Texanischer Helden(bass)bariton: Robert Hale

  • wurde bisher im Forum mehrfach lobend erwähnt:


    Robert Hale (* 22. August 1943 in Kerryville, Texas) ist ein amerikanischer Opernsänger (Bassbariton).
    Mein Lexikon hat mir für heute seinen 75. Geburtstag signalisiert; lt wiki und anderer Nachschlagewerke soll er erst 69 sein -sei's drum.



    Hier ist er mit seiner damaligen Ehefrau zu hören, der leider früh gestorbenen dänischen Sopranistin Inga Nielsen.


    Zu seinen Gesangslehrern gehörte der Tenor Léopold Simoneau. Er debütierte 1965 in Denver und sang dann an der New York City Opera ehe er nach Europa kam, wo er zunächst in Frankfurt a.M., Zürich und Wiesbaden engagiert war. Seine anfänglichen Rollen aus dem Belcanto-Repertoire gab er, nachdem er 1978 mit großem Erfolg in Wiesbaden die Titelpartie in „Der fliegende Holländer“ verkörpert hatte, zugunsten von Partien in Opern von Richard Wagner auf.
    In diesem Fach machte er international Karriere. Er gilt als einer der führenden Interpreten der Rolle des Wotan in Wagners „Der Ring des Nibelungen“ seiner Zeit.
    In dieser Partie trat er an der Deutsche Oper Berlin, der Staatsoper Wien, in Paris, München, Hamburg, Köln, Tokyo, Sydney, San Francisco, Washington und an der Metropolitan Opera New York auf.


    Im gerade aktuellen Salome-Thread wird die Aufnahme mit Inga Nielsen lobend erwähnt - da singt er den Jochanaan:



    Die Zahl der Aufnahmen mit Robert Hale ist recht hoch, ebenso die Rollenvielfalt. In frühen Aufnahmen als Raimondo (Lucia), Colline (Boheme), Escamillo (Carmen), Heinich 8 (Anna Bolena), Sir Giorgio (Puritani)....
    Dann kamen der Holländer, Wotan, Wanderer, Barak, Orest, Jochanaan bis hin zu Filippo II (Don Carlos).


    Heute lebt Robert Hale in Paradise Valley und ist mit der Sängerin Julie Davies verheiratet.


    LG


    :hello:

    Harald


    Freundschaft schließt man nicht, einen Freund erkennt man.
    (Vinícius de Moraes)

  • Robert Hale war an der Staatsoper Wien in den Spielzeiten 90/91, 91/92. Escamillio, Pizarro, Holländer, Wotan Rheingold, Wotan Walküre (87) und auch Scarpia (88).


    Ich habe ihn in dieser Zeit oft live gehört in Wien und habe diesen Sänger geschätzt!


    :hello:

    mucaxel

  • Robert Hale war DER Wotan im legendären Götz-Friedrich-Tunnel-"Ring" an der Deutschen Oper Berlin in den neunziger Jahren, sang damals fast jeden Zyklus und setzte Maßstäbe, sodass er vom Publikum zumeist heftig bejubelt wurden.


    Zugleich war er am gleichen Haus immer wieder als hinreißender Mephisto im Gounod-"Faust" zu erleben, eine moderne Dew-Inszenierung, aber eine, die mal weitgehend aufging und über weite Strecken wirklich faszinierend war. Einmal habe ich ihn dort auch zusammen mit seiner Frau Inga Nielsen erlebt, zweimal mit Siegfried Lorenz als Valentin, aber das Zentrum der Aufführung war zweifellos Hale als Mephisto.


    Außerdem erlebte ich ihn damals an diesem Haus auch als Holländer, Altair (in einer konzertanten "Ägyptischen Helena" unter Thielemann) und 2003 mit den vier "Hoffmann"-Bösewichtern.


    Zweifellos mein live erlebter Lieblings-Wotan und Mephisto! :)


    P.S.: Er ist Jahrgang 1938! :pfeif:

    Beste Grüße vom "Stimmenliebhaber"

  • Robert Hale (* 22. August 1943 in Kerryville, Texas) ist ein amerikanischer Opernsänger (Bassbariton).



    Hier mit seiner damaligen Ehefrau, der Sopranistin Inga Nielsen.


    LG

    Harald


    Freundschaft schließt man nicht, einen Freund erkennt man.
    (Vinícius de Moraes)

  • Bei mir ist er auf DVD vertreten als Barak. Da hat er mich überhaupt nicht überzeugt. Seine Stimme konnte das Orchester oft nicht übertönen. Oder war das zu laut?


    La Roche

    Ich streite für die Schönheit und den edlen Anstand des Theaters. Mit dieser Parole im Herzen leb' ich mein Leben für das Theater, und ich werde weiterleben in den Annalen seiner Geschichte!

    Zitat des Theaterdirektors La Roche aus Capriccio von Richard Strauss.

  • Robert Hale war das, was man einen geborenen Bühnensänger nennen könnte. Ich habe viele seiner Aufführungen an der Deutschen Oper Berlin in bester Erinnerung.


    Hört man heute seine Aufnahmen, wird man sich nicht leicht für das etwas harte und trockene Timbre begeistern. Auch konnte man sich mit dem deklamatorischen Singen leichter abfinden, wenn man ihn live hörte. In den Aufnahmen fehlt denn doch die Fähigkeit, melodische Bögen auszuformen und zu füllen!


    Trotzdem: Seine immer durchdachte und intensive Gestaltung aller seiner Partien kann nicht hoch genug gelobt werden!
    Deshalb weise ich denn auch noch auf die Möglichkeit hin, seinen Wotan zu hören:


    Der Ring des Nibelungen
    Gesamtaufnahme München 1990
    Live in stereo Bayerische Staatsoper,
    Müchen November 1989


    EMI 14 CD Box DDD/LA, 89


    Dirigent: Wolfgang Sawallisch
    Der Chor der Bayerischen Staatsoper
    Das Bayerische Staatsorchester

    Inhalt und Besetzung:
    Das Rheingold - 1989


    Besetzung:

    Wotan - Robert Hale
    Donner - Florian Cerny
    Froh - Josef Hopferwieser
    Loge - Robert Tear
    Alberich - Ekkehard Wlaschiha
    Mime - Helmut Pampuch
    Fasolt - Jan-Hendrik Rootering
    Fafner - Kurt Moll
    Fricka - Marjana Lipovsek
    Freia - Nancy Gustafson
    Erda - Hanna Schwarz
    Woglinde - Julie Kaufmann
    Wellgunde - Angela Maria Blasi
    Floßhilde - Birgit Calm
    Walküre - 1989
    Besetzung:
    Siegmund - Robert Schunk
    Sieglinde - Julia Varady
    Wotan - Robert Hale
    Brünnhilde - Hildegard Behrens
    Hunding - Kurt Moll
    Fricka - Marjana Lipovsek
    Gerhilde - Andrea Trauboth
    Ortlinde - Marianne Seibel
    Waltraute - Cornelia Wulkopf
    Schwertleite - Anne Pellekoorne
    Helmwige - Nancy Gustafson
    Siegrune - Christel Borchers
    Grimgerde - Birgit Calm
    Roßweiße - Gudrun Wewezow
    Siegfried - 1989
    Besetzung:
    Siegfried - René Kollo
    Mime - Helmut Pampuch
    Brünnhilde - Hildegard Behrens
    Wanderer - Robert Hale
    Alberich - Ekkehard Wlaschiha
    Fafner - Kurt Moll
    Erda - Hanna Schwarz
    Waldvogel Julie Kaufmann


    Wenn ich nicht irre, gab es die Produktion - in gleicher Besetzung - auch af VIDEO.
    Da ich aber Opern nicht am Bildschirm anschaue sonden lieber nur höre, kann ich das nicht sicher sagen.
    Caruso41

    ;) - ;) - ;)


    Wer Rechtschreibfehler findet, darf sie behalten!

  • Heute ist wieder Robert Hales Geburtstag. Zu seinem Ehrentage habe ich aus meiner Sammlung diesen Messias ausgesucht:



    Robert Hale feiert heute seinen 72. Geburtstag.


    Happy Birthday!


    Willi :jubel::jubel::jubel::jubel::jubel:

    1. "Das Notwendigste, das Härteste und die Hauptsache in der Musik ist das Tempo". (Wolfgang Amadeus Mozart).
    2. "Es gibt nur ein Tempo, und das ist das richtige". (Wilhelm Furtwängler).

  • Laut Wikipedia ist er am 23. August 1943 in Kerryville, Texas geboren. Das allein zählt für mich. Laut einer anderen Angabe hier aus dem Forum wäre er heute 78 Jahre alt geworden :D .


    https://de.wikipedia.org/wiki/…le_%28Operns%C3%A4nger%29


    Liebe Grüße


    Willi :)

    1. "Das Notwendigste, das Härteste und die Hauptsache in der Musik ist das Tempo". (Wolfgang Amadeus Mozart).
    2. "Es gibt nur ein Tempo, und das ist das richtige". (Wilhelm Furtwängler).


  • Und warum soll die deutschsprachige Wikipedia mehr zählen als die englischsprachige? ?(


    https://en.wikipedia.org/wiki/…_Hale_%28bass-baritone%29


    Nach dieser wird er heute 77 - und die OPERNWELT hat ihm vor zwei Jahren zum 80. gratuliert, ohne dass sie hinterher eine Gegendarstellung von ihm gebracht hätten...


    Ich glaube am ehesten, dass er Jahrgang 1938 ist - und somit am exakt gleichen Tag wie Kammersänger Günter Neumann geboren, ich kenne aber Leute, die schwören und es angeblich von ihm selbst haben, dass er Jahrgang 1933 ist. Wenn mans nicht sicher weiß, sollte man das konkrete Jubeljahr wohl besser weglassen.


    Apropos Günter Neumann: Der hat sicher am 22. August 1938 Geburtstag - kommt da auch noch was von dir oder ist der als Ossi nicht gratulationswürdig? (Hajossyova und Priew waren ja zuletzt auch nicht vertreten).


    Selbtsverständlich kann ich das auch übernehmen, aber ich hätte mch gefreut, wenn auch er es in den erlauchten Kreis der Gratulationswürdigen geschafft hätte oder demnächst schaffen würde - verdient hat er es allemal!

    Beste Grüße vom "Stimmenliebhaber"

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  • Lieber Stimmenleibhaber,


    ich kenne Günter Neumann nicht, und wenn ich ihn kennen würde und wüsste, dass er heute Geburtstag hat, hätte ich ihm ganz sicher gratuliert. Das hat überhaupt nichts mit Ost oder West zu tun, und ich halte es gelinde gesagt für eine bodenlose Unterstellung, dass ich Künstlern aus dem Osten eine Gratulation vorenthalten würde. Da du es ja ganz sicher weißt, ist es wohl das Beste, wenn du ihm gratulierst.
    Was nun Robert Hale betrifft, so habe ich auf das deutschsprachige Wikipedia zurückgegriffen, weil ich das immer tue, wenn dort ein Artikel vorhanden ist. Nur wenn das nicht der Fall ist, greife ich auf as englische, italienische oder französische Wikipedia zurück, weil ich die essentiellen Angaben aus diesen Quellen übersetzen kann.


    Viele Grüße


    Willi

    1. "Das Notwendigste, das Härteste und die Hauptsache in der Musik ist das Tempo". (Wolfgang Amadeus Mozart).
    2. "Es gibt nur ein Tempo, und das ist das richtige". (Wilhelm Furtwängler).

  • und ich halte es gelinde gesagt für eine bodenlose Unterstellung, dass ich Künstlern aus dem Osten eine Gratulation vorenthalten würde.

    So "bodenlos" ist die insofern nicht, weil es jetzt in wenigen Wochen (nach Hajossyova und Priew) zum dritten Mal passiert ist, dass Lieblingssänger von mir nicht berücksichtigt wurden, wohl, weil sie ihre größten Erfolge auf der falschen Seite der Mauer gefeiert haben (wenn auch in allen drei Fällen nicht nur, sondern auf beiden Seiten und danach auch). Viele dieser Künstler, die im Osten groß geworden sind, sind offenbar in der von dir übernommenden Datensammlung nicht vorhanden.
    Dass in den von dir übernommenen "Materialien" diese Sängerinnen und Sänger unberücksichtigt sind, werfe ich dir nicht vor :!: - ich würde mir aber wünschen, dass du sie aufnimmst, nachdem ich dich jeweiols konkret auf den einen oder anderen hinweise. :yes:
    Die innere deutsche Einheit ist es gaz vollendet, wenn auch die Wessis den Ost-Künstlern und die Ossis den West-Künstlern zum Geburtstag gratulieren! :D
    Also: Alles in der Hoffnung, dass es dann nächstes Jahr klappt... ;)


    Was nun Robert Hale betrifft, so habe ich auf das deutschsprachige Wikipedia zurückgegriffen, weil ich das immer tue, wenn dort ein Artikel vorhanden ist. Nur wenn das nicht der Fall ist, greife ich auf as englische, italienische oder französische Wikipedia zurück, weil ich die essentiellen Angaben aus diesen Quellen übersetzen kann.

    Es kann nicht schaden, auch mal eine zweite Quelle heranzuziehen und die Angaben zu vergleichen - gerade weil es bei zahlreichen prominenten Sängern die unterschiedlichsten Angaben gibt - nicht nur bei Domingo oder Inge Borkh, sondern auch bei Robert Hale und vielen anderen.
    Man sollte sich doch bemühen, wenn man etwas schreibt, nichts Verkehrtes zu schreiben, oder? Und da ist vielleicht noch ein bissl Luft... ;) :hello:

    Beste Grüße vom "Stimmenliebhaber"

  • Und nun zum (welchen auch immer) Geburtstag von Robert Hale noch etwas ganz Zweifelsfreies von bzw. mit ihm:



    Happy Birthday! :jubel:

    Beste Grüße vom "Stimmenliebhaber"

  • Ich staune, dass die Begeisterung für Robert Hale in diesem Thread sehr übersichtlich ist. Vielleicht liegt es daran, dass er, wie von Caruso41 treffend bemerkt, kein Schallplattensänger war. Oder es hat ihm die Publicity aus Bayreuth gefehlt, wo es unverständlicherweise nie zu einem Engagement gekommen ist. Man hatte ihm wohl mal den Telramund angeboten, aber da hat er abgelehnt. Ich habe Hale zum ersten Mal im Herbst-Ring 1986 an der Deutschen Oper gehört. Seitdem hat mich seine Stimme nicht mehr losgelassen. Ich habe ihn danach in recht vielen Vorstellungen erlebt, aber leider nicht in so vielen Rollen. In der selben Spielzeit hat er am Haus den Holländer und den Scarpia gesungen. Es folgten in der darauffolgenden Spielzeit die vier Bösewichter im Hoffmann und der Méphistophelès in der Faust-Premiere, den er glücklicherweise einige Jahre gesungen hat. Seinen Amonasro habe ich leider verpasst und ihn sonst nur als Altair und in Herzog Blaubarts Burg erlebt, dafür aber immer wieder als Holländer und als Wotan/ Wanderer. Jeder andere Sänger hatte es bei mir in diesen Rollen extrem schwer, da Hale seine attraktive Stimmfarbe, seine Stimmkraft und seine ungeheure Bühnenpräsenz zu einem unschlagbaren Paket gebündelt hat und man gerne über seine von Caruso41 angesprochenen Schwächen hinweggesehen hat.

  • Bei mir ist er auf VHS vertreten als Barak. Da hat er mich überhaupt nicht überzeugt. Seine Stimme konnte das Orchester oft nicht übertönen. Oder war das zu laut?

    Korrektur von mir. Die VHS hatte ich bis 2014, also die Frau ohne Schatten. Jetzt DVD

    Jetzt muß ich diese Aussage revidieren. Ich hatte bis vor wenigen Jahren die "Frau ohne Schatten" mit ihm als Barak nur als VHS-Kassette. Jetzt habe ich die Kassette weggeschmissen und mir die Doppel-DVD angeschafft. Und da klingt Robert Hale ganz anders, volltönend, kräftig, mit lyrischen Momenten. Auch wenn mir die Inszenierung gar nicht zusagt, eine bessere kenne ich im Moment nicht. Zumal ich Sheryl Studer live als Kaiserin erlebt habe, und sie wurde danach umjubelt (Dresden). Ich hab sie später in Dresden als Senta gesehen, da gab es auch Buhrufe.


    Strauss, Richard - Die Frau ohne Schatten


    Herzlichst La Roche

    Ich streite für die Schönheit und den edlen Anstand des Theaters. Mit dieser Parole im Herzen leb' ich mein Leben für das Theater, und ich werde weiterleben in den Annalen seiner Geschichte!

    Zitat des Theaterdirektors La Roche aus Capriccio von Richard Strauss.

  • Das freut mich, lieber La Roche. Ich habe mir diesen Mitschnitt zwar mal angesehen, aber leider fehlt er mir in meiner Live-Sammlung, da auch Thielemann in der Frau ohne Schatten nie Hale als Barak hatte.

  • Robert Hale war ein stimmlich und darstellerisch unglaublich machtvoller Wotan und Wanderer, für mich die Personifizierung der göttlichen Autorität, zweifellos mein live erlebter Lieblings-Wotan. Im "Rheingold" war er immer etwas schwächer bzw. zurückhaltender, aber in der "Walküre" und als Wanderer im "Siegfried", wo andere an ihre Grenzen stießen, da legte er erst richtig los. In den Neunzigern sang er an der Deutschen Oper Berlin nhazu jeden "Ring" und ich war fast immer dabei. Mit Kollo, Hiestermann und Hale wurde etwa der 1. Akt "Siegfried" wirklich zum Ereignis. Die "Wissenswette" zwischen Wanderer und Mime und Mime habe ich live nie wieder so atemberaubend erlebt wie zwischen Hale und Hiestermann (war von Friedrich auch Klasse inszeniert, mein Lieblingsakt in seinem "Tunnnel-Ring").



    Als Holländer gefiel er mir weniger, da erlebte ich ihn an der Deutschen Oper Berlin mal ganz gut, an der Bayerischen Staatsoper München hingegen mal mit einem wirklich rabenschwarzen Abend. Kommt vor.


    Grandios war allerdings sein Mephisto im Dew-Faust, das war eine sängerische und darstellerische Einheit, die einfach umwerfend war.



    Ich hätte ihn auch gerne mal als Scarpia oder in einer anderen italienischen Rolle erlebt, aber das war mir nicht vergönnt, dieses Fach sang er in den 1990ern in Berlin kaum noch, wenn überhaupt. Als Altair hatte ich ihn auch mal, aber das ist ja keine Rolle für einen Wow-Effekt.


    2002 erlebte ich ihn dann noch in einem insgesamt müden vierstündigen "Hoffmann" mit den vier Bösewichtern, da war er trotz fortgeschrittenen Alters immer noch eine Bank und französisch zu singen lag ihm erstaunlich gut.


    Als Wotan/Wanderer und Mephisto wird er wohl immer mein prägender Rolleninterpret und somit auch Lieblingsinterpret bleiben.


    Und die Studio-Salome mit seinem Jochanaan neben seiner Frau Inga Nielsen in der Titelpartie ist mehr als beachtlich:



    Dennoch: Nur wer ihn live erlebt hat, wird seine Faszination, seine Bühnenausstrahlung ganz ermessen und würdigen können. Deshalb werde ich wohl auch nie mehr in diesem Leben ein Hans-Hotter-Fan, weil ich ihn nur von Aufnahmen kenne und dort in seinem eigentlichen Fach als Heldenbariton icht übermäßig schätze (viel weniger als Ferdinand Frantz), während ich ihn in Charakterrollen wie als Morosus und La Roche trotz auch dort hörbarer stimmlicher Defizite umwerfend finde - aber das ist ein anderes Thema.


    Der Münchner Lehnhoff-"Ring" ist jedenfalls nicht nur wegen Robert Hale als Wotan und Wanderer mehr als lohnend - unter dem Strich ist es mir vielelicht der liebste Video-"Ring", den es gibt.


    Hier wenigstens mal das "Rheingold" (mit ekkehard Wlaschiha als dem Göttervater mindestens ebenbürtigem Gegenspieler Alberich):



    Beste Grüße vom "Stimmenliebhaber"

  • Lieber Stimmenliebhaber,


    vielen Dank für das eingstellte "Rheingold" - die CD habe ich schon ewig nicht mehr gehört - aber das wird sich ändern - mir gefällt Hale sehr gut - man hat nie das Gefühl, er sei stimmlich überfordert - so sollte das sein!

    Gibt es diesen Ring inzwischen eigentlich in besserer Videoqualität?

  • Es freut mich, dass Robert Hale hier weiter gewürdigt wird. Dass er damals ausgerechnet im Münchner Ring verewigt wurde, fand ich schon damals schräg, da dort ja Morris ein Abo auf die Rolle hatte.

  • Dass er damals ausgerechnet im Münchner Ring verewigt wurde, fand ich schon damals schräg, da dort ja Morris ein Abo auf die Rolle hatte.

    Ich dachte eigentlich, dass Hale in München die ersten "Ringe" alle gesungen hatte und Morris erst im Laufe der 1990er Jahre dort übernahm, Genau weiß ichs aber nicht.


    Es gibt allerdings eine Konzertaufnahme, die belegt, dass Herr Hale durchaus nicht auf seine Bühnenpräsenz angewiesen war, um sängerisch überzeugen zu können:




    Ich habe diese Aufnahme noch auf MC kennengelernt, da war das Cover noch ein ganz anderes, ikonografisch und sehr golden. So halt:




    Unabhängig davon finde ich, dass robert Hale in dieser Aufnahme ein wirklich starker Solo-Bass (besonders hervorzuhenem das Toben und Rasen der Heiden) im "Messiah" ist.


    Genau die richtige Aufnahme für die nächsten Tahe, nicht wahr? :hello:

    Beste Grüße vom "Stimmenliebhaber"

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  • Hallo, Taminos!


    Da ich nicht jeden Tag in mein Notebook schaue, hinke ich wahrscheinlich mit meinen Beiträgen immer etwas hinterher. Ich bitte daher um Nachsicht, wenn ich hier auch noch 'meinen Senf dazu gebe'.


    Ich habe Robert Hale leider nur einmal live gehört: als 'Holländer' an der DOR in Düsseldorf, 1987 - mit der jungen Luana De Vol als Senta. Das war noch die legendäre Inszenierung (Bühnenbild: Heinrich Wendel) mit dem aus dem Hintergrund auftauchenden (projizierten) Geisterschiff, das während des Monologs des Holländers transparent wurde und einen Schiffsrumpf aus menschlichen Körpern zeigte; atemberaubend! Ich weiß noch,

    dass beide Sänger sehr gut 'bei Stimme' waren und eindrucksvolle Interaktion zeigten.


    Den "Fliegenden Holländer" gibt es mit Robert Hale in zwei Versionen. Zunächst als Videoaufzeichnung von drei Aufführungen (25. 2., 28.2. und 3. 3. 1991) im Münchner Nationaltheater. Die Inszenierung und das Bühnenbild stammen von dem Maler Henning von Gierke, die Kostüme entwarf Franz Blumauer. Die Besetzung: Daland - Jaakko Ryhänen / Senta - Julia Varady / Erik - Peter Seiffert / Mary - Anny Schlemm / Der Steuermann - Ulrich Reß / Der Holländer - Robert Hale / Der Chor und das Orchester der Bayerischen Staatsoper München / Chorltg.: Eduard Asimont / Dirigent: Wolfgang Sawallisch / Regie: Eckhart Schmidt - der Münchner Regisseur und Filmemacher wurde gerade 80 Jahre alt. (Die Veröffentlichung erfolgte bei der 'EMI' zunächst auf zwei Laserdiscs, später auf VHS.; 'House of Opera' bietet eine DVD davon an.)

    Die CD-Aufnahme der 'Decca' entstand von April bis November 1991 im Wiener Konzerthaus - Christoph von Dohnányi dirigerte die Wiener Philharmoniker, es sang die Konzertvereinigung Wiener Staatsopernchor (Chorltg.: Norbert Balatsch und Helmuth Froschauer). Die Besetzung: Daland - Kurt Rydl / Senta - Hildegard Behrens / Erik - Josef Protschka / Mary - Iris Vermillion / Der Steuermann - Uwe Heilmann / Der Holländer - Robert Hale. (Die Aufnahme erschien zuerst 1994 und wurde schon zweimal wiederveröffentlicht.)


    Die von Caruso41 im Beitrag Nr. 6 mit kompletter Besetzung gezeigte, 1998 bei der 'EMI' erschienene CD-Aufnahme des "Rings" (Inszenierung: Nikolaus Lehnhoff / Bühnenbild: Erich Wonder / Kostüme: Frieda Parmeggiani) ist übrigens die Tonspur der Videoaufzeichnung durch ein japanisches Team von NHK in Tokyo - mitgeschnitten vom 26. bis 30. 11. 1989 im Münchner Nationaltheater - und in Japan von EMI-Toshiba auf 11 Laserdiscs bzw. 8 DVDs veröffentlicht.


    Der von 'Decca' veröffentlichte 'halbe' "Ring des Nibelungen" aus Cleveland unter Christoph von Dohnányi scheint inzwischen aus den Katalogen und dem Bewusstsein der Melomanen fast verschwunden zu sein. Die (sehr durchwachsene) internationale Kritik an den Aufnahmen von "Das Rheingold" und "Die Walküre" und das Fehlen eines geeigneten Tenors für die Partie des 'Siegfried' ließen die Firma 'Decca' von dem Projekt einer kompletten "Ring"-Einspielung Abstand nehmen.

    Im November 1992 wurde in der Woche nach den zwei Konzerten (am 4. und 7. 11. 1992) in der Severance Hall in Cleveland "Die Walküre" eingespielt in folgender Besetzung: Siegmund - Poul Elming / Hunding - Alfred Muff / Wotan - Robert Hale / Sieglinde - Alessandra Marc / Brünnhilde - Gabriele Schnaut / Fricka - Anja Silja / Gerhilde - Michèle Crider / Ortlinde - Susan Marie Pierson / SWaltraute - Karin Goltz / Schwertleite - Penelope Walker / Helmwige - Ruth Falcon / Siegrune - Katherine Ciesinski / Grimgerde - Sandra Walker / Rossweisse - Susan Shafer (Im Konzert sangen Anne Evans und Robert Schunk die Rollen 'Brünnhilde' und 'Siegmund' mit großem Erfolg; Gabriele Schnaut und Poul Elming waren aber schon vorher für die Aufnahme verpflichtet worden.) Die CDs wurden erst 1995 - nach dem "Rheingold" - veröffentlicht!

    "Das Rheingold" wurde im Dezember 1993 ebenfalls mit dem Cleveland Orchestra unter von Dohnányi aufgenommen, nachdem es in der Severance Hall zwei konzertante Aufführungen (am 2. und 4. 12. 1993) gab; hier sind die Sänger: Wotan - Robert Hale / Donner - Eike-Wilm Schulte / Froh - Thomas Sunnegardh / Loge - Kim Begley / Alberich - Franz-Josef Kapellmann / Mime - Peter Schreier / Fasolt - Jan-Hendrik Rootering / Fafner - Walter Fink / Fricka - Hanna Schwarz / Freia - Nancy Gustafsson / Erda - Elena Zaremba / Woglinde - Gabriele Fontana / Wellgunde - Ildikó Komlósi / Flosshilde - Margareta Hintermeier. (Im Konzert sang David Gordon den Mime, da Peter Schreier verhindert war.)

    Erst 2002 kam es zu einer Fortsetzung von Christoph von Dohnányis konzertantem "Ring" mit dem Cleveland Orchestra: "Siegfried" (am 29. 5. und 1. 6. 2002) mit Stig Andersen (Siegfried), Peter Bronder (Mime), Robert Hale (Wanderer), Peter Sidhom (Alberich), Alfred Reiter (Fafner), Anna Larsson (Erda), Jane Eaglen (Brünnhilde) und Heidi Grant Murphy (Waldvogel). Mit diesem Konzert beendete Christoph von Dohnányi sein achtjähriges Wirken als 'Music Director' des Cleveland Orchestra. (Angeblich gibt es davon einen Mitschnitt - zu einer konzertanten Aufführung der "Götterdämmerung" kam es nicht mehr.)


    Dass Robert Hale auch 'Entertainer'-Qualitäten besaß, beweist die von Harald Kral im Beitrag Nr. 1 gezeigte CD, aufgenommen im April/Mai 1996 im Studio von Danmarks Radio in Kopenhagen. Gemeinsam mit seiner Frau, der dänischen Sopranistin Inga Nielsen (1946 - 2008) singt er Songs und Duette aus Musicals und Hollywood-Filmen sowie Spirituals. Man hört den beiden Sängern an, wieviel Spaß ihnen diese Aufnahmen gemacht haben. Es muss nicht immer Wagner sein...


    LG


    Carlo

  • Erst 2002 kam es zu einer Fortsetzung von Christoph von Dohnányis konzertantem "Ring" mit dem Cleveland Orchestra: "Siegfried" (am 29. 5. und 1. 6. 2002) mit Stig Andersen (Siegfried), Peter Bronder (Mime), Robert Hale (Wanderer), Peter Sidhom (Alberich), Alfred Reiter (Fafner), Anna Larsson (Erda), Jane Eaglen (Brünnhilde) und Heidi Grant Murphy (Waldvogel). Mit diesem Konzert beendete Christoph von Dohnányi sein achtjähriges Wirken als 'Music Director' des Cleveland Orchestra. (Angeblich gibt es davon einen Mitschnitt - zu einer konzertanten Aufführung der "Götterdämmerung" kam es nicht mehr.)

    (Hervorhebung von mir)

    Der Rundfunkmitschnitt des "Siegfried" aus Cleveland existiert definitiv. Er kam aber nie offiziell in den Handel. Die "Götterdämmerung" hat Christoph von Dohnányi übrigens zumindest an der Wiener Staatsoper im Jahre 1993 dreimal dirigiert. Der Rundfunkmitschnitt des ORF von der Premiere der damaligen Neuinszenierung von Adolf Dresen ist existent. In dieser Wiener Produktion sang Robert Hale ebenfalls den Wotan/Wanderer.

    »Finis coronat opus.« (Das Ende krönt das Werk.) – Ovid