wir vielleicht kurz innehalten! Ist der fragliche Artikel, den ich - es wird niemanden wundern - für ziemlichen Stuss zudem minderer Qualität halte und der m.E. bei kritischer Lesart durchaus homophobe Merkmale aufweist, derartige Opfer wirklich Wert? Andererseits stellt sich die Frage, wie soll hier zukünftig überhaupt verfahren werden? Wenn schon das Einstellen eines Fremdartikels zur Löschung von Beiträgen führt, müsste dann nicht dieser ganze Thread geschlossen werden, den er enthält genug Beispiele für Inszenierungen, welche einem Teil der Forumsmitglieder nicht "schmeckt". Aber auch sein Pendant mit Beispielen "klassischer" Inszenierungen "schmeckt" mir unter Umständen nicht, müsste also folgerichtig ebenfalls geschlossen werden!?

    Und was machen wir dann mit Kritiken, die von Mitgliedern des Forums nach entsprechenden Opernbesuchen selbst verfasst wurden? Wird dort die Fahne des sog. Regietheaters hoch gehalten, sollte man um des Forenfriedens konsequent löschen? Ebenso aber dann auch chrissy Beiträge zu Liberec, welche sozusagen die andere Fahne schwenken!


    Ich persönlich fürchte, dass wir uns hier gerade alle einen ziemlichen Bärendienst erweisen ...

    mfG Michael


    Eine Meinungsäußerung ist noch kein Diskurs.

  • Thomas Pape macht zumindest mir den Ausstieg aus diesem Forum durch seine Löschungen immer leichter...

    Ich glaube, er hat einfach nur den nicht funktionierenden Link entfernt. Der Artikel kann ja sehr wohl noch gelesen werden. Also bitte nicht dort ärgern, wo es keinen Grund dafür gibt.

    Und Du, lieber m.joho, verrätst mir bitte, was Deinen Ausstieg schwerer - um nicht zu sagen unmöglich - macht, und was ich eventuell dazu beitragen könnte...

    Einer acht´s - der andere betracht´s - der dritte verlacht´s - was macht´s ?
    (Spruch über der Eingangstür des Rathauses zu Wernigerode)

  • Wenn man Thomas Pape in seinem Löschwahn zurückbinden würde. Übrigens ist auch der später erfolgte Link, der den Artikel lesbar machte, gelöscht worden!

  • Ich denke nicht, daß irgendeiner der Moderatoren von irgendeinem Wahn besessen ist. Dann hätte uns Alfred schon ausgetauscht. Es ist nur manchmal ausgesprochen schwer. Und gefühlte 95 % der Betroffenen fühlen sich sowieso immer ungerecht behandelt... Nichts für ungut.

    Einer acht´s - der andere betracht´s - der dritte verlacht´s - was macht´s ?
    (Spruch über der Eingangstür des Rathauses zu Wernigerode)

  • Nochmal sorry aber daran glaube ich nicht mehr, seit Alfred das Forum mehr oder weniger dem bekennenden Linkssympathisanten Thomas Pappe übergeben hat... Siehe Facebook!

  • Thomas Pappe

    Ja, unser Thomas ist eben nicht von Pappe

    Lieber Marcel,

    mal Spaß beiseite. Wie du weißt, mag ich das RT auch nicht sonderlich. Allerdings muss ich sagen, dass der fraglichen Artikel einige Passagen enthielt, die wirklich absolut daneben waren, um es mal milde auszudrücken, insbesondere in der Einleitung. Von daher hätte auch Gerhard es sich überlegen sollen, ob man den Artikel so ungekürzt einstellen sollte. Sorry, wenn ich euch damit möglicherweise auf die Füße trete, aber solche homophoben Unterstellungen haben hier wirklich nichts zu suchen.


    Viele Grüße

    Mme. Cortese

    Gott achtet mich, wenn ich arbeite, aber er liebt mich, wenn ich singe (Tagore)

  • Dass hier reine Verweise auf eine Schilderung, die im öffentlichen Netz nachzulesen ist, auf Grund des Einspruchs eines Andersdenkenden gelöscht werden, zeugt tatsächlich von einer neuen Tendenz im Forum, möglichst die freie Meinung derjenigen, die solche Verunstaltungen ablehnen, zu unterdrücken. Dann ist das tatsächlich - wie von MJoho gesehen - ein Grund, aus diesem Forum auszuscheiden. Die von Rheingold genannte Passage unbedingt als homophob einstufen zu wollen, scheint mir doch erheblich übertrieben. Wer aber das Ganze nachlesen möchte, braucht nur unter http://www.telezeitung-online.de zu suchen (z.B. Tannhäuser unter 27 Juli). Ich bin gespannt, ob dieser Hinweis nun auch wieder gestrichen wird.

    Alle Kunst ist der Freude gewidmet, und es gibt keine höhere und keine ernsthaftere Aufgabe, als die Menschen zu beglücken. Die rechte Kunst ist nur diese, welche den höchsten Genuß verschafft.
    (Schiller: Die Braut von Messina, Kapitel 2)