• Der amerikanische Tenor wurde am 08.05.1984 in Montclair geboren und studierte ab 2005 an der University of Michigan bei Georg Shirley und später bei Julia Falkner.
    Seine privaten Studien vervollständigte er schließlich bei Bill Schuman.
    Sein Concertdebüt gab er 2006 in der Carnegie Hall in Dom Sabastian, sein Bühnendebüt erfolgte dann 2007 in Klagenfurt als Alfredo in La Traviata.
    Es folgten Auftritte als Rinuccio, Mavra, Rodolfo, Pinkerton, Duca de Mantua, Raffaele ( Stiffelio ), in Respighis La Fiamma, De Grieux, Edgardo und Gennaro.
    Es folgte Auftritte unter anderem in Grichenland, Philadelphia, Minesota, Mailand, Neapel, New York, Kansas City, London, Spoleto, Bilbao, Berlin, Florida, San Francisco und Paris.
    Die Stimme selber klingt sehr lyrisch und in der Höhe etwas bgrenzt.
    Das Stimmtimbre erinnert mich ein wenig an das von James Valenti was vielleicht auch am identischen Repertoir liegen mag.
    Seinen Internationalen Bekanntheitsgrad dürften bis heute drei Auftritte begünstigt haben, zum einen sein Gennaro den er neben Claire Rutter an der ENO gesungen hat und sein Auftritt in der gleichen Rolle neben Renee Fleming in San Francisco und zum dritten sein Edgaro neben Diana Damrau in Bilbao 2011.
    Die letzten beiden sind auf CD erhälltlich die Lucrezia Borgia auf DVD bzw. auf Youtube.
    Wenig lohnenswert auf Youtube ist das hineinhören in die Arie aus I Lombardi ( Carlo Berglonzi ist einem hier zu dauerhaft im Gedächnis geblieben ), zwar eine gute Talentprobe ( zu Klavierbegleitung ) aber es fehlt einfach die Höhe.
    Wesenlich besser hingegen seine Interpretation der Arien Kuda Kuda, Tu che a Dio, Una fuirtiva lagrima ( sein weicher Tonansatz nimmt einen sofort postive für ihn ein, gefolgt von einer überaus gschmackvollen Interpretation, hier bleiben keine Wünsche offen ).
    Im Gegensatz zu Victor Rud ( Bariton ) nicht nur ein Sänger für Auge ( sein gutes Aussehen hat sich bestimmt nicht von Nachteil für bestimmt Rollenbesetzungen ausgewirkt ), sondern auch zum hören.
    Desweiteren zum reinhören noch zu empfehlen E la solita storia und Nessun d'orma.


    CDs: Lucia di Lammermoor ( Daly / Damrau ), L'elisir d'amore, Rigoletto, Otello (Cassio ), Lucrezia Borgia ( Fleming ), Stiffelio
    DVD: Lucrezia Borgia ( Rutter )

  • Der amerikanische Tenor Michael Fabiano

    Im April dieses Jahres hatte ich das "Vergnügen" ihn als Duca im Rigoletto in der Dresdner Semperoper erlebt zu haben. Ich habe davon ausführlich berichtet.
    Ich zitiere mich aus diesem Bericht auszugsweise selbst:


    Der Tenor, der den Herzog gab, hat zwar einen ital. klingenden Namen, aber ihm fehlte jegliche "Italianita", jeglicher Schmelz und auch damit die gesangliche Leidenschaft des Verführers, die hier unbedingt rüberkommen muß. Sein Timbre war meist von einem sehr hörbaren Tremolo begleitet, vor allem bei den hohen Tönen. Er traf sie alle, hielt sie auch aus, aber sie klangen meist angestrengt und dadurch oftmals unangebracht laut. Bei seiner Gesangsausbildung, wo es auch um "Piano" und Gefühl, Geschmeidigkeit, Ausdruck und einfach Belcanto ging, muß er gefehlt haben.


    CHRISSY

  • Deine Einschätzung kann ich nachvollziehen, lieber Chrissy. Wobei du mit seinem Duca noch eine seiner besseren Rollenportraits gehört hast. :whistling:
    Fabiano singt leider in einem Einheitsforte, oder besser gesagt er brüllt sich durch seine Partien. Wenn das Gefühl von zarter Liebe oder Verliebtheit nur mit Tönen rausgeschleudert wird, muß man sich fragen ob der Mann weiß was er da singt.
    Dazu hat er eklatante Schwierigkeiten in der Höhe. Problematisch bei einem Tenor. Die Mittellage ist ja ganz ok, aber Spitzentöne, wie zum Beispiel in den Puccini-Arien Che gelida manina aus La Boheme oder Nessun Dorma aus Turandot, werden nicht gesungen sondern geschrien, und dann geht ihm - am Ende von Nessun Dorma nicht ganz verwunderlich - die Luft aus.
    Fast erschreckend fand ich seine Arie und Cabaletta des Alfredo aus der Traviata. Null Differenzierung. Nur fortissimo.
    Ihm fehlt jeglicher Schmelz, seine Pianotöne verschwinden ins Nichts und ich rede hier von keinem Diminuendo. Das hat er leider gar nicht drauf, leise Töne gibt die Stimme gar nicht her.


    Der Sänger ist noch sehr jung, umso mehr muß man sich die Frage stellen, warum er bereits zu diesem frühen Zeitpunkt Repertoire singt, dass er stimmlich nicht bewältigt.
    Da liegt sicher noch viel Arbeit vor Sänger und Gesangslehrer.


    Gregor

  • Nachdem, was ich bisher bei YouTube gehört habe, stimme ich Gregor zu. Im Juni wird er in der Staatsoper Berlin den Duca in der Rigoletto-Neuproduktion neben Nadine Sierra und Christopher Maltmann singen. Ich hoffe, dass der Live-Eindruck besser wird, aber ich befürchte mit Verweis auf den letzten Absatz von Gregor eher das Gegenteil.

  • Nachdem, was ich bisher bei YouTube gehört habe, stimme ich Gregor zu.

    Im Juni wird er in der Staatsoper Berlin den Duca in der Rigoletto-Neuproduktion neben Nadine Sierra und Christopher Maltmann singen. Ich hoffe, dass der Live-Eindruck besser wird, aber ich befürchte mit Verweis auf den letzten Absatz von Gregor eher das Gegenteil.

    Hallo, KM Storch

    Wie Du gelesen hast, habe ich Michael Fabiano als Duca mal in der Semperoper erlebt und er ist mir nicht in guter Erinnerung geblieben.

    Aber das ist ja inzwischen schon ein paar Jahre her und vielleicht hat er sich in dieser vergangenen Zeit positiv entwickelt.

    Ein Erlebnis wird aber ganz sicher "Nadine Sierra" werden, davon bin ich überzeugt!

    Apropos "Staatsoper und Rigoletto" - als Gilda habe ich dort seinerzeit viele Male "Isabella Nawe" in einer hervorragenden Inszenierung erlebt.

    Für mich nach wie vor allerhöchster Maßstab zusammen mit ihren damaligen beiden Partnern - da werden glückliche Erinnerungen wach...


    Auch wenn es noch etwas Zeit bis zum Juni ist - schon jetzt wünscht Dir viel Freude und Genuß...

    CHRISSY

  • Die Firma Pentatone hat angekündigt, am 17. Mai 2019 eine Recital-CD des Tenors unter dem Titel Michael Fabiano Verdi Donizetii herauszubringen. Dies wäre dann soweit ich sehe die erste Solo-Cd des großartigen amerikanischen Sängers. Sie wird Ausschnitte aus Luisa Miller, Rigoletto , Poliuto, Ballo in Maschera, Lucia di Lammermoor, Maria di Rohan, Ernani (nicht die bekanntere Szene Come rugiada), I due Foscari, Oberto und Il Corsaro enthalten. Fabiano wird begleitet vom London Philharmonic Orchestra und den London Voices unter Enrique Mazzola.


    Die CD kommt spät, nachdem sich die Stimme Fabianos immer mehr dem Spinto- Fach nähert und für meine Ohren der wunderbare lyrische Schmelz seiner früheren Jahre größerer Kraftentfaltung Platz macht, aber besser später als nie. An schönen ive- Aufnahmen Fabianos von Beginn seiner Karriere an besteht ohnehin kein Mangel. Ein Konzert vom Jahresbeginn aus Moskau, das vom online-Kanal der Moskauer Philharmonie übertragen wurde, zeigte ihn zur hörbaren Freude der Konzertbesucher in ganz hervorragender stimmlicher Disposition.


    VG