Vera Schwarz (1888 - 1964)

  • Heute vor 125 Jahren geboren:


    Vera Schwarz (* 10. Juli 1888 in Agram (Zagreb), Kroatien; † 4. Dezember 1964 in Wien) war eine österreichische Opernsängerin (Sopran).
    Die Tochter des Erfinders David Schwarz studierte in Wien und begann zunächst als Operettensängerin. 1914 kam sie an die Hamburger Oper und übernahm dort die Partien Lotte Lehmanns. 1921 stellte sie sich als Tosca an der Wiener Staatsoper vor und konnte in der Folge, während Jeritzas Abwesenheit, deren Rollen übernehmen: Elvira in Ernani, Sieglinde, Leonora im Trovatore, Ariadne, Ägyptische Helena, Marietta in Korngolds Toter Stadt und Heliane in seinem Wunder der Heliane, Salome, Minnie. Trat dann erneut in Operetten auf, häufig mit Richard Tauber in Werken Lehárs.
    1933 musste Schwarz aufgrund ihrer jüdischen Abstammung Nazi-Deutschland verlassen und nach Wien zurückkehren, wo sie dann wieder an der Wiener Staatsoper tätig war. Gastauftritte hatte sie in Budapest und Belgrad. 1935 wirkte sie an der Staatsoper in Wien in der Uraufführung der Oper Die Dame im Traum von Salmhofer mit. In einer ihrer letzten Vorstellung sang sie hier in der Erstaufführung von Das Land des Lächelns an der Wiener Staatsoper am 30. Jänner 1938, natürlich wieder mit Tauber.
    Nach dem Anschluss Österreichs musste sie dann auch aus Österreich fliehen. Sie emigrierte zuerst nach England, wo sie im selben Jahr bei den Festspielen von Glyndebourne als Lady Macbeth in Macbeth auftrat.
    Seit 1939 lebte sie in Nordamerika, wo sie noch an der Oper von Chicago und der San Francisco Opera, wie auch bei Opernaufführungen in Hollywood auftrat, aber überwiegend nur mehr als Konzertsängerin tätig war.


    1948 kehrte Schwarz nach Wien zurück und konzentrierte sich vorwiegend auf ihrer Lehrtätigkeit, sie gab Meisterklassen in Wien und am Salzburger Mozarteum.


    LG

    Harald


    Freundschaft schließt man nicht, einen Freund erkennt man.
    (Vinícius de Moraes)

  • Vera Schwarz kenne ich leider nicht als Opernsängerin. Nur ihre Lieder und Duette mit Richard Tauber auf meinen Schellacks sind mir bekannt.

    W.S.

  • Vera Schwarz, österr. Sopran. Geb. 10.7.1888 in Agram, gest. 4.12.1964 in Wien. Studierte in Wien und begann, da sie anfangs eine sehr kleine Stimme hatte, zunächst als Operettensängerin. 1914 kam sie an die Hamburger Oper und übernahm dort die Partien Lotte Lehmanns. 1921 stellte sie sich als Tosca an der Wiener Staatsoper vor und konnte in der Folge, während Jeritzas Abwesenheit, deren Rollen übernehmen: Elvira in Ernani, Sieglinde, Leonore im Troubadour, Ariadne, Agyptische Helena, Marietta in Korngolds Toter Stadt und Heliane in seinem Wunder der Heliane, Salome und Minnie. Trat dann erneut in Operetten auf, häufig mit Tauber in Werken Lehars. Nach ihrer Emigration sang sie Lady Macbeth in Glyndebourne, trat auch in Chicago und San Franzisco auf.


    Ich besitze von Vera Schwarz einige Aufnahmen auf Schellack und Vinyl. hier eine meiner besten Aufnahmen mit ihr und Richard Tauber:


    W.S.

  • Ich schätze Vera Schwarz sehr. Eine ungemein feine und charmante Sängerin in Operette, sie hat aber auch das Format für die Opernbühne gehabt. Keine große Stimme, aber sehr sicher und gut geführt.


    Bei Sieglinde und Macbeth frage ich mich allerdings, ob sie da nicht an ihre Grenzen gestoßen ist. Allerdings war das offenbar damals in kleinen Häusern und mit einem Dirigenten wie Fritz Busch (Glyndebourne / Macbeth) noch machbar ohne stimmlich allzu schwere Verluste.

  • Heute vor genau 50 Jahren ist Vera Schwarz in Wien gestorben.



    Vorhin habe ich mir die von Wolfgang eingestellte Schallplatte mit Szenen aus Operetten (Partner: Richard Tauber) angehört. Traumhaft schön!

    "Menschen, die nichts im Leben empfunden haben, können nicht singen."
    Enrico Caruso


    "Non datemi consigli che so sbagliare da solo".
    ("Gebt mir keine Ratschläge, Fehler kann ich auch allein machen".)
    Giuseppe di Stefano

  • Eine Sängerin die schon in entfernter Vergangenheit und für viele nur noch ein Name ist, für manche vielleicht nicht einmal mehr das, rückt plötzlich wieder ganz nahe heran, wenn man ihre Sprechstimme zu hören bekommt und diese selbst aus ihrem Leben erzählt.


    So geschieht das gerade mit der Sopranistin Vera Schwarz, deren große Karriere vorwiegend in die Zwischenkriegszeit fällt. Plötzlich begegnen wir der 1964 verstorbenen Vera Schwarz in Audio-Interviews wieder und in welchen wir eine Künstlerin hören, die vor Selbstbewusstsein nur so strotzt und auch amüsant und aus dem Nähkästchen plaudernd von ihrem Karrierebeginn über die Stationen Graz, Hamburg, Berlin und Wien (Video 1) und von ihrer Emigration in die Vereinigten Staaten (Video 2) erzählt.


    Man könnte ihr noch viel länger beim Erzählen zuhören ...



  • Die Erwähnung von Vera Schwarz hat bei mir spontan Erinnerungen an meinen 1982 verstorbenen Vater geweckt, der mir oft von gemeinsamen Auftritten von Vera Schwarz mit Richard Tauber in Köln erzählt hat. So meine ich mich zu erinnern, daß er die Erstaufführung von Puccinis TURANDOT 1926 in Köln mit diesen beiden legendären Künstlern gesehen hat. Allerdings ist mir nicht erinnerlich, welche Rolle Vera Schwarz gesungen hat, die Titelpartie oder die Liù. Es kann sich ja nur um ein Gastspiel gehandelt haben, denn weder Schwarz noch Tauber war jemals in Köln fest engagiert. Weiß vielleicht irgend jemand etwas zu berichten? Schriftliche Aufzeichnungen gibt es wohl nicht darüber.


    LG Nemorino

    Die Welt ist ein ungeheurer Friedhof gestorbener Träume (Robert Schumann).

  • Das weiter oben nur als Cover vorgestellte Album mit Aufnahmen von Richard Tauber & Vera Schwarz kann hier gehört werden:


    Es grüßt Rüdiger als Rheingold1876


    "Was mir vorschwebte, waren Schallplatten, an deren hohem Standard öffentliche Aufführungen und zukünftige Künstler gemessen würden." Walter Legge (1906-1979), britischer Musikproduzent