Giuseppe Campora - Tenor der Scala

  • Giuseppe Campora, ital. Tenor. Geboren 1923 in Tortona. Er begann schon sehr frühzeitig bei Magenta in Genua und Schiavone in Mailand Gesang zu studieren. Am Stadttheater von Bari debütierte er 1949 als Rudolf in "La Boheme", schon zwei Jahre später wurde er von Tullio Serafin an die Mailänder Scala engagiert. Seine erste Rolle dort war der Boris Grigoriewitsch in Roccas kaum bekannter Oper "L´Uragano". International bekannt wurde er durch sein Auftreten als Alfred in der Arena von Verona im Jahre 1952. Im selben Jahr gastierte er im Teatro Colon in Buenos Aires. Am 20. Januar 1955 debütierte er an der Metropolitan Opera in New York, der er sieben Spielzeiten angehörte. Zu seinen wichtigsten Erfolgspartien gehören neben Rudolf, Alfred und Cavaradossi der Maurizio in "Adriana Lecouvreur" und vor allem der Enzo in "La Gioconda".


    Ich hörte ihn erst vor Kurzem in Querschnitten aus "La Gioconda" und "Die Macht des Schicksals". Eine wunderbare lyrische Stimme.

  • Hallo Wolfgang,


    schön, dass Du an diesen Sänger erinnerst. Ich besitze diverse Gesamtaufnahmen bei denen er mitwirkt (La Gioconda, Lucia, Ein Leben für den Zaren, Regimentstochter, Tosca, Forza, La Traviata etc.). Giuseppe Campora war ein solider lyrischer Tenor, der seinerzeit aber viel Konkurrenz hatte (Tagliavini, Prandelli, Valletti und Monti im lyrischen Fach, Del Monaco, Conley, Penno, Vinay und Picchi im lirico-spinto, wenig später noch Di Stefano und Raimondi)! Die beste Gesangsleistung bietet er - meiner Meinung nach - als Gabriele Adorno in Verdis "Simone Boccanegra" mit den illustren Partnern de los Angeles, Gobbi und Christoff.


    Die Preiser-CD werde ich mir auch mal wieder anhören.


    Viele Grüße
    Manfred

    "Menschen, die nichts im Leben empfunden haben, können nicht singen."
    Enrico Caruso


    "Non datemi consigli che so sbagliare da solo".
    ("Gebt mir keine Ratschläge, Fehler kann ich auch allein machen".)
    Giuseppe di Stefano

  • Hallo, Manfred!


    Vielen Dank für den Hinweis! Ich habe einige Aufnahmen von Campora in diversen Zusammenstellungen, aber keine Gesamtaufnahme. Da muß ich noch nachlegen, die CD von Preiser habe ich schon vorgemerkt. Leider finde ich dort keine Inhaltsangabe.




    Viele Grüße
    Wolfgang

  • Da muß ich noch nachlegen, die CD von Preiser habe ich schon vorgemerkt. Leider finde ich dort keine Inhaltsangabe.


    Hallo Wolfgang,


    einfach auf "MP3 Download" klicken, dann hast Du sogar Hörproben.


    Gruß
    Manfred

    "Menschen, die nichts im Leben empfunden haben, können nicht singen."
    Enrico Caruso


    "Non datemi consigli che so sbagliare da solo".
    ("Gebt mir keine Ratschläge, Fehler kann ich auch allein machen".)
    Giuseppe di Stefano

  • Auch die gibt's: Giuseppe Campora II - mit Hörproben


    "Menschen, die nichts im Leben empfunden haben, können nicht singen."
    Enrico Caruso


    "Non datemi consigli che so sbagliare da solo".
    ("Gebt mir keine Ratschläge, Fehler kann ich auch allein machen".)
    Giuseppe di Stefano

  • Nochmals vielen Dank! Ich habe in die Hörproben hineingehorcht und habe mich entschlossen, beide CD zu bestellen. Ich liebe diese Stimme. Sie hat einen besonderen Schmelz. Da er auch über eine sichere Höhe verfügt, hätte ich ihn gerne mal als Tonio gehört.

  • Gaetano Donizetti : La figlia del reggimento
    Aufnahme: 2.12.1960, live, konz., Milano
    Dirigent: Franco Mannino
    Orchestra della RAI di Milano
    Coro della RAI di Milano
    Chorleitung: Giulio Bertola
    Kommentar: Fassung 1840 Mailand mit Secco-Rez. statt Dialogen, italienische Fassung:, gekürzt


    Hortensio: Antonio Cassinelli
    La Marquise de Berkenfeld: Jolanda Gardino
    Marie: Anna Moffo
    Sulpizio (Sulpice Pingot): Giulio Fioravanti
    Tonio: Giuseppe Campora
    Un corporal: Teodoro Rovetta
    Un paysan: Tommaso Frascati


    Hörproben gibt es hier.


    LG

  • Hallo, Harald!


    In die von dir angegebene Aufnahme habe ich hineingehört. Die würde mich schon interessieren. Ich habe nur die folgende Aufnahme einer anderen Plattenfirma gefunden. Leider auch nicht lieferbar:



    Cuver bei Amazon gefunden.

  • Giuseppe Campora war ein solider lyrischer Tenor, der seinerzeit aber viel Konkurrenz hatte (Tagliavini, Prandelli, Valletti und Monti im lyrischen Fach, Del Monaco, Conley, Penno, Vinay und Picchi im lirico-spinto, wenig später noch Di Stefano und Raimondi)!

    Da soll noch einer sagen, dass es früher nicht eine größere Bandbreite an guten und sehr guten (damals jungen) Sängern gegeben hat. Und das sind Ende der 1940er / Anfang der 1950er Jahre (abgesehen von Conley und Vinay) nur die Italiener...!

  • Hat Campora in der Aida-Verfilmung mit der Sophia Loren den Radames gesungen? Ich weiß es nicht mehr, mir ist aber so als wenn.


    La Roche

    Musik ist eine heilige Kunst - Hugo von Hofmannsthal. Aussage des Komponisten aus der Oper "Ariadne auf Naxos" mit der Musik von Richard Strauss.


  • Ich habe nur die Butterfly mit Tebaldi, Campora unter Erede. Die Schnipsel bei Preiser klingen recht gut, in der Gesamtaufnahme die angezeigt ist, klingt er wohl nicht mehr ganz frisch.


    LG, Bernward


    "Nicht weinen, dass es vorüber ist
    sondern lächeln, dass es gewesen ist"

    Waldemar Kmentt (1929-2015)


  • Ich habe mir gerade noch einmal die Stimme von Campora auf einer Single-LP mit einer Arie und einem Duett mit Anselmo Colzani aus der "Macht des Schicksals" angehört. Da wundere ich mich nur, warum Campora mit seiner herrlichen Stimme nicht bekannter wurde. Er stand seinen Konkurrenten wie di Stefano oder Gianni Raimondi in nichts nach.

  • Lieber Wolfgang,
    was für ein Zufall: Gerade habe ich eine meiner Lieblingsopern gehört: "Fra Diavolo" - diesmal in ital. Sprache. In der Titelrolle: Giuseppe Campora



    auf der 2. CD ist eine ital. Regimentstochter mit Ugo Benelli als Tonio vom hohen "C" zu hören. Tolle Aufnahmen!


    LG

  • Heute möchte ich zum ersten und letzten Mal in diesem Thread an Giuseppe Campora erinnern. An seinen Todestag werde ich am 5. 12. schon im neuen Thread erinnern. Zu seinem heutigen Geburtstag habe ich diese Aufnahme ausgesucht:





    Heute wäre Giuseppe Campora 92 Jahre alt geworden.


    Liebe Grüße


    Willi :)

    1. "Das Notwendigste, das Härteste und die Hauptsache in der Musik ist das Tempo". (Wolfgang Amadeus Mozart).
    2. "Es gibt nur ein Tempo, und das ist das richtige". (Wilhelm Furtwängler).

  • Singt er die Sobinin-Arie? In Italien ist die meist gestrichen.

    Hallo Caruso,


    die Arie ist leider auch hier gestrichen. Ich kenne diese Aufnahme.


    Herzlichst
    Manfred

    "Menschen, die nichts im Leben empfunden haben, können nicht singen."
    Enrico Caruso


    "Non datemi consigli che so sbagliare da solo".
    ("Gebt mir keine Ratschläge, Fehler kann ich auch allein machen".)
    Giuseppe di Stefano

  • Singt er die Sobinin-Arie? In Italien ist die meist gestrichen.


    Lieber Caruso, Deine Frage ist bereits beantwortet. Der Wegfall der Sobinin-Arie ist ja nicht ein einfacher Strich. Sie wurde noch zu Glinkas Lebzeiten und angeblich auch auf sein Betreiben weggelassen. Anstelle der großen Arie zu Beginn des vierten Aktes gibt es eine Szene des Waisenjungen Wanja, der damit erheblich aufgewertet wird für den Handlungsverlauf. Im Grunde fällt die berühmte Tenorarie ja auch etwas aus dem musiaklischen Rahmen. So hinreißen sie auch ist, stilistisch erscheint sie als rückwärtsgewandt in diesem für die russische Musikentwicklung bedeutsamen Werk.