Zinka Milanov (1906 - 1989)

  • Heute ist ihr 25. Todestag:



    Zinka Milanov (* 17. Mai 1906 in Zagreb, Königreich Kroatien-Slawonien; † 30. Mai 1989 in New York, NY) war eine jugoslawisch-amerikanische Opernsängerin (Sopran).
    Sie sang hauptsächlich an der Metropolitan Opera in New York, aber auch bei den Salzburger Festspielen und in der Wiener Staatsoper; gastierte aber auch an anderen Opernhäusern, wie in Chicago und San Francisco sowie 1956/57 an der Covent Garden Opera in London.
    Ihre Hauptpartien waren Aida, Troubadour-Leonora, Maskenball-Amelia, Tosca, Santuzza in Cavalleria rusticana und Donna Anna in Don Giovanni.
    Häufiger Bühnenpartner war der schwedische Tenor Jussi Björling.



    LG

    Harald


    Freundschaft schließt man nicht, einen Freund erkennt man.
    (Vinícius de Moraes)

  • Zinka Milanov, hier in Verdis Requiem; wurde am 17. Mai 1906 geboren und starb am 30. Mai 1989. Hier singt sie unter Toscanini in Verdis Requiem:



    Heute ist ihr 109. Geburtstag.


    Liebe Grüße


    Willi :)

    1. "Das Notwendigste, das Härteste und die Hauptsache in der Musik ist das Tempo". (Wolfgang Amadeus Mozart).
    2. "Es gibt nur ein Tempo, und das ist das richtige". (Wilhelm Furtwängler).

  • Auch zu ihrem Todestag melde ich mich wieder und zwar wiederum mit der Requiem-Aufnahme, und das hat seinen Grund:



    Sie ist die Zweite, nach Hans Müller-Kray, die am 30. Mai gestorben ist, und zwar genau 20 Jahre später.

    Heute ist ihr 26. Todestag.


    Liebe Grüße


    Willi :)

    1. "Das Notwendigste, das Härteste und die Hauptsache in der Musik ist das Tempo". (Wolfgang Amadeus Mozart).
    2. "Es gibt nur ein Tempo, und das ist das richtige". (Wilhelm Furtwängler).

  • Es ist echt schade, daß dieser Thread, der einer der größten Sängerinnen des 20. Jahrhunderts gewidmet ist, kaum Beachtung findet und nun schon seit über vier Jahren völlig brachliegt.

    Deshalb möchte ich hier mit einigen der bedeutendsten Aufnahmen an die großartige Künstlerin Zinka Milanov erinnern, die in den 1940er und 1950er Jahren wahre Triumphe an der Metropolitan Opera New York gefeiert hat:


    Es handelt sich hier um Mono-Aufnahmen aus den Jahren 1952 und 1953, die klangtechnisch aber durchaus gut sind. Bei den Gesangsleistungen, nicht nur von Zinka Milanov, ohnehin eine vernachlässigenswerte Tatsache.

    Vor allem der TROVATORE von 1952 ist einzigartig. Keine andere GA dieser Oper läßt so sehr an Carusos Wort erinnern: Den Troubadour zu besetzen ist eine ganz einfache Sache: Man nimmt einfach die vier besten Sänger der Welt!" Doch selbst hier, in so illustrer Gesellschaft von Fedora Barbieri, Jussi Björling und Leonard Warren ist es die Milanov, der die Palme gebührt. Ihr samtener, warmer Sopran, dessen Leuchtkraft zwischen vollblütiger Höhe und nicht weniger ausladender Tiefe unerreicht war, und erst recht die Reinheit ihrer Pianissimi-Spitzentöne geben der Rolle der Leonora ein einzigartiges Gepräge, das weder Callas, Tebaldi noch Leontyne Price, um nur die wichtigsten zeitgenössischen Konkurrentinnen zu nennen, toppen konnten.


    Leider gibt es nur wenige Studioproduktionen von Opern mit Zinka Milanov, doch zwei gehören unbedingt noch hierher. Sie wurden bereits in Stereo aufgenommen:

    und:


    Die TOSCA entstand 1957, LA FORZA DEL DESTINO 1959 in Rom. Zu dieser Zeit hatte Zinka Milanov gesanglich ihren Zenit bereits leicht überschritten, aber ihre einzigartige Technik, ihre Phrasierungskünste und ihre Legatokultur machen das alles mühelos wett.

    Unbedingt ist noch ein Querschnitt der letztgenannten Oper zu nennen, der ein paar Jahre früher, 1955, aufgenommen wurde. Darin singt Zinka Milanov mit einer Makellosigkeit, die schier staunen macht. Besonders die große Arie der Leonora im 4. Akt "Pace, mio Dio" ist ein Paradestück herrlichen Gesanges:

    Auch dies ist eine CD, die in keiner guten Opernsammlung fehlen dürfte.


    Jetzt ein Recital mit Verdi-Arien, die zum großen Teil den obigen GA entnommen sind:

    Zudem enthält sie Ausschnitte aus einer Live-Aufführung der MET von "Un ballo in maschera" aus dem Jahr 1955.


    Zinka Milanov hatte das Pech, daß ihre Glanzzeit zum Teil durch den 2. Weltkrieg überschattet wurde, und als die Stereo-Ära mit ihren zahlreichen Neuaufnahmen begann, neigte sich ihre Karriere bereits dem Ende zu. Immerhin ist es erfreulich, daß einige Zeugnisse ihrer Gesangskunst der Nachwelt erhalten geblieben sind.


    LG Nemorino

                     








    Die Welt ist ein ungeheurer Friedhof gestorbener Träume (Robert Schumann).

  • Hallo, Nemorino!


    Schön, dass Du diesen Thread wieder belebst!


    Ich habe sehr viele Aufnahmen mit dieser „schönsten Stimme der Welt“, wie sie sich selbst bezeichnete. (Dazu gehörte auch eine 'spitze Zunge', wie die Anekdoten weiter unten zeigen.)


    Z. B. veröffentlichte die amerikanische Firma 'Legato Classics' anlässlich ihres Todes 1989 eine Box mit 2 CDs, die Life-Aufnahmen aus den Jahren 1938 bis 1966 (dem Jahr ihres Bühnenabschieds) enthält, darunter auch 6 Volkslieder aus ihrer kroatischen Heimat (1943 aufgenommen mit ihrem Bruder Bojidar Kunc am Klavier und einem Violinsolisten) und 2 Lieder von Richard Strauss („Allerseelen“ und „Zueignung“, 1965 in Newark mitgeschnitten und in deutsch gesungen). Angefügt sind auch zwei Interviews von 1976 und 1978.


    Gleichzeitig mit der Gesamtaufnahme von „La forza del destino“ unter Fernando Previtali (aufgenommen im Juli/August 1958!) wurde von der 'RCA' in Cooperation mit der 'DECCA' in Rom auch Ponchiellis „La Gioconda“ eingespielt: Zinka Milanov, Rosalind Elias, Belén Amparán, Giuseppe Di Stefano, Leonard Warren und Giorgio Tozzi sind die Solisten und auch hier dirigierte Fernando Previtali den Chor und das Orchester der römischen 'Accademia di Santa Cecilia'. Leider klingt die Milanov etwas ermattet; da hört man besser die Mitschnitte – es gibt sieben 'Saturday Afternoon Radio Broadcasts' dieser Oper aus der 'Met' mit ihr - von 1939 (mit Bruna Castagna, Giovanni Martinelli und Carlo Morelli) oder 1946 (mit Rise Stevens, Richard Tucker und Leonard Warren).


    Nach Abschluss der Aufnahmen gab das 'DECCA'-Team für die Sänger ein Abendessen, in dessen Verlauf die Ehefrau von Leonard Warren behauptete, die italienischen Tenöre könnten nicht singen. Di Stefano protestierte: „Madam! Ich bin Italiener, sogar Sizilianer!“ Trockener Kommentar der Milanov: „Noch schlimmer!“


    Als sich Eleanor Steber einmal an der 'Met' an die „Tosca“ wagte, schlug sie etwas unglücklich beim Sprung von der 'Engelsburg' auf die ausgelegten Matratzen auf und fiel in Ohnmacht. Zinka Milanov kam hinter die Bühne, beugte sich über die erwachende Steber und sagte: „Darling, ich sagte Dir doch, die Rolle ist zu anstrengend für Dich!“.


    Zinka Milanov (Kroatin) und Ljuba Welitsch (Bulgarin) waren erbitterte Konkurrentinnen, was an der 'Met' bei allen bekannt war. Einmal kam die Milanov zu der in der Seitengasse lauschenden Astrid Varnay, während die Welitsch auf der Bühne sang. Milanov fragte, wer da singt und als die Varnay herumdruckste, wurde sie wütend: „Ist es sie, der Rotschopf?“


    Herrlich doppeldeutig – und, wie ich finde, auch irgendwie zutreffend – Zinka Milanovs 'Kompliment' für Maria Callas: „Ihre Stimme ist wie ein Regenbogen - für jeden Ton eine eigene Farbe!“


    Viele Grüße!


    Carlo

  • Lieber Carlo,

    Leider klingt dieMilanov etwas ermattet; da hört man besser die Mitschnitte – esgibt sieben 'Saturday Afternoon Radio Broadcasts' dieser Oper aus der'Met' mit ihr - von 1939 (mit Bruna Castagna, Giovanni Martinelli undCarlo Morelli) oder 1946 (mit Rise Stevens, Richard Tucker undLeonard Warren).


    die beiden Mitschnitte sind geeignet, den Hörer zu den Engeln zu schicken.


    41NdnFDzvgL._SX425_.jpg



    91NUzzX4SiL._SY355_.jpg



    ;) - ;) - ;)


    Wer Rechtschreibfehler findet, darf sie behalten!

  • Schön, dass Du diesen Thread wieder belebst!

    Lieber Carlo,


    …. und wieder ist ein halbes Jahr ins Land gegangen, die "Wiederbelebung" war nur ein Atemzug.


    In den letzten Tagen habe ich - aus gegebenem Anlaß - ein wenig in meinen alten LP-Beständen gekramt und bin dabei auf dieses Milanov-Recital gestoßen, das m.W. nie komplett auf CD überspielt worden ist:

    Bildergebnis für zinka milanov

    Es handelt sich, soweit mir bekannt ist, um das einzige Recital dieser großartigen Sängerin in STEREO, aufgenommen 1958 in New York.

    Arturo Basile begleitet die Künstlerin mit dem RCA Victor Orchestra (dieser italienische Dirigent starb leider 54jährig bei einem Autounfall).


    Im einzelnen enthält die LP folgende Stücke:

    O mio babbino caro, aus "Gianni Schicchi" (Puccini)

    Un bel dì vedremo, aus "Madama Butterfly" (Puccini)

    La mamma morta, aus "Andrea Chénier" (Giordano)

    Addio di Mimì, aus "La Bohème" (Puccini)

    In quelle trine morbide, aus "Manon Lescaut" (Puccini)


    Canzone di salice & Ave Maria, aus "Otello" (Verdi), mit Rosalind Elias, Mezzosopran

    Lied an den Mond, aus "Rusalka" (Dvorak), in tschechischer Originalsprache gesungen.


    Die LP trägt auf der Rückseite den Titel "Sublime artistry". Damit ist über den Inhalt eigentlich schon alles gesagt. Auszüge aus dieser Platte gibt es u.a. auf dieser bereits im Beitrag 1 gezeigten CD:

    41CP1ZyehyL._SY355_.jpg

    die aber überwiegend Aufnahmen aus der Mono-Zeit enthält.


    Es ist traurig, daß diese wunderbare Sängerin 30 Jahre nach ihrem Tod nur noch wenigen Musikfreunden bekannt ist. Ihre Pianissimo-Spitzentöne sind legendär, vor allem in der GA von "IL TROVATORE" (mit Barbieri, Björling und Warren, RCA 1952) zu bewundern. Auf diese Aufnahme wurde hier gleichfalls schon hingewiesen.


    Es soll nicht verschwiegen werden, daß die Milanov sehr selbstbewußt war und, wie schon weiter oben zu lesen, über eine spitze Zunge verfügte. So wurde sie auf einer Party gefragt, ob sie mal auf der Bühne die Butterfly gesungen hätte. "Nein", meinte sie, "aber wenn ich sie gesungen hätte, wäre es die schönste der Welt geworden!"


    LG Nemorino

    Die Welt ist ein ungeheurer Friedhof gestorbener Träume (Robert Schumann).

  • Um noch einmal eindrucksvoll zu demonstrieren, welch außergewöhnliche Künstlerin die Kroatin Zinka Milanov gewesen ist, stelle ich hier die Arie "D'amor sull'ali rosée" aus dem 4. Akt von Verdis "Il Trovatore" ein, entnommen der berühmten GA unter Renato Cellini aus dem Jahr 1952:

    Wer sich auf knapp 4 Minuten herrlichen Gesanges einlassen will, der möge sich das anhören. Vor allem die zahlreichen Pianissimo-Spitzentöne, die ich in solcher Reinheit und Vollkommenheit kaum jemals gehört habe, sie sind einfach überwältigend!


    Die wunderbare Sängerin hat es bisher hier nur auf 8 Einträge gebracht, sie hätte mindestens das Zehnfache verdient!


    LG Nemorino

    Die Welt ist ein ungeheurer Friedhof gestorbener Träume (Robert Schumann).

  • Obwohl ich merke, daß ich hier auf ziemlich verlorenem Posten stehe, gebe ich noch nicht ganz auf. Das Interesse an Oper im allgemeinen und ihren Interpreten ist leider in diesem Forum zur Zeit nur sehr schwach ausgeprägt.

    Gleichzeitig mit der Gesamtaufnahme von „La forza del destino“ unter Fernando Previtali (aufgenommen im Juli/August 1958!) wurde von der 'RCA' in Cooperation mit der 'DECCA' in Rom auch Ponchiellis „La Gioconda“ eingespielt: Zinka Milanov, Rosalind Elias, Belén Amparán, Giuseppe Di Stefano, Leonard Warren und Giorgio Tozzi sind die Solisten und auch hier dirigierte Fernando Previtali den Chor und das Orchester der römischen 'Accademia di Santa Cecilia'. Leider klingt die Milanov etwas ermattet

    Das ist nicht wegzuleugnen, lieber Carlo. Zinka Milanov hatte das Pech, daß ihr Zenit bei Einführung der Stereotechnik bereits hinter ihr lag, und die wenigen Monoaufnahmen, die sie machen konnte, bald wegen der veralteten Technik bald hoffnungslos ins Hintertreffen gerieten. Sie wurden von den Plattenfirmen nicht mehr beworben und vom Publikum kaum noch verlangt. Zum Glück hat sich diese Einstellung inzwischen relativiert, und deshalb möchte ich hier sehr eindringlich für diese großartige Künstlerin eintreten, in der Hoffnung, daß ihre einzigartigen Qualitäten auch von Musikfreunden erkannt werden, denen die Künstlerin bisher kein Begriff war.

    Trotz der berechtigten Einwände möchte ich doch die Decca/RCA-Aufnahme der LA GIOCONDA hier vorstellen. Sie ist gebraucht noch immer erhältlich:

    allerdings zu einem Preis, der nicht gerade kaufanreizend wirkt.

    Bei der Gelegenheit möchte ich noch darauf aufmerksam machen, daß die Stereo-Aufnahme von Verdis LA FORZA DEL DESTINO aus dem Jahr 1958 inzwischen auch in der billigen "eloquence"-Serie erschienen ist:

    Giuseppe Verdi: La Forza Del Destino [Zinka Milanov, Giuseppe Di Stefano, Leonard Warren, Rosalind Elias, Giorgio Tozzi, Dino Mantovani; Orchestra and Chorus of the Accademia Di Santa Cecilia; Fernando Previtali] by Sergio Liviabella (2006-08-03)

    Doch wie ich soeben feststellen mußte, ist sie, zumindest bei Amazon, auch in dieser Ausgabe momentan vergriffen. Ich würde ohnehin zu der repräsentativeren Edition raten, die ich in Beitrag 5 gezeigt habe. Da ist immerhin ein Libretto italienisch/englisch beigelegt, während die Eloquence-Serie ganz spartanisch ausgestattet ist. Außerdem ist sie, wenn auch nur gebraucht, immer noch im Angebot.


    Auch der in seinen Urteilen recht zurückhaltende deutsche "Stimmenpapst" Jürgen Kesting gerät ins Schwärmen, wenn von Zinka Milanovs legendären Pianissimi die Rede ist: "... vor allen als Leonora in 'Trovatore' und als Aida ist sie 'hors concours', besonders bei den sanft gefluteten Spitzentönen. Es sind nicht nur weiche Töne der Mezzavoce, sondern schwebende Tonfontänen mit Körper und energischer Projektion."


    LG Nemorino



    Die Welt ist ein ungeheurer Friedhof gestorbener Träume (Robert Schumann).

  • Zitat von nemorino

    Das Interesse an Oper im allgemeinen und ihren Interpreten ist leider in diesem Forum zur Zeit nur sehr schwach ausgeprägt.

    Was hat das denn mit Zinka Milanov zu tun?:?:


    Ich kann und will nichts zu der Sängerin sagen, eildiweil ich ihr Timbre nicht mag!


    Im Keller steht noch eine Aufnahme mit ihr, die Gioconda mit di Stefano, der auch keine Enzo war. Hinzu kommt noch das ihr Partner des öfteren Bjoerling war für den das gleiche gilt, leider!

    Dafür liebte ich viele andere! :)


    LG Fiesco

    Il divino Claudio
    "Wer vermag die Tränen zurückzuhalten, wenn er den berechtigten Klagegesang der unglückseligen Arianna hört? Welche Freude empfindet er nicht beim Gesang seiner Madrigale und seiner Scherzi? Gelangt nicht zu einer wahren Andacht, wer seine geistlichen Kompositionen anhört? … Sagt nur, und glaubt es, Ihr Herren, dass sich Apollo und alle Musen vereinen, um Claudios vortreffliche Erfindungsgabe zu erhöhen." (Matteo Caberloti, 1643)

  • Was hat das denn mit Zinka Milanov zu tun?

    Viel und gar nichts, aber es ist bemerkenswert, daß die Sängerforen in der letzten Zeit kaum oder gar nicht frequentiert werden. Das wird man doch noch sagen dürfen!

    Ich kann und will nichts zu der Sängerin sagen, eildiweil ich ihr Timbre nicht mag!

    Im Keller steht noch eine Aufnahme mit ihr, die Gioconda mit di Stefano, der auch keine Enzo war. Hinzu kommt noch das ihr Partner des öfteren Bjoerling war für den das gleiche gilt, leider!

    Ich frage mich immer öfter, warum Du oft so grob und ungehobelt reagieren mußt! Das scheinst Du von Zeit zu Zeit zu brauchen, aber es ist Dein Problem! Auch wenn man nicht einer Meinung ist, muß man die Höflichkeit nicht draußen vor der Tür lassen.


    Jetzt kontere ich mal auf die gleiche Weise zurück, obwohl das eigentlich nicht meine Art ist: Wer Milanov, di Stefano und Björlings Timbre nicht mag, der muß was an den Ohren haben! Über Geschmack läßt sich bekanntlich nicht streiten, aber drei der besten und berühmtesten Sänger des letzten Jahrhunderts in Bausch und Bogen zu verdammen, das hat nicht nur mit Geschmack, sondern auch ein Stück mit Ignoranz zu tun - oder man ist ganz einfach auf Opposition gebürstet. Fragt sich nur warum?

    Tut mir leid, aber das mußte ich jetzt loswerden.


    LG Nemorino

    Die Welt ist ein ungeheurer Friedhof gestorbener Träume (Robert Schumann).

  • Lieber Nemorino,

    damit du dich nicht auf so ganz verlorenem Posten zu stehen glaubst, möchte ich noch ein paar Worte hinzufügen Ich besitze eine ganze Reihe der von die genannten Aufnahmen: "Aida", "Trovatore", "Forza" ( mit di Stefano), "La Gioconda" (Mit Tucker, mit Martinellis Stimme konnte ich mich nie so recht anfreunden) und noch einen Live-Mitschnitt von "Ballo" mit Björling, der da leider die große Arie auslässt). Ich habe mich nicht eher gemeldet, weil ja zu Milanovs Stimme eigentlich alles gesagt war.


    Fiesco

    Dass di Stefano, den ich ansonsten sehr schätze, kein idealer Enzo oder Alvaro war, will ich gerne zugeben. Was dein Verdikt über das Timbre von Milanov und Björling was ja reine Geschmackssache ist, ebenfalls, obwohl ich es nicht ganz nachvollziehen kann. In diesem Zusammenhang würde es mich aber schon sehr interessieren, wen du in den genannten Rollen favorisierst.


    Es grüßt


    Mme. Cortese

    Gott achtet mich, wenn ich arbeite, aber er liebt mich, wenn ich singe (Tagore)

  • "La Gioconda" (Mit Tucker, mit Martinellis Stimme konnte ich mich nie so recht anfreunden)

    Liebe Mme Cortese,


    leider kenne ich weder die Aufnahme der "Gioconda" mit Martinelli (an der Seite von Milanov) oder Tucker. Tucker war ein großartiger Tenor, und ich könnte ihn mir als Enzo sehr gut vorstellen.

    Ich habe leider von "La Gioconda" nur eine GA, das ist die alte Cetra-Aufnahme aus Turin, von 1952, da singt Gianni Poggi den Enzo, für mich der einzige wirkliche Schwachpunkt dieser Produktion (wenn man von der technischen Qualität absieht). Callas, Barbieri, Neri, Silveri, sie alle singen großartig, und Antonino Vottos Dirigat ist auch nicht zu verachten.

    Di Stefano mag kein idealer Enzo gewesen sein (ich kenne die Aufnahme nicht), aber in der Rolle des Alvaro unter Previtali gefällt er mir außerordentlich. Der renommierte Wiener Opernkritiker Karl Löbl war jedenfalls von di Stefanos Enzo begeistert. Er schreibt: "Di Stefano und Warren: eine ideale Paarung zweier Männerstimmen, die kultiviert, expressiv und in ihrer natürlichen Färbung belassen sind. Beide Sänger phrasieren wortbezogen, beide sind Virtuosen eines dramatischen Rubato. Dazu die Milanov als effektvolle Gioconda: Ein herrliches Trio." Und zu di Stefanos Alvaro meint der gleiche Kritiker: "Warren und di Stefano überbieten einander in Legatokultur, klarer Diktion und Natürlichkeit der Phrasierung." Dem kann ich nur zustimmen, denn ich hatte die "Macht des Schicksals" in dieser Fassung bereits auf LP und habe sie mir wegen ihrer Qualitäten später auf CD neu gekauft.


    Obwohl es hier ja eigentlich um Zinka Milanov geht, noch ein Wort zu einem "idealen Enzo": Wie gesagt, ich habe nur die Votto-Aufnahme, aber ich könnte mir in dieser Rolle sehr gut Carlo Bergonzi oder Luciano Pavarotti vorstellen, die beide den Enzo in GA gesungen haben.


    Immerhin empfinde ich es als positiv, daß nun doch hier zumindest eine Diskussion begonnen hat. Denn ich denke, zu Milanovs Stimme und Timbre ist noch längst nicht alles gesagt. Bedauerlich ist nur, daß es so wenige Tondokumente von ihr gibt, und diese oft in recht desolater Klangqualität.


    LG Nemorino






    Die Welt ist ein ungeheurer Friedhof gestorbener Träume (Robert Schumann).

  • Zitat von nemorino

    Trotz der berechtigten Einwände möchte ich doch die Decca/RCA-Aufnahme der LA GIOCONDA hier vorstellen. Sie ist gebraucht noch immer erhältlich:

    B000024250.03._SS300_SCLZZZZZZZ_.jpg

    Auch wenn ich in deinen Augen grob und ungehobelt bin......


    ....aber wenn ich dann lese, das du diese Aufn. überhaupt nicht besitzt? ....

    Zitat von nemorino

    Jetzt kontere ich mal auf die gleiche Weise zurück, obwohl das eigentlich nicht meine Art ist: Wer Milanov, di Stefano und Björlings Timbre nicht mag, der muß was an den Ohren haben!

    Tja, werter nemorino, das Frage ich mich allerdings bei dir manches mal auch! :baeh01:


    Übrigens, di Stefano mag ich sehr, aber wie gesagt ;), nicht als Enzo, soviel zu den Ohren!


    LG Fiesco

    Il divino Claudio
    "Wer vermag die Tränen zurückzuhalten, wenn er den berechtigten Klagegesang der unglückseligen Arianna hört? Welche Freude empfindet er nicht beim Gesang seiner Madrigale und seiner Scherzi? Gelangt nicht zu einer wahren Andacht, wer seine geistlichen Kompositionen anhört? … Sagt nur, und glaubt es, Ihr Herren, dass sich Apollo und alle Musen vereinen, um Claudios vortreffliche Erfindungsgabe zu erhöhen." (Matteo Caberloti, 1643)

  • Hallo Mme. Cortese......


    Zitat von Mme. Cortese

    In diesem Zusammenhang würde es mich aber schon sehr interessieren, wen du in den genannten Rollen favorisierst.

    z.B diese hier...


    mit der wunderbaren Eileen Farrell und Corelli und.....


    91mOk2C00iL._SX300_.jpgKlick


    ......und diese ganz besonders, eildiweil ich sie selbst gesehen habe! :!::jubel::hail:

    Tagliavini, Franco nicht zu verwechseln mit Feruccio! ;)


    LG Fiesco :hello:

    Il divino Claudio
    "Wer vermag die Tränen zurückzuhalten, wenn er den berechtigten Klagegesang der unglückseligen Arianna hört? Welche Freude empfindet er nicht beim Gesang seiner Madrigale und seiner Scherzi? Gelangt nicht zu einer wahren Andacht, wer seine geistlichen Kompositionen anhört? … Sagt nur, und glaubt es, Ihr Herren, dass sich Apollo und alle Musen vereinen, um Claudios vortreffliche Erfindungsgabe zu erhöhen." (Matteo Caberloti, 1643)

  • aber wenn ich dann lese, das du diese Aufn. überhaupt nicht besitzt? ..

    Habe ich das an irgendeiner Stelle behauptet? Wenn mich mein Erinnerungsvermögen nicht im Stich läßt, so habe ich lediglich auf die Existenz der Aufnahme hingewiesen, ohne zu vergessen, auf die

    berechtigten Einwände

    von Carlo in seinem Eintrag #6 aufmerksam zu machen. Obwohl die Sängerin zum Zeitpunkt der Aufnahme nicht mehr ganz auf der Höhe ihres Könnens war, verdient die GA aufgrund ihrer Über-alles-Qualität trotzdem Beachtung.

    das Frage ich mich allerdings bei dir manches mal auch!

    Das ist Dein gutes Recht, so wie Du mir gestatten wirst, an Deinem Urteilsvermögen zu zweifeln, wenn Du den Dauerbrüller Franco Corelli, der nichts auf der Welt so gefürchtet hat wie das Pianosingen, einem so kultivierten Künstler wie Jussi Björling vorziehst. Doch, wie schon oft gesagt, über Geschmack sollte man nicht streiten.


    LG Nemorino

    Die Welt ist ein ungeheurer Friedhof gestorbener Träume (Robert Schumann).

  • Hallo Fiesco,

    danke für die Rückmeldung. Die erstgenannte Aufnahme könnte ich sicherlich goutieren, bei der zweiten sind mir die Sänger bis auf Rysanek und Paskalis, nicht gut genug bekannt. Du könntest sicherlich argumentieren, dass sich das Kennenlernen lohnt, allerdings zählt das Werk nicht unbedingt zu meinen Lieblingsopern, und der Platz in meinem Regal ist beschränkt. Also bleibe ich bei Callas(2mal) und Milanov, wobei ich natürlich zugeben muss, dass Callas häufig ausgesprochenes Pech mit ihren Tenorpartnern hatte. Poggi beispielsweise gehört zu den Sängern, die ich nach Möglichkeit vermeide.


    @ Nemorino


    Man sollte es kaum glauben, aber Corelli konnte - wenn auch nicht so häufig - tatsächlich piano singen. Gerade neulich hat er mich in einer Aufnahme damit überrascht - allerdings weiß ich augenblicklich nicht mehr, um welches Stück es sich handelte. Da muss ich noch einmal nachforschen.


    Es grüßt


    Mme. Cortese

    Gott achtet mich, wenn ich arbeite, aber er liebt mich, wenn ich singe (Tagore)

  • Poggi beispielsweise gehört zu den Sängern, die ich nach Möglichkeit vermeide.

    Liebe Mme Cortese,


    da treffen sich unsere Geschmäcker, wie ich ebenso auch nach Möglichkeit Aufnahmen mit Franco Corelli, Mario del Monaco und Franco Bonisolli weiträumig umfahre (wobei letzterer in seinen jungen Jahren beachtliche, sehr einfühlsame Aufnahmen gemacht hat). Ich nehme diese Sänger nur in Kauf, wenn es sich um ansonsten hochkarätige Opern-GA handelt, die ich wegen der übrigen Besetzung bzw. des Dirigenten im Schrank haben möchte.


    Zu Corelli werde ich später noch in seinem Thread kurz etwas sagen, weil es ja hier eigentlich um Zinka Milanov geht.

    Von ihr möchte ich der Vollständigkeit halber noch zwei LPs vorstellen, die m.W. in Gänze nie auf CD übertragen wurden:

    Bildergebnis für zinka milanov un ballo

    Ein "Querschnitt" aus Verdis "Un ballo in maschera" (ital. ges.). Die Mitwirkenden sind:

    Zinka Milanov (Amelia), Marian Anderson (Ulrica), Jan Peerce (Riccardo), Leonard Warren (Renato), Roberta Peters (Oscar);

    Dimitri Mitropoulos dirigiert das Orchester der Metropolitan Opera, New York (Aufnahme: 1955, Mono, Original Best.Nr. LM-1911).


    Sodann noch ein Recital:

    Bildergebnis für zinka milanov un ballo

    mit Arien von Verdi und Poncielli, aufgenommen 1951-1955 (Original Best.-Nr. VICS-1336). Dirigenten sind: Robert Shaw, Dmitri Mitropoulos & Renato Cellini.

    Man sollte sich von dem Aufdruck "Stereo" nicht täuschen lassen, es sind Mono-Aufnahmen, die nachträglich künstlich stereophonisiert wurden.

    Es handelt sich in beiden Fällen um rare Tondokumente, die wahrscheinlich nur noch auf dem US-Markt zu ergattern sind. Vor allem der "Maskenball"-Querschnitt ist unter Sammlern heiß begehrt.


    LG Nemorino

    Die Welt ist ein ungeheurer Friedhof gestorbener Träume (Robert Schumann).

  • Lieber Nemorino,


    dass Zinka Milanov hier im Forum nicht die ihr eigentlich zustehende Wertschätzung erfährt, liegt nicht nur an den 'Taminos', sondern m. E. auch an der Situation des Schallplattenmarktes vergangener Jahrzehnte und nicht zuletzt an der Sängerin selbst.


    Die in den USA ausserordentlich beliebte Sopranistin, deren 'outspokenness' bei den Amerikanerin gut ankam, hinterließ nur relativ wenige Studio-Aufnahmen, was ihrem doch ziemlich schmalen Bühnen-Repertoire entspricht; das Rollenverzeichnis ihrer 'großen' Karriere (nach 1937) umfasst gerade mal 13 Partien, von denen sechs von ihrer Exclusivfirma 'RCA' in maßstäblichen Gesamt-Aufnahmen dokumentiert sind. (Wobei man sich wünscht, dass ihre 'späten' Einspielungen von „Tosca“, „La forza del destino“ und „La Gioconda“ ein paar Jahre früher entstanden wären, aber auch sie bieten noch genug Grund zum Bewundern.)


    Hinzu kommt, dass die Künstlerin (die übrigens auch deutsch sprach und in ihren Konzerten deutsche Lieder sang) nach ihrer 'Entdeckung' 1937 durch Bruno Walter am Deutschen Theater in Prag und einigen Auftritten in Hamburg, Wien und Salzburg („Verdi-Requiem“ unter Toscanini mit anschließender Verpflichtung an die 'Met') sich in Europa äusserst rar machte: im März 1950 an der Mailänder Scala drei „Tosca“-Vorstellungen (mit Gino Penno und Giuseppe Taddei unter Nino Sanzogno) und je dreimal „Tosca“ an Covent Garden in London (1956 mit Ferruccio Tagliavini und Scipio Colombo unter Argeo Quadri - 1957 mit Franco Corelli und Giangiacomo Guelfi unter Alexander Gibson; es gibt einen Mitschnitt vom 1. 7. 1957) - das ist alles! Und da damals die 'Saturday Afternoon Broadcasts' der Metropolitan Opera diesseits des Atlantiks nicht zu empfangen waren, blieb sie für die Europäer eine 'voce lontana'.


    Während der Zeit (1945 - 1958) ihres Vertrages mit 'RCA' gab es nur zwei große Arien-Recitals, wovon sich das erste, „A Milanov Recital“ (LM-1915), noch aus diversen Einzelaufnahmen der Jahre 1951 bis 1955 zusammen setzte. Die zweite Schallplatte - auf dem Cover ein etwas geschöntes Aquarell der Diva - mit dem Titel „Sublime artistry“ (im September 1958 in New York unter Arturo Basile eingespielt) mit der Katalognummer LM-2303 (mono) bzw. LSC-2303 (stereo) ist nie in den deutschen Katalog der 'Teldec' übernommen worden. Und auch meine mit dem 'Victrola'-Label versehenen preisreduzierten Wiederveröffentlichungen dieser beiden Platten (VICS-1196/stereo = LSC-2303 und VIC-1336/mono = LM-1915) erschienen nie offiziell in der BRD und mussten aus England und Amerika importiert werden, sofern man von deren Existenz überhaupt wusste, z. B. durch den „Schwann-Katalog“ aus den USA.


    Im CD-Zeitalter (1990) veröffentlichte die 'RCA' – nun zu 'Bertelsmann' gehörend - die von Dir im Beitrag Nr. 8 gezeigte Silberscheibe (GD 60074) in der „Vocal Series“-Reihe, die auch bei uns erhältlich war und die ich auch habe. Nach dem Wechsel der 'RCA' zu 'Sony' ist die Platte LSC-2303 (also die unter Basile) erst 2016 auf CD erschienen; da 'Sony' aber nur für ihre Neuaufnahmen Werbung macht, blieb auch das hierzulande unbemerkt.


    Zum Schluss sei noch angemerkt, dass uns die 'Teldec' viele Sänger-Recitals der 'RCA' aus jenen Jahren vorenthalten hat, z. B. von Licia Albanese (Lieder von Giuseppe Verdi und italienische Canzonen - Dirigent: René Leibowitz! - LM/LSC-2753), von Leontyne Price (Lieder von Strauss, Wolf, Fauré und Poulenc – LM/LSC-2279), ebenfalls von der Price „Swing Low, Sweet Chariot“ (LM/LSC-2600) und „Favorite Hymns“ (LM/LSC-2918), von Peter Pears und Julian Bream „Music for Voice and Guitar“ (LM/LSC-2718), von Cesare Valletti (Lieder von Scarlatti, Händel, Schubert und Schumann – LM/LSC-2280) und seine drei weiteren Lieder-Platten, von Richard Verreau „Opera“ (LM/LSC-2456) und seine fünf weiteren Recitals für 'RCA'. Besonders ärgerlich, für die Sängerin und für uns, die 'Unterschlagung' der von Hanne-Lore Kuhse 1966 in einem New Yorker Studio eingespielten Lieder-Platte (Schubert, Wolf, Brahms und Dvorák) mit der Katalognummer LM/LSC-2967. Da dies eine eigene Aufnahme der 'RCA' ohne Cooperation mit dem 'VEB Deutsche Schallplatten' war, hätte sie ohne weiteres auch in der BRD erscheinen können – in der DDR kam sie natürlich auch nie in den Handel. Nahm die westdeutsche 'Teldec' da politische (falsche) Rücksicht?


    Viele Grüße!


    Carlo



    P. S.

    Die Querschnitt-Platte von „Un ballo in maschera“ unter Dimitri Mitropoulos ('RCA' LM-1911) vom Januar 1955 ist komplett auf der 'Preiser'-CD 90695 erschienen; angehängt sind Ausschnitte aus „Il trovatore“ und „La forza del destino“ mit Zinka Milanov, Jan Peerce und Leonard Warren aus den Jahren 1951 und 1955. Von der 'Victrola'-Platte VIC-1336 – die habe ich nur in mono – sind die zweite Arie der Amelia ('Morrò, ma prima in grazia') und das Finale aus „La forza del destino“ ('Io muoio! Non imprecare!') auf der genannten Preiser-CD enthalten. Alle Verdi-Titel dieser Schallplatte gibt es m. W. auf einer 'Prima Voce'-CD der englischen Firma 'Nimbus'.

  • Lieber Carlo,


    ich gerate immer wieder ins Staunen angesichts der Detailkenntnisse, über die Du in so reichem Maß verfügst! Vielen Dank für Deine Ausführungen, die ich - als Verehrer der Sängerin - mit großem Interesse gelesen habe. Vieles davon war mir unbekannt.

    die Künstlerin (die übrigens auch deutsch sprach und in ihren Konzerten deutsche Lieder sang

    Wenn ich es recht in Erinnerung habe, hat Zinka Milanov die Aida in Prag deutsch gesungen, und ich glaube mich auch entsinnen zu können, daß sie diese Rolle an der MET erstmals noch (in einer italienischen Aufführung) in deutscher Sprache gebracht hat, weil sie die Partie in der Originalsprache noch nicht beherrschte (es kann aber sein, daß ich letzteres verwechsle, leider kann ich im Moment den Nachweis nicht finden).

    Die zweite Schallplatte - auf dem Cover ein etwas geschöntes Aquarell der Diva - mit dem Titel „Sublime artistry“ (im September 1958 in New York unter Arturo Basile eingespielt) mit der Katalognummer LM-2303 (mono) bzw. LSC-2303 (stereo) ist nie in den deutschen Katalog der 'Teldec' übernommen worden.

    Wenn ich mich nicht täusche, so ist diese LP identisch mit der von mir in Beitrag 8 gezeigten Platte VICS-1198 aus der VICTROLA-Serie, die auf der Rückseite den Untertitel "Sublime artistry" trägt.

    Nach dem Wechsel der 'RCA' zu 'Sony' ist die Platte LSC-2303 (also die unter Basile) erst 2016 auf CD erschienen; da 'Sony' aber nur für ihre Neuaufnahmen Werbung macht, blieb auch das hierzulande unbemerkt.

    Leider scheint sie nicht mehr im Handel zu sein, auch nicht gebraucht. Jedenfalls ist meine Suche vergeblich geblieben.

    Die Querschnitt-Platte von „Un ballo in maschera“ unter Dimitri Mitropoulos ('RCA' LM-1911) vom Januar 1955 ist komplett auf der 'Preiser'-CD 90695 erschienen

    Die habe ich inzwischen gefunden. Ich denke, es handelt sich um diese:

    Verdi: Un Ballo in Maschera (Highlights / Excerpts) [1955 Studio Recording: Milanov, Peerce, Warren, Anderson,  Mitropoulos]

    Ich hatte die schon einmal im Visier, glaubte aber, es handele sich um einen Live-Mitschnitt.


    Nochmals herzlichen Dank für Deine Hinweise und Kompliment für Deine umfassende Sachkenntnis.


    LG Nemorino

    Die Welt ist ein ungeheurer Friedhof gestorbener Träume (Robert Schumann).

  • Das ist wohl das Cover das Carlo meint.....


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    LG Fiesco

    Il divino Claudio
    "Wer vermag die Tränen zurückzuhalten, wenn er den berechtigten Klagegesang der unglückseligen Arianna hört? Welche Freude empfindet er nicht beim Gesang seiner Madrigale und seiner Scherzi? Gelangt nicht zu einer wahren Andacht, wer seine geistlichen Kompositionen anhört? … Sagt nur, und glaubt es, Ihr Herren, dass sich Apollo und alle Musen vereinen, um Claudios vortreffliche Erfindungsgabe zu erhöhen." (Matteo Caberloti, 1643)

  • Lieber Fiesco,


    ja, exakt diese Aufnahme meine ich, sie ist identisch mit der von mir in #8 gezeigten Victrola-LP. Aber leider ist sie wohl nirgends mehr in Angebot, weder neu noch gebraucht. Selbst bei amazon.us finde ich sie nicht.


    Danke jedenfalls für den Hinweis.


    LG Nemorino

    Die Welt ist ein ungeheurer Friedhof gestorbener Träume (Robert Schumann).

  • Aber leider ist sie wohl nirgends mehr in Angebot, weder neu noch gebraucht.

    Bei discogs würdest Du fündig werden, lieber nemorino. 44 Exemplare stehen dort zum Verkauf (Ab 2,91 €). Hier der Link.

    Einer acht´s - der andere betracht´s - der dritte verlacht´s - was macht´s ?
    (Spruch über der Eingangstür des Rathauses zu Wernigerode)

  • Lieber Reinhard,


    zunächst einmal ganz herzlichen Dank für Deine Mühe. Leider sind die Angaben bei Discogs etwas mißverständlich, denn die 44 Exemplare beziehen sich auf alle Angebote mit Zinka Milanov.

    Ich habe dann weiter recherchiert und mußte schließlich feststellen, daß die von mir gesuchte Aufnahme nur einmal auf CD zu haben ist, und zwar in der Box "The Golden Era of Living Stereo" mit 60 (!) CDs unterschiedlichsten Inhalts. Der Preis von € 99,99 ist zwar, umgerechnet auf die Einzel-CD, durchaus gerechtfertigt, aber leider sind die meisten davon entweder bereits bei mir vorhanden oder aber für mich nicht von Interesse. Schade!

    Als Einzel-CD scheint die Scheibe nicht veröffentlicht worden zu sein. So muß ich weiter warten - und hoffen.


    Nochmals ein dickes Dankeschön für den Hinweis und

    LG, Nemorino

    Die Welt ist ein ungeheurer Friedhof gestorbener Träume (Robert Schumann).

  • Hallo, mein Cover ist von da, deshalb habe ich weiter nichts dazu gepostet, weil es die CD nicht einzeln gibt!


    LG Fiesco

    Il divino Claudio
    "Wer vermag die Tränen zurückzuhalten, wenn er den berechtigten Klagegesang der unglückseligen Arianna hört? Welche Freude empfindet er nicht beim Gesang seiner Madrigale und seiner Scherzi? Gelangt nicht zu einer wahren Andacht, wer seine geistlichen Kompositionen anhört? … Sagt nur, und glaubt es, Ihr Herren, dass sich Apollo und alle Musen vereinen, um Claudios vortreffliche Erfindungsgabe zu erhöhen." (Matteo Caberloti, 1643)

  • Ok, da hätte ich wohl genauer hinschauen sollen. Wieder was dazu gelernt, danke Fiesco.

    Einer acht´s - der andere betracht´s - der dritte verlacht´s - was macht´s ?
    (Spruch über der Eingangstür des Rathauses zu Wernigerode)

  • Ich erinnere mich, daß vor ein paar Jahren mal aus einer dicken Box von Sony Music (wenn ich recht erinnere bei 2001) Einzelexemplare angeboten wurden. Vielleicht gibt es da irgendwann mal eine Chance, denn ich glaube kaum, daß man dieses Recital eines Tages noch einmal als Einzel-CD auf den Markt bringt. Dafür ist wohl weltweit das Interesse zu gering.


    LG Nemorino

    Die Welt ist ein ungeheurer Friedhof gestorbener Träume (Robert Schumann).

  • Und Vinyl soll es wohl nicht sein?

    Einer acht´s - der andere betracht´s - der dritte verlacht´s - was macht´s ?
    (Spruch über der Eingangstür des Rathauses zu Wernigerode)

  • Und Vinyl soll es wohl nicht sein?

    Lieber Reinhard,


    … das würde nichts helfen, weil ich die in Beitrag 8 gezeigte LP besitze, deren Inhalt identisch ist. Mir geht es um die originale "Living Stereo"-Ausgabe auf CD.

    Die LP ist fast ein halbes Jahrhundert alt und hat inzwischen ihre Macken.:(


    LG Nemorino

    Die Welt ist ein ungeheurer Friedhof gestorbener Träume (Robert Schumann).