Cellokonzerte im 20. und 21. Jahrhundert

  • Ob ein solches Thema über Cellokonzerte schon existiert, habe ich erst einmal nachgesehen - offenbar noch nicht.
    :!: Nach den Klavierkonzerten, Violinkonzerten des 20/21.Jhd jetzt der Thread für die Konzerte für Cello und Orchester.




    Heute habe ich das Barber - Cellokonzert (1945) mal wieder aufgelegt (und so auf die Idee für diesen Thread gekommen).
    Ein kurzweiliges Konzert mit den üblichen drei Sätzen, das den Hörer gleich von den ersten Takten an auf Spannung hält.
    1.Allegro moderato
    2.Andante sosteuto
    3.Molto allegro e appassionato


    Virtuoser Cellopart mit orchestralen Effekten voll gespickt - für mich Hörspass pur !
    Meine favorisierte Aufnahme ist die nach Steven Isserliss, Cello / Sait Louis SO / Slatkin (RCA, 1996, DDD) die vorzugweise feuerigere Aufnahme mit
    Wendy Waren, Cello / Royal Scottish National Orchestra / Marin Alsop:


    NAXOS, 2000, DDD


    Auch die Beigaben Medea-Suite (eine der aufregensten Aufnahmen) und das Adagio op.11 sind vorzüglich getroffen. Das Ganze in aktueller Soundqualität - TOP !

    Gruß aus Bonn, Wolfgang

  • John Tavener - The Protecting Veil
    1987 komponierte Tavener auf Vorschlag Isserlis das Werk für Cello und Streicher - The Protecting Veil.


    Es wurde ein Welthit,aber nicht nur deswegen ist es eines meiner Lieblings-Cellokonzerte.

    mfG
    Michael

  • Zwei Cellokonzerte vom Anfang des 20. Jahrhunderts (nach Ende des 1. Weltkriegs) findet man auf dieser SACD.
    Edward Elgar komponierte sein Cellokonzert 1919 und von Frederick Delius (dessen Familie aus Bielefeld stammt) folgte das Cellokonzert 1921.Beide Cellokonzerte werden auf dieser SACD von Jaqueline Du Pré gespielt.

    mfG
    Michael


  • Aus der 2. Hälfte des 20. Jahrhunderts stammen diese beiden Cellokonzerte.
    Henri Dutilleux schrieb sein Cellokonzert 1970,Witold Lutoslawski 1969/1970 also fast zur selben Zeit.
    Das Cello spielt in beiden Konzerten Mstislav Rostropovich.Lutoslawski dirigiert sein Cellokonzert selbst.

    mfG
    Michael

  • Unbedingt zu nennen ist das erste der beiden Cellokonzerte von Schostakowitsch. Ein genialer Meisterwurf!


    Auch das Sinfonische Konzert für Cello und Orchester von Prokofjew, das, wie das genannte von Schostakowitsch, vom Solisten alles bis zum äußersten fordert, muß genannt werden - neben Britten, Elgar ...

    Arrestati, sei bello! - (Verweile, Augenblick, du bist so schön!)


  • Die beiden Cellokonzerte von Dmitri Schostakowitsch stammen aus den Jahren 1959 Cellokonzert Nr. 1 Es-Dur op. 107 und 1966 Cellokonzert Nr. 2 g-Moll op. 126.



    Das Violoncellokonzert e-Moll op. 58 (1933–38) von Sergei Prokofjew wurde in der 1.Hälfte des 20.Jahrhunderts komponiert.

    mfG
    Michael


  • Von der polnischen Komponistin Grazyna Bacewicz stammen die beiden Cellokonzerte auf dieser CD.
    Sie wurden in der Mitte des vorigen Jahrhunderts komponiert.
    Das 1. Cellokonzert entstand 1951 und das 2. Cellokonzert 1963.

    mfG
    Michael

  • Die Schostakowitsch CC Nr.1 und 2 möchte ich unbedingt noch einmal aufgreifen. Denn die "Soft"-Aufnahmen, die Schneewittchen gepostet hat, liegen mir überhaupt nicht.
    Das trift in gleicher Weise auch auf Prokofieff Sinfonia Concertante für cello und Orchester zu. Ich persölich finde Proikofieffs Erstfassung als Konzert für Cello und Orchester viel ansprechender. Die Philips - CD mit Previn/Schiff hatte mich schwer gelangweilt (mich ziemlich verärgert) und die hat sich auch nicht lange in meinem Bestand halten können.


    Für die Schostakowitsch Cellokonzerte empfehle ich die Aufnahmen des Widtmungsträger Mstislav Rostropowitsch. Da kann man zum Einen unter den historisch klingenden Mono-Aufnahmen unter Roshdestwensky wählen (die ich natürlich nicht goutiere) und zu den auch technisch ordentlich (Nr.1) klingenden Stereoaufnahmen mit Ormandy / Philadelphia Orchestra (bei den Aufnahmen des CC1 und Sinf.Nr.1 war Schostakowitsch selber zugegen) bis absolut TOP (Nr.2) klingenden mit Ozawa / Boston SO wählen:


    CC Nr.1

    Neuere Ausgabe in ganz equisitem Remastering


    SONY, 1959, ADD


    CC Nr.2

    Boston SO / Ozawa


    DG, 1975, ADD


    *** Weitere sehr gute Aufnahmen der CC sind Nr.1 = YoYoMa / Philadelphia Orchestra / Ormandy (CBS, 1983); die CD ist mit dem Kabalewsky Cellokonzert 0p.49 (1948 - 49) gekoppelt
    und als russisches Gegenstück mit M.Chomitzer / RSO der UDSSR Moskau / Roshdestwensky (RCA_CD, Melodiya-Aufn 1968, ADD).


    Die neueren Melodiya-Aufnahmen der CC 1 und 2 mit Ivachkin / Moskau SO / Polyansky (Brillant, 1997, DDD) sind nicht übel, überzeugen aber nicht in dem Maße wie Rostropowitschs Aufnahmen.

    Gruß aus Bonn, Wolfgang

  • Prokofieffs Konzert für Cello und Orchester op.58 (1938) und die von Schneewittchen in Beitrag 6 gezeigte Sinfonia Concertante für Cello und Orchester op.125 (1952), ursprünglich als CC Nr.2 bezeichnet, sind zwei ganz verschiedene Werke, wenngleich miteinander verwandte Versionen auf der Basis der selben thematischen Grundsubstanz.


    :thumbup: Mir liegt die kurzweilige Cellokonzert-Version op.58 weit näher, als die Sinfonia Concertante. Vielleicht ist das bei mir auch auf die tötlich langweilige CD-Version mit Schiff/Previn zurückzuführen ...



    Das Khatchaturian Cellokonzert (1946) sprüht vor armenischer Lebensfreude und ist voll gespickt mit fokloristisch ampfunden Themen (die nicht nur übernommen, sondern von Khatchaturian selber komponiert wurden. Das Konzert steht dem berühmten Klavierkonzert und Violinkonzert nicht nach.
    Die sprühende Lieblingsaufnahme ist diesesmal nicht aus Armenien oder Russland, sondern wurde 1972 von Christine Walewsa, Cello / Orchestre National de Monte Carlo / Eliahu Inbal (Philips, 1972, ADD) engespielt.


    Die Philips-CD beider Cellokonzerte von Khatchaturian und Prokofieff in diesen aussergewöhnlich guten Aufnahmen scheint derzeit leider nicht verfügbar zu sein.
    Von daher nehme ich die NAXOS-Aufnahme, bei der das Augenmerk auf die
    Rhapsody für Cello und Orchester (1963) liegt:



    NAXOS, 2007, DDD

    Gruß aus Bonn, Wolfgang

  • Dieses "Cellokonzert" aus dem frühen 20.JHD darf nicht fehlen.
    In der ausdrucksstarken energetischen Aufnahme dürfte es den letzten auch für Klassik sonst nicht so empfänglichen Musikhörer aus der Ecke holen und begeistern.


    Was Rostropowitsch und Bernstein da 1977 hingezaubert haben, lässt alle anderen Aufnahmen von Schelomo verblassen - allererste Wahl:



    EMI, 1977, ADD

    Gruß aus Bonn, Wolfgang

  • Heute möchte ich drei Cellokonzerte vorstellen, bei denen interessant zu beobachten ist, dass je jünger diese sind, auch immer konservativer werden:


    Wolfgang Korngold - Cellokonzert C-Dur op.37 (1950)
    Korngold hat diese Musik für Cello und Orchester zunächst für den Film Deception (nie gehört ?) im Jahrte 1946 geschrieben. Das 6Minütige Konzertstück war in New York sehr beliebt. Er fertigte dann 1950 mit erweitertem Schlagzeugeinsatz daraus das 12Minütige Cellokonzert op.37.
    Die Musik wirkt auf mich trotz der Tonalität recht modern.



    Chandos, 1996, DDD



    Bo Linde - Cellokonzert op.29 (1964)
    Linde, auf den ich wegen seiner fabelhaften Sinfonie Nr.2 und seinem Violinkonzert op.18 gestossen bin, hat auch ein klassisch 3sätziges CC geschrieben, dass sich jedem Hörer schnell entschliesst. Der Einfluss der experimentellen Avantgarde dieser Tage ist nicht spürbar - - - saubere Musik !



    NAXOS; 2004, DDD



    Artur Bliss - Cellokonzert op.120 (1970)
    Das ebenfalls klassisch 3sätzige CC kommt in den ersten beiden Sätzen (nach meinem Empfinden) nicht richtig in die Gänge (etwas langatmiges Cellogeschrumme); aber der 3.Satz Allegreo ist astrein gelungen. Gleich der erste Einsatz mit Pauken wühlt auf.
    Für 1970 würde man sich eine modernere Tonsprache vorstellen - mitnichten ! Wenn mir einer erzählen würde, das Konzert sei in der Epoche von einem Romantiker komponiert, dann würde ich das glauben.



    NAXOS; 1995, DDD

    Gruß aus Bonn, Wolfgang

  • Auch von Paul Hindemith gibt es zweieinhalb Konzerte für Cello:



    Cellokonzert in Es-Dur op.3 (1916)
    Kammermusik Nr.3 op.36/2 (1925)
    Cellokonzert (1940)


    Während das Konzert von 1916 noch deutlich als Frühwerk zu erkennen ist, wirkt die Kammermusik Nr.3 auf mich eher ein wenig experimentell. Das Konzert von 1940 wäre wohl dasjenige, was im Konzertsaal am meisten überzeugen würde; allerdings wird es m.W. auch eher selten gespielt.

    mfG Michael


    Eine Meinungsäußerung ist noch kein Diskurs, eine Behauptung noch kein Argument und ein Argument noch kein Beweis.

  • Tilo Medek (1940-2006) war ein deutscher Komponist, der in der DDR aufwuchs und im Nachklang zur Biermann-Affäre auch aus der "Staatsbürgerschaft der DDR entlassen wurde". Sein 1. Cellokonzert ist von 1978/82. Ein umfangreiches fast dreiviertelstündiges Werk. Die vier Sätze gehen teils ineinander über und tragen programmatische Titel:
    Auftürmung - Gassenhauer - ...und dann und wann ein weißer Elefant - Wie ein Blitz aus heiterem Himmel. Auch wenn Medek an Meisterklassen von Luigi Nono und Karlheinz Stockhausen teilgenommen hat, hört sich seine Musik völlig anders an und hätte bei den Lehrern vermutlich nur Spott hervorgerufen. Eine eigenwillige Melange aus Schostakowitsch/Mahler - Neoklassizismus a la Stravinsky - Kurt Weill und zeitgenössischer Filmmusik ("Der Pate") kennzeichnen IMO dieses Werk. Das Cello ist fast ununterbrochen im Einsatz und trägt eine eingängige "Idee Fixe" mit sich herum. Muss man sicher mehrmals hören, um es richtig einschätzen zu können.

  • Hallo,


    an dieser Stelle möchte ich gerne auf das melodisch sehr schöne Cellokonzert von Ernest Moeran hinweisen. Am Ende des 2. Weltkriegs entstanden, ist es in seiner Schwermütigkeit dem berühmten Elgar'schen Gattungsbeitrag nicht unähnlich. Sein konservativer Stil dürfte Fans neoromantischen Musikschaffens jedenfalls sehr gefallen. Die Einspielung, die wohl den höchsten Grad an Authentizität für sich beanspruchen darf, ist die alte Lyrita-Aufnahme mit Peers Coetmore, mit der Moeran seit 1945 verheiratet war (man sieht die Beiden auch auf dem Cover-Foto). Für den Kauf dieser CD spricht meiner Ansicht nach weiterhin die Kopplung mit der einzigen Cellosonate Moerans, die, wie bereits das Konzert, seiner Frau gewidmet ist.
    Mir liegt eine Chandos-Doppel-CD mit dem einmal mehr hervorragenden Raphael Wallfisch vor, die mich nicht unbedingt nach Alternativen schauen lässt (allenfalls, dass das Konzert an sich so wunderbar ist, könnte ein Antrieb sein, andere Sichtweisen auf das Werk haben zu wollen). Auch bei Naxos wird man bedient.



    Viele Grüße
    Frank

  • Der jüdisch-dänische Komponist Herman D. Koppel (1908-1998) gehört wie Vagn Holmboe zur Generation zwischen Carl Nielsen und Per Norgard. Sein in den 1950er Jahren entstandenes Cellokonzert steht dem Neoklassizismus nahe. Es ist ein klassisch dreisätziges Konzert mit attraktiven memorablen Themen und dankbarsten Beiträgen für das Soloinstrument. Warum dieses Konzert anbetracht der recht überschaubaren Literatur nicht bekannter ist, weiss der Teufel. Es wäre z.B. ein idealer Partner für Blochs Schelomo. Der Widmungsträger spielt unter der Leitung des Nielsen-Spezialisten Ole Schmidt.
    Koppel hat u.a. 10 Symphonien komponiert, die ersten beiden wurden bereits geordert.

  • Das britische Lyrita Label galt zu Vinylzeiten als eines der führenden, wenn es um unbekannte britische Musik und audiophilen Anspruch ging. In den letzten Jahren wurden die meisten der Lyritaaufnahmen auf CD wiederveröffentlicht. Aber anscheinend werden auch neue Aufnahmen produziert, so wie diese, die drei Konzerte enthält, die für den bekannten britischen Cellisten Raphael Wallfisch komponiert wurden. Darunter findet sich das knapp 30-minütige Konzert von Robert Simpson. Bei diesem 1991 komponierten Konzert handelt es sich um sein letztes Orchesterwerk überhaupt, also einen herbstlichen Schwanengesang und so klingt das Stück auch. Verglichen mit seinen Symphonien ist das Variationswerk zurückgenommen und von einer Art heiter-nachdenklichen Melancholie durchzogen. Sehr ansprechend und sicher mehrere Hördurchgänge erfordernd, um es komplett zu erfassen.


    Das erst 2012 entstandene Konzert des inzwischen 89-Jährigen John Joubert ist stimmungsmäßig durchaus ähnlich, aber IMO nicht auf dem Niveau wie das von Simpson. Über das dritte werde ich zu gegebener Zeit berichten.


    Lyrita ist seinem audiophilen Anspruch treu geblieben, ebenso seiner wenig attraktiven Covergestaltung, wobei das hier vergleichsweise ja noch ganz o.k. ist.


  • Der 1993 in Barcelona geborene und jetzt in den USA lebende Leonardo Balada hat sein »Deutsches Konzert« in einem Satz gleich für drei Violoncelli geschrieben. Das Hauptmotiv ist laut Beiheft dem Lied »Die Moorsoldaten« entnommen (ich kenne es nicht). Nach einem eher ›modernen‹ Beginn kommt Baladas Begabung, bekannte Melodien in seine Stücke einzuweben, immer mehr zum Tragen, sodass das Konzert dann auch für eher konservative Musikliebhaber recht abwechslungsreich, angenehm und gut zum Anhören sein dürfte.


  • Die südkoreanische Komponistin Unsuk Chin, geboren 1961, in Berlin lebend und Schülerin von György Ligeti, hat 2013 ein Konzert für Violoncello geschrieben, das dem Cellisten Alban Gerhardt gewidmet ist. In einem hörenswerten Gespräch mit Helge Grünwald erzählt die Komponistin unter anderem etwas über den Entstehungsprozess des Konzerts, die Reihenfolge, in der die Sätze komponiert wurden (den zuletzt komponierten zweiten Satz hat sie nach der Uraufführung verworfen und komplett neu geschrieben), den Unterschied beispielsweise zu einem Klavier- oder Violinkonzert, der sich aus Stimmlage und »Glanz« der Instrumente ergibt, und einiges mehr. Vielleicht lässt sich ja der eine oder die andere durch die sympathische Art, wie Unsuk Chin im Gespräch herüberkommt, zum Anhören ihres Konzerts verführen, auch wenn man vielleicht diese Art der Musiksprache ansonsten nicht unbedingt goutiert. Ich meine jedenfalls, dass es sich lohnt: https://www.digitalconcerthall.com/de/interview/17005-4

  • Vom finnischen Komponisten Joonas Kokkonen (1921–1996) gibt es ein Cellokonzert, das mir in einer Einspielung mit Arto Noras und dem Philharmonischen Orchester Helsinki unter Paul Freeman vorliegt (aus der Reihe »Meet the Composer« des Labels Finlandia). Das Werk ist dreisätzig und hat eine Spielzeit von gut 20 Minuten. Die Satzbezeichnungen lauten


    – Moderato · Allegro
    – Allegretto
    – Adagio · Cadenza · Allegro vivace


    Das Konzert wurde bereits im Kokkonen-Diskussionsfaden hier bei Tamino erwähnt (Joonas Kokkonen (1921 - 1996)) und was ich dort über die 3. Sinfonie geschrieben habe, gilt auch, nach einem erneuten Anhören, für das Violoncellokonzert: es ist »not my cup of tea«. Deshalb hier nur kurz ein paar Informationen aus dem Beiheft: Kokkonen hat das 1969 komponierte Werk seinem Freund und Architekten Alvar Aalto gewidmet. Es war das erste Stück, das Kokkonen in seinem neuen, von Aalto entworfenen neuen Haus, der Villa Kokkonen, komponiert hat. »However, the musical content of the concerto was most influenced by Arto Noras, who provided the inspiration for writing this work.« Es handelt sich zwar um ein technisch anspruchsvolles Stück, aber die Virtuosität sei kein Selbstzweck (»musically well-structured«). Besonders im zweiten und dritten Satz habe Kokkonen »relaxed and good-humoured music« geschrieben.


  • Neben des schon in Beitrag 6 genannten Sinfonie-Konzertes, op. 125 von 1952 beinhaltet diese Doppel-CD auch noch die Urfassung desselbigen als op. 58 aus den 30er Jahren und das Concertino aus dem Todesjahr des Komponisten
    Die Urfassung des Sinfonie-Konzertes unterscheidet sich derart von seiner späteren Fassung, dass es als Cellokonzert Nr. 1 und das Sinfonie-Konzert als Cellokonzert Nr. 2 bezeichnet worden ist .


    John Doe

  • Natürlich darf in diesem Thread auch Daugherty´s aktuelles Cellokonzert von 2015 nicht fehlen.


    Der programmatische Inhalt bezieht sich auf das turbulente Leben, die Abenteuer und Literatur des Autoren Ernest Hemingway.
    Das CC in moderner und voll geniessbarer Tonsprache hat spannende Momente und ist, wie bei Daugherty nihct anders zu erwarten, sehr farbig mit überraschenden orchestralen Effekten durchsetzt. Kurzweilig und dramatische Passagen versprechen den Hörspass. Der Cello-Solist Zuill Bailey gibt eine virtuose Vorstellung ab.


    Das CC dauert knapp 29Minuten und ist in vier Sätze eingeteilt:
    1. Big Two Hearted River
    2. For Whom the Bell Tolls
    3. The Old Man at the Sea
    4. The Sun Also Rises


    Die aktuelle Klangtechnik dieser frischen Naxos-Produktion lässt keine Wünsche offen - und die CD bietet weitere heisse Leckerbissen = wie das Orgelkonzert (2015) und das rhythmische Orchesterwerk American Gothic (2013):


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    NAXOS, 2015, DDD

    Gruß aus Bonn, Wolfgang

  • Ich denke, dass bei den Cellokonzerten des 20. und 21. Jahrhunderts das riesigen Hörspaß bereitende Konzert für Cello und Blasorchester von Friedrich Gulda nicht unerwähnt bleiben sollte:



    Es handelt sich dabei um eine ausgesprochene Gute-Laune-Musik, die zu hören immer wieder Freude bereitet.


    Es ist eine ideenreiche Komposition, die für den Solisten eine große Herausforderung darstellt, die aber Friedrich Kleinhapl mühelos bewältigt.


    Liebe Grüße


    Portator

  • Danke Portator,


    dass Du auf diesen herrlichen Gulda-Geniestreich hinweist.
    Ich hatte mir seinerzeit durch Empfehlung von Michael Schlechtriem die Aufnahme mit Martin Ostring, Cello / SWF SO - Klaus Arp zugelegt, die 1983 in Kaiserslautern aufgezeichnet wurde. Eine CD-Abb (AMATI) steht derzeit nicht mehr zur Verfügung.
    Es gibt bei Tamino einen Thread, wo das Werk schon zur Sprache kam.


    Noch ein Hinweis:
    Das Cello wird bei Aufführungen elektronisch verstärkt, damit es in klanglicher Ausgewogenheit gegen das Blasorchester bestehen kann.


    Gute Laune Musik der ersten Klasse - da hast du 100% Recht!

    Gruß aus Bonn, Wolfgang

  • Im Rahmen des Versuch, die Platzhhalter-Links wiederherzustellen, bzw au unsenen Werbepartner jpc anzupassen (Ein Prokekt von Jahrzehnten) finde ich viel interessantes,

    si duiese Aussage von Teleton aus dem Jahre 2013:

    Die Philips-CD beider Cellokonzerte von Khatchaturian und Prokofieff in diesen aussergewöhnlich guten Aufnahmen scheint derzeit leider nicht verfügbar zu sein.
    Von daher nehme ich die NAXOS-Aufnahme, bei der das Augenmerk auf die
    Rhapsody für Cello und Orchester (1963) liegt:



    NAXOS, 2007, DDD

    Inzwischen gibt es eine Neuaufnahme von cpo (Aufnahmen:2015/16 - veröffentlicht 2019), welche mir (Beurteilung nach Clips - ich besitze die Aufnahme noch nicht) klanglich gelungener erscheint.(?)


    mfg aus Wien

    Alfred

    Interpreten SIND Sklaven !

  • Ich möchte in Anlehnung an die obigen Beiträge von Portator und teleton nochmal auf das Gulda-Konzert hinweisen, das in einer Neuaufnahme mit dem jungen Franzosen Edgar Moreau vorliegt. Kombiniert ist Guldas Cellokonzert von 1970 hier mit einem Werk des 19. Jahrhunderts, das aber seinerseits auch nicht zu oft eingespielt wurde und wird: dem "Concerto militaire" von Offenbach.

    Das Gulda-Konzert lernte ich überhaupt erst durch diese Aufnahme kennen und ich möchte es nachdrücklich empfehlen.Nach meiner anfänglichen Skepsis (wie so oft bei neuerer Musik), löste sich diese aber bald in Luft auf. Das Werk ist eingängig, von großem Hang zur Melodik geprägt und es weist zahlreiche "schöne Stellen" auf.



    Grüße

    Garaguly

  • Khatchaturian und Prokofieff: Cellokonzerte

    Zitat von Alfred

    Inzwischen gibt es eine Neuaufnahme von cpo (Aufnahmen:2015/16 - veröffentlicht 2019), welche mir (Beurteilung nach Clips - ich besitze die Aufnahme noch nicht) klanglich gelungener erscheint.(?)


    Die bisher besprochenen Aufbnahmen auf NAXOS von 2007 und die mit Walewka/Inbal (Philips) sind klanglich alle auf einem so hohen Niveau, dass eine in Neuaufnahme in Bezug auf Klnag kaum Verbesserungen und Vorteile bringen dürfte.

    Auf jeden Fall ist die Interpretationen, besonders bei Walewka/Inbal (Philips) so ausgezeichnet, dass ich nie nach einer weiteren Aufnahmen Auisschau gehalten habe.


    Was das Prokofieff - Cellokonzert angeheht, das auf der Philis-CD mit Khatchaturian gekoppelt ist, gilt das Gleiche.

    Vorteil dieser Aufnahme ist sogar, das hier die dreisätzige originale Cellokonzertfassung geboten wird und nicht die mir viel zu langatmige und viel zu in die Länge aufgebohrte Sinfonia Concertante für Cello und Orchester, die aus dem gleichen Themenmaterial besteht !



    71RylB1d79L._SL300_.jpg

    NAXOS, 2007, DDD


    Leider kann ich diese wunderbare Philips-CD nicht mehr finden ... solche Schätze sind - nicht mehr verfügbar -


    :( Ich stelle ohenhin fest, das die Auswahl und das Auffnden von CD-Aufnahmen immer spärlicher wird.

    ;) Gut das wir Taminos so gut eingedeckt sind !

    Gruß aus Bonn, Wolfgang

  • Leider kann ich diese wunderbare Philips-CD nicht mehr finden ... solche Schätze sind - nicht mehr verfügbar -

    Gebraucht noch mit etwas Glück: Barcode "028943416627" beim Anbieter, der nicht mehr genannt werden darf.


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    Aufnahme: Monaco, 10/1972

    »Finis coronat opus.« (Das Ende krönt das Werk.) – Ovid