Petition zum Erhalt klassischer Inszenierungen in Wiesbaden

  • Wie soll das denn in der Praxis funktionieren? Es gibt auf dem Spielplan die Publikumsreißer wie die Zauberflöte oder La Traviata und dann kommt so ein Stück, das niemand kennt und mit dem Stoff nichts anfangen kann. Es ist doch klar, was passiert: Die Zauberflöte ist ausverkauft und zur Barockoper findet sich ein esoterisches Häuflein von Barockfreaks ein. Nach spätestens einer Spielzeit wird das Stück dann abgesetzt mangels Interesse. Da muß man schon Anreize bieten, die so eine Aufführung attraktiv machen für einen größeren Publikumskreis.

    Die Zauberflöte und die Traviata kannte vor der Uraufführung auch niemand - die Erstaufführung der Traviata war sogar bekanntlich ein eklatanter Misserfolg. Beide Opern haben sich wegen ihrer guten Musik durchgesetzt. Auch heute werden neue Opern geschrieben. Leider will sie aber kaum jemand hören, und sei die Inszenierung noch so großartig - könnte es möglicherweise an der Musik liegen? Und könnte man dann nicht auch den parallelen Umkehrschluss ziehen, dass die ach so tollen neuen Regietheaterinszenierungen nur deshalb toleriert werden, weil die Musik von Mozart und Verdi so großartig ist?

    Gott achtet mich, wenn ich arbeite, aber er liebt mich, wenn ich singe (Tagore)

  • Die Zauberflöte und die Traviata kannte vor der Uraufführung auch niemand - die Erstaufführung der Traviata war sogar bekanntlich ein eklatanter Misserfolg. Beide Opern haben sich wegen ihrer guten Musik durchgesetzt. Auch heute werden neue Opern geschrieben. Leider will sie aber kaum jemand hören, und sei die Inszenierung noch so großartig - könnte es möglicherweise an der Musik liegen? Und könnte man dann nicht auch den parallelen Umkehrschluss ziehen, dass die ach so tollen neuen Regietheaterinszenierungen nur deshalb toleriert werden, weil die Musik von Mozart und Verdi so großartig ist?


    Darüber kann man endlos spekulieren, liebe Mme. Cortese. Faktum ist aber doch wohl, daß, je weiter wir in die Vergangenheit zurückgehen, wir um so weniger über die Art und Weise einer Inszenierung, wie sie tatsächlich mal war, wissen. Was dann passiert ist, daß man eine Oper des 17. oder 18. Jhd. zwangsläufig nach dem Zeitgeschmack des 19. oder 20. Jhd. inszeniert. Wieso soll das legitimer sein als eine Inszenierung im Zeitgeist des 21. Jhd.? Und selbst eine historisierende Inszenierung ist immer abhängig von dem Bild einer Epoche, wie wir es uns gerade machen. Ganz abgesehen davon, daß man im 17. Jhd. überhaupt keinen Begriff von einer "werktreuen" Inszenierung hatte, wie Johannes Roehl das so schön aufgezeigt hat, also keinerlei Skrupel zeigte, das Werk immer wieder aufführungsgerecht umzubasteln. Der Anspruch der "Werktreue" selber ist also - historisch betrachtet - nur eine historisch bedingte Projektion.


    Schöne Grüße
    Holger

  • Chrissy scheint hier als einziger übrigens mehr über die neuen Inszenierungen zu wissen.
    Es gibt also Sex mit Tieren auf der Bühne.
    Echte Tiere?
    Menschen in Tierkostümen?
    Oder sollen es gar Stoffkanichen sein ?
    Warum läßt du uns im Dunkel tappen, erzähl doch einfach mal präziese wie die neuen Inszenierungen aussehen sollen.

    Wenn Du schon nicht richtig schreiben kannst, solltest Du wenigstens lesen können. Ich habe den erwähnten Artikel auszugsweise kopiert und zitiert. Also nochmal ganz deutlich - der Text ist nicht von mir! Jetzt kapiert?!



    Oder hast du etwa gar keine Ahnung wogegen du konkret bist?

    Solche Formulierungen solltest Du Dir mir gegenüber gut überlegen. Diesen Ton mag ich gar nicht.
    Ich will aber nicht vergessen, daß wir Weihnachtsfrieden haben.

    Jegliches hat seine Zeit...

  • Da muß man schon Anreize bieten, die so eine Aufführung attraktiv machen für einen größeren Publikumskreis.


    Lieber Holger,


    das sehe ich ja ebenfalls so, nur stellt sich mir die Frage, ob ich eine Barockoper dadurch attraktiver mache, dass ich sie in dieser Weise modernisiere, oder ob es nicht auch andere Möglichkeiten gäbe, die Inhalte der Barockoper entsprechend zu transportieren, ohne das Ganze im Wesenskern zu verändern.
    Ich denke daran, dass man besondere Veranstaltungen anbietet, die für die Barockoper sensibilisieren, entsprechende Vergünstigungen beim Eintritt einräumt, in Zusammenarbeit mit den Schulen auf diese Art von Musik und Text vorbereitet etc., ich glaube, dass da findige Strategen und Marketingfachleute durchaus ein schlüssiges Konzept erarbeiten könnten.
    Im Übrigen bin ich nicht sehr sicher, inwiefern die Zahl der Menschen, die man durch eine sehr moderne Inszenierung "vergrault", durch die Zahl derer aufgefangen wird, die eine radikale Neuerung auf der Bühne sehen möchten.
    Und wenn man es schon so radikal inszenieren möchte, dann würde ich das ganze eben nicht mehr als Inszenierung von der Oper xy bezeichnen, sondern als Inszenierung nach Motiven der Oper xy, um deutlich zu machen, dass es sich hier wirklich um etwas ganz Anderes, Neuartiges handelt.
    Insbesondere denke ich, dass man moderne Opern junger Nachwuchskomponisten und Librettisten fördern sollte, insbesondere Werke, die das jetzt, hier und heute thematisieren. Ich denke da an Mark-Anthony Turnages Oper "Anna Nicole Smith" und ähnliche Werke, die durchaus erfolgreich gespielt werden und hochinteressant sind. Das scheint mir jedenfalls stringenter, als eine Mozart-Oper mit Gewalt auf 21. Jahrhundert zu bürsten, obwohl dies im schreienden Widerspruch zum Libretto steht.
    Warum soll eine Oper nur interessant sein, wenn sie alles beinhaltet, was ich heute in der Tagesschau und um mich herum im Alltag sehe? Das ist, wie wenn ich nach Mallorca fahre und nur Schnitzel essen und deutsches Bier trinken will, ohne die Auseinandersetzung mit dem, was anders und fremd ist. Und gerade darin liegt für mich der Reiz in der Beschäftigung mit Opern aus anderen Ländern und Epochen.
    Was ist mit dem Zauber, in andere Zeiten und Welten einzutauchen, wenn ich auf jeder Opernbühne nur Gegenwart, Gegenwart, Gegenwart sehe, egal wann das Werk geschrieben wurde? Das ist, als würde ich über deutsche, chinesische und französische Gerichte immer denselben Ketchup schütten.
    Ist es denn nicht so, dass die Zugehörigkeit zu einem gewissen Land, einer gewissen Zeit, einem gewissen sozio-ökonomischen Hintergrund, auch Chancen bietet, die ich mir vergebe, wenn ich dies alles planiere und in die Jetzt-Zeit nivelliere?


    herzliche Grüße


  • An der Berliner Staatsoper lief eine hervorragend inszenierte "Tosca" seit der Premiere am 3. März 1976 bis zur baulichen Schließung des Hauses 35 Jahre mit großem Erfolg. Vermutlich läuft sie auch noch so im Übergangshaus.

    Ja, lieber "Chrissy", sie läuft auch immer noch im Schiller-Theater:


    http://staatsoper-berlin.de/de_DE/repertoire/tosca.945628


    Allerdings sieht sie dort schon leicht verändert aus, geht in dem völlig anderen Haus auch gar nich anders.

    Beste Grüße vom "Stimmenliebhaber"

  • Was dann passiert ist, daß man eine Oper des 17. oder 18. Jhd. zwangsläufig nach dem Zeitgeschmack des 19. oder 20. Jhd. inszeniert. Wieso soll das legitimer sein als eine Inszenierung im Zeitgeist des 21. Jhd.? Und selbst eine historisierende Inszenierung ist immer abhängig von dem Bild einer Epoche, wie wir es uns gerade machen.


    Dieser Aspekt ist übrigens genauso - auch, wenn der Vergleich gerne als allzu hinkend von der Hand gewiesen wird - in der konzertanten Aufführungspraxis anzutreffen, wenn es um die historische bzw. die historisch-informierte Aufführungspraxis geht: Die Grundlagen sind das Ergebnis der musikalischen Forschung des 20. bzw. 21.Jahrhunderts und die Resultate sind musikalische Interpretationen, die bzgl. Instrumentarium, Tempo, Dynamik etc. den Vorstellungen des 20. bzw. 21.Jahrhunderts über z.B. das 17. oder 18.Jahrhundert entsprechen.

    mfG Michael


    Eine Meinungsäußerung ist noch kein Diskurs, eine Behauptung noch kein Argument und ein Argument noch kein Beweis.

  • Lieber Michael,


    das ist zwar durchaus richtig - ich denke allerdings nicht, dass man die Fragezeichen, die es in Bezug auf andere Epochen gibt, dadurch löst, dass man alles modernisiert, da ja eh keiner wissen kann, wie es damals wirklich war. Dann muss ich eben das fragmentarische Bild so gut es geht ergänzen im Stile dessen, was vorhanden ist - anstatt das Kind mit dem Bade auszuschütten und ALLES ganz anders zu machen, und mich als Regisseur selbst noch über das hinwegzusetzen, was bekannt ist. Und wenn bestehende Libretto-Angaben im Bezug auf Raum und Zeit vollständig ignoriert und auf den Kopf gestellt werden, lässt sich dies nicht durch mangelnde Einsicht in die genauen historischen Verhältnisse einer bestimmten Epoche erklären, denke ich.

  • Darüber kann man endlos spekulieren, liebe Mme. Cortese. Faktum ist aber doch wohl, daß, je weiter wir in die Vergangenheit zurückgehen, wir um so weniger über die Art und Weise einer Inszenierung, wie sie tatsächlich mal war, wissen. Was dann passiert ist, daß man eine Oper des 17. oder 18. Jhd. zwangsläufig nach dem Zeitgeschmack des 19. oder 20. Jhd. inszeniert. Wieso soll das legitimer sein als eine Inszenierung im Zeitgeist des 21. Jhd.? Und selbst eine historisierende Inszenierung ist immer abhängig von dem Bild einer Epoche, wie wir es uns gerade machen


    Wirklich? Immerhin gibt es Versuche, ähnlich der HIP-Bewegung auch die Optik der Aufführungen früheren Usancen anzupassen. Und die Rezeption seitens Kritik und Publikum scheint recht positiv zu sein:


    http://www.welt.de/kultur/arti…wie-frueher-gespielt.html


    Vielleicht wird man doch des Primats des Ordinären und der Hässlichkeit müde.



    Viele Grüße


    Mme. Cortese

    Gott achtet mich, wenn ich arbeite, aber er liebt mich, wenn ich singe (Tagore)

  • Da muß man schon Anreize bieten, die so eine Aufführung attraktiv machen für einen größeren Publikumskreis.

    Wirklich? Immerhin gibt es Versuche, ähnlich der HIP-Bewegung auch die Optik der Aufführungen früheren Usancen anzupassen. Und die Rezeption seitens Kritik und Publikum scheint recht positiv zu sein:


    http://www.welt.de/kultur/article3257471…r-gespielt.html


    Vielleicht wird man doch des Primats des Ordinären und der Hässlichkeit müde.


    Interessant finde ich vor allem, dass das Konzept ein radikales sein soll:


    Zitat

    Das Konzept ist radikal, die Wirkung bezaubernd: Zum Start der Karlsruher Händel-Festspiele hat die Spezialistin für barocken Tanz und barocke Gestik, Sigrid t'Hooft, die Oper "Radamisto" von Georg Friedrich Händel komplett im originalen Aufführungs-Stil auf die Bühne gebracht. Sie schenkt dem Publikum einen realistischen Blick in eine untergegangene Phantasiewelt - eine Welt, die tiefe Widersprüche auf faszinierende Weise zu einer Kunstform zusammenzugießen verstand.


    Im japanischen Nō-Theater würde jeder Ansatz eines "Regie-Theaters" als radikal gesehen werden. Wir empfinden also beim Theater Tradition als radikal, die Japaner die Veränderung.


    „Jenseits von richtig und falsch liegt ein Ort. Dort treffen wir uns.“ (Rumi)


    Herzliche Grüße


    Christian

    "...man darf also gespannt sein, ob eines Tages das Selbstmordattentat eines fanatischen Bruckner-Hörers seinem Wirken ein Ende setzen wird."



  • Zitat

    Zitat von Mme.Cortese: Vielleicht wird man doch des Primats des Ordinären und der Hässlichkeit müde.

    Liebe Mme.Cortese,


    du hast es treffend ausgedrückt. Wenn man den modischen Regisseuren glaubt, besteht unsere Welt nur noch aus Hässlichkeit und Ordinärem. Dabei ist unsere Welt nicht besser und nicht schlechter als früher auch, sie wird nur von einigen dahingehend interpretiert.


    Liebe Grüße
    Gerhard

    Regietheater ist die Menge der Inszenierungen von Leuten, die nicht Regie führen können. (Zitat Prof. Christian Lehmann)

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  • "Das Konzept ist radikal, die Wirkung bezaubernd."


    Tja, und hier scheint leider der Knackpunkt zu liegen: "Kunst" soll heutzutage alles mögliche, aber um Gotteswillen nicht bezaubern. Wer sich nämlich bezaubern lassen will, ist nicht intellektuell genug, um den "Erleuchtungen" moderner Regisseure zu folgen.

    Gott achtet mich, wenn ich arbeite, aber er liebt mich, wenn ich singe (Tagore)

  • Zitat

    Zitat von Mme.Cortese: Wer sich nämlich bezaubern lassen will, ist nicht intellektuell genug, um den "Erleuchtungen" moderner Regisseure zu folgen.

    Wie war das noch in des "Kaisers neue Kleider". Die sich schlau Wähnenden glaubten den Schwindlern, dass der Kaiser bekleidet sei. Nur ein Kind erkannte den wahren Sachverhalt. Da wir nach dem Urteil zumindest eines Mitglieds im Forum nicht intellektuell genug sind, sind wir noch in der Lage, zu erkennen, dass diese Regisseure in tiefster Finsternis wandeln.


    Liebe Grüße
    Gerhard

    Regietheater ist die Menge der Inszenierungen von Leuten, die nicht Regie führen können. (Zitat Prof. Christian Lehmann)

  • Lieber Holger,


    auf der Ebene Deiner Argumentation im Beitrag 29 haben wir Übereinstimmungen. Ich sehe es jedoch als vernünftig an, wenn eine erfolgreiche Inszenierung auch aus ökonomischen Gründen im Spielplan gehalten wird. Selbstverständlich würde ein Regisseur eine neue Inszenierung einer Oper anders gestalten, als er sie bereits in Szene gesetzt hat. Ich kenne allerdings junge Sänger, die stolz darauf waren, dass sie in Schenks berühmter "Rosenkavalier-Inszenierung" mitwirken durften. Sir Georg Solti machte ich in einem Künstlergespräch Elogen zu seiner Großtat der ersten Studio-Aufnahme von Wagners "Ring". Wobei er eiskalt konterte:; Er würde heute vieles anders machen und könne sich mit der musikalischen Konzeption und Gestaltung nur noch bedingt identifizieren. Das ist Weiterentwicklung. Deshalb bleibt der Decca-Ring unter Solti jedoch weiterhin ein Meilenstein in der Geschichte der Tonaufnahmen.


    Herzlichst
    Operus :hello:

    Umfassende Information - gebündelte Erfahrung - lebendige Diskussion- die ganze Welt der klassischen Musik - das ist Tamino!

  • Die Zauberflöte ist ausverkauft und zur Barockoper findet sich ein esoterisches Häuflein von Barockfreaks ein. Nach spätestens einer Spielzeit wird das Stück dann abgesetzt mangels Interesse. Da muß man schon Anreize bieten, die so eine Aufführung attraktiv machen für einen größeren Publikumskreis.

    Richtig. Man macht Sex auf der Bühne - oder deutet ihn an - und dann kommen die Leute deswegen, nicht wegen der Musik. Einfach lächerlich.

    Ich streite für die Schönheit und den edlen Anstand des Theaters. Mit dieser Parole im Herzen leb' ich mein Leben für das Theater, und ich werde weiterleben in den Annalen seiner Geschichte!

    Zitat des Theaterdirektors La Roche aus Capriccio von Richard Strauss.

  • An Aggressivität, Ignoranz und Unhöflichkeit kaum zu überbieten. Chrissy weiß sich zu wehren. Ich wäre nicht so höflich geblieben wie er.


    La Roche

    Ich streite für die Schönheit und den edlen Anstand des Theaters. Mit dieser Parole im Herzen leb' ich mein Leben für das Theater, und ich werde weiterleben in den Annalen seiner Geschichte!

    Zitat des Theaterdirektors La Roche aus Capriccio von Richard Strauss.

  • Man mag die Rekonstruktion einer barocken Oper in den Stil ihrer Zeit durchaus als radikal bezeichnen, das ist sicherlich interessant und jedenfalls bezaubernder als die totale (und damit radikale) Entstellung solcher Werke durch die meisten der heutigen Regisseure. Aber, wie Operus richtig bemerkt, muss sich Oper weiterentwickeln und hat sich im Laufe der Jahrhunderte auch weiterentwickelt, ohne dass die Handlung verändert und damit verunstaltet wurde. Dabei wurde dem Wirklichkeitsbezug (den Rheingold meint, und den er auf Anfrage Crissys auch klargestellt hat) durchaus Genüge geleitet, ohne dass hier eine tagesaktuelle neue Handlung unterlegt wurde, die überhaupt nicht mehr zum Text und zur Musik passt. Es ist nichts gegen die Anwendung moderner Mittel der Bühne und des Orchesters einzuwenden, wenn dabei Ort, Zeit und Handlung und der Gehalt des Stückes nicht vollständig "umgestrickt" werden. Wie schon häufiger gesagt: Gegen eine Neuinszenierung ist nichts einzuwenden- wenn sie denn im Rahmen des Librettos bleibt (ich sage ausdrücklich "im Rahmen", damit nicht wieder der dumme Vorwurf kommt, wie wollten die wortwörtliche Umsetzung, die bei manchen Libretti das Bühnenbild, die Farbe der Kostüme, die Seite von der der Auftritt zu erfolgen hat usw. in allen Einzelheiten vorschreibt). Ein gutes Beispiel für die Umsetzung ohne radikale Veränderung ist die kürzliche Neuinszenierung der "Fanciulla del West" in Wien, die moderne Mittel verwendet, aber die Handlung oder den Gehalt nicht umwirft. Sobald ich das Wort "Neudeutung" in diesem Zusammenhang höre oder lese, bleibe ich auf der sicheren Seite und nehme Abstand.


    Liebe Grüße
    Gerhard

    Regietheater ist die Menge der Inszenierungen von Leuten, die nicht Regie führen können. (Zitat Prof. Christian Lehmann)

  • das sehe ich ja ebenfalls so, nur stellt sich mir die Frage, ob ich eine Barockoper dadurch attraktiver mache, dass ich sie in dieser Weise modernisiere, oder ob es nicht auch andere Möglichkeiten gäbe, die Inhalte der Barockoper entsprechend zu transportieren, ohne das Ganze im Wesenskern zu verändern.

    Wie werden denn Inhalte "transportiert", lieber Don...? Zur Kommunikation gehört (1) ein Sprecher, der etwas ausspricht, (2) das, was ausgesprochen wird (der Aussagegehalt, das Ausgedrückte) und dann (3) der Angesprochene, an den sich die Rede wendet. Die ganze Diskussion um "Werktreue" krankt zumeist daran, daß sie von diesen drei wesentlichen Bestandteilen der Kommunikation immer nur 1 und 2 berücksichtigt: Das Werk hat eine Aussage (einen Inhalt), der ist vom Komponisten (1) so gewollt, den müsse man unbedingt beachten als "Wesenskern" usw. Nur: Was nützt der Aussagegehalt, wenn er niemanden mehr anspricht? Der Komponist im Barockzeitalter hat schon während seiner Komposition ein sehr spezielles Publikum im Blick gehabt mit seinen Bedürfnissen und Erwartungen, d.h. er hat einkalkuliert, wen dieser Opernstoff überhaupt ansprechen soll. Dieses Publikum existiert aber schlicht nicht mehr, das ist Geschichte. D.h. die Kommunikationssituation ist von daher per se eine unvollständige und gestörte. Man kann den Aussagegehalt (2) rekonstruieren wie man will, aber das garantiert mitnichten, daß dadurch die Ansprechbarkeit (3) gesichert ist. Das genau war die Illusion des Historismus und der historistischen Inszenierung im 19. Jhd., wo man glaubte, daß die Rekonstruktion der historischen Entstehungsbedingungen allein schon ausreichend wäre für das Verstehen. Das ist aber letztlich pure Illusion. (Diese hermeneutische Diskussion ist längst gelaufen und diese Art von Historismus mausetot - nur in Foren wie hier ist man da offenbar immer noch auf einem Diskussionsstand von vor 50 Jahren.) Es gibt zudem einen nicht unerheblichen Unterschied zwischen einem Bühnenstück und einer Symphonie von Beethoven etwa. Die kulturelle Ansprechbarkeit ist bei Instrumentalmusik viel "universeller" und weniger zeit- und kulturbedingt als beim Theater. Eine Beethoven-Symphonie in China aufführen geht sehr gut, aber umgekehrt die chinesische Oper so wie sie ist nach Mitteleuropa zu transportieren ist von vornherein zum Scheitern verurteilt. Die kulturelle Welt des 16. oder 17. Jhd. ist für uns inzwischen auch nicht viel näher als die chinesische Kultur - wenn wir uns da nicht irgendwie etwas vormachen wollen.



    "Kunst" soll heutzutage alles mögliche, aber um Gotteswillen nicht bezaubern. Wer sich nämlich bezaubern lassen will, ist nicht intellektuell genug, um den "Erleuchtungen" moderner Regisseure zu folgen.

    Das stimmt doch gar nicht, daß moderne Regisseure vornehmlich an den Intellekt appellieren. Sie brechen mit einer bestimmten Art, Oper zu rezipieren, nämlich ästhetisch (Stichwort: Bezauberung) und nicht mit existenziellem Ernst. Da haben sie immerhin Richard Wagner auf ihrer Seite, der so ein "ästhetisches" Verständnis von Oper schlichtweg ablehnte. Es ist doch völlig legitim, daß es unterschiedliche Auffassungen vom Sinn des Theaters und seinem Verhältnis zum Publikum gibt. Es existiert offenbar nach wie vor ein Publikum, das eine "schöne Oper" sehen möchte. Das ist ebenso legitim, aber keine normative Verpflichtung für den Künstler, diese Ästhetik zu übernehmen. Schon gar nicht läßt sie sich durch das "Werk" und die angebliche "Werktreue" rechtfertigen.


    Schöne Grüße
    Holger

  • Sie brechen mit einer bestimmten Art, Oper zu rezipieren, nämlich ästhetisch (Stichwort: Bezauberung) und nicht mit existenziellem Ernst.

    Wieso soll das ein Gegensatz sein? Ich würde eigentlich von einem guten Regisseur erwarten, dass er da zu einer Synthese findet.



    Das stimmt doch gar nicht, daß moderne Regisseure vornehmlich an den Intellekt appellieren

    Oh, da habe ich wohl etwas missverstanden. Woran aber dann? Bei einigen wird man zumindest denn Verdacht nicht los, dass sie eher an den Instinkt (bzw. Unterleib) appellieren. Du hast ja weiter oben zu Recht gesagt, dass man den Rezipienten ansprechen muss. Aber auf diesem Niveau? Und das ist dann also Kunst?


    Viele Grüße


    Mme. Cortese

    Gott achtet mich, wenn ich arbeite, aber er liebt mich, wenn ich singe (Tagore)

  • Zitat

    Was nützt der Aussagegehalt, wenn er niemanden mehr anspricht? Der Komponist im Barockzeitalter hat schon während seiner Komposition ein sehr spezielles Publikum im Blick gehabt mit seinen Bedürfnissen und Erwartungen, d.h. er hat einkalkuliert, wen dieser Opernstoff überhaupt ansprechen soll. Dieses Publikum existiert aber schlicht nicht mehr, das ist Geschichte


    Das ist durchaus richtig - DESHALB und auch aus anderen Gründen sehe ich Oper als museale Kunst.
    Ein ausgewähltes Publikum - und Opernpublikum war in der Regel immer "elitär", welches den historischen Zusammenhang und die Regeln der Entstehungszeit kennt - hat Freude an der Oper als historisches Vergnügen.


    Es kann und darf nicht sein, daß sich die heutige Kulturlandschaft am ungebildeten Pöbel orientiert - was la leider immer stärker der Fall zu sein scheint. Da gibt es Regisseure, die schon optisch den Eindruck eines Hinausschmeissers eines Lokals des Rotlichtmileus erwecken - wofür sie vermutlich nichts können - die diesen Eindruck aber durch ihre Inszenierungen noch unterstreichen. Und die Presse jubelt dazu. Was mich bedrückt, ist daß gerade den dilettantischesten und hässlichsten Inszenierungen "Intellekt" nachgesagt wird - vermutlich in der Hoffnung, daß jene, die sich selbst nicht so wahnsinnig intellektuell sehen, zum Schweigen gebracht werden.
    Wenn "Regietheaterinszenierungen" - deren Bilder wir uns in einem anderen Thread ansehen dürfen


    Ein Publikum, welches zu dumm oder auch nur zu unwillig ist, sich mit den historischen Bezügen auseinanderzusetzen ist es nicht wert daß man dafür die Institution Oper ruiniert. Für solche Leute gibts andere Vergnügungen. Z.B. Action-Filme....



    Beste Grüße aus Wien
    Alfred


    Jeder, der versucht aus der großen Herde, die da heißt ›Gesellschaft‹, auszubrechen, ruft das Mißfallen der Herde hervor.

    Francesco Petrarca (1304-1374)


  • Ja, lieber Alfred,


    Es bleibt einem nicht viel Anderes, als mit Horaz zu sagen: Odi profanum vulgus et arceo (ich hasse das gemeine Volk und halte mich fern)!
    Denn man muss einmal sehen, wie sich das Opernpublikum in den letzten Jahrzehnten verändert hat.
    Was geblieben ist, ist der sog. "Geldadel", der ein Haus besucht, um mit anderen Leuten seiner Kaste gesehen zu werden.
    Was aber leider immer mehr fehlt, sind die wirklich Kundigen und Interessierten. Diese haben sich durch das Regietheater in die Resignation geflüchtet und bleiben fern.
    Ersetzt wurden sie von den , wie ich sie bezeichnen würde, "Eventjägern". Sie hoffen auf etwas Skandal und nackte Haut, haben von den jeweiligen Stücken keine Ahnung und könnten genauso gut ins Kino oder zu Helene Fischer gehen (man sieht es häufig auch an ihrer Kleidung, die wenig Festliches an sich hat).
    Sehr kennzeichnend war eine Umfrage, die bei Premierenbesucher der Traviata an der Scala mit Fangfragen gemacht wurde:
    Diese befragten "Genies" haben z.B. "Tosca" als ihre Lieblings-Verdioper bezeichnet, das Lieblingsstück in der Traviata ist "va pensiero",
    und , um es noch zu steigern: Alfredo Germont ist die Sopranpartie usw. usw.
    Ich glaube es bleibt nur noch die Hoffnung, dass durch Subventionskürzungen eine Änderung der momentanen Sitution eintritt.
    O tempora, o mores!

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    Ich will kein Prophet sein, aber das sieht ja eher düster aus für diese klassischen Inszenierungen.

    »Finis coronat opus.« (Das Ende krönt das Werk.) – Ovid

  • Zur Kommunikation gehört (1) ein Sprecher, der etwas ausspricht, (2) das, was ausgesprochen wird (der Aussagegehalt, das Ausgedrückte) und dann (3) der Angesprochene, an den sich die Rede wendet.

    Lieber Holger,


    darf ich Dein Kommunikationsmodell noch anreichern um eine weitere wichtige Komponente, die, wie ja auch in Deinen Ausführungen deutlich wird, eine Schlüsselstellung einnimmt: nämlich der gemeinsame Code, in dem (2) übertragen wird. Das beginnt bei der Sprache in der Oper, und setzt sich über bestimmte Gestik, Mimik, bildliche Symbole etc. fort.
    Nehmen wir einmal an, die Oper ist in französisch. Was ist die Lösung? Sie im Original singen, in der Hoffnung, dass jeder sie versteht? Oder die Oper auf Deutsch spielen, wie es eine zeitlang gemacht wurde? Oder den Brückenschlag der Übertitel wählen?
    Ähnlich interessant erscheint mir die Frage, wie denn die Diskrepanz zu überbrücken ist, die zwischen der Erlebnis- und Erfahrungswelt des modernen Zuschauers und der historisch weit entfernten Barockoper besteht, wobei ich Dir natürlich Recht gebe, dass die Hürden umso größer werden, je mehr der zeitliche Abstand wächst.
    Jedoch glaube ich nicht, dass die Lösung darin besteht, die Oper zu modernisieren, sondern eher darin, den modernen Menschen zu dem zu führen, was die Oper eben damals ausgemacht und bedeutet hat. Dass dies eine intellektuelle Herausforderung beinhaltelt (genauso, wie es die Neuinterpretation einer Oper sein kann - intelligente Inszenierungen können historisierend oder avantgardistisch sein, das gibt m. E. nicht den Ausschlag), der sich nicht jeder stellen kann und will, hat Alfred überzeugend dargelegt.



    (Diese hermeneutische Diskussion ist längst gelaufen und diese Art von Historismus mausetot - nur in Foren wie hier ist man da offenbar immer noch auf einem Diskussionsstand von vor 50 Jahren.)

    Lieber Holger,


    da magst Du ja vom rezeptionstheoretischen, wissenschaftlichen Standpunkt Recht haben, aber ich denke, man darf einen Aspekt dabei nicht übersehen: die Oper ist ja nicht nur ein Abbild des wissenschaftlichen Status Quo, sie ist auch schlicht und ergreifend eine sinnliche Angelegenheit, ein Spektakel, ein Fest, und ist dem Geschmack, der individuellen Ästhetik, dem Gefühl, allerlei rationalen und irrationalen Empfindungen genauso unterworfen, wenn nicht sogar noch mehr, wie den zerebralen Theorien des Wissenschaftlers und Forschers.
    Die Oper steht in einer Wechselwirkung mit dem Publikum, und wenn sich viele Menschen eben für eine gewisse Form der Musik und eine gewisse Form der Inszenierung entscheidet - sagen wir, für La Boheme in einer erzkonservativen Inszenierung - dann mag dies wissenschaftlich überholt, verstaubt, antiquiert sein - aber in dem Moment spielt das nur eine untergeordnete Rolle, da nicht jede Inszenierung wissenschaftlichen Kriterien genügen oder gar zur Weiterentwicklung der Gattung beitragen muss. In diesem Fall dient sie dazu, das zu erhalten, was alt ist - oder ewig jung.
    Sind neue Gebete besser als das Vater Unser? Sie sind anders, haben ihre Berechtigung, drücken in anderen Worten andere Dinge aus, aber sind sie besser als die alten Gebete? Fortschrittlicher? Wissenschaftlicher? Ich denke nicht.
    Wenn es um die Liebe geht, gibt es keinen Fortschritt - ob das die Liebe zu Gott, einem Menschen, oder einer Sache ist. Und die Liebe kann man nur lebendig erhalten, wenn man sich intensiv mit einer Sache beschäftigt. Von daher finde ich es wichtig und konstruktiv, sich mit einer alten Oper entsprechend intensiv auseinanderzusetzen; möchte man resignierend feststellen, dass dies ohnehin niemand mehr versteht, und dass man dann stattdessen einfach die reine Willkür herrschen lässt, in der Hoffnung, damit den Nerv des modernen Menschen zu treffen, scheint mir jedoch dabei nicht der Königsweg zu sein.
    Ich plädiere für moderne Inszenierungen - bei modernen Opern. Die gibt es viel zu wenig. Und für die "sperrigeren" historischen Opern kann man auch sicherlich didaktische Wege finden, die Hindernisse überwinden - anstatt alles auf den Kopf zu stellen, zu verquicken und zu vermischen.
    Ich denke auch nicht, dass es rückschrittlich ist, den Librettisten ernst zu nehmen - oder ist dieser nicht genauso ein ernstzunehmender Künstler wie der Komponist?


    herzliche Grüße


  • Zitat von »Dr. Holger Kaletha«


    (Diese hermeneutische Diskussion ist längst gelaufen und diese Art von Historismus mausetot - nur in Foren wie hier ist man da offenbar immer noch auf einem Diskussionsstand von vor 50 Jahren.)


    Diese Diskussion ist nicht tot. Sie ist der beherrschende Richtungsstreit in der heutigen Opernszene weltweit. Ich darf nur an die auch hier im Forum breit diskutierten Ausführugen von Lorin Maazel zu dieser Thematik erinnern.


    Herzlichst
    Operus

    Umfassende Information - gebündelte Erfahrung - lebendige Diskussion- die ganze Welt der klassischen Musik - das ist Tamino!

  • In Antwerpen hat Christoph Waltz zum ersten Mal eine Oper inszeniert : Den Rosenkavalier und er wurde von Presse und Publkum gefeiert, weil er die Geschichte nicht verändert hat sondern einfach nur nacherzählt hat und mit den Sängern gearbeit hat, was Gesten Blicke und Bewegungen angeht. Ganz lächerlich finde ich es wie in Dortmund, wenn man vor der Premiere vom Tannhäuser schon von einem Skandal spricht, nur um das Haus voll zu bekommen, was aber leider in Dortmund funktionert hat.

  • Sehr kennzeichnend war eine Umfrage, die bei Premierenbesucher der Traviata an der Scala mit Fangfragen gemacht wurde:
    Diese befragten "Genies" haben z.B. "Tosca" als ihre Lieblings-Verdioper bezeichnet, das Lieblingsstück in der Traviata ist "va pensiero", und , um es noch zu steigern: Alfredo Germont ist die Sopranpartie usw. usw.

    Ja, das ist die hirn-und merkbefreite Prosecco-Bussi-Bussi-Schickeria, welche die Oper bzw. die Premieren als neues "Event" entdeckt hat und daran klebt wie Maden auf faulendem Fleisch.



    Zitat

    Ich glaube es bleibt nur noch die Hoffnung, dass durch Subventionskürzungen eine Änderung der momentanen Sitution eintritt.
    O tempora, o mores!

    Das ist sowieso der einzige Weg, diesen faulig-stinkenden Sumpf auszutrocknen.

    "Tatsachen sind die wilden Bestien im intellektuellen Gelände." (Oliver Wendell Holmes, 1809-94)

  • In Antwerpen hat Christoph Waltz zum ersten Mal eine Oper inszeniert : Den Rosenkavalier und er wurde von Presse und Publkum gefeiert, weil er die Geschichte nicht verändert hat sondern einfach nur nacherzählt hat und mit den Sängern gearbeit hat, was Gesten Blicke und Bewegungen angeht. Ganz lächerlich finde ich es wie in Dortmund, wenn man vor der Premiere vom Tannhäuser schon von einem Skandal spricht, nur um das Haus voll zu bekommen, was aber leider in Dortmund funktionert hat.


    Das wäre mal ein Bild dazu:


    Es grüßt Rheingold1876


    "Was mir vorschwebte, waren Schallplatten, an deren hohem Standard öffentliche Aufführungen und zukünftige Künstler gemessen würden." Walter Legge (1906-1979), britischer Musikproduzent

  • Zitat von »m.joho«
    Sehr kennzeichnend war eine Umfrage, die bei Premierenbesucher der Traviata an der Scala mit Fangfragen gemacht wurde:
    Diese befragten "Genies" haben z.B. "Tosca" als ihre Lieblings-Verdioper bezeichnet, das Lieblingsstück in der Traviata ist "va pensiero",
    und , um es noch zu steigern: Alfredo Germont ist die Sopranpartie usw. usw.



    An manchen Tagen kann ich mich des Gefühls nichts erwehren so etwas, vielleicht in leicht abgewandelter Form passiert hier immer dann wenn es um das Thema Regietheater geht:


    Keines weiß genau was damit gemeint ist bzw. keiner weiß was kommt
    Alle regen sich darüber auf.
    Und wenn einer schreibt kommt laßt uns dafür über die nächste Klippe springen.
    Springen tatächlich fast alle hinterher.


    Das war jetzt natürlich symbolisch gemeint gewesen.

  • An manchen Tagen kann ich mich des Gefühls nichts erwehren so etwas, vielleicht in leicht abgewandelter Form passiert hier immer dann wenn es um das Thema Regietheater geht:


    Keines weiß genau was damit gemeint ist bzw. keiner weiß was kommt
    Alle regen sich darüber auf.
    Und wenn einer schreibt kommt laßt uns dafür über die nächste Klippe springen.
    Springen tatächlich fast alle hinterher.


    Zum Glück für uns Dumme haben wir ja Dich, der uns bestimmt und hoffentlich rechtzeitig am Springen hindert und uns auf den Weg der Erkenntnis und Erleuchtung führt.
    CHRISSY

    Jegliches hat seine Zeit...

  • Werter Sven Godenrath,


    Könntest du Dir bei Deinen polemischen Beiträgen nicht etwas mehr Mühe geben (Übrigens scheint mir Dein Vergleich absurd).


    Fünf Interpunktionsfehler, ein Grammatikfehler, und ein Rechtschreibefehler ist mir für einen Kurzbeitrag einfach zu viel.


    Mit besem Dank im Voraus!

  • Das wäre mal ein Bild dazu:

    Zitat von »rodolfo39« In Antwerpen hat Christoph Waltz zum ersten Mal eine Oper inszeniert : Den Rosenkavalier und er wurde von Presse und Publkum gefeiert, weil er die Geschichte nicht verändert hat sondern einfach nur nacherzählt hat und mit den Sängern gearbeit hat, was Gesten Blicke und Bewegungen angeht. Ganz lächerlich finde ich es wie in Dortmund, wenn man vor der Premiere vom Tannhäuser schon von einem Skandal spricht, nur um das Haus voll zu bekommen, was aber leider in Dortmund funktionert hat.


    Die Kritiken waren insgesamt sehr positiv, und wenn man den allgemeinen Tenor herausfiltert, so hat sich Christoph Waltz wohl vom skandalträchtigen Regietheater weitgehend ferngehalten und eine allgemein gefällige Inszenierung auf die Beine gestellt.


    http://www.spiegel.de/kultur/g…stoph-waltz-a-939347.html


    In mehreren Rezensionen wird Waltz dahingehend zitiert, er sei ein bekennender Opernliebhaber, ein, wie ich finde, wichtiger Punkt. Denn Leute wie Bieito oder Kusej können meiner Meinung nach die Oper nicht schätzen und schon gar nicht lieben. Sie ist ihnen allenfalls Material zur Selbstdarstellung.



    Viele Grüße


    Mme. Cortese

    Gott achtet mich, wenn ich arbeite, aber er liebt mich, wenn ich singe (Tagore)

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