Unbekannte Wienerin: Liane Synek

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    Heute hätte sie ihren 90. Geburtstag.
    Leider weilt sie jedoch nicht mehr unter uns.
    Sie verstarb bereits 1982 kurz nach ihrem 60. Geburtstag.


    Liane Synek (* 17. September 1922 in Wien; † 6. September 1982 in Hollabrunn) war eine österreichische Opernsängerin.
    Nach ihrer Gesangsausbildung gewann sie 1950 einen Gesangswettbewerb und sang bis 1954 am Opernhaus Wuppertal.
    1954 wurde sie an das Hessische Staatstheater berufen, hier zählte sie bis zu ihrem Tod zu den beliebtesten Künstlern.
    Zugleich war sie an der Staatsoper Berlin und dem Opernhaus Köln. Dort sang sie auch im Funkhaus des Westdeutschen Rundfunks.
    Am 15. Februar 1965 sang sie in der Kölner Uraufführung von Bernd Alois Zimmermanns Oper Die Soldaten die Gräfin de la Roche.
    In Bayreuth sang sie zuerst im Festspielchor, später die Helmwige in der Walküre und die Erste Norn in Götterdämmerung. Gastspiele führten sie an alle großen Opernhäuser weltweit.
    Meine erste Begegnung war eine Radiosendung vom WDR, die ich für mich mitgeschnitten habe: Marschners Oper "Hans Heiling" mit Hermann Prey, sie sang die Königin der Erdgeister (1966). Gibt es inzwischen auch als CD:



    LG

    Harald


    Freundschaft schließt man nicht, einen Freund erkennt man.
    (Vinícius de Moraes)

  • Kürzlich brachte ich einem deutschen Opernfreund zwei CDs mit, die ich im Internet gefunden hatte und die einen sehr guten Überblick über Liane Syneks breites Repertoire bilden : Puccini, Verdi, Strauss, d'Albert, Mozart, Wagner. Sein Eindruck : "Liane Synek würde heute eine großartige Karriere machen!"


    Ich hörte sie außer in Bayreuth, wo sogar Birgit Nilsson sie um ihre Hojotohos beneidete, in Hamburg als Aida und Senta sowie in Berlin als Färbersfrau - eindrückliche Rollenporträts, obwohl ihre Aida auch Widerspruch in Form von Buhrufen erntete.


    Gruß, Peter

  • Liane Synek war ein Urgestein am Staatstheater Wiesbaden.Sie sang dort das ganze hochdramatische Fach bis zur Brünhilde in Götterdämmerung.
    Auch die TURANDOT gehörte zu Ihrem Repertoire! Ich hatte das Glück sie dort öfter hören zu dürfen und fand sie war eine ganz tolle Sängerin!
    Das Theater Wiesbaden war ihr Zuhause!
    Auch war sie ein ganz fabelhafter Mensch mit sehr viel Sinn für Humor!
    Leider gibt es so einen Typ von Sängerin heute nicht mehr!


    :hello:

    mucaxel


  • Bei mir ist Liane Synek in Wagners "Walküre" vertreten, die ich mir seinerzeit eigentlich nur wegen Josef Traxel gekauft habe.

    "Menschen, die nichts im Leben empfunden haben, können nicht singen."
    Enrico Caruso


    "Non datemi consigli che so sbagliare da solo".
    ("Gebt mir keine Ratschläge, Fehler kann ich auch allein machen".)
    Giuseppe di Stefano

  • Sie war in den 60er Jahren ständiger Gast in der Volksoper als Abigail in Nabucco".

    Meine Meinung steht fest. Bitte verwirren Sie mich nicht durch Tatsachen.

  • Liane Synek habe ich u. A. in diesem Opernquerschnitt aus "Nabucco" als ABIGAIL.



    Hallo,
    diesen Querschnitt habe ich auch, ich muß aber sagen, dass gerade Liane Synek mich als Abigail enttäuscht hat. Sie klingt hier sehr angestrengt und überfordert.
    Die Aufnahme von Hans Heiling habe ich auch, da ist sie wirklich sehr gut.
    Und irgendwo geistert bei mir noch eine bei cantus erschienene Aufnahme von Marschners "Vampyr" im Archiv, da singt sie eine sehr schöne Malwina. In der Aufzeichnung von Böhms Ring (1967) ist sie als eine der Walküren (Helmwige?) zu hören. Vielleicht ist der Nabucco ja nicht der wirkliche Maßstab für sie.


    Schöne Grüße
    wega

  • Hallo wega,


    korrekt, in Böhms "Walküre" singt sie die Helmwige.

    Grüße aus der Nähe von Hamburg


    Norbert


    Das Beste in der Musik steht nicht in den Noten.

    Gustav Mahler


  • In einem Radio-Interview beim WDR zur weiter oben erwähnten Opernaufnahme von Marschners "Hans Heiling" erzählte Frau Synek, dass ihr der Komponist nicht unbekannt sei, da sie schon 1951 in Wien in dessen Oper "Der Vampyr" die "Malwine" gesungen habe.
    Diese historische Aufnahme ist inzwischen auch auf CD erhältlich:



    Heinrich August Marschner (1795–1861)
    Der Vampyr

    Heppe, Synek, Spertlbauer, Oeggl, Lagger,
    Wiener Rundfunkorchester,
    Dir.: Tenner

    LG

    Harald


    Freundschaft schließt man nicht, einen Freund erkennt man.
    (Vinícius de Moraes)

  • Zu Liane Syneks heutigem Todestag habe ich "Die Soldaten" von Bernd Alois Zimmermann ausgesucht. Dieser war befreundet mit Günter Wand, und aus irgendeinem Grund, der mir momentan nicht momentan ist, hat Günter Wand die Uraufführung abgelehnt, und da auch der damalige Operndirigent Wolfgang Sawallisch die Uraufführung ablehnte, wurde Michael Gielen gefunden, ich meine, durch Günter Wand, aber ich werde in den nächsten Tagen nochmal nachlesen. Jedenfalls habe ich die Aufnahme von Michael Gielen ausgesucht:





    Heute ist Liane Syneks 33. Todestag.


    Liebe Grüße


    Willi :)

    1. "Das Notwendigste, das Härteste und die Hauptsache in der Musik ist das Tempo". (Wolfgang Amadeus Mozart).
    2. "Es gibt nur ein Tempo, und das ist das richtige". (Wilhelm Furtwängler).

  • Liane Synek sang 1965 bei den Bayreuther Festspielen die Senta, als Einspringerin.


    Ich hörte sie wenige Jahre später als Leonore im Fidelio, bei einem Gastspiel der Nürnberger Oper in der Bayreuther Stadthalle. Sebastian Feiersinger war der Florestan dieser Aufführung.


    Wieder gingen Jahre ins Land, ich in der Zwischenzeit in Augsburg zuhause und Mitglied im Extrachor des dortigen Theaters. "Die Liebe zu den drei Orangen" von Sergei Prokofjew stand auf dem Programm. Eines Abends stand überraschend Liane Synek als Zauberin Fata Morgana auf der Bühne. Die hauseigenen Besetzung war erkrankt. Einige Wochen später sprang Frau Synek erneut ein, diesmal als Siegfried-Brünnhilde. Wenige Monate später verstarb die Sängerin all zu früh.

  • Lieber UdoHasso!


    Es ist schön, nach fünf Jahren mal wieder was über Liane Synek zu erfahren!

    Ich kenne sie auch nur als Einspringerin.
    In Wiesbaden war sie aber eine sehr geschätzte Stütze des Ensembles. Es gibt inzwischen dort sogar eine Liane-Synek-Straße.


    Und es gibt noch eine Aufnahmen der FRAU OHNE SCHATTEN mit der Sopranistin, die bisher nicht erwähnt wurde.

    Richard Strauss: Die Frau ohne Schatten

    Maifestspiele Wiesbaden 1964
    Kaiser ... Karl Liebl

    Kaiserin ... Annemarie Leber
    Amme ... Martha Mödl
    Geisterbote ... Camillo Meghor
    Barak ... Herbert Grabe

    Sein Weib ... Liane Synek


    Hessisches Staatsorchester

    Heinz Wallberg


    zo-frau_ohne_schatten.jpg



    Und dies ist das Cover der bereits erwähnten Arien-Sammlung


    11757-1back_813f2adc-6a9e-4265-a89f-426c39764af9_large.jpg?v=1540084425 -


    Eigentlich hatte Gladys Kuchta singen sollen:


    s-l400.jpg


    Liebe Grüße


    Caruso41

    ;) - ;) - ;)


    Wer Rechtschreibfehler findet, darf sie behalten!

  • Hallo, 'udohasso'!


    Willkommen im „Tamino-Klassikforum“! Schön, dass Du an Liane Synek erinnerst.


    Ich habe von 'Melodram' aus der zweiten Serie von „25 Voci celebri della lirica“ ein dieser Sängerin gewidmetes LP-Doppelalbum (MEL 664 / 1984) mit folgendem Inhalt:


    „Turandot“ (Puccini): In diesem Schlosse vor vielen tausend Jahren... / mit Eugene Tobin (Kalaf), Wilhelm Otto (Altoum) und dem Chor der Bühnen der Stadt Köln / Dirigent: Peter Lacovich / Köln 1963 (1)

    „Tosca“ (Puccini): Ha! Geleit für Floria Tosca!... Nur deinetwegen wollt' ich noch nicht sterben / mit Eugene Tobin (Cavaradossi) / Dirigent: Michael Hutterstrasser / Köln 1962 (1)

    „La forza del destino“ ('Die Macht des Schicksals') (Verdi): Die Wunden brennen fühl' ich nicht / mit dem Chor des Hessischen Staatstheaters Wiesbaden / Dirigent: Wolfgang Sawallisch / Wiesbaden 1958 (2)

    „Der Rosenkavalier“ (Strauss): Da geht er hin, der aufgeblas'ne, schlechte Kerl – So schnell hat Sie ihn gar so lieb?... Marie Theres', wie gut Sie ist / mit Lia Montoya (Sophie) und Hanna Ludwig (Octavian) / Dirigent: Eugen Szenkar / Köln 1962 (1)

    „Elektra“ (Strauss): Elektra! Ah, das Gesicht!... Ich kann nicht sitzen und ins Dunkel starren so wie du! / mit Astrid Varnay (Elektra) / Dirigent: Ludwig Kaufmann / Wiesbaden 1964 (2)

    „Die Frau ohne Schatten“ (Strauss): Es gibt derer, die bleiben immer gelassen – Barak, ich hab' es nicht getan! / mit Ingeborg Exner (Kaiserin), Elisabeth Schärtel (Amme) und Caspar Bröcheler (Barak) / Dirigent: Siegfried Köhler / Köln 1963 (1)

    „Tiefland“ (d' Albert): Sein bin ich, sein! Sein Eigentum! / Dirigent: Rolf Ott / Berlin 1964 (3)

    „Don Giovanni“ (Mozart): Schon warf der Abend seinen Schleier hernieder... Du kennst nun den Frevler / mit Reinhold Bartel (Don Ottavio) / Dirigent: Heribert Esser / Wiesbaden 1958 (2)

    „Nabucco“ (Verdi): Ben io t'invenni, o fatal scritto... Anch'io dischiuso un giorno / mit Karl Acher (Hohepriester) / Dirigent: Heribert Esser / Wiesbaden 1959 (2)

    „Un ballo in maschera“ ('Ein Maskenball') (Verdi): Ich bin dir nah!... Ach, wie die süßen Worte mit Wonne mich durchbeben / mit Helge Rosvaenge (Riccardo) / Dirigent: Leopold Hager / Köln 1964 (1)

    „Lohengrin“ (Wagner): Elsa! Wer ruft? Bist du es, unglücklich' Weib?... Entweihte Götter! Helft jetzt meiner Rache! / mit Ingeborg Exner (Elsa von Brabant) / Dirigent: Peter Lacovich / Köln 1962 (1)

    „Die Walküre“ (Wagner): Hojotoho! Hojotoho! Dir rat' ich, Vater, rüste dich selbst – Siegmund! Sieh' auf mich! Ich bin's, der bald du folgen wirst / mit Bernd Aldenhoff (Siegmund) / Dirigent: Wolfgang Sawallisch / Wiesbaden 1959 (2)

    „Parsifal“ (Wagner): Gelobter Held! Entflieh' dem Wahn!... Grausamer! Ha! Fühlst du im Herzen nur anderer Schmerzen / mit Hans Hopf (Parsifal) / Dirigent: Heinz Wallberg / Wiesbaden 1962 (2)

    „Tristan und Isolde“ (Wagner): Herrn Tristan bringe meinen Gruß!... Schone du mich, untreue Magd! / mit Natalie Hinsch-Gröndahl (Brangäne) und Gerhard Misske (Kurwenal) / Dirigent: Ludwig Kaufmann / Wiesbaden 1962 (2)

    1 = Das Gürzenich-Orchester Köln / 2 = Das Orchester des Hessischen Staatstheaters Wiesbaden / 3 = Das Orchester der Berliner Staatsoper

    Im Innern des Albums sind mehrere Rollenfotos zu sehen, u. a. Liane Synek zweimal als Brünnhilde mit Sieglinde-Partnerinnen in „Die Walküre“: einmal mit Régine Crespin und einmal mit Montserrat Caballé.


    Auf die „Jessonda“-Aufnahme von Radio Beromünster habe ich bereits im 'Josef-Traxel-Thread' hingewiesen:


    „Jessonda“ (Spohr): Jessonda – Liane Synek / Amazili – Sibylle Krumpholz / Nadori – Josef Traxel / Dandau – Heinz Rehfuss / Tristan d'Acunha – Fridolin Mosbacher / Pedro Lopez; Ein indischer Offizier – Fritz Peter / Der Radiochor Bern / Das Berner Stadtorchester / Dirigent: Christoph Lertz (Bern, Rundfunk-Studio, 28- - 29. 3. 1957)


    Ausserdem gibt es bei Radio Beromünster die einzige deutsche Gesamtaufnahme von Jakov Gotovacs „Ero der Schelm“:


    „Ero s onoga svijeta„ ('Ero der Schelm') (Gotovac): Marko – Gottfried Fehr / Doma – Waltraut Demmer / Djula – Liane Synek / Micha (Ero) – Zbyslaw Wozniak / Sima – Fridolin Mosbacher / Ein Hirtenknabe – Christian Gluhr / Der Radiochor Bern / Das Berner Stadtorchester / Dirigent: Nikolaus Aeschbacher (Bern, Rundfunk-Studio, Oktober 1956). Die Oper wurde im vorigen Jahr (in kroatischer Sprache) mit großem Erfolg vom Bayerischen Rundfunk konzertant im Münchner Prinzregententheater aufgeführt und liegt mittlerweile bei 'cpo' (Classic Production Osnabrück) auf CD vor!


    Und von Heinrich Marschner gibt es mit Liane Synek nicht nur „Hans Heiling“ und „Der Vampyr“, sondern auch die folgende Oper:


    „Der Templer und die Jüdin“ (Marschner): Rebecca – Liane Synek / Wilfried von Ivanhoe – Fritz Sperlbauer / Lucas de Beaumanoir -Walter Heinrich / Brian de Bois Guilbert – Georg Oeggl / Maurice de Bracy – Kurt Equiluz / Der schwarze Ritter (König Richard Löwenherz) – Kurt Dickl / Der Narr Wamba – Leopold Vobruba / Bruder Tuck – Hubert Trattnig / Der Wiener Tonkünstlerchor / Das Große Orchester der RAVAG (Radio-Verkehrs AG) / Dirigent: Kurt Tenner (Wien, Funkhaus, 18. - 20. 9. 1951). Diese stark gekürzte Rundfunkaufnahme – damals mit einem verbindenden Text gesendet, gesprochen von Elisabeth Kloiber - erschien zusammen mit italienisch gesungenen Ausschnitten aus Marschners „Der Vampyr“ (u. a. mit Ester Orel, Dora Gatta, Philip Maero, Renato Gavarini und Enrico Campi / Coro e Orchestra Sinfonico di Milano della RAI / Dirigent: Robert Heger / Mailand, Radiotelevisione Italiana, 4. 10. 1953) auf 2 CDs bei 'Myto'.


    Ich kenne einen Melomanen aus dem Raum Frankfurt, der sehr viele Mitschnitte von Liane Syneks Opernaufführungen hat; einige davon werde ich demnächst hier nennen.


    Viele Grüße!


    Carlo

  • Hier das Doppelalbum:

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    Und dann auch gleich noch ( Es gibt diese Aufnahme ja in so vielen verschiedenen Ausgaben!):


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    Beste Grüße


    Caruso41

    ;) - ;) - ;)


    Wer Rechtschreibfehler findet, darf sie behalten!

  • Liane Synek als Rebecca in

    "Der Templer und die Jüdin" >

    (Audio) von Heinrich Marschner 01:41:40


    Fritz Sperlbauer - Wilfred von Ivanhoe, Walter Heinrich - Lucas de Beaumanoir,

    Georg Oeggl - Brian de Bois Guilbert, Kurt Equiluz - Maurice de Bracy,

    Kurt Dickl - König Richard Löwenherz, Leopold Vobruba - Wamba

    Hubert Trattnig - Bruder Tuck, Liane Synek - Rebbeca

    Orfeo wünscht euch allen, dass ihr gesund bleibt

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    Wie man im Verlaufe des Threads feststellt: Gar so unbekannt war Liane Synek nun wohl nicht.


    Hier noch einmal die vollständige Auflistung ihrer Auftritte bei den Bayreuther Festspielen:


    - 26.07. & 14.08.1965: Helmwige in Die Walküre unter Karl Böhm

    - 27.08.1965: Senta in Der fliegende Holländer unter Otmar Suitner (als Umbesetzung für Anja Silja)

    - 27.07., 06.08. & 24.08.1966: Helmwige in Die Walküre unter Karl Böhm (27.07.) bzw. Otmar Suitner (06.08. & 24.08.)

    - 23.07., 10.08. & 19.08.1967: Helmwige in Die Walküre unter Karl Böhm (23.07. & 10.08.) bzw. Otmar Suitner (19.08.)

    - 30.07. & 17.08.1968: Helmwige in Die Walküre unter Lorin Maazel

    - 21.08.1968: Dritte Norn in Götterdämmerung unter Lorin Maazel (als Umbesetzung für Berit Lindholm)

    - 30.07. & 14.08.1969: Helmwige in Die Walküre unter Lorin Maazel

    - 18.08.1969: Dritte Norn in Götterdämmerung unter Lorin Maazel (als Umbesetzung für Berit Lindholm)

    - 27.07. & 14.08.1970: Helmwige in Die Walküre unter Horst Stein

    - 31.07. & 18.08.1970: Dritte Norn in Götterdämmerung unter Horst Stein


    Man sieht: Regulär war sie ab 1965 als Helmwige eingesetzt und sang diese Partie durchgehend bis 1970, also noch im ersten Jahr der (zweiten) Ring-Neuinszenierung durch Wolfgang Wagner. Einmalig sprang sie 1965 in der vorletzten Vorstellung für Anja Silja als Senta ein, wovon kein Mitschnitt existieren dürfte. 1968 und 1969 fungierte sie zudem jeweils in der zweiten Vorstellung anstatt von Berit Lindholm als Dritte Norn. Erst in ihrem letzten Bayreuth-Jahr 1970 übernahm sie diese Rolle dann regulär (und davon gibt es sicher auch einen Mitschnitt).


    Der ganz große Durchbruch blieb der Synek in Bayreuth also verwehrt, aber immerhin. Die Helmwige ist ja doch eine der prominenteren unter den Walküre.

    »Finis coronat opus.« (Das Ende krönt das Werk.) – Ovid

  • Wie man im Verlaufe des Threads feststellt: Gar so unbekannt war Liane Synek nun wohl nicht.

    Gewiss nicht, lieber Joseph. Bei TAMINO wurde in der Vergangenheit noch mehr als heutzutage gern davon gesprochen, dass jemand vergessen oder gar unbekannt sei. Meist stimmte das so nicht. Die Synek mag Besuchern von Popkonzerten unbekannt sein. Wer sich aber mit Oper etwas näher beschäftigt, dem ist sie irgendwann auch begegnet. Und das, obwohl es kaum offizielle Aufnahmen mit ihr gibt.

    Es grüßt Rheingold (Rüdiger)


    Erda: "Alles, was ist, endet."

  • Hier noch die Vorstellungen mit Liane Synek an der Wiener Staatsoper:


    DER BESUCH DER ALTEN DAME

    Claire Zachanassian | 2 Vorstellungen | 07.02.1980–13.02.1981 (unter Alfred Walter)


    DIE WALKÜRE

    Brünnhilde | 2 Vorstellungen | 22.09.1973–27.02.1974 (unter Berislav Klobučar und Heinrich Hollreiser)


    ELEKTRA

    Chrysothemis | 1 Vorstellung | 27.04.1960 (unter Heinrich Hollreiser)


    FIDELIO

    Leonore | 1 Vorstellung | 10.12.1958 (unter Heinrich Hollreiser)


    MATHIS DER MALER

    Ursula | 3 Vorstellungen | 01.10.1958–21.10.1958 (unter Heinrich Hollreiser und Paul Hindemith)


    PARSIFAL

    Kundry | 1 Vorstellung | 21.04.1973 (unter Heinz Wallberg)


    TANNHÄUSER UND DER SÄNGERKRIEG AUF WARTBURG

    Venus | 3 Vorstellungen | 21.10.1964–19.04.1972 (unter Oskar Danon und Ernst Märzendorfer)


    TRISTAN UND ISOLDE

    Isolde | 1 Vorstellung | 30.10.1973 (unter Carlos Kleiber)


    TURANDOT

    Turandot | 1 Vorstellung | 12.02.1973 (unter Berislav Klobučar)


    UN BALLO IN MASCHERA

    Amelia | 2 Vorstellungen | 08.10.1958–03.11.1958 (unter Dimitri Mitropoulos und Michael Gielen)


    Also zwischen 1958 und 1960 ein paar Mal, dann 1964, danach erst wieder zu Beginn der 70er Jahre in einigen wichtigen hochdramatischen Partien (interessanterweise aber nicht besonders häufig) und zuletzt dann nochmal Anfang der 80er Jahre.


    Hat denn jemand hier im Forum die Synek live an der Wiener Staatsoper gehört?

    »Finis coronat opus.« (Das Ende krönt das Werk.) – Ovid

  • Die Synek trat auch in Ostberlin auf. Dort habe ich sie als Tosca erlebt. Sie war sehr intensiv in Spiel und Gesang. Mir gefiel das damals sehr. Ich hatte aber auch wenige Ahnung und Vergleiche. Nach meiner Erinnerung sang sie alle, die mit ihr auf der Bühne waren, an die Wand. Nicht, weil sie etwa unkollegial gewesen wäre. Sie konnte wohl nicht anders. Ihre Gesten waren sehr traditionell. Ihre Stimme stellt sich mir auf den zur Verfügung stehenden Mitschnitten gelegentlich als etwas derb dar. Sie war keine Belcantistin. Aber gerade das war wohl gerade Teil ihrer phänomenalen Wirkung. Ihre Vielseitigkeit ist Legende. Ich hätte sie gern auch in anderen Rollen erlebt.


    In Wiesbaden war sie aber eine sehr geschätzte Stütze des Ensembles. Es gibt inzwischen dort sogar eine Liane-Synek-Straße.

    Das lese ich sehr gern, lieber Caruso. Straßen, die nach Sängern benannt sind, finden sich viel zu selten im Stadtbild.

    Es grüßt Rheingold (Rüdiger)


    Erda: "Alles, was ist, endet."

  • Wie schön, dass mein kleiner, eher anekdotischer Beitrag bei einigen Forumsmitgliedern eigene Erinnerungen an Liana Synek weckte.


    Rüdiger, alias Rheingold1876, die Stichworte "vergessen oder gar unbekannt" stimmten mich nachdenklich. Mich berührten Leistungen von Sängern, die nur für mich persönlich "unvergänglich-unvergessen" sind. Vielleicht noch für eine Handvoll anderer Liebhaber.


    Mein erster Opernabend, im blühenden Alter von knapp 16 Jahren, war eine "Madame Butterfly" am damaligen Städtebundtheater Hof. Die Besetzungsliste kann ich heute noch lückenlos "herunter beten". Nur Mario Brell, der Sänger des Pinkerton, gelangte zu überregionalem Ruhm. Brigitte Köberlin, die Butterfly der Aufführung, verschwand spurlos und vergessen im Opern-Nirwana. Unglaublich, aber wahr: ich kann ihre Stimme noch hören. Frühe Liebe rostet nicht...


    :)


    Ein Vorteil des guten alten Ensemble-Theaters, dass es solche "Liebesverhältnisse" ermöglichte.


    Liane Synek hatten an ihrem Stammhaus sicher viele Opernbesucher ähnlich geschätzt und geliebt. Über ein Vierteljahrhundert diente sie mit ihrer Kunst dem Hessischen Staatstheater.


    Wir dürfen uns keinen Illusionen hingeben: Tondokumente vermitteln nur einen begrenzten Eindruck von singenden Darstellern. Bei wenig phonogenen Stimmen führen Aufnahmen sogar zu krassen Fehleinschätzungen.