Carl Maria von Weber - Flaggschiff der deutschen Romantik oder Nischenrepertoire?

  • Hallo,

    Ich habe mir die sehr gute Einspielung von Oppitz/ Sir Collin Davis nach einem "Reinhören" auf WDR 3 gekauft.

    Alleine der räumliche Klang ist schon ein Genuss.

    Dazu noch dieses präzise, voluminöse Klavierspiel von Oppitz...

    Eine lohnenswerte Aufnahme!

    Den Komponisten irgendwo einzuordnen liegt mir fern. Ob Nische oder Mainstream, egal.

    Die Aufnahme muss mich begeistern.


  • Eine Biographie von Carl Maria von Weber, die mich von der ersten Seite an packt, habe ich zu lesen begonnen. Sehr gut geschrieben und außerordentlich kleinteilig. Keine der vielen Stationen im Leben des Komponisten ist ausgelassen. Die Werke werden an der Stelle ihres Entstehens einer auch für Nicht-Musikwissenschaftler verständlichen genauen Analyse unterzogen. Ich bin sehr gespannt, wie es weitergeht. Bei jpc gewinnt man den Eindruck, dass der Autor Christoph Schwandt noch lebe. Er ist aber bereits 2015 verstorben.


    Es grüßt Rheingold1876


    "Was mir vorschwebte, waren Schallplatten, an deren hohem Standard öffentliche Aufführungen und zukünftige Künstler gemessen würden." Walter Legge (1906-1979), britischer Musikproduzent

  • Diskographie der Kompositionen Carl Maria von Webers


    Wärmstens empfehlen kann ich eine Diskographie der Werke Webers von Frank Ziegler. In dieser Ausführlichkeit und Genauigkeit ist sie beispiellos und unerreicht. Sie wird ständig vervollkommnet. Ihr ist eine große Verbreitung zu wünschen. Diese Zusammenstellung mag auch helfen bei der Beantwortung der Frage, inwieweit die Werke Webers außerhalb des Opernschaffens auf dem Tonträgermarkt Verbreitung und Beachtung fanden.

    Es grüßt Rheingold1876


    "Was mir vorschwebte, waren Schallplatten, an deren hohem Standard öffentliche Aufführungen und zukünftige Künstler gemessen würden." Walter Legge (1906-1979), britischer Musikproduzent


  • Ich bin mir nicht sicher, ob ein Enthusiast, wie ihn Liebestraum sich wünscht, der Richtige ist für eine Biographie. Etwas sachlicher Abstand kann nicht schaden, um einem Menschen und Künstler näher zu kommen. Selbst bin ich fast durch mit dem Buch, habe mir Anstreichungen gemacht und durchaus viele neue Erkenntnisse gewonnen. Die kritisierte Punkte empfand ich positiver. Vieles geht allerdings in der Fülle der Fakten etwas unter. Denn es wird nichts ausgelassen. Sogar ein gemeinsamer Besuch mit Meyerbeer (damals noch Meyer Beer) bei einer Hure wird vermerkt, bei dem es aber nicht bis zum Äußersten kam, weil beide jungen Männer Angst vor Ansteckungen mit der französischen Krankheit hatten. Man begnügte sich deshalb nach Webers brieflicher Aussage mit gewissen Fingerspielen. Ich erwähnte dieses Detail, weil es Weber als sehr menschlich und sympathisch ins Licht setzt. Es wird sachlich berichtet wie ein gemeinsames Mittagessen - und nicht etwa gewertet. Die Faktelage ist so, dass gefühlt jeder Tag in seinem kurzen Leben zu rekonstruieren ist. Und da der Autor chronologisch vergeht, zerfransen manche Werkgeschichten etwas. Das ist auch beim "Freischütz" so. Sein halbes Leben verbracht Weber in Postkutschen. Er war ständig unterwegs. Und es scheint, dass ihm auch Zeit zum Komponieren fehlte.

    Es grüßt Rheingold1876


    "Was mir vorschwebte, waren Schallplatten, an deren hohem Standard öffentliche Aufführungen und zukünftige Künstler gemessen würden." Walter Legge (1906-1979), britischer Musikproduzent

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  • Danke für die Kurzrezension, lieber Rüdiger. Sie macht neugierig.


    Beste Grüße


    Christian

    "...zerging’ in Dunst / das Heil’ge Röm’sche Reich, / uns bliebe gleich / die heil’ge deutsche Kunst!" (Die Meistersinger von Nürnberg)

  • Da muss ich mich hasiewicz anschließen.


    Deine Beschreibung, lieber Rheingold1876 macht unbedingt Lust auf mehr.


    Das Buch wandert bei mir umgehend in den Warenkorb.


    Besten Dank


    Grüße

    Apollon