Tino Pattiera - Ein Star in Dresden

  • Tino Pattiera, jugosl. Tenor; geb. 27.6.1892 in Ragusa, gest. 24.4.1966 ebd. Studierte erst Medizin, Jura, dann nach Erfolgen als Operettensänger an der Wiener Musikakademie. Sein Operndebüt gab er 1915 in Dresden als Geharnischter (Zauberflöte). Er hatte großen Anteil an der dortigen Verdi-Renaissance. 1924-1929 sang er zugleich an der Staatsoper Berlin. Gastspiele in Wien, London, Paris, Budapest, Brüssel, Chicago, aber nie in Italien. Er war bis dahin in Dresden der umschwärmte Liebling in allen großen Tenorpartien. 1941 ging er nach Prag, dann als Padagoge nach Wien, wurde dort 1950 Professor der Musikakademie. Er war ein Sänger von großer Musikalität des Vortrags, auch in Konzerten. Er spielte 1953 in dem Film "Du bist die Welt für mich" (mit Rudolf Schock als Richard Tauber) sich selbst.Er hinterließ eine große Zahl an Pllattenaufnahmen, von denen ich einige besitze. Hier eine interessante Doppel-LP, die aber z. Zt. vergriffen ist:


    Bei HAFG gibt es diese interessante CD:

  • Eine absolute Prachtstimme. Da hört man viel Caruso. Aber kein besonders feiner Sänger. Viel Unausgegorenes, viel nicht voll Ausgesungenes, stellenweise kurzer Atem. In den späteren Aufnahmen hört man schon einige Verschleißerscheinungen. Aber ein paar Prachtaufnahmen gibt es: darunter für mich das Tosti Lied "Vorrei morire" oder das Carmen Finale mit Barbara Kemp.
    Ein gutaussehender Mann, der auf der Bühne wahnsinnig gut gewirkt haben muss. Leider scheinen seine Selbstdisziplin und sein Charakter in demselben Ausmaß da nicht mitgehalten zu haben. Sein Förderer Fritz Busch konnte ein Lied davon singen...

  • Aber ein paar Prachtaufnahmen gibt es: darunter für mich das Tosti Lied "Vorrei morire"

    Volle Zustimmung. Diese Aufnahme könnte man auf die berühmte "einsame Insel" mitnehmen (Referenz: Aufnahme Palophon v. 29.03.1927).

    "Menschen, die nichts im Leben empfunden haben, können nicht singen."
    Enrico Caruso


    "Non datemi consigli che so sbagliare da solo".
    ("Gebt mir keine Ratschläge, Fehler kann ich auch allein machen".)
    Giuseppe di Stefano