Grigory SOKOLOV - Einer der letzten 'Titanen'?
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Für mich kommt "jede Hilfe zu spät", lieber Christian
. Ich habe die erste CD dieser Doppel-CD vor zwei Jahren als MP3-CD bei Amazon heruntergeladen und die darauf enthaltenen Sonaten Nr. 7 und Nr. 27 hier im Forum schon in den entsprechenden Threads besprochen.
Übrigens: Die Arietta ist m. E. ein Traum, wie überhaupt die ganzen drei Sonaten. Mir kommt dieses Tempo ungeheuer entgegen, das Largo e mesto aus der Nr. 7, der 2. Satz aus der Nr. 27 und die Arietta aus der Nr. 32. Ich werde sie mir natürlich vor den jeweiligen Konzertterminen im April und Juli nochmals zu Gemüte führen.Trotzdem schönen Dank für das Angebot.
Liebe Grüße
Willi

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du schriebst, dass du im Semester nicht so lange vorausplanen kannst, aber ich hätte da noch einen Ersatztermin für dich:
am 25. Juli (also in der vorlesungsfreien Zeit) spielt Grigory Sokolov im Kieler Schloss, natürlich das gleiche Programm wie in Köln, also Mozart und Beethoven. Das wäre doch die Möglichkeit, einmal das Schleswig-Holstein-Musikfestival zu besuchen, falls du dann nicht gerade wieder in Übersee oder in Bulgarien herumstromerst. Also ich habe mir die Karte schon bestellt.
Tip: schau mal in deinen Yuja Wang-Thread.Lieber Willi,
das ist wirklich sehr verlockend.
Aber für den Juli kenne ich mein Lehrprogramm (und die Fereinzeiten) noch nicht. Das weiß ich dann erst Ende Mai. Der Juli ist mir für Bulgarien noch zu heiß... 
Herzlich grüßend
Holger -
Hallo!
Ich habe ihn am Dienstag letzter Woche in der Stuttgarter Liederhalle mit diesem Programm erlebt. Er war wieder ein Erlebnis (Zahl der Zugaben diesmal 6 - wenn ich mich nicht verzählt habe).
Die beiden Hälften des Abends waren wiederum durchgespielt. Was ich persönlich etwas verwirrend finde, zumal sich die C-Dur Sonate KV 545 von Mozart doch deutlich von der Fantasie und Sonate c-moll KV 475/457 unterscheidet. Mir als Adressat der Musik hätte etwas "Besinnung" zwischen den Stücken gut getan. Noch schwieriger fand ich es bei den beiden Beethoven-Sonaten (27 und 32). Ich gehe davon aus, dass es für ihn Sinn macht....
Der Schwabe sagt: "Wenn´s schee macht" (zu Deutsch: Wenn es der Schönheit zuträglich ist
)Gruß WoKa
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Am Nikolaustag (6. Dezember 2017) spielt er wieder im Wiener Konzerthaus. Zwei Tage später in der oberösterreichischen Kleinstadt Wels im Stadttheater. Während das Konzerthaus seit Monaten ausverkauft ist (2000 Plätze) - da buche ich immer gleich am ersten Vorverkaufstag - gab es im kleinen Welser Stadttheater noch relativ spät Karten vom Veranstalter "Round Table" und noch dazu erheblich billiger als in Wien. Erst mal bucht man per Online-Formular, und dann folgt eventuell eine E-Mail-Korrespondenz ("Wollen Sie weiter vorne oder weiter hinten sitzen?".) Sehr sympathisch und hat auch geklappt.
Programm
Joseph Haydn
Sonate g-moll Hob. XVI/44 (1788/1789 vor)
Sonate h-moll Hob. XVI/32 (1776 ?)
Sonate cis-moll Hob. XVI/36 (1780 vor)
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Ludwig van Beethoven
Sonate e-moll op. 90 (1814)
Sonate c-moll op. 111 (1821-1822)
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Für Südwestreisende und -verweilende:
Er ist heute abend in der Liederhalle mit frühem Beethoven und spätem Brahms, am So. abd. in Freiburg/ Breisgau, am Mo. abd. in Friedrichshafen/ Bodensee.

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Klavierabend im Wiener Konzerthaus 17. und 18. Juni 2021
Ursprünglich wäre der Termin - wie immer - Anfang Dezember gewesen. Die Karte hatte ich schon seit Oktober. Wegen Corona abgesagt. Ersatztermin(e) im Februar: zweimal halbvolles Haus (coronabedingte Sitzabstände), wieder abgesagt wegen Corona. Nun hat es geklappt. Ich war heute 18.06. da. Es hingen zig Mikrofone über der Bühne - Ö1 wird das Programm irgendwann senden.
1. Teil
Chopin: Polonaisen cis-Moll op. 26/1, es-Moll op. 26/2, fis Moll op. 44, As-Dur op. 53
2. Teil
Rachmaninov: Zehn Preludes op. 23
Zugaben
Brahms Intermezzo A-Dur op. 118/2, Ballade g-Moll op. 118/3, Chopin Mazurka a-Moll op. 68/2, Prelude c-Moll op. 28/20, Skrjabin Prelude e-Moll op. 11/4, Bach "Ich ruf' zu dir, Herr Jesu Christ" (Orgelbüchlein) BWV 639.Nicht enden wollende Ganzkörpergänsehaut, vor allem während der fis-Moll-Polonaise und der Preludes.
Trotz der vielen freien Plätze (Coronamaßnahme) kam mir das Applausgetöse nicht viel weniger stark vor als bei sonst üblicherweise knallvollem Haus.
Auf dem Weg zur U-Bahn erlebte ich dann einen Polizeieinsatz, wie ich ihn nur aus wilden Filmen kannte. Ein paar Minuten versteckte ich mich hinter einer Säule, da ich Sorge hatte, von einer Kugel getroffen zu werden. Am Ende standen mehrere Einsatzfahrzeuge um das Auto, das verfolgt worden war, Männer lagen auf dem Bauch und Polizisten knieten auf ihnen. Ich schlich auf einem Umweg Richtung U-Bahn.
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Alfred_Schmidt
Hat den Titel des Themas von „Grigory Sokolov - Einer der letzten 'Titanen'?“ zu „Grigory SOKOLOV - Einer der letzten 'Titanen'?“ geändert. -
Ein unvergesslicher Abend in Genf – Samstag, der 11. Dezember 2021, 20 Uhr
An jenem kalten Dezembertag in Genf fand ein Konzert statt, das die Herzen aller Anwesenden erwärmte: Grigory Sokolov, der Poet des Klaviers, der letzte Titan began das Konzert mit Schumanns Kinderszenen Op. 15, gefolgt von den Bunte Blätter Op. 99. Nach der Pause widmete sich Sokolov Rachmaninovs Preludes Op. 23, wobei er die gesamte Sammlung von zehn Präludien aufführte. Der prachtvolle Saal des Victoria Hall, bekannt für seine exzellente Akustik, wurde zur Bühne eines musikalischen Wunders.
Sokolov schuf mit jedem Ton eine Welt voller Farben, Emotionen und Tiefe. Die Preludes – ein Werkzyklus, der von lyrischer Innigkeit bis hin zu dramatischer Wucht reicht – wurden unter seinen Händen zu einem kaleidoskopischen Erlebnis. Sein Spiel verband technische Perfektion mit einer fast übermenschlichen Intuition für die verborgenen Schichten der Musik. Besonders im berühmten Prelude Nr. 5 in g-Moll blitzte eine Virtuosität auf, die nicht nur die Technik, sondern auch die Seele der Komposition offenbarte.
Die Stille im Saal zwischen den Sätzen sprach Bände. Kein Räuspern, kein Husten – nur die gespannte Erwartung und das Atemholen einer Menge, die jede Nuance aufsaugte. Am Ende war der Applaus donnernd, fast endlos, doch Sokolov blieb seiner Linie treu: ohne Allüren, ohne Worte – er ließ allein die Musik sprechen.
Es war ein Tag, der in Erinnerung bleibt – ein Fest für die Sinne und die Seele, an dem Sokolov erneut bewies, warum er zu den größten Interpreten unserer Zeit zählt.
https://www.youtube.com/watch?v=awcsPUTyo1c
Grigori Lipmanowitsch Sokolow, geboren am 18. April 1950 in Leningrad (heute St. Petersburg), gilt als einer der bedeutendsten Pianisten unserer Zeit. Bereits 1966, im Alter von nur 16 Jahren, gewann er den renommierten Tschaikowsky-Wettbewerb in Moskau – ein Triumph, der nicht zuletzt seinem Studium bei dem legendären Emil Gilels zu verdanken war. Dennoch vergingen noch einige Jahre, bis er die großen Konzertsäle des Westens als gefeierter Virtuose eroberte.
Sokolov wird von Kritikern und Publikum gleichermaßen für seinen unverwechselbaren Klang und sein beeindruckendes Farbspektrum bewundert. Diese außergewöhnlichen Qualitäten ermöglichen ihm eine tiefgehende Interpretation der Werke, die er mit größter Hingabe spielt – stets nach seinem Leitsatz, nur Musik darzubieten, die er von Herzen liebt. Seine Konzerte sind wahre Erlebnisse, die sowohl Anhänger als auch Kritiker in ihren Bann ziehen.
Da Sokolov die Magie des Live-Auftritts den sterilen Bedingungen eines Studios vorzieht, sind seine Veröffentlichungen rar gesät. Dennoch: Die wenigen Konzertmitschnitte, die erhältlich sind, zeugen von einer künstlerischen Intensität und Authentizität, die ihresgleichen suchen – für mich sind einige davon schlichtweg außergewöhnlich.
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Das hier rezensierte Konzert / Jahresprogramm habe ich nicht selbst erlebt, aber einige andere, neulich das 2025er Programm, oft mit hohem Genuss und Bewunderung, aber einige Sätze dieser Kritik kann ich nachvollziehen und unterschreiben. Das Sokolov-Ritual scheint mir in Erstarrung zu geraten.
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Das hier rezensierte Konzert / Jahresprogramm habe ich nicht selbst erlebt, aber einige andere, neulich das 2025er Programm, oft mit hohem Genuss und Bewunderung, aber einige Sätze dieser Kritik kann ich nachvollziehen und unterschreiben. Das Sokolov-Ritual scheint mir in Erstarrung zu geraten.
Das kann ich einerseits im Rückblick auf das gestrige Konzert in der Hamburger Laeiszhalle nachvollziehen. Rahmen und Ablauf des Konzerts sind einfach sehr stereotyp.
Andererseits war das Publikum ebenso hingerissen, wie ich es beim letzten Konzert in HH erlebt habe - für mich war also kein "Abnutzungseffekt" auszumachen.
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Ich habe Sokolov einmal in der Bielefelder Oetker-Halle erlebt. Da spielte er von Schubert D 959 und dann u.a. die Impromptus von Chopin - hoch konzentriert. Ein toller Abend. Dann allerdings passierte es, dass in den vorderen Reihen Jemand kollabierte und aus dem Saal gebracht werden musste. Das hat Sokolov doch merklich aus der Fassung gebracht er war danach nicht mehr ganz so konzentriert...
