Komische Oper Berlin wieder zum Opernhaus des Jahres gewählt (!!??!!)

  • Es gibt eben funktionierende Netzwerke, welche Öffentlichkeitsarbeit betreiben.
    Und es gibt den Untergrund.
    Solch ein Ergebnis mag die Drahtzieher freuen, die meisten davon werden aber sowieso wissen, wie es WIRKLICH hinter den Kulissen aussieht. "Arbeit mit Kindern" - das klingt sehr freundlich und zukunftsorientiert - ich sehe darin (subjektiv) Propaganda, weil Kinder ja leicht formbar sind. Dann gibt es noch den kommerziellen Aspekt - Kinderveranstaltungen sind unrentabel.


    Der "Untergrund" - im speziellen Fall diejenigen die Regieteheater ablehnen, wird durch Aussagen wie "Opernhaus des Jahres" auch keine müde Mark (oh pardon derzeit haben wir ja leider noch den Euro) zu entlocken sein. Und wer auf Grund solcher Artikel EINMAlL in die Oper geht und dann sieht "was dort gespielt wird", hat anschliessend bereits ein Stück Lebenserfahrung mehr - und wird sie sicher gern im Bekanntenkreis (Untergrund- Netz) oder im Internet kundtun. Ersteres ist übrigens gefährlicher, weil in seiner Wirkung nicht wirklich einschätzbar.


    Insider - egal auf welcher Seite sie stehen - wissen ohnedies Bescheid
    Und der Mehrheit der Bevölkerung ist ohnedies egal, wer das "Opernhaus des Jahres" ist.....


    Ich bin der "Jury" jedenfalls dankbar für diese Wahl - so bleibt eines der Tamino-Kernthemen am Köcheln....


    mit freundlichen Grüßen aus Wien
    Alfred

  • Was erwartest du denn, lieber Figarooo? Ich muss schon sehr schmunzeln, dass man so etwas überhaupt als "Wahl" bezeichnet. Wahrscheinlich, um dieser Schmierenkomödie einen scheindemokratischen Anstrich zu geben.



    Insider - egal auf welcher Seite sie stehen - wissen ohnedies Bescheid.
    Und der Mehrheit der Bevölkerung ist ohnedies egal wer das "Opernhaus des Jahres" ist.....


    Genauso ist es.

    "Tatsachen sind die wilden Bestien im intellektuellen Gelände." (Oliver Wendell Holmes, 1809-94)

  • Was erwartest du denn, lieber Figarooo? Ich muss schon sehr schmunzeln, dass man so etwas überhaupt als "Wahl" bezeichnet. Wahrscheinlich, um dieser Schmierenkomödie einen scheindemokratischen Anstrich zu geben.


    Ja! Und jetzt kommt die Stimme des Volkes!


    Dumm nur, das keiner von denen, die ihre Stimme erheben auch nur eine der Produktionen des Hauses beurteilen kann.
    Oder irre ich! War jemand von ihnen im Haus an der Behrenstraße?


    Aber muss man ja nicht sehen und hören was da angerichtet wird!
    Das gesunde Volksempfinden weiss ja sowieso:
    Pervers ist es! Nur pervers!
    Und ekelhaft!


    Das ist - mit Verlaub - Schmierentheater! - Das, was jetzt hier aufgeführt wird!!



    Ich fasse es nicht...


    Carsuo41

  • Also pervers ist die Komische Oper sicher nicht und es hat - wie an anderer Stelle von Caruso41 richtig bemerkt wurde - hier niemand eine Aufführung an der KOB gesehen.
    Ich nehme dies mal zum Anlaß, um mich hier aus dem Tamino-Forum zu verabschieden.
    Auf Wiedersehen!


    :stumm::no::hello:

  • Zitat von Wikipedia

    Die Wirkung dieser Impulse will heute die Komische Oper Berlin aufzeigen, indem sie die ganze Breite des Spektrums zeitgenössischer Regiehandschriften präsentiert. So konnten Regisseure wie Calixto Bieito, Peter Konwitschny, Barrie Kosky und Hans Neuenfels langfristig für das Haus gewonnen werden.

    Zitat

    Ja! Und jetzt kommt die Stimme des Volkes!

    Das zitierte "Volk" (das immerhin für derlei zur Kasse gebeten (nein - gezwungen) wird - wird vermutlich mit dieser Aussage wenig bis nichts anfangen können - und hat auch sicher kein Interesse daran. Der informierte konservative Ex-Operngeher (der es in Zukunft wieder werden will) wird indes diesen WIKIPEDIA -Eintrag als Warnung sehen.



    Zitat

    Dumm nur, das keiner von denen, die ihre Stimme erheben auch nur eine der Produktionen des Hauses beurteilen kann.
    Oder irre ich! War jemand von ihnen im Haus an der Behrenstraße?

    Warum sollte man Geld in einem Opernhaus lassen, dessen große Linie ja sowieso allen bekannt ist, dessen Ausstattungen der Inszenierungen man im Internet sehen kann, dessen führende Regisseure für ihren jeweiligen Stil bekannt sind. Daher werde ich das diskriminierende Wort "pervers" aus dem Titel streichen - es ist nicht notwendig. Wenn nun aber eine Lobby - ich vermeide bewusst ein härteres Wort - ihre Netzwerke dazu einsetzt das Haus in den Focus zu bringen und zu bejubeln - dann ist es nur zu verständlich daß auch Widerspruch stattfindet. Den aber fürchtet diese Gruppe wie der Teufel das Weihwasser - wohl wissend, daß in Zeiten einer gesellschaftlichen Neuorientierung ihr Imperium auf tönernen Beinen steht....


    Ich möchte nicht schließen ohne etwas Positives zu sagen: Die komische Oper Berlin bietet auch Sehenswertes:
    Nämlich den historischen Zuschauerraum!! :hahahaha:


    Mit freundlichen Grüßen aus Wien
    Alfred

  • Über manche Witze kann man lachen. Über den mit der Komischen Oper sollte man weinen.


    Aber warum will der geschätzte Mucaxel uns verlassen? Weil wir anderer Meinung sind als er?


    La Roche

    Musik ist eine heilige Kunst - Hugo von Hofmannsthal. Aussage des Komponisten aus der Oper "Ariadne auf Naxos" mit der Musik von Richard Strauss.


  • aaaaaand the winner iiiiiis: STRANO SOGNATOR!

    Das ist sie tatsächlich.
    Schön ein solch kompetentes Mitglied, neben vielen anderen, unter uns zu wissen.


    Zum eigentlichen Thema: Wer sich an solcher Bezeichnung wie "Perverser Oper" stört, der sollte sich die Bilder im Btr. 13 anschauen. Da kann man sich jeglichen Kommentar sparen, die Bilder sprechen für sich. Da muß man auch nicht direkt in einer solchen Vorstellung gewesen sein, um sich seine Meinung über dieses Haus zu bilden.
    CHRISSY

  • Ich konnte bis jetzt nur das oberste Bild lokalisieren: Freischütz.


    Ganz deutlich zu sehen an den Kostümen: Er spielt kurz nach dem dreißigjährigen Krieg (1618-48), was im Text auch erwähnt wird....


    Den Rest weiss ich nicht - und ich bin auch gar nicht scharf darauf es zu wissen.....


    mfg
    Alfred

  • Also pervers ist die Komische Oper sicher nicht und es hat wie an anderer Stelle von Caruso 41richtig bemerkt hat hier niemand eine Aufführung an der KOB gesehen.
    Ich nehme dies mal zum Anlaß um mich hier aus dem Tamino Forum zu verabschieden.
    Auf Wiedersehen!


    Ja, lieber Mucaxel, das finde ich jetzt doch bedauerlich, dass Du Dich entschlossen hast, dem Forum den Rücken zu kehren.
    Immerhin: Du sagst "Auf Wiedersehen".
    Vielleicht ist Dir ja die Hoffnung doch nicht ganz verloren gegangen, dass in dem Forum vernünftig argumentiert wird!


    Aber ist die berechtigt?
    Man könnte Zweifel daran haben!
    Was macht es für einen Sinn, gegen eine Entscheidung von Kritikern zu argumentieren, indem man Bilder ins Netz stellt, die teilweise gar nicht aus Inszenierungen stammen, die im Haus an der Behrenstrasse in der zur Diskussion stehenden Spielzeit gezeigt wurden. Andererseits werden keine Bilder aus genau den Produktionen herangezogen, deren Qualität die Kritiker bewogen haben, ihr Urteil zu Gunsten der Komischen Oper zu fällen.


    Alfred Schmidt hat auf Grund meines Hinweises, dass im Titel ein Wort benutzt wird, das "Aus dem Wörterbuch des Unmenschen" stammt, dies Wort flugs ersetzt!
    Aber: „Es ist die Funktion der Sprache, daß sie verrät; aber es ist ihr fast übernatürliches Geheimnis, daß sie sich selbst, das heißt ihre Sprecher, verrät“ (Gerhard Storz).
    Und das tut sie denn auch noch, selbst wenn im Titel des Threads das ausgezeichnete Opernhaus nicht mehr als "pervers" diskreditiert ist!


    Dafür machst Du Dir, lieber Alfred Schmidt, ganz unnötige Sorgen!


    Du fragst: "Warum sollte man Geld in einem Opernhaus lassen, dessen große Linie ja sowieso allen bekannt ist, dessen Ausstattungen der Inszenierungen man im Internet sehen kann, dessen führende Regisseure für ihren jeweiligen Stil bekannt sind."
    Versuch doch mal, Karten zu bekommen für die ZAUBERFLÖTE, oder für MAZEPPA oder für BALL IM SAVOY! Leicht ist das nicht! Die Opernfreunde müssen nämlich gar nicht gezwungen werden. Sie kommen freiwillig, weil sie interessiert, was man im Haus an der Behrenstrasse hören und sehen kann - selbst wenn einem darüber vielleicht manchmal das Hören und Sehen vergeht!


    Ich habe hier oft genug gesagt, dass ich die Frontstellungen im Forum absurd finde, wenn es um Operninszenierungen geht.
    Mir haben viele - ich sag mal - traditionelle Produktionen gefallen, andere fand ich stinklangweilig!
    Und mich haben viele - ich sag mal - moderne Deutungen irritiert oder geärgert. Andere haben mir neue Einsichten und Erfahrungen ermöglicht.
    Deshalb werde ich hier nicht pauschal und grundsätzlich Partei ergreifen.


    Aber: Partei ergreife ich für eine Diskussion, in der vernünftig argumentiert wird.
    Wenn uns die nicht mehr gelingt, müssen wir uns nicht wundern, wenn Mitglieder aus dem Forum weglaufen! Einige haben es schon getan, Jetzt ist Mucaxel gefolgt! Gibt das nicht zu denken?




    Caruso41

  • Alle Bilder sind aus Inszenierungen dieses Hauses! Karten für Aufführungen dieser Hauses möchte ich nicht mal geschenkt. Ich finde es seltsam, wie man beschimpft wird, wenn man es wagt gegen den Regietheaterstrom zu schwimmen und wie Tatsachen zum Teil verdreht werden. Wie ich woanders bereits geschrieben habe: Argumente hat das Regietheater überhaupt keine verdient - diese Ehre und diesen Gefallen werde ich dieser Mafia sicherlich nicht geben..... Mit Oper hat das nichts zu tun, was an diesem Haus geboten wird ist schlicht und einfach widerwärtig.

  • Lieber Caruso,


    Du erwähnst die Vorstellungen, bei welchen es schwierig sei, Karten zu bekommen.
    Liege ich denn falsch, dass zumindest bis vor kurzem die Komische Oper eine ganz lausige Auslastung hatte und hat sich dies in der Zwischenzeit entscheidend geändert? Kannst Du vielleicht die Zahlen der letzten Spielzeit einstellen?


    Halt, habe soeben die Zahlen selber gefunden:
    2012 war die Auslastung 66 Prozent, 2013 hofft man auf 75 zu kommen. An jedem anderen Haus müsste hier der Intendant den Hut nehmen, aber in Berlin scheint es ja reichlich überflüssige Steuergelder zu haben :thumbsup: !

  • Karten für Aufführungen dieser Hauses möchte ich nicht mal geschenkt.

    Ich auch nicht! Ich möchte aber nicht unerwähnt lassen und habe das vor längerem mal hier in unserem Forum mitgeteilt, es gab auch gute Zeiten in diesem Haus. Vor vielen Jahren, es war noch in der DDR- Zeit, habe ich dort mal einen "Troubadour" gesehen und soweit ich mich erinnere, war der rundum gut und akzeptabel.



    Ich finde es seltsam, wie man beschimpft wird, wenn man es wagt gegen den Regietheaterstrom zu schwimmen

    Ich würde hier untereinander vielleicht nicht unbedingt von "beschimpfen" sprechen wollen. Aber es ist schon komisch und befremdlich, daß man von den Neutralisten und Befürwortern solchen Klamauks und Obszönitäten (ihre Meinung und Ansicht sei ihnen unbenommen) gleich in Kritik gerät und angegriffen wird. Ich denke, wir haben doch jetzt die Meinungsfreiheit und so meine ich, daß man auch diese, seine Meinung, äußern darf. Die muß niemand teilen.
    Und was die Zuschauer anbelangt, die angeblich so zahlreich zu solchen "Aufführungen" streben, erlaube ich mir mal eine persönliche Einschätzung: Die meisten werden aus Schau- und Sensationslust, aus Neugier auf das Spektakel hingehen. Die wenigsten werden in Erwartung eines ernstzunehmenden Werkes und einer seriösen Inszenierung hingehen. Und die, die das mehr oder weniger ahnungslos erwarten, werden bestimmt nicht mehr hingehen und maßlos enttäuscht sein.


    Herzliche Grüße
    CHRISSY

  • Du erwähnst die Vorstellungen, bei welchen es schwierig sei, Katten zu bekommen.
    Liege ich denn falsch, dass zumindest bis vor kurzem die Komische Oper eine ganz lausige Auslastung hatte und hat sich dies in der Zwischenzeit entscheidend geändert?


    Lieber M.Joho!


    da hast Du wohl recht: die Auslastung der Komischen Oper ist längst nicht zufriedenstellend!
    Das hängt aber unter anderem auch damit zusammen, dass man sich traut, Werke in den Spielplan zu nehmen, die nicht allgemein bekannt und schon gar nicht besonders populär sind. Ich denke etwa an Glucks Alceste, Aubers Das bronzene Pferd, Prokofieffs Der Feurige Engel oder Brittens Sommernachtstraum - oder sogar alle drei Opern von Monteverdi in einer Spielzeit!
    Ein anderes Problem: Touristen, die ja in Städten wie München und Wien viel zur guten Ausnutzung der Opernhäuser beitragen, rennen in Berlin zunächst einmal in die Staatsoper, neuerdings - ein Verdienst vor allem wohl von Runnicles - auch in die Deutsche Oper, aber kaum mal in die Komische Oper.


    Aber gerade in der letzten Spielzeit hat es eben bei den genannten Produktionen ständig ein ausverkauftes Haus gegeben. Und ich öfter dort Aufführungen gehört habe, kann ich sagen: das war ein sehr junges und interessiertes Publikum, das sich von dem, was es da geboten bekam, begeistern ließ!
    Ich bin durchaus nicht ein uneingeschränkter Fan der Komischen Oper! ABER: wenn ein Haus eine solche Auszeichnung bekommt, dann finde ich es auch angemessen, das erst mal zur Kenntnis zu nehmen und zu würdigen! Ich konnte mich sogar darüber freuen!
    Kein Verständnis habe ich dafür, wenn dann gleich mit einem ganz unangemessenen Vokabular eine Hatz gegen die Ausgezeichneten und gegen die, die ausgezeichnet haben, veranstaltet wird!


    Auf Herrn Figaroooo möchte ich eigentlich nicht eingehen! Da könnte ich zu leicht die Kontenance verlieren!


    Aber noch ein Wort an Dich, lieber M.Joho!
    Wenn Dich mal eine der Inszenierungen interessieren sollte, die wesentlich war für die Auszeichnung der Komischen Oper, schau Dir doch mal die Bilder, Videos und Zuschauerkommmentare an :


    http://www.komische-oper-berlin.de/spielplan/zauberfloete/#
    (Auf dem schwarzen Balken durchklicken)


    Auch der Trailer gibt einen gewissen Eindruck, obwohl ihm einfach die Ouverture unterlegt wurde. Das ist natürlich insofern dumm, da gerade der gelungene Zusammenhang von Bild und Ton, der die Inszenierung so faszinierend macht, verloren geht! Trotzdem:
    http://www.youtube.com/watch?v=qNY-IjS6ssQ&feature=youtu.be


    Vorbericht:
    http://www.youtube.com/watch?v=F9y5pZb3xEg


    Publikumsreaktionen:
    http://www.youtube.com/watch?v=HRrJsDqVkp8


    Ich jedenfalls bin neugierig auf die nächsten Besuch im Haus an der Behrenstrasse: Anfang November "Cosi fan tutte"!



    Beste Grüße
    Caruso41

  • Lieber Caruso,


    ich war auch schon einige Male in der komischen Oper . Wenn man sich mit dem Personal unterhält, dann vertreten die ebenfalls die Meinung das das heutige RT Schuld an der schlechten Auslastung der komischen Oper ist. Den Monteverdi-Zyklus fand ich sehr gut gemacht und die Zauberflöte in der Inszenierung von Herrn Kosky haben wir diese Spielzeit als Premiere an der Rheinoper, worauf ich schon gespannt bin.

  • Auf Herrn Figaroooo möchte ich eigentlich nicht eingehen! Da könnte ich zu leicht die Kontenance verlieren!


    Ist das wirklich so? Dagegen muss sich aber doch was machen lassen! Ich würde daher vorschlagen, dass deine schon im vorigen Jahr geäußerte Idee eines Moratoriums bzgl. der RT-Threads einfach auf bestimmte User ausgeweitet wird. Gut, bei den Threads hat das leider nicht funktioniert, aber in Kombination mit einem schicken Bann hast du vielleicht eine Chance. Alle Mitglieder, die also dafür sorgen, dass deine Contenance in ernstlicher Gefahr ist (für mich ein geradezu schrecklicher Gedanke), die kurzum durch ihre Ansichten das Ansehen des Forums in Verruf bringen, mögen doch bitte umgehend ausgeschlossen oder zumindest auf stumm geschaltet werden. Wäre das nicht ein Anfang?

    "Tatsachen sind die wilden Bestien im intellektuellen Gelände." (Oliver Wendell Holmes, 1809-94)

  • wenn ein Haus eine solche Auszeichnung bekommt, dann finde ich es auch angemessen, das erst mal zur Kenntnis zu nehmen und zu würdigen!


    ... zu würdigen... Na ja, zu Auszeichnungen und Ehrungen und die damit verbundenen Gründe und Zweckmäßigkeiten kommt mir immer der altbekannte Satz ein "Auszeichnungen und Kugeln, treffen meist die Falschen".

  • Ich würde daher vorschlagen, dass deine schon im vorigen Jahr geäußerte Idee eines Moratoriums bzgl. der RT-Threads einfach auf bestimmte User ausgeweitet wird. Gut, bei den Threads hat das leider nicht funktioniert, aber in Kombination mit einem schicken Bann hast du vielleicht eine Chance. Alle Mitglieder, die also dafür sorgen, dass deine Contenance in ernstlicher Gefahr ist (für mich ein geradezu schrecklicher Gedanke), die kurzum durch ihre Ansichten das Ansehen des Forums in Verruf bringen, mögen doch bitte umgehend ausgeschlossen oder zumindest auf stumm geschaltet werden. Wäre das nicht ein Anfang?

    Liebe Strano,


    das hast mit feinem Sarkasmus hübsch formuliert!
    Aber Du wirst doch selber nicht glauben, dass ich darin eine Lösung sehe.


    Mein Vorschlag, ein Pause bei dem Streit über Regietheater einzulegen, hatte sich ja dagegen gewandt, dass in jedwedem Thread, der sich irgendwie mit Oper befasst, von den Kampftruppen gegen das Regietheater über kurz oder lang alle anderen Fragen und Probleme an den Rand gedrängt werden, weil ihnen wichtig ist, Flagge zu zeigen und in die Offensive zu gehen.


    Gerne gestehe ich jedem zu, sich gegen Opernaufführungen auszusprechen, die seinen Vorstellungen nicht entsprechen. Das gestehe ich auch Figarooo zu.
    Aber wenn er dabei so ganz auf Argumente verzichtet und gar zum Vokabular aus dem Wörterbuch des Unmenschen greift, wird meine Toleranz doch überstrapaziert.
    Die Gefahr, dass ich die Kontenance verlieren könnte, sah ich freilich erst, als er ganz unsachlich auf Einwände gegen seine Meinung reagierte.
    Er klagt, beschimpft worden zu sein. Von wem denn? Und wo? Und wenn ihm vorgehalten wird, dass er Bilder zur Stützung seiner Empörung über dieses Haus ins Netz gestellt hat, 'die teilweise gar nicht aus Inszenierungen stammen, die im Haus an der Behrenstrasse in der zur Diskussion stehenden Spielzeit gezeigt wurden' (So hatte ich das geschrieben!), dann reagiert er verstockt und trotzig: 'Alle Bilder sind aus Inszenierungen dieses Hauses!' (so seine Worte!) - Was soll das? Kann man so miteinander diskutieren? Die Komische Oper ist für ihre Arbeit in der zurückliegenden Spielzeit ausgezeichnet worden. Was soll es da, Beweismaterial für die Kritik an dieser Auszeichnung beizubringen, das aus Produktionen aus anderen Spielzeiten - die übrigens andere Intendanten zu verantworten haben! - stammt?


    Nein, ein Moratorium ist sicher keine Lösung der Kommunikationsprobleme.
    Nützlich wäre: Beiträge von anderen wirklich genau zu lesen und offen darüber nachzudenken!
    Und nützlich wäre auch, erst mal ein bißchen zu überlegen, was man mit einem eigenen Beitrag wirklich sagen will, ehe man draufslos schreibt!
    Und nützlich wäre auch ein wenig Respekt vor den anderen Diskussionsteilnehmern. Vielleicht sogar etwas Empathie!


    Ist das unbillig, so etwas zu wünschen?


    Caruso41


    ?(

  • Liebe Strana, das würde sicherlich gewissen Leuten (nicht nur Caruso) wunderbar in den Kram passen. Am besten wäre es natürlich gleich offen die Meinungsfreiheit einzuschränken - seit jeher Kennzeichen der RT-Mafia..... :D . Ich finde um aufs Thema zurückzukommen, solch einen Preis für ein Haus, das solch einen Schmutz produziert ungeheuerlich. Es gibt ein paar wenige Häuser und Festivals in Europa, die mit geringsten Mitteln wunderbare und würdige Opernaufführungen machen: das Wagnerfestival in Wels, die Oper im belgischen Liège, z.T. auch das kleine Stadttheater Hildesheim oder die privatfinanzierte Opera Classica Europa. Ihnen würde eine solche Auszeichnung Zustehen und nicht der Bühne die ihn erhalten hat!

  • Zitat

    Und nützlich wäre auch ein wenig Respekt vor den anderen Diskussionsteilnehmern.

    Hier bin ich voll bei Caruso41, dessen Standpunkt in Sachen Regietheather ich nicht teile, den ich aber ansonsten fachlich sehr schätze.
    Ich persönlich habe gelernt das eine vom anderen zu trennen.



    Zitat

    dass in jedwedem Thread, der sich irgendwie mit Oper befasst, von den Kampftruppen gegen das Regietheater über kurz oder lang alle anderen Fragen und Probleme an den Rand gedrängt werden, weil ihnen wichtig ist, Flagge zu zeigen und in die Offensive zu gehen.

    Das ist in der Tat nicht wünschenswert -aber DIESES Ereignis, welche Anlass für diesen Thread war - fordert natürlich geradezu heraus. Ich persönlich glaube nicht an den Aussagewert solcher Auszeichnungen, in einer Zeit wo man sich in der Tat sogar wissenschaftliche Gutachten kaufen kann - von positiven Kritiken erst gar nicht zu reden...



    mit freundlichen Grüßen aus Wien
    Alfred

  • Damit wir alle den gleichen Informationsstand haben:



    Leider mußte ich den hier seit wenigen Minuten stehenden copyrightgeschützten Text entfernen, da Urheberrechtsklagen nicht gerade billig sind.
    Daher setze ich an Stelle desseh einen Link auf jene Teile des Artikels die von der Zeitschrift freigegeben wurden.
    bei Anklicken des Links Landet man auf einer anderen Seite, welche die Rechte am Copyright hat. Eine juristische Spitzfindigkeit - aber sehr wichtig...


    MOd 991 Alfred


    http://www.kultiversum.de/Oper…Opernhaus-des-Jahres.html

  • Zitat

    Zitat von Caruso: Dumm nur, das keiner von denen, die ihre Stimme erheben auch nur eine der Produktionen des Hauses beurteilen kann.

    Lieber Caruso


    Muss man in das Haus gehen, um die Inszenierungsweise dieses Schmierentheaters beurteilen zu können? Ich habe mir mehrere Inszenierungen im Fernsehen - wenigstens zum Teil - angesehen und habe auf deutsch gesagt "die Schnauze so voll" davon, dass ich noch nicht einmal eine Karte geschenkt annehmen würde. Wenn man dann noch die Bilder sieht, die Figarooo hier eingestellt hat, dann möchte man wirklich nur noch Kotzen. Dafür noch einen Cent auszugeben, nur um den Dreck besser beurteilen zu können, wäre wirklich zuviel verlangt!!! Und bei der "Wahl", die man wohl kaum so nenne darf, wurden ja wohl nur die Anhänger solchen Schmierentheaters befragt.


    Liebe Grüße
    Gerhard

    Alle Kunst ist der Freude gewidmet, und es gibt keine höhere und keine ernsthaftere Aufgabe, als die Menschen zu beglücken. Die rechte Kunst ist nur diese, welche den höchsten Genuß verschafft.
    (Schiller: Die Braut von Messina, Kapitel 2)