RIES, Ferdinand: Die Räuberbraut

  • Ferdinand Ries:[timg]http://upload.wikimedia.org/wi…jpg;r;200;244;*;Ferdinand Ries[/timg]
    DIE RÄUBERBRAUT


    Oper in 3 Akten - op 156
    Libretto von Georg Dörung nach einer Vorlage von Johann Josef Reiff
    Uraufführung: Frankfurt 1828

    Ort und Zeit der Handlung: Unteritalien, erste Hälfte des 17. Jahrhunderts


    Personen:
    Graf Viterbo – Bariton
    Laura, seine Tochter – Sopran
    Fernando - Tenor
    Anselmo, Castellan – Bariton
    Gianettina, seine Tochter - Sopran
    Carlo – Bassbariton
    Roberto, Räuberhauptmann – Bass
    Pietro – Ein ehemaliger Diener des Grafen - Bariton


    Räuber, Soldaten


    Inhalt


    1. Akt


    Das Geburtstagsfest des Grafen ist in vollem Gange. Freudenchöre sollen ihn erfreuen, aber der Graf bleibt melancholisch, denn er muß aus politischen Gründen das Land verlassen – eine Intrige gegen ihn ist im Gange. Laura, seine Tochter, bittet ihn inbrünstig , sie nicht alleine zu lassen – aber es muss sein. Der Graf gibt für die Dauer seiner Abwesenheit seine Tochter in die Obhut des Castellans Anselmo.
    Pietro, der Ziehsohn des Grafen, will sich eine Belohnung verdienen.indem er den Grafen an seine Feinde ausliefert. Dabei hofft er auf die Unterstützung des Räuberhauptmannes Roberto, der einst als Schwiegersohn vom Grafen abgelehnt wurde. Aber Roberto will mit dem Verräter Pietro nichts zu tun haben.
    Vielmehr trifft er Laura und verspricht ihr ihren Vater zu retten – unter der Bedingung, dass er sie heirate. Nach langem Zögern und Zagen willigt Laura schliesslich halbherzig ein.
    Inzwischen dringt eine Gruppe Soldaten unter der Führung ihres Hauptmannes Fernando ins Schloss ein. Ihr Auftrag ist es, den Grafen zu verhaften..Während die Soldatentruppe lautstark Einlass begehrt, drängt Robert den Grafen zur Flucht. Als die Soldatentruppe schliesslich die Türe aufbricht ist der Graf längst geflohen. Carlo, ein weiterer Offizier der Soldaten beschuldigt Pietro, der ihnen den Aufenthalt des Grafen verraten hatte, des Doppelspiels und Verrats.
    Ferrando ist inzwischen bis zu Laura vorgedrungen und erkennt in ihr das Mädchen, dem er vor geraumer Zeit in Palermo das Leben gerettet hat, und dessen Züge er bis heute nicht vergessen kann.
    Inzwischen flehen Anselmo, Gianetta und Anselmo um Gnade – schließlich können sie ja nichts dafür, dass ihr Herr, der Graf entflohen ist. Währende Carlo sich über die Flucht des Grafen ärgert ist Fernando im Stillen erfreut – schließlich hat er seine Pflicht getan – er kann jedoch niemanden verhaften, der nicht greifbar ist.
    Fernando befragt den Castellan und verspricht ihm Gnade, wenn er offen auf seine Fragen antworte. Er befragt ihn, wer er denn sei, und Anselmo antwortet wahrheitsgemäß er sei seit 30 Jahren Kastellan im Schloss. Er stellt auch Gianettina vor und bezeichnet Laura als ihre Schwester, also seine 2. Tochter. Pietro will die Wahrheit verraten – da wird er von Roberto erschossen….Im Allgemeinen Tumult fällt der Vorhang



    2. Akt


    Laura erinnert sich traurig ihrer glücklichen Vergangenheit, die nun für immer zu Ende scheint.
    Fernando ist sich sicher, dass er in Laura das Mädchen wiedergefunden hat, welchem er einst in Parma das Leben gerettet hat., aber Laura bestreitet dies. Indes bitten sie und Gianettina, Fernando möge sich für den Grafen einsetzen. Fernando verspricht das zwar ist aber verwirrt – irgend etwas wird ihm verschwiegen. Aber er ist in Laura verliebt, was die Sache noch kompliziert. Kaum ist Fernando gegangen, da erscheint Roberto mit seinen Mannen und gibt Auftrag Fernando zu suchen und zu töten. Laura bittet um Fernandos Leben. Roberto ahnt zwar, was Lauras Beweggründe sind, verspricht aber dennoch einerseits den Grafen zu schützen, andrerseits Fernandos Leben zu schonen – so Laura nun ein formales Verlobungsgelübde abgebe. Unter dem Druck der Ereignisse gibt Laura dieses Versprechen ab. Roberto gibt seinen Spießgesellen den Auftrag Fernando gefangen zu nehmen aber unter allen Umständen am Leben zu lassen – er habe sich für dessen Leben bei Laura verbürgt.
    Es geschieht, wie befohlen, die Räuber bringen den gefangenen Fernando herbei. Auch der Graf – er weilt noch immer auf der Burg – kommt herbei – vorbereitet zur von Roberto organisierten Flucht.
    Der Graf erkennt in Fernando den einstigen Lebensretter von Laura und ermuntert ihn, um seine Hand anzuhalten. Fernando erklärt Laura seine Liebe, welche aber sein Angebot ablehnt – sie hat sich dem Räuberhauptmann Robert versprochen. Robert erinnert sie vor allen Leuten an ihren Eid. Fernando erhält seine Freiheit wieder und der Graf kann endlich fliehen…..



    3. Akt


    Die Räuber besingen ihr freies Leben. Laura ist unter ihnen. Da naht Fernando und macht Laura erneut einen Heiratsantrag. Laure erklärt nun erstmals den Grund warum sie Fernando – den sie offensichtlich liebt – ablehnen muss. Sie ist die Räuberbraut. – gebunden durch einen Schwur. Fernando will das nicht akzeptieren und will Laura beschützen. Robert, der hinzukommt hat die Situation völlig richtig erfasst. Er bietet Fernando einen Zweikampf mit dem Schwert an. Laura ist verzweifelt. Nun mischt sich zu allem Überfluss auch noch die Räuberbande ein und will ihrem Hauptmann zu Hilfe eilen. Die Soldaten wollen das vereiteln – es kommt zum Handgemenge in dessen Verlauf Robert tödlich getroffen wird.. Die Räuber fliehen, die Soldaten triumphieren. Roberto gibt im Todeskampf Laura für Fernando frei.
    Eine Gruppe Soldaten naht jubelnd: Es ist ihnen gelungen den Grafen ausfindig zu machen uns zu verhaften. Auf ihn wartet der Henker.
    Aber in dem Moment erscheint Carlo, der zweite Offizier der Soldaten und verkündet einen politischen Wandel. Der Anstifter der Intrige sei vertrieben worden – der edle Fürst sei nun wieder frei in seinen Entscheidungen – er habe sich gewisser Leute entledigt und habe angeordnet den Grafen freizulassen und ihm seiner persönlichen Liebe und Wertschätzung zu versichern. Was gibt es Wertvolleres auf der Welt als die zuverlässige Freundschaft solch eines Fürsten !! (Dreimal Vivat !!!)


    Laura bekommt unter diesen Umständen natürlich ihren Fernando und ein nicht näher genannter Chor lobt den Segen des Himmels, die Freiheit und alles was man an einem solchen Tag noch bejubeln kann…….


    Um den allgemeinen Jubel nicht ins Unermessliche zu steigern fällt an dieser Stelle der Vorhang…


    Copyright 2014 by Alfred Schmidt für Tamino Klassikforum Wien

    Der Weg zur Hölle ist mit guten Vorsätzen gepflastert



  • Das ist eine schöne Oper, jedoch gefallen mir die beiden Oratorien " Der Sieg des Glaubens" und "Die Könige in Israel" wesentlich besser, an was und weshalb das so ist kann ich nicht sagen.


    LG Fiesco

    Il divino Claudio
    "Wer vermag die Tränen zurückzuhalten, wenn er den berechtigten Klagegesang der unglückseligen Arianna hört? Welche Freude empfindet er nicht beim Gesang seiner Madrigale und seiner Scherzi? Gelangt nicht zu einer wahren Andacht, wer seine geistlichen Kompositionen anhört? … Sagt nur, und glaubt es, Ihr Herren, dass sich Apollo und alle Musen vereinen, um Claudios vortreffliche Erfindungsgabe zu erhöhen." (Matteo Caberloti, 1643)