Künstler-Biografien - Komponisten, Dirigenten, Solisten

Maik · 48 Beiträge · letzte Antwort von Yorick

48 Beiträge
  • Zitat

    Original von Maexl
    Ich habe mich jetzt festgelegt: Ich werde in Musik meine Präsentationsprüfung machen.
    Dazu brauche ich 4 Themen und habe mir gedacht, ich wähle 1. Schubert (Lied; Klavierschaffen) 2. Liszt (Virtuose Klaviertranskriptionen) 3. Eisler (Politik und Musik) und Kreisler (Kabarett und Chanson).


    so, einige Bücher habe ich jetzt:


    (lese ich grade)


    (schon gelesen)


    (wartet noch)


    Schubertliteratur habe ich schon länger:


    praktischstes:


    obigem unterlegen:


    einfühlsamstes:


    zeitnah:


    und


    und in Auszügen ein Buch von


    Arthur Hutchings: Schubert (The Master Musicians),
    Gerald Moore - The Schubert Song Cycles, with thoughts on performance,
    Gerald Moore - Schuberts Liederzyklen, Gedanken zu ihrer Aufführung.



    Von Kreisler werde ich sicher noch ein, zwei seiner eigenen Bücher lesen, von Eisler, wenn ich etwas finde über sein Vokal- und vielleicht auch Filmschaffen - von Liszt habe ich noch nicht so viel Ahnung.


    Kennt vielleicht noch jemand von euch etwas interessantes zu den 4 Komponisten, was mir entgangen ist?

  • Hallo,


    ich habe bisher nur Honolkas Biografie über Dvorák gelesen:



    Hat mir an sich sehr gut gefallen - Werkinformationen, schöne Zitate von Dvorák und einigen Zeitgenossen und ziemlich kurz und direkt geschrieben.
    Das war, wie ich finde, für meine erste Biografie richtig so - sonst wäre es so langatmig geworden. Für die nächste kann es ruhig noch viel ausführlicher sein, aber auch so kann man einen guten Überblick über Dvoráks Leben bekommen - normalen Menschen reicht das, mir aber nicht :D


    Einziger Kritikpunkt wären einige falsche Angaben im Werkverzeichnis...aber gut :rolleyes:


    Wer ein bisschen mehr über Dvorák erfahren will, kann sich dieses Büchlein (gute 156 Seiten) für wenig Geld zulegen.


    Lieben Gruß, Maik

    Wie ein Rubin auf einem Goldring leuchtet, so ziert die Musik das Festmahl.


    Sirach 32, 7


  • dieses Buch macht mich verrückt: jetzt bin ich für die Musikprüfung angemeldet und die einzige vernünftige Biografie gibt es immer noch nicht *wüt* (achja und nochdazu kostet sie 50€ weil sie das literarische quasi Monopol zu Liszt auf dem deutschsprachigen Markt ist)... habe schwer Angst, dass es bis nächsten Monat immer noch nicht verfügbar ist - grandios, was mach ich jetzt?


    Außerdem bin ich am überlegen, ob ich die erste Transcendentale Etude (Preludio) spielen soll... sie ist auch die kürzeste :]

  • Hallo, liebe Schumann-Freunde,


    zum Schumann-Jahr 2006 erscheinen:


    Akio Mayeda, Klaus W. Niemöller, Bernhard R. Appel: Robert Schumann in Endenich (1854-1856). Krankenakten, Briefzeugnisse und zeitgenössische Berichte. Schott-Verlag, Main 2006. 607 Seiten.


    Der Schott-Verlag schreibt hierzu: „Um Schumanns letzte Lebensjahre, die er in der Nervenheilanstalt in Endenich bei Bonn verbrachte, ranken sich Gerüchte, Legenden und Mutmaßungen. Licht ins Dunkel bringt das ärztliche, tagebuchähnliche Protokoll, das der behandelnde Arzt Dr. Franz Richarz über die beiden letzten Lebensjahre Robert Schumanns geführt hat. In den Familienbesitz des Komponisten Aribert Reimann gelangt, übergab dieser die Krankenakten 1991 als Dauerleihgabe dem Archiv der Akademie der Künste Berlin und entschied sich anlässlich des Schumannjahrs 2006 zur Publikation der hochbedeutenden Dokumente.


    Die Krankenakten werden in dieser Neuerscheinung erstmals ungekürzt veröffentlicht, durch weitere bisher unbekannte Quellendokumente ergänzt und in einem medizinhistorischen Beitrag kommentiert. Die Publikation liefert damit der biographischen, medizinischen, psychologischen und kulturgeschichtlichen Forschung erstmals ein seriöses Quellenfundament.“


    Gerd Nauhaus gibt im Stroemfeld-Verlag Robert Schumanns „Dichtergarten für Musik“ heraus. Das ist eine Zusammenstellung von Texten über Musik, die Schumann in der Literatur gefunden hat. Sie wurde früher als ein Frühzeichen seines geistigen Niedergangs interpretiert und ähnlich gesehen wie lexikalische Zusammenstellungen, die er in Endenich erstellt hat. Jetzt wird nicht nur sein musikalisches Spätwerk neu aufgewertet, sondern auch diese philosophisch anspruchsvolle Arbeit. (Schumann hatte zeitweise vor – wahrscheinlich nicht besonders ernsthaft – über Shakespeares Äußerungen zur Musik zu promovieren.)


    In den „Musik Konzepten“ wird ein Band über Schumanns Spätwerk erscheinen, aufbauend auf einem Kongreß in Bremen im Mai 2006.


    Hier wenigstens eine, allerdings bereits früher erschienene Musikempfehlung zu Robert Schumann: Aribert Reimann hat 1994 aus seinem Spätwerk die „6 Gesänge op. 107“ transkribiert für Sopran und Streichquartett.


    Viele Grüße,


    Walter


  • Da Hans Werner Henze am 1. Juli 2006 80 Jahre alt wird, haben sich zwei Autoren entschlossen, ein "Geburtstagsbuch" zu seinen Ehren herauszugeben.


    Michael Kerstan und Clemens Wolken haben allerlei musikalische Größen unserer Zeit animiert, sich über diesen Künstler (lobend) zu äußern. So findet sich ein Christian Thielemann neben einem Simon Rattle, der sich über Henze äußert.
    Doch wie der Kommentator im Deutschlandfunk spitz bemekte, seien diejenigen Personen interessanter, die sich nicht zu Wort melden würden. So fehle z.B. Karlheinz Stockhausen in der Liste derjenigen, die Henze würdigen.


    (Honi soit qui mal y pense...)



    Michael Kerstan Clemens Wolken (Hg.)


    Hans Werner Henze


    Komponist der Gegenwart


    Henschel; 34,90 Euro



    Mignon :hello:

    Maybe the nation has found peace from its sins... I. A. a. W.E.B. Du Bois

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  • Hallo,


    rechtzeitig zum Robert Schumann Jahr ist eine Wiederauflage in Form einer DVD auf dem Markt erschienen:




    "Frühlingssinfonie" ist ein Film der Leidenschaften .
    Er erzählt die Liebesgeschichte zwischen Clara Wieck (Nastassja Kinski) und Robert Schumann (Herbert Grönemeyer), aber auch die Geschichte der Hassliebe zwischen Schumann und Friedrich Wieck (Rolf Hoppe), dem Vater Claras, der seiner Tochter in mehr als väterlicher Liebe verbinden ist.


    <a name="b000eoukhu5050">Kurzbeschreibung[/url]
    Der junge Komponist Robert Schumann verliebt sich in Clara, die Tochter seines Lehrers und Förderers Friedrich Wieck. Als die beiden heiraten wollen, versucht Vater Wieck alles, um die Eheschließung zu verhindern. Auf keinen Fall will er seine Tochter, die durch ihr virtuoses Klavierspiel in allen Konzertsälen Europas zu Hause ist, an den mittellosen und nur mäßig erfolgreichen Komponisten verlieren. Doch die Liebenden setzen ihre Pläne durch und erzwingen vor Gericht die Heiratserlaubnis. Ein authentischer Film voller Romantik, umrahmt von der weltberühmten Musik Schumanns.


    DVD bei Amazon beziehbar, 14,95 Euro


    Grüsse
    Volker.

    Bach ist so vielfältig, sein Schatten ist ziemlich lang. Er inspirierte Musiker von Mozart bis Strawinsky. Er ist universal ,ich glaube Bach ist der Komponist der Zukunft.
    Zitat: J.E.G.

  • Soeben habe ich den neuen Bildband "Thomas Quasthoff - Der Bariton" fertiggelesen.



    Die vorangegangene Autobiographie "Die Stimme" kenne ich nicht. Ich kann daher beide Bücher nicht vergleichen.
    Die Texte dieses neuen Bandes stammen aus der Feder von Thomas Quasthoffs älteren Bruder Michael. Erzählt wird darin die Biographie des Sängers aus dem vertrauten Blickwinkel der Familie heraus. Michael Quasthoff schildert viele Details aus dem Leben seines Bruders ohne dabei peinlich zu wirken. Nach beendeter Lektüre hat man den Eindruck, den Künstler so gut zu kennen, dass man "Tommi" kumpelhaft auf die Schulter klopfen und ihn auf eine Kneipentour mitnehmen möchte.


    An diesem Buch - das ansonsten sehr viele Informationen enthält und teilweise rührende Momente hat - stört mich jedoch vereinzelt die Sprache, die sich allzusehr darum bemüht lässig daherzukommen. Satzgebilde wie "So jedenfalls sagt es mein Gedächtnis und beamt folgende Sequenz in den Arbeitsspeicher" sind meines Erachtens nicht nötig.


    Viele Grüße
    Frank

  • Sehr lesenswert sind die Erinnerungen von Galina Wischnewskaja.



    Das Buch ist nicht nur die übliche Erfolgsstory einer Sängerin, sondern darüber hinaus und vor allem ein Lehrstück über das Leben von Künstlern in der UdSSR. Man kann nur den Kopf schütteln, wenn man das heute liest. Für die, die es nicht wissen, sei kurz erwähnt: Wischnewskaja, eine Sopranistin war verheiratet mit Rostropowitsch. Rostropowitsch ergriff Partei für Solschenizyn. Er wurde dafür als Künstler demontiert. Schließlich haben Rostropowitsch und seine Familie die Sowjetunion entlassen. Sehr interessant sind auch die Abschnitte über Schostakowitsch, mit dem Wischnewskaja und Rostropowitsch eng befreundet waren.


    Thomas

  • Habe auch einen persönlichen favoriten:



    mehr sag ich jetzt gar nicht dazu :D


    was haltet ihr davon?


    lg florian

    Gustav Mahler: "Das Wichtigste in der Musik steht nicht in den Noten."

  • Wer kennt Friedrich Gulda's Biographie "Ich-Theater" von Irene Suchy und was hält ihr davon? Für mich ist es ein durchaus interessantes zeitgenössisches Dokument über den Menschen und Künstler Gulda mit interessanten, teil plakativen Wahrnehmungen und Darstellungen, welche ich nicht immer unbedingt teile oder folgen vermag. Vielleicht ist dies aber auch typisch wienerisch bzw. typisch Gulda und daher für mich nur bedingt einsichtbar. Stellvertretend dafür vielleicht Gulda's Zitat auf der Rückseite dieses Buch: "Ist die Musik - und ihr Abbild, die Welt - ein Seiendes oder Werdendes?"



    Viele Grüsse
    Pianomania

    "Die Welt ward ihm Klavier. In Terzen, Quinten, Oktaven sprang sein Denken, Dur und Moll spannte sein Herz."
    Carl Sternheim

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  • Michael Klonovsky
    "Der Schmerz der Schönheit"


    Da ich es gerade in einem anderen Beitrag erwähnt habe, stelle ich es auch noch hier ein.
    Zugegeben es ist keine Puccini-Biografie im engerem Sinne. Es ist mehr eine Streitschrift für Puccini, gegen die durchaus heute vertretene Meinung dieser Komponist sein "Kitschfabrikant" bzw. unbedeutend, eine enthusiastische Abhandlung zu seinen Werken.
    Kann ich jedem empfehlen, der Puccini mag.

    "Die Glücklichen sind neugierig."
    (Friedrich Nietzsche)

  • Nach "meinem" Puccini noch eine Runde Buch-Empfehlungen von mir.


    Zwei Autobiografien großer Sängerinnen :


    Astrid Varnay
    "Hab mir's gelobt. 55 Jahre in fünf Akten und einem Prolog. Memoiren einer Opernkarriere"
    sehr lesenswert, auch was diese Neu-Bayreuth Ikone über eben diese Zeit zu sagen hat


    Birgit Nilsson
    "La Nilsson: Mein Leben für die Oper"
    Ich mag das Varnay-Buch lieber, auch weil es besser geschrieben ist und Nilsson sich teilweise doch arg zu sehr selbst beweihräuchert, nichtsdestotrotz macht das Lesen Spaß



    Das dritte Buch ist weder Biografie noch Autobiografie, aber erwähnen will ich es trotzdem, weil ich es einmal sehr günstig bei einem Ausverkauf erstanden habe.


    Den Foto-Band
    "Sänger der Bayerischen Staatsoper 1949-1983. Fotos Sabine Toepffer"
    Szenen-Fotos als auch Porträts aus der "guten, alten Zeit" mit sehr vielen bekannten Gesichtern, alles in klassischem Schwarz-Weiß aufgenommen von der offiziellen Fotografin des Hauses...immer wieder schön anzusehen.
    (einen Wehmutstropfen gibt es bei diesem Schätzchen für mich allerdings, den ich aber hier nicht benenne, sonst hält man mich noch für kleinlich...aber sicherlich wird sich der ein oder andere schon seinen Teil denken können :D )


    leider kann ich hier keine Bilder einstellen, da die Bücher offiziell nicht mehr zu haben sin, nur noch antiquarisch bzw. gebraucht bei Privaten

    "Die Glücklichen sind neugierig."
    (Friedrich Nietzsche)

  • Ganz lieben Dank an Harald für das einstellen der Bilder, die ich nicht auftreiben konnte!

    "Die Glücklichen sind neugierig."
    (Friedrich Nietzsche)

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  • Dank der beispiellosen archäologischen Fleißarbeit von SchallundWahn habe ich heute diesen Thread entdeckt. Danke! :)


    Und so möchte ich nicht versäumen, Euch das in 2. Auflage erschienene Buch über meinen Lieblingssänger vorzustellen:



    Da ich die Anfangskarriere des begnadeten Künstlers in Stuttgart mitverfolgen konnte, kommen mir beim Lesen dieser Kapitel sehr viele Erinnerungen wieder. Als er sich dann auf dem Weg zum arrivierten Sänger befand, konnte ich es mir leider (noch) nicht leisten, seinen kometenhaften Aufstieg weiter zu begleiten. Somit hat das Werk von Werner Pfister eine besondere Bedeutung für mich erlangt.


    Nicht minder bedeutend ist für mich, daß ich dieses Buch vom wichtigsten Menschen meines Lebens geschenkt bekam: von meiner Frau.

    Freundliche Grüße Siegfried

  • Vor Kurzem diese prall gefüllte und ausgezeichnet geschriebene "Biografie"des Bayreuth-Neuerers erhalten (die sich weniger mit dem Privatmensch, sondern viel mehr mit dem "Arbeitsmensch" beschäftigt) und bereits angelesen :



    Ingrid Kapsamer
    Wieland Wagner: Wegbereiter und Weltwirkung
    Mit einem Vorwort von Nike Wagner


    Für alle empfehlenswert, die von Wagner speziell, Oper, Theater und Kunst allgemein begeistert sind und sich für Opern-Inszenierungsgeschichte interessieren.
    Schon allein Wieland Wagners darin abgedrucktes Spiegel-Symmetrie-Kreuz zum "Parsifal" hat mir ganz neuen Denkstoff zu dieser Oper gegeben, der sich demnächst evtl. im Wagner-Tiefenschichten-Thread niederschlagen wird.


    Auszüge aus dem Klappentext :

    Zitat

    Die größte künstlerische Prägung, die Bayreuth nach dem Krieg wieder zu seiner Weltgeltung brachte, war das Werk von Wieland Wagner...Er galt als Wunderkind, als Lieblings der Götter, als Günstling der Politik - vor allem aber als Erbe von Bayreuth, von dem erwartet wurde, die Tradition fortzuführen, dafür zu sorgen, dass Richard Wagner konserviert würde. Doch Wieland Wagner machte sich frei von Zwang und Druck und führte die Musik seines Großvaters aus Erstarrung und Missbrauch zurück ins musikalische Leben.
    In seinen Bühnenbildern und Regiearbeiten schuf er das eigentliche Gesamtkunstwerk, führte die Aufbrüche des 20. Jahrhunderts fort, schlug die Brücke in das 21. Jahrhundert.

    "Die Glücklichen sind neugierig."
    (Friedrich Nietzsche)

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