Lieblings-Sänger-Kette

  • Wenn ich das "M" von Else-Margrete Gardelli als Anschluss-Buchstaben nehme, komme ich auf den Bassisten Matthias Hölle, der am 8. Juli 1951 in Rottweil geboren wurde. Nach seinem Gesangsstudium an der Musikhochschule Stuttgart hat er zunächst als Oratoriensänger begonnen, gehörte von 1976 bis 1987 zum Ensemble der Kölner Oper, danach zur Stuttgarter Oper. Von 1981 bis 2001 sang er jeden Sommer bei den Bayreuther Festspielen – als Hunding, Fasolt, 2. Gralsritter, Titurel und Gurnemanz, Ein Nachtwächter und Veit Pogner, Goldschmied sowie Daland.
    Im Laufe seiner Karriere gastierte er z. B. an der Mailänder Scala und der Metropolitan Opera New York sowie den Salzburger Festspielen. Neben den Wagner-Rollen, mit denen er auch an zahlreichen Bühnen außerhalb der Bayreuther Festspiele bekannt wurde, singt er u. a. auch Sarastro und Rocco.
    Bei mir steht er nur mit einer Opernaufnahme im Regal, nämlich dem Bayreuther Parsifal unter James Levine.


    :hello:

    .


    MUSIKWANDERER

  • Bei meiner nächsten Nennung muss ich mal wieder (wie oft schon!) den Threadtitel "Lieblings-Sänger-Kette" etwas außer Acht lassen: Deborah Sasson. Die in Boston, Massachusetts, geborene Sopranistin passte halt zu dem "s" von "Matthias". In dem Bayreuther "Parsifal" (von James Levine dirigiert) ist sie eines der Blumenmädchen:


    Wer sich mit Wagner nicht so auskennt (ich beispielsweise nenne ihn durchaus nicht meinen Lieblingskomponisten, wenn ich auch alle seine Opern, ab "Rienzi", habe), dem sei erklärt, dass in diesem Parsifal Simon Estes den Amfortas, Matti Salminen den Titurel, Hans Sotin den Gurnemanz und Peter Hoffmann die Titelrolle singt. Sasson war in zweiter Ehe (von 1983 bis 1990) mit "Parsifal" Peter Hofmann verheiratet (vorher mit dem 2013 verstorbenen Dirigenten Michel Sasson. Nach der Highschool studierte sie am Oberlin Konservatorium (Ohio) klassischen Gesang, das sie mit dem „Master of Music” erfolgreich abschloss. Ihr erstes Engagement hatte sie an der MET. Ihr Debüt am Broadway gab sie in "Show Boat", woraufhin sie 1982 von Leonard Bernstein an die Hamburger Inszenierung der "West Side Story" als "Maria" vermittelt wurde.
    :hello:

    .


    MUSIKWANDERER

  • Sind den Mitschreibern die Namen ausgegangen? Ich habe hier noch eine Sängerin, die das "h" aus "Deborah" aufgreift: In dieser Einspielung der Strauß-Operette unter Robert Stolz singt Erzsébet Házy, geboren am 1. Oktober 1929 in Pressburg, gestorben am 24. November 1982 in Budapest, die Saffi. Die Sängerin wurde am Konservatorium in Budapest bei Géza László ausgebildet. Bevor sie 1951 an die Ungarische Staatsoper in Budapest kam (in der Rolle des Pagen in Verdis „Maskenball“), sang sie im Rundfunkchor des Ungarischen Rundfunks. Házy hat Partien in Opern von Mozart (u.a. den Cherubino), Puccini (die Mimi), Donizetti (die Norina in „Don Pasquale“), Debussy, Tschaikowsky (Lisa in „Pique Dame“), Verdi, Wagner und Richard Strauss gesungen.
    :hello:

    .


    MUSIKWANDERER

  • Sind den Mitschreibern die Namen ausgegangen?


    Nein!!!


    Lieber Musikwanderer!
    So schnell würden mir die Namen wohl nicht ausgehen, aber nachdem Alfred - in einem anderen Thread - dieses Ketteln bös kritisiert hat, ist mir und wohl auch anderen Melomanen die Lust vergangen.
    Dabei fand ich es ganz reizvoll - allerdings doch nur, wenn zu den einzelnen Sängern auch etwas mehr als Namen und Daten zur Biographie geschrieben wird.
    Vielleicht hänge ich mich mal wieder ein!


    Beste Grüße


    Caruso41

    ;) - ;) - ;)


    Wer Rechtschreibfehler findet, darf sie behalten!

  • So schnell würden mir die Namen wohl nicht ausgehen, aber nachdem Alfred - in einem anderen Thread - dieses Ketteln bös kritisiert hat

    Lieber Caruso41, das war nicht Alfred, sondern Gregor - und ich gebe zu, dass mich sein "peinlich" schon sehr demotiviert hat, hier mit derselben Energie weiterzumachen wie vorher.

    Beste Grüße vom "Stimmenliebhaber"

  • Banner Trailer Gelbe Rose
  • Machen wir also doch einfach mal wieder weiter!


    Wenn ich das richtig sehr, muss jetzt an Erzsébet Házy angekettelt.
    Und nach der alten Regel sollte es ja der letzte Buchstand vom Vor- oder Nachnamen sein.
    Also nehme ich mal das Y:


    Sonya Yoncheva



    Die bulgarische Sängerin singt ja an vielen der ganz großen Opernhäuser und Jolanthe hat einen Thread für sie hier im Forum eröffnet!
    Die Marketingstrategen und ein Teil der Musikindustrie feiern sie als neuen Superstar!


    Ich habe sie inzwischen mehrmals live gehört, unter anderem als Donna Anna, Marguerite und Traviata. Von der Schönheit der Stimme war ich immer sehr angetan, allerdings hatte ich gelegentlich Einwände gegen ihre Gesangstechnik: sie ist für das Fach, in dem Koloraturtechnik verlangt wird, nicht so locker und virtuos, wie ich mir das wünschen würde. Und an ihren Phrasierungen könnte sie auch noch arbeiten.
    Hoffentlich hat sie dafür Zeit, denn sie ist heute schon ungemein viel im Einsatz - in einem sehr anspruchsvollen Repertoire! Im kommenden Sommer soll sie ja in Salzburg sogar Thais singen.
    Zu meinen Lieblingssängerinnen gehört sie einstweilen nicht wirklich, aber 1. mag ich die Stimme und 2. brauchte ich hier das Y ihres Nachnamens!


    Caruso41

    ;) - ;) - ;)


    Wer Rechtschreibfehler findet, darf sie behalten!

  • Elisabeth Aldor war Mezzosopran und einige Jahre Solistin an der Deutschen Staatsoper Berlin (auch in Zeiten des Ausweichquartiers Admiralspalast und danach). Die sang sie Partien wie Mary, Magdalene, Emilia, Filipjewna, Die alte Buryja u.a.



    Hier scheint es zwei Aufnahmen mit ihrer Beteiligung zu geben:


    http://www.arkivmusic.com/clas…26&name_role1=2&bcorder=2


    Nein, sie ist keine Lieblingssängerin von mir, ich habe sie live (natürlich) nicht (mehr) erlebt und kenne auch kaum Aufnahmen von ihr (auf der Matacic-"Elektra" mit Sigrid Ekkehard und Margarethe Klose habe ich sie wohl als 1. Magd gehört), aber ich finde: Wenn jemand jahrelang an einem solchen ersten Haus singt, wenn auch nicht das erste Fach, hat er es auch verdient, dass an ihn erinnert wird.

    Beste Grüße vom "Stimmenliebhaber"

  • Der Name Elisabeth Aldor sagt mir nichts, obwohl ich sie ja vielleicht auch mal in der Staatsoper gehört habe.
    So hänge ich denn an das r des Nachnamens einen Bass an, der hier auf dieser Seite des Atlantik sicher auch manchem nichts sagen wird:


    Joseph Rouleau


    Der kanadische Bass ist vielleicht in unserem Land, in dem es oft eine Vorliebe für dröhnende oder polternde Bässe gibt, bisher zu wenig wahrgenommen worden. Jetzt gibt es aber eine CD, mit der man ihn kennen lernen kann. Seine schlanke, geschmeidig geführte und sehr flexible Stimme ist ideal für das franzöische Fach geeignet, mit dem er hier vorgestellt wird!


    Es lohnt sich, ihn anzuhören!!!
    Wer es nicht glaubt, soll mal die Kritik in OperaNews lesen:


    http://images.google.de/imgres…JAhVMVSwKHRLVBmIQ9QEIMzAE


    Caruso41

    ;) - ;) - ;)


    Wer Rechtschreibfehler findet, darf sie behalten!

  • Ich nehme das "h" aus "Joseph" und nenne den Amerikaner Claude Heater, der in dieser "Tristan"-Aufnahme den Melot singt. Haeter war nach Militärdienst zunächst Platzanweiser eines Theaters in Los Angeles, ließ aber in dieser Zeit seine Stimme ausbilden. 1954 debütierte er in den USA als Bariton, trat am New Yorker Broadway in Musicals auf und sang im Rundfunk und Fernsehen. Mitte der fünfziger Jahre kam Heater nach Europa und sang als Bariton 1956-57 am Stadttheater von Basel, 1957-59 an der Städtischen Oper Berlin und 1959-61 an der Wiener Staatsoper. Später wechselte er ins Tenorfach und studierte in Mailand bei Mario del Monaco und in München bei Max Lorenz. Es folgten Gastspiele an vielen europäischen Bühnen, hauptsächlich im Wagner-Fach, aber auch Einsatz für Verdi-Partien. Claude Heater hat auch als Filmschauspieler reüssiert: In dem 1959 angelaufenen amerikanischen Monumentalfilm "Ben Hur" (Regie: William Wyler, Musik Miklós Rózsa) spielte er den Jesus.


    :hello:

    .


    MUSIKWANDERER

  • Der Name Elisabeth Aldor sagt mir nichts, obwohl ich sie ja vielleicht auch mal in der Staatsoper gehört habe.

    Elisabeth Aldor hat im Admiralspalast eigentlich jede Mary im "Holländer" gesungen, sie hat Suzuki gesungen, sie hat Gräfin im "Wildschütz" gesungen, sie war damals die Hexe in "Hänsel und Gretel", sie sang Tatjanas Amme Filipjewna in "Eugen Onegin", sie war Jourdains Frau im "Bürger als Edelmann" als erster Teil der "Ariadne"-Urfassung, sie sang Frau Reich in den "Lustigen Weibern", die Amme in "Boris Godunow", die Naina in "Russlan und Ludmilla", die Martha in Lortzings "Undine", die Annina im "Rosenkavalier", die Mamma Lucia in "Cavalleria rusticana", sang auch mal Ulrika im "Maskenball", war die Premieren-Emilia im "Othello" 1952 neben Hans Reinmar als Jago, die Alte Bruryja in "Jenufa", Magdalene in den "Meistersingern", Adelaide in "Arabella".
    Im Admiralspalast hat sie bis 1955 etwa in 500 Vorstellungen gesungen. Ihre erste Premiere am Haus war am 23.11.1946 die Annina in "La traviata" neben Erna Berger als Violetta.


    In der ersten Spielzeit im wiedereröffneten Stammhaus 1955/56 sang sie nur 25 Abende in drei Rollen (nämlich weiterhin Adelaide und Filipjewna sowie Alte Buryja), danach wurden die Rollen im weniger und kleiner (z.B. Stimme von oben in "Die Frau ohne Schatten", 1. Magd in "Elektra", Schwertleite in der "Walküre", wieder Mamma Lucia usw.). Ihre letzte Premiere am Haus war am 19. Mai 1961 die Frau des Vogts in "Peer Gynt". Nach dem Mauerbau im Sommer 1961 taucht sie auf den Besetzungszetteln der Deutschen Staatsoper Berlin nicht mehr auf. Ihr letzter Abend am Haus war am 1. Juli 1961 die Alte Buryja in "Jenufa".


    Lieber "Caruso41", vielleicht helfen dir diese gesammelten Angaben ja herauszufinden, ob du sie noch erlebt hast oder nicht. :hello:

    Beste Grüße vom "Stimmenliebhaber"

  • Banner Trailer Gelbe Rose
  • Banner Strizzi
  • Danke lieber Stimmenliebhaber, für die präzisen Informationen!
    Wenn Elisabeth Aldor noch bis 1061 an der Staatsoper aufgetreten ist, werde ich sie sicher in der einen oder anderen der genannten Partien gehört haben. Gerade in der zweiten Hälfte der 50er Jahre war ich eigentlich mindestens einmal pro Woche in der Staatsoper. Damals gab es noch Partiturplätze/Stehplätze für 10 Pfennig (Ost).


    aber ich finde: Wenn jemand jahrelang an einem solchen ersten Haus singt, wenn auch nicht das erste Fach, hat er es auch verdient, dass an ihn erinnert wird.


    Da kann ich nur voll zustimmen!!
    Musikwanderer hat ja auch schon Sänger in die Kette eingekettelt, die nicht gerade im großen Rampenlicht stehen oder gestanden haben!
    Bei der Gelegenheit: Hast Du Dir mal den zuletzt von mir eingestellten Joseph Rouleau angehört?


    Lieber Musikwanderer, zu dem von Dir genannten Claude Heater gibt es einen eigenen Thread, der allerdings über drei oder vier Beiträge nicht hinausgekommen ist!


    Ein schönes Adventswochenende allen Freunden der Lieblingssängerkette!


    Caruso41

    ;) - ;) - ;)


    Wer Rechtschreibfehler findet, darf sie behalten!

  • Bei der Gelegenheit: Hast Du Dir mal den zuletzt von mir eingestellten Joseph Rouleau angehört?

    Nein, lieber Caruso, das habe ich noch nicht, aber ich habe ihn jetzt gerade mal Youtube eingegeben und bin auf folgendes Video als König Philipp gestoßen:



    Ich habe zwar erst seine Auftrittstakte im 3. Bild (ab 1:15:40) gehört, aber am fehlenden Poltern und Dröhnen kann es eigentlich nicht liegen, dass er hier zu wenig wahrgenommen wurde. ;)


    Übrigens höre ich gerade das Duett Philipp - Posa und höre da wirklich teilweise Musik, die ich wohl noch nie gehört habe (scheint eine interessante Fassung zu sein!).

    Beste Grüße vom "Stimmenliebhaber"

  • Von dem zuletzt eingefügten Claude Heater nehme ich das r vom Ende seines Nachnamens und hänge eine Sängerin an, die noch nicht im großen Scheinwerferlicht steht. Manchen Opernfreunden wird der Name dennoch schon untergekommen sein, weil sie seit 2013 regelmäßig bei den Bayreuther Festspielen singt:


    Julia Rutigliano



    In Bayreuth singt die junge Mezzosopranistin Wellgunde und Siegrune!
    In Braunschweig hat sie viele Partien ihres Faches gesungen, darunter so ausgefallene wie die Vlasta in Sarka von Fiebig oder die Giglietta in Isabeau von Mascagni, aber auch zentrale Partien des Mezzo-Faches.
    Gerade in diesen Wochen ist sie in Cottbus als Léonor de Guzman in La Favorite von Donizetti angesetzt.
    Zu den Partien, in denen sie besonders starken Eindruck macht gehören die Charlotte im Werther, der Octavian im Rosenkavalier und die Brangäne im Tristan!


    Julia Rutigliano hat eine schlanke, fein timbrierte Stimme, die sie sicher beherrscht und sehr musikalisch einsetzt . Vor allem aber überzeugt sie durch ihre sorgfältig ausgefeilten Rollenportraits! Noch sind es vor allem die kleineren Häuser, an denen sie eingesetzt wird. Nach wie vor Braunschweig, aber auch Weimar und Cottbus.
    Da sie ihre Karriere klug angeht und sehr intensiv an ihrer Stimme, ihrer Technik und ihren Rollenportraits zu arbeiten scheint und sich Zeit zur Entwicklung gönnt, dürfte diese junge Mezzospranistin gewiß auch bald an größeren Bühnen gefragt sein!


    Wer sie jetzt schon kennen lernen möchte, kann sich ihren Auftritt im Alpha-Forum über die ardmediathek ansehen. Ich schaffe nur nicht den Link einzustellen!


    http://www.ardmediathek.de/tv/…15028058&bcastId=14912942
    [media]http://www.ardmediathek.de/tv/…15028058&bcastId=14912942[media]
    Caruso41

    ;) - ;) - ;)


    Wer Rechtschreibfehler findet, darf sie behalten!

  • Manchen Opernfreunden wird der Name dennoch schon untergekommen sein, weil sie seit 2013 regelmäßig bei den Bayreuther Festspielen singt

    Ich habe sie in ihrer Braunschweiger Zeit (2008 - 2012) mehrfach dort erlebt.


    Nach wie vor Braunschweig, aber auch Weimar und Cottbus.

    Dass sie noch in Braunschweig singen würde, ist mir nicht bekannt. In Bremen hat sie inzwischen wohl auch ihre erste Venus gesungen.


    Auf dem von dir eingestellten Foto schirmt sie übrigens ihr auffälligstes körperliches Merkmal mit den Armen ab. :D

    Beste Grüße vom "Stimmenliebhaber"

  • Noch mal zu zu Joseph Rouleau:


    Die von Dir eingestellte Aufnahme ist eine Produktion, die jahrelang auch als LP und CD gehandelt wurde.
    Ich kenne sie aber nicht. Die Besetzung hatte mich nicht so sehr animiert, diesen Carlos auch noch zu kaufen!!


    Auf dem berühmten Londoner Don Carlos von Giulini singt übrigens Joseph Rouleau den Mönch!!


    Wie auch immer: Hör Dir die von mir empfohlene CD mit französischen Arien an! Da ist er 'at his very best'!
    Zu seiner Biographie:
    http://www.thecanadianencyclop…ticle/joseph-rouleau-emc/


    Zur Erinnerung:
    anzuknüpfen ist an Julia Rutigliano

    ;) - ;) - ;)


    Wer Rechtschreibfehler findet, darf sie behalten!

  • Banner Trailer Gelbe Rose
  • Zur Erinnerung:
    anzuknüpfen ist an Julia Rutigliano

    Dann knüpfe ich ganz klassisch an mit der auch noch nicht genannten Aga Joesten, die hier die Partnerin von Max Lorenz als Marta in "Tiefland" ist, nicht zu verwechseln mit der zuerst singenden Nuri (wobei es ohnehin merkwürdig ist, dass der der Videoeinsteller für den Pedro ausgerechnet ein Bild mit Lockenperücke gewählt hat...):



    Sie sang im Admiralspalast auch ein paar Mal die Küsterin und auch die "Tiefland"-Marta, als Gast, immer mit dem Zusatz "Frankfurt am Main".

    Beste Grüße vom "Stimmenliebhaber"

  • Dann knüpfe ich ganz klassisch an mit der auch noch nicht genannten Aga Joesten.....


    Von Aga Joesten gibt es ja inzwischen auf CD etlich Gesamtaufnahmen, die sie u. a. für den Hessischen Rundfunk aufgenommen hat. Dabei ist auch eine Aufnahme der Jenufa, auf der sie die Küsterin sing! Dass eine Sängerin von der Qualität damals praktisch - wie man seinerzeit zu sagen pflegte - "über Frankfurt nicht hinaus kam" ist einfach unglaublich!!


    Auch ich knüpfe ganz klassisch an und nehme das N des Nachnamens, und hänge eine Bassbariton an, der in der zweiten Hälfte der 50er Jahre in der Tat einer meiner Lieblingssänger war:



    Tomislav Neralić .


    Er ist Kroate und lebt noch. Übernächstes Jahr wird er 100 Jahre alt ! Geboren in Karlovac am 9. Dezember 1917.
    Die Bilder zeigen ihn als Marquis von Posa und als Wotan


    Tomislav Neralic war in den 50er Jahren - zunächst neben Josef Hermann und dann als sein Nachfolger - der Haus-Heldenbariton an der Städtischen Oper Berlin in der Kantstraße.
    Er hatte eine wunderbar große und runde, sehr schöne Stimme, die er herrlich fließen lassen konnte. Die Erzählung im zweiten Akt der Walküre war nicht sein Ding. Aber den Abschied hat seinerzeit niemand so schön gesungen wie er. Da war er einem Hotter, Edelmann oder Frantz einfach überlegen! Der Monolog des Holländers von ihm war einfach hinreißend. Allein die dunkle Fülle seiner Stimme gab mir immer wieder das Gefühl, hier einen Menschen zu hören, der durch Zeiten und Räume irrt, nicht unbedingt ein Getriebener sondern eher ein Verlorener! Sein Sachs hatte eine joviale Gemütlichkeit und einen zutiefst humanen Humor - und vor allem immer genügend Reserven für das Schlussbild, in dem er allerdings ein partriotische Pathos entfaltete, das man heute vielleicht nicht mehr so leicht ertragen würde!


    Er hat auch noch in den 60er und 70er Jahren gesungen, war da aber kein Vergnügen mehr, weil er zunehmend nasal klang und immer enger in der Höhe wurde. Zum Glück wurde er da dann nur noch in kleineren Basspartien eingesetzt. Sein Hauptproblem war sein Phlegma. Er hätte von Stimme und Gesangstechnik ein ganz Großer werden können, aber als Darsteller stand ihm seine Bequemlichkeit im Wege.


    Aufnahmen aus seiner guten Zeit gibt es leider wenige. In Jugoslawien gab es mal ein Sängerportrait, auf dem er Arien aus Slavischen Opern und Verdi-Arien sang. Auf jeden Fall lohnt es , ihn mit den Einspielungen zu hören.


    .


    Zudem singt er auf einigen Mitschnitten, die so im Laufe der Zeit auf den Markt gekommen sind, etwa den Kreon in Cherubinis Medea neben Borkh und Suthaus. Seinen Wotan oder Sachs scheint es nicht zu geben. Immerhin den Holländer von 1957 aus Florenz (Siw Ericsdotter, Ernst Gruber, Orchestra del Maggio Musicale Fiorentino, Vittorio Gui) und verschiedene Mitschnitte des Boris Godunow!
    Es würde mich interessieren, zu hören, ob sich noch jemand an Tomislav Neralić erinnert. Von Leonie Rysanek ist bekannt, dass sie ihn hoch geschätzt hat! Das kann man vermutlich von Böhm nicht sagen. Es sind etliche Wortwecksel zwischen beiden überliefert. Böhm störte sich wohl an dem Phlegma des Sängers aber es gelang ihm kaum, ihn je aus der Ruhe zu bringen!


    Caruso41

    ;) - ;) - ;)


    Wer Rechtschreibfehler findet, darf sie behalten!

  • Dass eine Sängerin von der Qualität damals praktisch - wie man seinerzeit zu sagen pflegte - "über Frankfurt nicht hinaus kam" ist einfach unglaublich!!

    Naja, im Berliner Admiralspaalst hat sie immerhin 12 Vorstellungen gesungen, 1x "Tiefland"-Marta, 1x "Fidelio"-Leonore und 10x Küsterin.


    Und nun nenne ich anschließend an das "v" von Tomislav eine Sopranistin, die unverdienterweise in dieser Kette auch noch nicht genannt wurde: Jutta Vulpius



    Walter Felsenstein engagierte die Koloratursopranistin Anfang der 1950 Jahre an seine Komische Oper nach Berlin, dort war sie seine Königin der Nacht. Dann wechselte sie ins Ensemble der Deutschen Staatsoper Berlin, wo sie zwischen 1955 und 1989 an mehr als 1000 Abenden auf der Bühne stand, daunter in Rollen wie Konstanze (alleine in dieser Rolle über 100x), "Figaro"-Gräfin, Donna Anna und Donna Elvira, Fiordiligi, 1. Dame, Agathe, Frau Fluth, Eva, Abigaille, Violetta, Alice Ford, Rosalinde und Madame Butterfly.


    Am letzten Tag dieses Monats kann sie ihren 88. Geburtstag feiern.


    Noch vor zwei Jahren stand sie zusammen mit ihrem Schüler Jochen Kowalski im Stück "Villa Verdi" von Johann Kresnik auf der Bühne der Berliner Volksbühne am Rosa-Luxembourg-Platz - und sang auch noch selbst!



    Über ihr Leben und ihre reiche Karriere (sie sang etwa unter Hans Knappertsbusch in Berlin, Bayreuth, Rom und anderswo) gibt sie hier Auskunft:






    Kammersängerin Jutta Vulpius sang von 1955 bis 1989 in der (wiedereröffneten) Lindenoper:


    - 105x Konstanze in „Die Entführung aus dem Serail“
    - 22x Fiakermilli in „Arabella“
    - 33x Nedda in „Der Bajazzo“
    - 42x Rollen in „Die Frau ohne Schatten“ (davon 17x Hüter der Schwelle des Tempels und 13x Stimme des Falken)
    - 36x Helmwige in "Die Walküre“
    - 13x Damigella in „Die Krönung der Poppea“
    - 22 x Woglinde in „Das Rheingold“
    - 13x Waldvogel in „Siegfried“
    - 50x Fiordiligi in „Cosi fan tutte“ (+ 4 Gastspiele mit dem Haus)
    - 13x Woglinde in „Götterdämmerung“
    - 11x Cio-Cio-San in „Madame Butterfly“
    - 25x Ginevra in „Ariodante“ (+ 2 Gastspiele)
    - 11x Königin in „Die Verurteilung des Lukullus“
    - 1x Agathe in „Der Freischütz“
    - 65x Frau Fluth in „Die lustigen Weiber von Windsor“
    - 35x Donna Anna in "Don Giovanni"
    - 7x Donna Elvira in „Don Giovanni“
    - 42x Violetta in „La Traviata“
    - 9x Engelsstimme in "Don Carlos"
    - 2x Elisabeth in „Don Carlos“
    - 17x Fulvia in „Ezio“
    - 17x Erster schwarzer Vogel in „Peer Gynt“
    - 12x Felice in „Die vier Grobiane“
    - 22x Abigaille in „Nabucco“
    - 24x Rosalinde in „Die Fledermaus“
    - 178x 1. Dame in „Die Zauberflöte“ (+ Gastspiele in Lausanne, Japan, Las Palmas u.a.)
    - 3x Aloysia in „Masaniellio“
    - 14x Gräfin in „Die Hochzeit des Figaro“
    - 9x Zweite Elfe in „Rusalka“
    - 8x Eva in „Die Meistersinger von Nürnberg“
    - 24x Praskowja in „Die Nase“ (+ Gastspiele in Lausanne, Stockholm, Hamburg und Wiesbaden)
    - 6x Viola Healy in „Joe Hill“
    - 23x Alice Ford in Falstaff
    - 9x Axinja in „Katerina Ismailowa“
    - 19x Dicke in „Einstein“ (+ Gastspiele in Stockholm, Hamburg und Wiesbaden)
    - 37x Mutter in „Hänsel und Gretel“
    - 28x Kartenaufschlägerin in „Arabella“
    - 18x Tante Emma in „Hin und zurück“
    - 18x Caroline von Recklitz in „Rufen Sie Herrn Plim“
    - 14x Rollen in „Der gestiefelte Kater“
    - 49x Leitmetzerin in „Der Rosenkavalier“ (+ Gastspiele)
    - 28x Theodorine in „Die Insel Tulipatan“
    - 10x Hausfrau in „Baal“
    - 11x Grüne Nachbarin in „Die wundersame Schustersfrau“ (+ Gastspiel in Zürich),
    dazu zahlreiche Konzerte.


    Nach meiner Zählung (nach bestem Wissen und Gewissen aber ohne Gewähr!) komme ich auf 1160 Staatsopernauftritte (exlusive Gastspiele mit dem Ensemble des Hauses und weiterer individueller Gastauftritte an anderen Häusern).

    Beste Grüße vom "Stimmenliebhaber"

  • Nach meiner Zählung (nach bestem Wissen und Gewissen aber ohne Gewähr!) komme ich auf 1160 Staatsopernauftritte


    Was für ein wunderbares Beispiel für kontinuierliche Arbeit in einem Ensemble!
    Ich habe etliche Abende mit Jutta Vulpius gehört und sie immer als eine Sängerin erlebt, die das Ihre dazu beigetragen hat, dass es ein guter Abend wurde!


    Und nicht zu vergessen: Jutta Vulpius war und ist eine engagierte Lehrerin, von der viele junge Sängerinnen und Sänger profitiert haben.


    Es gibt ja gar nicht so wenige Aufnahmen der Sopranistin. Am überzeugendsten finde ich sie in Mozartpartien.


    Ich lasse jetzt erst mal etwas Zeit, ehe ich die Aufmerksamkeit auf einen Nächsten in der Kette lenke!


    Caruso41

    ;) - ;) - ;)


    Wer Rechtschreibfehler findet, darf sie behalten!

  • Aufnahmen aus seiner guten Zeit gibt es leider wenige.


    Ja, leider, lieber Caruso. Ich freue mich sehr, dass Du an Tomislav Neralić erinnerst. Dass er noch lebt, das wusste ich gar nicht. Wer lange sucht, findet schon dies und das mit ihm. In einem SIEGFRIED von 1959 aus Zürich singt er einen stimmgewaltigen Wanderer. Den Anschied des Wotan aus der WALKÜRE liegt nur in Serbokroatisch vor, 1970 aufgenommen in Zagreb. Dabei war sein Deutsch so schlecht nicht. Da fällt mit eine Geschichte ein. Als Neralić in Berlin vorsang, wählte er genau diese Szene des Wotan, selbstverständlich im Original. Gefragt, ob er auch den Boris draufhabe, antwortete er, ja, aber nur in Sebokroatisch. Darauf die Prüfer: Gut, den können sie auch in Serbokroatisch singen. Unglaublich beeindruckend ist der warägische Kaufmann in SADKO. Und sein komisches Talent offenbart sich mit O sancta justitia.


    Sein Sachs war auch bedeutend, wenngleich ich ihn damit natürlich nicht erleben konnte. Die großen Szenen des Sachs haben sich aber erhalten.


    Gruß Rheingold

    Es grüßt Rüdiger als Rheingold1876


    "Was mir vorschwebte, waren Schallplatten, an deren hohem Standard öffentliche Aufführungen und zukünftige Künstler gemessen würden." Walter Legge (1906-1979), britischer Musikproduzent

  • Banner Trailer Gelbe Rose
  • Banner Strizzi
  • Lieber Rheingold,
    über Deine Reaktion auf meine Erinnerung an Tomislav Neralić habe ich mich richtig gefreut. Es sind - so scheint es - nicht mehr viele, die diese Prachtstimme gehört und geschätzt haben. Von ihm würde ich einen Boris oder sogar Wotan auch auf serbokroatisch hören wollen!
    Deinen Hinweise auf Aufnahmen von Neralic werde ich auf jeden Fall mal weiter nachgehen!


    Hier aber muss ja die Kette weiter geschmiedet werden.
    Da nehme ich nun das S vom Nachnamen der Jutta Vulpius und hänge einen Tenor an, der heutzutage im Rossini/Donizetti-Fach für einige Furore sorgt:


    Michael Spyres


    Dass er hier noch nicht genannt wurde, mag ich gar nicht glauben, ist er doch in Wildbad, Pesaro , Paris , London längst im hellsten Rampenlicht!
    Ich habe ihn bisher nur einmal live gehört und zwar in London in einer konzertanten Aufführung von Donizettis Les Martyres. Das war schon atemberaubend. Die Stimme ist für meinen Geschmack ja nicht unbedingt schön! Sie ist geschmeidig , nur leider hat sie nicht viel Schmelz. Aber: sie klingt schon in jeder Lage angenehm, hat ein gutes Fundament, entfaltet in der Mittellage eine gewisse Fülle und scheint in der Höhe keine Grenzen zu kennen. Es ist aufregend, wie mühelos und strahlend Spyres die Spitzentöne - auch noch jenseits des hohen Cs - attackiert und dass er auch in den Höhenregionen noch gut gebundene Bögen singen kann. Auch seine Koloraturtechnik ist phänomenal.
    Schon jetzt gibt es eine Menge Aufnahmen, die erlauben, diesen interessanten Tenor kennen zu lernen. Hier nur eine Auswahl:



    Einen eigenen Thread hat er hier im Forum nicht, aber immerhin haben ihn einige Melomanen schon mal erwähnt als sie "Die 25 beeindruckendsten männlichen Opernstimmen der Gegenwart (2012)" auflisten sollten!
    Seit 2012 scheint er in seiner Entwicklung - nach meinem Studium seiner verschiedenen Aufnahmen - noch mal mächtig voran gekommen zu sein! Es lohnt, sich mit ihm zu beschäftigen. Einige der Aufnahmen sind ja preisgünstig. Leider aber ist die Studioproduktion von Donizettis "Les Martyres" einfach unverschämt teuer. Deshalb habe ich sie bisher mir noch nicht angeschafft!


    Caruso41

    ;) - ;) - ;)


    Wer Rechtschreibfehler findet, darf sie behalten!














  • Ich möchte noch einen französischen Tenor hier einfügen, den ich in der zuletzt aufgestellten Liste nicht fand:
    Michel Sénéchal, am 11. Februar 1927 in Paris geboren (kann also im nächsten Monat seinen 89. Geburtstag bei hoffentlich guter Gesundheit feiern), ist für mich einer der profiliertesten französischen Tenöre, der in dieser (inzwischen gut angewachsenen) Liste nicht fehlen darf...


    .


    MUSIKWANDERER

  • Was singt denn Herr Senechal im verlinkten Nagano-"Hoffmann", wenn Herr Alagna den Hoffmann singt?


    Senechal war ein Charaktertenor,der meist in der Oper für Comprimarirollen eingesetzt wurde.
    Den Hoffmann hat er nie gesungen, dafür hatte er die Stimme nicht.
    Vermutlich wird er in der Aufnahme, die ich nicht kenne, den Andres/ Frantz/Cochenille/ Pitichinaccio (oder möglicherweise den Spalanzani) singen!
    Im Onegin singt er übrigens dem Monsieur Triquet. Köstlich! Kannst Du auch bei Youtube genießen!


    Ich werde sein 'L' nehmen und morgen nach der strengen alten Regel Salvatore Licitra anhängen!
    Ich muss nur noch checken, ob er schon genannt wurde!


    Caruso41

    ;) - ;) - ;)


    Wer Rechtschreibfehler findet, darf sie behalten!

  • Vermutlich wird er in der Aufnahme, die ich nicht kenne, den Andres, Frantz, Pitichinaccio oder Spalanzani singen!

    In diesem Falle hätte ich erwartet, dass sein Name auf dem Cover auftaucht. Taucht er aber nicht. Also ist es vielleicht der Spalanzani oder sogar nur ein Student.

    Beste Grüße vom "Stimmenliebhaber"

  • Banner Trailer Gelbe Rose
  • In der von musikwanderer verlinkten Aufnahmen unter Kent Nagano singt Michel Sénéchal den Spalanzani. Caruso hatte also die richtige Vermutung, der sich inzwischen auch Stimmenliebhaber angeschlossen hat.


    Weil neulich an anderer Stelle vom kompletten "Hoffmann" gelegentlich einer Aufführung die Rede war, hier findet sich alles aufgenommen, was bis Mitte der 1990er jahre zusammengetragen werden konnte. Erato warb bei der ersten Veröffentlichung 1996 damit, dass es sich um die erste komplette Aufnahme der von Michael Kaye erarbeiteten Fassung handelt. Die Aufnahme klingt für meinen Geschmack etwas trocken, aber sie ist ohne Zweifel ein sehr bedeutsames Dokument und nicht nur eine Einspielung des Werkes unter vielen.


    Gruß Rheingold

    Es grüßt Rüdiger als Rheingold1876


    "Was mir vorschwebte, waren Schallplatten, an deren hohem Standard öffentliche Aufführungen und zukünftige Künstler gemessen würden." Walter Legge (1906-1979), britischer Musikproduzent

  • Was singt denn Herr Senechal im verlinkten Nagano-"Hoffmann", wenn Herr Alagna den Hoffmann singt?

    Der gemeine Klick auf das Coverbild hätte Dich zum großen Fluss geleitet und ein zweiter Klick auf die dort bereitgestellte Rückseite jenes Covers geführt, wo Sénéchal als Spalanzani erwähnt wird.
    :hello:

    .


    MUSIKWANDERER

  • Also: er ist noch nicht genannt worden! Deshalb hänge ich der Kette also jetzt einen Tenor an, dessen Stimme ich sehr geliebt habe:


    Salvatore Licitra


    Einen Thread hier im Forum hat er zu seinen Lebzeiten nicht bekommen. Erst auf die Nachricht über seinen tragischen Unfall und den schrecklich frühen Tod hin wurde ihm ein Thread vergönnt. In ihm wird die Schönheit der Stimme gepriesen und bedauert, dass man sie hinfort nicht mehr hören kann.


    Die prachtvolle Stimme war es auch, die mich für den Tenor entflammt hat.
    Ich habe ihn 1999 erstmals gehört und sofort von dem Timbre begeistert: in der tiefen Lage hatte die Stimme einen ungewöhnlich vollen Bronzeklang, der sich nach oben hin wundervoll aufhellen konnte und in der Höhe Wucht und hellen Glanz entfaltete. Die Technik war nicht sehr ausgefeilt, aber die Stimme saß gut und die Lagen waren bestens verblendet.
    Was den Sänger am Beginn seiner Karriere so stark machte, waren die Kraft, der Einsatz und das mitreißende Temperament, mit denen er sang. Dabei war er mitnichten ein Stentortenor. Er konnte auch feine Pianophrasen singen, die immer mehr Substanz hatten als bei Pavarotti, und er konnte große Bögen spannen, in denen die innere Energie und Erregtheit der melodischen Phrasen hörbar wurden. Leider aber hat er sich schnell zu viel zugemutet. Schon gegen Ende des Jahrhunderts war ich - als ich wieder mal seinen Calaf live hörte - erschreckt, wie viel von der Schönheit des Timbres schon verschlissen war und wie sehr er forcieren musste!
    Glücklicherweise habe ich einige Aufnahmen, in denen ich immer mal wieder die Fülle und Schönheit dieser Stimme neu genießen kann. Allerdings muss ich sagen, dass keine der Aufnahmen die unmittelbare Wirkung vermitteln können, die Licitras Stimme live entfaltete - im Opernhaus oder auch in der Arena in Verona.


    Er hat ja viel in Deutschland gesungen und deshalb werden ihn viele Opernaficionados noch live gehört haben.
    Fur alle, die keine CDs mit ihm haben:


    .


    Caruso41

    ;) - ;) - ;)


    Wer Rechtschreibfehler findet, darf sie behalten!

  • In diesem Thread herrscht ja nun seit einiger Zeit Stille - Zeit also, ihn mal wieder zu beleben. Ich bin vor einigen Tagen auf eine leider viel zu früh verstorbene englische Altistin gestoßen: Alfreda Hodgson, geboren am 7. Juni 1940 in Morecambe, Lancashire, dort auch gestorben am 16. April 1992. Diese Aufnahme soll, habe ich gelesen, eine der besten Interpretationen von Mahlers Werk sein - kann es jedoch aus eigener Erfahrung nicht beurteilen.


    :hello:

    .


    MUSIKWANDERER

  • Lieber "Musikwanderer", schön, dass du versuchst, mein "Baby" hier am Leben zu erhalten. Ich selbst habe ein bissl die Lust dran verloren, weil die Mitspieler weniger und weniger wurden und auch ich Probleme habe, bestmmte Sängerinnen und Sänger (zum Beispiel mit Initialen wie Y.W.) selbst nach der neuen großzügigeren Regel hier unterzubekommen - und ich viele andere ienfach schon "verbraten" habe...
    (und dann war das noch dir "Gregor"-Äußerung von der Peinlichkeit dieser Kette, die alles andere erschlage...)


    Kannst du dich denn gar nicht für die von "Operus" gegründete neue Rubrik "Who ist weho in Oper und Konzert" begeistern? Mir ist schon aufgefallen, dass du da noch nie mitgemacht hast, und ich vermisse dich dort sehr. Aus meiner Sicht ist sie ein idealer Nachfolge-Thread für diesen hier, zumal bestimmte Fesseln wie Anschlussregeln da nicht so sehr eine Rolle spielten. Oder bist du kein Rätsel-Fan? ;)

    Beste Grüße vom "Stimmenliebhaber"

  • Banner Trailer Gelbe Rose
  • Banner Strizzi