Gérard Souzay - Französischer Bariton von Weltruf

  • Gérard Souzay, franz. Bariton, geb. 8.12.1918 in Angers, Frankreich. Er studierte bei P. Bernac, dann am Pariser Konservatorium bei C. Croiza und Vanni-Marcoux. 1945 trat er im Konzert zum Erstenmal vor die Öffentlichkeit, wirkte dann an verschiedenen kleineren Bühnen und kam 1947 in Paris an die Grande Opéra und an die Opéra comique. Obwohl er auch als Opernsänger erfolgreich warund bei den Festspielen in Aix-en-Provence und Salzburg sehr gefeiert wurde, gründete sich sein internationaler Ruf doch vorwiegend auf seine erlesene Kunst der Liedgestaltung. Er gab in aller Welt Liederabende und sang u. A. in London, Brüssel, Amsterdam, Wien und Zürich, in Italien, Finnland, Südafrika, Ägypten, Australien, Indien, Japan, Neuseelandund Nord- und Südamerika. Seit 1954 sang er auch häufig in Deutschland. Sein Repertoire konzentrierte sich vorwiegend auf alt-Französische Lieder, reichte jedoch bis zur Moderne und bezog auch auf das deutsche Lied in der Originalsprache ein, besonders das Liedschaffen der Romatik. Er galt als bedeutendster französischer Liedinterpretund zählte zu den nahmhaftesten Liedsängern der Gegenwart.


    Von Gérard Souzay besitze ich ein Sängerportrait mit Arien aus Opern von Monteverdi, Händel, Gluck, Mozart, Bizet, Massenet, Thomas und Gounod. Ferner Aufnahmen mit Schubert-Liedern, u. A. "Die Winterreise".

    W.S.


  • Kleine Ergänzung:


    Souzay, Gérard, Bariton, * 8.12.1918 Angers, eigentlich Gérard Tisserant, † 17. August 2004 in Antibes


    LG

    Harald


    Freundschaft schließt man nicht, einen Freund erkennt man.
    (Vinícius de Moraes)

  • Dichterliebe und Schöne Müllerin kann ich ebenfalls empfehlen.



    LG, Bernward


    "Nicht weinen, dass es vorüber ist
    sondern lächeln, dass es gewesen ist"

    Waldemar Kmentt (1929-2015)


  • Ich habe ihn im August 1968 als "Don Giovanni" in Salzburg gehört und war begeistert. Er ist für damals für Nicolai Gjaurov eingesprungen.

    Meine Meinung steht fest. Bitte verwirren Sie mich nicht durch Tatsachen.

  • heute vor 95 Jahren geboren:



    Gérard Souzay (* 8. Dezember 1918 in Angers; † 17. August 2004 in Antibes; eigentlich: Gérard Marcel Tisserand) war ein französischer Sänger (Bariton).
    Seine außergewöhnliche Sprachbegabung erlaubte es Souzay, in 15 verschiedenen Sprachen zu singen einschließlich in Finnisch, Hebräisch, Holländisch, Portugiesisch und Russisch; auch in akzentfreiem Deutsch und in einer vollendeten Verschmelzung von Wort und Ton.


    LG

    Harald


    Freundschaft schließt man nicht, einen Freund erkennt man.
    (Vinícius de Moraes)

  • Das von dir Gesagte, lieber Harald, kann ich anhand dieser Doppel-CD, die sich seit einigen Jahren in meiner Sammlung befindet, nur bestätigen.


    Liebe Grüße, auch in Erinnerung an diesen großen Sänger,


    Willi :)

    1. "Das Notwendigste, das Härteste und die Hauptsache in der Musik ist das Tempo". (Wolfgang Amadeus Mozart).
    2. "Es gibt nur ein Tempo, und das ist das richtige". (Wilhelm Furtwängler).


  • Seit Tagen bin ich in diese beiden CDs vertieft und möchte gar nichts anderes hören. Warum? Souzay findet für meine Ohren zu einer vollkommenen Einheit von Melodie und Sprache, worauf Harald bereits mit anderen Worten hingewiesen hatte. Da passt nichts dazwischen. Sein Vorteil ist seine Herkunft, seine Sprache, seine Vertrautheit mit dem Kunstliedschaffen seiner Heimat. Bekanntlich war sein erstes öffentliches Auftreten ein Liedprogramm von Fauré. Dabei singt er Deutsch völlig akzentfrei. Was er mitbringt ist das Idiomatische. Man hat ihn den französischen Fischer-Dieskau genannt, was nach meiner Meinung völlig daneben ist. Denn zwischen beiden Sängern liegen Welten. Ich halte ohnehin nur wenig von derlei Vergleichen und Wertungen. Sie bringen nichts, dienen weder dem einen noch dem anderen. Was ich hinzufügen möchte, ist, dass mir Souzay als Liedsänger wesentlich mehr liegt als sein deutscher Kollege. Natürlich kenne ich auch die schon erwähnten Schubert-Lieder. Unbedingt sind auch die großen Zyklen von Schubert zu nennen. Robert Schumann aber scheint Souzay noch ein Quäntchen künstlerisch näher zu sein. Die Gründe habe ich noch nicht herausgefunden.


    In diesem Sinne grüßt Rheingold

    Es grüßt Rheingold (Rüdiger)


    Erda: "Alles, was ist, endet."

  • Ich mag Souzay auch sehr! Ich habe von ihm diese Schubert-Aufnahme:



    Gibt es inzwischen für nur 6 Euro in dieser Neuauflage:



    Auf meiner Wunschliche steht u.a.:



    Schöne Grüße
    Holger

  • Zu seinem heutigen Todfestag habe ich auch Schumann ausgesucht:



    Gerard Souzay starb vor 11 Jahren.


    Liebe Grüße


    Willi :)

    1. "Das Notwendigste, das Härteste und die Hauptsache in der Musik ist das Tempo". (Wolfgang Amadeus Mozart).
    2. "Es gibt nur ein Tempo, und das ist das richtige". (Wilhelm Furtwängler).

  • Lieber wok,


    Du hast gestern im BRIGITTE FASSBAENDER-Thread auf die "wunderschöne Stimme" von Gérard Souzay (1918-2004) hingewiesen und seine Interpretation von Schuberts WINTERREISE hervorgehoben.

    Da kann ich Dir nur beipflichten, Souzay war einer der (wenigen) herausragenden französischen Liedersänger des 20. Jahrhunderts. Auch im Bereich der Oper hat er große Erfolge gehabt, doch in die Musikgeschichte ist er vor allem als Liedersänger eingegangen.

    Es gibt, wie ich festgestellt habe, von der "Winterreise" mindestens zwei kommerzielle Aufnahmen:

        

    eine original PHILIPS-Aufnahme von 1961 (in dieser teuren 4 CD-Box)

    und:

    B00007EAQ2

    eine Aufnahme von EMI France von 1975 (gekoppelt mit dem "Schwanengesang").


    Die PHILIPS-Aufnahme gibt es allerdings auch noch auf dieser CD:

    Winterreise

    beim großen Urwaldfluß für unter 1 € (+ Versandkosten).

    Souzay ist ein wundervoller, einfühlsamer Sänger, und er hat in beiden Fällen den großartigen Dalton Baldwin als Begleiter.

    Vielleicht singt er nicht so tiefgründig, so kalkuliert wie sein großer Kollege Fi-Di, aber sein wunderschöner weicher Bariton geht direkt ins Ohr. Ich schätze den Sänger sehr; in meinem Besitz ist die PHILIPS-Version.


    LG, Nemorino

    Die Welt ist ein ungeheurer Friedhof gestorbener Träume (Robert Schumann).

  • Erwähnenswert ist auf jeden Fall Debussys "Pelleas et Melisande"



    Aufnahme aus Paris 1956 unter André Cluytens(Orchestre National de la Radiodiffusion)

    Pelleas: Jacques Jansen

    Melisande: Victoria de los Angeles

    Golaud: Gérard Souzay


    Zitat von nemorino

    eine original PHILIPS-Aufnahme von 1961 (in dieser teuren 4 CD-Box)

    Wer zuspät kommt den bestraft das Portemonnaie! :hello:


    LG Fiesco

    Il divino Claudio
    "Wer vermag die Tränen zurückzuhalten, wenn er den berechtigten Klagegesang der unglückseligen Arianna hört? Welche Freude empfindet er nicht beim Gesang seiner Madrigale und seiner Scherzi? Gelangt nicht zu einer wahren Andacht, wer seine geistlichen Kompositionen anhört? … Sagt nur, und glaubt es, Ihr Herren, dass sich Apollo und alle Musen vereinen, um Claudios vortreffliche Erfindungsgabe zu erhöhen." (Matteo Caberloti, 1643)

  • Hallo Nemorino,


    Deinen Ausführungen über GERARD SOUZAY kann ich nur in jeder Hinsicht beipflichten. Gerade die Weichheit seiner Stimme und seine außerordentliche Sensitivität nehmen für sich gefangen. Auch ich präferiere die Philips-Aufnahme von 1961, doch wie bei Fischer-Dieskau hat eigentlich jede Aufnahme, mag sie auch in Details differieren, ihr hohes Qualitätsniveau. Ja, und auch DALTON BADLWIN ist ein großartiger Begleiter, und die beiden harmonieren in beeindruckender Weise.


    Gruß

    wok










  • Ich stimme in die Loblieder auf Gérard Souzay aus ganzem Herzen ein. Seine Darbietungen der Schubert-Lieder liegen mir ebenso am Herzen wie die Aufnahmen mit FiDi (ich habe die oben genannte 4 CD-Box von Philips mit den drei Liederzyklen).


    Unbedingt nennen muss ich hier auch seine Aufnahmen französischer Lieder, die ganz großartig sind:


    Der Traum ist aus, allein die Nacht noch nicht.

  • Unbedingt nennen muss ich hier auch seine Aufnahmen französischer Lieder

    Hallo, Bertarido,


    leider kenne ich diese Aufnahmen nicht. In meinem LP-Bestand befand sich aber folgende Aufnahme (die leider nicht mehr - ich weiß nicht warum - vorhanden ist):

    eine der raren DGG-Aufnahmen Souzays. Aufnahme: Mai 1961, Berlin, Haus Lankwitz.

    Sie ist mir in guter Erinnerung, aber auf CD besitze ich sie nicht. Um Dir den Inhalt zu vermitteln, hier die Rückseite:




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    die ich leider nicht kleiner hinkriege :(!

    Auf einem 2 LP-Album hatte ich von Souzay eine Liederauswahl von Schubert und Schumann, Aufnahmen aus den 1950er Jahren, z.T. noch in Mono. Begleitet wurde er da von der französischen Pianistin Jacqueline Bonneau (Decca). Es müßte sich noch in meiner Sammlung befinden, leider mußte ich aus Platzgründen die große Mehrzahl meiner Platten auslagern.

    Souzay hat mich mit seiner schlichten, ganz unprätentiösen Vortragsweise immer sehr beeindruckt, nicht minder mit seinem weichen, ungemein einschmeichelnden Bariton. In dieser Hinsicht hat er mich immer (ein wenig) an Heinrich Schlusnus erinnert.


    LG, Nemorino

    Die Welt ist ein ungeheurer Friedhof gestorbener Träume (Robert Schumann).

  • Hallo!


    Solltet Ihr Gelegenheit haben diese Box zu erstehen, solltet Ihr sie Euch nicht entgehen lassen. Die Box, die bei uns gerade nicht erhältlich ist, konnte ich im vergangenen Jahr in Straßburg gebraucht erstehen. Leider fehlt die CD 2 mit Werken von Rameau, Monteverdi u.a.


    Anaonsten enthält sie:


    CD 1: Schumann - Lieder (u.a. die Dichterliebe op. 48 und Sechs Gedichte op. 90 nach Nikolaus Lenau)

    CD 3: Schubert - Lieder (u.a. Die schöne Müllerin)

    CD 4: Lieder von Beethoven / Brahms / Richard Strauss

    CD 5: Französische Lieder


    51oWI60RBzL.jpg


    Gruß WoKa

    "Die Musik drückt das aus, was nicht gesagt werden kann und worüber Schweigen unmöglich ist."


    Victor Hugo

  • Hallo, Bertarido,


    leider kenne ich diese Aufnahmen nicht. In meinem LP-Bestand befand sich aber folgende Aufnahme (die leider nicht mehr - ich weiß nicht warum - vorhanden ist):

    eine der raren DGG-Aufnahmen Souzays. Aufnahme: Mai 1961, Berlin, Haus Lankwitz.

    Die habe ich in einer neu gemasterten Version als Download. :) Eine schöne Ergänzung zu der Philips-Box, die keine Lieder von Debussy enthält.

    Der Traum ist aus, allein die Nacht noch nicht.

  • Erwähnenswert ist auf jeden Fall Debussys "Pelleas et Melisande"

    Bisher wurde vor allem der Liedersänger Gérard Souzay in den Blick gerückt und gewürdigt.

    Darüber sollte man nicht vergessen, dass er auch ein vorzüglicher Opernsänger war.

    Ich habe ihn als Don Giovanni gehört und würde ich zu den Interpreten der Partie zählen, die mich sängerisch und darstellerisch am meisten überzeugt haben. Seine herrlich weiche, einschmeichelnde Stimme konnte überraschend in den beiden Finales zupacken und dramatische Kontur und Kraft gewinnen. Ich habe ihn aber auch mit dem Orpheus von Gluck und dem Grafen Almaviva von Mozart gehört.

    Deshalb stelle ich jetzt mal das Bild eines Albums ein, das es wohl nur in der PHILIPS-Box "L'art de Gérard Souzay" in das digitale Zeitalter geschafft hat.


    Grandi+Voci+-+Souzay.jpg


    Gerade lese ich, dass WoKa die Box ohne die Opernaufnahmen gebraucht gekauft hat. Vermutlich hatte sie jemand eben wegen der Opernaufnahmen gekauft, die Opern raus genommen und dann weiter verkauft.

    Für mich waren auch die Opernaufnahmen der entscheidende Grund, die Box zu kaufen.

    Da gibt es nämlich sogar mehr als auf der LP:



    Caruso41

    ;) - ;) - ;)


    Wer Rechtschreibfehler findet, darf sie behalten!

  • 51GLO0cNxsL._SL300_.jpgKlick


    Das war die erste CD die ich davon hatte, aber leider war nicht alles darauf wie ich später feststellte als ich diese Box in die Hände bekam.



    Die Trackliste hat caruso ja schon ziemlich klein :stumm: abgebildet!

    Wenn man aufs Cover klickt steht da "derzeit nicht erhältlich" allerdings bei den gebrauchten wird man fündig!


    >Es lohnt sich< :!:


    LG Fiesco

    Il divino Claudio
    "Wer vermag die Tränen zurückzuhalten, wenn er den berechtigten Klagegesang der unglückseligen Arianna hört? Welche Freude empfindet er nicht beim Gesang seiner Madrigale und seiner Scherzi? Gelangt nicht zu einer wahren Andacht, wer seine geistlichen Kompositionen anhört? … Sagt nur, und glaubt es, Ihr Herren, dass sich Apollo und alle Musen vereinen, um Claudios vortreffliche Erfindungsgabe zu erhöhen." (Matteo Caberloti, 1643)

  • Hallo!


    Eine Veröffentlichung, die mich ebenfalls beeindruckt hat, ist aus meinem Geburtsjahr - Ein Liederabend anlässlich der Schwetzinger Festspiele aus dem Jahre 1960:



    Gruß WoKa

    "Die Musik drückt das aus, was nicht gesagt werden kann und worüber Schweigen unmöglich ist."


    Victor Hugo