Das „Requiem“ Mozarts im Spiegel seiner Quellenlage

  • Eine Aufnahme, die ich besonders liebe, ist diese:


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    In dieser Musik finde ich die Knabenstimmen perfekt und Schrems leitet eine grandiose Aufführung. Die Solisten sind Lothar Zagrosek, Gerd Fischer, Heinz Beller, Kurt Ellmauer und Kurt Böhme und es spielt das Graunke-Orchester. Aufgenommen in Würzburg beim Mozart-Fest 1956. Die CD ist nicht leicht zu finden, aber es lohnt sich.


    M_P

  • es gibt eine frühere Mono-Aufnahme von Scherchen, mit Magda Laszlo, Hilde Rössel-Majdan, Petre Munteanu und Richard Standen.

    Lieber Maestro_Peter,


    danke für Deinen Hinweis, ich kenne diese ältere Aufnahme nur vom Hörensagen. Es ist wohl diese:

    Abgesehen davon, daß ich Mono bei großen Choraufnahmen nur in Ausnahmefällen mag, sind mir rund 90 € denn doch ein bißchen happig!


    Die Aufnahme aus Regensburg kenne ich gar nicht, aber ich habe mindestens 10 diverse Aufnahmen des Werks, es ist vor allem eine Frage der Unterbringung.


    LG Nemorino

    Die Welt ist ein ungeheurer Friedhof gestorbener Träume (Robert Schumann).

  • Lieber Nemorino, man kann die Scherchen 1953 Mono-Aufnahme viel billiger kaufen, wenn man die minderwertige Archipel-Überspielung nimmt:


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    Aber Tahra ist natürlich viel besser!


    M_P

  • Ich frage mich, wie sinnvoll es ist, sich bei einem derart gut dokumentierten Werk wie Mozarts Requiem mit klanglich derart heiklen Aufnahmen zu beschäftigen. Wie nemorino ja anklingen lässt, geht der Hörspaß gerade bei einem großen Chorwerk da doch gegen Null. Allein in der Stereo-Ära seit ca. 1955 ist die Auswahl an hervorragenden Aufnahmen in sehr unterschiedlichen Interpretationsansätzen ja schon enorm.

    Am häufigsten höre ich das Werk vermutlich in diesen beiden ziemlich konträren Aufnahmen aus Wien:



    Janowitz, Ludwig, Schreier, Berry

    Chor der Wiener Staatsoper

    Wiener Symphoniker / Karl Böhm (1971)



    Auger, Bartoli, Cole, Pape
    Konzertvereinigung Wiener Staatsopernchor

    Wiener Philharmoniker / Sir Georg Solti (1991)


    Erstere ist nicht identisch mit der bekannteren CD-Einspielung aus demselben Jahr 1971, die ich nur wenig dahinter sähe. Letztere ist der Mitschnitt vom Gedenkkonzert zum 200. Todestag Mozarts 1991 im Wiener Stephansdom. Es wurde die gesamte Totenliturgie gefilmt und teilweise auch auf der CD berücksichtigt, die vom damaligen Wiener Erzbischof Kardinal Hans Hermann Groër pathetisch zelebriert wurde. Ein paar Jahre später, nach der Aufdeckung des Missbrauchsskandals 1995 ff., hätte Decca das wohl kaum mehr auf der CD inkludiert. :stumm: Das aber nur am Rande. Es nimmt der Aufnahme natürlich nichts von ihrem künstlerischen Wert. Böhms Lesart würde ich als besonders katholisch bezeichnen; niemand kostet etwa das himmlische Lacrimosa derart aus. Solti ist deutlich zackiger, was der Dramatik zugute kommt.

    »Und besser ist's: verdienen und nicht haben,

    Als zu besitzen unverdiente Gaben.«

    – Luís de Camões

  • Die Auswahl an Einspielungen von MOZART's Requiem ist groß, und es gibt darunter einige sehr überzeugende, wobei bei der einen mehr das Orchesterspiel, bei der anderen der Chor, und wieder bei einer anderen die Solisten für sich einnehmen.

    Für mich die in jeder Beziehung ausgewogenste und auch sensibelste Einspielung dieses besonderen Werkes ist die meines Erachstens in allen Belangen exemplarische Darbietung durch RAFAEL FRÜHBECK DE BURGOS und dem NEW PHILHARMONIA ORCHESTRA und dem NEW PHILHARMONIA CHORUS mit den fabelhaften Gesangssolisten EDITH MATHIS, GRACE BUMBRY, GEORGE SHIRLEY und MARIUS RINTZLER.. FRÜHBECK DE BURGOS wählte ein leicht schnelleres Tempo als z. B. BÖHM, BERNSTEIN oder BARENBOIM, doch wirkt der Spielfluß dennoch nicht gehetzt, die Orchester- und vor allem auch Chorleistung unter WILHELM PITZ ist kaum zu überbieten und geht durch ihre Eindringlichkeit und schroffen Akzente immer wieder unter die Haut. Dazu harmoniert das renommierte Sängerensemble großartig, und es läßt sich hier keine Schwachstelle erkennen. Für mich ergibt sich damit der Eindruck einer absolut hochrangigen und kaum zu überbietenden Aufnahme.


    wok


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  • Für mich die in jeder Beziehung ausgewogenste und auch sensibelste Einspielung dieses besonderen Werkes ist die meines Erachstens in allen Belangen exemplarische Darbietung durch RAFAEL FRÜHBECK DE BURGOS und dem NEW PHILHARMONIA ORCHESTRA

    Lieber wok,


    …. die hatte ich doch glatt aus dem Blickfeld verloren! Natürlich, das ist eine überragende Aufnahme des Werks, zumindest für Nicht-HIP-Freunde! Ich besaß sie bereits als LP und habe sie vor einigen Jahren in dieser Ausführung auf CD neu gekauft:


    Mozart: requiem

    Die Leistung des Philharmonia Chorus ist in der Tat überragend (man spürt den erfahrenen Chorleiter Wilhelm Pitz), und auch das Solistenquartett ist bestens besetzt. Für mich eine der schönsten Aufnahmen von Rafael Frühbeck de Burgos. Sie entstand 1967.

    Meine Ausgabe enthält als "Zugaben" noch das "Exsultate, jubilate", gesungen von Barbara Hendricks (mit Neville Marriner als Dirigent) sowie ein Kuriosum, nämlich das "Ave Verum" mit Herbert von Karajan, dem Chor der Gesellschaft für Musikfreunde Wien und dem Philharmonia Orchestra London.

    Es handelt sich hier um die Aufnahme einer "Kennenlern-Probe" für Beethovens MISSA SOLEMNIS, die im Herbst 1958 im Großen Musikvereinssaal in Wien aufgenommen wurde. Die Probe wurde mitgeschnitten und nun hier, m.W. erstmals auf CD, veröffentlicht. Keine Aufnahme, die die unzähligen anderen überragt (wie auch?), aber historisch von Interesse.


    LG Nemorino

    Die Welt ist ein ungeheurer Friedhof gestorbener Träume (Robert Schumann).

  • Wenn sich der geneigte Tamino (natürlich auch die entsprechend interessierte Pamina) die ersten Beiträge von B(ig)B(erlin)B(är) durchliest, wird ihm klar werden, dass es dem Threadstarter nicht darum ging, die Lieblingsaufnahmen der Forianer mitgeteilt zu bekommen, sondern herauszufinden, wer sich schon mit dem Thema der Bearbeitungen des Requiems von Süßmayr bis (dato) Robbins-Landon befasst hat, eine entsprechende Einspielung besitzt und dazu etwas sagen kann.


    Nun - ich kenne neben der Süßmayrschen Bearbeitung nur die von Prof Beyer. In den 1970er Jahren hatte ich mal einen etwas längeren brieflichen Kontakt mit Prof. Beyer über das Thema "KV 626". U.a. schrieb er mir am 6. Januar 1975, dass seine Bearbeitung "bereits 40mal aufgeführt worden" sei und durchaus das Interesse der Fachwelt gefunden habe. Weiter heißt es:

    "Die nächste Station wäre, dass eine künstlerisch hochrangige Schallplattenaufnahme auf den Markt käme. Aber die GROSSEN haben ja kaum Zeit für ihre attraktiven Aufgaben, geschweige denn für ein Mozart-Requiem in einem neu erarbeiteten Klanggewand." Ich persönlich habe mir damals ins eigene Ohr geflüstert, dass die Mehrheit schon Intersse hat, die Kosten aber scheut, man deshalb lieber Gewohntes und Bekanntes bietet.


    Ergänzend hat er mir zwei Aufnahmen genannt (empfohlen kann man nicht sagen, weil er sie selbst nur als "einen Anfang in der Verbreitung dieser Neufassung" ansah): 1. BASF mit der "Birnauer Kantorei" und "Harmonia mundi" mit den Tölzern und dem Collegium aureum auf historischen Instrumenten. Prof. Beyers Angebot, mir einen Mittschnitt des ORF von 1971 "gegen Rückgabe" auszuleihen, konnte ich damals aus bestimmten Gründen nicht annehmen.


    Lange Rede, kurzer Sinn: Ich habe mir seinerzeit keine der beiden genannten Aufnahmen zugelegt. Warum weiß ich heute nicht mehr zu sagen, ich nehme aber an, dass mir die damaligen Preise nicht zugesagt haben.


    2005 oder 2006 fand in der Leipziger Thomaskirche eine Aufführung der Beyerschein Bearbeitung von KV 626 unter Biller statt, die von "Rondeau-Production" aufgezeichnet und veröffentlicht wurde. Diese Aufnahme hat mir eine befreundete Familie 2007 zum Geburtstag zukommen lassen.


    :hello:

    .


    MUSIKWANDERER

  • Wenn sich der geneigte Tamino (natürlich auch die entsprechend interessierte Pamina) die ersten Beiträge von B(ig)B(erlin)B(är) durchliest, wird ihm klar werden, dass es dem Threadstarter nicht darum ging, die Lieblingsaufnahmen der Forianer mitgeteilt zu bekommen, sondern herauszufinden, wer sich schon mit dem Thema der Bearbeitungen des Requiems von Süßmayr bis (dato) Robbins-Landon befasst hat

    Lieber musikwanderer,


    das ist auch mir völlig klar, aber da BBB hier nicht mehr mitschreibt und in Ermangelung eines anderen Threads über Mozarts Requiem bleibt wohl keine andere Wahl als hier über die Lieblingsaufnahmen zu schreiben.

    Am sinnvollsten wäre es wohl, den Titel zu ändern, aber soweit ich weiß, kann das ausschließlich derjenige, der den Thread gestartet hat. Oder ist auch die Moderation dazu in der Lage?


    LG Nemorino

    Die Welt ist ein ungeheurer Friedhof gestorbener Träume (Robert Schumann).

  • Lieber Nemorino,


    Danke für Deinen ergänzenden Beitrag zu diesem Thema. Ich hatte mich tatsächlich schon etwas gewundert, daß die FRÜHBECK DE BURGOS-Aufnahme des Requiems von Dir noch nicht erwähnt wurde, wo wir doch in Sachen Interpreten erstaunlich oft die gleichen Ansichten haben. Für jene, für die HIP nicht imperativ ist, ist diese Aufnahme bestimmt so ziemlich das Optimum. Deine Ausgabe kenne ich nicht, die Karajan-"Zugabe" ist ja wirklich eine Rarität!! Ich besitze nur die EMI/angel series LP, die ich mir damals extra aus England kommen ließ. Auf dieser LP gibt es leider keine Zugaben!


    Viele Grüße, und noch einen geruhsamen Sonnatg!

    wok


    PS in meinem spätnächtlichen Beitrag schrieb ich unverzeihlicherweise den Namen des so berühmten Chorleiters falsch! Es muß natürlich WILHELM PITZ heißen!

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  • Zitat von nemorino

    Am sinnvollsten wäre es wohl, den Titel zu ändern, aber soweit ich weiß, kann das ausschließlich derjenige, der den Thread gestartet hat. Oder ist auch die Moderation dazu in der Lage?

    Lieber nemorino, auch wenn BBB hier nicht mehr mitschreibt würde ich deinen Beitrag nicht für gutheissen, er hat das so eröffnet und so soll es auch bleiben! :!::!::!:


    Warum eröffnest du keinen neuen, machst du doch sonst auch!


    Nichts für ungut .

    LG Fiesco

    Il divino Claudio
    "Wer vermag die Tränen zurückzuhalten, wenn er den berechtigten Klagegesang der unglückseligen Arianna hört? Welche Freude empfindet er nicht beim Gesang seiner Madrigale und seiner Scherzi? Gelangt nicht zu einer wahren Andacht, wer seine geistlichen Kompositionen anhört? … Sagt nur, und glaubt es, Ihr Herren, dass sich Apollo und alle Musen vereinen, um Claudios vortreffliche Erfindungsgabe zu erhöhen." (Matteo Caberloti, 1643)

  • Warum eröffnest du keinen neuen, machst du doch sonst auch!

    Lieber Fiesco,


    eine gute Frage, aber wie ich sehe, hat hier seit dem Jahr 2006 und den ersten rund 30 Beiträgen die Frage von BBB kaum noch eine Rolle gespielt, sondern es sind vornehmlich Lieblingsaufnahmen genannt und diskutiert worden. Nachdem es hier inzwischen fast 200 Einträge gibt, halte ich einen neuen Thread vor wenig sinnvoll, zumal ich ja - Du weißt es:) - wenig Neues beizutragen habe. Meine Requiem-Aufaufnahmen sind fast alles "olle Kamellen" und hier schon mehrfach genannt und erörtert worden. Lassen wir es also ruhig beim ursprünglichen Titel. Die Idee, ihn nachträglich zu ändern, war sicher nicht besonders glücklich.


    LG Nemorino

    Die Welt ist ein ungeheurer Friedhof gestorbener Träume (Robert Schumann).

  • Ich hatte mich tatsächlich schon etwas gewundert, daß die FRÜHBECK DE BURGOS-Aufnahme des Requiems von Dir noch nicht erwähnt wurde, wo wir doch in Sachen Interpreten erstaunlich oft die gleichen Ansichten haben.

    Lieber wok,


    …. ich bin mir ziemlich sicher, daß ich sie schon einmal hier in irgendeinem anderen Zusammenhang genannt habe, weiß aber nicht mehr wo.

    Wie auch immer, man verliert ab und an die Übersicht, denn die Aufnahme wird in der Tat von mir hoch geschätzt. Gut, daß Du sie wieder ins Gespräch gebracht hast!

    Es muß natürlich WILHELM PITZ heißen!

    Ehrlich gesagt, das ist mir gar nicht aufgefallen! Wenn Du willst, kannst Du das aber noch korrigieren. Rufe den Beitrag auf und klicke auf "ändern", dann kannst Du aus dem Ü leicht ein I machen.


    Liebe Grüße ins hoffentlich recht angenehme Málaga (hier ist typisches November-Wetter),

    Nemorino

    Die Welt ist ein ungeheurer Friedhof gestorbener Träume (Robert Schumann).

  • Zitat von nemorino

    Die Idee, ihn nachträglich zu ändern, war sicher nicht besonders glücklich.

    :thumbup:


    LG Fiesco

    Il divino Claudio
    "Wer vermag die Tränen zurückzuhalten, wenn er den berechtigten Klagegesang der unglückseligen Arianna hört? Welche Freude empfindet er nicht beim Gesang seiner Madrigale und seiner Scherzi? Gelangt nicht zu einer wahren Andacht, wer seine geistlichen Kompositionen anhört? … Sagt nur, und glaubt es, Ihr Herren, dass sich Apollo und alle Musen vereinen, um Claudios vortreffliche Erfindungsgabe zu erhöhen." (Matteo Caberloti, 1643)

  • Hallo Nemorino,


    Danke für den Tipp. aber das Wort "ändern" erscheint bei mir nicht, sondern nur "speichern", "löschen" und "abbrechen". Ich weiß also nicht, wo ich hier anklicken soll, um die kleine Korrektur vornehmen zu können.


    Viele Grüße

    wok


    PS In Málaga ist es leider im Augenblick auch ziemlich kalt, tagsüber ca. 16 Grad, nachts ca. 9 Grad. Aber es scheint die Sonne, und wenigstens schneit es hier niemals!! :)

  • Ich musste gestern meinen Beitrag #188 abbrechen, obwohl ich noch einiges anmerken wollte. Im Nachhinein war das vielleicht gar nicht so schlecht, denn es gab mir die Gelegenheit, jenes o.e. Geburtstagsgeschenk, Mozarts Requiem in der Fassung von Prof. Franz Beyer (Thomaskirche Leipzig unter Biller), nach langer Zeit einmal wieder zu hören.


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    Und ich muss sagen, dass mir die Aufnahme interpretatorisch gefällt: Orchester- und Chorstimmen sind hervorragend abgebildet. Das Solistentrio Jutta Böhnert (S), Susanne Krumbiegel (A) und Martin Petzold (T) war mir bisher unbekannt, nur Gotthold Schwarz (B) - der nach Georg Christoph Billers Rückzug 2015 heute Thomaskantor ist -, kenne ich von einigen Aufnahmen geistlicher Musik. Nach gstriger Hörsitzung stufe ich sie - wie ich meine, zu ihrem Vorteil - als ausgewiesene Oratorieninterpreten ein, denn sie lassen das dramatisch-opernhafte Singen vor den Thomaskirchenmauern.


    Interessieren könnte mich von den weiter vorn genannten neuen Fassungen des Requiems nur die Robbins-Landon-Version interessieren. Ich muss mal schauen...


    :hello:


    .


    MUSIKWANDERER

  • das Wort "ändern" erscheint bei mir nicht

    Lieber wok,


    das Wort heißt nicht "ändern", sondern "bearbeiten"! Das war ein Fehler von mir - aber das müßte eigentlich auch bei Dir - zumindest 24 Stunden lang - erscheinen.

    tagsüber ca. 16 Grad, nachts ca. 9 Grad

    Für Màlaga mag das kalt sein, hier würden wir uns darüber freuen:)! Gestern hatte es hier mal höchstens 4° - nachts um den Gefrierpunkt.


    LG Nemorino

    Die Welt ist ein ungeheurer Friedhof gestorbener Träume (Robert Schumann).

  • Hallo, kennt einer die Aufnahme von Thielemann und ist sie empfehlenswert? G

    Musik ist höhere Offenbarung als alle Weisheit und Philosophie. Wem meine Musik sich verständlich macht, der muß frei werden von all dem Elend, womit sich die anderen schleppen.

    Ludwig van Beethoven


    Bruckner+Wand So und nicht anders :)

  • Lieber Nemorino,


    Ja, "bearbeiten", damit klappt es. Wieder etwas dazu gelernt! Danke!


    Gruß

    wok

  • Wie weiter oben erwähnt, gibt es inzwischen natürlich zahlreiche "prominente" Aufnahmen, die die Beyer- u.a. neuere Fassungen verwenden. Die oben im Austausch mit Beyer selbst genannte mit Coll. aureum/Tölzer kenne ich zwar nicht (ich habe noch eine LP mit Krönungsmesse/Vespern in der Besetzung), aber es dürfte die erste "HIP"-Einspielung des Werks gewesen sein. Der wohl erste prominente Dirigent mit Beyer war Marriner, ebenfalls schon in den 1970ern.

    Abgesehen von der Hogwood-Aufn, die im Lacrimosa abbricht, muss ich allerdings gestehen, dass mir bei sporadischem Hören des Werks nie explizit aufgefallen ist, wenn ich eine nicht-Süssmayer-Fassung hörte... Da ich eben nie direkte A-B-Vergleiche gemacht habe (und auch nicht der größte Fan des Stücks bin).

    Struck by the sounds before the sun,
    I knew the night had gone.
    The morning breeze like a bugle blew
    Against the drums of dawn.
    (Bob Dylan)

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  • Ergänzen möchte ich, wer sich dafür interessiert, hier der Link!


    Auch die Besetzung in Einzelheiten....

    Regensburger Domspatzen

    Sopran: Lothar Zagrosek, Gerd Fischer;

    Alt: Heinz Beller;

    Tenor: Kurt Ellmauer; Bass: Kurt Böhme.

    Symphonieorchester Graunke

    Leitung: Theobald Schrems 1956


    LG Fiesco

    Il divino Claudio
    "Wer vermag die Tränen zurückzuhalten, wenn er den berechtigten Klagegesang der unglückseligen Arianna hört? Welche Freude empfindet er nicht beim Gesang seiner Madrigale und seiner Scherzi? Gelangt nicht zu einer wahren Andacht, wer seine geistlichen Kompositionen anhört? … Sagt nur, und glaubt es, Ihr Herren, dass sich Apollo und alle Musen vereinen, um Claudios vortreffliche Erfindungsgabe zu erhöhen." (Matteo Caberloti, 1643)

  • Das sind meine Fassungen (ohne die üblichen Franz Xaver Süßmayr Fassungen)........


    Fassung von H. C. Robbins Landon (1991)

    Auger, Cecilia Bartlos, Cole, Pape, Wien PO, Solti (Live-Aufnahme vom 5.12.91 in Wien)



    Fassung von Sigismund Neukomm (1778-1858)*

    Hjordis Thébault, Gemma Coma Alabert, Simon Edwards, Alain Buet, La Grande Ecurie et la Chambre du Roy, Kantorei Sarlouis, Jean Claude Malgoire



    Fassung von C. Richard F. Maunder (1986)

    Kirkby, Watkinson, Rolfe-Johnson, Thomas, Academy of Ancient Music, Hogwood



    Fassung von Robert D. Levin (1993)

    Christine Brewer, Ruxandra Donose; John Tessier; Eric Owens; Atlanta Chamber Chorus & SO, Runnicles



    Fassung von Franz Beyer (1971/79 und 2005)

    Yakar, Wenkel, Equiluz, Holl, Concentus Musicus, Harnoncourt



    Zitat von D.Minor *

    Bereits kurze Zeit nach der Erstveröffentlichung gab es Versuche, alternative Vervollständigungen von Mozarts Requiem zu erstellen. So ergänzte der Salzburger Komponist Sigismund von Neukomm, der 1816 nach Rio de Janeiro ausgewandert war, das Werk für eine Aufführung in Brasilien um den Satz "Libera me". Neukomms Fassung wurde kürzlich in den Archiven eines Klosters in Rio entdeckt und von Jean-Claude Malgoire aufgeführt.

    Wenn man sich für Mozarts Requiem interessiert........

    .....ist es für meine Begriffe unersetzlich, sich auch für die verschiedenen Fassungen zu interessieren, die einen sagen naja, und die anderen erkennen da schon mehr oder weniger Grosse Unterschiede.


    LG Fiesco

    Il divino Claudio
    "Wer vermag die Tränen zurückzuhalten, wenn er den berechtigten Klagegesang der unglückseligen Arianna hört? Welche Freude empfindet er nicht beim Gesang seiner Madrigale und seiner Scherzi? Gelangt nicht zu einer wahren Andacht, wer seine geistlichen Kompositionen anhört? … Sagt nur, und glaubt es, Ihr Herren, dass sich Apollo und alle Musen vereinen, um Claudios vortreffliche Erfindungsgabe zu erhöhen." (Matteo Caberloti, 1643)

  • [...] muss ich allerdings gestehen, dass mir bei sporadischem Hören des Werks nie explizit aufgefallen ist, wenn ich eine nicht-Süssmayer-Fassung hörte.

    Das ist ein wichtiger Aspekt: Die Unterschiede zwischen der Süßmayr- und der Beyer-Fassung werden den meisten Hörern wahrscheinlich überhaupt nicht auffallen, weil der Eingriff Beyers sich dem normalen Ohr nicht erschließt. Selbst beim - wie ich meine - auffällig neu instrumentierten (oder sollte man besser sagen: Rückführung in die originale Gestalt?) "Oro supplex" muss man schon "Kapellmeister-Ohren" haben, um den dezenten Unterschied festzustellen. Ich selber habe den Unterschiede erst durch den Vergleich zwischen den beiden Eulenburg-Noten-Ausgaben hören können.


    :hello:

    .


    MUSIKWANDERER

  • Wenn man sich für Mozarts Requiem interessiert........

    .....ist es für meine Begriffe unersetzlich, sich auch für die verschiedenen Fassungen zu interessieren

    Lieber Fiesco,


    das ist zweifellos richtig, leider aber für viele Musikfreunde, die nicht Musik studiert haben und deshalb feine Unterschiede kaum wahrzunehmen vermögen, ziemlich schwierig. Dazu zähle auch ich. Umso angebrachter und notwendiger wäre es, wenn die Plattenfirmen jeweils über die eingespielte Fassung genaue Auskunft gäben. Das ist aber nur selten der Fall, und so bleibt man ziemlich ratlos zurück.


    Übrigens, als ich soeben Deine Einspielung mit der "Grande Ecurie" unter Jean-Claude Malgoire sah, glaubte ich diese zu besitzen. Beim zweiten Hinsehen wurde ich zweifelnd, und siehe da, es ist eine andere. Ich habe die folgende Version:



    Sie ist gekoppelt mit dem "Te Deum" von Marc-Antoine Charpentier. Eine, wie mir in Erinnerung ist, schöne, aber nicht außergewöhnliche Aufnahme aus dem Jahr 1984. Ich habe sie lange nicht mehr gehört.

    Auch hier wird man, was die Fassung betrifft, völlig allein gelassen. Es gibt zwei eine brauchbare Textbeilage, die auch auf die Entstehung des Werks eingeht sowie die Vervollständigung durch Süßmayr, aber es bleibt offen, welche Fassung letztendlich verwendet wurde.


    LG Nemorino

    Die Welt ist ein ungeheurer Friedhof gestorbener Träume (Robert Schumann).

  • Wenn man sich für Mozarts Requiem interessiert........

    .....ist es für meine Begriffe unersetzlich, sich auch für die verschiedenen Fassungen zu interessieren, die einen sagen naja, und die anderen erkennen da schon mehr oder weniger Grosse Unterschiede.

    Für meine Begriffe ist es das nicht. Mich interessiert schon der Komponist und das Werk, aber nicht jeder Bearbeiter und seine Ansicht.


    :hello:

    .


    MUSIKWANDERER

  • Für meine Begriffe ist es das nicht. Mich interessiert schon der Komponist und das Werk, aber nicht jeder Bearbeiter und seine Ansicht.


    :hello:

    Naja, dann darfst du das Requiem auch nur halb hören! Oder!?

    Il divino Claudio
    "Wer vermag die Tränen zurückzuhalten, wenn er den berechtigten Klagegesang der unglückseligen Arianna hört? Welche Freude empfindet er nicht beim Gesang seiner Madrigale und seiner Scherzi? Gelangt nicht zu einer wahren Andacht, wer seine geistlichen Kompositionen anhört? … Sagt nur, und glaubt es, Ihr Herren, dass sich Apollo und alle Musen vereinen, um Claudios vortreffliche Erfindungsgabe zu erhöhen." (Matteo Caberloti, 1643)

  • Lieber nemorino, dies Aufnahme gibt es bei mir auch, (nicht erwähnt, weil Süßmayr Fassung), was ist schon aussergewöhnlich?, mir gefällt das schon sehr gut! Bei dir sieht/hört es anders aus, weil es eben eine HIP Einspielung ist und du es dann eventuell langweiliger hörst ;)


    LG Fiesco

    Il divino Claudio
    "Wer vermag die Tränen zurückzuhalten, wenn er den berechtigten Klagegesang der unglückseligen Arianna hört? Welche Freude empfindet er nicht beim Gesang seiner Madrigale und seiner Scherzi? Gelangt nicht zu einer wahren Andacht, wer seine geistlichen Kompositionen anhört? … Sagt nur, und glaubt es, Ihr Herren, dass sich Apollo und alle Musen vereinen, um Claudios vortreffliche Erfindungsgabe zu erhöhen." (Matteo Caberloti, 1643)

  • Naja, dann darfst du das Requiem auch nur halb hören! Oder!?

    Nein, warum denn? Warum soll es "unersetzlich" sein? Ich weiß natürlich, was Du meinst, aber durch Süßmayrs Arbeit haben wir ein komplettiertes Requiem. Und das seine Arbeit zwei Jahrhunderte goutiert wurde, ehe sich in neuerer Zeit einige Koryphäen kritisch damit auseinandersetzten und eminente Fehler entdeckten, macht sie für mich nicht per se schlecht. Prof. Beyers Eingriff in Süßmayers (wohlgemerkt) Arbeit erschien mir damals (und ist es bis heute geblieben) einleuchtend. Von anderen hier genannten Bearbeitungen habe ich gelesen, mich aber nicht mit ihnen beschäftigt. Beschäftigen könnte mich da schon eher Rosettis "Requiem für Mozart" von dem ich zum ersten Mal gehört habe. Da werde ich dann wohl ein paar Euronen investieren.


    :hello:

    .


    MUSIKWANDERER

  • Die anderen sind auch komplett! ^^

    Il divino Claudio
    "Wer vermag die Tränen zurückzuhalten, wenn er den berechtigten Klagegesang der unglückseligen Arianna hört? Welche Freude empfindet er nicht beim Gesang seiner Madrigale und seiner Scherzi? Gelangt nicht zu einer wahren Andacht, wer seine geistlichen Kompositionen anhört? … Sagt nur, und glaubt es, Ihr Herren, dass sich Apollo und alle Musen vereinen, um Claudios vortreffliche Erfindungsgabe zu erhöhen." (Matteo Caberloti, 1643)

  • dies Aufnahme gibt es bei mir auch, (nicht erwähnt, weil Süßmayr Fassung), was ist schon aussergewöhnlich?, mir gefällt das schon sehr gut!

    Lieber Fiesco,


    …. wie gesagt, ich steht schon sehr lange ungehört bei mir im Regal. Ist meine einzige HIP-Fassung des Werks, trotzdem ist meine Erinnerung überwiegend positiv:)!

    Ich müßte meine Höreindrücke mal wieder auffrischen.


    LG Nemorino

    Die Welt ist ein ungeheurer Friedhof gestorbener Träume (Robert Schumann).

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