Carl Maria von Weber - Flaggschiff der deutschen Romantik oder Nischenrepertoire?

Alfred_Schmidt · 74 Beiträge · letzte Antwort von Ulli

74 Beiträge
  • Hallo,

    Ich habe mir die sehr gute Einspielung von Oppitz/ Sir Collin Davis nach einem "Reinhören" auf WDR 3 gekauft.

    Alleine der räumliche Klang ist schon ein Genuss.

    Dazu noch dieses präzise, voluminöse Klavierspiel von Oppitz...

    Eine lohnenswerte Aufnahme!

    Den Komponisten irgendwo einzuordnen liegt mir fern. Ob Nische oder Mainstream, egal.

    Die Aufnahme muss mich begeistern.


  • Eine Biographie von Carl Maria von Weber, die mich von der ersten Seite an packt, habe ich zu lesen begonnen. Sehr gut geschrieben und außerordentlich kleinteilig. Keine der vielen Stationen im Leben des Komponisten ist ausgelassen. Die Werke werden an der Stelle ihres Entstehens einer auch für Nicht-Musikwissenschaftler verständlichen genauen Analyse unterzogen. Ich bin sehr gespannt, wie es weitergeht. Bei jpc gewinnt man den Eindruck, dass der Autor Christoph Schwandt noch lebe. Er ist aber bereits 2015 verstorben.


    Es grüßt Rüdiger als Rheingold1876


    "Was mir vorschwebte, waren Schallplatten, an deren hohem Standard öffentliche Aufführungen und zukünftige Künstler gemessen würden." Walter Legge (1906-1979), britischer Musikproduzent

  • Diskographie der Kompositionen Carl Maria von Webers


    Wärmstens empfehlen kann ich eine Diskographie der Werke Webers von Frank Ziegler. In dieser Ausführlichkeit und Genauigkeit ist sie beispiellos und unerreicht. Sie wird ständig vervollkommnet. Ihr ist eine große Verbreitung zu wünschen. Diese Zusammenstellung mag auch helfen bei der Beantwortung der Frage, inwieweit die Werke Webers außerhalb des Opernschaffens auf dem Tonträgermarkt Verbreitung und Beachtung fanden.

    Es grüßt Rüdiger als Rheingold1876


    "Was mir vorschwebte, waren Schallplatten, an deren hohem Standard öffentliche Aufführungen und zukünftige Künstler gemessen würden." Walter Legge (1906-1979), britischer Musikproduzent


  • Ich bin mir nicht sicher, ob ein Enthusiast, wie ihn Liebestraum sich wünscht, der Richtige ist für eine Biographie. Etwas sachlicher Abstand kann nicht schaden, um einem Menschen und Künstler näher zu kommen. Selbst bin ich fast durch mit dem Buch, habe mir Anstreichungen gemacht und durchaus viele neue Erkenntnisse gewonnen. Die kritisierte Punkte empfand ich positiver. Vieles geht allerdings in der Fülle der Fakten etwas unter. Denn es wird nichts ausgelassen. Sogar ein gemeinsamer Besuch mit Meyerbeer (damals noch Meyer Beer) bei einer Hure wird vermerkt, bei dem es aber nicht bis zum Äußersten kam, weil beide jungen Männer Angst vor Ansteckungen mit der französischen Krankheit hatten. Man begnügte sich deshalb nach Webers brieflicher Aussage mit gewissen Fingerspielen. Ich erwähnte dieses Detail, weil es Weber als sehr menschlich und sympathisch ins Licht setzt. Es wird sachlich berichtet wie ein gemeinsames Mittagessen - und nicht etwa gewertet. Die Faktelage ist so, dass gefühlt jeder Tag in seinem kurzen Leben zu rekonstruieren ist. Und da der Autor chronologisch vergeht, zerfransen manche Werkgeschichten etwas. Das ist auch beim "Freischütz" so. Sein halbes Leben verbracht Weber in Postkutschen. Er war ständig unterwegs. Und es scheint, dass ihm auch Zeit zum Komponieren fehlte.

    Es grüßt Rüdiger als Rheingold1876


    "Was mir vorschwebte, waren Schallplatten, an deren hohem Standard öffentliche Aufführungen und zukünftige Künstler gemessen würden." Walter Legge (1906-1979), britischer Musikproduzent

    2 Mal editiert, zuletzt von Rheingold1876 ()

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  • Danke für die Kurzrezension, lieber Rüdiger. Sie macht neugierig.


    Beste Grüße


    Christian

    "...man darf also gespannt sein, ob eines Tages das Selbstmordattentat eines fanatischen Bruckner-Hörers seinem Wirken ein Ende setzen wird."



  • Da muss ich mich hasiewicz anschließen.


    Deine Beschreibung, lieber Rheingold1876 macht unbedingt Lust auf mehr.


    Das Buch wandert bei mir umgehend in den Warenkorb.


    Besten Dank


    Grüße

    Apollon

  • Die verlangte Virtuosität der beiden Klarinettenkonzerte Carl Maria von Webers (1786-1826) fordert jeden Instrumentalisten. Und zwar auf allen Ebenen, spieltechnisch in der manuellen Bewältigung des Notentextes, interpretatorisch, wenn man bei allen hohen Anforderungen musikalisch etwas aussagen möchte.


    Carl Maria von Weber schrieb die Konzerte für Heinrich Baermann, der ein Tausendsassa seines Instrumentes gewesen sein muss, der jede der Herausforderungen bewältigen konnte.


    Eric Hoeprich spielt auf einem Nachbau der Klarinette Baermanns. Ich hätte mir bei 54 Minuten 25 s mehr Werke von Carl Maria von Weber gewünscht. Eine Bereicherung ist das B-Dur Klarinettenkonzert des polnischen Zeitgenossen Karol Kurpinski (1785-1857).



  • Sämtliche Werke für Klarinette und Orchester von Carl Maria von Weber sind auf diesem Doppelalbum mit dem Klarinettisten Sebastian Manz enthalten.


    Klarinettenkonzerte Nr. 1 & 2

    Concertino Es-Dur op. 26 für Klarinette & Orchester

    Grand Duo concertant Es-Dur op. 48

    Silvana-Variationen B-Dur op. 33


    Sebastian Manz, Martin Klett, Casal Quartett, Radio-Sinfonieorchester Stuttgart des SWR, Antonio Mendez



  • Die Ouvertüren zu Carl Maria von Webers Bühnenwerken sind effektvoll komponiert. Ich hatte eine LP mit einer Zusammenstellung dieser Orchesterwerke mit den Berliner Philharmonikern und Herbert von Karajan, die ich gerne gehört hatte.



    Das Label cpo hat mit dem WDR Sinfonieorchester Köln und Howard Griffiths eine Scheibe mit den Ouvertüren veröffentlicht.


    Der Beherrscher der Geister

    Peter Schmoll

    Abu Hassan

    Oberon

    Preciosa

    Der Freischütz

    Silvana

    Euryanthe

    Turandot

    Jubelouvertüre


    Ich habe beim Werbepartner zugeschlagen, um die Lücke im Repertoire meiner Carl-Maria-von-Weber-Aufnahmen zu schliessen.



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  • So eigenartig diese Frage klingt - so berechtigt ist sie.

    So - bevor wir nun endgültig starten sollten wir uns ernstlich mit der Titelfrage beschäftigen....

    Um es kurz zu machen: der Freischütz ist das Schlachtroß, der Rest Nischenrepertoire. Neben dem Freischütz als Gesamtwerk sind vielleicht noch die Ouvertüren zu Euryanthe und Oberon bekannt, da häufiger im Programm, daneben vielleicht noch die Aufforderung zum Tanz op. 65 (wobei die schon eher für Insider ist). Das war's m. E. - ob das so „richtig“ und angemessen ist, ist eine andere Frage.

    „Heute ist Tag des Deutschen Butterbrots.“
    „Kannst Du das auch belegen?“

  • Eric Hoeprich spielt auf einem Nachbau der Klarinette Baermanns. Ich hätte mir bei 54 Minuten 25 s mehr Werke von Carl Maria von Weber gewünscht. Eine Bereicherung ist das B-Dur Klarinettenkonzert des polnischen Zeitgenossen Karol Kurpinski (1785-1857).

    Das 2. Konzert ist auch hier enthalten:




    Lorenzo Coppola, Clarinette


    {oh!} Orkiestra

    Martyna Pastuszka

    „Heute ist Tag des Deutschen Butterbrots.“
    „Kannst Du das auch belegen?“

  • Hallo,

    im nächsten Jahr ist Webers 200. Todestag, mal sehen, ob und was sich die Theatermacher:innen dazu einfallen lassen.

    Schöne Grüße

    wega

  • was sich die Theatermacher:innen dazu einfallen lassen.

    Ich hätte da Ideen ...


    Euryanthe und Oberon mit HIP-Orchester, passablen Stimmen und erträglichem Bühnenbild ...

    „Heute ist Tag des Deutschen Butterbrots.“
    „Kannst Du das auch belegen?“

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