Meine persönliche Referenzaufnahme - Vol. 2 - Franz Schuberts Sinfonien

  • Dies ist der zweite Thread einer geplanten Serie - wo jeder, der sich berufen fühlt SEINE persönliche Referenz zu einer Werkgruppe eines der führenden Komponisten nominieren kann. Ich setze die Serie - nach fast einem Jahr mit Schuberts Sinfonien fort - da nach anfänglichem zähen Beginn der 1. Thread doch ins Laufen gekommen ist.


    Meine persönliche Referenzaufnahme - Vol. 1 - Beethovens Sinfonien


    Je nach Interesse wird diese Threadserie - nach und nach -auf 4, 5 oder aber auch 12 (mehr sollten es nicht sein) Folgen erweitert.
    Eine (möglichst ausführliche) Begründung, WARUM man gerade diesen oder jene Gesantaufnahme gewählt hat ist im Falle dieses Threads leider obligat. Ich bin der Meinung, daß hier - da es sich ja um eine SUBJEKTIVE Auswahl handelt, keine besonderen Kenntnisse vonnöten sind. Derzeit ist eine Diskussion über einzelne Ergebnisse nicht angedacht - mach aber sein - daß in einigen Wochen - nachdem hier die meisten Statments abgeschlossen sind - eine solche hier - oder (wahrscheinlicher) in einem separaten
    Thread nachgereicht wird.
    Es sind übrigens pro Person ZWEI Referenzen möglich - diese sollten dann numeriert und in GETRENNTEN Beiträgen behandelt werden.
    Ich wünsche Euch viel Spaß


    mfg aus Wien
    Alfred


    PS - Ab jetzt ist es auch gestattet eine "Beinahe -Gesamtausgabe" zu nominieren - Dies sollte aber erläuternd erwähnt werden.

    Interpreten SIND Sklaven !

  • Referenz? Das ist immer schwierig. Ich höre Schubert alternierend in den GA's von Suitner, Kertesz, Horst Stein, Günter Wand, von einzelnen Sinfonien entsprechend die Einzelaufnahmen. Die Referenz ist allerdings für mich die Aufnahme unter Karl Böhm. Angefext durch die LP mit der Kopplung von 5. und 8. Sinfonie (damaliger Zählung). Böhm ist in meinen Ohren viel mehr Schubert als Mozart, musiziert das Leichte, Schwingende und doch ebenso Melancholische der 5. Sinfonie, lotet das Rätselhafte der h-moll Sinfonie aus, deren 2. Satz bei Böhm mit einem großen Fragezeichen endet und entfesselt die ganze Dramatik der 9. Sinfonie. Hier weiche ich mit meiner Aufnahmenpräferenz insofern von der GA ab, als ich hier die späte live-Aufnahme mit den Dresdnern vorziehe. Als GA ist die Aufnahme von Karl Böhm meine unschlagbare Referenz:



    Liebe Grüße vom Thomas :hello:

    Früher ist gottseidank lange vorbei. (TP)
    Wenn ihr werden wollt wie eure Väter waren werdet ihr so wie eure Väter niemals waren.

  • Ich werde mich morgen für drei Tage ins Krankenhaus legen und einen kleinen chirurgischen Eingriff vornehmen lassen. Danach melde ich mich wieder, auch zu diesem Thema.


    Liebe Grüße


    Willi :)

    1. "Das Notwendigste, das Härteste und die Hauptsache in der Musik ist das Tempo". (Wolfgang Amadeus Mozart).
    2. "Es gibt nur ein Tempo, und das ist das richtige". (Wilhelm Furtwängler).

  • Komm gesund wieder, lieber William.


    Liebe Grüße und Dir alles Gute vom Thomas :hello:

    Früher ist gottseidank lange vorbei. (TP)
    Wenn ihr werden wollt wie eure Väter waren werdet ihr so wie eure Väter niemals waren.

  • Ich bin geneigt, Lorin Maazel ins Spiel zu bringen, wobei ich mich schwer tue, die alten Aufnahmen mit den Berliner Philharmonikern (wo allerdings die 1. und 9. leider fehlen) oder jene mit dem Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks zu bevorzugen. Besonders die von mir geliebte, oft vernachlässigte 2. Symphonie gelingt ihm wunderbar.



    Nach meinem Empfinden stimmt da eigentlich alles. Die älteren Aufnahmen sind vielleicht sogar noch besser.

    »Finis coronat opus.« (Das Ende krönt das Werk.) – Ovid

  • Sagitt meint:


    Bei den kleinen favorisiere ich Hengelbrock mit der Kammerphilharmonie und Immerseel.
    Bei den späten, 8 und 9 Mackerras, herrliche Unvollendete, und Gardiner.


  • Ich war kürzlich sehr angetan von den Aufnahmen der Schubert-Symphonien 1-6 durch Claudio Abbado. Da ich 8 und 9 (oder 7 und 8) von ihm noch nicht habe/kenne, gibt das allerdings noch keinen kompletten Zyklus.


    An solchen stehen folgende im Regal:
    Böhm
    Karajan
    Muti
    Maag

  • Meine "Referenz" ist hier - wie nicht anders zu erwarten - einmal mehr Karl Böhm, der IMO bis heute in Sachen Schubert-Sinfonien unerreicht ist. Das ist umso bemerkenswerter, als im Falle Beethoven Karajan die Siegespalme vom Publikum verliehen wurde - aber bei Schubert hat er es nicht geschafft Böhm zu übertrumpfen. Dabei habe ich - als die Aufnahme aktuell war - sie nicht als makellos gefunden, Die Beanstandungen lagen bei der Tontechnik, die zwar in Ordnung - indes nicht perfekt war. Heute empfinde ich die kleinen Fehler nicht mehr - wahrscheinlich auf Grund des Nachlassens meines Gehörs - aber auch durch herabsetzen des Grundrauschen durch Übertragen und Remastering auf das digitale Medium CD....
    Böhm dirigiert einen "wienerischen" Schubert, der die Aufnahme - trotz einiger Schwächen - zu meiner Referenz macht. Eine weitere Nominierung folgt zu gegebener Zeit

    mfg aus Wien
    Alfred

    Interpreten SIND Sklaven !

  • Bei den späten, 8 und 9 Mackerras, herrliche Unvollendete …


    Und vor allem: eine perfekte »Große« C-dur DV 944! :jubel: :jubel:



    Meine „persönliche“ Referenzeinspielung:


    Staatskapelle Dresden, Sir Colin Davis



    Eine klanglich gleichmäßige, hervorragende Einspielung auf hohem Niveau.
    Und Sir Colin Davis ist Garant für gute Qualität.

    Einer der erhabensten Zwecke der Tonkunst ist die Ausbreitung der Religion und die Beförderung und Erbauung unsterblicher Seelen. (Carl Philipp Emanuel Bach)


  • Diese Gesamtaufnahme, die ich unmittelbar nach Erscheinen erwarb, ist seit 25 Jahren meine Referenzaufnahme, dahinter folgen in meinem Bestand Böhm und Goodman. Was die Achte und Neunte betrifft, könnte ich noch zahlreiche Aufnahmen von Günter Wand auf CD un d DVD nennen (Berliner Philharmoniker, Münchenr Philharmoniker, DSO Berlin und NDR-Sinfonieorchester (mehrfach).


    Liebe Grüße


    Willi :)

    1. "Das Notwendigste, das Härteste und die Hauptsache in der Musik ist das Tempo". (Wolfgang Amadeus Mozart).
    2. "Es gibt nur ein Tempo, und das ist das richtige". (Wilhelm Furtwängler).

  • , Da hier offenbar Gesamtaufnahmen gefragt sind, bin ich vermutlich mit Referenzaufnahmen einzelner SCHUBERT-Sinfonien hier fehl am Platze. Da es aber m. E. den Dirigenten oder das Orchester für sämtliche so unterschiedliche Sinfonien eines FRANZ SCHUBERT, oder auch MOZART, HAYDN oder BEETHOVEN nicht gibt, kaufe ich kaum jemals davon Gesamtaufnahmen sondern wähle nach sorgfältiger Vorprüfung und -auswahl für jede Sinfonie jene Aufnahme, die mir am meisten entspricht. So braucht es z. B. für SCHUBERT's Sinfonie Nr. 1 einen ganz anderen interpretatorischen Ansatz, und häufig auch ein anderes Orchester als z. B. für die Sinfonie Nr. 8.


    Demnach wäre für die Sinfonien Nr. 1 und Nr. 2 die alte Philips-Aufnahme mit der STAATSKAPELLE DRESDEN unter WOLFGANG SAWALLISCH mein Favorit.


    VACLAV NEUMANN mit der TSCHECHISCHEN PHILHARMONIE imponiert mir mit seiner Interpretation der 3. und 8. Sinfonie


    Für SCHUBERT's Sinfonie Nr. 4 ist für mich nach wie vor die wunderbar schlanke, transparente Interpretation der vorzüglichen LONDON MOZART PLAYERS unter HARRY BLECH, der das Orchester am 11. 02. 1949 gründete, bis heute unübertroffen, auch wenn diese His Master's Voice Aufnahme noch in Mono ist. Ähnlich überzeugend ist die Einspielung der Sinfonie Nr. 5 gelungen.


    Alternativ höre ich diese Sinfonie Nr. 5, wie auch die Nr. 6 ebenso gerne mit LORIN MAAZEL in seiner rhythmisch sehr straffen und scharf profiliert artikulierten Interpretation mit den BERLINER PHILHARMONIKERN, für mich ebenfalls eine absolute Referenzaufnahme.


    Von den unzähligen Einspielungen der Sinfonie Nr. 8 (Unvollendete), deren Interpretationen sich doch z. T. sehr unterscheiden, ist es für mich sehr schwierig, mich auf eine Aufnahme festzulegen. Neben der schon oben erwähnten Einspielung dieser Sinfonie durch VACLAV NEUMANN und seiner TSCHECHISCHEN PHILHARMONIE entsprechen noch 3 weitere Aufnahmen in hohem Maße meinen persönlichen Vorstellungen von der adäquaten Interpretation dieser Sinfonie, nämlich die alte DGG mono-Aufnahme mit den BERLINER PHILHARMONIKERN unter dem viel zu früh verstorbenen und zu Unrecht fast vergessenen Dirigenten FRITZ LEHMANN, dessen strenger Musizierstil diesem Werk sehr zugute kommt und einen interessanten Kontrast zu der etwas romantischeren Sichtweise eines HANS SWAROWSKY darstellt,



    ferner die in jeder Hinsicht ausgefeilte Interpretation durch den wohl sehr unterschätzten Dirigenten WILLEM VAN OTTERLOO, bekannt durch seine Strenge gegenüber den Musikern und seine unglaubliche Partiturkenntnis, mit dem fabelhaften PHILHARMONISCHEN ORCHESTER DEN HAAG, wobei VAN OTTERLOO etwa das gleiche Zeitmaß wählt wie FRITZ LEHMANN, aber deutlich langsamer ist als VACLAV NEUMANN,




    schließlich ebenfalls für mich in jeder Hinsicht auch heute noch unverzichtbar die Aufnahme der Sinfonie Nr. 8 durch HANS SWAROWKY mit dem ORCHESTER DER WIENER STAATSOPER mit fast identischen Zeitmaßen wie FRITZ LEHMANN, in einer jedoch etwas weniger strengen Interpretation als dieser.


    Viele Grüße
    wok

  • Da hier offenbar Gesamtaufnahmen gefragt sind, bin ich vermutlich mit Referenzaufnahmen einzelner SCHUBERT-Sinfonien hier fehl am Platze.


    Nein – Du bist hier genau richtig – auch wenn bisher meistens Gesamtaufnahmen genannt wurden. Deine Nennungen empfinde zumindest ich persönlich als wertvolle Bereicherung, wo Namen auftauchen, die ich länger nicht mehr gelesen habe … :hello:



    Ich möchte noch eine GA nachschieben, die ich erst seit kurzem kenne – von der ich (vielleicht auch noch andere) jedoch sehr begeistert bin:


    Und zwar die Aufnahmen mit


    Les Musiciens Du Louvre Grenoble,
    Marc Minkowski


    Die Produktinfo verrät: »Wichtig war dem Originalklangexperten und seinem Orchester neben einer präzisen, dabei gleichzeitig intuitiven Interpretation die Anordnung der Instrumentengruppen in Wiener Manier, d. h. die Violinen befinden sich zu beiden Seiten des Dirigenten und die Kontrabässe ihm gegenüber …«

    Einer der erhabensten Zwecke der Tonkunst ist die Ausbreitung der Religion und die Beförderung und Erbauung unsterblicher Seelen. (Carl Philipp Emanuel Bach)

  • Ganau wie WOK würde es mir auch schwer fallen eine Schubert - GA für alle Sinfonien hier als alleinigen Favoriten zu erwähnen, denn alle GA sind sehr uneinheitlich.


    Sinfonien Nr.1 - 6

    Warner, 1992, DDD


    :!: Ich möchte mich gleich vorab von den in der GA enthaltenen Harnoncourt-Aufnahmen der Sinfonien Nr 8 und 9 deutlich abgerenzen. :thumbdown: Es war und ist für mich unglaublich wie langweilig die Unvollendete (Nr.8) und wie langatmig die Grosse C-Dur (Nr.9) auf mich gegen die frühen Sinfonien wirkt --- :thumbup: Ganz das Gegenteil der Sinfonien Nr.1-6 !!!


    Harnoncourt bietet eine zügige, wahnsinnig detailreiche und spannende Int der Sinfonie Nr.1 - 6. Ausgezeichnete Klangtechnik als Bonuspunkt !
    Bei der Sinfonie Nr.4 macht er allerdings Mätzchen und zieht den 4.Satz auf ungewöhnliche 10:20. Da liegen mir Kertesz (Decca ) und Karajan (EMI) deutlich näher, deren Schubert_GA ich ebenfalls besitze.



    Die Sinfonie Nr.8 (Unvollendete) höre ich am liebsten mit Bernstein/New Yorker PH (SONY, 1960) oder ebenfalls in ihrer dramatischen Wucht in Karajans fulminanter DG-Aufnahme.
    Da ich entgegen vieler anderer Meinungen die Sinfonie Nr.9 in der wiederholungsfreien stahlharten Aufnahme mit Karajan ebenso schätze, gilt das auch für die Nr.9.



    DG, 1965/69, ADD



    Durch Willis dankenswerter Empfehlung bin ich erts dieses Jahr zu der ausgezeichnenten und herausragenden Mackerras-Aufnahme der Sinfonie Nr.9 gekommen, die mich einmal mehr durch ihre stahharten Pauken begeistert - da kann ich auch erstmals die Grosse C-Dur mit alle Wdh in ihren himmlische Längen sehr gut hören.

    SIGNUM, 2008, DDD



    ;) So sieht meine zusammengestellte Schubert - GA aus !

    Gruß aus Bonn, Wolfgang

  • 1 Harnoncourt? evtl. Colin Davis/Dresden
    2 Maazel/Berliner Phil (DG), Harnoncourt
    3 Maazel, Markevitch, C. Kleiber (alle DG)
    4 Maazel, Markevitch
    5 kann ich nicht mehr hören :untertauch: evtl. Bruno Weil (HIP)
    6 Maazel, Bruno Weil
    8 (Unvollendete) C. Kleiber, Klemperer; Mackerras für die komplettierte Version.
    9 Furtwängler (live 1940er), Mengelberg (c1. 1940), evtl. Szell oder E. Kleiber (letztere klanglich nicht so toll) für eine "schlankere".


    Ich muss zugeben, dass sich mein Interesse für die ersten 6 Sinfonien in Grenzen hält (von einigen Ausnahmesätzen wie den langsamen der 2. und 4. abgesehen) und ich meine beiden GA Harnoncourt/Concertgebouw und C. Davis/Dresden nie so systematisch mit Einzel-Aufnahmen verglichen habe. Die Aufnahmen des jungen Maazel mit 2-6 u. 8 gefallen mir sehr gut, Markevitch (3+4) ein paar Jahre vorher (mono) ist beinahe zu drahtig, aber das ist auch ein willkommener Kontrast. Von der 8.,9. (u. evtl. 5.) habe ich natürlich zig weitere, teils als Beifang. Außer den Empfehlungen noch zwei relative Enttäuschungen bei sehr hoch eingestuften 9.: Giulini/Chicago mit sehr breiten Tempi und seltsamer Artikulation im Kopfsatz und Furtwängler/Studio 1951, die verglichen mit der älteren Live-Aufnahme lahm und spannungsarm wirkt.

    Struck by the sounds before the sun,
    I knew the night had gone.
    The morning breeze like a bugle blew
    Against the drums of dawn.
    (Bob Dylan)

  • Ich habe einige Zeit gebraucht, dis ich meine Alternativaufnahme gewählt habe. Nun habe ich mich aber entschlossen, und zwar für die alte DECCA-Aufnahme mit den Wiener Philharmonikern unter Istvan Kertesz. Sehr interessant auch der Vergleich der Tempounterschiede Karl Böhm vs. Istvan Kertesz, sehr gut zu hören im letzten Satz der Sinfonie Nr 6, der "kleinen" C-Dur Sinfonie....

    mit freundlichen Grüßen aus Wien
    Alfred

    Interpreten SIND Sklaven !

  • Dieser Einschätzung als 2. Alternativ-GA möchte ich mich nach den Erstgenannten in Beitrag 13 der voll anschliessen.


    Mein Erstkontakt mit den frühen Sinfonien Nr.1-6 mit Karajan (EMI) war ja voll in Ordnung. Diese GA hat mich bereits in der LP-Ausgabe schon begeistert; später auf CD in der ersten EMI_GA, die dann nochmal durch die besser deutlich klingende EMI-Ausgabe in der EMI-Karajan-Edition C1981 ersetzt wurde.
    :thumbsup: Als deutliche Steigerung, als GA insgesamt, habe ich dann aber Kertesz ohne "wenn und aber" empfunden. Die GA wird durch die Ouvertüren Fierabrass, Des Teufels Lustschloss, Ouvertüren im it.Stil noch ergänzt.


    Hohe Spielfreude, zügiges Vorwärsschreiten, nie Langeweile zulassen, Spannung gekonnt aufbauen sind nur einige der positiven Eigenschaften dieser Kertesz_GA ... und anständig klingen "tut se auch noch" durch die gute alte Decca-Analogtechnik.


    Decca, 1963-1971, ADD

    Gruß aus Bonn, Wolfgang

  • Guten Morgen,

    im fortgeschrittenen Alter taste ich mich nun langsam tiefer in die Welt der Symphonien vor, wenngleich ich natürlich eine Reihe davon in meinem Schrank habe.

    Gestern bin ich zufällig auf die Podcasts von David Hurwitz (Editor vom Classic Today) gestoßen, der sehr prägnante Urteile fällt. Seine entspannte, typisch amerikanische Art ders Vortrags gefällt mir sehr gut. Hurwitz nennt als seine Referenzaufnahme der 8. Symphonie Eugen Jochum mit dem Boston Symphony. Ich habe mir die Aufnahme in meinem itunes- Account heruntergeladen und finde sie auch sehr gut, klanglich ausgewogen und differenziert. Jochum habe ich mit den Bamberger Symphonikern live grandios erlebt. Bisher legte ich besonders gerne die bejahrte Bernstein-Aufnahme mit dem New York Philharmonic auf.


    Meine Frage: hat ein Tamino eine Einschätzung von Hurwitz und seinen klaren Wertungen? Die gerade erschienenen Brahms-Symphonien mit den Wiener Symphonikern unter Philippe Jordan hält er übrigens für "wertlos".


    VG
    Otello50

  • Hurwitz ist sehr unterhaltsam und ich höre und lese sehr gerne von ihm.

    Er hat mir in einigen Dingen auf erfrischende Art die Augen geöffnet.

    Er hat hauptberuflich nicht mit Musik zu tun.

    Er vertritt apodiktisch Meinungen, die man nicht unhinterfragt einfach so übernehmen sollte.

    Wenn er Jordans Brahms für wertlos hält, würde mich das erstmal nicht davon abhalten, Jordans Brahms kennenlernen zu wollen.

    Sport lässt Menschen besser aussehen - Wein aber auch.

  • Mit den Schubert Referenzaufnahmen ist das so eine Sache. Die von mir und einigen anderen präferierte Referenzaufnahme ist derzeit nicht erhältlich (ausser in einer japanischen "Luxusedition") Diesen Editionen wird ein besonders guter Klang nachgesagt oder angedichtet.

    Im konkreten Fall ist das nur schwer vorstellbar, den die Böhm-Aufnahme hatte schon zum Zeitpunkt ihres Erscheinen zwar einen durchschnittlich guten, aber keineswegs hervorragenden Klang. Irgendwo im Internet fand ich die Bezeichnung "einwandfrei"

    Das mag zwar stimmen - aber dennoch ist die Klangqualität nicht auch gleicher Ebene mit der von Karajans Einspielung der Beethoven Sinfonien aus den frühen sechzigern. Passt alles - aber 99 Euro für die japanische Pressung erscheinen mir dennoch zu hoch gegriffen...

    Die meisten Musikfreunde besitzen diese Aufnahmen - sie erschien über die Jahre hinweg in zahlreichen Aufmachungen - ohnehin.

    Und wenn nicht - die nächse Wiederveröffentlichung kommt bestimmt....

    Trot allem: Diese Aufnahn halte ich für die beste der letzten 50 Jahre....


    mfg aus Wien

    Alfred

    Interpreten SIND Sklaven !

  • Lieber Johannes Schlüter, lieber Alfred Schmidt,

    vielen Dank für eure Antworten.

    Bei Schuberts 8. und Dvoraks 9. Symphonie weiß man nicht, wo man beginnen soll.

    Viele Grüße

    Otello

  • Hurwitz ist sehr unterhaltsam und ich höre und lese sehr gerne von ihm.

    Er hat mir in einigen Dingen auf erfrischende Art die Augen geöffnet.

    Er hat hauptberuflich nicht mit Musik zu tun.

    Ist das so? Meines Wissens (und lt. wikipedia) hat er Musik studiert (wenn auch einen Abschluss in Geschichte), jahrelang in kleineren lokalen Orchestern zumindest ausgeholfen (Schlagzeug), jahrzehntelang als Kritiker für etablierte Zeitschriften geschrieben, darunter ein dutzend Bücher und macht seit etwa 20 Jahren Classics Today, dessen Hauptbetreiber (executive editor) er ist. Was macht er denn hauptberuflich noch?

    Struck by the sounds before the sun,
    I knew the night had gone.
    The morning breeze like a bugle blew
    Against the drums of dawn.
    (Bob Dylan)