AUBER, Daniel Francois Esprit: ACTÉON

  • Daniel-François Esprit Auber
    Actéon


    Komische Oper in einem Akt
    Libretto: Eugène Scribe
    Originalsprache: Französisch


    Uraufführung: Paris 1836


    PERSONEN DER HANDLUNG
    Fürst Aldobrandi, Bass
    Lucrezia, seine Gattin, Sopran
    Angela, seine Schwester, Sopran
    Graf Leoni, Tenor
    Stephano, Page der Prinzessin
    Gefährtinnen der Prinzessin


    Ort und Zeit der Handlung: Sizilien, 18. Jahrhundert


    INHALTSANGABE


    Eleganter Salon mit Blick auf einen hübschen Garten
    Lucrezia malt ein Bild von Diana und ihren Nymphen, die von Acteon beobachtet werden. Angela spielt Mandoline. Der Chor der Mädchen preist die Künste und Angela die Schönheit des Bildes. Doch Lucrezia fühlt eine innere Leere.
    Als die Mädchen abgegangen sind, klärt sich im Gespräch mit Angela, warum sie nicht glücklich ist: Ihr (älterer) eifersüchtiger Mann hat sie hier in der Einsamkeit eingeschlossen und hält sie von sämtlichen Vergnügungen des Lebens fern. Außer dem Pagen Stephano haben männliche Wesen keinen Zutritt.
    Dieser tritt jetzt ein und berichtet, dass heute morgen ein Abgesandter des Grafen Leoni gekommen sei und eine Einladung zu einem Feste überbracht habe. Er sei jedoch vom Fürsten abgewiesen worden mit dem Bemerken, er werde mit seinen Frauen noch heute nach Neapel abreisen. Der Bote habe daraufhin erklärt, dann würde der Graf wohl selbst vorstellig werden. Daraufhin habe Aldobrandi angeordnet, alles abzuschließen und niemand ins Haus zu lassen. Angela gesteht, dass der Graf die Einladung in erster Linie ihretwegen ausgesprochen habe. Sie habe ihn bei verschieden Bällen kennengelernt und sei erst kürzlich von ihm bei einem ausbrechenden Brand gerettet worden, wobei er ihr seine Liebe gestanden habe.
    Die beiden Frauen und Stephano, der selbst in Lucrezia verliebt ist, beschließen, den Fürsten zu hintergehen. Stephano solle dem Grafen öffnen und dieser solle sich – da das Haus abgeschlossen sei – wenigstens die schönen Gärten ansehen. Sie würden es dann einrichten, dass die Frauen ihm per Zufall begegnen.
    Als Stephano fort will, um den Wunsch der Prinzessin zu erfüllen, wird er von Aldobrandi aufgehalten und nach dem Grund seiner Eile gefragt. Als er sich auf seine Verschwiegenheitspflicht beruft, gesteht Lucrezia, dass sie gehört habe, der Fürst hätte den Grafen abgewiesen und sie nun Stephano schicken wolle, diese Absage rückgängig zu machen. Sie gibt vor, nicht an der Einladung interessiert zu sein, sie fühle sich nicht wohl. Aber der Fürst selbst dürfe die Freundlichkeit seines Nachbarn nicht abweisen und müsse auf dem Fest erscheinen.
    Der Fürst erklärt, der Graf sei inzwischen schon dagewesen, aber er selbst habe ihn nicht gesprochen, da er ja vorgegeben habe, verreist zu sein. Beim Schlossverwalter habe dieser zwar angegeben, zu Angela zu wollen, aber er halte das für einen Schleichweg, um mit Lucrezia in Kontakt zu kommen. Er werde keine Gäste dulden, die seine Frau umwerben könnten.
    Als Aldobrandi das teilweise fertige Bild bewundert, erklärt Lucrezia, dass sie es nicht vollenden könne, weil ihr ein männliches Modell für den Actéon fehle. Aus ihrer Phantasie allein könne sie so etwas nicht malen. In einer Arie gibt Aldobrandi seine Eifersucht zu erkennen und schildert, wie er jeden erdolchen will, der es wagt, seine Frau auch nur anzuschauen. Sogar der Page Stephano, sein Neffe, den er Lucrezia in jungem Alter zugesellt hatte, steht für ihn jetzt in einem Alter, dass er ihn fortschicken muss. Angela und Stephano verlassen den Raum.
    Im folgenden Duett verlangt Lucrezia noch einmal, den Grafen Leoni vorzulassen und Stephano nicht zu verbannen, worauf der Fürst ihr vorwirft, beide zu lieben. Da spielt Lucrezia die Ohnmächtige, was ihn dann doch verunsichert.
    Während er noch alles in Bewegung setzt, sie von ihrer Ohnmacht zu befreien, hört man von hinter der Bühne ein Ständchen. Stephano erscheint und berichtet, dass draußen ein blinder Bauer stehe und allerliebste Lieder singe.
    Aldobrandi will auch ihn nicht hereinlassen, aber Lucrezia kann ihn überzeugen, dass er sich doch vor einem Blinden nicht zu fürchten brauche und ihr wenigstens diese kleine Unterhaltung gönnen möge. Die Damen führen den Blinden (es ist der verkleidete Leoni) herein, der sein Ständchen vorbringt. Aldobrandi lässt sich täuschen und glaubt nun, dass ihm der Blinde ja nicht schaden könne.
    Auf Lucrezias Frage gibt der Blinde vor, sich von seinen Liedern zu ernähren und überreicht ihr eines davon, das sie vorträgt. Schließlich erklärt er auch, dass er sich ein Zubrot mit Modellstehen verdiene. Lucrezia ergreift die Gelegenheit und bittet ihren Gatten, dass dieser blinde Bettler für ihren Actéon Modell stehen dürfe, was dieser nach kurzem Zögern zugesteht.
    In einem Quartett freut sich Leoni über die gelungene List, Aldobrandi versucht, seine Bedenken zu zerstreuen, Lucrezia freut sich über die heutige Großzügigkeit ihres Gatten und Stephano beklagt, dass er nun gehen muss, ohne Lucrezia seine Liebe gestanden zu haben. Lucrezia bittet die Damen, sich für das Bild anzukleiden.
    Während des Quartetts zieht Stephano einen Brief aus seiner Brusttasche und zeigt ihn Lucrezia unauffällig. Und als Aldobrandi Lucrezia herausführt, bedeutet Stephano ihr, dass er den Brief in einen Blumenkasten legen werde, tut es und entflieht.
    Leoni, der ohne sich durch eine Bewegung zu verraten, alles gesehen hat, holt – allein geblieben – den Brief aus dem Kasten, liest ihn und erfährt, dass Stephano das Haus verlassen soll und Lucrezia bittet, ihn heimlich zu treffen und ihm wenigstens einen einzigen Kuss zu geben. Der Junge tut ihm Leid und er nimmt den Brief an sich.
    Angela tritt ein und sie und Leoni erkennen sich freudig. Doch Angela fürchtet, dass Aldobrandi ihn töten könne.
    Dann kommen die Damen, als Nymphen gekleidet, und schließlich Lucrezia herein. Sie geht zunächst zum Blumenkasten, ist aber froh, dass Stephano anscheinend den Brief zurückgezogen hat. Dann ordnet sie die Gruppen für das Gemälde, Angela will wegen der Anwesenheit Leonis nicht mitmachen, aber der verspricht ihr, die Nymphen nicht anzuschauen.
    Nun platzt Stephano herein und wundert sich, nicht allein mit Lucrezia zu sein. Leoni weist auf den Eindringling hin und verrät sich damit selbst, während die anderen erschrecken und in Unordnung geraten. Als Stephano hinweg schleichen will, wird er von Aldobrandi erwischt. Dieser erfährt von dem Pagen, dass ihn der Blinde gesehen und verraten habe. Aldobrandi zieht den Dolch und dringt auf Leoni ein, doch dieser kann ihm den die Waffe aus der Hand schlagen. Es entsteht allgemeine Verwirrung.
    Als Aldobrandi erneut auf Leoni eindringt und seinen Namen wissen will, stellt ihm Angela den Grafen vor. Leoni gibt Stephano heimlich den Brief zurück, damit dieser nicht bloßgestellt werde. Dann erklärt er Aldobrandi, dass er nicht wegen Lucrezia gekommen sei, sondern Angela liebe und ihn um die Hand seiner Schwester bitte. Der nun versöhnte Fürst vereinigt beide. Dann wiederholt Leoni seine Einladung für den Abend und alle sagen zu, selbst Stephano darf mitkommen.
    Lucrezia ist ein wenig enttäuscht, weil sie – nachdem sich der „Blinde“ als Graf Leoni herausgestellt hat – ihr Bild nicht vollenden könne. Doch Aldobrandi verspricht ihr, einen neuen Actéon zu stellen. Er selbst werde Modell stehen.
    Mit einem Hymnus auf die Liebe und dazu einer kleinen Belehrung Lucrezias an Leoni endet die Oper.

    Alle Kunst ist der Freude gewidmet, und es gibt keine höhere und keine ernsthaftere Aufgabe, als die Menschen zu beglücken. Die rechte Kunst ist nur diese, welche den höchsten Genuß verschafft.
    (Schiller: Die Braut von Messina, Kapitel 2)

  • Mein lieber Gerhard!


    Ich muß gestehen, daß ich diese Oper nicht kenne, obwohl ich die Musik von Auber sehr liebe. Außer der Ballettmusik aus dieser Oper konnte ich auch keine Ausschnitte oder Arien daraus bei unseren Partnern entdecken.