Stichwort "klassische Musik" - meine Vorlieben - meine Abneigungen

  • Nun - wie viele vielleicht schon vermutet haben geht es hier nicht in erster Linie um MEINE Vorlieben und Abneigungen, sondern um jene der Mitglieder. Einige haben das in der Vergangenheit schon getan, aber zum einen können sich Geschmäcker und Schwerpunkte ja ändern, zu anderen sind diese Informationen zum Teil in Threads mit Laufzeiten von bis zu 8 Jahren "vergraben - und deshalb schwer auffindbar. Lexika erleben ja auch von Zeit zu Zeit eine aktualisierte Neuauflage.


    In diesem Thread werden keine persönlichen Daten abgefragt, kein Beruf, keine Herkunft, kein Beruf.
    Lediglich die Zeitalter die einen in Sachen Klassik interessieren, die Komponisten, die man liebt, und natürlich die Gattungen, wie Kammermusik, Konzert, Sinfonie, Klaviermusik etc - und last but not least auch die Lieblingsinstrumente,


    Erwähnt werden können aber auch Werkgruppen, Stilrichtungen, Instrumente und Komponisten, die einem nicht so liegen.
    Um die Gestaltung möglichst übersichtlich zu machen soll man zuerst die Vorlieben - und erst zum Schluss die Abneigungen beschreiben.


    Die Forianer lernen auf diese Weise ihre Mitdiskutanten in den für Forum relevanten Bereich besser kennen - und die Moderation bekommt ebenfalls einen Überblick über vorhandene "Resourcen" Wir können dadurch besser erkennen welche Threads erfolgreich sein könnten - und welche eher nicht.....


    mfg aus Wien
    Alfred


    Jeder, der versucht aus der großen Herde, die da heißt ›Gesellschaft‹, auszubrechen, ruft das Mißfallen der Herde hervor.

    Francesco Petrarca (1304-1374)


  • Vorlieben: Musik der Klassik und vor allem der Romantik, denn ich bin in Legatobögen, Ausdrucksfarben und seelenvolle Kantilenen regelrecht vernarrt. Natürlich zähle ich auch die Oper zur Klassik, obwohl sie (nach Mozart vor allem) eigentlich eine andere Kunstform darstellt.


    Meine Lieblingskomponisten sind Schubert, Lanner (!), Bruckner, Beethoven, Strauss etc. und in der Oper Wagner, Weber, Nicolai, natürlich auch wieder Strauss und die Italiener Bellini, Rossini, Verdi, Puccini, Giordano ...


    Was Instrumente betrifft, favorisiere ich vor allem die Streicher, und da besonders die Violine und vor allem das Cello. Weiters Oboe und Klarinette, auch Flöte großteils und natürlich die rhythmusbezogenen Schlaginstrumente - vor allem die Pauke. Das Klavier liebe ich vor allem in der Kammermusik im Verein mit Streichinstrumenten und im Lied. Soloklavier besonders bei Schubert und Beethoven.


    Meine Liebe gehört auch der Kammermusik, und da gibt es ein weites Feld ...


    Abneigungen: eigentlich keine, es sei denn, moderne Komponisten maltätieren die Instrumente, bis sie bluten. Daraus ergibt sich, dass ich "Musik", die ohne Melodie daherkommt, nicht goutiere. Übrigens verstehe ich sie auch nicht.

    Arrestati, sei bello! - (Verweile, Augenblick, du bist so schön!)

  • Meine Vorlieben betreffen die Musik der Klassik und der Romantik und hier die Sinfonik, die Klavierwerke und die Vokalwerke (Opern, Oratorien, Meessen, Lieder).


    Meine Lieblingskomponisten: Beethoven, Mozart, Schubert, Brahms, Bruckner, Mahler, Mendelssohn, Schumann, Verdi, Wagner;


    Mein Lieblingsinstrument ist das Klavier, im Orchester neben den Streichern vor allem die Hörner und die Pauken, dann die Oboe.


    nicht so recht warm werde ich mit Max Reger, obwohl wir am Sonntag zwei Chorsätze von ihm aufführen: "Wir glauben an einen Gott" und "O Ursprung aller Brunnen".
    Gar nicht mag ich atonale Musik:

    Zitat

    Milletre: ....moderne Komponisten malträtieren die Instrumente, bis sie bluten. Daraus ergibt sich, dass ich Musik, die ohne "Melodie" daherkommt, nicht goutiere. Übrigens verstehe ich sie auch nicht.

    Dem ist nichts mehr hinzuzufügen.


    Liebe Grüße


    Willi :)

    1. "Das Notwendigste, das Härteste und die Hauptsache in der Musik ist das Tempo". (Wolfgang Amadeus Mozart).
    2. "Es gibt nur ein Tempo, und das ist das richtige". (Wilhelm Furtwängler).

  • Zu meinen persönlichen Vorlieben zählt die Wiener Klassik und die Vorklassik, sowie die frühe Romantik
    Hier sind auch die sogenannten "Kleinmeister" mit einbezogen, denen mein besonderes Interesse gilt.
    Barock und Renaissance finden sich ebenso in meiner CD-Sammlung, wie Musik der späteren Romantik und der klassischen Moderne. All dies aber nur mehr mit eingeschränkter Begeisterung. Atonale und experimentelle "Musik" sind mir hingegen ein Greuel.


    Von den Sparten begeistern mich vor allem das Solistenkonzert, ex equo gefolgt von Sinfonie, Klaviersonate, Kammermusik und Lied.
    Eigenartigerweise ist Oper bei mir eine eigene Sparte - völlig unabhängig vom anderen Bereich.
    Ich mag Oper sehr und kämpfe von unserem Forum aus gegen entstellende Inszenierungen.
    Meine Favoriten sind hier Opern des18. Jahrhunderts (von denen viel zu viele kaum mehr auf Tonträger erhältlich sind - von Aufführungen ganz zu schweigen) aber auch Belcanto, sowie natürlich Verdi. Ebenso mag ich die deutsche Spieloper und ihre französische Schwester.
    Ich bin kein ausgesprochener Wagner-Fan, Verismo mag ich nicht, Richard Strauß und Puccini haben sicher hervorragende Opren geschrieben - leider aber nicht für mich. Ein paar Opern vom oft geschmähten Dittersdorf wären mir da schon lieber..


    Kommen wir zu den Vorlieben nach Ländern geordnet:


    Ich ziehe zumeist Werke aus Deutschland, Österreich,Böhmen, Italien und Frankreich vor.
    Englische Musik - von Purcell mal abgesehen - ist ebensowenig mein Fall, wie russische oder aus Schweden, Norwegen, Finnland, Dänemark etc . Dennoch besitze ich hier ausgesprochen viel und bin daran interessiert.


    Nun zu den Soloinstrumenten:
    Das Klavier halte ich für das schönste aller Soloinstrumente
    Danach kommen Violine, Viola und Cello, gefolgt vom Horn.


    Ich bin Aufnahmen mit "Originalinstrumenten" durchaus nicht abgeneigt, wenngleich ihr Einsatz nicht immer ein Gewinn für den Klang ist.
    "Historisch informiert" mit modernen Instrumenten - irgend wie erinnert es mich an Regietheater:
    Schon durch die Wahl der Instrumente disqualifiziert sich der Anspruch auf eine historisch korrekte Wiedergabe.Was bleibt ist ein aggressives Musizieren, mit Brüchen, verstörenden Dynamiksprüngen und moderner Rhythmik - die Melodik und die Patina bleiben auf der Strecke...


    Da gibt es natürlich auch zahlreiche Ausnahmen, die zu den Ausführungen hier im Widerspruch stehen.....


    mit freundlichen Grüßen aus Wien
    Alfred


    Jeder, der versucht aus der großen Herde, die da heißt ›Gesellschaft‹, auszubrechen, ruft das Mißfallen der Herde hervor.

    Francesco Petrarca (1304-1374)


  • Zwar glaube ich, da schon vieles geäußert zu haben seit 2007 (keineswegs erst seit 2010, wie die Angabe links nach wie vor glauben macht) - ist aber gewiss kein Problem, es hier noch einmal zu tun.


    Mein Schwerpunkt sind im Gattungsbereich Klavierkonzerte, im Epochenkontext ist es die Klassische Moderne.


    Darüber hinaus versuche ich so offen wie möglich zu sein. Ich bin ebenso Mozart-Verehrer wie Kammermusikfreund und höre aus den letzten vierhundert Jahren zumindest zunächst unvoreingenommen, was mir so über den Weg läuft.


    Es ist eher eine Zeitfrage, dass ich mir recht selten Opern und mittlerweile auch beispielsweise Mahler-Sinfonien - die ich aber alle oft gehört habe - zu Gemüte führe. Ob sich das noch ändern wird, vielleicht nach der Pensionierung? Der ganz große Vokalfreund werde ich wohl nicht mehr werden, gerade für Lieder kann ich mich aber mehr und mehr erwärmen.


    Paralleleinspielungen, das Sammeln in die Tiefe, das früher überhaupt keine Rolle gespielt hat, gewinnen an Relevanz und die Sammlung wächst - auch dank dieses Forums!


    :hello: Wolfgang

    Lieber Fahrrad verpfänden denn als Landrat enden!

  • Da ich an vielem interessiert bin, kann ich - mal von Zwölfton- und atonaler Musik, sowie modernen Experimenten mit allen möglichen Gegenständen, die Krach machen abgesehen - kaum von Vorliebe oder Abneigung gegen bestimmte Musik reden. In vielen Fällen modernerer Musik habe ich allerdings einen Zugang erst durch mehrfaches Hineinhören gefunden.
    Ein Stück, zu dem ich bisher keinen Zugang gefunden habe ist "Sacre du printemps" von Igor Strawinsky.


    Liebe Grüße
    Gerhard

    Regietheater ist die Menge der Inszenierungen von Leuten, die nicht Regie führen können. (Zitat Prof. Christian Lehmann)

  • Bei mir haben sich gewisse Schwerpunkte herauskristallisiert. Sie gehören zu meinen Favoriten, ich bin aber auch Unbekanntem gegenüber aufgeschlossen, nur atonal darf es nicht sein.


    in der Oper Wagner und Strauß, dann Verdi, Bellini, Donizetti, Puccini und die Verismo-Komponisten Mascagni, Leoncavallo, Giordano, Ponchielli. Außerhalb dieser Komponisten auch einzelne Opern wie Martha, die da Ponte-Opern und die Zauberflöte, natürlich der Fidelio. Wenig Bezug habe ich zu den russischen und französischen Opern, nicht mal ein Carmen-Fan bin ich. Allenfalls Gounod, besonders Romeo et Juliette, aber auch Hofmann und seine Erzählungen.


    Im sinfonischen Bereich (fast) alles von Strauß, Mahler und neuerdings besonders Bruckner. Aber auch Beethoven (hier besonders die 6. und 9.), Brahms oder Liszt mag ich. Ich bekenne auch, den Bolero oder die Sinfonie fantastique gerne zu hören, La mer gefällt mir, und die 3 Römer von Respighi. Bei entsprechender Stimmung (nicht im Winter) mag ich die "Nächte in spanischen Gärten", bei jedem Wetter das "Poem de l´extase". Und im Gegensatz zu vielen anderen gefällt mir Tschaikowski, Glasunow oder auch Mussorgski. Die Rheinische Sinfonie mag ich, die schottische oder italienische auch. Die 9. von Dvorak, auch seine sinfonischen Dichtungen. Mein Vaterland ist toll, von Sibelius die 2. und Finlandia. Schostakowitsch die 5. und besonders wegen ihrer grellen Farben und dem ungeheuer versöhnlichem Schluß nach den Schrecken des 1. Satzes die 7. Ich bin auch für Strawinski, gerade Feuervogel, aber auch La sacre de printemps mag ich wegen seiner explosiven Rhythmik, wenn auch schon das tonale überschritten wird. Die Gurre-Lieder faszinieren mich besonders durch den extrem glänzenden Sonnenaufgang - nicht zu Beginn, sondern am Schluß (schließlich wird eine Nacht geschildert, die mit dem Sonnenaufgang endet).


    Bei den Orchesterkonzerten Violine Bruch (ohne Pfuis bitte, es gefällt mir), Brahms, Korngold (mit Mutter), Beethoven, weniger Tschaikowski. Am Klavier Schumann, Mendelssohn, Beethoven (egal welches), beide Konzerte von Liszt, Tschaikowski (1 und 2), Chopin bes. Nr 2, alle 4 von Rachmaninow.


    Ansonsten das Klarinettenkonzert von Mozart, die Rigoletto-Paraphrasen von Liszt.


    Im Prinzip ist das alles wunschkonzerttauglich. Und wenn ich noch ne Stunde nachdenke, fällt mir sicher noch was ein. Bestimmt habe ich vieles vergessen.


    Auch Operetten lehne ich nicht ab. Wie wunderschön sind die Lehar-Operetten, die Strauß-Operetten, der Vogelhändler, der Bettelstudent, Kalman.


    Keine Beziehung hab ich leider zu Barockmusik (außer Passacaglia und Fuge in der Bearbeitung von Stokowski), auch bei Haydn stehe ich neben mir.


    Kammermusik, auch Klavierlieder haben sich mir noch nicht erschlossen. Und wie gesagt - alles was Stockhausen, Webern, später Schönberg usw - wie Gerhard sagt - alles was Krach macht.


    Für mich ist auch Elvis schon fast klassische Musik, die Bee Gees (besonders Good save the bell) und Johnny and the Hurricans.


    La Roche

    Ich streite für die Schönheit und den edlen Anstand des Theaters. Mit dieser Parole im Herzen leb' ich mein Leben für das Theater, und ich werde weiterleben in den Annalen seiner Geschichte!

    Zitat des Theaterdirektors La Roche aus Capriccio von Richard Strauss.

  • Mich interessiert in der Klassik nach wie vor nur Beethoven.


    Ich mag offenen und ehrlichen Klang, geradlinige Interpretationen, ohne Vibrato und Verzierungen.


    Algemein hat mich Beethoven dazu gebracht, wieder locker und frei moderne Popmusik zu hören. Beethoven`s Kompositionen zeigen, was Musik leisten kann und dadurch sehe ich andere Musik differnezierter, entspannter.

  • Mein Gott, ich bin bei Musik und Oper ein "Allesfresser", das heißt mich interessiert im Grunde alles . Auch so verrückte Dinge, wie John Cages -Stück "4 Minuten 33" in denen die Musiker einfach da sitzen und nicht spielen - einfach überhaupt nichts tun. Da frage ich mich dann schon: Was wollte Cage damit sagen? Vielleicht, dass Musik von Pausen lebt. Natürlich habe ich auch bestimmte Vorlieben, das sind im sinfonischen Bereich, Beethoven, Brahms, Bruckner, Mahler, Dvorak und Tschaikowsky in der Oper Wagner, Verdi, Puccini und der ganze Bereich der leider so sträflich vernachlässigten Spielopern von Lortzing, Nicolai u. a. Lieblingsintrumente Klarinette, Trompete, Horn, Klavier und alle Streichinstrumente.
    Da ich beim Heilbronner Sinfonie Orchester bei der Programmgestaltung mitwirke, muss ich immer den Publukumswünschen Vorrang geben und meine Priortäten unterordnen. Gerade gestern haben wir mit einer Beilage im Programm "Sie wünschen - wir spielen" die Publukumswünsche erfragt. Ich kenne das Ergebnis noch nicht, da die Befragung bis Ende Mai läuft, prognostiziere jedoch, dass ebenfalls das gängige klasssisch, romantische Repertoire gewünscht wird. Ein Ergebnis, das auch diese Umfrage im Forum sicherlich mehrheitlich bestätigen wird.


    Herzlichst
    Operus

    Umfassende Information - gebündelte Erfahrung - lebendige Diskussion- die ganze Welt der klassischen Musik - das ist Tamino!

  • Mich interessiert in der Klassik nach wie vor nur Beethoven.

    Auch bei mir ist seit meiner Jugendzeit Beethoven der absolute Favorit.
    Natürlich gibt es auch viele Werke und Stücke, gerade von Bach, Mozart und anderen, die ich nicht nur kenne, sondern auch ganz sehr mag und schätze und auch liebe. Aber Beethoven ist die Nr.1!
    Überhaupt keinen Zugang finde ich zu neuzeitlicher Musik, egal ob Oper oder Orchesterwerke. Ich gebe zu, dieser "Musik" stehe ich ablehnend und voreingenommen gegenüber. Ich habe in Sinfoniekonzerten auch das eine oder andere Stück über mich ergehen lassen müssen, weil man das dem Publikum untergejubelt hat. Solche Musik, wo einer völlig unmotiviert auf irgendwelchen Gegenständen rumklopft und die Streicher ein paar Noten ohne Melodie spielen, muß ich garantiert nicht haben. Hier tun sich für mich Parallelen zur " modernen, neuen bildenden Kunst" auf, wo einer einen Pinsel gegen die Leinwand wirft, abtropfen läßt und meint, es wäre Kunst. Vor vielen Jahren war ich mal in Halberstadt in so einer Ausstellung. Da hatte auch so ein "Künstler" irgendwelche Schrotteile zusammen geschweißt. Ich weiß noch genau, ein Besucher schrieb ins Gästebuch "Das ist alles Rotz"! - und er hatte Recht.
    Die Oper betreffend, sind meine absoluten Favoriten die ital. Oper (!!!) und hier vor allem Verdi und Puccini. Natürlich will ich auch hier gerne sagen, ich kenne und mag auch viele andere Opern, wie vor allem von Mozart und manchen anderen.
    Die, wie ich sage "leichten Opern" von Wagner wie "Tannhäuser, Lohengrin, Meistersinger und Holländer" finde ich auch gut. Aber dann hört es da schon auf. Die geschätzten Wagnerkenner- und Experten in unserem Forum mögen mir verzeihen, wenn ich jetzt sage, zu Tristan und Isolde oder der Walküre, kriegt mich garantiert keiner rein. Diese Musik erschließt sich mir nicht. Lieber höre ich hintereinander zweimal die Boheme oder die Traviata.
    Bei den Instrumenten liebe ich auch ganz sehr das Klavier. Und natürlich auch die Orgel. Aber auch da nur die älteren Werke. So etwas wie von "Olivier Messiaen" geht gar nicht. Eigentlich mag ich überhaupt den vollen und gemischten Klang des Orchesters bei den richtigen Werken und Kompositionen. An passenden Stellen, wenn es solistisch oder vordergründig angebracht ist, höre ich z. B. sehr gern den etwas fahlen aber lieblichen Klang der Oboe oder die herrlich klingenden hohen (Bach-) Trompeten im Weihnachtsoratorium.


    CHRISSY

    Jegliches hat seine Zeit...

  • Tamino Beethoven_Moedling Banner
  • Mich interessiert in der Klassik nach wie vor nur Beethoven.

    Muß man das wörtlich verstehen? :( Wenn ja, ist das nicht eine sehr einseitige Musikwahl? Geht da nicht ein Vielfaches an wertvoller, gehaltvoller und wunderbarer Musik an Deinem Ohr vorbei? ?(


    :hello:

    .


    MUSIKWANDERER

  • Zitat

    Zitat von Crissy: zu Tristan und Isolde oder der Walküre, kriegt mich garantiert keiner rein. Diese Musik erschließt sich mir nicht.

    Lieber Crissy,


    so ganz strikt würde ich das nicht sagen. Ich habe in meiner Jugend gerne Wagner gehört, aber die Walküre kam mir - im Gegensatz zu den anderen Teilen des Rings - mal abgesehen von "Winterstürme wichen dem Wonnemond" - auch etwas langatmiger vor als die anderen Teile. Und wie ich schon geschrieben habe, habe ich damals Tristan und Isolde als einzige Wagner-Oper nicht hören mögen. Zu dieser Oper habe ich erst in sehr viel späteren Jahren gefunden und gerade sie erscheint mir inzwischen als eine der melodisch schönsten von ihm, wenngleich sie - verglichen mit den anderen Wagner-Werken - eher eine Ausnahmestellung einnimmt. Den Ring mag ich heute in seiner Gesamtheit gern. Ich würde also nie sagen: Nie. Vielleicht bedarf es auch eines Schlüsselerlebnisses.
    Was die (tonale) Musik des 20 Jahrhunderts betrifft, habe ich auch erst in späteren Jahren eine Zugang gefunden, oft einfach, weil ich mir eine gebrauchte CD in einem Antiquariat zu sehr günstigem Preis erstanden und dann mehrmals gehört habe, bis mir die Musik vertraut war. Es ist einfach häufig nur - wie du es auch schon ausgedrückt hast - die Voreingenommenheit und die dadurch erzeugte ablehnende Haltung.


    Liebe Grüße
    Gerhard

    Regietheater ist die Menge der Inszenierungen von Leuten, die nicht Regie führen können. (Zitat Prof. Christian Lehmann)

  • Herr Gott, mein lieber Chrissy,


    Du hast so viel Liebe zur Musik, so viel Verständnis, so viel Gefühl, so ein offenes Ohr. so ein begeisterungsfähiges Herz. Da kann es doch fast nicht sein, dass Wagner keine Saite in Deinem Inneren zum Klingen bringt - nur Wagner ist ein Gesamtkunstwerk, das aus Musik, Dichtung, Stimme, Bild, Licht usw. besteht. Man muss Wagner deshalb ganzheitlich erleben. Wer nur Bruchstückhaftes hört muss zu einem sehr reduzierten Eindruck oder falschen Schlussfolgerungen gelangen. Gerade "Tristan und Isolde" ist die herrlichste Inkarnation der Liebe.
    Empfehlung - wenn ich Dir eine geben darf. Schau Dir in Görlitz zunächst einen "Holländer", einen "Lohengrin" , einen "Tannhäuser" an. Lasse Dich auf diese Musik ein und gehe dann zu den späteren Werken über. Aber Vorsicht - es besteht Suchtgefahr und der Bazillus ist ansteckend. Ich wünsche Dir dennoch, dass Dich diese musikalischen Elementareignisse überfluten. Lasse es bitte zu.


    Herzlichst
    Dein
    Hans alias Operus


    Bitte verzeihe Du und alle Leser, dass meine Begeisterung wieder einmal mit mir durchgegangen ist und ich mit missionarischem Eifer fast obelehrerhaft argumentiert habe. Verzeihung einem Wagner-Fan, der wie der Fliegende Holländer fast unerrettbar und unerlösbar ist.

    Umfassende Information - gebündelte Erfahrung - lebendige Diskussion- die ganze Welt der klassischen Musik - das ist Tamino!

  • Muß man das wörtlich verstehen? :( Wenn ja, ist das nicht eine sehr einseitige Musikwahl? Geht da nicht ein Vielfaches an wertvoller, gehaltvoller und wunderbarer Musik an Deinem Ohr vorbei? ?(


    :hello:


    Es interessiert mich nicht, was ich verpasse, sondern nur das, was ich höre.


    Die Äußerungen hier zur modernen Kunst hätte ich dagegen sehr gerne verpasst.

  • Hallo miteinander,


    mein musikalischer Schwerpunkt liegt im 20. Jhdt. mit einer deutlichen Neigung zu tonaler Musik, wobei ich selbige sehr weit fasse. Atonale gefällt mir grundsätzlich auch, vorausgesetzt sie gibt sich nicht der blanken Effekthascherei und leeren Provokation hin.
    Ein ganz spezielles Faible habe ich für sowjetische Musik: Schostakowitsch, Prokofiew, Chatschaturian, Kabalewski, wobei ich dabei aber grundsätzlich Internationalist bin.
    Vom 19. Jhdt. ragt noch Verdi herein un der Verismo, ja und Dvoraks 9.
    Die großen Klassiker kenne, achte und ehre ich, jedoch höre ich sie nur höchst selten. Und wenn, dann meist retroperspektiv aus einem bestimmten Interpretationsansatz heraus oder wenn es sich um einen wirklich neuen und interessanten handelt.
    Gleiches gilt auch für den Barock, nur viel extremer, da bevorzuge ich eindeutig großorchestrale Darstellung a la Stokowski oder Goossens.
    Diesbezüglich sei noch angemerkt, dass ich das meiste davon in HIP kennen und schätzen gelernt habe.
    Von den Instrumenten her steht bei mir die Violine ganz oben, gefolgt von der Viola und dem Cello, dann kommt die Klarinette. Meine Haltung gegenüber dem Klavier ist ambivalent, am besten gefällt es mir auf modern.


    Was ich nicht mag: ganz alte Musik, Frühbarock, einen Großteil der französischen Musik und das Klavier ist natürlich auch problematisch. Vieles von Wagner und von Strauss, von den Operetten her genügt mir die Fledermaus und Musicals finde ich auch grenzwertig.


    John Doe

  • Zitat

    Zitat von Thomas Sternberg: Es interessiert mich nicht, was ich verpasse, sondern nur das, was ich höre.

    Lieber Thomas,


    da denke ich genau umgekehrt. Ich versuche (außer bei Zwölftonmusik, atonaler und Experimentiermusik) immer wieder noch Neues zu finden und möglichst wenig zu verpassen, wobei das, was ich verpasse, sicherlich immer noch mehr ist als das, was ich im Leben bisher kennengelernt habe.


    Liebe Grüße
    Gerhard

    Regietheater ist die Menge der Inszenierungen von Leuten, die nicht Regie führen können. (Zitat Prof. Christian Lehmann)

  • Guten Tag,


    das dürfte ja nicht schwer fallen, hier etwas von sich zu geben. Vorlieben und Abneigungen hat ja jeder, wobei mich manche Statements schon arg verwundern.


    Was sind also Vorlieben, zunächst mal nach Komponisten, bzw. Epochen. Zeitlich geht es bei mir im Wesentlichen mit der Klassik los. Davor eigentlich nur die Hauptwerke von Bach, von Händel Feuerwerks- und Wassermusik und vielleicht Israel in Egypt wegen des großartigen Chores dort, keine Händel-Opern. Dann natürlich Wiener Klassik, voran nicht mit Mozart oder Haydn, die sicher auch, sondern (natürlich) Beethoven. Hier in erster Linie die Sinfonien und Konzerte und Missa Solemnis. Ich versuche, mich bei den Neuerwerbungen zu mäßigen, da ich zahlreiche Gesamtaufnahmen habe und die eigentlich alles abdecken, was man da an Dynamik, Phrasierung und Klangfarbe erreichen kann. Den dicken Klang von Thielemann gibt es z.B. auch woanders. Übrigens mag ich bei der Neunten natürlich alle vier Sätze, das ist ja hier im Forum nicht so selbstverständlich. Von Mozart besitze ich die wichtigen Sinfonien und einige darüber hinaus und die wichtigen Klavierkonzerte. Das alles mehrfach. Haydn so ähnlich, da gibt es auch einiges abseits der Pariser und der Londoner Sinfonien. Bei den Chorwerken halte ich mich zurück, natürlich das Mozart/Süßmayr-Requiem, aber z.B. nicht die Schöpfung, die besitze ich, hab sie aber noch nie gehört.


    Dann weiter im sinfonischen Bereich mit Schubert, Schumann, Brahms, (Mendelssohn), Bruckner, Tschaikowsky, Dvorak, Mahler, R.Strauss. Und Komponisten, die sich drumherum bewegen. Im 20. Jahrhundert, wozu ja noch etwas Gustav Mahler und Richard Strauss gehören, schätze ich besonders Dmitri Schostakowitsch. Er hat sich nie auf den atonalen Irrweg begeben und seine Werke haben alle eine spezielle Aussage und einen Hintergrund, so oder so. Prokofjew schon weniger, genauso wie Bela Bartok, wo gerade noch das 3. Klavierkonzert und das Konzert für Orchester bestehen können. Bei Hindemith die Weber-Metamorphosen. Französische Musik hat es bei mir schwer.
    Sicher höre ich ab und zu auch mal zeitgenössische Musik, um mir ein Urteil zu bilden. Da kann es passieren, dass mir sogar ein Henze, nämlich die 6. Sinfonie, im Konzertsaal gefallen hat. Das Orchester war in zwei große Gruppen aufgeteilt und es passierte sehr viel. 45 Minuten mit z.T. sehr lauter Musik, das war nie langweilig. Ich glaube aber, die CD werde ich mir nicht zulegen, weil eben der Eindruck auf dem Sofa sicher ganz anders ist.


    Das zu den Komponisten und Epochen. Hier soll auch was zu Instrumenten gesagt werden. Wenn ich im Konzert sitze, dann interessieren mich zuerst die Harmonieinstrumente, also die Bläser, mit ihren unterschiedlichen Soli und Einsätzen, dann immer, so vorhanden, das Schlagwerk beginnend mit der Pauke und dann die Streicher. In CD-Aufnahmen ist das nicht so ausgeprägt. Bei Solokonzerten führt eindeutig das Klavier vor der Violine. Weniger mag ich Holzbläser als Soloinstrument.


    Was die Genres betrifft, da führt ganz weit vorne die sinfonische Musik in der Reihenfolge Sinfonien, Konzerte, Ouvertüren u.ä.
    Dann erst Opern, die den "Nachteil" haben, dass man sie nicht zwischendurch mal für ein Stündchen hören kann, sondern die dauern ja immer wesentlich länger. Bei Opern fängt es chronologisch mit der Zauberflöte an, geht mit dem Fidelio weiter und dann zu Verdi, Puccini, Wagner als die großen Opernkomponisten überhaupt. Dazu kommt auch noch Webers Freischütz, Donizettis Liebestrank und die eine oder andere. Zu Wagner gibt es hier im Forum Differenzierungen, ich kenne fast alles und schätze ihn sehr, wobei ich ehrlich gesagt den Tristan zwar als wunderschöne Musik empfinde, ansonsten ist die Oper aber so was von langweilig! Bei Wagner führen eindeutig Tannhäuser und die Meistersinger, gefolgt vom Lohengrin (das sind aber alles keine "leichten" Opern, lieber chrissy!).


    Kammermusik führt ein Nischendasein. Das lässt sich nicht ändern. Ich habe es immer wieder versucht, kann aber keinen richtigen Zugang finden, habe da vielleicht ein gutes Dutzend CDs, die selten aufgelegt werden. Etwas anders bei Klaviermusik, da ich selbst mal als Kind Klavieruntericht hatte und sogar in Schülerkonzerten auftrat. So die Klaviersonaten von Beethoven, die Impromptus von Schubert, vielleicht noch etwas Mozart, Liszt und Chopin.


    Abneigungen: Völlig out sind Kunstlieder und "schräge" atonale Musik, die melodielos ist und das, was als experimentell bezeichnet wird. Einschließlich Schönberg und Alban Berg, Stockhausen, Widmann und Konsorten (zu Henze s.oben).


    Zum Opern-Regietheater will ich mich hier nicht äußern, da es nur um Musik gehen sollte.



    Viele Grüße


    :hello:


    Manfred

    Wenn schon nicht HIP, dann wenigstens TOP

  • das sind aber alles keine "leichten" Opern, lieber chrissy!

    Nein, lieber Manfred, das sind sie ganz sicher nicht. Das ist schon richtig. Mit "leicht" ist das von mir auch keine negative Abwertung. Ich empfinde lediglich, diese Opern, bedingt durch ihren Melodienreichtum, einschließlich der großen und schönen Chöre, sind "leichter" zu erfassen oder zu rezipieren. Die gehen im Gegensatz zu anderen leichter in Herz und Ohr.



    Schau Dir in Görlitz zunächst einen "Holländer", einen "Lohengrin" , einen "Tannhäuser" an.

    Lieber Operus


    Holländer und Tannhäuser habe ich in Görlitz gesehen und den Lohengrin im Fernsehen und habe ihn natürlich auch auf CD. Hat mir, wie ich auch oben schrieb, einschließlich Meistersinger, gut gefallen.
    Die schwereren Werke, nun, da bin ich noch nicht soweit. Vielleicht wird das aber noch.



    Bitte verzeihe Du und alle Leser, dass meine Begeisterung wieder einmal mit mir durchgegangen ist

    Da gibt es doch nichts zu verzeihen, im Gegenteil. Es ist für mich immer wieder schön zu spüren, wie sehr jemand mit Herzblut und Begeisterung hinter einer Sache steht. Danke für Deine guten Worte.


    Herzliche Grüße
    CHRISSY

    Jegliches hat seine Zeit...

  • Angefangen hat meine Klassikleidenschaft interessanterweise mit Barockmusik. Händel und Bach standen anfangs besonders hoch in der Gunst. Langsam habe ich mich an Mozart und Beethoven herangewagt. Was Opern anging, dominierten zu Anfang absolut Verdi und Puccini, teilweise auch Mozart. Zu Wagner hatte ich bis übers 20. Lebensjahr keinen rechten Zugang, was heute erstaunlich wirken mag. Es überwogen obskure Vorstellungen von "kreischenden Weibern". Freilich interessierte mich die Thematik vieler Wagner-Opern schon damals, allein der erste Schritt brauchte seine Zeit. Die Initialzündung gab wohl "Lohengrin", meine erste Wagner-Aufnahme, übrigens die berühmte unter Rudolf Kempe. Es folgten in rasche Folge "Die Meistersinger" und "Der fliegende Holländer" unter Karajan. An die restliche Reihenfolge erinnere ich mich nicht mehr genau. "Der Ring" von Solti war mein erster, "Tannhäuser" legte ich mir als letzte der Opern des Bayreuther Kanons zu. Die Frühwerke habe ich mir dann sehr zeitig aus Sammlerdrang ebenfalls gekauft (alle unter Sir Edward Downes). Die Folge einer solch intensiven Beschäftigung mit Wagner (seit über fünf Jahren) ist, dass ich viele andere Opern heute als seicht empfinde. Natürlich gibt es Ausnahmen wie besonders den tiefgründigen "Rigoletto" (vielleicht meine liebste italienische Oper) und den "Don Carlo", die "wagnerische Tiefe" erreichen. Mozarts Leichtigkeit in den Singspielen schätze ich nach wie vor, sein "Don Giovanni" ist für mich bereits ein Ausblick aufs 19. Jahrhundert.


    In der Symphonik kristallisierte sich bald die (Spät-)Romantik als meine Lieblingsepoche heraus. Angefangen hat es vielleicht mit Mahler. Seltsamerweise blieb mir Bruckner lange total verschlossen. Heute sind seine 5. und 8. Symphonie mit meine allerliebsten. Sibelius umging ich lange, was ich gar nicht verstehen kann aus heutiger Sicht, denn besonders die 2. Symphonie könnte ich endlos hören. Auch Brahms und Schumann kamen bei mir erst spät, aber dafür richtig. Der Klassiker ist und bleibt Beethoven, von dem ich jede Symphonie überaus mag. Mit anderen Klassikliebhabern finde ich bei ihm die meisten Überschneidungen und Gesprächsthemen (gibt es überhaupt wen, der Beethoven nicht mag?).


    Klavierwerke hörte ich früher kaum. Heute gibt es etliche Klavierkonzerte, die ich sehr schätze (Beethovens 5., Tschaikowskijs 1., Brahms' 1., das von Grieg und das "Quasi-Klavierkonzert" von Langgaard alias Symphonie Nr. 3).


    Kammermusik tut sich bei mir schwer. Abgesehen von wenigen Ausnahmen praktisch nie gehört.


    Meine liebsten Instrumente sind die Blechbläser und die Pauken, aber auch die Streicher. Vielleicht fehlt mir das Deftigere bei der Kammermusik ganz einfach.


    Zum Kunstlied habe ich wenig Bezug, aber es gibt auch hier Ausnahmen.


    Operetten sind ein Fall für sich. Habe ich schon Probleme mit seichteren Opern, so gilt das hier noch doppelt. Dennoch ab und an durchaus auch mal gehört.


    Ein No-Go ist für mich atonale Musik, wovon man Ohrenkrebs bekommt.


    Was nun Dirigenten angeht, so bekenne ich mich zum subjektiv-emotional-pathetischen Stil im Sinne des späten 19. Jahrhunderts. Dass deswegen Namen wie Knappertsbusch, Furtwängler, Barbirolli, Horenstein und Tennstedt ganz vorne stehen, sollte nicht verwundern. Das bedeutet allerdings mitnichten, dass ich mir "partiturgenaue" und "metronomnahe" Interpretationen mit wenig Vibrato nicht anhören würde (Koopman etwa finde ich toll). Die absolute Erfüllung aber ist es selten für mich.


    Neben der eigentlichen "klassischen Musik", die wohl 90 % meiner bevorzugten Musik ausmacht, mag ich am ehesten noch "Klassiker" aus den 50ern und 60ern, als die Melodie und der Text noch nicht im 08/15-Stil waren (Beatles, Troggs, Tommy James and the Shondelles, Rolling Stones, Beach Boys usw.).


    Sicher habe ich dies und jenes vergessen eigens zu erwähnen.

    »Finis coronat opus.« (Das Ende krönt das Werk.) – Ovid

  • "Klassiker" aus den 50ern und 60ern, als die Melodie und der Text noch nicht im 08/15-Stil waren (Beatles, Troggs, Tommy James and the Shondelles, Rolling Stones, Beach Boys usw.).


    Und das von einem Mitglied unseres Forums zu lesen, der noch relativ jung an Jahren diese Zeit, als diese Musik aktuell war, gar nicht live erlebt hat, tut richtig gut. Zu recht, lieber Joseph II., sprichst Du hier von "Klassikern". Denn auch hier wurde mitunter wirklich richtig gute Musik gemacht, wenn auch auf einer ganz anderen Ebene. Dein vielseitiges Interesse, Deine große Kenntnis und Dein Verständnis nötigen mir Respekt und echte Hochachtung ab, Chapeau!
    Ich danke Dir, daß Du dieses Thema in Deiner Beschreibung auch kurz gestreift und erwähnt hast.


    Herzliche Grüße
    CHRISSY

    Jegliches hat seine Zeit...

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  • Hallo, Joseph II.


    In vielen Dingen haben wir einen identischen Geschmack. Ich beneide Dich um Deinen Wohnort, denn Du kannst in allem (die finanziellen Hürden ausgeklammert) aus dem Vollen schöpfen. 3 Opernhäuser, wovon sicher irgendwo etwas nicht verhunztes gespielt wird. Zig.. Orchester, darunter auch das für mich beste Orchester der Welt. Dutzende herrliche Konzertsäle, immer irgendwo ein Klassikkonzert, ja, was will man mehr.


    Und trotzdem sind Tonkonserven immer mehr als eine Ausweichvariante. Karajan, Furtwängler, Kna, Toscanini , KLeiber und..... kann man nicht mehr anders erleben. Davon zehren wir in der Provinz. Dennoch bleibt mir immer noch das Gewandhausorchester, das MDR-Sinfonieorchester, die Schumann-Philharmonie Chemnitz und unser Geraer Orchester für Live- Erlebnisse, und natürlich noch andere (z.B. die Weimarere Staatskapelle, für mich das beste Orchester in Thüringen).


    Zur Operette habe ich eine etwas andere Meinung. Manche Operetten wie Zigeunerbaron, Land des Lächelns (überhaupt Lehar generell) oder auch der Vogelhändler (hör Dir mal das Finale des 1. Aktes an) sind durchaus opernverdächtig. Bei mäßig guter Stimmung tut mir eine Operette live oder als Konserve mal ganz gut. Und wenn die Laune mal ganz am Boden ist, dann richtet mich die Alpensinfonie oder Mahlers 1. oder sogar die Salome immer wieder auf.


    Und wenn gar nichts mehr gehen will, dann lebt Elvis wieder auf!!


    Herzliche Grüße aus dem tief verschneiten Gera in das hoffentlich sonnige und wärmere Wien (aber das ist wohl mehr eine Wunschvorstellung) von


    La Roche

    Ich streite für die Schönheit und den edlen Anstand des Theaters. Mit dieser Parole im Herzen leb' ich mein Leben für das Theater, und ich werde weiterleben in den Annalen seiner Geschichte!

    Zitat des Theaterdirektors La Roche aus Capriccio von Richard Strauss.

  • Lieber Joseph,


    auch ich kann nur sagen: alle Achtung, was du dir da in jungen Jahren schon so alles erobert hast. In deinem Alter - ich bin nahezu dreimal so alt - hatte ich bei weitem noch nicht soviel Kenntnisse und auch heute mangelt sicher noch manches. Aber damals waren die Verhältnisse - auch meine persönlichen - noch ganz anders. Es gab kaum die Menge an Möglichkeiten, die es heute (auch auf kleinstem Raum unterzubringen) gibt und es fehlten auch die Mittel dazu. Ich bin immer wieder erfreut, deine Beiträge zu lesen und deine Ansichten, die auch ich teile und wünsche dir noch manche neuen musikalischen Eroberungen.


    Liebe Grüße
    Gerhard

    Regietheater ist die Menge der Inszenierungen von Leuten, die nicht Regie führen können. (Zitat Prof. Christian Lehmann)

  • Lieber Thomas,


    da denke ich genau umgekehrt. Ich versuche (außer bei Zwölftonmusik, atonaler und Experimentiermusik) immer wieder noch Neues zu finden und möglichst wenig zu verpassen, wobei das, was ich verpasse, sicherlich immer noch mehr ist als das, was ich im Leben bisher kennengelernt habe.


    Liebe Grüße
    Gerhard

    Kann es falsch sein, sich nicht flächendeckend mit Musik einzudecken sondern sich intensiv mit einem Komponisten zu beschäftigen?


    Beethoven hat ein solch breites Spektrum komponiert, das dieses "auszuforschen" mir bis jetzt Vergnügen bereitet und schlicht keine Lust auf andere "gehaltvolle" Musik aufkommt.

  • Zitat

    Zitat von Thomas Sternberg: Kann es falsch sein, sich nicht flächendeckend mit Musik einzudecken sondern sich intensiv mit einem Komponisten zu beschäftigen?

    Lieber Thomas,


    das wollte ich damit auch nicht gesagt haben. Beides, denke ich hat seine Berechtigung. Der eine beschäftigt sich intensiv mit einer Sache und wird auf dem Gebiete Spezialist. Schade, wenn wir die nicht hätten! Der andere ist vielseitig interessiert - das bin ich z.B. nicht nur auf dem Gebiet der Musik. Dafür aber kann natürlich die Kenntnis all dieser Dinge nicht so intensiv sein wie bei jemandem, der sich auf bestimmte Spezialgebiete konzentriert. Ich weiß nicht, wie alt du bist. Wenn du noch im Arbeitsprozess steckst, hast du ja auch nicht die Zeit für so viele Dinge. Ich kann mich im Ruhestand ja mit viel mehr Dingen beschäftigen und das ist ja auch gut so, denn Langeweile kommt gar nicht erst auf. Manchmal allerdings frage ich mich auch, ob ich es nicht besser wäre, bei einigen Dingen etwas langsamer zu treten.


    Liebe Grüße
    Gerhard

    Regietheater ist die Menge der Inszenierungen von Leuten, die nicht Regie führen können. (Zitat Prof. Christian Lehmann)

  • Meinen stärksten Schwerpunkt bildet vermutlich Instrumentalmusik von Mitte des 17. bis Mitte des 20. Jhds, und hier vielleicht die Kammermusik im besonderen.
    Außerdem Chor/Vokalmusik, wobei hier der Schwerpunkt eher Hochbarock und Klassik bildet, dazu auch die bekannteren romantischen Lieder. (Verdis oder Faurés Requiem sind dagegen bislang ebensowenig mein Fall wie französische Lieder.) Renaissance/Frühbarock bin ich noch am Entdecken, einiges kenne und schätze ich (Dowlands Lieder und Zeitgenossen, etliches von Monteverdi u.a.), davor sieht es noch etwas dürftig aus.


    Obwohl ich viele Opern im Regal stehen und nichts grundsätzlich gegen Opern habe, ist dieser Bereich ziemlich sicher verglichen mit sehr vielen Klassikhörern ein Stiefkind. Ich höre vermutlich eher die "Kunst der Fuge" als Händels "Alcina" und "Alcina" ganz sicher eher als "Trovatore". Bei Opern habe ich auch große Lücken (besonders Bellini, Rossini, Donizetti) und tatsächliche Abneigungen (zB höre ich mir Butterfly nicht freiwillig an).
    Andere Komponisten, die mir eher wenig sagen bzw. bei denen ich mich einfach nicht motivieren konnte, mich näher damit zu befassen, sind zB Liszt und Richard Strauss, von denen ich nur vereinzelte Werke schätze. Auch einige bekannte konzertante "Reißer" wie Konzerte von Rachmaninoff, Bruch, Tschaikowsky u.a. habe ich teils entweder nie besonders gemocht oder mich schon lange dran überhört.


    Komponisten, von denen ich vermutlich mehr kenne und hoch schätze als viele andere Hörer: Purcell, Händel, Haydn, evtl. auch Schumann.
    Lieblingskomponisten des 20. Jhds.: Bartok und Berg


    Das vermutlich einzige Instrument, mit dem ich bewusst eher abseitiges Repertoire anhöre, ist die Klarinette, weil ich die selbst vor Jahren mal gespielt habe.

    Struck by the sounds before the sun,
    I knew the night had gone.
    The morning breeze like a bugle blew
    Against the drums of dawn.
    (Bob Dylan)

  • Auch ich gehöre zu den Musikliebhabern, die eine große Bandbreite an Musik lieben. Mein Vater, Streicher in einem Bonner Orchester, meine Mutter sang in einem großen Chor, brachten mich sehr früh zur Klassik. Allerdings ging meine Liebe eher zum Gesang, nämlich Oper und Operette. Mein Vater war sehr viel in Österreich unterwegs, daher kannte ich auch seine Vorlieben für diese Sänger und Sängerinnen. Hilde Güden, Wilma Lipp, Julius Patzak, Otto Edelmann und Georg Hann waren mir schnell ein Begriff. Dann kamen Erika Köth, Rita Streich, Helge Rosvaenge, Peter Anders, Heinrich Schlusnus und Gottlob Frick hinzu. Natürlich sammelte ich schnell Platte um Platte, bis ich in kurzer Zeit eine sehr große Sammlung mein Eigen nannte. Dann kam meine "Sturm- und Drangzeit", wo ich die Beatles, Rolling Stones, Elvis, Bill Harley u. A. täglich hörte und auch LP´s davon sammelte. Das änderte sich dann später wieder, wo ich dann wieder mehr Klassik, Beethoven, Mozart, Brahms, Tschaikowski u. A. hörte. So ist es heute noch, allerdings ist dies bei mir stimmungsmäßig verschieden. So höre ich morgens mehr Operette, dann aber tagsüber mehr Opernmusik (allerdings meide ich Schönberg, Widmann, Alban Berg, Stockhausen, Henze u. Ä. da für mich gesundheitsgefährdent), Liedgesang, und zwischendurch auch Sinfonische Musik und Ballettmusik. Wie schon geschrieben, ist dies bei mir stimmungsabhängig oder bei meinen Tätigkeiten im Hause kann ich natürlich manches mal nur mit einem Ohr hören. Wo ich nicht rankomme, das ist Jazz. Da habe ich keine Beziehung zu. Alte Orgelmusik ja, neuere nein. So komme ich auch nicht so recht an mittelalterliche Musik heran, obwohl meine große Tochter und ihr Mann das oft auf der Burg zum Besten geben.

    W.S.

  • Meine größte Vorliebe ist ganz klar die Kammermusik im Allgemeinen, und das Streichquartett im Besonderen. Obwohl mein Schwerpunkt bei den zwischen um 1680 und den um 1840 geborenen Komponisten liegt, höre ich auch Renaissancemusik (Josquin Desprez, Victoria, Sweelinck, Byrd, etc...) und nach 1900 entstandene Musik (Bartók, Prokofjew, Strauss). Klaviermusik und Orchestermusik mag ich ebenfalls, wobei ich bei letzterer schon viel Wert auf eine einfallsreiche Instrumentierung lege. Komponisten wie Liszt oder Saint-Saens gefallen mir daher vor allem in ihren Orchesterwerken sehr gut. Auf Endlossymphonien á la Bruckner verspüre ich hingegen selten Lust. Für Oper habe ich leider überhaupt keine Antenne, denn bis auf eine Handvoll Opern (Elektra, Wozzeck, Dido and Aneas) höre ich so gut wie nie musikdramatische Werke. Eine Ausnahme bilden hier allerdings Oratorien (Bach, Händel, Haydn, Mendelssohn), welche ich sehr gerne höre. Überhaupt höre ich geistliche Musik sehr gerne - obwohl ich ein durch und durch ungläubiger Thomas bin.
    Bei Instrumenten bin ich nicht sehr wählerisch - solange es keine Blockflöte ist :pinch: .

  • Abneigungen gegen Musik - Musik, die diesen Namen verdient - kenne ich nicht. Dafür ist mein Respekt vor Kunst im allgemeinen und Musik im besonderen viel zu groß. Bei Nono, den Stockhausens oder Boulez übe ich völlige Distanz. Zu ihnen - ich könnte noch mehr Namen nennen - finde ich keinen Zugang, weil ich jegliche Sinnlichkeit vermisse. Die erste Musik, die ich ganz bewusst im Radio gehört habe mit zehn, elf Jahren, war Wagners "Holländer". Es war wie eine Initialzündung fürs Leben. Wagner ist mein Komponist geblieben, obwohl ich ihn nicht mehr so ununterbrochen und ausschließlich höre wie einst. Ich habe ihn immer als Livekomponisten verstanden, auch wenn ich mit den Jahren eine ziemlich umfangreiche Tonträgersammlung seiner Werke zusammengetragen habe. Da ich ihn aber auf dem Theater nicht mehr wiederfinde, fühle ich mich um einen Großteil seiner Wirkung auf mich gebracht. Aber ich habe es erlebt. Und das sitzt tief. Wenn ich unterwegs bin, singe und spiele ich ihn mir oft in Gedanken selbst vor. Das macht manchmal sogar mehr Spaß, als an Lautsprechern oder unter Kopfhörern zu sitzen. Mein stärkstes Wagnererlebnis war mein erster "Tannhäuser" mit vierzehn und nicht der erste Besuch im Bayreuther Festspielhaus. Das sagt viel über die elementare Ausstrahlung dieses Komponisten, der mir die Tür weit aufgestoßen hat zu allem, was in seiner Nachfolge steht. Pfitzner will ich unbedingt nennen und Strauss, der mir allerdings fremder wird. Aber ich habe ihn rauschhaft bis zum Exzess genossen. Jetzt bin ich auf Entzug. Eine starke Anhänglichkeit ist zu "Arabella", "Rosenkavalier", "Daphne", "Ariadne" und "Capriccio" geblieben - was ja mehr stille Werke sind. Gleiches gilt für die Lieder in der Orchesterfassung. Die Orchestersachen höre ich so gut wie nie mehr. Mir kommt es so vor, als habe Strauss für mich ein Verfallsdatum, das ich nicht manipulieren kann. Es scheint langsam aber sicher abzulaufen. Bewusst unabhängig von Wagner versuche ich Berlioz, Weber, Lortzing, Nicolai und immer wieder Verdi, den Unverwüstlichen mit dem absolut sicheren Instinkt für Dramatik wie ihn auch der hoch verehrte Janacek hat, zu hören. Puccini ist bei mir auf "Tabarro" und "Fanciulla" zusammengeschmolzen. Beide Stücke finde ich genial.


    Mein Abrücken von Opernaufführungen in unserer Zeit hat natürlich auch seine Gutes. Ich höre so viel Instrumentales und Kammermusik wie nie zuvor. Mozart ist in seiner Gesamtheit für mich unantastbar, beglückend. Seine Musik kommt wie von oben. Sie ist einfach da. Beethoven ist nicht mein Gott, wenngleich ich an seiner überragenden Bedeutung nie zu rütteln wagte. Wer bin ich denn? Er ist mir manchmal ein bisschen zu vollendet, zu klassisch, zu makellos, nicht so frei und selbstverständlich wie Mozart. Ich vermisse die Brüche, die grelle Wucht, die Abgründe, eine gewisse Neigung ins Triviale, die ich bei Mahler finde und die mich direkt zu Schostakowitsch führen, der diese Dinge auf die Spitze, mitunter ins Katastrophale treibt. Vielleicht sollte ich mich stärker mit der späten Kammermusik Beethovens befassen, die hat mehr das, was ich aus dem ersten und zweiten Satz seiner 9. Sinfonie heraushöre und bei den meisten anderen Werken vermisse. Sibelius ist bei mir nicht wegzudenken. Seine 2. Sinfonie ist der unvergessliche Einstieg gewesen. Bruckner ist mir wichtig, weil er mir eine Vorstellung von Architektur in der musikalischen Struktur vermittelt. Er ist ein Noten-Baumeister, grundanständig, nie zweifelhaft und dekadent. Seine Werke sind auch für die Ewigkeit. Wie Kathedralen. Bach ist bei mir wie Mozart über jeden Zweifel erhaben. Ohne die beiden großen Passionen und die Messe kann ich mir mein Leben gar nicht vorstellen. Nannte ich schon Brahms und Dvorak? Nein? dann wird es Zeit.


    Die Operette ist für mich kein Widerspruch zur Oper. Sie existiert unabhängig. Von wegen kleine Schwester der Oper und so. Das ist Unsinn. Operette hat derlei Relativierungen und Bezüglichkeiten gar nicht nötig. Es gibt dort Musik, die muss erst mal jemandem einfallen. So genial ist sie. Operette ist wunderbar frivol. Lieder hat die Gattung während des Nationalsozialismus arg Federn gelassen, wovon sie sich nur schwer erholt hat. Das weit verbreitete hausbacken-anständigen Verständnis wurde nahtlos ins Nachkriegsdeutschland übernommen.


    Lieder - ich sprach im Zusammenhang mit Strauss bereits davon, sind "mein weites Feld". Da ist gut wandern, verlaufen inbegriffen. Grenzen setze ich mir nicht, Vorlieben gibt schon: Schubert, Wolf, Reger, Loewe, Schumann und halt Strauss.


    Abneigungen bei Musik? Nein und nochmals nein. Ich bekenne freimütig, dass ich ganz gern auch Militärmärsche und Nationalhymnen höre. Und natürlich die Ouvertüre 1812, ob nun mit oder ohne Chor, mit oder ohne Zarenhymne, mit oder ohne nachträglich eingefügten Glinka. Das Ding ist nicht totzukriegen.


    So, das reicht, wenn der Text eine Chance haben will, von jemanden gelesen zu werden. Ich habe all Beiträge mit Freude gelesen, viele Anregungen gefunden. Dafür ist ganz herzlich zu danken.


    Rheingold

    Es grüßt Rheingold1876


    "Was mir vorschwebte, waren Schallplatten, an deren hohem Standard öffentliche Aufführungen und zukünftige Künstler gemessen würden." Walter Legge (1906-1979), britischer Musikproduzent

  • Dieser Thread ist ja in der Tat ziemlich aufschlussreich....


    Damit es nicht zu unübersichtlich wird, liste ich meine Vorlieben in Stichworten auf:


    Frühbarock: Frescobaldi, Monteverdi, Schütz, Schein, Eccard, Rosenmüller, Kuhnau, Tunder, Pachelbel, Sweelinck


    Barock Frankreich: Louis Couperin, Francois Couperin (Le Grand) - hier auch Orgelwerke!, Marin Marais, Hotteterre, Rameau
    Barock Italien: Corelli, Vivaldi
    Barock England: John Blow, Purcell
    Hochbarock Deutschland (vermischter Geschmack): J.S. Bach (der ist mein über alles Lieblingskomponist und wird es immer bleiben), Händel, Telemann
    Wiener Klassik: W.A.Mozart, einen beachtlichen Teil von Haydn, L.v. Beethoven,
    Romantik: Schubert, Schumann, Mendelssohn, etwas Herzogenberg, Brahms, Bruckner und Wagner
    Impressionisten: Debussy, Ravel......aber eher einzelne Stücke, nicht unbedingt das gesamte Werk
    Musica Sacra Nova: Trond Kverno, etwas von Egil Hovland, einiges von Carl-Andreas Næss



    Die Komponisten, deren Musik ich besonders liebe, habe ich fett hervorgehoben.
    Im Bereich Frühbarock/Barock mag ich von den Interpreten insbesondere: Kees Boeke, Wouter Möller, Bob van Asperen, Gustav Leonhardt, Frans Brüggen (als er noch Flötist war), Nikolaus Harnoncourt, Ton Koopman, Philippe Herreweghe, Masaaki Suzuki, Jos van Veldhoven, viele Sänger und Instrumentalisten
    Zu den erwähnten Barock-Dirigenten kann man deren Ensembles und Orchester dazurechnen, also z.B. Concentus musicus Wien, Collegium Vocale Gent, Bach Collegium Japan...
    Zu den erwähnten Cembalisten und Organisten mag ich zudem einige Pianisten, die auch Barockes im Repertoire haben: Glenn Gould, Angela Hewitt, Andras Schiff, Murray Perahia


    Im Bereich Klassik und Romantik schätze ich als Dirigenten sehr: Christian Thielemann, Herbert von Karajan, Karl Böhm, Wilhelm Furtwängler, Leonard Bernstein, Günter Wand, Nikolaus Harnoncourt, Sergiu Celibidache, Claudio Abbado, Simon Rattle, Kent Nagano, als Pianisten Alfred Brendel, Radu Lupu, Mitsuko Uchida, Michelangeli, Paul Lewis, Christoph Eschenbach.
    Im für mich auch sehr wichtigen Bereich Kunstlied führt kein Weg an Dietrich Fischer-Dieskau vorbei, ebenso bin ich ein Fan von Peter Schreiers Tenor.


    Bei den Geigensolisten/innen höre ich immer gerne A.S.Mutter, Julia Fischer, Gidon Kremer...


    Ich möchte hinzufügen, dass mir die genannten Klassik-Romantik Dirigenten wirklich sehr wichtig sind.


    Das HIP-Missverständnis des kategorischen Non-Vibratos mag ich überhaupt nicht. Geht man genauer in die historische Aufführungspraxis, dann erkennt man, dass es eben so nicht war; und unmusikalisch finde ich es auch.
    Einen Beethoven am Klavier herunterzuknallen oder am Dirigierpult bis aufs Skelett zu entkleiden, mag ich ebenfalls nicht.


    Meine Lieblingsorchester sind die Berliner und die Wiener Philharmoniker mit ihrem dunkelwarmen, deutschen/goldenen Klangbild und ihrem unbedingtem Qualitätsanspruch.
    Überhaupt tendiere ich immer mehr zur klassischen Wahl. Schubert 6. unter Böhm und mit den Wiener Philharmonikern....das gefällt mir immer besser.


    Kammermusik mag ich ebenfalls sehr, gerne auch Sachen von Brahms mit zwei Klavieren.....alles Mögliche aus dem Bereich von Haydn bis Brahms.
    Opern gerne von Mozart, aber am liebsten von Wagner!


    Gruss
    Glockenton

    "Jede Note muss wissen woher sie kommt und wohin sie geht" ( Nikolaus Harnoncourt)

  • Eigentlich wollte ich hier nichts schreiben, weil ich nicht so schwarz-weiß organisiert bin wie der Threadtitel.
    Da bislang atonale und experimentelle Musik von allen(?) als "Abneigung" genannt wurde, muss ich dann doch feststellen, dass das bei mir nicht so ist.


    Die "klassische Musik" ist meine Vorliebe und die "Unterhaltungsmusik" kann ich nur klein dosiert schätzen, und nie so sehr wie die "klassische". Mit "klassischer Musik" meine ich jetzt alles von Perotin bis Widmann - vorher tue ich mich etwas schwer: Minnesang ist zu schlecht überliefert, wenn ich das, was dafür ausgegeben wird, höre, glaube ich den Interpreten nicht, dass das seriös ist, was sie machen. Gregorianik ist immer noch etwas langweilig für mich - da muss ich noch üben! Am liebsten höre ich das gleich im Kloster mit dem zugehörigen Ritual.
    Generell ist mir Musik ohne Gesang tendenziell lieber, weil ich beim Musik-Hören nicht gerne den Text mitlese. Lieblingsbesetzung ist wohl das Orchester. In den Epochen vor dem Barock ist mir die geistliche Musik lieber als die weltliche, da bevorzuge ich dann also Vokalpolyphonie.
    Ich "spezialisiere" mich gerne über längere Zeit auf kleinere Bereiche der Musikgeschichte - in den letzten Monaten sind es die Komponisten geboren zwischen 1890 und 1899. Ich sammle sehr lexikalisch, und was mir zuerst nicht so recht eingehen will, wird einfach wiederholt gehört. Am meisten freut es mich, wenn ich etwas, was bislang mir nichts sagte oder gar zuwider war, für mich entdecken konnte. Bei meinem momentanen Fokus trifft das am ehesten auf Frank Martin, Jacques Ibert und Roger Sessions zu, deren Musik mir schon länger bekannt war, ohne wirklich zu mir zu sprechen, während sie mich jetzt wirklich begeistern kann. Die Abrundung mit scharenweise "Kleinmeistern" macht mir immer eine besondere Freude.
    :hello:

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