Klavierkonzerte des 20. Jahrhunderts

  • Hermann Galynin (1922–1966)


    Daß man sich gerade von mir diesen Thread nicht erwartet hätte, das verstehe ich wohl - und damit kann ich leben.
    Den Anreiz dazu gab genau jener Komponist und sein Hauptwerk, nämlich der Russe Hermann Galynin (1922–1966) und sein Klavierkonzert Nr 1 in C-dur (1946) - die hier vorgestellt werden. Der Komponist war Schüler von Schostakowitsch und obwohl man das in Ansätzen sogar hören kann - ist er heute so gut wie vergessen. Obwohl bereits Anfang der fünfziger Jahre Schizophrenie bei ihm diagnostiziert wurde - was immer wieder zu längeren Klinikaufenthalten führte, Komponierte er bis zu seinem Lebensende weiter.


    Auch die Mitspieler an diesem Thread sollte sich pro Beitrag nur auf jeweils ein Konzert beschränken (es dürfen aber beliebig viele Beiträge verfasst werden.)


    mit freundlichen Grüßen aus Wien
    Alfred

    Wer Beethoven-Sinfonien fälscht oder gefälschte in Umlauf bringt, wird mit dem Anhören eines Endlosbandes aller Werke von Schönberg bestraft; von der Dauer 1 Woche bis zu 4 Wochen

  • Zu den bekannten Klavierkonzerten des 20. Jhds. wie zB Rachmaninoffs, Prokofieffs, Ravels, Bartoks usw. gibt es ja schon eine Reihe Threads.
    Ich erwähne hier mal eine CD, die ich zufällig gerade eingelegt hatte, bevor ich den Thread gesehen habe. Enthalten sind spanische Klavierkonzerte bzw. kürzere konzertante Stücke (ohne die wohlbekannten "Nächte in spanischen Gärten"). Die Musik ist folkloristisch angehaucht, farbig und sehr zugänglich. Die Stücke von Montsalvatge und Surinach sind etwas "knackiger" bzw. moderner.
    Erstklassige Klangqualität (1970er/80er). Wer de Falla und Albeniz mag, sollte an diesen Stücken Gefallen finden.


    Struck by the sounds before the sun,
    I knew the night had gone.
    The morning breeze like a bugle blew
    Against the drums of dawn.
    (Bob Dylan)

  • Ich meinte natürlich - nicht nur - aber in erster Hinsicht - Klavierkonzerte, die eher keinen eigenen Thread haben - weil sie entweder unbekannt sind oder aber selten gespielt werden, dennoch aber interessant sind. Dazu zählen die genannten allemal, und ich meine auch das Klavierkonzert von Gershwin ist ein eher unbekanntes Werk - gemessen an der "Rhapsodie in blue" oder "Ein Amerikaner in Paris"..... Die Sampletracks sind 2-3-4 (weil bei jpc ja seit neuestem die Unart eingerissen ist, daß der Titel eines Werkes den Track des ersten Satzes als "Doublette" enthält......
    [tsp]mfg aus Wien[/tsp]
    Alfred

    Wer Beethoven-Sinfonien fälscht oder gefälschte in Umlauf bringt, wird mit dem Anhören eines Endlosbandes aller Werke von Schönberg bestraft; von der Dauer 1 Woche bis zu 4 Wochen

  • Nachdem Alfred zuvor das Gershwin Klavierkonzert vorstellte, passt das Barber Klavierkonzert von 1962 sehr gut dahinter.
    Es handelt sich hier nicht, wie das Fertigstellungsdatum vermuten lässt, um neue oder ungeniessbare Musik ! Das "neoklassische" KK ist eher spätromantisch tonal gehalten, verursacht (bei mir jedenfalls) unglaublichen Hörspass.


    Es ist ein äusserts virtuos angelegtes KK, das dem Pianisten John Browning gewidtmet ist. Er hat es in hohem Alter noch einmal mit Slatkin (RCA) aufgenommen. Doch ist diese altersschwache Aufnahme absolut unbedeutend gegenüber dieser Hammeraufnahme unter Seorge Szell --- was Browning hier leistet und was überhaupt auf dem Klavier geleistet werden kann oder machbar ist, wird mit dieser Wahnsinnsaufnahme deutlich:



    SONY, 1957 - 1965, KK 1964, ADD


    Ich hatte diese CD bereits 2010 im Barber-Thread vorgestellt.

    Zitat

    Klavierkonzert op.38
    Die Referenzaufnahme des KK mit dem Widmungsträger John Browning, auf den Barber die enthaltene Virtuosität des Konzertes in Absprache entsprechend zugeschnitten hat, scheint unter der Leitung von Szell/Cleveland Orchestra wirklich unübertroffen zu sein. Mit solcher Spannung und einen atemberaubenden Tempo im 1. und 3.Satz ist es bislang ungehört.
    Das einzige was man der Aufnahme ankreiden könnte, wäre die nicht mehr ganz zeitgemäße Klangqualität. Dadurch gehen so manche Einzelheiten im rasenden 3.Satz verloren, die in der sehr guten Aufnahme mit Prutsman/Alsop (Naxos, 2002, DDD) einfach klarer zu hören sind.
    Die SONY-Aufnahme vom Januar 1964 bleibt aber dennoch in ihrer ungestümen Ausdruckskraft unerreicht. Im 1. und 3.Satz sind Browning/Szell je eine ganze Minute schneller als Prutsman/Alsop. Brownings spätere Aufnahme mit Slatkin (RCA, 1990, DDD) bleibt leider Längen hinter diesen Glanzleistungen zurück (offenbar altersbedingt) - der 1.Satz dauert dort sogar 14:24.
    Spielzeiten SONY: 12:47 – 7:03 – 5:46

    Gruß aus Bonn, Wolfgang


  • Das Konzert für 2 Klaviere (1932) von Francis Poulenc kannte ich bis vor ein paar Jahren nicht.
    Inzwischen hat es sich für mich zum Lieblingsklavierkonzert gemausert und ich habe mehrere Aufnahmen davon.

    mfG
    Michael

  • ... obwohl es eigentlich mehr ist als "nur" ein Klavierkonzert, in einer idealen Aufnahme, die man haben sollte (auch mit dem wunderschönen cis-moll Klavierkonzert vom Ende des 19. Jhd.)!



    Beste Grüße
    Holger

  • Das folgende kaum bekannte, aber lohnende Klavierkonzert habe ich in meinem allerersten Beitrag vor rund sechs Jahren vorgestellt. Ich zitiere mich selber:



    Lieber Fahrrad verpfänden denn als Landrat enden!


  • Hier gleich drei wichtige Klavierkonzerte des 20. Jahrhunderts.
    Schostakowitsch: Klavierkonzert Nr 1 (mit obligater Trompete)
    Schostakowitsch: Klavierkonzert Nr 2
    Shchedrin: Klavierkonzert Nr 2
    Die beiden Abbildungen mit den entsprechenden Links bezeichnen jeweils dieselber Aufnahme:
    Links die Originalversion, Rechts umverpackt und billiger (Jubiläumsausgabe 30 Jahre Hyperion)


    Über Schostakowitsch Klavierkonzerte gab es Threads, welche aber nicht allzu frequentiert waren...


    Dmitri Schostakowitsch: Klavierkonzert Nr 1 op 35
    Schostakovitsch: Die Klavierkonzerte


    mit freundlichen Grüßen aus Wien
    Alfred

    Wer Beethoven-Sinfonien fälscht oder gefälschte in Umlauf bringt, wird mit dem Anhören eines Endlosbandes aller Werke von Schönberg bestraft; von der Dauer 1 Woche bis zu 4 Wochen

  • Pancho Vladigerov und Vesselin Stoyanov. Aufnahme mit dem Radio Symphonieorchester Sofia, Pianist Boris Nedeltchev. Label: Gega (Bulgarien), CD "Great Bulgarian Piano Concertos".


    Beste Grüße
    Holger

  • Hallo Holger,


    da Du Dich in Beitrag 10 äusserst kurz fast - ohne jeden Kommentar zum Werk, antworte ich genau so kurz:


    Schönberg - KK => :thumbdown:

    Gruß aus Bonn, Wolfgang

  • Lieber teleton - meine Meinung zu Schönbergs Klavierkonzert:


    Es ist der bemerkenswerte Versuch, eine klassische Form im Geist der Neuen Musik mit neuem Leben zu füllen. Und genau das macht das Hören so spannend: Man findet hier Schönbergs Aphoristik, die Verdichtung der musikalischen Textur (das ganze viersätzige Konzert dauert 20 Minuten), den Expressionismus und die "Logik" einer Zwölftonkomposition. Die Orchestrierung ist höchst sinnlich, farbenfroh und durchsichtig zugleich und das Werk bietet eine unglaubliche Dichte an verschiedensten Stimmungen und Charakteren auf kleinstem Raum - dabei immer klar und "faßlich". Ein Meisterwerk. Nicht leicht freilich und für jeden zugänglich - da muß sich der Hörer einlassen auf den Versuch, eine ganz neue Musiksprache zu sprechen, Altes auf neue und ungewohnte Weise zu hören. Die Aufnahme von Pollini und Abbado ist ganz ausgezeichnet - wahrlich eine Werbung für Schönbergs Konzert!


    Schöne Grüße
    Holger

  • Die Aufnahme von Pollini und Abbado ist ganz ausgezeichnet - wahrlich eine Werbung für Schönbergs Konzert!


    Danke für deine jetzt aufschlussreichen Worte, lieber Holger,


    allerdings halte ich (und nicht nur ich, denn dazu gibt es bei Tamino interessante Beiträge) die Brendel/Kubelik-Aufnahme (DG) für absolut gar nicht geeignet, dem Hörer das Werk wirklich schmackhaft zu machen - das ist "pure mathematische Technik", die da vorgeführt wird. Trotz meiner Affinität zur Modernen bin ich nebenbei ohnehin kein Anhänger dieser "Wiener Schule-Typen".


    Aber vielleicht habe ich mal die Gelegenheit einen Neustart mit der von Dir vorgeschlagenen Pollini/Abbado-Aufnahme zu starten.
    8-) Aus heutiger Sicht mit der starren Brendel - Aufnahme ist das für mich sch... Musik !

    Gruß aus Bonn, Wolfgang


  • Danke für deine jetzt aufschlussreichen Worte, lieber Holger,


    allerdings halte ich (und nicht nur ich, denn dazu gibt es bei Tamino interessante Beiträge) die Brendel/Kubelik-Aufnahme (DG) für absolut gar nicht geeignet, dem Hörer das Werk wirklich schmackhaft zu machen - das ist "pure mathematische Technik", die da vorgeführt wird. Trotz meiner Affinität zur Modernen bin ich nebenbei ohnehin kein Anhänger dieser "Wiener Schule-Typen".


    Aber vielleicht habe ich mal die Gelegenheit einen Neustart mit der von Dir vorgeschlagenen Pollini/Abbado-Aufnahme zu starten.
    8-) Aus heutiger Sicht mit der starren Brendel - Aufnahme ist das für mich sch... Musik !

    Lieber Wolfgang,


    das würde mich freuen! :) Die Brendel/Kubelik-Aufnahme habe ich ja auch - die werde ich mir nach Deinen geschilderten Eindrücken nochmals anhören! Es gibt auch noch in der großen Vox-Box von Brendel eine Aufnahme von 1957 mit Michael Gielen, die werde ich dann auch noch zum Vergleich heranziehen.


    Schöne Grüße
    Holger

  • Im Prinzip könnte ich in der nächsten Zeit jeden Tag in fabelhaftes KK des 20.Jhd vorstellen ... so viele tolle und lohnenswerte KK des 20.Jhd gibt es.


    Als nächstes komme ich zu den Klavierkonzerten Nr. 2 und 3 von Merikanto aus Finnland.
    Ich hatte die CD von Frank 1970 bekommen. Zuerst war ich skeptisch, da ich zu dieser Richtung und dem Namen gar keinen Bezug hatte.
    Aber dann zu Hause gehört, hat mich das "vom Hocker gehauen".
    Aarrre Merikanto strebt ein Format des absoluten "Pianusmus" an, bei dem der Klang des Flügels und die vorhandene Virtuosität ihre Wirkung zeigen sollte (Zitat aus dem Textheft).
    Das KK Nr.2 (1935-37) - UA erst 1954! und das KK Nr.3 (1955) sind von daher sehr virtuos gehalten und knüpfen an die Klaviergiganten Rachmaninoff, Bartok und Prokofieff an - mit anderen Worten: Es ist somit auch voll geniessbare Musik des 20.Jhd !



    ONDINE, 1997, DDD

    Bei mir hat diese CD dann die Beschäftigung mit weiteren Werken von Merikanto (da gibt es allerdings nicht unbedingt sehr viel zur Auswahl) und den ganzen weiteren Komponistenkollegen, wie u.a. Englund und Rautavaara ausgelöst. :thumbsup: Mit grösstem Erfolg, was Hörspass und Freude an der Musik anbetrifft.



    Das Tampere PO unter Ollila und der Pianist Raekallio erweisen sich als ganz exqusite Sachwalter dieser Musik - und das Orchester macht den Eindruck eines Spitzenensembles.

    Gruß aus Bonn, Wolfgang

  • Wir haben hierzu einen eigenen Faden. Mein Spezialproblem konnte am Ende nach Jahren der Forschungstätigkeit :baeh01: geklärt werden. Das steht am Ende des Fadens (Beitrag 12).


    Merikanto: Klavierkonzert Nr. 2 / Villa-Lobos


    1. Nachwort: Mit Deinem Einleitungssatz zum vorausgehenden Beitrag hast Du so was von Recht, Meister teleton! :thumbsup:


    2. Nachwort: Kann mir bitte jemand einen Tipp geben, wie ich einen Link umformuliere, so dass er zum Beispiel wie folgt aussieht und zusätzlich auch noch anklickbar ist?

    Merikanto: Klavierkonzert Nr. 2 / Villa-Lobos

    :angel: Wolfgang


    Edit: Ich sehe gerade, dass der Link wunschgemäß formuliert erscheint. Geschieht das automatisch mit der Speicherung des Beitrags? Jedenfalls ist auch dieses Problemchen jetzt vermutlich gegessen.

    Lieber Fahrrad verpfänden denn als Landrat enden!

  • Meine drei Pfennige:


    Ich muss in der richtigen Stimmung sein, dann aber würde ich mich der Bewertung des Konzerts durch Dr. Holger vollumfänglich anschließen. Ich besitze sogar mehrere Aufnahmen des Werks, darunter auch die von Holger einerseits und die von teleton (nicht wirklich :stumm: ) andererseits favorisierte. Ich kann mit beiden leben!


    :hello: Wolfgang

    Lieber Fahrrad verpfänden denn als Landrat enden!

  • Schnittkes Klavierkonzert (1979)


    Zitat aus Booklet der Phoenix Edition: "Das Konzert für Klavier und Streicher führt exemplarisch vor, wie zwei völlig unterschiedliche Klangpersönlichkeiten allmählich lernen, einen Dialog zu führen. Während das Klavier geradezu authistisch beginnt, völlig allein einzelnen Intervallen nachlauscht, fährt das Orchester ordinär dazwischen, markiert rüde sein eigenes musikalisches Terrain. Über fast zufällige Motive aus Nebenstimmen kommt man sich irgendwann neugierig näher. Es entspinnt sich ein Frage- und Antwort-Spiel, das beiden Partnern zunehmend hörbar Spaß bereitet."
    Besser als das obige Zitat hätte ich es selbst nicht beschreiben können, was mich für Schnittkes Konzert für Klavier und Streicher begeistert. Hier läuft ein Prozeß der Annäherung gegensätzlicher Partner ab, das Konzert erzählt eine Geschichte. Anfangs ganz leise, aber später kann es auch manchmal recht laut werden. Als ich das Konzert zum erstenmal hörte, wollte ich zwischendurch abschalten, weil mir die disharmonischen lauten Passagen mißfielen. Trotzdem hielt ich bis zum Ende durch. Erst als ich dann das Booklet gelesen hatte, wurde mir klar, worum es ging. Seitdem höre ich das Konzert mit Genuß. Aber nicht nebenbei als Hintergrundmusik, dazu eignet es sich nicht. Es klingt nicht "schön" wie ein Klavierkonzert von Mozart - aber interessant.

    mfG
    Michael

  • Wie wäre es hier mit dem Klavierkonzert von Max Reger aus dem Jahre 1910, einem Komponisten, dessen Wertschätzung sich mittlerweile in Grenzen hält?


    Der hier mit seinem Konzert schon erwähnte Schönberg hielt Reger wörtlich "für ein Genie". Regers Klavierkonzert fordert dem Pianisten sehr viel ab, dabei wird das Brillieren um der Brillanz wegen vermieden. Gewaltige Passagen in Oktaven wechseln sich mit Sprüngen und rhythmischen Figuren ab. Das führt zu reichhaltigen Klangfarben, die dem Klavier entlockt werden. Die Themenfülle ist vielleicht etwas überbordend, dennoch sollte dieses hochromantische Konzert öfter mal auch im Konzertsaal aufgeführt werden.

    Beste Grüße


    :hello:


    Manfred

    Wenn schon nicht HIP, dann wenigstens TOP

  • Das Werk dieser Komponistin gehört sicher auch hierher:


    Price, Florence (1887-1953)
    Piano Concerto in One Movement


    New black music repertory ensemble
    Karen Walwyn, Piano

    Einer der erhabensten Zwecke der Tonkunst ist die Ausbreitung der Religion und die Beförderung und Erbauung unsterblicher Seelen. (Carl Philipp Emanuel Bach)


  • Bartoks Klavierkonzerte zählen meiner Meinung nach zum Besten was das 20. Jahrhundert an klassischen Werken hervorgebracht hat. Sie sind effektvoll und beeindruckend - wäre der Begriff "klassische Moderne" nicht schon erfunden - für diese Konzerte müsste man ihn erfinden. Ebenso schon fast "klassisch" ist die alte Fricsay-Aufnahme mit Geza Anda am Klavier - über 50 Jahre ist sie alt - und dann DIESER Klang. Eine Sternstunde der Schallplattengeschichte.
    Eigentlich wundert mich, daß Bartok bis jetzt noch nicht genannt wurde - aber wahrscheinlich ist er schon zu "konservativ? .... ;)


    mit freundlichen Grüßen aus Wien
    Alfred

    Wer Beethoven-Sinfonien fälscht oder gefälschte in Umlauf bringt, wird mit dem Anhören eines Endlosbandes aller Werke von Schönberg bestraft; von der Dauer 1 Woche bis zu 4 Wochen

  • Bartoks Klavierkonzerte zählen meiner Meinung nach zum Besten was das 20. Jahrhundert an klassischen Werken hervorgebracht hat.


    Dieser Meinung kann ich mich voll anschliessen ( 8o und bin sogar verwundert, dass diese Worte sogar von Alfred kommen, aber erfreut !).


    Die Anda/Fricsay - Aufnahme steht allerdings bei mir nicht so hoch im Kurs, wie bei Alfred. Das liegt daran, dass ich diese DG-Doppel-LP zu einer Zeit bekam, als ich für die Bartok-KK noch nicht bereit war.
    :thumbup: Die Pollini/Abbado-Aufnahmen der KK Nr.1 und 2 (DG) und die Ashkenazy/Solti-Aufnahmen (Decca) aller KK; incl der Sonate für 2Klaviere --- das sind meine heutigen Favoriten.


    :!: Zu den Bartok-Klavierkonzerten gehört auch das Konzert für 2 Klaviere, Schlagzeug und Orchester (Orchesterfassung der o.g. Sonate) , dass bei mir den Durchbruch zu Bartok auslöste !

    Gruß aus Bonn, Wolfgang

  • Eine herausragende Aufnahme der Bartok-Konzerte ist neben Anda und Pollini auch V. Ashkenazy mit G. Solti:



    Besonders das klassizistische 3. Konzert mit dem wunderbaren Andante religioso - es gehört zu den ergreifendsten langsamen Sätzen überhaupt - wird hier einfach ideal interpretiert. Auch die beiden "modernen" Konzerte sind natürlich top - sowie das Konzert für Schlagzeug und zwei Klaviere, das V. Ashkenazy mit seinem Sohn Vovka spielt.


    Beste Grüße
    Holger

  • Mein Favorit ist das Konzert für Klavier und Orchester in C-Dur mit Männerchor op. 39 von Ferruccio Busoni. Es entstand 1904 und ist noch stark den 19. Jahrhundert verhaftet. Mit fünf Sätzen und dem unsichtbaren Chor Maßstäbe werden allerding traditionelle Formen gesprengt. Das ist dann schon Suche nach der Zukunft. Die Musik selbst bleibt dahinter etwas zurück. Es ist ein groß dimensioniertes, ausladendes Werk mit einem choralhaften Beginn. Der Klaviersatz ist oft dunkel gehalten, glockenhaft wuchtig und dann wieder wild. Ich höre noch viel Brahms heraus aber auch Tschaikowski. Solche Ähnlichkeiten halte ich aber für ganz normal. Sie kommen aus der Zeit. Die sehr kritische Beurteilung von Joachim Kaiser hat sogar bei Wikipedia Einzug gehalten, was dem Werk nach meiner Auffassung nicht gerecht wird.

    P.S. Da die beiden Klavierkonzerte von Dmitri Schostakowitsch bereits genannt sind, muss ich nichts wiederholen. Da ich mich auf ein Werk konzentrieren wollte, mussten auch die Klavierkonzerte von Sergei Prokofjew "dran glauben". :(


    Gruß Rheingold

    Es grüßt Rheingold (Rüdiger)


    Erda: "Alles, was ist, endet."

  • Ich möchte noch auf einen weiteren Russen mit berühmtem Familiennamen, nämlich Boris Tschaikowsky aufmersam machen. Von seinem Klavierkonzert gibt es mehrere Einspielungen. Ich nenne hier eine russische:



    Die Hörschnipsel bei jpc geben einen nur oberflächlichen, aber in die richtige Richtung gehenden Eindruck.


    LG,
    Portator

  • sowie das Konzert für Schlagzeug und zwei Klaviere, das V. Ashkenazy mit seinem Sohn Vovka spielt.


    Hallo Holger,


    ich berichtete in Beitrag 23 bereits von den herausragenden Ashkaenazy-Aufnahmen der KK. Bei Ashkenazy wird aber nicht das Konzert für 2Klaviere, Schlagzeug und Orchester geboten, sondern die Sonate für 2 Klaviere und Schlagzeug (Fassung ohne Orchester).
    Freilich eine exquisite Aufnahme !


    :!: Wenn man die Konzertfassung hören will, dann ist die Aufnahme mit Robert Fizdale und Artur Gold, Klaviere / New Yorker PH / Leonard Bernstein allererste Wahl ! Die Aufnahme befindet sich auf diesr SONY-Doppel-CD.
    Ich habe auch aus der LP-Zeit die entsprechende CBS-LP dieser Aufnahme. Es ist eine Import - LP aus USA, die ich damal als Student in Köln bei Saturn kaufte. Das waren noch Zeiten mit einer mustergültigen Klassikabteilung. Heute nur noch abgespeckt im CD-Bereich.



    SONY, ADD

    Gruß aus Bonn, Wolfgang

  • Ravels Klavierkonzert in G-dur (1929-1931) wurde bisher nur beiläufig erwähnt, wahrscheinlich weil es sowieso jeder kennt.
    Trotzdem stelle ich es hier in der Interpretation von Benedetti Michelangeli vor. Es ist die CD, mit der ich dieses Konzert kennengelernt habe und somit hat mich diese Einspielung geprägt, eine andere wird es bei mir schwer haben.
    Der ruhige Mittelsatz lädt zum Träumen ein, aber die richtige Wirkung stellt sich natürlich nur ein, wenn man alle drei Sätze hintereinander hört. Denn eröffnet wird das Konzert mit einem Peitschenschlag!

    mfG
    Michael

  • ich berichtete in Beitrag 23 bereits von den herausragenden Ashkaenazy-Aufnahmen der KK. Bei Ashkenazy wird aber nicht das Konzert für 2Klaviere, Schlagzeug und Orchester geboten, sondern die Sonate für 2 Klaviere und Schlagzeug (Fassung ohne Orchester).
    Freilich eine exquisite Aufnahme !


    :!: Wenn man die Konzertfassung hören will, dann ist die Aufnahme mit Robert Fizdale und Artur Gold, Klaviere / New Yorker PH / Leonard Bernstein allererste Wahl ! Die Aufnahme befindet sich auf diesr SONY-Doppel-CD.


    Lieber Wolfgang,


    wenn der Thread sich so hinzieht, verliert man ein wenig die Übersicht! ;) Besten Dank für den Tip, das war mir bislang gar nicht bewußt, daß es diese Orchesterfassung gibt! Da muß ich mir diese Doppel-CD doch besorgen... :hello:


    Schöne Grüße
    Holger


  • Diese Interpretation des wunderbaren Klavierkonzert No 3 von Prokofjew liebe ich besonders. Dies war meine erste CD von Prokofjew und meine erste Begegnung mit Kissin in seiner Sturm- und Drangphase.


    Schönbergs Klavierkonzert von Pollini und Abado ist klasse. Für mich der einzige Schönberg in meiner Sammlung aber ein gerne gespieltes Juwel.


    Herzliche Grüsse
    Eckhard