Stimmen von heute -Vol 001 - Rolando Villazon

  • Hallo Severina,


    das eigentlich schlimme ist: für die überhöhten Eintrittspreise werden Höchstleistungen erwartet.


    Der Ausverkauf setzt bereits ein: bei Dussmann werden alle Villazon-CD-Alben für 9,99 Euro angeboten...


    Viele meiner Freunde wollen die Karten für den Liederabend in Berlin zurückgeben.



    Herzliche Grüße
    von LT :hello:


  • Lieber LT!


    Wieso "überhöhte" Eintrittspreise? Sowohl "Werther" als auch "Manon" liefen zu ganz normalen Kategorie-A Preisen, das ist nach G, P und N erst die viertteuerste Preiskategorie an der WSO. Ich gebe prinzipiell nicht mehr als 10 Euro für eine Opernkarte aus, mehr könnte ich mir gar nicht leisten. LAs sind generell teurer, das liegt aber nicht an Villazon, sondern an der Preisgestaltung von Konzerthaus und Musikverein. Auch einen LA mit Kurti Meier bekommst du dort nicht unter 40 Euronen. Was irre überteuert ist, sind nur die berühmten "Events", also Hallenstadienkonzerte o.ä., aber dort müsstest du mich sowieso hinprügeln, weil das mit klassischer Musik, wie ich sie verstehe und liebe, nicht das mindeste zu tun hat. OK, wer unbedingt bei dem Konzert zur Fußball-EM mit Villazon, Netrebko und Domingo dabei sein will, soll halt 300 Euronen (Mindestens!!!) hinblättern, ich würde auch für 30 E nicht gehen.
    Und was die "Höchstleistung" betrifft, so werden wir uns wohl nie einigen, denn ich erwarte mir von einem Opernabend nicht die Perfektion einer CD. Live kannst du nämlich nichts nachbessern, kannst keinen verkrachten Spitzenton zehnmal wiederholen, bis er passt, da hast du nur eine einzige Chance. Aber ein packender Opernabend, der dich so wie der heutige bis in deine Eingeweide hinein aufwühlt, hängt nicht von ein paar stimmakrobatischen Augenblicken ab, und ein Sänger, der es schafft, derartige Emotionen freizusetzen wie RV, der sich so 1000%ig mit seiner Rolle identifiziert, ist mir - und 2200 anderen begeisterten Opernbesuchern - allemal lieber als ein perfekter C-Automat, der aber ansonsten völlig seelenlos ist. Aber ich fürchte, das wirst du nie verstehen.......
    Was den LA betrifft, so habe ich ja schon wiederholt gesagt, dass ich da auch skeptisch bin. Deshalb war ich über RVs Absage seines Wiener LAs auch nicht sonderlich traurig, eher sogar ein wenig erleichtert.
    lg Severina :hello:

  • Liebe Severina,


    vielen Dank für Deinen promten Bericht von der gestrigen Manon. Ich schätze es, dass Du nie Schönfärberei treibst, deswegen finde ich Deine Aussagen sehr zuverlässig.


    Ich bin auch der Meinung, man sollte einen Sänger nie nach einzelnen hohen Noten bewerten, sondern nach der Gesamtleistung. Sogar der Konig des hohen C's Luciiano Pavarotti hat ab und zu einen hohen Ton vergeigt. Und keine Aufführung kann der anderen gleichen, Sänger sind auch nur Menschen, deren Leistung von der momentanen Verfassung abhängig ist. Wir wollen auch nicht vergessen, dass Villazon eine 5- monatige Pause hinter sich hat. Jemand hat einmal einen Opernsänger mit einem Hochleistungssportler verglichen. Also denke ich, wir sollten auch Rolando eine Zeit zugestehen, in der er seine Kräfte wieder vollständig aufbauen kann nach seiner "Verletzungspause". Dass seine wunderbaren Nuancen immer noch, oder besser gesagt wieder vorhanden sind ist doch ein gutes Zeichen. Denn darstellerisch ist er sowieso eine Klasse für sich. Ich denke da im Augenblick an die Sterbeszene aus seinem Werther in Nizza, da kann jede dahinsiechende Mimi oder Violetta dieser Welt etwas daraus lernen.


    Was die "Sternstunden" anbelangt, für die Villazon bekannt ist, glaube ich, dass wahrscheinlich hauptsächlich diese ihn in seine Krise getrieben haben. Oder besser gesagt, der Druck diese immer wieder abliefern zu müssen. Er hat einmal in einem Interview gesagt, dass die Leute von seinen Konzerten erwarten, dass sie das höchste musikalische Erlebnis Ihres Lebens bekommen, doch das könne man von ihm nicht verlangen, er sei auch nur ein Mensch. Er hat sich trotzdem bemüht immer alles zu geben und hat uns zu seinen besten Zeiten mit Höchstleistungen erfreut. Doch wehe er ist einmal nicht so gut drauf, schon sagen wir seinen Untergang voraus. Ich glaube, es ist wahnsinnig schwer für jemanden, der so im Rampenlicht steht wie er und der obendrauf noch so hochsensibel ist. Eine psychische Krise ist vorprogrammiert, und da können auch seine bekannt häufigen Sitzungen beim Therapeuten nicht alles auffangen. Lassen wir ihm also die nötige Zeit und Ruhe, sich wieder zu fangen.


    Mengelberg sagte neulich, dass Villazon auf die Dauer nicht Schritt halten werden kann mit Frau Netrebko. Einverstanden. Denn jemand der so risikofrei singt wie sie, steht immer auf der sicheren Seite, zumindest so lange wie ihre weiblichen Reize ihre sängerischen Mängel verdecken können. Was man bei ihr erlebt ist eine schöne Stimme, theatralisch raffinierte Mimik und Gestik und ein schönes Aussehen. Sie betreibt keine Stimmakrobatik (dafür reichen ihre Mittel nicht, umso erstaunlicher ist es, dass sie sich an Bellini heranwagt), ihre Nuancierung besteht in zugegeben meist schönen Piani und meist strahlend schönen hohen Tönen, aber dazwischen ist nicht viel. Sie ist schauspielerisch sehr gut wenn sie einen guten Regisseur hat, aber mich hat sie noch nie im Herzen berührt. Ich würde sie auch gerne einmal so sehen können wie ihre Bewunderer, dann könnte ich auch die Entscheidung der Juroren verstehen, die Auszeichnungen verteilen. Im vorigen Jahr hat sie in Konkurrenz mit Keenlyside und Villazon den Brit Award erhalten, sie wurde in Ameirka zur besten Opernsängerin 2008 gewählt und konkurriert in diesem Jahr mit ihrem Russian Album zum Grammy, neben Fleming, Villazon (Gitano) und noch einigen. Braucht man im Zuge der Ereignise ein Prophet zu sein um zu wissen was nach dem: "And the winner is...." kommt? It's Netrebko-time. :(


    Fiordiligi

  • Hallo Fiordiligi,
    völlige Übereinstimmung, bis auf einen Punkt: Die Sterbeszene im Werther fand ich in Wien hundertprozentig besser als in Nizza, denn dass jemand mit einer Kugel in der Brust minutenlang auf einem Betschemel kniet, dann sogar aufsteht und relativ frisch herumgeht, fand ich ziemlich merkwürdig (beinahe hätte ich albern gesagt :untertauch: ) und ich war ehrlich gesagt verwundert, dass RV mit seinem sicheren Instinkt für "richtige" Situationen sich diesem Regiekonzept nicht verwehrt hat. (So wie er sich in Wien jetzt offensichtlich geweigert hat, den dämlichen Schluss der "Manon" zu akzeptieren - sehr zum Segen der Aufführung!!) Was natürlich seinen Wiener Werther so besonders macht, war eben die Tatsache, dass er vorher buchstäblich um sein Leben gesungen hat, daher war die Sterbeszene von einer Authentizität, dass es zumindest mir schon fast ein bisschen unheimlich wurde.
    Auch was AN betrifft, bin ich ganz bei dir: Ich mag sie zwar sehr, aber zu meinen absoluten Lieblingssängerinnen zählt sie nicht! Allerdings wird "Romeo et Juliette" mit ihr und Rolando für immer und ewig zu meinen Sternstunden zählen, denn die beiden waren einfach Romeo und Julia, besser, einfühlsamer und ergreifender kann man das weder singen noch spielen. (Und leider haben sie mich für alle Zeiten für diese Oper verdorben, denn die Latte, die die beiden mit ihrer Rollengestaltung gelegt haben,wird wohl für alle Nachfolger zu hoch sein......) Im "L'Elisir" hingegen konnten mich beide nicht wirklich überzeugen, da stand ich dem großen Jubel eher ratlos gegenüber.
    lg Severina :hello:

  • Hallo Severina,


    ich bin nicht in der glücklichen Lage, den Wiener Werther mit Villazon gesehen zu haben, aber wenn Du sagst, dass die Sterbeszene noch viel besser als in Nizza war, dann glaube ich Dir, auch wenn es schwer fällt mir so etwas vorzustellen. Der Aspekt mit der "Munterheit" des Sterbenden in Nizza ist mir nicht aufgefallen, ich habe es eher wie in der Traviata als ein letztes kurzes Aufleben durch die Kraft der Liebe angesehen. Abgesehen davon war er einfach zum niederknien und mitweinen. :jubel:


    Ich kenne die Werther Inszenierung aus Wien aus der Variante Alvarez / Garanca. Ich fand die Sterbeszene von Alvarez grotesk: zu viel Blut und der verkrampfte Versuch mit letzter Kraft körperliche Intimität zu haben und das mit nicht allzu viel Feingespür seitens des Tenors. Ich fand insgesamt Garanca schauspielerisch sehr überzeugend, Alvarez weniger.


    Was die Wiener Manon Inszenierung anbelangt, ist sie mir noch wage aus der Variante Netrebko / Alagna in Erinnerung. Letzteren fand ich schauspielerisch nicht besonders überzeugend und gesanglich noch viel weniger. Ich weiß nur noch, dass im Finale Netrebko ein paar Pirouetten gedreht hat, bevor sie tot umgefallen ist. Was aber der Tenor dabei gemacht hat, weiß ich nicht mehr.


    Von "Romeo et Juliette" in Wien habe ich nur gelesen und freue mich sehr auf Salzburg 2008, falls es wirklich (und hoffentlich!) dazu kommen sollte.


    Leider sind wir im Falle vom "L'Elisir d'amore" in Wien nicht einer Meinung, aber de gustibus... Es war für mich die Initialzündung für meine Bewunderung für Villazon. Ich fand dort alle sehr, sehr gut und Rolando war schauspielerisch eine köstliche Mischung aus Louis de Funes, Mister Bean und Charlie Chaplin, dennoch sehr persönlich. Ich habe diese Inszenierung mindestens 20 mal gesehen und werde jedes Mal auf's Neue davon verzaubert.


    Ein Freund hat mir 2 Links zum Parsifal-Forum geschickt, wo Rolando erst ein katalanisches Lied singt (aus seinem kürzlichen Konzert in Barcelona) und dann auf dem anderen Link griechische Lieder. Beim ersten muß man Geduld haben, weil es sich schwer lädt und dann muß man die Anweisungen zum Abspielen lesen.


    http://parsifal79.blogspot.com/


    http://parsifal79.blogspot.com…s-doing-it-greek-way.html


    Fiordiligi

  • Zitat

    original Fiordiligi
    Es war für mich die Initialzündung für meine Bewunderung für Villazon. Ich fand dort alle sehr, sehr gut und Rolando war schauspielerisch eine köstliche Mischung aus Louis de Funes, Mister Bean und Charlie Chaplin, dennoch sehr persönlich.


    :yes: :yes: ging mir auch so,


    Der Vergleich mit Louis de Funes, Mister Bean und Charlie Chaplin hinkt zwar etwas, ist aber nicht von der Hand zu weisen.


    LG


    Maggie

  • Hallo Fiordiligi!
    Was Alvarez Werther betrifft, bin ich völlig deiner Meinung - er war in keiner Beziehung ein Werther, und in der Sterbeszene war mir eher zum Lachen als zum Weinen. Obwohl er es in der zweiten Serie dann wesentlich dezenter anlegte, offensichtlich hat ihm inzwischen jemand klar gemacht, wie lächerlich er gewirkt hatte.
    Und auch bei Alagna stimmen wir überein. Dass er schon vom Typ her alles andere als ein idealer Des Grieux war, kann man ihm nicht anlasten, wohl aber seine ziemlich jenseitige vokale Darbietung.......(Alleine, wenn ich an seine brüchige, völlig farblose Traumerzählung denke....) Der Schluss wurde jetzt dahingehend abgeändert, dass Manon in den Armen Des Grieux sterben darf, anstatt plötzlich quietschlebendig wieder aufzustehen und auf die kitschige Montmartre-Windmühle zuzuschreiten. (Serban hat das in der Einführungsmatinee als einen Trick beschrieben, das "Geheimnisvolle" der Manon zu zeigen, dass eben niemand weiß, wer sie genau ist. Mich hat er damit nicht überzeugt, und so geheimnisvoll empfinde ich sie gar nicht, ich kann die Motive für ihr Handeln sogar sehr gut verstehen - siehe unser "Manon"-Thread!)
    Wenn man nun auch darauf verzichten würde, die Bühne ganz zum Schluss in ein grelles, kitschiges Rot zu tauchen, wäre diese Szene wirklich perfekt.
    Was konkret mich am "L'Elisir" gstört hat (Hallo auch Maggie! :D ), kann ich dir leider nicht in zwei Sätzen beantworten. Aber der grundsätzliche Unterschied in unserer Bewertung liegt wohl darin, dass Nemorino für mich eben KEINE Mischung aus Luis de Funes, Mr. Bean und Charlie Chaplin ist - genau das habe ich Rolando so übel genommen, dass er ihn in meinen Augen zu einer Art Witzfigur gemacht hat, die er nicht ist. Nemorino ist ein naiver Bauernbursch, der zum ersten Mal verliebt ist, unglücklich verliebt, er ist unsicher und unerfahren im Umgang mit Frauen, ist Adina hoffnungslos unterlegen und versucht mit einer rührenden Hilflosigkeit, von ihr Ernst genommen zu werden. Er bettelt um ihre Zuneigung wie ein kleiner Hund, der trotz Fußtritte doch immer wieder zu seinem Frauchen zurückkehrt. Seine Verzweiflung ist echt und existenziell. All das sah und spürte ich bei RV nicht - vielmehr vermittelte er MIR das Gefühl, dass es mehr verletzte Eitelkeit ist (Alle kann ich haben, nur die nicht!), die ihn so hartnäckig an Adina festhalten lässt. Dass er tatsächlich an einen Liebestrank glaubt, nehme ich ihm einfach nicht ab. Und auch am Schluss, als Adina den Spieß umdreht und nun um seine Liebe bettelt, fehlt mir dieses ungläubige Staunen, diese fassungslose Seligkeit beim "Io?????"
    Aber ich gebe zu: So wie mich Rolando für ewige Zeiten für den Romeo und ab jetzt auch für den Werther verdorben hat, hat mich vor 25 Jahren ein anderer für den Nemorino verdorben: Francisco Araiza! Er hat ihn genauso gespielt, wie ich ihn sehe, verletzlich, verzweifelt - nicht als munteren Clown wir RV, dem das ganze gar nicht so nahe geht.
    (Und dafür kann Rolando natürlich nichts, aber es gibt seit seinem Nemorino immer wieder bescheuerte Kritiker, die seinen Rollennachfolgern vorwerfen, dass sie nicht mit drei Orangen jonglieren. :wacky: Als ob das essentiell für die Rolle wäre....)
    lg Severina :hello:

  • Hallo Severina,


    Deine Begründung, weshalb Dir die Rollengestaltung des Nemorino in der Wiener Inszenierung nicht gefällt, kann ich nachvollziehen. Andererseits finde ich sie aber in dieser "Bilderbuchinszenierung :D" durchaus passend. Ein Kritiker hat dazu geschrieben "naives Opernglück". Er hat eben komische Oper wörtlich genommen. Es hat Rolando doch sichtlich Freude gemacht, einmal dem Affen Zucker zu geben und dem Publikum hat es gefallen. Da ich darstellerisch nur Pavarotti und Alagna kannte (seltsamerweise habe ich L'elisir noch nie live gesehen), war ich natürlich von diesem Nemorino begeistert.


    Mich störte an der Wiener Inszenierung, dass das Quartett Gianetta, Nemorino, Dulcamara und Adina im zweiten Akt wegfiel. Zum Einen finde ich es sehr schön, zum Anderen ist es für den Fortgang der Handlung von entscheidender Bedeutung. Darin sehe ich z.B. einen Bruch. Denn erst dort wird die Wandlung bei Adina glaubhaft.


    LG :hello:
    Emotione

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  • Ich habe meine gestirge Manon-Besprechung soeben in die "Kurznotizen aus Opernhäuser" reingestellt - na ja, so kurz ist sie nun wieder doch nicht ... :D

    Hear Me Roar!

  • Liebe Severina und Emotione,


    Auch für mich war der RV-Nemorino zunächst kein solcher, den ich mir stets vorgestellt habe. Das Bedeutende an Villazóns Leistung war aber, daß er solche Leute wie mich durch seine Interpretation überzeugen konnte, daß es so eben auch möglich ist und sogar Maßstäbe setzt. Das heißt nicht, daß die "normalen" Nemorino-Auffassungen jetzt für ewig abserviert sind - keineswegs, sondern nur daß eine Facette dazugekommen ist, die allerdings lediglich von solchen Tenören aufgegriffen werden sollte, die über Villazóns Spieltalent und Ausstrahlungskraft verfügen. Wenn das nicht der Fall ist, geht die Sache sicher grausam daneben.
    Und man darf nicht vergessen, daß RV und AN (nicht zu vergessen den auch etwas anders als sonst angelegten Dulcamara/Ildebrando d'Arcangelo) eben just in dieser Inszenierung so völlig perfekt zusammenstimmten. Das machte die Extravaganzen wenigstens zum Teil erst möglich und stimmig.


    LG


    Waldi

  • OK, OK - ich geb mich ja geschlagen :untertauch: :D Trotzdem ist der Nemorino die Rolle in RVs Repertoire, auf die ich leichten Herzens verzichten kann. Dafür bin ich umso süchtiger nach seinem Werther!!!
    lg Severina :hello:

  • Liebe Severina,


    lass doch den Rolando auf der Bühne auch einmal Spaß haben. In einem Gespräch sagte er, dass es ihn ein wenig nervt, dass er auf der Bühne andauernd sterben muss bzw. seine Partnerinnen dahinscheiden :no:

    Hear Me Roar!

  • Zitat

    Original von Dreamhunter
    Liebe Severina,


    lass doch den Rolando auf der Bühne auch einmal Spaß haben. In einem Gespräch sagte er, dass es ihn ein wenig nervt, dass er auf der Bühne andauernd sterben muss bzw. seine Partnerinnen dahinscheiden :no:


    Tja, was soll man dazu sagen - falsche Berufswahl???? :hahahaha: :hahahaha: :hahahaha:
    Ich gönn ihm ja seinen Spaß, aber es muss ja nicht im Wiener "L'Elisir" sein (Andere sollen auch was von ihm haben ;) )
    lg Severina :hello:

  • Hallo Severina,


    tut mir leid, dass ich eine "Protestwelle" ;) gegen Deine Meinung zu Villazon's Nemorino losgetreten habe. Ich sag auch wie Dreamhunter, man lasse den armen Mann doch auch Spaß auf der Bühne haben, zumal es seinem Naturell entspricht, den Clown zu spielen. Er muß all diese leidenden Figuren spielen, die vom Leben schwer getroffen sind, also ist es für ihn sicher eine Wohltat, wenn er zum Schluß einmal ein happy-end erleben darf. Übrigens ist es geplant, dass Villazon und Netrebko in der nächsten Spielzeit den Zaubertrank an der Scala singen sollen.


    Kennt jemand den Zaubertrank 2005 aus Barcelona? Dort spielt Villazon einen Nemorino der näher an Severina's Geschmack kommt. Dort ist er nicht der Dorftrottel, er kann sogar schreiben. Wo ihn Belcore fragt "Sai scrivere?" antwortet er stolz und souverän: "Si". Er spielt einen völlig anderen Character, aber genau so gekonnt wie in Wien. Und singen tut er genau so gut, sogar "Una furtiva lagrima" darf er auch hier wiederholen. Leider finde ich die Stimme von Maria Bayo etwas spitz und ihre Person viel weniger charmant als Netrebko. Auch der Dulcamara von Alaimo begeistert mich stimmlich wenig. Ich hab ihn auch besser singen gehört.


    Fiordiligi

    Einmal editiert, zuletzt von Fiordiligi ()

  • Liebe Fiordiligi!
    Das braucht dir gar nicht Leid zu tun, ich kann gut mit anderen Meinungen leben - wie sollte sich sonst eine Diskussion ergeben?? Jeder hat eben so seine Idealvorstellung von einer Rolle, und ich gebe ja gerne zu, dass ich, was den Nemorino betrifft, Araiza-fixiert bin. Und bei den vielen Sternstunden mit RV kann ich es locker verschmerzen, dass er mich einmal eben nicht vom Stuhl gerissen hat. (Ich habe mir beim zweiten Mal einen Hörplatz genommen, mich entspannt zurückgelehnt, die Augen geschlossen und in seiner Stimme gebadet :] )
    lg Severina :hello:

  • So meine Lieben,
    wenn man einen Sänger/in LIEBt,dann verzeiht man alle Schwächen!.
    Man liebt sie so wie sie sind, mit allem Drum und dran.


    Rita

  • Hallo zusammen,



    Ich hatte heute Gelegenheit, in der Radiosendung „Das Wiener Staatsopernmagazin“ Ausschnitte aus den Vorstellungen „Werther“ und „Manon“ zu hören, die RV diesen Monat an der Wiener Staatsoper gesungen hat.


    Und nach meinem Höreindruck würde ich Severina recht geben. - die Stimme ist schön und ausdrucksvoll wie vor seiner Krankheit, vielleicht nur etwas "kleiner". Aber die packende Rollengestaltung fesselt selbst noch am Radio – und das ist mir wesentlich lieber, als eine sterile, allein auf Perfektion gezüchtete Stimme.


    Bleibt zu hoffen, dass er auf einer jetzt wohl stabilen Grundlage weitere Fortschritte machen kann.


    LG, Elisabeth



    PS: Sein Nemorino in Wien hat mir damals sehr gut gefallen!


  • Ist mir schon klar, dass ich einer verfolgten ( ;) ;) ;) ;) ) Minderheit angehöre! :D :D


    lg Severina :hello:

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  • Hallo zusammen,


    inzwischen konnte ich mir einen genaueren Höreindruck von der neuen Recital-CD verschaffen:


    Rolando Villazon - Cielo e mar


    Arien von Cilea, Donizetti, Gomes, Mercadante, Ponchielli,
    Verdi, Boito, Pietri
    Künstler: Rolando Villazon,
    Giuseppe Verdi Chor & SO Mailand, Danielle Callegari
    Label: DGG , DDD, 2007





    Eine interessante Programmzusammenstellung jenseits des Mainstream - und schon deshalb sehr hörenswert!


    Persönlich finde es sehr interessant, die stimmliche Entwicklung auch anhand der CDs zu verfolgen - während ich bei seinen früheren Aufnahmen immer Mühe habe, sein Timbre von den des jüngeren Domingo zu unterscheiden, ist nunmehr eine Verwechslung ausgeschlossen. Das Timbre klingt eigenständig und "nur noch" (nicht negativ gemeint!) nach Villazon.


    Aber ich bin doch bestimmt nicht die einzige im Forum, die diese CD schon hörte - wie ist Euer Eindruck?


    Gespannte Grüße


    Elisabeth

  • Liebe Elisabeth, ich habe Ausschnitte dieser CD vor einigen Tagen im Radio gehört udn hatte au hbereits fest vor, heir im Forum nach Eindrücken zu fragen. Gut, dass du mir nun die Frage abnimmst.
    Da ich Villazons Stimme leibe und auch das Repertoire sehr spannend finde, werde ich sie sicher sehr bald kaufen. (Sobald hier der Dauerregen und Schnee aufhört und ich mal wieder in die Stadt komme)


    Was ich im Radio gehört habe, war mal wieder zum Hinschmelzen .....und das sagt eine, die eigentlich nicht auf Tenöre sondern viel mehr auf Baritone "steht".


    Da wir aber hier schon im Villazon-Thread sind:
    ich muss zugeben, dass mich Audiamus(serh amüsant verpackte) Kritik des Liederabends ziemlch schockiert hat und ich möchte hier nochmal nachfragen: war das wirklich SO grässlich??? ?( ;( ;( ;(
    Dass Villazopn kein Liedsänger ist, dachte ich mir schon vorher, aber dass er auch falsch singt, die Aussprache nciht ordentlich geprobt hat und mit Barenboim im Zusammenspiel schlechte musiklaische Ergebnisse wie falsche Einsätze rauskamen, finde ich dann für einen Weltstar etwas "armselig".
    Der Duparc hätte ihm vom Stimmtyp doch eigentlich liegen müssen-bei Schumann konnte das eh nichts Grosses werden, dazu singt er viel zu emphatisch und zu wenig filigran.
    Warum macht er bloss solche Programme??????
    Dazu noch in drei Fremdsprachen, von denen Deutsch sicher gar ncihts für ihn ist.
    Ich fand das sehr traurig zu lesen, auch die Tagesspiegel-Kritik blies ja ins gleiche Horn.
    War noch jemand bei diesem Liedkonzert?


    F.Q.

  • Hallo Fairy Queen,


    der allgemeine Tenor hier in Berlin: Villazons Stimme hat gelitten. Meine Freunde und ich sind der Meinung, dass seine große Zeit vorüber ist!



    Herzliche Grüße
    von LT :hello:

  • Zitat

    Original von Fairy Queen
    und ich möchte hier nochmal nachfragen: war das wirklich SO grässlich???...
    ...finde ich dann für einen Weltstar etwas "armselig"...
    War noch jemand bei diesem Liedkonzert?
    F.Q.


    Liebe Fairy,


    wie in der Medizin ist es auch in der Musik gesundheitsförderlich, eine zweite Meinung einzuholen, schon Emotione hat mir nicht recht über den Weg getraut.
    Ihr könntet natürlich meine zitierte Schwester Mieke fragen, doch ich fürchte, ihr würdet sie der Befangenheit zeihen.


    So kann ich nur hoch und heilig versichern, dass ich zwar feuilletonistisch geschrieben, aber in nichts übertrieben habe.
    Verpatzte Einsätze, drei an der Zahl in einem Zyklus mit sechzehn Liedern und etliche Fehler seitens des Begleiters, dazu kein einziger Blickkontakt zwischen den Musikern, allein das halte auch ich für armselig, nicht einmal nur für Weltstars.


    Und das hat auch nichts mit nachlassender Stimmkraft oder mangelnder Eignung für ein bestimmtes Genre zu tun, das ist einfach nur peinlich.


    Zugeben muss ich, dass es vereinzelt auch schöne Momente gegeben hat, doch die waren leider selten.


    Es grüßen herzlich aus Berlin, wo heute Aida fällig ist,



    Mieke und audiamus



    .

  • Die Kritiken für sein Konzert in Köln hören sich schon etwas besser an, obwohl auch da die Meinung vorherrscht, dass seine Stimmkrise noch nicht ganz überwunden ist. Der Jubel des Publikums muss aber gigantisch gewesen sein.


    Gala-Konzert mit Rolando Villazón in Köln
    http://www.general-anzeiger-bonn.de/ind ... lid=428682
    http://www.ksta.de/html/artikel/1203599464246.shtml
    http://www.rundschau-online.de/html/art ... 2462.shtml


    Was mich aber schon wieder in Angst und Schrecken versetzt hat war eine Ankündigung, dass er am Samstag bei Gottschalk mitmischt. Er muss wohl doch auf Biegen und Brechen Werbung für seine CD machen. Eigner Wille oder der seiner Plattenfirma?


    :hello: Ingrid

  • Liebe Mieke und lieber Audiamus, ihr scheint ja alle zweifellosen und zweifelhaften Vergnügen der Hauptstadt im Schnelldurchlauf mitzunehmen... :hello:
    Zwei lebendig eingemauerte sterbende Schwäne finde ich fast noch deprimierender als einen patzenden Villazon.
    Ich habe einen Trost für euch: ich habe eine DVD "Manon" aus Barcelona mit einem genialen Villazon als des Grieux und einer mindest ebenso genialen Natalie Dessay zu verschenken, da nun schon zweimal bekommen. Falls ihr die noch nicht habt, bitte melden. Falls doch Bescheid sagen, dann bekommt sie ein anderer netter Mensch, der sich interessiert meldet.


    Was Villazon und Barenboim angeht: das klingt nach miserabler Vorbereitung und echter musikalischer Schlamperei. Fûr mich ist sowas Respektlosigkeit einen nciht eben wenig zahlenden Publikum gegenüber und die Arroganz einen Namen zu tragen , der alles verzeiht. :motz: :boese2:
    Aus dieser Perspektive war dein Leserbrief evtl noch freundlich...... ?(


    Bon plaisir trotz alledem auch weiterhin!


    Liebe Ingrid, gut, dass ich solche Sachen wie Gottschalk nciht mitbekomme. Ich würde sosnt evtl die neue Villazon Cd doch nciht kaufen. Also Anti-Promotion :D


    F.Q.


  • Liebe Ingrid,
    ziemlich sicher letzteres! Gottschalk ist die beste PR, die ein Sänger haben kann (Diese Einschaltziffern erreicht er mit keiner Oper, so deprimierend das ist :( ), daher sind die Labels ganz wild darauf, ihre Stars auf die rote Couch zu kriegen. Ich weiß das ganz defintiv von einer prominenten Sängerin, die schon zweimal neben Gottschalk sitzen "durfte", und zwar nicht, weil das der Traum ihrer schlaflosen Nächte gewesen wäre. Solche Termine buchen die Plattenfirmen, und dem kann man sich schwer verweigern. Schließlich verpflichten sich die Stars ja bei Vertragsabschluss schriftlich, sich für PR zur Verfügung zu stellen, ohne dem geht's gar nicht.
    Da ich Gottschalk keine 5 Minuten aushalte, ohne Magenkrämpfe zu kriegen, wird also Rolandos Auftritt spurls an mir vorübergehen.
    lg Severina :hello:

  • Liebe Severina,


    dachte mir schon fast, dass es mit der PR-Maschinerie so abläuft, aber auch ich werde ihn auf dieser roten Couch so oder so nicht sehen, denn, falls mein Husten es zuläßt, werde ich einen weiteren schönen ;) und hoffentlich guten Alfredo am Samstag live sehen (Massimo Giordano)


    Liebe Fairy,


    natürlich sollte Mieke oder Audiamus die DVD von der Manon bekommen, denn nur so könnte man die beiden vielleicht davon überzeugen, dass der liebe Rolando schon was drauf hat, nur eben Deutsches Liedgut und bes. Herr Barenboim nicht so sein Fall ist.


    Wenn diese DVD aber tatsächlich keinen lieben Abnehmer findet,
    dann würde ich ja schon ganz ganz interessiert mit meinen Fingern schnipsen und mich anmelden :yes:


    Liebe Grüße
    Ingrid

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